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Rezensionen verfasst von
Chr Funke-Smolka "CFS" (Dortmund, NRW)
(REAL NAME)   

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Das Auge des Bösen - Filmart Giallo Edition Nr. 1 [Limited Edition]
Das Auge des Bösen - Filmart Giallo Edition Nr. 1 [Limited Edition]
DVD ~ Howard Vernon
Wird angeboten von Mediafoxx
Preis: EUR 26,67

5.0 von 5 Sternen Das Auge des Bösen, 19. Juni 2013
Das Auge des Bösen
(filmArt)

Ein Frauenmörder geht um. Die Polizei ist kurz davor ihn zu fassen. Vor Gericht schwört der gewalttätige Psychopath jedem den Tod, der an seinem Prozess beteiligt war. Schuldig gesprochen gelingt ihm die Flucht. Dieses Unterfangen kostet ihn jedoch bei einem Motorradunfall seinen Kopf. Kurz danach scheint der Fluch des Gewalttäters Wirklichkeit zu werden: Grausame Morde geschehen, der Ripper meuchelt weiter! Sein Tatwerkzeug: Ein scharfes Messer!
Besonders das Umfeld eines hiesigen Bordells scheint Schwerpunkt der Verbrechen zu sein. Kann Inspektor Pontaine das blutige Treiben beenden und herausfinden, wer für die immer schrecklicher werdenden Gräueltaten verantwortlich ist?

Meinung zum Film:

Der Giallo, ist laut Wikipedia ein spezifisches italienisches Subgenre des Thrillers, das von Mario Bava in den 1960ern begründet wurde und in den 70ern seinen Höhepunkt hatte. Thematisch orientierte sich das Genre an den literarischen Groschenheften, die gleichzeitig auch auf deren gelben Einband bezogen, den Begriff dieser Filmgattung prägten.
Für den Filmfreund jedoch stellen die Gialli eine wahre cineastische Wundertruhe voller teils noch unentdeckter Perlen dar, die in ihrer Vielfalt oftmals inhaltlich hanebüchen aber visuell absolut berauschend sind (jedoch hapert es manchmal auch daran, was den Unterhaltungswert des entsprechenden Films aber nicht unbedingt mindern muss). Wo sonst findet man eine teils so offen dargestellte Verknüpfung von Morden im Kontext einer psychosexuellen Pathologie, ritualisierte Gewalt mit deutlichen Fetisch-Motiven und das Ganze dargestellt in einer wunderbaren Bildästhetik mit teils waghalsigen Kameraperspektiven und einer halluzinierenden Musikuntermalung. Für den Freund des gehobenen Thrillers finden sich in diesem Genre einige der bahnbrechendsten Filme, die auch aus heutiger Sicht noch immer wahre Meisterwerke sind (die alten Argentos, „Blutige Seide" oder der eher als Huldigung zu sehende, wesentlich aktuellere Film „Amer“) und stilistisch gerne von anderen Filmschaffenden kopiert werden.

Das Label filmArt scheint sowohl das Genre, als auch dessen Freunde zu schätzen, denn anders lässt sich solch eine liebevolle und wirklich gelungene Veröffentlichung wie die hier vorliegende nicht erklären! In der filmArt Giallo Edition Nr. 1 präsentieren sie eine der eben erwähnten Perlen des Genres, nämlich den Film Das Auge des Bösen, der angeblich auf eine Geschichte Edgar A. Poes basieren soll (der Ärmste rotiert wohl permanent im Grabe, wenn er hört, welche Filme alle auf seine Ideen zurückgreifen).

Regisseur Ferdinando Merighi, geboren 1924 in Rom, war als Regisseur nicht besonders fleißig! Lediglich drei Filme gehen auf sein Regiekonto (ansonsten fungierte er regelmäßig als Second Unit Director bei Filmen, deren Titel alleine schon gerahmt gehören: „Tote faulen in der Sonne“, „Antreten zum verrecken“ oder „Rocco – Ich leg‘ dich um“), wobei der hier vorliegende Das Auge des Bösen wohl sein erfolgreichster war. Sein unterhaltsamster war es aus meiner Sicht definitiv! Man sollte jedoch als Zuschauer nur unter bestimmten Voraussetzungen an die Bewertung gehen, denn seitens Dramaturgie, Szenenaufbau, Schauspielführung und Tricktechnik kann hier nicht mit gängigen Maßstäben bewertet werden. Das bedeutet, dass Menschen, die standardisierte, massenkompatible Blockbuster als Gipfel der Filmkunst ansehen, sich gerne an dieser Stelle ausklinken können, jedoch jeder, der dem etwas abseitigem Filmwerk nicht abgeneigt ist, herzlich eingeladen ist, weiterzulesen!

Das Auge des Bösen ist, ich muss hier leider einmal gnadenlos ehrlich sein, Trash! Herrlicher, extrem unterhaltsamer, liebevoll gestalteter Trash, aber eben Trash. Dazu sogar mit Howard Vernon, Gordon Mitchell, Rolf Eden, Robert Sacchi und Anita Ekberg prominent besetzt und für die deutsche Version sehr gut synchronisiert.
Ferdinando Merighi, der hier offensichtlich auf der Erfolgswelle des Genres mitschwimmen wollte, inszeniert seinen Film dabei jedoch mit der Feinfühligkeit eines freischwingenden Vorschlaghammers. Aus diesem Grunde erreichte er seinen Ruf auch nicht wegen der cleveren Dramaturgie und des konsequent aufgebauten Spannungsbogens, sondern wegen seines sleazigen Grundcharakters und einiger härterer Szenen, hier insbesondere die berühmt-berüchtigte Augenszene! Was aber für den wohl höchsten Unterhaltungswert beim Zuschauer sorgt, sind die eher unfreiwillig komischen Momente. Denn welcher Pathologe, der hier auch noch entsprechend unsympathisch aussieht, hat beispielsweise ein eigenes Labor im Keller, an dem er mal eben an mitgebrachten Schädeln und Augäpfeln herumschnippelt, nur um von einer halbnackten, aufreizenden Blondine, anscheinend seine Ehefrau, gefragt zu werden, ob er denn nicht mit ins Bett wolle, worauf er verneint und sich wieder seinem wahren Objekt der Begierde widmet. Da er anscheinend keine Haustür besitzt, kommt kurze Zeit später ein Ermittler herein und fragt fluffig, ob er den Kopf wieder mitnehmen könne! DAS, liebe Leser, ist wahre Unterhaltungskunst und ein Szenenaufbau in seiner absoluten Vollendung (wenn man drei Bier intus hat). Das krasse aber ist, im Film wimmelt es nur so von solchen großartigen Momenten!

Der auf 1000 Stück limitierten Veröffentlichung von Das Auge des Bösen durch das Label filmArt gebührt an dieser Stelle ein dickes Lob! Giallo-passende gelbe Hülle mit VHS-Covermotiv, ein interessantes und informatives Booklet von Heiko Hartmann und Bonusmaterial, was den Fan staunen lässt. Neben der ungekürzten DVD-Fassung (86 Minuten) gibt es die deutschsprachige Langfassung, welche mit 79 Minuten aber kürzer ist als die DVD-Fassung. Zudem gibt es alternative Szenen, hier fällt vor allem die alternative „Augen-Szene auf, die zwar stark verrauscht ist, aber eine echte Rarität darstellt, den italienischen Filmanfang und Abspann, eine Bildergalerie und einen Originaltrailer.

Das Auge des Bösen ist ein stylischer Film, der charmant und äußerst unterhaltsam ist (wenn man denn einen entsprechend ausgelegten Filmgeschmack hat), durch eine sehr liebevolle und kompetente Veröffentlichung dem Fan die Freudentränen in die Augen treibt und mich deshalb restlos begeistert hat! Eine Veröffentlichung, die jeder Freund des gepflegten Unterhaltungsfilms in seiner Sammlung stehen haben sollte!

Christian Funke-Smolka

Before Watchmen, Bd. 1: Minutemen
Before Watchmen, Bd. 1: Minutemen
von Darwyn Cooke
  Broschiert
Preis: EUR 16,95

5.0 von 5 Sternen Before Watchmen: MINUTEMEN, 19. Juni 2013
Before Watchmen:
MINUTEMEN
Darwyn Cooke
(DC Comics/Panini Comics)

Darauf haben die Fans ein Vierteljahrhundert gewartet: Die Prequels zu Alan Moores Kultklassiker Watchmen! Die Minutemen sind eine Vereinigung kostümierter Verbrechensjäger in den 40er-Jahren. Sie werden bewundert und bestaunt - doch jeder von ihnen hütet düstere Geheimnisse. Ein grandioser Comic - geschrieben und gezeichnet von Darwyn Cooke.

Endlich - die Prequels zu ALAN MOOREs Kultklassiker

Die KOMPLETTE Miniserie MINUTEMEN in einem Band
Ein grandioses Comic-Erlebnis - packend, düster, erregend!
Darwyn Cooke führt durch drei Jahrzehnte Comic-Welt!
In den USA ein Mega-Hit!

Meinung zum Comic:

Ich muss gestehen, dass ich sehr skeptisch war, ob die Before Watchmen – Veröffentlichungen die extrem hohe Qualität der Vorlage von Alan Moore und Dave Gibbons gerecht werden können. Hat mir die Rorschach-Mini-Serie aufgrund ihrer dichten Atmosphäre und der dynamischen Zeichnungen gut gefallen, bin ich nach Sichtung der hier vorliegenden Veröffentlichung Before Watchmen: MINUTEMEN (DC Comics/Panini Comics, 176 Seiten, €16,95) von Autor und Zeichner Darwyn Cooke jedoch nun restlos überzeugt!

Darwyn Cooke begann bereits 1985 seine Karriere als Comic-Künstler und Grafik- und Produktdesigner. 1990 wechselte er zu den Animationsstudios von Warner Brothers, wo er erstmalig mit DC Comics, die Teil von Warner Brothers sind, in Berührung kam. Hier war er für die Animated Series von Batman und Superman verantwortlich, später kam er mit Jeph Loeb zusammen, um das Batman/Spirit – Crossover zu gestalten, für welches sie 2005 den begehrten Eisner-Award erhielten. Nur ein Jahr später erhielt Cooke ihn erneut, dieses mal für seinen Beitrag zur DC-Reihe „Solo“. Hier nun wagt er sich an die ambitionierte sechsteilige Mini-Serie MINUTEMEN, um die Vorgeschichte der Watchmen zu präsentieren.

Als erstes fällt dem geneigten Leser die klassische, beinahe altmodisch wirkende aber bewusst so inszenierte Gestaltung ins Auge. Hier gelingt Darwyn Cooke eine perfekte Anlehnung an die klassischen Watchmen so wie eine Anlehnung der in den Jahren des Geschehens üblichen Form der Graphic Novels. Klare Linien und Strukturen wiegen einen bei einer oberflächlichen Betrachtung in trügerischer Sicherheit, denn erst durch den Inhalt werden dem Leser die Komplexität und die Tiefe der tragisch-dramatischen Geschichte offenbart. Diese ist dabei das Kernstück der Serie, denn hier wird der Inhalt weit über der Bildgestaltung angesetzt. Die Bilder können überzeugen, die Story jedoch ist der Hammer! Im großen Rahmen auf mehrere Jahrzehnte angelegt, wird hier in Form eines biografischen Buches eines der Protagonisten (Hollis Mason, besser bekannt als „Nite Owl“) der titelgebenden Minutemen eine Geschichte erzählt, die die tragischen Hintergründe dieser Heldengruppierung erzählt. Dies wird dabei geschickt in eine Rahmenhandlung gepackt, die virtuos zwischen Drama und Thriller anzusiedeln ist. Hier zu viel zu verraten würde eindeutig den Spaß am Buch verderben!

Natürlich kann man über die Notwendigkeit eines Prequels ohne die Mitwirkung des sich von DC Comics nach diversen Disputen zurückgezogenen Alan Moores streiten. Lässt man diesen Aspekt bei seiner Betrachtung jedoch außen vor, ist Before Watchmen: MINUTEMEN eine grandiose Graphic Novel mit einer tiefgehenden, faszinierenden und überaus fesselnden Geschichte, der ein entsprechender Erfolg gebühren würde! Ich kann auf jeden Fall eine klare Empfehlung aussprechen! Bleibt nur zu hoffen, dass die restlichen Before Watchmen -Veröffentlichungen diese hohe Qualität halten können!

Christian Funke-Smolka

The Impossible [Blu-ray]
The Impossible [Blu-ray]
DVD ~ Naomi Watts
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen The Impossible, 18. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: The Impossible [Blu-ray] (Blu-ray)
The Impossible
(Concorde Home Entertainment)

Thailand, Dezember 2004.

Henry (Ewan McGregor) und Maria Bennett (Naomi Watts) freuen sich auf
den gemeinsamen Urlaub mit ihren drei Söhnen in einem malerischen Ferienressort direkt am Meer. Begeistert von den ersten Eindrücken und dem Weihnachtsabend am Strand, verbringt die Familie einen entspannten Tag am Pool, als die Erde jäh zu beben beginnt und ein Tsunami unmittelbar zuschlägt. Durch die gewaltigen Flutwellen wird die Familie getrennt, Maria und ihr ältester Sohn Lucas (Tom Holland) werden von der Flut ins Landesinnere geschleudert, Henry und seine beiden jüngsten Söhne finden sich im zerstörten Hotel wieder.
Eine erschütternde Odyssee beginnt und ein Kampf ums Überleben…

Meinung zum Film:

Der spanische Regisseur Juan Antonio Bayona schuf im Jahr 2007 mit seinem Genrebeitrag Das Waisenhaus einen atmosphärischen und sehr stimmigen Film, der sowohl Fans als auch Kritiker zufriedenstellte. Mehrere Nominierungen und Festivalpreise waren der Lohn. Doch danach kam fünf Jahre nichts. Nun meldet er sich mit einem neuen Film zurück, der, was mich überraschte, eine spanische Produktion auf internationalem Niveau ist (ich war der festen Überzeugung, es handele sich um eine US-Produktion), in den Hauptrollen prominent besetzt wurde, jedoch ansonsten wieder seine Stammcrew aus seinem Regiedebüt an Bord hat. Thematisch behandelt er in seinem aktuellen Film The Impossible eine Katastrophe, die am 26. Dezember 2004 die Welt erschütterte: die drei Tsunamis, die Thailand und weite Teile Indonesiens überrollten!

Die Story orientiert sich dabei an dem Schicksal der spanischen Familie Belón, ändert aber sowohl die Namen, die Nationalität als auch einige Handlungsmomente für die Filmadaption um. Doch die Mitwirkung von Maria Belón sollte garantieren, dass noch genug wahre Momente in dieser als „True Story“ markierten Verfilmung zu finden sind.
Das Paar, welches beispielhaft für tausende Schicksale dieser Katastrophe steht, wird dabei überzeugend durch Ewan McGregor und Naomi Watts verkörpert.

Juan Antonio Bayona orientiert sich bei der Gestaltung seines Film eindeutig am emotional mitreissenden, technisch perfekten Kino von Hollywood-Größen a’la Steven Spielberg. Sein Ziel war es, sowohl den Moment der Katastrophe, als auch die darauffolgenden Stunden und Tage authentisch einzufangen und mit seiner Geschichte das Publikum aufzurütteln, zu fesseln aber auch Mut zu machen. Klingt auf den ersten Blick ziemlich nach einem Hollywood-Rührstück, ist es aber glücklicherweise bis auf ganz wenige Momente nicht geworden!
Beeindruckend geling ihm gleich zu Beginn die Darstellung der Tsunamis. Selten hat man in einem Film solch ein beklemmendes Gefühl der Hilflosigkeit und des ausgeliefert seins erlebt, wie in diesen intensiven Szenen. Aber auch die nachfolgenden Sequenzen, wenn man als Zuschauer die wahren Auswirkungen der Flutwellen zu Gesicht bekommt, lassen einen nicht mehr los. Beinahe meint man, die Schmerzen und die Anstrengungen der Protagonisten am eigenen Leib zu spüren. Hier haben vor Allem Naomi Watts und Jungdarsteller Tom Holland meinen größten Respekt verdient. Ihr Schauspiel geht einem echt zu Herzen und wirkt an keiner Stelle überzeichnet. Dies hatte zur Folge, dass Naomi Watts eine Oscar-Nominierung für ihre Darstellung bekam. Aber da der gesamte Film hervorragend inszeniert und sensibel erzählt ist, gab es zu der eben erwähnten Nominierung noch zahlreiche andere berechtigte Nominierungen als auch Auszeichnungen.

The Impossible erscheint nun für das heimische Kino bei Concorde Home Entertainment. Bild und Ton sind hervorragend und ohne sicht- oder hörbare Makel. Der Bonussektor bietet zudem weiterführende Informationen in Form eines kurzen Making of, einem Kurzbericht über die Darsteller, entfallene Szenen, dem Originaltrailer und einer Programmshow.

The Impossible ist ein fesselnder und mitreißender Film, dem es gelingt, die Tragweite der Tsunami-Katastrophe von 2004 vielleicht nicht in seiner Gänze greifbar zu machen, aber jedoch einen intensiven Eindruck der Tragödie zu vermitteln. Eine hervorragende Inszenierung, die großartige Bildgestaltung und sehr gute Schauspieler machen The Impossible zu einem Film voller Wucht und Intensität. Emotionales, großes Kino, wie es sein soll!!!

Christian Funke-Smolka

Before Watchmen, Bd. 2: Rorschach
Before Watchmen, Bd. 2: Rorschach
von Brian Azzarello
  Broschiert
Preis: EUR 12,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Before Watchmen: Rorschach, 14. Juni 2013
Before Watchmen:
RORSCHACH
Brian Azzarello & Lee Bermejo
(DC Comics/Panini Comics)

In Alan Moores Watchmen opferte er sich, um die Welt zu retten. Doch Rorschach ist kein Held, wie man ihn sich vorstellt. Er ist gnadenlos hart, gegenüber seinen Feinden und sich selbst. Und er ist da, wo die Stadt am dreckigsten und blutigsten ist - um die Unschuldigen zu retten oder zu rächen. Ein Comic, der unter die Haut geht.

Die KOMPLETTE Miniserie RORSCHACH in einem Band
Rorschach ist der düsterste Held der WATCHMEN
Bestseller in den USA
Absolut kultverdächtig!

Meinung zum Comic:

Wer den Klassiker Watchmen kennt (welcher ernsthafte Leser von Graphic Novels kennt dieses Meisterwerk den nicht???), kennt die faszinierende Figur „Rorschach“, dem Rächer im Trenchcoat mit der auffallenden und wandelbaren Gesichtsmaske und dem Schlapphut.

Hier erleben wir ihn im Sommer 1977 in New York, einer Zeit, wo die Stadt unter der hohen Kriminalitätsrate, dem massiven Drogenkonsum und der Korruption zu leiden hatte. Einer Zeit, wie man sie sonst in einem Martin Scorsese – Film zu sehen bekommt (der hier eine herrliche Huldigung seines Films „Taxi Driver“ erfährt!). Rorschach ist im realen Leben der manisch wirkende, ziemlich zerstörte Walter Kovacs, der eine Mission hat: die Bösen zu bestrafen. Aus diesem Grunde macht er Jagd auf brutale Zuhälter, skrupellose Drogendealer und andere Gangster. Sein Interesse wird geweckt, als der Frauenmörder „Der Barde“ die Stadt unsicher macht. Doch seine Suche nach dem geheimnisvollen Mörder wird zu einer selbstzerstörerischen Jagd, die Rorschach weit an die eigenen Grenzen und teilweise auch darüber hinaus führt!

Before Watchmen: RORSCHACH (DC Comics/ Panini Comics, 110 Seiten, €12,95) ist Teil der sich auf acht Bände ausdehnenden Vorgeschichte zu den Vorgängen des Alan Moore/ Dave Gibbons-Meisterwerks. Jeder der Bände widmet sich dabei einem anderen der aus Watchmen bekannten Figuren und erzählt brandneue Geschichten aus der Zeit vor den Watchmen. Für die hier vorliegende vierteilige Mini-Serie um den Charakter Rorschach, welche in dem Zeitraum Oktober 2012 bis April 2013 in den Staaten erschien, haben sich Autor Brian Azzarello und Zeichner Lee Bermejo zusammengetan.

Azzarello, seit Mitte der 90er Jahre als Comic-Autor tätig, hat sich mit Klassikern wie „100 Bullets“ oder „Batman: Kaputte Stadt“ einen Namen gemacht und war der erste Amerikaner, der „Hellblazer“ texten durfte. Sein Markenzeichen ist sein sehr düsterer Erzählstil!

Lee Bermejo begann im Jahr 1997 seine Karriere als Zeichner mit seiner Arbeit an „Resident Evil“ oder „Gen 13“. Zusammen mit Brian Azzarello arbeitete er zum Beispiel an den Büchern „Batman: Joker“ oder „Lex Luthor: Mann aus Stahl“. Obwohl er nie eine formale künstlerische Ausbildung genossen hat, ist er aus meiner Sicht einer der aktuell talentiertesten Künstler der Branche.

Before Watchmen: RORSCHACH ist ein sehr düsterer Einblick in das Leben einer der wohl faszinierendsten Figuren des Watchmen – Universums: Walter Kovacs. Die Geschichte fängt sowohl die Zerrissenheit und Verzweiflung dieser Figur als auch ihr dunkles und überaus kaputtes Umfeld gekonnt ein, welches nahezu perfekt und sehr dynamisch von Bermejo gezeichnet wurde. Die Miniserie ist ein faszinierender Thriller, der der Figur Rorschach zwar nicht viel Neues hinzufügen kann, aber sein innerlich und äußerlich zerrissenes Bild weiter ausbaut und mit einigen dramatischen Momenten ergänzt. Eine spannende, gut lesbare und hervorragend illustrierte Geschichte, die mich ziemlich begeistert hat!

Christian Funke-Smolka

Marvel Max #52 - Fury: Kriegsgeschichten (2013, Panini)
Marvel Max #52 - Fury: Kriegsgeschichten (2013, Panini)
von Garth Ennis
  Comic

5.0 von 5 Sternen Garth Ennis/Goran Parlov: FURY Kriegsgeschichten (MAX Comics/Panini Comics), 30. Mai 2013
Garth Ennis/Goran Parlov
FURY
Kriegsgeschichten
(MAX Comics/Panini Comics)

Im ersten Band ihrer neuen MAX-Serie widmen sich Superstar Garth Ennis und Zeichner Goran Parlov nach ihrem hoch gelobten Run an "PUNISHER MAX" nun Nick Fury. Sie zeigen uns, welche harten Entscheidungen der beste Spion der Welt inmitten des Wahnsinns der unerbittlichsten Kriege des 20. Jahrhunderts treffen musste.

Meinung zum Comic:

Die Veröffentlichungen unter dem Label MAX zeichnen sich durch ihre ernste Herangehensweise an düstere, mehrdeutige Geschichten, eine gelungene Figurenzeichnung und die nötige Härte aus, so dass man deutlich bemerkt, dass sich die einzelnen Veröffentlichungen an ein erwachsenes Publikum richten. So war es bei den Punisher-Veröffentlichungen und so ist es auch bei der vorliegenden Fury-Storyline. FURY – Kriegsgeschichten (MAX Comics/Panini Comics, 148 Seiten, €16,95) vereint die beiden Talente Garth Ennis (Preacher, Hellblazer, Punisher) und Goran Parlov MAX 18: Punisher – Barracuda), welche hier die Kriegsgeschichten unseres späteren Avengers-Bekannten Nick Fury erzählen.

Die anschließenden Anekdoten sind bezeichnend für den Autoren und Querdenker Garth Ennis: es sollte vor einigen Jahren ein Filmprojekt zu der Figur des Nick Fury geben. Als Hauptdarsteller zeigte sich George Clooney sehr interessiert, bis er eine der damaligen Geschichten, verfasst von Ennis, in die Finger bekam und las. Diese erschien dem Mimen als viel zu düster und brutal, weshalb er aus dem geplanten Film-Projekt ausstieg, was den Autoren jedoch wenig interessierte und er seinen inhaltlich eingeschlagenen Weg weiter verfolgte.
Nun gibt es mittlerweile eine cineastische Verkörperung der Figur Fury durch den Schauspieler Samuel L. Jackson, der jedoch im Gegensatz zu Clooney dunkelhäutig ist. Ein Umstand, den man in den aktuellen grafischen Avengers-Veröffentlichungen berücksichtigte und die Figur in den Graphic Novels ebenfalls in ihrer Hautfarbe anpasste. Nicht jedoch Garth Ennis, der sich einen Dreck um solche Vorgaben scherte und seine Vision einfach weiter hellhäutig anlegt. Dies kann sich auch nur ein Autor erlauben, der auf Grund seiner gleichbleibend sehr hohen Qualität und einer großen Fangemeinde einen entsprechend hohen Stellenwert in einem Verlag besitzt.

Nun aber zu der vorliegenden Veröffentlichung. FURY – Kriegsgeschichten. Dieser erschien als sechsteilige, toll gestaltete Mini-Serie zwischen Juli und Dezember 2012 in den Staaten und liegt hier als schmucker Sammelband mit Klappbroschur vor.
Autor Garth Ennis und Zeichner Goran Parlov präsentieren hier eine Geschichte, welche aus Sicht eines älteren, etwas abgerockten Nick Fury, der im Bademantel in einem Hotelzimmer sitzt, erzählt wird. Im Hintergrund liegen leere Champagner-Flaschen und drei nackte, schlafende Frauen auf einem breiten Bett. Fury jedoch sitzt an einem kleinen Tisch und spricht seine Geschichten in ein Tonbandgerät. Diese Geschichten sind Grundlage für FURY – Kriegsgeschichten und zeigen einen jungen Fury, der sich erst im Jahr 1954 in Indochina, sieben Jahre später dann in den Kriegs- und Kampfwirren um die Schweinebucht befindet. Hier soll er einen Kampf gegen Fidel Castro starten, um die Situation zugunsten der USA zu bewegen.

Ennis erweist sich erneut als einer der politisch versiertesten Autoren seiner Zeit. Er zeigt fundierte Kenntnisse der politischen Lage, erklärt anschaulich die Umstände der Krisensituationen, gibt ihnen aber durch seine tiefgehenden Geschichten und die gelungene Figurenzeichnung ein persönliches Gesicht. Genau das macht diese Stories auch so authentisch wie hart, denn neben der zynischen Weltsicht seiner Hauptfigur erspart er dem Leser keine Härte. Hier gibt es keine Gewinner oder Helden, denn jeder verliert irgendwas in dem grausam alltäglichen Kampfgeschehen. Zuallererst die Unschuld, später dann den Glauben an das Gute und oftmals auch sein Leben.
FURY – Kriegsgeschichten ist wirklich harte Kost, die sowohl fasziniert als auch erschreckt. Eine erwachsene, intelligente Story für ein mitdenkendes Publikum, welches beweist, wie vielschichtig und in die Tiefe gehend Graphic Novels sein können.

Christian Funke-Smolka

Deadpool killt das Marvel- Universum (2013, Panini)
Deadpool killt das Marvel- Universum (2013, Panini)
von Cullen Bunn
  Comic

4.0 von 5 Sternen Deadpool killt das Marvel-Universum (Panini Comics/Marvel), 26. Mai 2013
Cullen Bunn/Dalibor Talajic'
Deadpool killt das Marvel - Universum
(Marvel/Panini Comics)

Das Marvel-Multiversum! Unendliche Weiten voller Helden und Schurken! Was passiert allerdings, wenn Deadpool sich entschließt, es mit ihnen allen aufzunehmen? Wenn der Söldner mit der großen Klappe loszieht, um die Fantastischen Vier, Spider-Man, Wolverine, die X-Men und den ganzen Rest plattzumachen? Dann wirds ein blutiges Splatter-Schlachtfest...

Die komplette Splatter-Miniserie in einem Band!

Meinung zum Comic:

Wenn man dem Autor Cullen Bunn und dem Zeichner Dalibor Talajic' freie Hand lässt, muss man sich nicht wundern, wenn so was dabei heraus kommt. Deadpool killt das Marvel – Universum (Marvel/Panini Comics, 100 Seiten, €12,95) ist der auf Papier gebannte Irrsinn, in welchem sich der wahnsinnige und großmäulige Söldner Deadpool durch das Marvel-Superhelden-Universum schlitzt und meuchelt.

Vorgemacht hat es 1995 der damalige Neuling Garth Ennis (Preacher, Punisher), der sich in seinem Marvel-Debüt direkt in einem Alternativwelt-Reißer austoben durfte. Lange Zeit lag dieses Konzept dann brach, bis es Jonathan Maberry wieder hervorkramte und erst den Punisher und dann Wolverine auf einen tödlichen Feldzug schickte, die anderen Helden radikal zu dezimieren. Hier nun wird Wade Wilson, besser bekannt als tödlicher Deadpool auf die blutige Reise geschickt, den Helden zu zeigen, wo der Hammer hängt.

Die Story um Deadpools Psychiatrieaufenthalt und der unorthodoxen „Behandlung“ durch Psycho-Man ist hier nur sekundäres Mittel zum Zweck und liefert einen durchschaubaren Versuch, das Massaker durch ein Korsett einer Rahmenhandlung zu stützen. Letztendlich jedoch geht es bei der im Oktober 2012 in den Staaten erschienenen vierteiligen Mini-Serie nur darum, mal wieder kräftig auf den Putz zu hauen. Zeichnerisch auf solidem Niveau, werden hier, der Titel gibt es ja vor, in blutigen aber teils wenig dynamisch inszenierten Panels die wohl bekanntesten Figuren des Marvel-Universums reihenweise auf unterschiedlichste Weise niedergemetzelt. Die Cover der US-Originale warnen entsprechen eindringlich mit einem amüsanten Aufdruck davor, dass diese Geschichten NICHT in Kinderhände gehören. Was mich jedoch an der Geschichte begeistert hat, war das überaus gelungene Ende, welches die Story auf eine herrliche Meta-Ebene katapultierte.

Zusätzlich befindet sich noch im vorliegenden Sammelband der von Stuart Moore geschriebene und von Joe Quinones gezeichnete One-Shot Der Golden-Age-Deadpool, der jedoch nur bemüht komisch und textlich nicht immer gelungen ist (ich bin einfach zu alt für Textzeilen wie „Peace Homies“).

Deadpool killt das Marvel – Universum ist eine zur reinen Unterhaltung konzipierte, etwas plakative Geschichte, die sich nicht mit Nebensächlichkeiten aufhält. Hier wird geboten, was der Gorehound möchte: eine zwar simple, aber brutale Story! Wer sich darauf einlässt und keine intellektuell fordernde, tiefschürfend-komplexe Handlung mit eingehender Figurenzeichnung erwartet, wird bestens unterhalten.

Christian Funke-Smolka

Kalkofes Mattscheibe Rekalked: Staffel 1 - die komplette erste Hälfte ! (The Dark Kalk Returns) [3 DVDs]
Kalkofes Mattscheibe Rekalked: Staffel 1 - die komplette erste Hälfte ! (The Dark Kalk Returns) [3 DVDs]
DVD ~ Oliver Kalkofe
Preis: EUR 21,60

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kalkofes Matscheibe Rekalked: Staffel 1 - Die komplette erste Hälfte!, 19. Mai 2013
Fresse, Fernsehen!
Oliver Kalkofe is BACK FOR BAD! Der Mann mit der Mattschibe ist zurück! Deutschlands TV-KritikerPapstGott-Nr. 1 entert mit seiner vielfach preisgekrönten und von der Rat Pack Filmproduktion und Tele 5 produzierten Kultshow wieder die heimischen Flimmerkisten.
Medienterminator Kalkofe hat in den letzten Jahren den hassgeliebten Bildschirm eher gemieden, von außen betrachtet, darüber geschrieben und war ausgiebig auf Tournee. Entsprechend groß ist jetzt seine Motivation, dem deutschen Fernsehen mit dem nötigen Abstand mal wieder so richtig gepflegt und konstruktiv die Fresse zu polieren. O-Ton Kalkofe: „Man könnte ja meinen, es hätte sich inzwischen gebessert, doch das Gegenteil ist der Fall. Wäre das deutsche Fernsehen ein Pferd, man hätte es längst erschossen!”
Der ungewöhnliche Clou: genau wie zu Beginn der Mattscheibe-Ära bei Premiere in den 90er-Jahren liefert Kalkofe fein portionierte 15-minütige Shows. Somit ist Kalkofes Mattscheibe Rekalked endlich wieder das packende, aktuelle Konzentrat seiner spitzen Medienkritik.
Egal ob Astro-Else, Z-Promi im Dschungelcamp, Ex-Bundespräsident, Jenny Elvers, Lothar Matthäus, Harald Glööckler oder Formate wie "Schwer verliebt", "Villa Germania" und "Der Bachelor" - alle kriegen ihr Fett weg!
Das DVD-Box umfasst drei DVDs: die Folgen 1 - 9, die Folgen 10 - 17 (summiert 255 Minuten)und eine Bonus DVD. Im Grußwort und im interaktiven Menü ist Herr Kalkofe schon in einschlägigen Kostümen zu erleben. Die Bonus- DVD enthät den großen Jahresrückblick 2012 (58 Min), Making of Rekalked, Zwei Best- of- Folgen, Best of gernsehclub (Weihnachts- Spezial + Achim- Mentzel- Spezial) und eine Preview auf die zweite Hälfte.

Meinung: "The dark Kalk returns!" Bissig- kritisch wie wir ihn kennen.
Die beim Genuss des modernen TV- Programm oftmals aufkommende Frage "Ist das jetzt Satire???" ist oftmals schwer zu beantworten. Kann dieses Format in der Aufmachung, der Realisation durch mehr oder minder talentierten Moderatoren, Hellseher, Z- Promis und "Menschen aus dem echten Leben" als Unterhaltungseinheit für die breite Masse der TV Konsumenten tatsächlich ernst gemeint sein? Auch mit Hilfe des Medienkritikers und Verwandlungskünstlers Oliver Kalkofe kommt man nicht unbedingt zu einer Antwort, aber man fühlt sich mit seiner Verzweiflung wenigstens verstanden und kann letztendlich doch noch darüber lachen.
Nicht nur die TV- Formate an sich, auch die Großen der Politik des Jahres 2012, welche sich mit inhaltsarmen Reden und Interviews im privaten und öffentlich- rechtlichen Fernsehen zu Wort melden durften, vom seinerzeit im Schloss Bellwulff residierenden Ex- Präsidenten bis zur Königin der Moderationstechnik per Pause und raren, dennoch bedeutungsschwangeren Geste, Frau Merkel, werden in dem der DVD- Box enthaltenden "Jahresrückblick 2012" kritisch unter die Lupe genommen.
Schade ist, dass Herr Kalkofe immer wieder auf Verkaufssendern und solchen der überweltlichen Spiritualität landet. Der Effekt des Hand- gegen- die- Stirn- Schlagens erfolgt beim Zuschauer doch eher bei TV-Ausschnitten der einschaltquotenreichen Sendern. Andererseits: hätten wir jemals den Beitrag Bibel TVs zur exzessiven Kinderunterhaltung gesehen? Es gibt offenbar ganz unterschiedliche Arten des Fremdschämendes. Festzuhalten ist: Schmerz ist Schmerz... aber die Analyse des Kalk lindert diesen.
Die bunt bedruckte Umhüllung der DVD Box aus Pappe enthält neben der beschriebenen DVD- Box mit der ersten Hälfte der ersten Staffel Rekalked einen Platzhalter für die DVD mit der zweiten Hälfte - man darf sich freuen, diese füllen zu dürfen!

The Texas Chainsaw Massacre [2 DVDs]
The Texas Chainsaw Massacre [2 DVDs]
DVD ~ Marilyn Burns
Preis: EUR 17,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen TheTexas Chainsaw Massacre, 1. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: The Texas Chainsaw Massacre [2 DVDs] (DVD)
The Texas Chainsaw Massacre
(Turbine Media Group)

The Texas Chainsaw Massacre wurde als krank, pervers und gewaltverherrlichend abgestempelt, von der Kirche angegriffen, von Regierungen verboten und seinerzeit nur von den mutigsten Kritikern als „der Film, der Horror neu definierte“ gewürdigt. Das „Blutgericht in Texas“ hat das Publikum weltweit gespalten, schockiert und verblüfft, einen Maßstab in seinem Genre gesetzt und die Weichen neu gestellt.

1974 ließ Autor, Regisseur und Produzent Tobe Hooper seine düstere Vision auf die Menschheit los – eine Geschichte über fünf junge Freunde, deren unschuldige Fahrt ins Grüne an einem Sommernachmittag zum schrecklichen Alptraum wird. Für eine ganze Generation avancierte „Leatherface“ zur Horror-Ikone und der Film zum Kult. Tobe Hoopers Kettensägenmassaker bleibt ein Meilenstein des Exploitation-Kinos und zählt auch heute noch zu den Furcht einflößendsten Horror-Filmen aller Zeiten…

Meinung zum Film:

Blutgericht in Texas, oder auch der Originaltitel The Texas Chainsaw Massacre lassen einem Horror-Fan auch nach knapp 40 Jahren seit Erstveröffentlichung noch immer das Wasser im Munde zusammenlaufen. Kaum ein Film ist so berühmt -berüchtigt, wie dieser Meilenstein des Genres. Aber auch kaum ein Beitrag wurde aufgrund des Titels so oft verkannt, wie das Meisterwerk des damals noch sehr jungen Regisseurs Tobe Hooper, der mit diesem Film seine Karriere (nach der Fingerübung „Eggshells“) begann und gleichzeitig seinen wohl besten, wegweisendsten und nachhaltigsten Film drehte. Die Geschichte ist hinlänglich bekannt, bei neutraler und nüchterner Betrachtung auch so simpel wie effektiv, denn hier hat man die Essenz des Grauens auf ein Minimum an Story und ein Maximum an Wirkung konzentriert. Die Geschichte um fünf junge Menschen, Sally, ihr Bruder Franklyn, Jerry, Pam und Kirk die mit ihrem Bulli einen Ausflug durch das ländliche Texas machen und dabei auf eine kannibalische Familie treffen, deren ältester Sohn der degenerierte „Leatherface“ ist, der so heißt, da er eine, durch den Serientäter Ed Gein inspirierte, Maske aus Menschenhaut trägt. Die Familienmitglieder machen nun eine perverse und menschenverachtende Jagd auf die Ausflugsgruppe…

Wenn man den Inhalt liest, kann man sich ausmalen, dass solch ein Film keinen leichten Stand bei den Freigabestellen nahezu jeden Landes haben wird, war allen Beteiligten von vornherein klar. Dass durch die nihilistische, beinahe dokumentarische Inszenierung jedoch solch eine Welle der Empörung ausgelöst wurde, überraschte die Filmemacher dann doch.
In Deutschland erschien der Film im Jahr 1978 unter dem Titel Blutgericht in Texas in einer gekürzten Version im Kino, 1982 dann als Video. Hier folgte recht schnell erst die Indizierung und dann 1985 mit dem Vorwurf der Gewaltverherrlichung die Beschlagnahmung. Dieser Zustand hielt dann, obwohl der Film mittlerweile in vielen Ländern als Meilenstein des Horror-Kinos anerkannt wurde, mehrere Jahrzehnte an. Erst im Jahr 2008, als Turbine Media Group die deutschsprachigen Rechte an The Texas Chainsaw Massacre erwarb, bahnte sich eine Veränderung an. Es sollte jedoch noch ganze drei Jahre dauern, bis man im September 2011 durch das Landgericht Frankfurt am Main ein Urteil zugunsten des Klägers erwirkte und die Beschlagnahme aufgehoben wurde. Eine Neuprüfung durch die FSK brachte dann für die erstmals ungekürzte Version das „Keine Jugendfreigabe“-Siegel. Ein Triumph für Turbine, denn es ist damit erstmalig in der deutschen Filmgeschichte gelungen, einen indizierten und beschlagnahmten Film zu rehabilitieren.

Hier vorliegend haben wir nun das Ergebnis dieser intensiven Bemühungen durch Turbine! The Texas Chainsaw Massacre erscheint in einer noch nie dagewesenen Bild- und Tonqualität als schön aufgemachte Doppel-DVD mit Holo-Cover. Zu dem Hauptfilm gesellt sich auf Disc 1 noch ein sehr informativer Audiokommentar mit den Beteiligten des Films. Disc 2 ist dann voll mit weiteren hochinteressanten Zusatzinhalten. Mehrere Dokumentationen (wie zum Beispiel die 72 Minuten lange „The Shocking Truth“ oder das 70 minütige „Flesh Wounds“), ein Gang zum alten TCM-Haus mit dem Leatherface-Darsteller Gunnar Hansen, zahlreiche Interviews, entfernte Szenen, Outtakes und der gesamte Marketing-Bereich mit TV- und Radiospots, Postern, Aushängen, etc. runden das Paket dann ab und machen auch den anspruchsvollsten Fan restlos zufrieden!

Turbine Media Group hat sich mit ihrem Einsatz für den Film einen berechtigt hervorragenden Ruf unter den Filmliebhabern erworben. Ihnen ist es gelungen, den Film einer breiten Zuschauerschicht zugänglich zu machen und ihm dadurch die ihm zustehende hochwertige Veröffentlichung zu spendieren, die dieses Meisterwerk verdient. The Texas Chainsaw Massacre ist auch heute noch einer der unangenehmsten und unbequemsten Filme des modernen Kinos, dem es gelingt, ohne übermäßig viel Blut und Splatter einzubauen, die Phantasie des Zuschauers so anzuregen, dass man trotzdem das Gefühl hat, den wohl brutalsten Film vor Augen zu haben. The Texas Chainsaw Massacre ist ein Film, der es meisterhaft versteht, seine Atmosphäre zu entfalten und dabei so angenehm ist, wie ein Tritt vor den Kopf!

Christian Funke-Smolka

The Greatest Movie Ever Sold [Blu-ray]
The Greatest Movie Ever Sold [Blu-ray]
DVD ~ Morgan Spurlock
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 17,50

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The Greatest Movie Ever Sold - Review auf wewantmedia, 26. März 2013
POM Wonderful presents:
The Greatest Movie Ever Sold
(Turbine)

Er verkauft sich nicht, er kauft sich ein!

Morgan Spurlock, Oscar(R)-nominierter Macher von "Supersize Me", ist das Paradebeispiel für Eigenvermarktung und Selbstversuche. Nachdem sich der schräge Spaßvogel mit der amerikanischen Fast-Food-Industrie auseinandersetzte und sich höchstpersönlich auf die Suche nach Osama bin Laden begab, widmet er sich diesmal dem Thema Product Placement in Film und Fernsehen.

Und natürlich wird seine eigene Dokumentation über Produktplatzierung zum perfekten Marktplatz für Produktplatzierung. In den Konferenzräumen der großen Firmen möchte Morgan nicht nur Einblicke in eine von der Werbung unterwanderte Industrie erhalten, er will auch ihr Geld. Und er bekommt es! So wird sein Film zum Musterbeispiel einer Kunstform, die sich stets zwischen Kunst und Kommerz bewegt, indem er die Mechanismen gnadenlos offenlegt. Auf seine urkomische Art begibt sich Spurlock auf eine ebenso lustige wie abgründige Reise in die Untiefen der Werbeindustrie. Nach "The Greatest Movie Ever Sold" werden Sie Filme mit anderen Augen sehen... und Sie werden wissen wollen, wie POM Woderful schmeckt. Versprochen!

Meinung zum Film:

Morgan Spurlock, Jahrgang 1970, ist ein amerikanischer Dokumentarfilmer, der mit seinen Arbeiten für MTV und vor Allem durch seinen Film „Supersize Me“ internationalen Ruhm erlangte. Dies ebnete ihm den Weg für seine weiteren Dokumentarfilme, wie etwa „Where in the World is Osama Bin Laden?“. Was seine Beiträge zu einem besonderen Highlight der Dokumentar-Szene machen liegt eindeutig in der Person Spurlocks begründet, der jedes seiner Themen, die er behandelt, im Selbstversuch bearbeitet. Ob dies sein wohl berühmtester Einsatz in „Supersize Me“ ist, oder hier in seinem neusten Film The Greatest Movie Ever Sold, sie alle beweisen, dass sich der Autor und Regisseur nicht scheut, seine von ihm angeprangerte Zustände am eigenen Leib zu testen.

The Greatest Movie Ever Sold behandelt die Frage, wie es der Filmindustrie gelingt, Budgets in Milliardenhöhe für ihre Produktionen zu bekommen. Spurlock geht diese Thematik an, wie er es am Besten kann, im satirischen Selbstversuch! Product Placement in Filmen ist zwar kein neues Thema, aber dass sich ein Regisseur zur wandelnden Werbefigur für einen Film über Schleichwerbung macht, der einzig und allein durch gezielte Werbung finanziert wird, macht The Greatest Movie Ever Sold zu einem typischen Spurlock-Beitrag! Doch hier gerät der Regisseur in eine persönliche Zwickmühle: kann er Product Placement thematisieren, ja auch kritisieren, ohne dabei trotzdem Werbeträger zu werden? Zumal der Mann selber seine eigene Marke ist, die er immer wieder geschickt zu vermarkten weiß. Deshalb wählt er den wohl für alle Beteiligten schlausten Weg, indem er nicht die Produktplatzierung verteufelt, sondern einen kritischen Blick auf das Wirken und die Mechanismen der fest im Alltag verankerten Werbung wirbt, dies aber mit seinem gewohnt hintersinnigen Hang zur hinterfragenden Kritik. Dabei ist dann natürlich der Zuschauer gefragt, was er aus dem erlangten Wissen annimmt und für sich daraus macht.

Die Blu-ray von The Greatest Movie Ever Sold erscheint bei Turbine in einer technisch sehr guten Qualität. Bild und Ton geben keinen Grund zum meckern. Das Bonusmaterial ist dabei ebenfalls gelungen und liefert einen umfangreichen Blick hinter die Kulissen. Ein Making of zu den im Film verwendeten Werbe-Clips, dann natürlich die fertigen Werbefilmchen, zwölf entfernte Szenen, der Auftritt beim Sundance Festival, der Originaltrailer, eine Programmübersicht und weiteres interessantes Material machen die Veröffentlichung zu einem runden Gesamtpaket.

The Greatest Movie Ever Sold ist ein sowohl intelligenter, teils sehr selbstkritischer als auch äußerst unterhaltsamer Einblick in die Werbemaschinerie, der mit zahlreichen Interviewpartnern, wie etwa Quentin Tarantino, Donald Trump, Peter Berg, Brett Ratner oder J.J. Abrahams überaus prominent besetzt ist.
Morgan Spurlock gelingt erneut die perfekte Balance zwischen zynischen und bösen Ansichten, großartigem Humor und dem Talent, die richtigen Fragen aufzuwerfen, die dem Zuschauer oftmals die Augen öffnen. Ich für meinen Teil, trotz des schon vorher existierenden Wissens über die Werbemechanismen der Filmindustrie, werde wohl keinen Film mehr so betrachten können, wie ich es vor dieser Dokumentation tat.

Christian Funke-Smolka

Fatale, Bd. 1: Den Tod im Nacken
Fatale, Bd. 1: Den Tod im Nacken
von Sean Philipps
  Broschiert
Preis: EUR 16,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fatale - Band 1: Den Tod im Nacken (Review auf wewantmedia), 25. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Fatale, Bd. 1: Den Tod im Nacken (Broschiert)
Fatale
Band 1: Den Tod im Nacken

Autor: Ed Brubaker
Zeichner: Sean Phillips
Farben: Dave Stewart
(Panini Comics/ Image)

Ed Brubaker und Sean Phillips haben einige der besten Comics der letzten Jahre produziert, u. a. CRIMINAL. Nun legen sie ihr neues Meisterwerk vor, eine brillante Mischung aus Noir-Krimi und Horror. Im Mittelpunkt steht die geheimnisvolle Josephine, eine ebenso schöne wie gefährliche Frau, die ein bizarres, ein monströses Geheimnis hat. Und das nicht erst seit gestern!

Meinung zum Buch:

Der Autor Ed Brubaker und Zeichner Sean Phillips sind in der Comic-Szene bekannt für ihre herausragenden Beiträge im Graphic Novel-Sektor. Mit Fatale, hier vertreten mit Band 1: Den Tod im Nacken (Panini Comics/ Image, 136 Seiten, 16,95€), der die Hefte 1-5 der Reihe beinhaltet, beweisen sie erneut, dass sie zu den ganz großen Künstlern gehören.
Ihre verschachtelte, eindeutig an ein erwachsenes und mitdenkendes Publikum gerichtete Geschichte handelt Nicolas Lash, der den Nachlass des verstorbenen Schriftstellers Dominic Raines verwaltet. Bei seiner Arbeit im Haus des Verstorbenen fällt ihm ein altes, unveröffentlichtes Manuskript in die Hände, welches sofort seine Aufmerksamkeit erregt. Doch plötzlich bricht die Hölle über ihn herein. Unbekannte trachten nach seinem Leben, einzig die geheimnisvolle Josephine, welcher mehr als nur ein Geheimnis zu haben scheint, steht ihm zur Seite. Doch seine Gefühle ihr gegenüber sind tiefer, als es für Lash gesund wäre. Zumal Josephine wesentlich tiefer in die Geschichte verstrickt zu sein scheint, als sie bereit ist zuzugeben. Lash befindet sich in einem Alptraum, aus dem er sich kaum befreien kann und wo es für ihn um Leben und Tod geht!

Die Geschichte aus der Feder von Ed Brubaker ist ein echter Hammer! Verschachtelt, doppeldeutig, auf mehreren Zeitebenen spielend sprengt es den Rahmen einer normalen Comic-Story um Längen! Die Mischung aus Thriller, Drama, Pulp, Noir und einer deftigen Portion Lovecraft’schen Horror ziehen den Leser, wenn er denn erst mal den roten Faden gefunden hat, in seinen Bann.

Gegen diese erzählerische Wucht können die Zeichnungen aus der Feder Sean Phillips leider nicht ganz mithalten, wirken sie teils etwas grob und fahrig. Das fällt zwar nicht wirklich ins Gewicht, da es die inhaltliche Tiefe nicht unbedingt schmälert, ihm sogar an vielen Stellen eine stimmige und fesselnde Atmosphäre mit seinem Bildaufbau gelingt, hätte man aber den großartigen zeichnerischen Stil der Covermotive in die Geschichte transportiert, wäre Fatale ein wahres Meisterwerk geworden!

Fatale ist ein ungewöhnlicher Krimi, der das Genre neu zu definieren weiß, indem er eine Genre-Mischung präsentiert, wie man sie in dieser Form nur sehr selten zu Gesicht bekommt. Dank der Vielschichtigkeit der Geschichte und dem geschickten Aufbau der einzelnen Charaktere ist man als Leser gespannt, wie es weitergeht. Wer eine kunstvolle Mischung mit den Zutaten Noir, Todeskult, Mord und Erotik serviert bekommen möchte, sollte sich sofort zum Händler seines Vertrauens begeben und Fatale - Den Tod im Nacken erwerben!

Christian Funke-Smolka

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