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Rezensionen verfasst von
Avengelique

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Krieg der Welten [Blu-ray]
Krieg der Welten [Blu-ray]
DVD ~ Tom Cruise
Preis: EUR 9,99

12 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spektakulär in Full-HD!, 14. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Krieg der Welten [Blu-ray] (Blu-ray)
Zur Handlung der Spielberg`schen Verfilmung von 2005 des universellen Invasionstoffes aus der Feder von H. G. Wells braucht man nicht viele Worte zu verlieren:
Eine Streitmacht gefährlicher Invasoren trifft auf der Erde ein und benutzt gewaltige, scheinbar unüberwindbare dreibeinige Kampfmaschinen, um die Menschheit vom Angsicht des Planeten zu tilgen. Ziel ist die komplette Vereinnahmung und gleichzeitige Umwandlung von Mutter Erde in eine neue Heimat für die Ausserirdischen. Der Krieg, welcher mehr einer Ungezieferausrottung gleicht, wird aus der Perspektive des ganz normalen Arbeiters Ray Ferrier (Tom Cruise) erzählt, der samt Sohn und Tocher versucht, den Dreibeinern zu entfliehen. Seine gefährliche Odyssee führt ihn an die Grenzen der Vorstellungskraft, als er den Horror der Invasion des weit überlegenen Feindes aus einer fremden Welt direkt miterleben (und überleben) muß. Die waffenstarrenden, furchterregenden Maschinen mit ihren apokalyptisch anmutenden Posaunen verbreiten Angst und Schrecken, verwandeln große Teile der Population in Staub oder "ernten" Menschen, um mit deren Blut die Saat für eine neue Biosphäre zu schaffen. Der Planet wird buchtsäblich in Blut getränkt...

Spielberg's Verfilmung hält sich ziemlich nahe an die Vorlage, versetzt die Invasion jedoch in unsere Zeit und erzählt in rauhen, nahezu monochromen Bildern (von Stammkameramann Janusz Kaminski - Private Ryan, Minority Report, etc...) eine atmosphärisch unglaublich dichte und apokalyptische Geschichte, die unter die Haut geht. Bis auf ein paar unglücklich gewählte Drehbuchkniffe, die vor allem Ray`s Sohn betreffen, hat Spielberg eine moderne Interpretation des Stoffes abgeliefert, die in verschiedensten Bandbreiten ihre Muskeln spielen lässt: Grosse Charaktermomente in kammerspielartigen, schon fast intim anmutenden Sequenzen wechseln sich ab mit grandios-morbiden Schlachtenbildern; Symbolträchtige biblische Szenarien machen den Terror greifbar, hauptsächlich den Exodus der Menschheit, und die einhergehenden Verhaltensweisen, welche Spielberg in seinem Post-9.11. aufzeigt. Anhand von "Krieg der Welten" zeigt sich wieder einmal, dass Spielberg einer der wenigen Regisseure ist, der mit unterschiedlichsten Stoffen gute Resultate abliefern kann.

Die technische, über allem erhabene Perfektion der Spezialeffekte hat bis heute in keinster Form gelitten und erscheint als Prototyp für die fotorealistischen Transformers. Insbesondere die beeindruckenden Dreibeiner stehen Autobots und Decepticons in nichts nach, ihre Integration in den Film ist fantastische Arbeit. Nicht umsonst gab es eine Oscar-Nominierung für die Visual Effects.

Die Blu-ray bietet ein filmgetreues Bild ohne sichtbare Kompression und anderen Schwächen. Während die DVD unter jeder Menge Blockrauschen und einem etwas milchigen Bild zu leiden hatte, kann diese Veröffentlichung als rundum gelungen bezeichnet werden. Es kamen keinerlei Rauschfilter zum Einsatz, stilbedingt besitzt "Krieg der Welten" recht starkes Filmkorn und ein untersaturiertes Bild mit steileren Kontrasten. Die Schärfe leidet unter dem gröberen "Kaminski"-Look etwas, hat aber nichts mit der einwandfreien Umsetzung zu tun. So gut sah der Film nie zuvor aus!
Soundmässig haben wir es mit einer Referenzverdächtigen englischen DTS-HD-Soundspur zu tun, die einem Unglaubliches um die Ohren haut. Schon alleine als die Invasoren mit Blitzen auf die Erde kommen,knallt es gewaltig. Wenn die Maschinen dann über die Erde wandern, herumposaunen und alles in Schutt und Asche legen, ist alles aus...unfassbar! Wunderbare Räumlichkeit, schöne Differenzierung und richtungsgesteuerte Effekte machen die Scheibe zum Must-Have. Die deutsche DD 5.1-Spur ist natürlich etwas schmalbrüstiger, aber trotzdem als gelungen zu bezeichnen.
Die Extras wurden vom 2-er-DVD-Set übernommen, sind informativ und ziemlich interessant, leider aber nur in SD vorhanden

Fazit: Endlich einer der besten Alien-Invasionsfilme auf Blu-ray - Kaufen lohnt sich, weg mit der DVD!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 15, 2010 1:26 PM MEST


Flash Gordon [Blu-ray]
Flash Gordon [Blu-ray]
DVD ~ Sam Jones
Preis: EUR 16,99

25 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klytus verlangt: "Bringt mir die Blu-ray!" (Bohrwürmer sind aus...), 6. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Flash Gordon [Blu-ray] (Blu-ray)
Der Erde geht`s nicht so gut. Katastrophen überall, Vulkanausbrüche, Erdebeben, Flutwellen, Stürme - das komplette Paket. Hört sich prinzipiell nach dem ganz normalen Alltag an. Aber wir wissen nun endlich, dass nicht der Mensch mit all seiner Profitgier am ganzen Dilemma schuld ist, sondern eine ausserirdische Macht, mit der Gier nach Unterhaltung: Ming, der Alterslose, der sich kurzerhand alle Tausend Jahre einen Planeten (Pech für uns - beim zufälligen Tippen auf der Sternenkarte hat die Erde das große #los gezogen) rausguckt, den er mit seinem goldigen Kumpel Klytus mal so richtig durchschüttelt, um zu überprüfen, ob die Bewohner "gefährlich" werden können.

Na, zum Glück gibt es da ja Flas(c)h(e) Gordon, Idol von Millarden, seines Zeichens Footballspieler und toller Hecht, der bei einem gewittrigen Meteoritenschauer zufällig sein Flugzeug mitten in der Forschungseinrichtung des wirren Professor Zarkoff notlandet. Der Prof fackelt nicht lange und erkennt direkt: "Hey, der Flash ist zwar echt keine Leuchte, aber der kann die Welt retten!" und zwingt ihn un seine Begleiterin, "Bunte Society-Expertin", Dale Arden mit vorgehaltener Waffe in sein pappig aussehendes Raumschiff zu steigen, welches dann auch tatsächlich ins All verschwindet - und damit auch das Bewußtsein der drei wackeren Helden. Das kleine Schiff wird dann kurzerhand auf Befehl von Ming dem Ahungslosen durch ein lustiges Lavalampen-Portal zum Planeten Mongo ferngesteuert.

Dort angekommen, gibt`s direkt erstmal eins auf die Nuss von den zahlreichen Ausserirdischen, und das Trio wird zu Ming dem Haarlosen gebracht. Flash ist ein cleveres Kerlchen, und macht sich mit unflätigen Bemerkungen extrem unbeliebt, die ein kleiner fieser Roboter, ich nenne ihn "Ferrero Rocher", Ming dem Geduldslosen direkt mal petzt. Tja, fängt schon gut an. Hätte der tolle Flash doch mal den Mund gehalten! Jetzt kommen seine aussergewöhnlichen Football-Kenntnisse ins Spiel. Extrem dämlich aussehenden, rot bestrumpften "Elite-Wachen" muss mal gezeigt werden, was eine Harke ist. Na, dauert nicht lange, da hat dann Onkel Klytus die Goldnase voll, und Flash `s grandiose Heldentat wird jäh beendet. Also, ab zur Exekution mit dem fiesen Erdmännchen!

Aber...da wäre ja noch die stets willige und vollkommen nymphomane Prinzessin Aura, Tochter von Ming, dem Sohnlosen. Die hat ein Auge auf den blonden Doofkopp geworfen, und hat überall im ganzen Sternenreich viele andere Bekloppte an der Leine, die ganz schön scharf auf sie sind. Darunter auch den ganz schön seriös wirkenden Karnevalsdoktor. Der sorgt vor lauter Freude in seiner Hose dafür, dass Flash bei der Exekution nur scheinbar das Zeitliche segnet (sonst wäre der Film ja auch schon zuende), damit Aura den Erdenmann für sich behalten kann.

Wären da nicht die Spione von Onkel Klytus....ich nenne sie auch die Klytoris, weil sie einfach nur kleine Versionen vom Meister sind. Nun gut, Ming der Erdenfraulose, nimmt die fesche Dale Prinzessin-Leia-mässig in seinen Harem auf, und ist auch schon ganz spitz wie Nachbars Lumpi. Heiraten wäre schon eine tolle idee!
Auf-der-Flucht-Flash wird von Aura zu Unterhosenprinz Barin, dem alten Haudegen ins Unterholz zu den Waldmännchen gebracht. Schlechte Idee, denn Prinzenrolle Barin, hat ja auch was mit Aura am Laufen. Also will Barin Flash loswerden...wird Flash Barin umstimmen können (Ja.) - wird Flash zusammen mit Vogelmenschen Ming den bald Schutzschildlosen angreifen (Ja.) - wird Ming bald der Lebenlose sein (Ja.)? Und warum taucht Klytus nicht öfters auf?! All dies und noch mehr...demnächst auf Ihrem Flachschirm!

Die von Dino de Laurentii`s produzierte bunte, trivial-fantasievolle 1980er-Interpretation des Pulf-SF-Helden Flash Gordon, wartet mit fantastischen Kostümen, tollen Sets und nicht ganz so schönen Effekten (die nun mehr als jemals zuvor hervorstechen!) auf. Hand in Hand gehen dabei natürlich auch albernste Dialoge und teilweise schaupielerisch unterirdisches Over-Acting, die dem zurecht zum Kult erhobenen Edeltrash einen Flair von gewissem substanziellen Nichts bieten - und das ist in diesem Fall auch gut so. Charaktermieme Max von Sydow als Ming, Timothy Dalton als das "bißchen Prinzchen" Barin, Ornella Muti als scharfe Aura (in vielen sexy Kostümen) und der Echsenmann als toter Echsenmann schenken uns vergnügliche zwei Stunden!

Viele werden mit dem Kopf schütteln und sich ständig das Hirn aus ihrem Schädel versuchen zu klopfen, andere, so wie ich, werden vom Gebotenen begeistert sein. Was hier auf Film gebannt wurde, ist schon irgendwie etwas Besonderes, und deswegen vergebe ich höchstpersönlich das Prädikat: Besonders "Mongo". Und das meine ich keinesfalls abwertend oder zweideutig.

Darüber hinaus, immer wieder wichtig: Onkel "Goldbirne" Klytus. Den kann man gar nicht oft genug erwähnen.
Und der glänzt sich auch schön einen zurecht in der vorliegenden, heissersehnten Blu-ray-Fassung. Vergleicht man hier das Full-HD-Pendant mit den veröffentlichen DVDs, tja, wirft man die ollen alten Discs ganz fix in die Tonne.

Schärfer, bunter, kontrastreicher und sehr viel detailierter kommt das Bild über den Schirm daher - it comes with a price - nun können wirklich alle Effektshots, Kopierrränder, Fäden, etc innerhalb von Augenblicken als ziemlich schlechte Effekte entlarvt werden. Aber, nach kurzer Zeit hat man sich daran gewöhnt, und amüsiert sich über den antiquierten Charme des Gezeigten. Das Master wurde scheinbar nicht mit Rauschfiltern bearbeitet, ein recht feines Filmkorn ist weiterhin sichtbar. Interessant ist auch, dass ein teilweiser Weichzeichner beim Filmen benutzt wurde, um die Rüstungen der Ausserirdischen, und andere funkelnde Kostüme und Props noch strahlender hervorzuheben. Fiel auf der DVD nicht so auf...

Soundmässig gibt es nichts Besonderes. Die deutsche (Mono-)2.0-Spur ist leidlich ok - wohl eine bessere Lösung, als einen hochgezogenen deutschen Pseudo-5.1-Sound draufzuklatschen (obwohl eine "richtige" 2.0 Stereo-Spur existiert). Anders da, die englische 5.1-Spur, die tatsächlich etwas wie Räumlichkeit vermitteln kann. Altersbedingt etwas kraftlos und teils ein bißchen blechern, trotzdem als solide einzusufen. Wunder sollte man aber dennoch nicht erwarten.

Extras: Interview und Audiokommentar von Regisseur Mike Hodges, sonst nix. Die Scheibe kommt mit Wendecover.

Fazit: Fans kaufen ohne Umschweife, andere vielleicht lieber nicht. Devise heißt hier: Erstmal vorher anschauen...
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 17, 2012 9:03 AM CET


Kampf der Titanen [Blu-ray]
Kampf der Titanen [Blu-ray]
DVD ~ Sam Worthington
Preis: EUR 9,97

36 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mutantenstadl, 30. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Kampf der Titanen [Blu-ray] (Blu-ray)
Zur 3D-Fassung im Kino:

Tja, da wollte ich den Film im herkömmlichen 2D sehen, aber er lief - natürlich, damit mehr Geld in die Kassen kommt - überall nur in 3D. Ich hatte ja schon einiges über die misslungene Konvertierung gelesen, aber die Hoffnung, so vage sie auch sein möge, stirbt ja zuletzt. Mhh, war prinzipiell schon nach fünf Minuten soweit. Ein ganz schön vermurkstes Erlebniss, dass Warner einem da im großen Geldmacher-3D-Wahn da präsentiert.

Die 3D-Version im Kino ist eine große Katastrophe. In der Unterwelt und nachts dunkel wie im Bärenpopo, und wenn Action angesagt ist, wird man von einem einzigen Wust von wilden Schlieren erschlagen, einem vollkommen undurchschaubaren Murks.

Bei hellen, ruhigeren Szenen und schönen CGI-Fahrten, ist der 3D-Effekt tatsächlich annehmbar. Eigentlich ärgerlich...hätte man von vorneherein die Actionsequenzen nicht mit Wackeloptik und schnellen Schnitten gedreht und editiert, wäre das Resultat DEUTLICH klarer gewesen.

Zu Anfang, bei Betrachten des animierten Intros dachte ich mir noch: "Hey, das ist ja doch ganz gut geworden..", und war schon voller Freude. Als dann nach zehn Minuten Harpien mit hoher Geschwindigkeit angeflogen kommen, war alles aus.

Ich frage mich allen Ernstes, wie gut die Effektmenschen darauf zu sprechen sind, dass ihre harte Arbeit bei entsprechenden Sequenzen (also so ziemlich immer) nicht zur Geltung kommt.

Zum eigentlichen Film:

Ich nähere mich dem Niveau während der Vorstellung im Kino mittels, nun ja, einfachen Sprachbildern an:

Perseus' Alter ist der größte Gangsta im Hood. Sein Sohnemann, der olle Terminator, der weiß es bloß noch nicht.
Perseus'Adoptiveltern gehen über die Wupper, weil die fiesen Argos-Leutchen kurzerhand eine Zeus-Statue kaputtmachen. Das finden die Götter so gut, dass es mal schnell aufe Fresse gibt. Pech nur, das Perseus mit'm Bötchen samt Eltern gerade zu diesem Zeipunkt vor Ort ist - absaufen ist angesagt. Das Argos-Pack wird immer mehr aggro, und Zeus hat die Faxen dicke. Onkel Liam, ständig schimmernd, überlässt die Drecksarbeit dem anderen Onkel Ralph F. aus der Unterwelt. Der soll den Aggro-Argos mal zeigen, wo der göttliche Hammer hängt, um aus ihnen mal wieder richtige Memmen zu machen, die man schön abziehen kann.
Der fiese Hades klopft sich auf seine Schulter, denn endlich kann er mal Kante Kraken aus der Kiste holen; Dauert zwar noch 'ne Woche bis der antraben kann, denn DJ Zeus, gibt den Opfern aus Argos noch eine Woche, um die Bitch Andromeda zu opfern aber Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude, und deswegen hat Hades auch ständig gut lachen.
Perseus ist echt sauer auf seinen Alten und macht sich mit seinen Homie-Kriegern auf den Weg in Richtung Hexenhaus, um einen magischen Baseballschläger zu finden, mit dem man den Zehn-Kilometer-Kraken krankenhaus machen kann. On the way, treffen sie auf die geile Oberbitch Medusa, Hammagrossen Spinnen, nee , wie heissen die nochmal, ah, Skorpione, irgendeinen komischen Mutantenmatschemann und krassen Holzkohlemeistern, die, ich schwöre, voll alt werden können, und sich einfach Holzkohle ranbrettern, wenn der Arm abfault. Voll krass die Typen...

Ach,anstrengend, so zu schreiben. Aber so war's eben im Kino. Schrecklich nervig.

Die Story ist wirklich EXTREM SIMPEL, und hat auch so ihre kleinen Längen. Das Drehbuch kann einige Löcher auch nicht durch rasch eingestreute Actionsequenzen kaschieren. Gerade die erste Hälfte hinkt etwas vor sich hin. Nachdem die Mannen sich auf den Weg machen, um eine wirksamme Waffe gegen den Kraken zu finden, wird alles etwas flotter, und teilweise bekommt man ein schön pulpiges Fantasy-Abenteuer zu sehen. Regisseur Louis Leterrier kann es aber auch besser.

Soviel dazu.

Schauspielerisch bewegt sich alles auf großem Overacting-Niveau, Zeus und Hades geben sich total over the top, Worthington schaut meist grimmig drein und lässt mal ein paar pathetische Sprüche los. Mehr braucht er nicht zu machen, Hauptsache Monster kaputthauen... Bestes Acting kommt sowieso von Mads Mikelsen:-) Dialoge sind mal fast solide, mal zum Davonlaufen. Charakterzeichung ist selbstverständlich eindimensional. Ist aber nicht so tragisch, es handelt sich um einen lauten Fantasy-Actioner.

Die Monster sind dafür schön geworden. Die Skorpione sind ganz gut animiert und kommen in verschiedenen Größen.
Die Medusa wurde vom 3D arg in Mitleidenschaft gezogen, insbesondere weil sie sich schnell bewegt, aber es gibt tatsächlich ein paar ruhigere Shots, in denen man sie gut erkennen kann - schönes "Zwei-Phasen"-Design, die hübsche Variante kommt recht sexy herüber, und im Angriffsmodus gibt es einen schönen Morph in eine wilde Monsterbraut. Der Kraken ist ein wirkliches Highlight, gigantisch und extrem detailiert - leider ist sein Auftreten zwar aufsehenerregend, aber uach recht kurz.

Besondere Erwähnung: Unterwelts-Fährmann Charon (von dem hätte ich gerne mehr gesehen) und der Djinn, der Holzkohle-"Cyborg"-Mann. Ein fantastischer, faszinierender Charakter, der seinen eigenen Film bekommen sollte.

Alles in allem stellt sich der neue Kampf der Titanen im einem schönen, schicken Gewand dar, hat aber mit einigen inszenatorischen Mängeln zu kämpfen. Ein solider Fantasy-Action-Film im Stile eines Videospiels, hohl, laut, aber letztenendes fehlt noch etwas zur richtig guten Blockbuster-Unterhaltung. Darüberhinaus nur in 2D genießbar.

Merke: Nur weil "Avatar", der ja nun mal in 3D gedreht wurde, ein visuelles Fest ist, bedeutet es nicht, dass 3D das Allerheilmittel ist, besonders dann, wenn man einen Film in 2D gedreht hat, und schludrig zu einem Matsch konvertiert hat.

Blu-Ray:

FOLGT BEI ERSCHEINEN.
Kommentar Kommentare (14) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 22, 2012 5:28 PM MEST


G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra (inkl. Wendecover) [Blu-ray]
G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra (inkl. Wendecover) [Blu-ray]
DVD ~ Dennis Quaid
Preis: EUR 10,99

8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wovon UN-Blauhelm-Befehlshaber nachts träumen, 28. April 2010
Zur Story braucht man nicht viel zu sagen. Basierend auf den Hasbro-Spielzeugen und der dazugehörigen lizensierten Comicserie von Marvel dreht sich alles um jede Menge Ka-Bumm. Gute G.I. Joes gegen böse Cobras. Wer hätte das gedacht?
Im Vorfeld gabe es gerade von amerikanischer Seite im Netz (wo auch sonst hängen die ganzen Nerds ab und jammern sich froh?) viel Schelte, sprach man doch vom "Schlachten der Heiligen Kuh amerikanischer Popkultur" - da man von Regisseur Sommers das Allerschlimmste erwartete. Die Rede war von Nachdrehs, schlimmen Vorlagenänderungen und allgemeinem Chaos bei Paramount.
Auch beim wiederholten Sichten offenbaren sich mir keine großen Probleme. Im Übrigen gibt der informative und lockere Audiokommentar Aufschluss über jede Menge Hintergründe bei der Produktion. Sommers geht auf diverse Probleme ein, die von Paramount hausgemacht serviert wurden. Die Studioexecutives haben während des Drehs und der Sichtung des Materials beispielsweise keinerlei Fantasie entwickeln können, was die Aufbereitung der CGI-Elemente anging - die Rohfassung mit behelfsmässigen Effekten stiess auf wenige Gegenliebe. Ebenso wollte man bei Paramount die Leitfigur "Snake Eyes", deren Markenzeichen ständige Maskierung und Stummheit sind, erheblich verändern, weil dies ja "lächerlich und unglaubwürdig" wäre. Sommers hat mehrere Tage lang einen harten Kampf gefochten, dass der Ninja Snake Eyes so bleibt, wie man ihn gewohnt ist.

Ich kann mir vorstellen, dass es bei Comicverfilmungen ständige Reibereien in der Produktion gibt, da die Studiobosse in den seltensten Fällen die Vorlagen kennen und verstehen (wollen), das Publikum sowieso für unterbelichtet halten, und im Zweifelsfall, wenn dann ihre Fehlentscheidungen in die Hose gehen, ganz alleine dem Regisseur die Schuld in die Schuhe schieben. Ist am einfachsten, aber so läuft das, wenn Millionen über Millionen investiert werden.

Ja, die wackeren hochgerüsteten High-Tech-Soldaten der autark operierenden ganz schnellen internationalen Eingreiftruppe "G.I. Joe" wären schon was im mühseligen Kampf gegen den bösen Terror. Die fackeln nicht lange, und auch wenn der Eiffelturm buchstäblich "über die Seine geht" ist das nur ein kleineres Übel, denn es geht ja um das "größere Ganze" im Angesicht des Terrors. Schillernde, attraktive Heldenfiguren in schwarzen Plasteel-Panzerungen machen sich auch optisch wirklich besser, als langweilige blaubehelmte Durchschnittsmenschen, wie sie damals im Crapfest "Street Fighter" reihenweise unter Van Damme`s Kommando im Kampf gegen das Bison`sche Pseudoimperium Shadaloo untergingen.
Auch das Böse ist schöner, slicker, durchtriebener und verführerischer geworden. Ich garantiere, dass der gute alte Luke Skywalker einer in glänzendem, schwarzem hautengem Leder gehüllten Baroness im Gegensatz zu Keuchvater Darth V. bestimmt nicht den Krieg erklärt hätte, sondern höchstpersönlich, nachdem ihm sein Hirn in die Hose gerutscht wäre, den Knopf für die Zerstörung von Alderaan gedrückt hätte, im Bestreben danach, seiner MILF, egal ob Mutter oder nicht, ganz fix an ihren strammen Hintern zu grapschen. Yoda, der olle Schrumpel hätte da lange palabern können - die dunkle Seite ist doch immer noch das Schönste!

Im Ernst:

Dumm, laut, unterhaltsam - und recht nahe an der Spielzeug-/ Comic-Vorlage. Das ist G.I. Joe. Zwar stellt er sich als äusserst flache und anspruchslose, aber bunte Popcorn-Drehscheibe dar, mehr als das, will das Vehikel von Stephen Sommers auch nicht sein. Wozu unnötige Substanz vorgaukeln, wo keine benötigt wird?
Im Gegensatz zum aufgeblasenen Peashooter "Transformers 2" verfolgt G.I. Joe eine stringentere, fortlaufende Handlung, die zwar einfach und schon fast mit der heissen Nadel einer Soap gestrickt wird, aber wenigstens findet eine überschaubare Entwicklung von Anfang bis Ende statt, nämlich dem titelgebenden "Aufstieg von Cobra". Darüberhinaus ist die testosterongesteuerte Over-the-Top-Action übersichtlicher eingefangen als im besser vermarkteten Bay-Film, und bereitet mit seinen zahlreichen unterschiedlichen Setups und Setting jede Menge Fun. Die Charaktere, so eindimensional sie auch erscheinen, sind sympathisch potraitiert - selbst, und das ist, mal was Neues, auch den Bösewichtern wird ein bestimmtes Maß an Sympathie zuteil. Obwohl einfach geschrieben, sind sie interessant und vor allem farbenfroh gestaltet.

Zu keinem Zeitpunkt nimmt sich das Spektakel ernst, und spielt in ironischer Weise mit den kindlichen Allmachtsfantasien des Militärs. Welcher Befehlshaber hätte insgeheim nicht gerne Zugriff auf eine hochgeheime Kampfeinheit, die über unbegrenzte Resourcen und Waffentechnik des nächsten Jahrhunderts verfügt, und einen großen Haufen auf Diplomatie gibt, sondern "den Bösen" mal mit viel Schmackes zeigt, dass friedliches Beisammensein nur mit dem Einsatz effizienter Gewalt erreicht werden kann - frei nach dem Motto: "Mit der größeren Knarre kommt vor allem auch weniger Gegenwehr." Und der General kichert leise in sich hinein...selbstverständlich wäre diese Schwarz-Weiß-Malerei moralisch / ethisch bedenklich und würde Öl ins Feuer des typisch amerikanischen Weltpolizei-Gedanken gießen, wäre das nicht die überdrehte, fast pathosbefreite Inszenierung, die jedem halbsweg denkenden Menschen lediglich einen reinen, bunten Unterhaltungsfilm ohne irgeneine Message vor die Kulleraugen brettert. Darüberhinaus hat man aus effektiver zu vermarktenden Gründen entschieden, die "Joes" zu einer Truppe aus internationalen Spezialisten zu machen - was die Sache im Endeffekt erheblich verdaulicher macht.

Für mich neben "Avatar" das Blockbusterhighlight 2009. Hauptsache, es ist unterhaltsam - und meiner Meinung nach eine der bisher besten Comic-/Toy-verfilmungen mit tollen Designs und wunderbar kreativen Actionsequenzen. Nicht alle Effektshots sind hundertprozentig gelungen, aber bei der schieren Masse lässt sich das wirklich verschmerzen. Mission accomplished.

Die Blu-ray kommt mit einem wunderbar, knalligen Bild, toller Schärfe und schönen Kontrasten. Audiomässig gibt es brachial was auf die Horchgeräte. Die Extras sind zweckmässig, Highlight ist der Audiokommentar. Schöne Scheibe. Yo, Joe - Der nächste Teil kann kommen!


Princess of Mars
Princess of Mars
DVD ~ Antonio Sabato Jr.
Preis: EUR 7,99

38 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Avatar, this is not!" - Debiler Spaß in der Wüste, 26. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Princess of Mars (DVD)
Alle die erwarten, dass "Princess of Mars" nur annähernd in das Gehege von "Avatar" vorstößt, werden tatsächlich ihr persönliches blaues Wunder erleben. Oder eher ein Rotes. Nix Pandora-Dschungel, hier gibt`s Wüste. Ist ja auch billiger:-)

Einzige Gemeinsamkeit, dass ist nicht gelogen, ist die Tatsache, dass James Cameron in früher Jugend voller Begeisterung die pulpige Romanvorlage "John Carter of Mars" verschlungen hat, und das grobe Storygerüst, nämlich das Eintreffen eines Helden in eine fremde Welt, der sich mit einer ausserirdischen Rasse gegen ihre Unterdrücker verbündet und bekämpft, eigentliche Grundlage für "Avatar" ist (also nicht der mit dem Wolf tanzt!).

Das wirklich Lustige ist folgendes: "John Carter of Mars" wird zur Zeit von Pixar produziert, als erster Realfilm der Animationsschmiede. Man mag sich durchaus vorstellen können, dass es ähnlich wie bei den Rezensionen von "Avatar" grandioses Chaos geben wird. Die einen werden meinen: Boah, von Avatar abgekupfert.", die anderen: "Schon wieder Pocahontas / DmdWt."
Ich denke schon jetzt mit Grauen daran....

Das vorliegende Machwerk, produziert von unseren Freunden von "The Aslyum" - einem Garant für mögichst ambiotionierte, aber meist vollkommen dilletantisch umgesetzte Vorhaben (vor allem, was Kopien von Blockbustern angeht, den sog. "Mockbustern"), keinem Budget, schlechten Effekten und kaum vorhandenem Talent in jeglichen Bereichen der Filmemacherei ist nahezu eine 1:1 Kopie der Ursprungsvorlage, nur eben in schlecht. Aber Spaß macht es schon, zumindestens jemandem, der weiss, worauf er sich einlässt: SciFi-Trash für Hartgesottene.

Hier ein Vorgeschmack - die ersten 20 Minuten im Überblick:

John Carter ist ein richtig toller Elite-Soldat. Deswegen wird er in Afghanistan eingesetzt, um irgendetwas in die Luft zu sprengen, oder irgendwelche wichtigen Ziele auszuschalten. Doch, oh Schreck, es kommt zu einem Zwischenfall bei dem John-Boy schwer verletzt wird. Daraufhin wird in einer sechs Millionen Rubel teuren Operation - moment, das war woanders, ach, das bringt mich auch alles so durcheinander...
Also, das läuft folgendermßen ab, und man sollte es sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen:

John liegt also mit seinen Verbänden auf einem billigen Bett herum, und ein geheimnisvoller Befehlshaber der Armee eröffnet ihm, dass er bald sterben wird. Seinen Körper hat er ja auch der Army überschrieben.
Aber, das macht alles eh nichts, denn man hätte seinen kompletten DNA-Bauplan mit ellem Drum-und-dran auf einen 16-Gigabyte-USB-Stick gespeichert, und man diesen mit einer Sendenanlage codiert auf einen fremden Planeten namens Mars251schlagmichtot bei Alpha (oder war`s Beta?) Centauri herübersendet, um die Lage dort mal locker abzuchecken. dann gibt es ein Licht - und paff - liegt ein nackter John Carter direkt irgendwo in einer Wüste mit extrem schlechten CGI-Planeten-Hintergründen herum. Ankunft abgefertigt. Ein Knaller! Irgendwie bewundere ich die Macher, dass sie dieses Kappes vollkommen straight durchziehen, und dass, ohne mit der Wimper auch nur leicht zu zucken. Für mich war das eher "Shock & Awe"-Prinzip. Aber lustig isses!

Ab jetzt findet alles in der kargen Wüste statt, die man schön rot gefiltert hat. John Carter hat auf dem tollen Planeten grössere Körperkräfte und kann mittels einer extrem bescheuert aussehenden Animation gefühlte anderthalb Kilometer weit springen.
Und es dauert nicht lange, da tauchen die Pappkameraden auf. Die heimischen "Marsianer" müssen sehr oft auf den Kopf gefallen sein, alles krumm und schief - und ihre Masken sind bedingunglos dem nicht vorhandenen schauspielerischen Können der armen Würste, die sie tragen müssen, ausgeliefert. Hinzu kommt die schlimmste Brabbelsprache, die ich je vernommen habe. das Ergebnis stellt sich dermaßen lustig dar, das man aus dem Lachen nicht mehr herauskommt.
Die Marsmenschen habe auch tolle Waffen, sie ähneln frapierend kleinen "Piuh! Piuh!"-Spielzeug-Gewehren für maximal Achtjährige.
John Carter wird zunächst von den "Pappigen" gefangengenommen, aber ein Wink des Schicksals beschert ihm die Möglichkeit, den Ausserirdischen in einer stümperhaft animierten und geschnittenen Sequenz, den Allerwertesten zu retten. Fiese Insektenmonster greifen an. Carter bekommt eins der fantastischen Allround-Kaputtmach-Gewehre (die scheinbar keine Munition brauchen, aber es gibt ja auch kein Mündungsfeuer) zugeschustert, und auf einmal sind alle Viecher tot. Vielleicht tun sie auch nur so, stellen sich tot, bis die Deppenmarsianer endlich abgehauen sind.
John Carter ist jetzt ein toller Hecht, und als er Durst hat, bekommt er von seinem neuen Freund "Schiefmaske Nummer 1" höchstpersönlich seinen eigenen Schweißlappen , den er unter der Kleidung trägt, um fremenmässig Wasser aufzufangen, in die Hand gedrückt, damit er mal sauberes Wässerchen trinken kann. Fantastisch.
Bald kommen die wackeren Wackelköppe dann zu einer Burg, John muss einen feinen Brei essen, der von einem weiblichen Alien erbrochen wird. Dann noch ein leckeres insekt dazu, und endlich kann John mit seinen neuen Freunden aus der Altkleidersammlung ein Schwätzchen halten.
Ab diesem Zeitpunkt kämpft dann John zusammen mit seinen Schiefköppen um das Wohl des Planeten. Es gibt noch eine menschliche Rasse, die in schlecht animierten "Jabba-dabba-du"-Barken angeflogen kommen, aber nichts sonderliches bewerkstelligen, ausser ständig Probleme mit der dargestellten Größe zu haben.
Die müssen jetzt mit Gewalt davon überzeugt werden, dass Frieden schon eine feine Sache ist. Deswegen kidnappt John die namensgebenden Prinzessin vom Mars (Traci Lords, wird langsam alt), und ein Abenteuer voller unglaublicher Idiotie nimmt seinen Lauf.

Ein absoluter Mumpitz von Film, der hier geboten wird. Unglaublich in jeder Facette des Dargestellten!
Und gerade wegen der Debilität, der unfreiwilligen Komik, einfach allem, macht er einen Heidenspaß, deswegen von mir drei Sterne. Trashliebhaber greifen zu, alle anderen entfernen sich augenblicklich aber extrem unauffällig, denn für sie wäre diese Wertung beleidigend. Also, vorsicht.

Die DVD ist übrigens solide, aber nix Besonderes. Zweckmässig und ausreichend für solch eine Knallcharge von Film.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 29, 2012 12:22 PM MEST


Cargo - Da draußen bist du allein [Blu-ray]
Cargo - Da draußen bist du allein [Blu-ray]
DVD ~ Regula Grauwiller
Preis: EUR 6,19

10 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schöner Schein, 17. April 2010
Die Produktion "Cargo" ist eine Premiere, denn unser Schweizer Nachbarn haben mit dem Science-Fiction-Thriller das erste Mal ein derartiges Projekt fertiggestellt.
Zwar gab es schon früher einmal Versuche, aber die scheiterten schon in der Preproduktionsphase. Ich erinnere mich an ein grosses Gotthard-Tunnel-Sci-Fi-Projekt, bei dem H. R. Giger massgeblich beteiligt war..da ging es um Mutanten und all das, was Onkel H. R. so gerne im wirren Kopp zeichnet und baut.
Nun gut, gestorben - im Gegensatz zu Cargo, der geschlagene neun Jahre in der Produktion verbrachte. Hauptproblem war die Geldbeschaffung, denn wie üblich stellen sich Geldgeber in unseren landen und selbstverständlich auch bei unseren Nachbarn gehörig quer, sofern bei der geplanten Kohlevergabe die magischen Worte "Science Fiction" fallen. Aber irgendwie hat es dann doch geklappt, fünf Millionen Franken wurden investiert, und nun ist "Cargo" nach der Kinoauswertung in der Schweiz, endlich für den Heimsektor erschienen. Im Vorfeld wurde gerade in der Schweiz sehr viel darüber berichtet, und die Auschnitte und Trailer versprachen eine ernstzunehmende Konkurrenz zu Filmen wie Event Horizon und Pandorum. Eins vorweg: Viele Gemeinsamkeiten gibt es nicht, einige atmosphärische Kniffe und das Basis-Setting auf einem Raumfrachter..und damit hört es dann auch schon auf. Action und grossen Horror wird man nicht bei Cargo vorfinden. Der beschreitet einen eher ruhigeren (teils ausgetretenen) Pfad, angelegt auf Aufdeckung eines Geheimnisses. Nix Aliens, nix Mutaten!

In etwa 200 Jahren lebt die Menschheit nicht mehr auf Mutter Erde, sondern in gewaltigen Raumstationen, denn wir hatten es endlich geschafft, den Planeten so sehr zu vergiften, dass Leben auf der Oberfläche nicht mehr sonderlich lohnenswert war. Interstellare Raumfahrt hat sich etabliert und die Hoffnung der übrigen Rasse, die stetig von Krankheiten dezimiert wird, ruht auf dem Planeten Rhea, einer mehrere Lichtjahre entfernte, etablierte Kolonie, die offensichtlich paradiesische Zustände bietet. Es werden Verlosungen durchgeführt, und Leute, die genügend Bares zahlen können, sind in der Lage nach Rhea umzusiedeln.
Ärztin Laura, desullusioniert durch die Zustände an Bord einer der Raumstationen, deren Schwester schon auf Rhea ist, beschliesst, es ihrer Schwester gleichzutun, und auf dem Frachter Kassandra anzuheuern. Nach einer achtjährigen Reise, in deren Verlauf Laura nur wenige Monate ausserhalb des Kälteschlafs verbringt, würden die Gelder genügen, umd die Reise nach Rhea zu bezahlen.
Kurz vor der Halbzeit, dem Erreichen des Zielplaneten, hat Laura ihre Wachphase, und in dem gewaltigen Raumschiff regt sich etwas...und zwingt Laura dazu, den Rest der Crew aufzuwecken. Man beschliesst, den gigantischen Transportbereich zu öffnen, und damit auch ein Siegel, dass falls einmal gebrochen, ein dunkles Geheimniss, aber auch eine Hoffnung offenbart...

Prinzipiell ist "Cargo" ein recht mittelmässiger Film, streckenweise sehr träge in seiner Inszenierung, mit generischen Charakteren versetze Story und unglaublich offensichtlich in der Auflösung seines Twists, wenn man entsprechend gelagerte Filme gesehen hat, wäre da nicht die technische Seite. Aus visueller Sicht und vor allem mit dem Budget von mickrigen 3,5 Millionen Euro im Hinterkopf, werden hier CGIs und virtuelle Seterweiterungen gezeigt, die eher nach einem fünf- bis achtfachen des Budgets schreien. Unglaublich detailverliebt und mit grosser produktiontechnischer Kompetenz sind die Weltraumsequenzen. Heimlicher Star von Cargo ist sowieso der Frachter Kassandra, der beinahe zum eigenen Charakter wird.
Neben der gemächlichen, teils leidlich spannenden Story stechen diese tollen Effekte jedenfalls hervor, und bescherem "Cargo" neben der Tatsache, dass es sich eben um einen Schweizer Film handelt, einige Sympathiepunkte.

Die Blu-ray kann sich durchaus sehen lassen, besonders im Hinblick auf die Bildqualität. Die CGI-Sequenzen sind kristallklar, nur selten gibt es kleine Treppcheneffekte, manchmal ist der Schwarzwert etwas "off", aber das hält sich in Grenzen. Die restlichen Aufnahmen stellen sich meist recht scharf dar, da gibt es nicht viel zu meckern.
Soundmässig gibt sich die Disc solide. Die Abmischung ist recht differenziert, Sprache ist gut verständlich, viel "Wumms!" gibt es nicht - was aber in der natur des Films liegt, denn Action ist nur in kleinen Dosen vorhanden.
Die Extras kommen leider nur in SD, es gibt ein paar Making-Of-featurettes, Fernsehberichte, Trailer, Audiokommentare. Recht interessant.

Fazit: Durchschnittliche Sci-Fi-Kost, deren schöner VFX-Schein öfter in der Lage ist als gedacht, die offensichtlichen anderen Mängel auszubügeln. Ironischerweise nutzt auch die fortlaufende Handlung des Films ein ähnliches Schema. Zufall?
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 26, 2010 4:50 PM MEST


Pandorum [Blu-ray]
Pandorum [Blu-ray]
DVD ~ Dennis Quaid
Preis: EUR 8,99

9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Legitimer und würdiger Event Horizon-Nachfolger..., 16. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Pandorum [Blu-ray] (Blu-ray)
...und das kommt nicht von ungefähr, denn auch hier hat "Impact Pictures", Paul W.S. Anderson`s Filmschmiede zusammen mit Constantin produziert, und Anderson, der ja nun mal Event Horizon gedreht hat, ist dabei sowieso Producer - so erklären sich einige der Ähnlichkeiten zwischen beiden weltraumbasierten Filmen.

Auf einem riesigen Raumtransporter erwachen zwei Astronauten aus dem Tiefkühlschlaf und finden sich in einer Situation vor, die ihnen und ihrem Verstand alles abverlangt. Die Energieknoten sind ausgefallen, es herrscht nahezu totale Dunkelheit. Beiden Männern fehlen grosse Teile ihrer Erinnerung. Was ist auf dem Schiff geschehen?
Payton (Dennis Quaid) versucht, seinen Kollegen Bower (Ben Foster) von seiner Kontrollkonsole aus durch den finsteren Bauch des Raumschiffs zu navigieren. Es stellt sich heraus, dass sich neben den beiden Astronauten auch noch andere Menschen auf dem stählernen Koloss befinden - und die kämpfen um ihr Leben. Etwas furchtbares ist passiert, und der Schrecken ist noch lange nicht vorbei, sondern wird von Wahnsinn abgelöst...

Atmosphäre, Produktions- und Schiffsdesign, ja sogar einige Kamerafahrten kommen dem geneigten Fan sehr bekannt vor, und das ist auch gut so, da Event Horizon mit zu den besten Science-Fiction-Horrorstreifen gehört, und es seit dessen Erscheinen kaum Vergleichbares mehr gegeben hat. Der deutsche Regiesseur Christian Alvart, mir schon sehr positiv mit seinem "Antikörper" aufgefallen, hat mit Pandorum einen wunderbar atmosphärischen Deepspace-Horror-Actiontrip geschaffen, der vor allem eins ist: Konsequent - und zwar in vielfältiger Form. Alvart zieht sein Ding hier durch, ohne Kompromisse - bedeutet: Hier wird nicht mit Blut gegeizt.
Für mich die neue deutsche Hoffnung, was den fantastischen Film angeht (nachdem Roland Emmerich filmisch auf scheintoter Ebene arbeitet). Alvart wird dem Genre zunächst treu bleiben, denn er ist der Regisseur, der uns den legendären "Captain Future" auf die Leinwand zaubern wird.

Pandorum ist ein über weite Strecken sehr dunkel gehaltener Film, aber dies macht einen Grossteil des Reizes und der beklemmenden Atmosphäre aus. Im Verlauf der Geschichte offenbaren sich aber immer mehr aufwändige Sets, aus dunklen Schiffsgängen werden gewaltige Hallen, ausgestattet mit vielen technischen Details und visuellen Spielereien. Die Visual Effects und CGI-Elemente sind hervorragend geworden und fügen sich sehr schön in den Film ein.
Von schauspielerischer Seite her gibt es überhaupt nichts zu meckern. Quaid und Foster sind sehr überzeugend in der Darstellung ihrer Rollen.
Besondere Erwähnung möchte ich Newcomerin Antje Traute zukommen lassen, die als Wissenschaftlerin Nadja eine bemerkenswerte starke und sexy Frauenfigur abgibt, welche dem Film zusätzlichen Auftrieb verleiht - Traute ist eine sehr attraktive (und vor allem, und das ist sehr selten - vollbusige) und begabte Schauspielerin, von der wir mit Sicherheit noch mehr hören werden. Tolle Frau!

Zur Blu-ray: Wunderbar scharfes Bild, welches unzählige Details offenbart; manchmal ist der Schwarzwert etwas schwächer, was daran liegen mag, dass man offensichtlich den Film in extrem dunklen Szenen etwas aufgehellt hat. Tut der visuellen Präsentation aber keinen grossen Abbruch. Kompressionsartefakte / Banding sind mir nicht aufgefallen. Ein feines Filmkorn ist vorhanden, was "Pandorum" eine schöne Textur verleiht. Soundmässig: Von aggressiv, brachial bis hin zu sehr nuancenhaften Hintergundsoundeffekten, alles sehr klar und differenziert abgemischt. Sehr schön geworden, in beiden Sprachversionen.
Extramässig bietet die Scheibe zwei Audiokommentare (deutsch/englisch) von Alvart, ein recht zweckmässiges Making-Of, eine ganze Reihe teils wirklich interessanter Deleted / Extended Scenes, sowie Interviews, Behind the Scenes und Bildergalerien.

Fazit: Ein grandioser Sci-Fi-Horror-Höllentrip, visuell beeindruckend und atmosphärisch extrem dicht. Die Blu-ray-Umsetzung ist ausserordentlich gut gelungen. Klare Kaufempfehlung. Hoffentlich erhält Pandorum auf dem Heimsektor nun die Exposure, die er leider nicht im Kino erhalten hat, wie auch schon Event Horizon, der erst auf DVD zum Sleeper-Hit geworden ist.


Cabin Fever 2 (Uncut) [Blu-ray]
Cabin Fever 2 (Uncut) [Blu-ray]
DVD ~ Eli Roth
Preis: EUR 7,02

23 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wundstarrkrampf, 12. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Cabin Fever 2 (Uncut) [Blu-ray] (Blu-ray)
Was vor ein paar Jahren in einer kleinen Hütte in einem amerikanischen Wäldchen, mitten in der Redneck-Pampa seinen blutdurchtränkten Anfang nahm, findet nun auf einem Schulabschlussball sein vorläufiges und extrem wiederliches sowie vor allem billig und streckenweise unterirdisch inszeniertes Ende.
Laasen wir hier mal Eli Roth's ersten Teil aussen vor (der ja schon kein richtig grosser Wurf war, aber viele Millionen Virenkolonien vom fiebrigen Nachfolger entfernt ist) , und konzentrieren uns auf diese Ausgeburt des schlechetn Geschmacks - dies trifft wirklich in nahzu jeglicher Hinsicht zu. Das Drehbuch, die Regie, die Darsteller, die Kamera, grosse Teile der Effekte - alles arg angefressen, wie die Opfer; Kein Wunder also, dass Produktionsfirma Lionsgate "Cabin Fever 2" einige Zeit im Giftschrank aufbewahrt hat, und selbst am Schnitt Hand anlegte, denn Regisseur Ti West muss wohl zu den wahrhaft untalentiertesten Menschen gehören, die in letzter Zeit für ein grösseres Studio einen Film geschossen haben...

Alles beginnt damit, dass sich ein überlebender, kurz vor der fleischlichen Auflösung stehender Infizierter, durchs Unterholz schlägt, dabei nicht so ganz mit heiler Haut davonkommt, und dann letztendlich auf der nahegelegenen Verkehrstrasse von einem Schulbus zum Schnitzelkönig "gekrönt" wird. Ist zwar geklaut von "RoboCop", aber sieht handwerklich noch gut aus.
Man ahnt es schon - das markiert "the beginning of the end", vor allem für die vollkommen debilen unsympathischen Highschool-Vollprolls, Nerds und anderen Schwachmaten, die sich so im Film tummeln. Hinzu kommt auch noch, dass die örtlich ansässige Wasserflaschenfirma selbstverständlich das Wasser aus dem durchseuchten See der direkt an an der namensgebenen Cabin liegt, bezieht, scheinbar ungefiltert, die vollgepinkelte und mit fleischfressenden Viren versetzte Brühe direkt in praktische PET-Fläschen abfüllt, und so den Tod preiswert und auf direktem Wege in die Eingeweide derer, die den Tod sowieso verdient haben, bringt.
Was folgt ist eine nahzu beispielose Aneinandereihung schwachsinniger Dialoge, inspired by your favorite RTL-Nachmittagsprogramm, zwischen Akteuren, denen man im Zweifelsfall eh nicht auf der selben Strassenseite begegenen möchte, spätpubertäres Geschwafel ohen Sinn und Verstand, und man hofft als Zuschauer, dass diesen unterbelichteten Sparlampen so schnell wie möglich das letzte bisschen Licht aus dem Oberstübchen ausgeblasen wird.
Und dann haben sich auch schon die ersten infiziert, beispielsweise die "Schlampe", die nach der Schule im Stripclub die Hüllen fallen lässt. Später wird sie sich noch anderen Dingen entledigen. Erste Anzeichen: Fiese Herpesbläschen and den Lippen, was unserem Unsympath Nummer eins, einem schlimmen Nerd dann letztendlich doch egal ist, als sie vor ihm auf die Knie geht. Man frohlockt, denn es ist klar, der Typ macht`s nicht lange.
So nimmt das Unheil seinen Lauf, der Schulball beginnt, und schon kurze Zeit später wird gekübelt, was die Behälter der Effektleute so hergeben. Hier übergibt sich jeder über jeden, und der Begriff Komasaufen bekommt eine neue Bedeutung, nur dass es keine Alkopops sind, die die Jugendlichen einer nach dem anderen auf den harten Boden der Realität schickt, sondern Wasserfläschchen und eine schreckliche Punschbowle, die der ebenso angefressene Hausmeister mit seinen verseuchten Ausscheidungen gewürzt hat - in diesem Fall nicht ganz so wertvoll, wie ein kleines Steak:-)

Zwischendurch taucht dann noch die Armee auf. Schön, dass man viele Hubschrauber hört, aber keinen einzigen zu Gesicht bekommt. Egal, Hauptsache, sie machen den Dreck sauber...

Cabin Fever 2 ist wirklich schlecht, aber einen gewissen kranken Unterhaltungswert kann man dieser peinlichen Missgeburt nicht abschlagen. Zu dilletantisch ist das gesamte Machwerk, und man fasst nicht, dass Lionsgate diesen Übelkübel von Film überhaupt herausgebracht hat. Hartgesottene Trash-Liebhaber, die sowieso fast jeden Müll schauen, können sich heranwagen, alle anderen nehmen mehrere Kilometer Abstand.

Die Blu-ray ist technisch nahezu vergleichbar mit dem Film - Katastrophe. Das liegt jedoch nicht am deutschen Publisher Sunfilm, sondern am Mastermaterial. Der Kameramann, bemüht, möglichst immer mit unpassendem Weitwinkelobjektiv zu schiessen hat ganz schön Mist gebaut. Der Editor ebenso. Die digitale Nachbearbeitung ist gelinde gesagt, misslungen. Alles extrem unscharf, besonders die äusseren Randbereiche des Bildes, darüber hinaus erscheint eben jenes Weichspülerbild auch noch etwas vertikal gestreckt. Farben bluten vor sich hin, wie die Opfer im Film, der Schwarzwert ist "zum aus der Haut fahren".
Sound ist zweckmässig abgemischt, nichts Besonderes. Allerdings sollte auch noch die unterirdische deutsche Synchronisation, verbrochen von Hausmeister`s Sohn und Tocher erwähnt werden. Na ja, wenn ich diesen Krempel synchronisieren müsste, wäre auch mit dem Enthusiasmus eines Stückes Holz dabei.

Fazit: In absolut jeglicher Hinsicht wertlos und besonders un-bekömmlich. Lieber eine Tütensuppe öffnen, und sich daran erfreuen, wenn man das Pulver einrührt denn dort bekommt man zumindestens "Immer eine gute Suppe!"
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 3, 2010 3:19 PM CET


Bitch Slap - Doppel D Edition [Blu-ray]
Bitch Slap - Doppel D Edition [Blu-ray]
DVD ~ Julia Voth
Preis: EUR 11,99

54 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dicke Dinger..., 5. April 2010
gibt es hier alle naselang zu sehen, allerdings schön züchtig verpackt:-)

Als der erste Trailer von "Bitch Slap" Ende 2008 durchs Internet geisterte, glaubte man an eine moderne Wiederauferstehung des gepflegten Russ-Meyer-Filmes, dessen eindimensionalen, aber starken Teufelsweiber dem ungekonnt dargestellten kümmerlichen männlichen Geschlecht mit viel brachialem Hau-Drauf die Krone der menschlichen Schöpfung abspenstig machten - natürlich mit viel Körpereinsatz und nackten Tatsachen. Damals galt: Wer die grösste Körbchengrösse sein Eigen nannte, kam, sah, und brachte nicht nur im Zweifelsfall alle (Männer) um - und aus die Maus.

Bitch Slap folgt tatasächlich einigen Gesetzmässigkeiten des Russ-Meyer-Films, wirft Regisseur Rick Jacobson doch drei ungleiche Protagonistinnen mit den richtigen körperlichen Vorzügen in ein zunächst simpel erscheinendes Wüstensetting. Da wäre zum einen die toughe, atlethische Camero, stets eingeölt und immer kurz davor jemand anderen totzuschlagen, dann noch die naiv-dümmliche Stripperin Trixie, engelsgleich und sehr dürftig bekleidet, und last, but not least, das hübsche Köpfchen der Truppe genannt Hel - eine elegante, im zugegebenermaßen recht knappen Businessdress, dominante Erscheinung: Und die hat den Plan, dem die beiden anderen zu folgen haben, denn es geht um Diamanten im Wert von 200 Millionen Dollar...was natürlich nicht so ganz klappt, wie der Verlauf des Films zeigen wird. Es kommt zu Schlägereien, Schiessereien, Explosionen, Showdowns, Catfights, Intrigen, Agenten-Kappes, und, und, und.

Und damit fangen auch einige inszenatorische Probleme an. Zum einen bewegt sich die Haupthandlung von Anfang an keinen Meter weg vom Ausgangsetting (Wüstenhütte), Langeweile droht - und die Nebenhandlungsstränge, die nach und nach die Situation des Hauptstranges aufschlüsseln sollen, sind derart mit Storyelementen überladen, dass der Film nicht selten droht, unter dieser Last zusammenzubrechen. Hier wäre weniger mehr gewesen.
Style over Substance hätte es in diesem Fall sein sollen, aber obwohl sehr stylisch, in seiner Umsetzung teilweise an eine preiswerte Variante von bildtechnisch veränderten Versatzstücken von "Sin City" und "The Spirit" erinnerden Flashbacks, werden eben diese mit Tonnen von Information vollgepackt, die manchmal schon den Blick aufs wesentliche verschleiern - nämlich den Brüsten.
Da werden unzählige, zugegebenermassen durchgeknallte Charaktere eingeführt, teilweise gespielt von einigen bekannten Gesichtern: Kevin Sorbo, Michael Hurst, Renee O`Connor und Lucy Lawless. Richtig: Bekannt aus Herkules und Xena. Und warum tummeln die sich da herum? Weil unser Regisseur aus der TV-Branche kommt, und damals bei einigen Folgen der genannten Serien Regie führte. Man kennt sich halt:-) Aber ich schweife etwas ab...die Masse an Charakteren nimmt Überhand. Die Hälfte weniger hätte es auch getan. Als Zuseher muss man während dieser Sequenzen aufmerksam zusehen, und eben nicht auf die entsprechend präsentierten Auslagen der holden Weiblichkeit achten. Doof nur, dass der geneigte Zuschauer nicht mit "unnützem Storyballast" gedängelt werden will, also zieht Jacobson zwischendurch den hormonellen Afterburner durch, und zeigt in feinster Slo-Mo-Videoclipästhetik ohne Sinn und Zweck wie sich beispielsweise unsere drei Protagonistinnen in der Wüste mit einem nicht enden wollenden Wasservorrat aus einem Eimer die Klamotten nassmachen, ohne das jemals nur ein Nippel ansatzweise durch den triefenden Stoff zu sehen ist. Und damit heisst es "Rohr krepiert". Im ganzen Film gibt es keine einzige nackte Brust. Bamm! Das war's. Es wird geteast, was das Zeug hält - teilweise mit vielen Fetischen gespielt (High Heels, Latex...) aber somit verfehlt "Bitch Slap" natürlich sein Hauptziel, nämlich einen moderne Russ-Meyer-Verfilmung zu sein, die klappt nur mit blankem Busen. Schade!

Na, wenigstens gibt es Action, die teilweise recht effektiv in Szene gesetzt wird. Für das Budget vollkommen in Ordnung.Die schauspielerische Lesitung reicht von unterirdisch bis grundsolide. Zum Glück befinden sich die drei Schauspielerinnen der Hauptfiguren in letztgenannter Kategorie und kommen vor allem sympathisch rüber. Da gibt es Bonuspunkte.

UPDATE: Die deutsche Blu-ray

Ein knackscharfes Bild, schöne Farben, gute Kontrastwerte. Da gibt es nichts zu meckern. Lediglich die budgetbedingt nichts so tollen CGI-Backgroundplates und -Effekte fallen etwas aus dem Rahmen, und sind gerade in Full-HD stetes als solche erkennbar. Das gehört aber zum Film, und man gewöhnt sich schnell an den rehct eigenen Look. Die deutsche Synchronisation (und das dazugehörige Drehbuch) ist erstaunlich gut geworden, und kann sich durchaus neben der Originalfassung hören lassen. Hier wurden mal nicht Die Hausmeistersöhne - und Töchter für ein paar Euro angeheuert, sondern Profis. Die Abmischung ist sehr solide und differnziert, Stimmen lassen sich gut verstehen, Explosionen und Ballereien: Gutes Ka-Wumm!

Besondere Erwähnung findet die Extra-Ausstattung. Bitch Slap kommt zusammen mit einer spielfilmlangen Doku über die Produktion, die sehr interessant daherkommt. Unbedingt anschauen. Hinzu kommen noch einige andere Features, wie Trailer und Deleted Scenes. Lobenswert von Splendid.

Die deutsche Version beinhaltet den "R-rated" Cut und ist demnach ungeschnitten (bis auf zwei kleine Tonzensuren auf der deutschen Spur, in denen es um Genickbrüche und den einhergehenden Knacken geht - aber das lässt sich wirklich verschmerzen).
Es gibt eine "Unrated" Version in den USA (nur auf DVD erhältlich), die allerdings ebenso vernachlässigbar ist. Auch hier keine "Nudity" oder mehr Gewalt, sondern ein paar storytechnische Beilagen.

Fazit: Trotz der teils verwirrenden, überladenen Story und keinerlei nackten Tatsachen ein solider Film, der von den optischen Vorzügen der drei Furien lebt und einige visuelle Spielereien und recht ansehnliche Action zu bieten hat. Kein Kultfilm, aber in dieser Form ziemlich einzigartig. Mit mehr nackter Haut und weniger Komplexität hätte man "die Latte durchaus höherlegen können" :-)

Vielleicht beim nächsten Mal. Soll ja angeblich eine Trilogie werden...

Bitch Slap ist aufjedenfall weit entfernt von dem üblichen Direct-to-Video-Mist, dafür ist er schon einmal viel zu edel in Szene gesetzt.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 3, 2010 10:26 PM MEST


Halo Legends (Steelbook) [Blu-ray]
Halo Legends (Steelbook) [Blu-ray]
DVD ~ O'Connor Frank

8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schöne Anthologie, 18. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Halo Legends (Steelbook) [Blu-ray] (Blu-ray)
Über die Spielereihe "Halo" braucht man nicht viele Worte zu verlieren: Ein recht simpel gestrickter Science-Fiction-Egoshooter, der sich von Version zu Version mit einigen sinnvollen spielerischen Neuerungen in den Action-Olymp und die Bestseller-Listen geballert hat. Interessant ist hierbei aber vor allem ein sehr komplex entworfenes Universum, etwas, was mit Sicherheit jeder Menge von Spielern ein wenig entgangen sein sollte, war es doch eher wichtig, sich in den Netzwerk-Multplayer-Partien auf Taktik und gezielten Treffern auf Covenant- und Flood-Gegnern zu konzentrieren.

Abhilfe schafft nun "Halo Legends", eine für den Heimvideomarkt in Auftrag gegebene zwei Stunden ausfüllende Anthologie, die in acht animierten Segmenten und dem enthaltenen Bonusmaterial versucht, das Halo-Universum aufzuschlüsseln. Dieses Unterfangen gelingt recht eindrucksvoll, denn so gut wie alle Episoden, geschaffen von rennomierten japanischen Animationsstudios wissen in technischer, sowie erzählerischer Hinsicht zu überzeugen. Die Action kommt selbstverständlich auch nicht zu kurz.
Ein, zwei Ausfälle (zum einen eine wirklich furchtbar missratene - komischerweise jedoch nicht von der Handlung her, durch den Fleischwolf eines fiesen Aquarell-Filters gedrehte Story von Studio I.G. und eine alberne, nah an Dragonball Z angelehnte Gaganreihung, die sicherlich lustig ist, aber nicht zum Grundton von Halo passen will) sind vorhanden, werden aber durch die Highlight-Episoden vom Anfang, den "Origins" - also Ursprüngen, sowie der letzten vollständig CGI-animierten Master Chief (DEN spielt man in den Spielen)-Fokus-Geschichte locker wettgemacht.
Die anderen Kurzgeschichten halten sich optisch (typischer Anime-Stil) und handlungstechnisch meist im oberen Drittel auf, behandeln verschiedenste für Halo vitale Themen, und, das ist das Wichtigste: Sie sind durchweg unterhaltsam.

Darüberhinaus bietet das umfangreiche Bonusmaterial einen tollen Überblick über das Halo-Universum, die Spiele (Blu-ray-exklusiv) und kurze Making-Of-Segmente der einzelnen Episoden. Auch ein informativer Audio-Kommentar der Produzenten ist vorhanden.

Das Bild der Blu-ray ist hervorragend geworden. Nur in seltesten Fällen kommt es mal zum schon fast üblichen Animations-Banding-Problem (unsaubere Farbverläufe), ansonsten ein glasklares und farbenfrohes detailiertes Bild, welches der DVD meilenweit überlegen ist. Der "nur" in Dolby Digital 5.1. vorliegende Ton (deutsch und englisch gehört) ist solide abgemischt, es knallt und rummst, Dialoge sind klar verständlich. Die deutsche Synchronisation ist sehr gelungen!

Die Disc kommt in einem sehr schön gestalteten Steel Book, kein Text auf der Rückseite, dafür ein feines Artwork. Auf dem Steelbook selbst ist kein FSK-Logo gedruckt - das gibt es aber auf der Klarplastikhülle, die um die eigentliche Verpackung geschoben wird - diese hat dann auch auf der Rückseite Textinformationen aufgedruckt.

Alles in allem eine tolle Scheibe im wunderbar designten Steelbook, vernünftigem Bonusmaterial und hervorragendem Mastering. Auch für Nicht-Halo-Spieler aufgrund der Hintergründe einen Blick wert.

Für meinen Geschmack besser als die vorherigen japanischen Anthologie-Projekte "Animatrix" und "Batman: Gotham Nights"


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