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Rezensionen verfasst von
Sodastra (Wolfsburg)

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Mittelerde: Mordors Schatten - [PlayStation 4]
Mittelerde: Mordors Schatten - [PlayStation 4]
Preis: EUR 32,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nemesis-Sandbox, 4. Oktober 2014
Es ist grundsätzlich nichts Schlechtes, auf dem festgefahrenen Spielemarkt Weiterentwicklungen und Neuerungen zu präsentieren. Leider aber läuft das in letzter Zeit meistens darauf hinaus, das einem bereits bekannten Spielprinzip lediglich ein zwar gut ausgearbeiteter, aber dennoch nicht essenziell wichtiger Nebenaspekt hinzugefügt wird. So auch bei Schatten von Mordor.

Mordors Schatten ist im Prinzip nichts weiter als ein Open-World Spiel mit den bekannten Elementen: Eine Handvoll Hauptquests, die zumindest versuchen, einen roten Faden für den Spielfortschritt zu liefern. Dazu Nebenquests und einige spezielle Events, um für Abwechslung zu sorgen. Die Spielwelt selbst hat neben der Sandbox und seinen Gegnern noch ein paar Collectibles zu bieten - und das wars. Um für Spielmotivation zu sorgen, gibt es als Indikator des Spielfortschritts zudem noch eine Portion Rollenspiel, indem nach und nach Spiel- und Steuerungsmechaniken verändert und hinzugefügt werden sowie als Ersatz für ein aufwändiges Itemsystem Runen, welche einige Werte und das Ressourcenmanagement des Spielers verändern.

Im Prinzip hat man im Bereich der Story nicht einmal schlechte Arbeit abgeliefert. Das Setting Mordor ist insofern eine gute Idee, als dass Tolkien diesen Teil am wenigsten ausgearbeitet hat, was eigene Interpretationen erlaubt. Im Rahmen der Collectibles wird zudem Bezug genommen auf alle Zeitalter und damit größere Teile von Tolkiens Geschichten, als dies irgendein anderes Spiel je gemacht hätte. Auch die Storyquests selbst mit ihren Sequenzen wissen zu überzeugen, die Vertonung aller Inhalte ist erstklassig. Handwerklich hervorragend gemacht, verbleibt die Spielimmersion und Geschichte aber leider dennoch auf sehr flachem Niveau.

Das einzige "revolutionäre" Element in Mordor ist das Nemesis-System. Die Gegner kämpfen im Rahmen von Nebenquests sowohl untereinander als auch gegen den Spieler; Aktionen des Spielers haben auf die Ränge der Orks Auswirkung. Dies gilt insbesondere im Fall des Spielertodes; der dafür verantwortliche Gegner steigt im Rang auf und versucht seinerseits den nächsthöheren Ork zu töten oder erinnert sich beim nächsten Zusammentreffen alternativ an die schmähliche Niederlage des Spielers. Um diesen Aspekt möglichst häufig demonstrieren zu können, hat man den Schwierigkeitsgrad insbesondere am Anfang sehr hoch angesetzt, was häufig zu Frust führt. Das Nemesis-System ist ansonsten hervorragend ausgearbeitet, etwas wirklich Neues und motiviert durchaus zum Weiterspielen. Nur: Das alleine ist einfach zu wenig. Im Gegenzug gibt es in Mordor vieles andere nämlich nicht: Die Story ist relativ schwach, es gibt keine NPCs, abseits von Quest-Videosequenzen nur ein paar Kommentare vom Geist des Spielers. Die Runen sind nur ein schwacher Ersatz für ein vollwertiges Itemsystem und machen das Jagen normaler Orks abseits von Erfahrungspunkten völlig bedeutungslos. Und kaum ein Spieler hat ein Interesse daran, häufig zu sterben, nur um die Wirkungsweise des Nemesis-Systems zu demonstrieren.

Worin Mordor brilliert ist abseits des Nemesis-Systems die charakterliche Ausgestaltung der Orks über Sprachkommentare und das Kampfsystem samt diverser Unterstützungsmöglichkeiten in der Umgebung. Auch das Skillsystem weiß zu überzeugen und ermöglicht sowohl die Anpassung an den eigenen Spielstil als auch die konsequente Weiterentwicklung bestehender Spielmechanismen, so dass dieser Teil durchaus zu motivieren weiß. Gleichwohl gibt es keine Möglichkeit, sich grundsätzlich zwischen Nahkampf, Fernkampf und Schleichen zu entscheiden; es sind grundsätzlich alle Aspekte notwendig, da die Gegner gegen ein oder zwei Kampfarten in der Regel immun sind.

Daraus folgt jedoch leider, dass der Kern von Mordor der Kampf ist, während die meisten Basics eines guten Spieles vernachlässigt wurden. Und damit ist Mordor leider kein herausragendes Spiel. Diesen Mix haben andere Open-World Spiele wie z.B. Saboteur weit besser hinbekommen. Denn letztlich wird jede Open World repetitiv und einsilbig, umso schneller wenn es ausser dieser nicht viel zu bieten hat. Mordor hat daher bei mir vor allem eines bewirkt: Den Wunsch, "Krieg im Norden" auf der alten Konsolengeneration trotz aller technischer Minderwertigkeit und fehlender Innovationen doch endlich mal durchzuspielen.


Destiny - Standard Edition - [PlayStation 4]
Destiny - Standard Edition - [PlayStation 4]
Wird angeboten von Game-Point-Baetz e.K.
Preis: EUR 36,99

63 von 81 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Licht und Schatten, 10. September 2014
Die hier bisweilen geäußerte Kritik ist durchaus verständlich, denn Destiny hat das Potenzial, die Spielergemeinde zu spalten.

Im Prinzip handelt es sich bei Destiny um einen weiteren Ableger der in letzter Zeit häufiger erscheinenden Shooter, die neben den seit Jahren bekannten kompetitiven Modi auch kooperative Matches beinhalten. Anders als die Konkurrenz allerdings (noch) nicht mit Ingame-Bezahlshop. Zudem bedient sich Destiny bei anderen Sparten - ein wenig Rollenspiel, eine gute Portion Itemhatz. Das Science-Fiction Setting bringt frischen Wind in die angestaubte COD/Battlefield-Welt und Bungie gelingt es durchaus, das ganze episch zu inszenieren.

Mehr als das ist es aber leider auch nicht. Das macht Destiny nicht zu einem schlechten Spiel, aber den grandiosen Überflieger vermag ich einfach nicht zu erkennen. Dafür fehlt es an spielerischer Tiefe, tiefgründiger Atmosphäre und wirklich neuen Elementen. Ein Lob verdient Bungie aber für die handwerklich sehr solide Umsetzung und den fast unproblematischen Launch, das bekommt heute kaum noch jemand hin.

Kritikpunkte:

- Es gibt pro Planet eigentlich nur eine große Map; die Missionen sind in begrenzten Gebieten davon angesiedelt. Bereits in der ersten Mission wird man per Warnhinweis gebeten, ins Missionsgebiet zurückzugehen. Das Nichtbefolgen dieser Warnhinweise führt zum Tod. Schwach.
- Die Klassen unterscheiden sich nur unwesentlich voneinander. Neben reinen Statuswerten sind dies vorallem Granaten, Nahkampfangriff und die Superfähigkeit. Letztere ist die einzige, die nennenswert unterschiedlich ist, was aber nicht verhindern kann, dass ein taktisches Spiel schlichtweg nicht existiert.
- Beute ist nur sporadisch anzutreffen, der Großteil der Ausrüstung kommt aus Questbelohnungen und vor allem von Händlern. Für diese muss jedoch in nicht geringem Umfang gefarmt/gegrindet werden. Zu viel für meinen Geschmack.
- Für ein MMO gibt es zu wenig Interaktion zwischen Spielern. In der offenen Welt trifft man andere Spieler nur außerhalb der Questzonen, im Turm (interaktive Lobby) gibt es nicht mal einen Chat.
- Die Story ist belanglos, ausgearbeitete Charaktere existieren so gut wie gar nicht. Der eigene Charakter ist dermassen gesichtslos, dass man ihm nicht mal einen Namen geben kann.

Da wäre insbesondere bei diesem Budget deutlich mehr drin gewesen. Es gibt auch im Science-Fiction Setting Marken, die deutlich mehr Story&Charaktere aufweisen (Mass Effect) ebenso wie Fokus auf kooperative Itemhatz (Borderlands) und kompetitiven Hickhack sowieso (CoD, Battlefield). Destiny versucht alle Kunden zu bedienen, köchelt aber auf sehr schwacher Flamme. Obschon sich noch erweisen muss, zu was sich Destiny im Laufe der Jahre und AddOns entwickelt, habe ich dennoch meine Zweifel, dass ein Farmkonzept mit dieser Oberflächlichkeit die Spieler allzu lange bei der Stange hält.

Schade.
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 18, 2014 2:34 PM MEST


Star Wars: The Force Unleashed 2 - [Xbox 360]
Star Wars: The Force Unleashed 2 - [Xbox 360]
Wird angeboten von games.empire
Preis: EUR 21,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kritiken leider gerechtfertigt, 27. Mai 2014
Ich hatte mir den zweiten Teil aufgrund der teils harschen Kritiken lange, lange Zeit nicht zugelegt. Für rund 17 € habe ich ihn nun aber in Ermangelung interessanter Alternativen doch mitgenommen. Leider stellt sich das Machwerk aber genau so dar, wie hier kritisiert. Es geht dabei noch nicht einmal um Spielzeit oder Story. Zwar ist beides schlechter als im ersten Teil, aber noch kein Beinbruch. Vielmehr muss man es als erwiesen ansehen, dass hier versucht wurde, aus einem erfolgreichen Titel mit möglichst wenig Mehraufwand noch einmal ordentlich Profit zu schlagen.

So gibt es lediglich zwei unterschiedliche Welten, die fürs Spiel relevant sind. Die erste wird zweimal verwendet, macht insgesamt stolze drei Level zuzüglich eines kleinen Cutscene-Intermezzos auf Dagobah. Damit die Spielzeit diesen Minderaufwand nicht zu sehr widerspiegelt, werden die Level über Gebühr in die Länge gezogen. Immer wieder die gleichen Plattensets und Gegnergruppen, in deren Platzierung man so etwas wie Immersion gar nicht erst zu suchen braucht. Den Vogel schießt das Endgame ab mit endlos scheinenden Hüpfeinlagen und einem über Gebühr in die Länge gezogenen Endkampf.

Im eigentlichen Gameplay halten sich die Neuerungen in Grenzen und beschränken sich größtenteils auf einige neue Gegner, die sich jedoch zu häufig wiederholen. Alles andere wie Quick-Action Flugszenen, Machtspielereien und Finishing Moves gab es vorher auch schon. Als Ergänzung gibt es neben dem Hauptspiel noch "Herausforderungen" in Form spezifischer Aufgaben, falls einem das Gameplay nicht schon zum Halse heraushängt. Ironischerweise kommt das Spielende letzlich doch recht willkommen, weil sich das Spielpotenzial schon längst erschöpft hat. Und das liegt nicht daran, dass der Erstling da abwechslungsreicher gewesen wäre, sondern an der schlechteren Atmosphäre und Immersion des Nachfolgers; subjektive Einschätzungen schwanken jeweils zwischen "langatmig" und "kitschig". Einzig lobenswert sind wieder einmal die hervorragenden Filmszenen. Aber mal ehrlich: Da wäre man selbst mit der Anschaffung einer Staffel Clone Wars besser bedient.

Fazit

Der zweite Teil hätte als DLC wohl noch getaugt, weshalb ein Preis von 17-18 € noch halbwegs akzeptabel erscheint. Als solcher wäre es aber natürlich nicht nötig gewesen, den Inhalt über Gebühr zu strecken. Und dann hätte man einige Passagen durchaus positiver bewerten können. Als Fortsetzung der Story aus Teil 1 geht es für den Preis auch in Ordnung, nötig ist diese allerdings nicht - denn das Ende von Teil 1 war sowohl emotional genug als auch ohne Bedarf an einem Nachfolger. Folglich ist die Anschaffung dieses Titels selbst für diesen kleinen Preis eigentlich nur für wahre Fans lohnenswert, der Rest ist mit dem Erstling in allen Belangen hinreichend bedient.


Diablo III - [Xbox 360]
Diablo III - [Xbox 360]
Wird angeboten von ak trade
Preis: EUR 20,99

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Konsequente Weiterentwicklung ohne Innovation, 10. September 2013
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Diablo III - [Xbox 360] (Videospiel)
Es gibt zwei Dinge, die man von einem Nachfolger erwartet: Die Weiterentwicklung des Spiels und das Einbringen neuer Ideen.

Für Ersteres ist Diablo 3 ein Paradebeispiel.

So wurde das Inventar überarbeitet; Heiltränke liegen auf einem festen Timer, Gegenstandsstapel belegen unabhängig von der Gegenstandsgröße immer einen Slot, die Lagertruhe ist mehrfach erweiterbar. Im Endeffekt lassen sich weit mehr Gegenstände lagern als im Vorgänger, der Goldbestand wird zudem von allen Charakteren gleichermaßen verwendet.

Das Crafting wurde stark verbessert; der Horadrimwürfel wurde durch zwei Handwerker ersetzt, die durch Aufwertung jeweils neue Rezepte freischalten können. Zudem lassen sich zusätzliche Rezepte für Gegenstände in der Welt finden - ebenso wie sich in der Welt und durch Verwertung von Gegenständen die für die Gegenstände notwendigen Materialien sammeln lassen.

Das Skillsystem wurde je nach Interpretation vereinfacht oder flexibler gestaltet; feste Skillverteilungen gibt es nicht mehr, da sich die Skills je nach Situation frei austauschen lassen. Zudem ist jede Fähigkeit durch Runen erweiterbar, wodurch sich bisweilen völlig neue Fähigkeiten ergeben, die oft auch anders aussehen. Unterschiedliche Builds sind nach wie vor möglich, ihnen fehlt jedoch das unveränderliche Element.

Das System der unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade wurde beibehalten und ausgebaut; nicht nur gibt es andere und bessere Beute; auch bestimmte Handwerksmaterialien lassen sich nur in höheren Schwierigkeitsgraden finden. Zudem muss das Spiel mehrfach durchgespielt werden, um alle Herausforderungen zu meistern; was einem erlaubt, die eigene Flagge interessanter zu gestalten. Darüber hinaus enthält die Konsolenversion auch die beim PC nachgepatchten Paragon-Level. In Diablo 3 wurde somit erkennbar mehr Fokus darauf gelegt, das Langzeitspiel zu fördern.

Was die neuen Ideen angeht, ist allerdings kaum bis wenig zu erkennen.

Story und Kampagne sind sowohl kürzer als auch schwächer als in Teil 2. Einige der Charaktere sind bisweilen dermassen flach, dass sie schon kitschig wirken - stellenweise werden Fantasy-Stereotype bedient, die schon seit Jahren aus der Mode sind. Zwei der fünf Charakterklassen sind fast identische Kopien der Diablo 2 - Gegenstücke. Sehr viele Gegnertypen sind bereits aus dem zweiten Teil bekannt. Auch die Levelarchitektur hat sich kaum weiterentwickelt. Nachwievor haben diese labyrinthartige Charakteristika, die mit Authenzität nichts zu tun haben. Nachwievor gibt es Plattensets, deren Dungeons quasi in der Luft schweben. Nachwievor kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass einige Level lediglich eine jeweils unterschiedliche Zusammensetzung immer gleicher Elemente darstellen. Nun sind neue Ideen freilich ein zweischneidiges Schwert, gerade bei Diablo. So ist das Auktionshaus der PC-Version als neue Idee aufgrund der gierigen Umsetzung sehr schlecht angekommen.

Und hier hat Diablo in den Jahren 2012/2013 ein gewaltiges Problem. Anno 2000 gab es keine ernstzunehmenden Spiele, welche den Sammeltrieb so exquisit zu befriedigen wussten. Heutzutage gibt es dafür aber selbst auf der Konsole so einige. Ob es nun der Arcade-Titel Torchlight, Dungeon Siege oder vollwertige Rollenspiele wie Skyrim und Kingdoms of Amalur sind: Sie alle haben Crafting und Itemsysteme mit besonderen Gegenständen. Die meisten von ihnen haben jedoch eine weit interessantere Levelarchitektur, ein richtiges Questsystem, gut ausgearbeitete Charaktere und einige sogar eine frei begehbare Welt. Selbst das dem Spielsystem von Diablo am Nähesten anzusiedelnde Borderlands verfügt in seinem zweiten Teil über eine weit interessantere (und auch längere) Kampagnenstory.

Was im Jahre 2013 übrig bleibt, ist neben dem Onlineaspekt die Itemspirale über mehrere Schwierigkeitsgrade hinweg - und der Eindruck, an vielen anderen Stellen zu kurz gekommen zu sein. Anno 2000 war das Spitzenklasse, heutzutage ist das aber leider nur handwerklich sehr ordentlicher Durchschnitt. Unterm Strich bleibt für mich dadurch folgende durchweg ironisch zu verstehende Empfehlung übrig:

Diablo 3 ist etwas für die Diablo-Fans, die anno 2000 ihren Charakter bis Level 99 gespielt haben. Der Rest bezahlt mit dem Kaufpreis ein Stück Nostalgie, die er in Diablo 3 nicht mehr finden wird.


Defiance - [Xbox 360]
Defiance - [Xbox 360]
Wird angeboten von AB-ZUM-SHOPPEN
Preis: EUR 9,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen MMO-TPS mit Potenzial, 13. April 2013
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Defiance - [Xbox 360] (Videospiel)
Defiance ist ein als MMO ausgeführter Third-Person-Shooter mit einigen Besonderheiten. Grundsätzlich beinhaltet der Neuling jedoch bewährte Kost - Levelsystem, Ausrüstungsmanagement (Waffen/Schutzschilde/Kleidung/Fahrzeuge), einen weitreichenden Storyplot nebst zahlloser Nebenmissionen und Herausforderungen und einer umfangreichen Spielwelt. Auf der XBox erhält das Spiel durch den MMO-Charakter bereits ein Alleinstellungsmerkmal, auf dem PC sind derlei Spiele aber zunächst nichts Besonderes - allerdings glänzt Defiance hier mit einigen Unterschieden, auf welche ich mich in dieser Rezension auch beschränken möchte.

Levelsystem

In Defiance gibt es 5000 Ego-Level, mit denen eine Vielzahl von Charakterwerten freigeschaltet werden kann. Diese Level sind jedoch nicht mit den Stufen klassischer RPGs zu vergleichen; Grundwerte wie Leben, Schilde oder Schaden verändern sich durch die Level nicht. Lediglich über die Modifikationen (Perks) sind Änderungen zu erreichen. Hierbei sprechen wir jedoch über Dinge wie 25% mehr Lebensenergie, 9-30% mehr Schaden oder 15% Schadensschutz. Für viele Boni gelten zudem Voraussetzungen - so muss man geduckt sein, sich nicht bewegen oder ungezielt aus der Hüfte feuern.

Sowohl die Höhe der Boni als auch deren Verfügbarkeit ist jedoch weit von der Charakterskalierung entfernt, die in klassischen MMORPGs üblich ist. Selbst die vier Klassenskills, von denen nur einer gleichzeitig aktiv sein kann, können innerhalb des gleichen Charakters beliebig oft gewechselt werden.
Konsequenz: Jeder kann mit jedem zusammen spielen in jeder beliebigen Klassenkombination - und zwar auf der ganzen Karte, da es keine begrenzten Levelgebiete gibt.

Itemskalierung

Es gibt in Defiance zwar die gängigen Unterschiede in Itemqualitäten, was deren Seltenheit betrifft. Diese haben aber so gut wie keine Auswirkung auf die Grundwerte. So bleiben die Schadenswerte das ganze Spiel über relativ auf gleichem Niveau. Über Modifikationen und Itemqualitäten gibt es jedoch zusätzliche Boni - leicht verbesserte Genauigkeit, schnelleres Nachladen, größere Magazinkapazitäten und Ähnliches. Mit steigendem Ego-Level werden zudem Waffen verfügbar, die über Synergieboni unterschiedlichster Art verfügen.
Konsequenz: Durchaus reichhaltiges Optimierungspotenzial vorhanden, aber die Unterschiede zu den Anfangswaffen halten sich derart in Grenzen, dass wiederum jeder mit jedem zusammen spielen kann.

Lootsystem

Erfahrung und Beute hängen unmittelbar von dem verursachten Schaden ab, jeder Spieler sieht grundsätzlich nur die ihm zugedachten Gegenstände. Damit entfällt jegliches Würfeln und Streit um Beute. Bei den großen Archenfällen (die "Raids" in Defiance) wird am Ende eines solchen Events zusätzlicher Loot gar separat verteilt.

Ganz allgemein sind fallengelassene Gegenstände aber eher ein seltener Anblick. Der größte Teil besteht aus Geld, Munition und Ressourcen, die man wiederum zu Erwerb oder Modifikation von Gegenständen einsetzen kann. In Folge hält sich das Mikromanagement sehr in Grenzen.

Spielwelt

In Defiance trifft man Gegner weitaus seltener auf gescripteten Wegen in der Landschaft als vielmehr im Rahmen spezieller Events an: Straßensperren, Entführungen, Überfälle und vieles mehr. Dazu kommen bestimmte Orte wie Minen, Lager und Stützpunkte, die meist Gegenstand einer Mission sind, aber danach beliebig oft als Event wiederholbar sind. Zusätzlich gibt es noch klassische "Instanzen" als kooperative Karten sowie PvP in kompetitiven Karten - und natürlich die Archenfälle als Weltevents.

Fazit

Defiance bricht mit vielen Konventionen, die sich über Jahre eingebürgert haben. Der Zwang zum permanenten Weiterspielen, die ewige Itemhatz und ein möglichst effizienter Levelwahn - es gibt ihn hier nicht. Vielmehr gibt es Weiterentwicklungsmöglichkeiten, die das Spielerlebnis aber nur minimal beeinflussen. Gleichwohl bleibt noch abzuwarten, wie es um den Reiz am Ende des Spielinhalts aussieht und ob das Streben nach geringen Verbesserungen den Aufwand wert ist.

Am Ende noch ein Wort zum Support: Wie jedes MMO hatte auch Defiance starke Anlaufschwierigkeiten und hat diese immernoch - Lags, Verbindungsverluste, Serverabstürze und eine Vielzahl von Bugs. Kritische Fehler wurden jedoch fast umgehend behoben, Wartungszeiten dauern selten länger als 30-60 Minuten und zu größeren Client Patches gibt es auch im Vorfeld Informationen. Zudem wurden den Spielern als Entschädigung zeitweise besondere Boni gewährt, die andernfalls im spielinternen Shop hätten eingekauft werden müssen - durchaus vorbildlich.


Far Cry 3 - Limited Edition (100% uncut) - [Xbox 360]
Far Cry 3 - Limited Edition (100% uncut) - [Xbox 360]
Wird angeboten von Better Games GmbH
Preis: EUR 27,90

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragende Fortsetzung, 20. Dezember 2012
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Vorwort

Fortsetzungen haben in den letzten Jahren eine recht unselige Tradition beschritten. Im günstigsten Fall wird das gleiche Spiel mit neuer Story verkauft, in ungünstigeren Fällen vertraut man auf die Marke und spart an Funktionen ein in der Hoffnung, genauso viel Umsatz mit weniger Aufwand machen zu können. Far Cry 3 ist hier eine löbliche Ausnahme - man hat sich fast aller Kritikpunkte am zweiten Teil angenommen, zudem eine neue Welt mit frischen Charakteren geschaffen. Derlei klassische Produktpflege verdient ob ihrer Seltenheit daher durchaus erwähnt zu werden.

Änderungen

Statt gravierender Bugs gibt es nun ein handwerklich fast perfektes Spiel. Respawns halten sich in Grenzen und lassen sich fast komplett unterbinden. Die Waffen haben in Sachen Realismus zu den Genregrößen aufgeschlossen, sind gar in begrenztem Rahmen veränderbar. Es gibt eine lebendige und überaus gefährliche Tierwelt. Die Charaktere sind nicht oberflächlich, sondern mit erheblicher Substanz und gewaltiger emotionaler Tiefe gesegnet sowie durch weitreichende Videosequenzen ergänzt. Zusätzlich zum aus vielen Missionen bestehenden Storyplot gesellen sich diverse Nebenmissionen und -beschäftigungen. Ferner eine Vielzahl an Sammelgegenständen, die ihrerseits spezielle Rezepte und Waffen freischalten. Im Sinne einer offenen Welt lassen sich aus Tierfellen Taschenverbesserungen und aus Pflanzen Medizin und temporäre Verbesserungen basteln. Schleichmöglichkeiten wurden ausgebaut und durch situationsbezogene Actionsequenzen ergänzt. Lediglich die Auswahl an Fahrzeugen ist etwa gleich geblieben - und auch an der Splittung des Spiels in Nord- und Südbereich hat man festgehalten.

Kritik

Auch am dritten Teil gibt es natürlich Kritik - auf recht hohem Niveau. Sei es das viel zu leicht zu verdienende Geld, relativ wenige Waffenmodifikationen, zu hoher Fallschaden oder geringe Gegnervielfalt - da mag ein jeder sein ganz persönliches Haar in der Suppe finden. Ganz anders sieht es aus mit dem Vorwurf einer recht oberflächlichen Spielwelt. In der Tat gibt es außer Gegnern und Sammelgegenständen nicht allzuviel zu tun; eine Vielzahl an Lokalitäten spielt überhaupt keine Rolle bzw. wird im Sammelfieber auch einfach übersehen. Zudem dienen viele Nebenaktivitäten nur dem Gelderwerb - gerade davon hat man aber sowieso immer zuviel. Das hätte man fraglos besser machen können. Ebenfalls wenig begeistert bin ich von dem häufigen Zwang zum Schleichspiel; doch das ist lediglich persönliche Präferenz. Atmosphärisch ergibt diese dichte Verzahnung mit dem Shooterpart durchaus Sinn.

Vergleich mit Teil 2

Es ist fast schon ironisch: Da hat der Entwickler fast alles versucht, um den Wünschen der Community gerecht zu werden und das Spiel radikal geändert, so dass man eigentlich zufrieden sein müsste. Und dann erwischt man sich dabei, sich so einiges ehedem Ungeliebte zurückzuwünschen. Nach Erobern aller Außenposten erscheinen einem die in Teil 2 permanent respawnenden Wachposten durchaus sympathisch, wünscht man sich Tiere zurück, die zur Atmosphäre beitragen statt einen dauernd beim Anschleichen an einen Außenposten anzufallen. Man stellt fest, dass im weitgehend entvölkerten Afrika aus Teil 2 weitaus mehr Zeit zum Genießen der Landschaft verblieb und die Suche nach Diamanten per GPS-Sender weitaus mehr Spaß machte als inflationär herumliegende Beutekisten zu plündern. Tja... Man kann es halt keinem Recht machen.

*** Spoiler ***

Subjektiver Kommentar: Gewaltdarstellung

Ich bin wahrlich kein Freund der sattsam bekannten deutschen Zensur-Attitüde. Aber hier muss die Frage erlaubt sein, ob so einige Darstellungen wirklich nötig sind. Da werden in euphemistisch als "Takedown" beschriebenen Nahkampfmanövern blutige Messerattacken auf verschiedenste Weisen zelebriert, ein ganzer Missionstypus mit der Anforderung versehen, das "Ziel" auf eben diese Weise zwanghaft zu erledigen, im Rahmen eines Storykampfes gar mehrfach auf den gleichen Gegner eingestochen. Dazu gesellt sich eine doch etwas extrem ausgeschmückte männliche Vergewaltigung ("Ich nehm dich blutig") und so einige andere Geschmacksverirrungen. Freilich kann man dies als "erwachsenes Spiel" beschreiben. Ungeachtet des Zielpublikums geht es allerdings auch hier immer noch um ein Unterhaltungsmedium; und sofern derlei Unterhaltung nur durch solche Darstellungen erzielt werden kann, wären die eigenen Ambitionen möglicherweise zu hinterfragen.

*** Spoiler Ende ***

Fazit

Far Cry 3 ist ein handwerklich hochwertiger Shooter, der die bisherigen Grenzen des Open-World Genres maximal ausreizt. Vorzuwerfen ist ihm jedoch, keine nennenswerten eigenen Ideen einzubringen. Das rechtfertigte gar einen Punkt Abzug, wenn da nicht eine hochwertige Story samt erstklassiger Charaktere entgegenstünden. Zudem ist es schlichtweg zu honorieren, dass hier als eine von wenigen Ausnahmen auf Spielerkritik ausgiebig reagiert wurde. Wer hier kein Fallout erwartet, sondern mit einem ausgereiften Egoshooter inclusive Schleicherweiterung mit Elementen aus diversen Third-Person Titeln zufrieden ist, sollte zugreifen.


Kingdoms of Amalur: Reckoning
Kingdoms of Amalur: Reckoning
Wird angeboten von Gameland GmbH
Preis: EUR 15,60

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geheimtipp mit kleinen Schwächen, 20. Juni 2012
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Kingdoms of Amalur: Reckoning (Videospiel)
Beim Lesen der Rezensionen gewinnt man zunächst einen gemischten Eindruck von Amalur, doch bei einem Preis von 30 € kann man andererseits auch nicht viel falsch machen. Obschon Amalur a priori gar nicht auf meiner Einkaufsliste stand, entpuppte es sich mit einer kleinen Anlaufzeit als absoluter Geheimtipp.

Ersteindruck

Dabei war der erste Eindruck gar nicht so spektakulär. Trotz der Werbung mit einem berühmten Fantasyautor vermochte die Welt nicht wirklich zu überzeugen. Man hat etwas klassische Fantasywelt (Elfen, Menschen, Gnome) vermischt mit einigen Feensagen; garniert mit gnomisch-römischen Legionären und einigen mythologischen Anleihen ergibt sich ein recht konfuses Bild. Spielerisch hat man sich in einem Rundumschlag im ganzen Genre bedient. Ein durchaus taktisch spielbares Hack&Slay kombiniert mit einem Questsystem nach WoW inklusive Sammelmanie nach Diablo-Art. Durchaus gelungen kombiniert, aber wiederum nichts wirklich Neues. Technisch erwarten den Spieler grandiose Landschaften und recht langweilig gehaltene NPCs - die allerdings mit einer grandiosen deutschen Syncro aufwarten können, was allein für sich genommen schon ein Novum darstellt.

Kurzum: Grundsolide, aber wenig Neues und nichts wirklich Besonderes. Doch aus einer Stunde wurden viele und am Ende stellte sich doch Begeisterung ein.

Mitgerissen und begeistert

Das lag vor allem an Qualitäten, die man anhand einer üblichen Checkliste gar nicht erfassen kann. Es ist einfach ungemein atmosphärisch, in Amalur auf Reisen zu gehen. Wunderschöne Landschaften und Umgebungen geben sich ein Stelldichein mit mal mitreissender, mal gekonnt untermalender Musik. Pathetisch inszenierte Festungen, dunkle Verliese, feuchte Höhlen - jeder Geschmack wird bedient. Untermalt wird das ganze noch von speziellen Steinen, die in poetischer Form Sagen der Spielwelt vortragen und zahllosen Büchern, welche die Spielwelt bereichern.

Schon nach wenigen Stunden wird der Spieler mitgerissen; zahllose Haupt- und Nebenquests führen ihn in jeden Winkel von Amalur, oft mit recht kreativen Ansätzen. Unterstützt wird das Abenteuer von je nach Klasse gänzlich anderen taktischen Ansätzen, während das Item- und Craftingsystem gleichzeitig einfach und komplex daherkommt. Je nach Wunsch lässt es sich unterstützend nutzen oder bis zur perfekten Ausrüstung betreiben. Gleichwohl ergibt sich bisweilen der Wunsch, derlei Mikromanagement zu vernachlässigen, da man viel lieber die nächste Geschichte erleben, einen neuen Ort erkunden oder neue Charaktere kennenlernen möchte.

Kritik auf hohem Niveau

Natürlich hat Amalur auch Schattenseiten, doch sind sie recht trivial. So kann das Fähigkeitensystem nicht wirklich als gelungen bezeichnet werden, obschon es genügend Spielvarianten bereitstellt. Einige Archetypen der Fantasy lassen sich damit jedoch gar nicht abbilden und andere nur mit entsprechendem Aufwand, während manche aus Rollenspielersicht undenkbar sind. Ein Krieger in Plattenrüstung, der schleichend mit Dolchen Gegner erledigt? In Amalur kein Problem. Auch die Welt ist natürlich nicht fehlerfrei; manche Quest lässt sich nicht annehmen oder abschließen, auch bleibt man bisweilen hie und da hängen. Gleichwohl gibt es kein Spiel dieser Art, dass diese Fehler nicht hätte.

Fazit

Amalur ist eine gelungende Kombination von Elementen aus WoW, Diablo, Elder Scrolls und wohl noch so einigen anderen Spielen, kombiniert mit einer ungemein dichten Atmosphäre und großen Handlungsfreiheit, ohne zu komplex zu werden. Es ist der Traum mancher vom Zeitaufwand genervter Onlinespieler: Die Realisierung eines weitläufigen Rollenspiels mit spielerischem Tiefgang und Atmosphäre, das sich leicht erlernen und flüssig spielen lässt und so einen einzigartigen Spielfluss generiert. Damit stellt es zweifelsohne eine Alternative zu Skyrim dar; und Bethesda täte gut daran, auf internen Traditionen nicht wieder jahrelang zu verharren.


Battlefield 3 - Limited Edition
Battlefield 3 - Limited Edition
Wird angeboten von Gameland GmbH
Preis: EUR 16,02

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht alles Gold, aber dennoch gut., 4. Februar 2012
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Battlefield 3 - Limited Edition (Videospiel)
Battlefield 3 führt aus meiner Sicht beispielhaft vor, warum man auf Amazon-Bewertungen überhaupt nichts mehr geben kann. Bislang konnte man sich wenigstens aus den Mittelwerten eine brauchbare Bewertung basteln, dank des hier stattfindenden Fanboy-Wars zwischen BF- und CoD-Jüngern kann man sich das jedoch vollkommen schenken.

Zur Sache:

Technisch befindet sich BF3 aktuell (04.02.11) in einem sehr brauchbaren Zustand. Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass der Spieler hierzu zunächst mal einen "Patch" herunterladen muss, der insgesamt einen Umfang von über 2 GB hat. Es lassen sich daher durchaus Rückschlüsse auf ein gewaltiges Verbesserungspotenzial ziehen, nur: Der aktuelle Zustand zählt und diesbezüglich haben die Nachbesserer gute Arbeit geleistet.

Das Spiel an sich hat primär zwei große Verbesserungen erfahren. Da wäre zunächst die gewaltige grafische Aufwertung durch eine neue Grafikengine und zum anderen die erweiterte Integration in die Netzgemeinschaft. Details hierzu können bei den unzähligen anderen Rezensionen nachgelesen werden, ich möchte der Einfachheit halber mich auf ein paar Kritiken beschränken.

Kritik

Die neue Grafikengine ist detailreich und farbenfroh. Das macht einen recht realistischen Eindruck, nur leider sieht man die Gegner nunmehr nur noch recht schlecht; zahlreiche auf unterschiedliche Farbsettings optimierte Tarnrüstungen machen das Ganze nicht besser. Ebenfalls wenig hilfreich in diesem Zusammenhang ist die Wiedereinführung der Möglichkeit des Hinlegens; ein Fest für Camper und damit sind mitnichten nur Scharfschützen gemeint. Hin und wieder gibts auch mal Ruckler zu sehen, hält sich aber in Grenzen. Insofern war die Einführung einer Kill-Kamera ironischerweise dringend notwendig - weil man andernfalls sich nämlich viel zu oft fragen würde, woran man denn nun schon wieder gestorben ist.

Das Arsenal an Waffen und Fahrzeugen hat sich bis auf ein paar Spezialgadgets eigentlich nicht groß weiterentwickelt. Viel entscheidender ist der Umstand, dass es diesmal viel länger dauern wird, bis man alles erspielt hat, weil für jede einzelne Waffe Erweiterungen seperat erspielt werden müssen. Statt das Spiel dadurch aufzuwerten, erbringt diese Änderung eher den Beweis eines Armutszeugnisses; wenn solche künstlichen Streckungen notwendig sind, kann es mit dem eigentlichen Spielspaß ohne zu erspielende Erfolge ja nicht allzu weit her sein. In die gleiche Kerbe schlagen zusätzliche Aufträge - nichts Neues und gabs bei CoD schon seit längerem, erhöht aber durchaus den Spielspaß, weil es dafür auch Belohnungen in Form von Waffen gibt.

Die Änderungen an den Klassen sind zumindest einmal... fragwürdig. Ein Sturmsoldat, der zusätzlich heilen kann? Tolle Sache, möchte man meinen - wäre da nicht die Preisfrage, wofür man den Versorger (Maschinengewehr) denn noch brauchen sollte. Theoretisch ist der durchaus nützlich - als Munitionsversorger und für Unterdrückungsfeuer. Nur verhält es sich leider so, dass an Munition im Grunde nur bei Sprengstoffen ein Bedarf besteht und er fürs Unterdrückungsfeuer schlichtweg nicht lange genug lebt - jeder Scharfschütze bedankt sich für das Team, das einen Versorger dabei hat. Freilich, dafür bekommt er noch einige Gadgets dazu, Sprengstoff beispielsweise. Ob das am Ende ausreicht, um dieser Klasse einen Sinn zu geben, wird von der eigenen Spielweise abhängen. Besser wärs wohl gewesen, das System aus BC2 beizubehalten, aber das ist nur meine bescheidene Meinung.

Ebenfalls kritisch zu betrachten ist die Änderung, dass Fahrzeuge sich nun bis zu einem bestimmten Grad automatisch reparieren. Bei konzentriertem Beschuss können diese ebenso schnell zu Fall gebracht werden, der einzelne Panzerjäger hats jedoch ziemlich schwer. Dem versuchte man entgegenzuwirken, indem letztgenanntem einfach mehr Munition für die Panzerfaust zugestanden wird. Die setzt er auch ein - allerdings meist weniger gegen Panzer sondern als Spam-Munition gegen Infanterie. Das Problem, das man mühsam in der Chronologie der Battlefield-Spiele ausgemerzt hatte, feiert somit ein Revival - herzlichen Glückwunsch.

Absolut untauglich jedoch ist die mangelnde Spieldokumentation. Als Beilage gibts keine und der im Spiel vorhandene Handbuch-Ersatz erklärt nur das Allernötigste. Informationen zu Waffen und Gadgets halten sich sehr in Grenzen; oftmals nicht mal komplett lesbar, da die Textbox ihre Grenzen hat. Schadensangaben zu Waffen gibts schonmal gar nicht, bei den Waffenaufsätzen fürs Sturmgewehr müssen Waffenunkundige bisweilen auch einfach mal testen, um rauszufinden, welchen Zweck das Item überhaupt erfüllt. Derlei geht besser - und ging bei BC2 im übrigen viel besser.

Battlefield oder CoD?

In Anlehnung an meine Einleitung möchte ich diese Rezension mit dieser provokanten, wenngleich eher rhetorischen Frage abschließen. Abseits aller Änderungen lässt sich sowohl im Single- als auch im Multiplayer der Wunsch vernehmen, sich die Fans von CoD auch noch einzuverleiben. Konsequenterweise gibts im Singleplayer eher blasse Identifikationsfiguren und bewegt sich der Multiplayer weg von offener Action hin zum allgegenwärtigen Camperspiel. Es dreht sich alles nur noch ums Verstecken und Hinterhalte - egal mit welcher Klasse man spielt. Der Scharfschütze lauert auf Infanterie, der Ingenieur auf Panzer. Der Rest belagert intensive Kampfzonen, die jedoch aufgrund der bisweilen komplexen Maps nie eindeutig verlaufen. Dieser Angleichungsversuch ist überaus schlecht verlaufen; im Zweifelsfall bleibt man lieber bei seinen Qualitäten als die anderer Spiele schlecht zu kopieren. Bei einigen Eroberungs-Maps konnte ich nun nicht so den Unterschied zwischen BF-Eroberung und CoD-Hauptquartier erkennen. Ich habe so meine Zweifel, ob das so günstig ist.

Abseits der genannten Kritikpunkte ist BF3 jedoch ein solider Online-Shooter. Wer auf immer schnellere und für die Augen bisweilen anstrengende Action steht und mit Campereien kein Problem hat, ist hier gut aufgehoben. Der Rest muss sich seine Spaßreservate in BF3 schon etwas gezielter aussuchen, wird aber auch hier fündig. Für mich persönlich bleibt BC2 in Sachen Spielspaß Genrereferenz; bedauerlicherweise wird mir das jedoch nix helfen bei zukünftig leeren Servern.

PS: Einzelspielermodus? War da was? Nö, da war nix...
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 21, 2012 3:01 PM CET


Deus Ex: Human Revolution
Deus Ex: Human Revolution
Wird angeboten von MaxMedia - Home Entertainment
Preis: EUR 6,90

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungenes Remake trotz Fehlern, 10. November 2011
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Deus Ex: Human Revolution (Videospiel)
Deus Ex war usprünglich ein taktischer Shooter im Cyberpunk-Szenario, der sich ganz im Stile der altehrwürdigen Crusader-Reihe gegenüber seinen Genrekollegen durch unterschiedliche Handlungsstränge, spielerische Tiefe und eine dichte Atmosphäre auszeichnete. Im Zeitalter von Bioshock und Mass Effect ist dies aber freilich zuwenig, weshalb die Entwickler bemüht waren, das Spektrum von Deus Ex zu erweitern. Inwieweit dies geglückt ist, möchte ich in dieser Rezension ebenso thematisieren wie die unterschiedlichen Kritikpunkte, die bislang geäußert wurden.

Die Crux mit der Erfahrung

Ein erheblicher Kritikpunkt betrifft die vergebenen Erfahrungspunkte, die für die Anzahl möglicher Implantate pro Spieldurchgang relevant sind. Erfahrungspunkte gibt es für vielerlei: Erkundung alternativer Wege, Erledigen von Missionen, Hacken und natürlich für die Neutralisierung von Gegnern. Besonders Letzteres ist ein Streitpunkt, denn das Betäuben der Gegner im Nahkampf bringt weitaus mehr Punkte als das Erschießen derselben mit tödlichen Schusswaffen. Oberflächlich betrachtet könnte man folglich meinen, das Spiel belohnt Schleicher über Gebühr und bestraft die Shooter-Gemeinde.

Gleichwohl reflektiert die Anzahl der Erfahrungspunkte nur die sinnvollen Implantate pro Spielvariante. Die meisten Implantate gibt es fürs Schleichen und Hacken, während die Verbesserungen für Feuergefechte sich in engen Grenzen halten. Dennoch aber ist die Kritik gerechtfertigt; denn der neue Spieler weiß nichts von der Punkteplanung der Entwickler und fühlt sich zur Maximierung seiner Punkte dazu genötigt, als reiner Schleicher zu spielen. Und das hat mit Deus Ex in der Tat nicht viel zu tun.

Handlungsoffene Spielwelt

Es ist in der Tat zutreffend, dass fast jede Spielsituation mehrere Lösungswege zulässt. Oder konkreter: mehrere Wege zum Ziel. In der Regel gibt es immer einen Weg der offen Konfrontation sowie zusätzliche Wege über Lüftungsschächte oder Dächer. Letztere bedingen oftmals bestimmte Implantate. Das ist durchaus nett gedacht und auch abwechslungsreich. Jedoch: So gut wie jede Problemstellung besitzt alternative Wege, so dass man recht bald sofort nach diesen sucht - und diese auch nutzt, weil es dafür mehr Erfahrung gibt. Das führt zu einem Automatismus, der keine Überraschungen mehr bereithält. Zudem wirken viele dieser Wege nicht authentisch - insbesondere, wenn einen danach Bürger begrüßen, bei denen man sich fragt, wie die wohl dahin gekommen sein mögen. Völlig grotesk wird es dann, wenn der Spieler trotz eines Weges, mit dem er Gegner umgeht, nochmal zurückläuft und diese ausschaltet - der Erfahrung wegen.

Bossgegner

Ebenfalls häufig kritisiert werden die Bosskämpfe, und das zu Recht. Es geht dabei noch nicht einmal darum, dass diese Kämpfe nicht "umschlichen" werden können. So, wie Schleichen auch für den Shooterfreund bisweilen notwendig ist, gilt dies für Bosskämpfe auch für den Schleicher. Viel problematischer ist, dass diese Bosskämpfe im Grunde nach klassischer Shooter-Manier entworfen wurden, die Feuergefechte in Deus Ex aber gezielt auf ein Deckungssystem ausgelegt sind. Da ist es auch wenig hilfreich, dass die - nicht änderbare - Steuerung fehlerbehaftet ist und zu Frust führt.

Subjektive Kritik: Betäubungen

Wie aus dieser Rezension zu ersehen, kann man viele Ansätze mit Spielmechaniken erklären, eines jedoch nicht. Nämlich die Frage, warum die Entwickler das Betäuben von Gegnern mehr belohnen als die klassische Neutralisierung qua Schusswaffe. Wohlgemerkt, der einzige Unterschied zwischen beiden Varianten ist der, dass betäubte Gegner von anderen aufgeweckt werden können - ansonsten bleiben diese genauso lange regungslos liegen, nämlich für immer. Dafür wird diese Variante jedoch über Gebühr belohnt: Es gibt gleich 20 Erfahrungspunkte mehr, NPCs erwähnen es besonders, wenn eine Mission nur mit geringen tödlichen Verlusten abgeschlossen wurde, der Spieler wird generell als barmherzig beschrieben. Und das gilt unabhängig davon, wie brutal die Gegner ihrerseits vorgegangen sind. Zudem wird nur die Beseitigung jener Gegner mit Erfahrung belohnt, die vom System als "potenzieller Feind" klassifiziert sind. Und das betrifft beileibe nicht nur Zivilisten, sondern auch Wach- und Militärpersonal.

Bleibt letztlich nur der Schluss zu ziehen, dass die Entwickler hier versuchen, moralisch dem Image eines "Killerspiels" entgegenzuwirken. Das mutet jedoch seltsam an in einem Spiel, das einerseits Handlungsfreiheit propagiert, andererseits über Story und Charakterentwicklung aber nur wenige moralisch-ethische Entscheidungsmöglichkeiten eingebaut hat. Ganz davon abgesehen, dass gerade das Cyberpunk-Genre eine recht düstere Zukunftsvision zeichnet, deren Konflikte im Spiel auch offen ausgetragen werden.

Ein gutgemeinter Rat

Zur Bewertung des Spiels möchte ich an dieser Stelle eine Herangehensweise empfehlen, die sich von der Werbung völlig unterscheidet: Die unterschiedlichen Spielvarianten sollte man völlig ignorieren.

Spielt man durchgängig als Shooter, verpasst man viele interessante Wege, bekommt manche Nebengespräche nicht mit und macht zudem die Erfahrung einer recht uninteressanten KI - die durchaus auch einige Frustmomente bereithält. Wählt man für sich hingegen den Weg des Schleichers, kriecht man durch die gesamte Spielhandlung, unterbrochen von Nahkämpfen und den Bosskämpfen. Auch hier weiss die KI nicht zu begeistern und degradiert das Spiel zu einem mittelmäßigen Knobelspiel mit grafischer Präsentation. Unnötig zu erwähnen, dass dann die gesamte Waffenauswahl überflüssiger Inhalt ist. Und wer das Hacken für sich ausschließt, verpasst eines der besten Mini-Games, das in einem Spiel in den letzten Jahren angeboten wurde - und so nebenbei etliche Zusatzinformationen, Erfahrung und Geld.

Ich empfehle daher, Deus Ex ganz klassisch zu spielen - als guten Mix aller Spielstile. Das Design der Level, die Platzierung der Gegner, die Ausrüstung und die Implantate unterstützen ein solches Vorgehen. Auf diese Weise bekommt man auch überdurchschnittlich viel Erfahrung, zudem sind nur wenige Implantate wirklich spielentscheidend. Sämtliche Schleicherweiterungen sind beispielsweise bestenfalls als Gimmick zu verstehen. Lediglich im Hacksegment kommt man ohne Aufwertungen nicht weiter. Und da schliesst sich der Kreis.

Bewertung

Freilich, an Deus Ex gibt es so einiges zu kritisieren und gezielt zu hinterfragen. Nicht alles ist perfekt, diverse kleinere Mängel aufzuführen habe ich mir an dieser Stelle im übrigen verkniffen. Die Steuerung ist - vornehm ausgedrückt - verbesserungswürdig. Das Erfahrungspunktesystem verfehlt seinen Zweck und untergräbt den offenen Charakter des Spiels - besser wäre es gewesen, gar keine zu vergeben. Und dennoch: Weniger als 5 Punkte zu vergeben, wäre unredlich.

Die eigentliche Qualität von Deus Ex liegt nämlich wie schon bei den Vorgängern bei der simulierten Spielwelt und seiner Atmosphäre. Es sind die ganz kleinen Details, die zu begeistern wissen und einem an jeder Ecke begegnen. Bürger, die aus einem reichhaltigen Repertoire von Zweizeilern wählen können und auch auf die Spielweise des Spielers reagieren, Gruppen von Personen, die sich untereinander unterhalten. Dann die zahllosen Hintergrundinformationen, die sich in herumliegenden E-Books und auf zu hackenden PCs befinden. Nebenquests, die zwar nicht zahlreich sind, aber durchaus zu begeistern wissen.

Deus Ex ist sicher nicht perfekt. Aber ein mit viel Mühe gestaltetes Abenteuer im Cyberpunk, das speziell ältere Semester ansprechen dürfte und ein Stück weit eine Reminiszenz an vergangene Unterhaltungswelten darstellt.


Saboteur
Saboteur
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 24,90

4.0 von 5 Sternen Positiv überrascht, 2. August 2011
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Saboteur (Videospiel)
Die Werbung für den Saboteur muss an mir unbemerkt vorüber gegangen sein. Umso überraschter war ich, aus den Amazon-Rezensionen einen weiteren Vertreter des offenkundig schwer zu meisternden Sandbox-Genres gesichtet zu haben.

Die Ansiedelung des Plots im Zweiten Weltkrieg sollte hierbei niemanden abschrecken, da das Spiel primär durch die Präsentation eines fiktiven Paris samt Umland auffällt. Selbiges ist allerdings von den Nazis besetzt, weshalb über die gesamte Karte verteilt entsprechende Einheiten und Installationen das Geschehen dominieren. Hierbei ist den Entwicklern ein kreativer Kunstgriff geglückt: Bei Spielstart sind sämtliche Gebiete in schwarz-weiß gehalten, mit Ausnahme der Flaggen der Nazis, die in sattem Rot hervorstechen - ein beklemmendes Gefühl lässt sich da nicht vermeiden. Durch Abschließen der Haupt- und Nebenquests lichtet sich dieser Nebel und weicht einem farbenfrohen Paris.

Die Spielmechanik selbst ist schnell erklärt: Der Saboteur bewaffnet sich mit konventionellen Waffen und Sprengstoff, um die unterschiedlichen Einheiten und vor allem Gebäude der Nazis zu zerstören. Er kann hierbei über und auf fast jedes Gebäude klettern, mit Autos flüchten und diese als rollende Bombe missbrauchen, Kämpfer der Resistance als Unterstützung herbeirufen und Geschütze gegen die Besatzer einsetzen. Oder aber er verkleidet sich und erreicht seine Ziele unentdeckt, das bleibt dem Spieler überlassen. Vermittels spezieller Vergünstigungen kann er zudem Spielregeln ändern oder besondere Waffen freischalten. Dazu gehört auch eine erkleckliche Anzahl von Fahrzeugen, die nach Freischaltung immer wieder benutzt werden können - bis hin zu Panzern.

Abseits der generischen Inhalte findet das Spiel vor allem in einer Reihe von Haupt- und Nebenquests statt. Diese machen zunächst regelmäßig Gebrauch von den taktischen Möglichkeiten der Schauplätze bzw. lassen auch verschiedene Lösungswege zu. Zum Ende des Spiels hin wird der Spieler aber in der Regel zur offensiven Konfrontation gezwungen. Charaktere gibt es im Spiel einige, die auch durchaus detaillierte Beziehungen zum Protagonisten unterhalten. Die Dialoge bleiben aber in der Regel leider platt und kurz, inklusive einige Verwunderungen zum Spielende hin.

Kritik

Leider gibt es auch etliche Kritikpunkte, derentwegen es auch Punktabzug gibt. Zunächst ist der Saboteur in Sachen Spielinhalt den Genrekoryphäen wie GTA insofern unterlegen, als dass es neben den Quests und Zerstörungszielen im freien Spiel keinerlei Inhalte gibt. Abseits der Rebellenstützpunkte gibt es kaum begehbare Gebäude, andere Aktionen als Herumfahren oder Sabotieren existieren nicht. Auch die inflationäre Anzahl der Zerstörungsziele steht in keinem Verhältnis zur eher geringen Anzahl an Quests. Daneben gibt es lediglich einige Sprungschanzen für Autos, die aber mehr oder minder wahllos verteilt wurden sowie einige Aussichtspunkte für einen Rundblick über die Gegend - nichts von nennenswertem Spielwert. Zudem haben die Entwickler den Spielinhalt noch höchstselbst beschnitten durch die freizuschaltenden Vergünstigungen. Diese sind stellenweise so umfangreich, dass sie in der Regel erst nach dem Hauptspiel zum Zuge kommen. Dazu gehört zum Beispiel die Möglichkeit, dem Gegner mit seinen eigenen Panzern einheizen zu können.

Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben soll der Umstand, dass der Saboteur zu den Sandboxspielen zählt, die zur Spielzeitstreckung einen Alarm benutzen, wie dies auch z.B. in Red Faction der Fall war. Man hat diesen einerseits zwar sinnvoll erweitert durch je nach Alarmstufe unterschiedliche Verstecke und Aufruhrzonen. Andererseits aber erneuert sich die entsprechende Alarmzone, sobald man gesichtet wird und deaktiviert entsprechende Verstecke. Und das passiert nicht selten, da im Alarmfalle fast überall Gegner sind. Besonders spannend wird es, wenn man auf dem Lande in der höchsten Alarmstufe unterwegs ist - da darf man für das nächste Versteck nämlich quer über die ganze Karte laufen.

Fazit

Der Saboteur macht vieles richtig, vieles aber auch falsch. In Summe bleibt ein unterhaltsames Sandbox-Spiel übrig, das viel von seinem Potenzial verschenkt, bisweilen auch unnötig. Dennoch aber weiß er eine Weile zu unterhalten. Insbesondere zum derzeit günstigen Preis ist die Anschaffung daher durchaus zu empfehlen.


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