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Rezensionen verfasst von
Andreas Donder (Hamburg)
(REAL NAME)   

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Die U-Bahn Cops: Sex & Drugs & Gangsta Rap am Kottbusser Tor
Die U-Bahn Cops: Sex & Drugs & Gangsta Rap am Kottbusser Tor
von chipercy verlag
  Broschiert
Preis: EUR 9,90

5.0 von 5 Sternen BERLIN: Overground in den Underground und zurück, 30. Juli 2014
Die schnelle Story erschließt die Stadt Berlin mit ihren aktuellen Debatten ganz zeitkritisch aus einer neuen Perspektive. Die geschickt erzählte Reality Fiction inspiriert dazu, neue Locations aufzusuchen. Gleich nach der Lektüre beendete ich die Nacht im "Ex `n Pop" auf der Potse. Ein mir bis dato gänzlich unbekannter Club. Meine Berliner Begleitung hat das kleine Büchlein auch gleich erworben. Als Geschenk für die nächste Berlinbesucherin. Eine spannende Lektüre, die neue Türen öffnet .... und neue Lust macht auf Berlin, der Städte Queen.


Spirituelle Meister - Hoffnungsträger der Menschheit: Was die Religionen eint
Spirituelle Meister - Hoffnungsträger der Menschheit: Was die Religionen eint
von Hans-Ludwig Dornbusch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 27,10

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen IM GLAUBEN SIND WIR UNS EINIGER ALS WIR WISSEN ....., 27. Mai 2014
Glauben bedarf auch des Wissens.
Wir wissen zu wenig über den Glauben der anderen.

Der Autor macht die wichtigsten Religionen
anhand von Original-Zitaten transparent und inhaltlich vergleichbar.

Als Leser erkennt man schnell:
Die verschiedenen Religionen eint mehr als sie trennt.
Heutzutage ist das eine wichtige Erkenntnis.

Jede Religion definiert ihre eigenen Glaubensinhalte,
aber je näher man ihrem Kern kommt, desto unwichtiger
werden die Unterschiede.

Es ist wie im Marketing. Der Unterschied von einem Produkt und seinem
direkten Konkurrenzprodukt ist oft nur per Definition vorhanden und
ein Ergebnis von Rhetorik.

Pepsi Cola und Coca Cola - auf der Oberfläche liegen zwischen beiden ganze
Weltanschauungen. Aber im Kern sind beides Erfrischungsgetränke.

Wie werden Sie den Islam und das Christentum nach der Lektüre dieses
erhellenden Werkes sehen? Am besten Sie lesen selbst.


Sand
Sand
von Wolfgang Herrndorf
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ist das Leben ein Musterkoffer voller Herrlichkeiten?, 23. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Sand (Taschenbuch)
In meinem Verständnis handelt es sich um einen Rätseltext. Um ein modernes Sphinx-Rätsel nach der Existenz des Menschen. Die Schlüssel zum Roman sind schwer zu finden. Verschwinden immer wieder im Sand. Ein General-Schlüssel für Herrndorfs letztes Werk „Sand“ scheinen mir die Namen zu sein.

Die gesuchte Person im Roman heißt „Cetroit“ ..... französisch übersetzt: „es sind drei“. Wer geht am morgen auf vier Beinen, am Mittag auf zwei und am abend auf dreien? .... Immer ist es der Mensch. Immer ist es derselbe. Aber in anderer Form. Cetroit gibt es nicht als Person. Es ist eine Idee.

Strukturell treibt der Autor den Leser samt Protagonisten Carl durchs klassische Labyrinth. Der rote Faden wird vom Protagonisten immer wieder neu rein durch Zufall gefunden. Der Leser muss sehr wachsam sein, wenn er dabei selbst nicht verloren gehen will. Witzige Einfälle halten ihn auf Trab und bei der Sache. Obwohl es, wie im echten Labyrinth auch, Längen gibt. Ich sage nur: alles Pareto. 20% der Handlung ist spannend, 80% ist Redundanz. Wie im echten Leben auch.

Die Reise durchs Labyrinth erfolgt auf drei Ebenen: Traum, Rausch und Realität. Und durch diverse Mischformen. Wenn der Protagonist in der Wüste dem Ouz begegnet, wo sind wir dann? In der Wüste? Oder in einer Vision? Das Ouz ist kein handzahmes Tierchen. Und gibt es natürlich auch nicht in echt. Ein Verweis auf den Zauberer Oz? Das Ouz ist hier der Überbringer einer Botschaft:

"A man may be born, but in order to be born he must first die, and in order to die he must first awake."

Ein sehr kurioses Detail wird hier aus dem Ideen-Koffer gezogen. So wie man auf orientalischen Märkten, besonders im Magreb, bei den Zauberern und Händlern auf den Marktplätzen die seltsamsten Dinge findet. Die alle Symbolkraft, wenn nicht gar Zauberkraft besitzen. Der Zauber, der für den Europäer von diesen Dingen ausgeht, geht für den Afrikaner vom „Boli Boli“ aus, dem Boligrafo, dem Kugelschreiber. Das Ding, um den sich alles dreht. Der Stoff, der aus Ideen Geschichten machen kann. Oder Geschichte machen kann. Wenn das Elixier, die zwei Todeskapseln zum Einsatz kommen. Aber das versandelt ja alles. Und ohne Bauplan ist es eh sinnlos.

Herrndorf hat lange genug in Nordafrika herumgekifft, um diese Dinge zu kennen. Und dem Strom des Bewußtseins hin und her zu folgen bis an den Rand des Universums zu Gliese 381d und wieder zurück zu einer zerdrückten Coaldose im Sand unterm Reifen. Im Rausch ist alles gleich bedeutungsvoll. Und auf der realen Ebene schon nicht mehr. Kaum macht etwas Sinn, verfliegt der schon wieder im nächsten Reiz.

Lebe, stirb, werde und erwache. Es sterben vier. Vier Kommunarden durch Amadou Amadou. Auch so ein Namensrätsel durch Doppelung. Und am Ende stirbt der Protagonist Carl. Eine Unperson, die es nicht wirklich gibt. Eine Chimäre, eine Fata Morgana, eine Illusion. Nur ein Spiegel für den Leser mit dem Post-it dran: Finde dich selbst. Wenn nicht: Dann erfinde dich wenigstens selbst.

Wer aber glaubt, sich so einfach selbst zu finden, hat „auf Sand gebaut.“ Lieber Leser, es gibt dich nicht. Du bist die größte Illusion dieser Geschichte.

Und auch die hübsche Helen existiert nur als Namensrätsel. „Helen Gliese wohnt im Apartment 381d. Tatsächlich gibt es einen Planeten, der Gliese 381d heißt. Ein theoretisch bewohnbarer Planet. Der erste und bisher einzige, der erdähnliche Bedingungen aufweist“.

Das Buch ist sprachlich hervorragend, subtil und tiefgründig. Was soll ich empfehlen? Mehr Kürze in die Würze.

Im letzten Viertel wandert die Geschichte tief hinein ins innere Unbewußte, ins Böse, ins Dunkle und Mythische bis hin zum Ritualtod. Es geht zum Hüter der Schwelle, zum unbarmherzigen Dr. Cockcroft (was für ein Name) Erbarmungslose Folterei.

Dann Hoffnung als Carl überlebt, sich befreien kann, endlich den Ausgang findet, Tageslicht erblickt und dann sofort durch eine Kugel sterben muss. Der Tod als Metapher für Erlösung. Wusste Herrndorf eigentlich während der Arbeit, dass er sterben muss? Hatte er Schmerzen? Musste er Morphin nehmen? Brauchte er Hoffnung über den Tod hinaus?

"A man may be born, but in order to be born he must first die, and in order to die he must first awake."

Sand ist weit mehr als nur ein Agententhriller mit einem konfusen Plot und durcheinander gewürfelten Handlungsschnipseln. Spannend, verwirrend und geheimnisvoll ist die Handlung. Ein Puzzle, wie das echte Leben. Eine düstere Komposition, eine visionäre Zufallscollage und wenn es sich mal aufhellt, dann blendet die gleißende Wüstensonne. Und schon hat man den Überblick wieder verloren.

Herrndorf selbst beschreibt in "Arbeit und Struktur" sein verzweifeltes Ringen mit dem Material: "Viel größeres Problem: Dass die Handlung keiner kapiert ... Wahnsinnig Mühe darauf verwendet, alles wie ein Uhrwerk abschnurren zu lassen, aber Riesenproblem für jemanden, der noch nie richtig geplottet hat: die Informationsdosierung. Was sagt man dem Leser, um ihn auf die falsche Fährte zu locken, was sagt man, damit er das Gegenteil von dem annimmt, was man ihm zu insinuieren versucht, was sagt man am Ende überhaupt?" (Eintrag vom 6.10.2011)

Ja, was sagt man? Donder würde es als Autor so sagen: „Lieber Leser, dieses Buch zu schreiben, war eine Herkulesaufgabe. Es zu verstehen, ist natürlich ebenfalls eine Herkulesaufgabe. Lies es 10 Mal. So oft schreibt ein Autor jede seiner Seiten neu. Im statistischen Schnitt. Warum soll es für dich leichter sein, das alles zu kapieren, was ich ein Leben lang zusammengesammelt habe. Lies es wenigstens noch drei Mal. Ce trois!!! Oder lese wenigstens einmal die gute Inhaltszusammenfassung von Dieter Wunderlich. Dann geht dir vielleicht ein kleines Licht auf. [...]

Donder in Palermo, Caffe Riso, 12.4.2014, 17:43 Uhr
Gerne gelesen in 5 Tage in 15 verschiedenen Cafés in Hamburg, Catania, Syracrus und Palermo.


Brainfluence: 100 Arten, wie Sie mit Neuromarketing Konsumenten überzeugen können
Brainfluence: 100 Arten, wie Sie mit Neuromarketing Konsumenten überzeugen können
von Roger Dooley
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen VERKAUFEN SIE ANS GANZE GEHIRN, 25. Oktober 2013
An "Brainfluence" gefällt mir, dass der Autor erklärt,
warum bestimmte Dinge in der Werbung gut funktionieren.
Und zwar aufgrund unseres Gehirns.

Das praktische Anwendungs- und Lehr-Buch ist voll mit großen
Einsichten, die in verschiedenen Bereichen eines Unternehmens
Verwendung finden können. Alles durch solide Forschung abgesichert.
Für Texter, Designer, Marketingprofis, Vertriebler und Werber,
die ihre Kunden fundiert beraten oder überzeugen wollen, ist es ein
unverzichtbares Nachschlagewerk.

„Brainfluence“ liefert praktische Marketing-Erkenntnisse aus der
neurologischen Forschung. Es sind 100 kurze Kapiteln,
die du kreuz und quer lesen kannst. Mit jeweils einer
neurowissenschaftlichen Erkenntnis und wie man sie im Marketing verwenden könnte.

Der "100 Ideen"-Ansatz ist gleichzeitig eine großartige Sammlung von Praxis-Beispielen,
wie gemacht zum gezielten Weitergeben gegen harte Währung an deine Kunden und die es
werden wollen. Ich konnte definitiv für meine bestehenden Kunden sofort einige Ideen
ableiten, die ich für mindestens 2000€ verkaufen kann.

Es ist wie ein persönlicher Business-Coach, der dir gute Ratschläge gibt,
von der Preis-Strategie bis hin zur Vertrauensbildung bei Kunden und
potenziellen Kunden. Auch für die Selbstvermarktung lassen sich gute Ideen ableiten.
Definitiv lesenswert!


Hooponopono -  Der Weg zu finanziellem Bewusstsein, Wohlstand, Dankbarkeit und mehr...
Hooponopono - Der Weg zu finanziellem Bewusstsein, Wohlstand, Dankbarkeit und mehr...
Preis: EUR 5,96

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DAS GELD LIEGT NICHT AUF DER STRASSE SONDERN IM BEWUSSTSEIN, 14. Oktober 2013
PRAXIS, Praxis, Praxis. Ohne Aktivität ändert sich nix.
Dieses Buch über „Hooponopono und Geld“ kann ich deshalb jedem empfehlen,
Der sein Geldbewusstsein optimieren will. Es ist ein extrem einfaches Trainingsprogramm.
Schon 20 Minuten am Tag reichen. So schnell kann man seinen Verdienst sonst nicht verbessern.

Die Anleitungen beinhalten Konflikt- und Vergebungsrituale, die schon tausendfach auf
familiäre und gesellschaftliche Konflikte angewendet wurden. Für den Zusammenhang mit
Geld war mir das bisher noch nicht bekannt. Sehr, sehr nützlich, um den Geldfluss zu
beschleunigen und mehr Wohlstand anzuziehen.

Ich habe schon viele Bücher über spirituelle Themen und Persönlichkeitsentfaltung gelesen.
Der Hooponopono ist ein genialer Universalschlüssel. Mir wurde durch die Lektüre klar,
dass mein Verstand stark auf Angstgefühle reagiert. Und wie ich das unterlassen kann.
Selbstbegrenzende Überzeugungen wie zum Beispiel „Ich schaffe es nicht oder Ich kriege
es einfach nicht hin“ lassen sich nach der Lektüre dieser simplen Anleitung deutlich
besser handhaben.

Die Bearbeitung finanzieller Themen kannte ich bisher nicht in dieser Deutlichkeit.
Ich danke Christoph Simon für diese leicht umzusetzbare Praxis-Anleitung.
Es ist eine hervorragende Investition.
Der „return on investment“ wird sich sicher schnell einstellen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 14, 2013 2:19 PM MEST


Geld Affirmationen - Die Balance zwischen Wohlstand und Glück
Geld Affirmationen - Die Balance zwischen Wohlstand und Glück
Preis: EUR 7,51

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine praktische Liebeserklärung ans Geld, 13. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Christoph Simon vertreibt den geistigen Muff behindernder Wahrheiten aus unserem Geldbewußtsein.
Was neu ist, ist die Perspektive, die er bei der Betrachtung dieses existentiellen Themas einnimmt.
Er sieht den Kontext: Wie wurde in der Familie über Geld gesprochen? Welches Geldbewußtsein
wurde geprägt?

Leute wie Kostolany beherzigten „Das Geld geht zu dem, der es mit unbegrenzter Leidenschaft begehrt.“
Aber wie macht man das, ohne geldgeil zu werden?

Wer von uns kennt schon die vier universellen Geldgesetze:

• Das Gesetz des Verdienens
• Das Gesetz des richtigen Ausgebens
• Das Gesetz des Sparens
• Das Gesetz des Investierens

Und wer kann sie anwenden? Die Lektüre des e-books transformiert Schritt für Schritt das Geldbewußtsein nachhaltig.
Da es sehr praxisorientiert aufgebaut ist und praktische Übungen anleitet. Der Leser lernt die Kraft der Affirmation
auf sein Geldthema anzuwenden. „Sie ist eine Befestigung. So wie ein Dübel, der in die Wand gebohrt wird, um der
Schraube festen Halt zu geben, damit sie später das ganze Gewicht halten kann“. Und er lernt sie auch anzuwenden.
Vergleichbar wie ein Sportler, der seine Übungen regelmäßig wiederholt. Bis sich nach einer Zeit die Früchte seiner
Arbeit einstellen. Christoph Simon ist aber auch Realist, der deutlich macht, dass man seine Affirmationsarbeit ein
Leben lang beibehält. Dass es unterm Strich einer kontinuierlichen Anwendung und der Gedankenhygiene bedarf.

Mit anderen Worten: positive Geldgedanken pflegen und negative Geldgedanken vermeiden.

Andreas Donder [...]


Der Honorar-Verhandlungsreport - Ab sofort setzen Sie als Selbstständiger Ihre Preise und Honorare durch
Der Honorar-Verhandlungsreport - Ab sofort setzen Sie als Selbstständiger Ihre Preise und Honorare durch
Preis: EUR 4,09

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für alle Selbständigen, 11. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hervorragende Zusammenfassung zum Thema Honorarverhandlung.
Das Wichtigste hat der Autor auf den Punkt gebracht plus eine
neue Perspektive: die eigenen Glaubenssätze zum Thema Geld und dem
Selbstwert und wie man sie ändert. Unbedingt lesen.


The Cut (Spero Lucas 1)
The Cut (Spero Lucas 1)
von George Pelecanos
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,08

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Short-Cut, 5. August 2012
Rezension bezieht sich auf: The Cut (Spero Lucas 1) (Taschenbuch)
Vor allem die guten Dialoge überzeugen. Wie ein Drehbuch geschrieben. Lesen als würde man einen Film sehen.
Die volle Präsentation des amerikanischen Life-Styles wurde mir irgendwann zu viel. Der Held konnte kaum das Haus
verlassen, ohne dass die Markennamen seiner Ausstattung aufgezählt wurde. Wie ein Werbe-Comic. Alle Lebensbrüche
des modernen amerikanischen Lebens werden zwar angesprochen, aber der American Dream bleibt unwidersprochen
und unkritisch bis zum happy end auf allen Ebenen. Die Amis sind und bleiben die Guten. Auch wenn es ein paar
Bösewichte in den eigenen Reihen gibt. Handwerklich gut, aber in der Aussage platt.


Die Straße
Die Straße
von Cormac McCarthy
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

2 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bis zum Ende der Straße, 15. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Straße (Taschenbuch)
Bin "Die Straße" bis zum Ende gegangen.
Das wird meine Qualität als Texter für traumatische
Werbung dramatisch steigern.

Etwas störend, dass am Ende das Gute siegt.

Vermutlich war es ein Wunsch des Verlages.
Da saß eine Lektorin, die das Buch gehasst hat.
Und Migräne kriegte von der Lektüre.
Und dann dieses schräge Ende gefordert hat.

Cormarc hätte sie am liebsten mit einem
überdimensionalen Einkaufswagen plattgefahren.

Mußte aber ihrem Wunsch nachgeben.
Weil er das Honorar brauchte.
Für seinen crackabhängigen Sohn?
Für eine teure Scheidungsklage?
Oder was anderes traumatisches.

Ich wurde an Orte in der deutschen Provinz erinnert,
die so traumatisch depressiv waren, dass ich
sie am liebsten sofort einäschern wollte.

Wahrscheinlich hat es Cormarc genauso getan.
Er ist durch die hässlichen amerikanischen
Städte gefahren und hat sie in der Phantasie eingeäschert
und dann daraus das Material für sein Buch
gewonnen.

In seinem Buch "Grenzgänger" sitzt der Held am Ende
heulend auf der Straße.

Und das ist das einzig tröstende des ganzen Buches,
dass der Held am Ende in dieser ganzen Hoffnungslosigkeit
ein Gefühl zulässt. Das habe ich geschätzt.
Dagegen ist das Ende der Straße etwas lau.

Kommt trotzdem auf meine 100er Leseliste.


Kein Land für alte Männer
Kein Land für alte Männer
von Cormac McCarthy
  Taschenbuch

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vollstrecker des Schicksals, 1. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Kein Land für alte Männer (Taschenbuch)
McCarthys Werk "Kein Land für alte Männer" kann man aus vielen Perspektiven lesen.
Und das wurde ja bereits ausführlich getan.

Ich möchte mich auf einen bisher noch nicht behandelten Aspekt konzentrieren.
Dazu fokussiere ich zunächst auf Anton Chigurh als eine der Schlüsselfiguren.
In diesem eiskalten Killer könnte man auch eine Personifikation von Charon sehen,
dem Fährmann, der für eine Münze die Toten zum Totengott Hades begleitet.

Auch Anton Chigurh lässt einige seiner Opfer die Münze werfen. Wie in einem
Halslöserätsel dürfen sie zwischen Kopf oder Zahl wählen. Bevor er sein
Bolzengerät ansetzt und ihnen dann das Lebenslicht bildlich gesprochen mit
einem Hochdruck-Bolzen ausbläst. Dies ist ein Gerät aus den industriellen
Schlachthöfen, das dort den "großen Hammer" ersetzt hat mit dem man die Tiere
früher mit einem Schlag vor den Kopf tötete.

"Die Etrusker kannten den Gott Charun, eine Art von Würger, von einem
schrecklichen halbtierischen Äußeren und mit einem "großen Hammer" bewaffnet,
bald in der Schlacht mordend, bald die Verstorbenen in die Unterwelt geleitend
oder Wache an der Grabespforte haltend". (Wikipedia)

In dieser Lesart eröffnet sich mir eine mysthische Dimension der Geschichte,
die auf den Seiten 231 bis 237 ihre Schlüsselszene hat. Kurz vorher ist die
rein weltliche Handlung abgeschlossen. Chigurh hatte seinem Auftraggeber das
von Moss entwendete Drogen-Geld zurückgebracht. Und eigentlich ist die
Geschichte jetzt rund und abgeschlossen.

Aber nun geschieht etwas sehr absurdes: Chigurh tötet die unschuldige Freundin
von Moss. Bevor er das tut, führt er mit ihr ein völlig verrücktes
Überzeugungsgespräch an deren Ende sie einverstanden ist zu sterben:
"Ja, sagte sie schluchzend. Das versteh ich. Wirklich. Gut, sagte er.
Das ist gut. Dann erschoss er sie." Seite 237 rororo-Taschenbuchausgabe.

Chigurh deutet sich selbst als Vollstrecker höherer Schicksalsmächte '
er sagt zu Carla Jean "Es lag nicht in meiner Hand. Jeder Augenblick im
Leben bildet eine Abzweigung, und jeder verlangt eine Entscheidung.
Irgendwo haben Sie eine Wahl getroffen. Aus der sich alles bis hierher
ergeben hat. Da wird peinlich genau Buch geführt. Die Form ergibt sich.
Keine Linie lässt sich ausradieren. (....) Der Weg eines Menschen durch
die Welt ändert sich selten, und noch seltener ändert er sich abrupt.
Und die Form Ihres Weges war von Anfang an sichtbar." Seite 236, ebda.

Mit anderen Worten: "Du hast irgendwo die Entscheidung gefällt, die
nun Ursache ist für deinen Tod." Hier macht er aus seinem Opfer einen Täter.
Einen Selbstverursacher.

"Ich hab es kommen sehen, sagte die Mutter (Carla Jeans Mutter) Ich habe es
schon vor drei Jahren gesagt." (Seite 183) Sie bezieht sich dabei auf den
Mann Moss mit dem ihre Tochter seit drei Jahren verheiratet ist. Als sei er
die "Entscheidung" gewesen, die nun zu all den Komplikationen in ihren Leben
führt - nach dem Motto "Mit gegangen, mit gehangen."

Carla Jeans Entscheidung mit Moss zu gehen, ist auch eine Entscheidung
seinen Schicksalsweg zu teilen. Er kam in ihr Leben wie ein Schicksalsbote,
auf den sie gewartet hatte. Zu dem sie damals ja sagte. Muss sie jetzt ihr
"ja" wiederholen? Wer A sagt muss auch B sagen. Wenn man sich die "schicksalshafte
Textstelle" noch mal zu Gemüte führt, liest man auf Seite 122, wo Carla Jean
gerade dem Polizisten Ed Tom Bell erläutert wie sie Moss kennengelernt hat:
"(....) er hat mich angeschaut und gefragt: Wann machen Sie Schluss? Und das
war's auch schon. Ich (Carla Jean) hab nicht den geringsten Zweifel gehabt.
Damals nicht, heute nicht, überhaupt nie."

Kurios, dass Moss gleich zu Beginn die Frage nach dem Schluss stellt.
Aber das ist wohl eine Spitzfindigkeit.

Jedenfalls ist die Frage nach dem geteilten Schicksal eine der
großen unbeantworteten Fragen dieses Buches. Die dem Leser noch
in einem anderen Zusammenhang präsentiert wird. Als Gewissensfrage,
die Ed Tom Bell mit sich herumschleppt wie eine Stahlkugel.

In seiner Zeit als GI im Kampf gegen die Nazis hatte Bell seine sterbenden
Kameraden in einer tödlichen Situation zurückgelassen. Und für einen
anderen Aspekt dieser gleichen Situation auch noch einen Heldenauszeichnung
erhalten. Auch er war mitgegangen. Aber er ist den Schicksalsweg, der ihn
zusammen mit seinen Kameraden in den sicheren Tod geführt hätte, nicht
mitgegangen. Diese Entscheidung zermürbt sein ganzes Leben. Es ist als
"hätte er sich sein eigenes Leben gestohlen." Seite 255 Und lässt sich
mit dem was dann von einem noch übrig bleibt noch etwas eigenes machen?
Nein, sagt Ed Tom Bell auf Seite 255 Er hat "das beste draus gemacht,
aber es war trotzdem nicht meins. Ist es nie gewesen." Seite 255

Welche Entscheidungen sind die richtigen, welche die falschen? Und vor
allem: wer entscheidet über richtig und falsch, gut und böse? Chigurh,
der wie ein Geist auftaucht und verschwindet, richtet nicht jede Entscheidung.
Ed Tom Bell entgeht ihm nur knapp. Im Film der Coen-Brothers viel knapper
noch als im Buch.

Unterm Strich: was ist gut, was ist böse, was ist Schuld, was die richtige
und was ist die falsche Entscheidung das sind allesamt Fragen, die sich
nicht so einfach beantworten lassen.


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