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Rezensionen verfasst von
Nils Pooker
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Moderne Webentwicklung: Geräteunabhängige Entwicklung -- Techniken und Trends in HTML5, CSS3 und JavaScript
Moderne Webentwicklung: Geräteunabhängige Entwicklung -- Techniken und Trends in HTML5, CSS3 und JavaScript
Preis: EUR 23,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kompaktes Kompendium zur Webentwicklung, 17. Mai 2014
Der gestandene Webentwickler Peter Gasston hat den Versuch unternommen, möglichst viele Aspekte moderner Webentwicklung in einem Buch mit gerade einmal 300 Seiten unterzubringen. Angesichts der zu erwartenden Abstriche ist ihm diese Aufgabe sehr gut gelungen. Während für den Einstieg in die Komplexität der Webentwicklung das Buch »Flexible Boxes« Peter Müller zu empfehlen ist, geht Gasston bei vielen Themen in die Tiefen und Untiefen konkreter Code-Beispiele, die eher für Profis oder zumindest für Leser mit guten Grundkenntnissen gedacht sind. Der Autor erwartet von seinen Lesern kein Fach-, aber ein Basiswissen zu HTML5, CSS3 und JavaScript - lapidar gesagt: man sollte zumindest schon einmal davon gehört oder gelesen haben.

Jedes Kapitel beginnt mit einer kurzen Einleitung, oft folgen dann nach ein paar Sätzen in den jeweiligen Abschnitt die ersten Code-Beispiele. Ein Querlesen ist also nicht zu empfehlen, als Leser sollte man dem Autor sehr genau folgen. Die auch in anderen Fachbüchern vorhandenen Zusammenfassung am Ende der Abschnitte halte ich für unnötige Platzverschwendung, Gasston schreibt prägnant genug. Leider wurde in den Literaturempfehlungen nur die vorhandenen Links, Blogs und Bücher übersetzt, hier wären gerade für die Nicht-Profis unter den Lesern auch deutschsprachige Quellen und Bücher sinnvoll und angemessen gewesen. Was bei anderen Büchern Abzüge in der B-Note rechtfertigt, fällt hier positiv auf: das Layout ist simpel und klar auf die Textinhalte fokussiert. Grafiken und Bilder habe ich nur etwa zwei Dutzend gezählt, mehr braucht es zu den Themen nicht, es geht ja nicht um Webdesign, sondern um Frontendentwicklung.

Der Schreibstil ist im Original typisch angelsächsisch und so wurde er auch übersetzt: gelegentlich etwas flapsig und blumig. Wer den zumeist trocken-sachlichen Stil deutschsprachiger Fachbuchautoren schätzt, kann trotzdem beruhigt sein - viel Platz hat der Autor bei insgesamt 308 Seiten nicht, einzelne Themen allzu prosaisch auszubreiten. Angenehm ist auch die Tatsache, dass Gasston oft Stellung bezieht und seine persönliche Auffassung zu einzelnen Techniken kommuniziert und seine individuellen Praxislösungen vorstellt.

Aktuelle Techniken zu responsiven Websites beschreibt Gasston nur am Rande, die rasanten Entwicklungen im Bereich der Hardware und die sich ständig ändernden Trends der Techniken responsiver Lösungen wären in einem gedruckten Buch auch kaum angemessen aufgehoben. Was das Buch so wertvoll macht, ist weniger der Gesamtumfang oder bis in kleinste Details ausdeklinierte Techniken, es ist vielmehr eine kompetente und alle wichtigen Aspekte aufgreifende Zusammenfassung des "state of the art" der Praxis.


Flexible Boxes: Eine Einführung in moderne Websites. Responsive Webdesign verstehen (Galileo Computing)
Flexible Boxes: Eine Einführung in moderne Websites. Responsive Webdesign verstehen (Galileo Computing)
von Peter Müller
  Broschiert

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für angehende Profis, 17. Mai 2014
Peter Müllers Buch richtet sich zwar nicht an gestandene Entwickler, dennoch sollte es als Pflichtlektüre dessen betrachtet werden, was man als gestandener Webdesigner und -entwickler wissen sollte.

Peter Müller ist seit seinem Bestseller »Little Boxes« bekannt für seinen unterhaltsamen und kurzweiligen Schreibstil, sein Buch Flexible Boxes macht keine Ausnahme. Der Titel könnte zwar nahelegen, hier handele es sich um eine Einführung zum Thema Responsive Webdesign, inhaltlich umfasst es jedoch weit mehr. Als Leser erfährt man angenehm zusammengefasst die Grundlagen zu HTML5, CSS3 und Responsive Webdesign. Innerhalb dieser Bereiche werden diejenigen Aspekte näher erläutert, die für die Praxis moderner Webentwicklung wichtig sind, beispielsweise Grid-Systeme, CSS-Frameworks, der Einsatz von Media Querys, Gestaltung von Formularen und die Einbindung von Webfonts.

Allein diese zusammenfassende Darstellung in Verbindung mit der bewährt hohen Schreibqualität von Peter Müller macht das Buch zu einer sinnvollen Ergänzung der Standardwerke zum Webdesign, denn als Webentwickler oder -designer können wir nicht alles wissen und sind auch nicht in allen Bereichen gleich kompetent. As beruhigende Gewissheit zitiert Müller deshalb schon im Vorwort Jeffrey Way: »You'll never graduate«. Auch Flexible Boxes verhilft nicht zu einem Doktortitel im Webdesign, das Grundstudium ist damit aber vollständig abgedeckt.


Falsche Bilder Echtes Geld: Der Fälschercoup des Jahrhunderts - und wer alles daran verdiente
Falsche Bilder Echtes Geld: Der Fälschercoup des Jahrhunderts - und wer alles daran verdiente
von Stefan Koldehoff
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Legende vom Skandal, 3. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Stefan Koldehoff und Tobias Timm erzählen in ihrem Buch nicht nur die Geschichte des Fälschungsskandals um Wolfgang Beltracchi und seiner Entourage, sie nehmen jeden Faden auf, der fein gestrickt bis in die kleinsten Maschen des Kunsthandels reicht, sie beleuchten die Praxis gängiger Expertisenbeschaffung und dokumentieren detailliert die Mängel und Fehler einer Branche, die im Jahr 2012 international 43 Milliarden Euro umgesetzt hat. Vor allem belegen sie die Tatsache, dass ein Kunstwerk im Moment ihrer Merkantilisierung zu einer austauschbaren Ware innerhalb eines Marktes wird, der nur den Gesetzen von Angebot, Nachfrage und Wertschöpfung gehorcht.

Der Fall ist hervorragend recherchiert, allein das ist im Zeitalter von copy-paste und dem Trend leicht verdaulicher Informationsbrocken keine Selbstverständlichkeit. Dass am Ende ein paar Redundanzen und sprachliche Feinheiten auf der Strecke bleiben, ist zu verschmerzen, zumal das Buch in kürzester Zeit nach dem ungewöhnlich schnellen und zumindest merkwürdig erscheinenden Ende des Prozesses geschrieben wurde. Es bleibt auch die Frage, ob die Dokumentation eines millionenschweren Betrugs durch einen schönen Schreibstil an Relevanz gewinnt. Abzüge in der B-Note sind wohl auch der Arbeit in einem Autorenteam geschuldet.

Dieser Betrugsfall ist weder der erste noch der letzte Fall von Kunstfälschung. Lediglich die Tatsache, dass er sich über Jahrzehnte hinzog, prominente Experten involviert waren und einen Gesamtschaden in zweistelliger Millionenhöhe verursachte, führte zu Meldungen in der “Tagesschau” und wohl auch zu diesem Buch. Klar ist nur: nach dem Fälschungsskandal ist vor dem Fälschungsskandal.

Man kann den Fall Beltracchi und andere Fälscherskandale auf die Formel bringen, dass die Liebe zur Kunst, die Geldgier, die Eitelkeit und die Jagd nach unbekannten Schätzen Zutaten für einen Cocktail sind, der alle Beteiligten blind zu machen scheint. Da ist die Gier des Maklers, der an den Verkäufen beteiligt ist und Sammler, Museumsleiter und Experten an die Werke heranführt. Zumindest indirekt beteiligt sind auch angesehenen Experten, die, getrieben von Erfolg, Eitelkeit, Selbstüberschätzung und dem Kick, vermeintlich unbekannte Meisterwerke entdeckt zu haben, auf mittelmäßige Fälschungen hereinfallen. Fehlbar ebenso die Nachkommen von Künstlern, die nur auf Grund ihrer Nachkommenschaft glauben, aussagekräftige Expertisen ausstellen zu können. Leitende Angestellte, die, wenn nicht aus Geldgier, dann aus Gründen des Ruhms versuchen, Werke in Sammlungen oder Museen zu bringen, obwohl die Quellen bereits als zweifelhaft betrachtet werden. Auktionshäuser, die mit Blick auf üppige Aufschläge und die Aussicht auf das Renommee vermeintliche Meisterwerke ohne weitere Prüfung unter den Hammer bringen – wohl wissend, dass nach der möglichen Aufdeckung eines Betrugs die Mühlen der Gesetze dank internationaler Verflechtungen, die Furcht der Betrogenen vor Öffentlichkeit und der Tüchtigkeit der eigenen Rechtsanwälte noch etwas langsamer laufen als ohnehin schon.

Koldehoff und Timm formulieren anschließend einen möglichen Kodex für den zukünftigen Kunstmarkt. Betrachtet man sich die Geschichte der Kunstfälschungen, wird das wohl leider nur ein gut gemeinter Vorschlag bleiben, wie die falschen Rothkos in den USA und die falschen Jawlenskys aus vermeintlich russischem Besitz gezeigt haben. Das Buch schließt am Ende mit der sogenannten “Andorra-Liste” mit 47 Werken, die Beltracchi gekauft haben will, viele bis heute ohne klare Identifizierung und Provenienz, jedoch nicht zwingend Fälschungen sein müssen.

Das einzige Manko, dass jedoch keinen Sternabzug rechtfertigen würde, ist eine fehlende Literaturliste sowie der Verzicht auf wichtige Fußnoten und Quellenangaben.

“Flasche Bilder – Echtes Geld” bietet für jeden kunstinteressierten Leser eine hochinteressante Lektüre. Sammler und Galeristen, Kunstverantwortliche, Restauratoren und Kuratoren sollten das Buch dagegen als unverzichtbare Pflichtlektüre betrachten.


Ende der Märchenstunde: Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt
Ende der Märchenstunde: Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt
von Kathrin Hartmann
  Broschiert
Preis: EUR 16,95

14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schöne neue Welt?, 31. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nach der Lektüre dieses überaus wichtigen Buches wird einem bewusst, dass alle Bilder, die man mit Umweltzerstörung oder Ausbeutung von Menschen und Ressourcen in Verbindung bringt, falsch sind. Wir leben nicht in einer mit düsteren Farben dargestellte Gesellschaft in Anarchie, die zu Nahrungsmitteln recycelte Tote in Form von "Soylent Green" essen, wir erleben auch keinen Emmerichschen Klimakollaps, der die bekannte Welt innerhalb weniger Tage zusammenbrechen lässt.

Kathrin Hartmanns umfassend recherchiertes Buch (430 Quellenverweise) besitzt schon fast einen belletristischen Spannungsbogen, an deren Ende die Gewissheit steht, dass sich die Probleme nur subtil offenbaren, nämlich als direkte Folge der als selbstverständlich angesehenen Grundlage unserer westlichen Lebensweise und den Mechanismen eines globalen Marktes. Die bitteren Wahrheiten bleiben hinter einem Narzissmus unentdeckt, der stylisch, grün, gutbürgerlich und politisch neutral daherkommt.

Die Lohas, von Hartmann erfrischend sarkastisch aufs Korn genommen, bilden im Buch übrigens nur ein gut durchorganisiertes Paradebeispiel für diesen Narzissmus. Auch der Begriff Lifestyle-Ökos kommuniziert die Inhalte der entsprechenden Kapitel auch nicht genau. Der Untertitel erscheint mir eher verwirrend und suboptimal.

Einige Rezensenten haben Hartmanns fehlende Lösung der drängenden Probleme kritisiert, ich empfinde das bei diesem Buch gerade als positiv. Es passt vermutlich nur nicht in eine Zeit, in der man zu jedem Problemthema und erst recht in einem Buch mit vermeintlich fröhlichem Buchumschlag das ultimative Patentrezept und bequeme Instant-Lösungen erwartet. Angesichts der Inhalte kann es nämlich diese ultimative Lösung nicht geben, jedenfalls nicht, ohne das Geflecht der globalen Marktmechanismen in Frage zustellen, in dessen Fäden wir uns alle befinden und auch bei individuell völlig veränderter Lebensführung nicht daraus befreien können. Und was für uns Westler gilt, gilt in umgekehrtem Fall auch für diejenigen, die irgendwo auf der Welt die Produkte unseres Konsums herstellen.

Ob und wie viele dieser Produkte schließlich mit oder ohne einem Fairtrade- oder Biosiegel in den Regalen stehen, ist nämlich ebenfalls der Logik des globalen Marktes aus Angebot, Nachfrage und Imagewerbung der Konzerne geschuldet. Jeder Händler weiß, dass das Geld im Einkauf verdient wird. Dass dieses Gesetz nicht nur für den konventionellen Handel gilt, sondern ebenso für den Markt für fair gehandelte Ware oder Bioprodukte, demonstriert Kathrin Hartmann eindringlich anhand konkreter Zahlen und Fakten. Fair ist selten Bio, Bio ist noch lange nicht fair und beide Trends spielen nur eine marginale Rolle im Handel.

Selbst für den auf den ersten Blick hinrissigen Wunsch nach Erdbeeren im Februar weiß Hartmann zu differenzieren. Würden die Früchte aus Spanien nicht nachgefragt werden, entstünden womöglich große Hotelkomplexe, und selbst die Naturschützer warnen angesichts der hohen Arbeitslosigkeit im Lande davor. Andererseits ist es die Schnäppchenmentalität der deutschen Verbraucher als wichtigsten Handelspartner, die Bioqualität und damit höhere Preise nicht zulassen.

Das Fazit der Lektüre ist also ernüchternd, aber gerade deshalb relevant: der Glaube, nicht nur sich selbst, sondern auch der Welt etwas gutes zu tun, nur weil man im Bioladen einkauft, Manufactum-Produkte bestellt und einmal aufs Fleisch verzichtet oder gelegentlich den SUV zugunsten des Fahrrads stehenlässt, ist ein Irrglaube. Was für den Einzelnen wichtig und relevant ist, ändert nichts am System einer egozentrischen Erlebnisgesellschaft, das die Probleme verursacht.

Hartmann fordert am Ende deshalb politisches Engagement der Interessengruppen, die mehr erwartet als das naive Bild eines Kapitalismus mit nachhaltigem Anstrich.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 20, 2014 6:18 PM CET


Programmer's Choice: Einführung in XHTML, CSS und Webdesign: Standardkonforme, moderne und barrierefreie Websites erstellen
Programmer's Choice: Einführung in XHTML, CSS und Webdesign: Standardkonforme, moderne und barrierefreie Websites erstellen
von Michael Jendryschik
  Gebundene Ausgabe

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anspruchsvoller Einstieg in die Praxis, 13. Januar 2010
Vorab: als Webdesigner erhielt ich die zweite Auflage von Michael Jendryschiks Buch als Rezensionsexemplar. Ich habe den Autor auch einmal persönlich kennengelernt.

Das Buch richtet sich an diejenigen, die sich mit der standardkonformen Erstellung moderner Webseiten intensiv befassen wollen. Ob man den Begriff "Einführung" bei der zweiten Auflage vielleicht besser in den Untertitel gepackt hätte, darüber lässt sich angesichts einiger Kommentare vielleicht streiten. Als die erste Auflage Ende 2006 und nach mehrjährigen Veröffentlichung auf der Webseite des Autors erschien, gab es kein vergleichbares Werk mit einer derart praxisnahen und direkten Ausrichtung an ambitionierte Einsteiger im professionellen Webdesign. Erst 2007 erschien Peter Müllers fulminantes Werk "Little Boxes" (mittlerweile in drei Teilen) im Fachbuchhandel, 2008 folgte mit "Webseiten für Einsteiger" von Daniel Mies ein weiteres Buch für Anfänger.

"Blutige" Anfänger ohne jegliche Vorkenntnisse in HTML und CSS sollten eher mit Peter Müllers Büchern beginnen. Wer aber tiefer in die Zusammenhänge und die komplexe Materie modernen Webseitenerstellung eindringen will, kommt um das Buch von Michael Jendryschik nicht herum. Leser erhalten einen umfassenden und sehr kompetenten Überblick zu allen Aspekten der Webentwicklung. Das Buch ist dabei nicht als Nachschlagewerk konzipiert; einzelne Kapitelteile sollten die Leser nur überspringen, wenn die Inhalte klar und bekannt sind.

Der thematische Schwerpunkt liegt eindeutig auf der technischen Erstellung einer Webseite. Konsequent beginnt der Autor mit den Grundlagen und der historischen Entwicklung der verwendeten Sprachen. Wenn solche historischen Abrisse auch in jedem IT-Buch wiedergefunden werden, Jendryschik präsentiert einen kompakten, gut recherchierten und interessant zu lesenden Überblick der erfolgreichen und erfolglosen Ansätze verschiedener Auszeichnungssprachen. Völlig korrekt behandelt der Autor auch wichtige Themen wie Webstandards, Barrierefreiheit, Typografie, Hilfsmittel oder Editoren in den Grundlagen. Der größte Teil des Buches ist dem Schreiben von Webseiten gewidmet, also der Theorie und Praxis von (X)HTML und CSS. Der Autor beschränkt sich dabei nicht auf die trockene Darstellung von Markup und CSS-Regeln, er klärt kompetent über althergebrachte Mythen auf und gibt wertvolle Tipps, wann, wo und ob bestimmte CSS-Selektoren sinnvoll eingesetzt werden können.

Die Beispielwebseite "Kochbar" gibt dem Leser die Möglichkeit, das erlangte Wissen praxisnah in einem kleinen Lernprojekt umzusetzen. Konsequent ist die klare Abgrenzung zu den reinen Webdesign-Büchern: Die professionell gestaltetete Vorlage stammt von der bekannten Designerin und Fachbuchautorin Manuela Hoffmann, Jendryschik konzentriert sich in seinem Buch auf die praktische Umsetzung mittels (X)HTML und CSS. Der Autor war gut beraten, diesen Teil nun als eigenständiges Kapitel zu bringen. In der ersten Auflage führte der Projektablauf durch alle Kapitel doch zu einigen Inkonsistenzen, auffallend war dies besonders im CSS-Teil.

Das Buch schlägt eine Brücke zwischen den reinen Anfängerbüchern und den speziellen Werken für Fortgeschrittene und Profis. Ich kann es jedem ernsthaft interessierten Einsteiger empfehlen, der neben den Grundlagen der Webentwicklung vor allem die Tiefen und Untiefen in der praktischen Anwendung von (X)HTML und CSS besser verstehen möchte.


Sexy Webdesign: Wie man mit guten Konzepten tolle Websites gestaltet
Sexy Webdesign: Wie man mit guten Konzepten tolle Websites gestaltet
von Elliot Jay Stocks
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 33,00

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie entsteht Webdesign?, 9. Oktober 2009
Es gibt mittlerweile zahlreiche Bücher über gutes und gelungenes Webdesign. Entsprechend hoch und differenziert sind auch die Erwartungen an ein neues Werk. Hier liegt das Problem vieler Webdesign-Bücher: das Thema ist derart komplex, dass man ohne weiteres 1000 Seiten füllen könnte. Elliot Jay Stocks' Buch verzichtet auf Codeschnipsel, neue CSS-Tricks und raffinierte Scriptsammlungen. Und das ist gut so. Auf den 150 Seiten erhält man Einblicke in die grundsätzliche Arbeits- und Sichtweisen des Autors. Dieser Ansatz ist pragmatisch und lenkt den Fokus auf die Vorgehensweisen zur Erstellung eines "sexy" Designs.

Der typisch angelsächsische Schreibstil bleibt im Original locker, wirkt aber wie so oft in der deutschen Übersetzung leider etwas flapsig ' ein Sprachproblem, das sich kaum lösen lässt. Anhand eines Beispielprojektes wird der typische Workflow präsentiert. Viele Aspekte des Webdesigns streift der Autor dabei nur kurz, an einigen Stellen wünscht man sich mehr Tiefe und ein paar mehr Details. Trotzdem ist das Buch erfrischend anders und nie langweilig zu lesen. Immerhin gibt er dem Leser reichlich Tipps und Tools an die Hand.

Ein Lehrbuch oder gar eine Schritt-für-Schritt-Anleitung in der Praxis des Codierens und Gestaltens darf man nicht erwarten, aber das ist auch nicht der Anspruch von Elliot Jay Stocks. Das Buch ist eher seine persönliche Darstellung, wie ein Design entsteht - ein empfehlenswertes Grundlagenwerk zur Inspiration, dass trotz des happigen Preises einen Platz neben dem Standardwerk "Modernes Webdesign" von Manuela Hoffmann und "Transcending CSS" von Andy Clark verdient hat.


Modernes Webdesign: Gestaltungsprinzipien, Webstandards, Praxis (Galileo Design)
Modernes Webdesign: Gestaltungsprinzipien, Webstandards, Praxis (Galileo Design)
von Manuela Hoffmann
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Standardwerk zu modernem Webdesign, 26. Mai 2009
Wer die zahlreichen Aktivitäten von Manuela Hoffmann verfolgt, wird angesichts der schier grenzenlosen Schaffenskraft erstaunt sein, wie die Berliner Autorin es neben Arbeit, Moleskine-Zeichnungen, anspruchsvollen Fotos, Blogbeiträgen und Twitter-Meldungen überhaupt geschafft hat, ein so anspruchsvolles Fachbuch zu schreiben.

Das durchgehend vierfarbige Werk gliedert sich in die drei Teile Design, Technik und Praxis und richtet sich nicht nur an ernsthaft interessierte Anfänger, auch für fortgeschrittene Webdesigner gibt es noch genug zu entdecken. Die Autorin verliert sich nie in praxisferne Theorien zum Thema Webdesign. Selbst abstrakte Gestaltungsregeln wie Figur-Grund-Beziehungen oder die Verwendung von Gestaltungsrastern werden immer mit konkreten Beispielen erläutert und aufwendig illustriert. Überhaupt lebt das Buch sehr stark von der guten optischen Aufmachung und der reichen Bebilderung. Zu allen Themenbereichen hat die Autorin neben passenden Screenshots vor allem eigene Grafiken und Illustrationen eingebracht, die dem Buch eine angenehm persönliche Note verleihen - das ist im IT-Büchermarkt selten und schon etwas besonderes.

Während die ersten beiden Teile vom allgemeinen Gebrauch geltender Webstandards bis zu raffinierten CSS-Praxistipps reichen und voll überzeugen können, ist der dritte Teil mit der Umsetzung einer fiktiven Schokoladen- und Pralinés-Site mittels Wordpress doch sehr speziell. Hier wäre innerhalb des interessanten Workflows vielleicht eine klare Trennung der professionellen Gestaltung von den technischen Details der CMS-Umsetzung besser gewesen, zumal Wordpress trotz einer großen Verbreitung nicht von allen Webentwicklern als CMS-Alternative geliebt wird.

Was das Buch nicht erfüllen kann - und vermutlich auch nie erfüllen wollte - ist der Anspruch eines kompletten Lehrbuchs zu allen Gebieten des Webdesigns, dazu ist die Themenvielfalt rund um das Medium Web auch viel zu komplex. Manuela Hoffmann hat eben kein trockenes Kompendium zu (X)HTML, CSS, PHP und Javascript geschrieben, sondern ein Standardwerk zu modernem Webdesign. Und als solches ist das Buch unbedingt und uneingeschränkt empfehlenswert.


Digitalisieren von Dias und Negativen
Digitalisieren von Dias und Negativen
von Sascha Steinhoff
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 42,00

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht nur für echte Analogfoto-Fans, 22. Mai 2009
"Digital kommt immer erst hinterher." Dieser frei zitierte Ausspruch von Starfotograf Jim Rakete zeigt, dass analoge Fotografie noch immer lebendig ist. Kodak hat erst 2008 mit dem extrem feinkörnigen Film 'Ektar' wieder einen neuen Kleinbild- und Mittelformat auf den Markt gebracht, ohnehin ist die Auswahl an hochwertigem Filmmaterial heute größer denn je.

Die klassische Dunkelkammerarbeit für SW-Abzüge ist noch vergleichsweise kostengünstig und mit überschaubarem Aufwand realisierbar. Für Kleinbild-Farbnegative und -Dias ist dagegen die so genannte Hybridverarbeitung eine interessante Alternative. Man lässt im Fachbetrieb oder Großlabor entwickeln und scannt anschließend das analoge Filmmaterial ein. Was aber auf den ersten Blick einfach erscheint, entpuppt sich in der Praxis schnell als Scan-Odyssee auf der Such nach dem perfekten Ergebnis.

Genau hier leistet das Buch von Sascha Steinhoff unschätzbare Hilfe. Die Beispiele beschränken sich zwar vorwiegend auf professionelle Nikon-Scanner und das Kleinbildformat, trotzdem lohnt sich die Anschaffung des nicht ganz billigen Buches, da es mit guten und aussagekräftigen Abbildungen ebenso überzeugt wie mit einem gut lesbaren und vor allem sehr gut recherchiertem Text. Steinhoff erläutert anhand konkreter Beispiele die Grundlagen von Negativ, Dia oder Scantechnik und er präsentiert neben den drei Scanprogrammen VueScan, Nikon Scan und Silverfast auch die Vor- und Nachteile im direkten Vergleich.

Das Buch ist eine ideale Grundlage für alle Amateure, Hobbyfotografen oder Entdecker alter analoger Familienschätze, die wirklich alles aus dem vorhandenen Kleinbildmaterial herausholen wollen.


Gelungenes Webdesign. Eine praktische Einführung in die Prinzipien der Webseitengestaltung
Gelungenes Webdesign. Eine praktische Einführung in die Prinzipien der Webseitengestaltung
von Jason Beaird
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Webdesign-Einführung mit kleinen Schönheitsfehlern, 22. Mai 2009
Es gibt zwar zahlreiche Bücher zum Thema Webdesign, Einführungen als Praxisleitfaden für Webdesign sind jedoch selten. Meistens sind Webdesign-Bücher entweder gelungene Präsentationen schöner Websites oder umfangreiche Praxisbücher zu speziellen Tools. Jason Beaird versucht mit seinem Buch, pragmatische Ansätze für angehende Webdesigner zu zeigen. Das ist ihm weitgehend gelungen, leider trübt der für direkte Übersetzungen meist ungeeignete US-amerikanische Schreibstilden Lesefluss. Gewöhnungsbedürftig und für hiesige Kunden eher unbrauchbar sind dementsprechend auch einige Webdesign-Beispiele.

Wer modernes Webdesign auch von der technischen Seite her lernen möchte, ist mit diesem Buch eher schlecht beraten. HTML und CSS streift Beaird nur am Rande, und wo er das tut, ist es leider nicht immer ganz richtig. Ein Beispiel: das Element ist semantisch für Zitate vorgesehen. Beaird empfiehlt es aber nur als Möglichkeit, Texte einzuschieben und dadurch gestalterisch hervorzuheben, die einfache Ergänzung spezieller CSS-Klassen erwähnt er dabei nicht ' solche fachlichen Fehlgriffe sind unnötig und ärgerlich.

Das durchgängig vierfarbige Buch ist insgesamt dennoch eine gute Einführung für die Zielgruppe der Webdesign-Novizen, allerdings nur als ergänzende Lektüre. Der Autor stellt die wichtigsten Tools vor, ohne sich in zu vielen Details zu verlieren, ergibt interessante Hinweise zu Gestaltungs und Designfragen, Tipps für die Farbwahl und erläutert die Grundlagen der Webtypografie ' orientiert an den individuellen Anforderungen konkreter Web-Projekte. An das Grundlagenwerk "Modernes Webdesign" von Manuela Hoffmann kann es freilich nicht heranreichen.


Das Google-Copy-Paste-Syndrom (TELEPOLIS): Wie Netzplagiate Ausbildung und Wissen gefährden
Das Google-Copy-Paste-Syndrom (TELEPOLIS): Wie Netzplagiate Ausbildung und Wissen gefährden
von Stefan Weber
  Broschiert
Preis: EUR 16,00

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fundierte Kritik am Mediengebrauch, 15. Januar 2009
Stefan Weber ist dadurch bekannt geworden, dass seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen durch Dritte plagiiert wurden und er dieses Erlebnis als Anlass nahm, vehement gegen Plagiate jeglicher Art im und aus dem Web zu Felde zieht. Webers Ansatz geht weit über die berechtigte Kritik an der Methodik moderner Netzpiraten hinaus.

Das Buch räumt auf mit dem Mythos der unschuldigen und wertneutralen "Medien an sich". Google und Wikipedia fördern geradezu die "get-all-for-nothing"-Mentalität und ist längst zu einer bequemen Strategie wissenschaftlicher Karrieren geworden. Weber weiß, worüber er schreibt. Seine Kompetenz in der Medien- und Kommunikationswissenschaft ist unbestritten und er ist auch kein Feind von digitalen Kommunikationsmitteln per se. Der Autor fokussiert den Leser auch auf en zweiflhaften Wahrheitsgeeiner Datenmaschinerie, die nie verifiziert wird, sondern nur selbstrefenziert im Kreis verläuft. Das Buch ist interessant geschrieben, erstklassig recherchiert und umfassend dokumentiert.

Leider - und das ist die einzig relevante Schwäche des Buches - wird an einigen Stellen doch der verletzte Stolz des Autors offensichtlich. Gerade diese emotionalen und damit unsachlichen Episoden machen den Autoren angreifbar für unsachliche Kritik. Und ob sich Google und Wikipedia tatsächlich nachhaltig zerstörerisch auf die gesellschaftlich-kulturellen Fundamente des Lernens, der wissenschaftlichen Recherche und den Journalismus auswirken, bleibt zumindest diskussionswürdig, hier hat Weber seinen Adorno vielleicht doch etwas zu oft gelesen.

Trotz dieser Kritikpunkte und einiger Zähflüssigkeiten im Lesefluss kann man dieses Buch uneingeschränkt nicht nur allen empfehlen, die mit und in diesen Medien arbeiten, sondern auch diejenigen, die durch Datenmissbrauch und Netzplagiate direkt (Autoren) und indirekt (Professoren, Lehrer, Vorgesetzte) betroffen sein könnten.


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