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F. L. "fritzikater"

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Die Herrscher der Welt: Wie Mikroben unser Leben bestimmen (Taschenbücher)
Die Herrscher der Welt: Wie Mikroben unser Leben bestimmen (Taschenbücher)
von Bernhard Kegel
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,00

4.0 von 5 Sternen Eine Revolution in der Biologie, 19. Juni 2016
Nach "Die Ameise als Tramp" zum Thema Invasive Arten (damals ein weitgehend unbekanntes Feld in der BIologie) und dem inhaltlich eng verwandten "Tiere in der Stadt", in dem Bernhard Kegel das ungewöhnliche Thema Stadtökologie beleuchtet, sowie dem Werk mit dem schlichten Titel "Epigenetik", in dem Kegel sich einem möglicherweise bahnbrechenden Zweig der Genetik widmet, betritt der Autor mit "Die Herrscher der Welt" abermals biologisches Neuland und rüttelt am Fundament der bisherigen Weltsicht auf die Biologie. Die Botschaft ist schlicht und klar und doch unglaublich: wir sind nicht allein!

Kein Lebewesen auf der Erde lebt für sich und alles ergibt erst dann einen Sinn, wenn man das Einzelindividum und die Geamtheit aller seiner Mikroorganismen betrachtet. Dieser Superorganismus bekommt sogar einen mystischen Namen: Holobiont. Umfassend berichtet Kegel davon wie Symbiosen zwischen Wirt und Mikroorganismus möglicherweise entstanden sind. r gibt zahlreiche Beispiele aus dem Meer, wo Symbiosen längst nichts Neues mehr sind. Egal, ob Zooxanthellen in Korallen oder eine ganze Horder unterschiedlicher Bakterien in Olavius algarvensis, einem Wurm, der kein eigenes Verdauungssystem mehr besitzt. Bernhard Kegel berichtet von ihnen und zahlreichen weiteren Beispielen. Und schließlich führt er uns in die Welt unseres eigenen Darms. Er bringt unser lebendes Mikrobiom mit den modernen Zivilisationskrankheiten in Verbindung, wirft ein völlig neues Licht auf das Immunsystem (das höchstwahrscheinlich nicht entstanden ist, um gezielt Krankheitserreger abzuwehren, sondern im Gegenteil dafür zu sorgen, dass nur die "Elite" der nützlichen Mokroorganismen Zugang bekommt). Zum Schluss beleuchtet Herr Kegel noch die möglichen Konsequenzen für die Evolutionstheorie.

All diese Themen untermalt Kegel wie immer gekonnt mit zahlreichen Beispielen. Wie immer höchst interessant und stellenweise mehr als kryptisch, denn eines ist klar: auf diesem Gebiet gibt es noch viel zu forschen. Man darf also gespannt sein, welche Erkenntnisse die vielen Forscherinnen (und erstaunlicherweise nur wenige männliche Kollegen) noch gewinnen werden.
Leider gelingt es Bernhard Kegel diesmal nicht, den Spannungsbogen bis zum Ende des an sich mehr als lesenswerten Buches aufrecht zu erhalten. Am Ende gibt es zu viele Wiederholungen. Was an anderer Stelle bereits erarbeitet wurde, wird erneut aufgegriffen, ohne einen Mehrgewinn an Informationen zu erhalten. Das macht das letzte Drittel ein wenig schwer zu lesen, mindert jedoch keineswegs den Lesespaß an den ersten zwei Dritteln. Darum kann an dieser Stelle wie für eigentlich jedes Buch von Bernhard Kegel nur eine dringende Kaufempfehlung ausgesprochen werden.


Der Kosmos Käferführer: Die Käfer Mitteleuropas
Der Kosmos Käferführer: Die Käfer Mitteleuropas
von Karl Wilhelm Harde
  Taschenbuch
Preis: EUR 29,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Fabelhafte Illustrationen, aber..., 25. April 2016
Wer meine Rezension zum Kosmos-Buch "Was fliegt denn da?" gelesen hat, weiß, dass ich ein großer Fan von illustrierten Bestimmungsbüchern bin. Im Gegensatz zu Fotos haben sie den unschlagbaren Vorteil, dass man alle relevanten Bestimmungsmerkmale in einer idealisierten Form darstellen kann. Bei Fotos kann man die wichtigen Details oft nicht genau erkennen, etwa weil das Foto aus einem ungünstigen WInkel geschossen wurde oder weil ein Schatten ein Merkmal verdeckt. Was das betrifft, lässt "Der Kosmos Käferführer" wahrhaft keine Wünsche offen. Die Bilder sind allesamt hervorragend gelungen, dass man meinen könnte, die Käfer kämen sogleich aus den Seiten heraus geflogen.

Abgerundet wird das Werk durch eine umfangreiche Einführung, die kaum eine Frage offen lässt. Von der allgemeinen Biologie bis hin zur Ausrüstung, wenn man selbst Käfer sammeln möchte und zur Präparation - es ist einfach alles abgedeckt.

Ein großes Manko gibt es an dem Buch bei aller Begeisterung dennoch. Es ist kein Geheimnis, wenn ich hier offenbare, dass die Insekten im Allgemeinen, die Käfer aber im Allgemeinen eine artenreiche und fast unüberschaubare Tiergruppe sind. Vor allem Einsteiger und Laien können einen Käfer allenfalls als solchen erkennen, eine Familienzuordnung wird sie aber zunächst überfordern. Aber genau das ist notwendig, will man einen Käfer zweifelsfrei bestimmen. Andernfalls muss man wohl oder übel das gesamte Werk durchblättern und mit Glück findet man den gesuchten Käfer dann auch am Anfang des Bestimmungsteils. Mit Pech aber auch erst in der Mitte oder gar am Ende. Eine mühsame und zeitraubende Arbeit. So macht Bestimmung gerade für Anfänger keinen Spaß!
Es wäre also zu wünschen, es gäbe einen guten, einfach strukturieren Bestimmungsschlüssel, der den Leser schnell und sicher zur richtigen Familie, zur Gattung und schließlich zur Art führt. Vögel sind allgemein populärer und es gibt bei Weitem nicht so viele Arten in Mitteleuropa, sodass eine Bebilderung selbst für Laien völlig ausreicht, um eine Art sicher und schnell zu identifizieren. Aber Käfer sind etwas Anderes. Ein Bestimmungsschlüssel würde hier viel erleichtern.
Aus diesem Grund ziehe ich gleich zwei Sterne ab. Zum einen, weil die Identifikation damit zu einem langwierigen Ratespiel wird, zum anderen, weil vor allem Anfänger dadurch eher überfordert und abgeschreckt denn gelockt und begeistert werden. Zu dem stattlichen Preis von über 22 Euro kann man einen Bestimmungsschlüssel eigentlich schon erwarten.


Die Meeresfische Europas: in Nordsee, Ostsee und Atlantik (Kosmos-Naturführer)
Die Meeresfische Europas: in Nordsee, Ostsee und Atlantik (Kosmos-Naturführer)
von Bent J. Muus
  Taschenbuch
Preis: EUR 29,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragende Bestimmungshilfe für Laien, Fortgeschrittene und Profis, 1. März 2016
"Meeresfische Europas" ist ein Buch, das sich sowohl an die interessierten Laien als auch an Biologen, Sportangler und Berufsfischer richtet. Vorgestellt werden alle im Meer vorkommenden Fische, geordnet nach der gängigen Systematik in Agnatha, Chondroichthyes und Osteichthyes. Zu jeder Fischart gibt es eine detaillierte Zeichnung -einmal mehr muss betont werden, dass Zeichnungen tausendmal besser für ein Bestimmungsbuch geeignet sind als jedes noch so tolle Foto- sowie eine Verbreitungskarte und einen begleitenden Text. Der Text geht auf viele interessante Aspekte über die Biologie der jeweiligen Art ein, zum Beispiel auf die Fortpflanzung, verschiedene Larvenstadien und vieles mehr. Leider kommt der für ein Bestimmungsbuch wichtigste Teil, die Auflistung typischer Kennzeichen, ein wenig zu kurz. Dieses Manko wird dafür ausgeglichen, durch eine echte Bereicherung - einen richtigen Bestimmungsschlüssel. Der ermöglicht es, sich anhand bestimmter Merkmale durch Ja/Nein-Auswahlen bis zur richtigen Art durchzuarbeiten.
Abgerundet wird das Buch durch interessante Einleitungs- und Schlusskapitel, in denen auf die Fischereibiologie, die Anfänge der Fischerei, Fangmethoden, Biologie der Fische und vieles mehr eingegangen wird. EIn rundum gelungenes Buch.


Was fliegt denn da? Das Original: Alle Vogelarten Europas sicher bestimmen - mit 1800 Zeichnungen
Was fliegt denn da? Das Original: Alle Vogelarten Europas sicher bestimmen - mit 1800 Zeichnungen
von Peter H. Barthel
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser geht es kaum, 29. Februar 2016
Im Januar 2016 erschien die nunmehr 33. Auflage dieses Buches, das unter den heimischen Ornithologen fast schon "Kultstatus" besitzt. Und im Grunde genommen gilt für die vorliegende 33. Auflage, was ich zur 32. Auflage bereits geschrieben habe.

2 Hauptkriterien sind für mich bei einem "Vogelführer" besonders wichtig: 1. leichte Handhabung - das Buch sollte vom Format her in jeden Rucksack und vielleicht sogar in die Hosentasche sein, einen flexiblen Einband haben und trotzdem so stabil sein, dass das Buch über viele Jahre hinweg zuverlässiger Begleiter sein kann. 2. leichte Bestimmbarkeit - mit möglichst wenig Aufwand soll eine Vogelart möglichst präzise bestimmt werden können und das, ohne sich stundenlang durch das gesamte Buch wälzen zu müssen.

Für die Bestimmung am besten geeignet ist zweifelsohne ein richtiger Bestimmungsschlüssel, der es erlaubt, sich anhand eines einfachen Schemas zur richtigen Art "vorzuarbeiten". Doch eine solche Methodik ist zeitaufwändig und noch dazu kann man bei dem vielen Text gerade als Laie schnell überfordert werden und den Überblick verlieren. Ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1000 Worte, weshalb gerade Anfänger mit einem umfangreich illustrierten Werk schneller und besser Erfolgserlebnisse haben werden. Für die Bestimmung ist es wichtig, dass man die wichtigsten Merkmale einer Vogelart eindeutig und gut erkennen kann. Leider ist es unglaublich schwierig, alle kennzeichnenden Merkmale einer Vogelart auf ein Foto zu bannen. Eine Zeichnung dagegen kann das Wesentliche festhalten und gleichzeitig alle Merkmale berücksichtigen. Aus diesem Grund ziehe ich Zeichnungen einem jeden Fotoband vor. Man tut sich damit einfach leichter.

Was die Bebilderung betrifft, so ist "Was fliegt denn da?" vor allem kompakt und übersichtlich. Die Zeichnungen sind rundum gut, wenn auch nicht perfekt. Die eindeutig besseren Zeichnungen wird man im "Kosmos Vogelführer" von SVENSSON finden. Der hat jedoch den Nachteil, dass er wesentlich schlechter für die Hosentasche geeignet ist. Meine Empfehlung lautet daher, dass man sich beide Werke anschaffen sollte, den etwas teureren SVENSSON für das Bücherregal daheim und "Was fliegt denn da?" für die Feldforschung als treuer Begleiter. Im Großen und Ganzen wurden die Illustrationen aus der vorhergehenden Auflage übernommen. Die Systematik wurde den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst und beginnt mit den Entenvögeln und endet wie üblich mit den Singvögeln. Die Bilder werden ergänzt durch einen Begleittext, der wesentliche Merkmale, Körpergröße, Flügelspannweite, Verbreitung und Stimme zusammenfasst. Bei den meisten Arten sind außerdem kleine Karten mit dem Verbreitungsgebiet angefügt, die einen groben Überblick geben. Berücksichtigt werden auch seltenere Irrgäste und Neozooen. Vorteilhaft für die Übersichtlichkeit ist die Beschränkung auf rein europäische Vögel. Die meisten Vogelführer, so auch der SVENSSON, thematisieren neben der europäischen auch die nordafrikanische und die vorderasiatische Vogelwelt. Ein solcher Umfang mag für die Lektüre daheim oder im Urlaub sicher vorteilhaft sein, wer sich in Mitteleuropa aufhält wird über diese "Entschlackung" jedoch froh sein, denn so lässt sich das Wesentliche leichter finden und Neueinsteiger werden nicht überfordert.

Erfreulich ist, dass in der 33. Auflage wieder die originalgetreue Abbildung einiger der häufigsten Vogeleier aufgenommen wurde, die ich in der 32. Auflage schmerzlich vermisst habe. Neu hinzu gekommen ist außerdem eine APP, mit der die Stimmen von 188 Vogelarten hörbar gemacht werden können. Somit wird der Sonderteil zu den Vogelstimmen wieder sinnvoll durch Hörbeispiele ergänzt, gerade dieses Manko hatte ich an der 32. Auflage kritisch moniert.

Fazit: im Vergleich zur 32. Auflage hat sich nur unwesentlich viel an der vorliegenden 33. Auflage geändert. Erfreulich ist, dass neben den üblichen Aktualisierungen der Systematik die Vogeleier wieder aufgenommen wurden und dem interessierten Leser wieder Vogelgesänge hör- und erlebbar gemacht werden. Diese Verbesserungen rechtfertigen es, der neuen Auflage den in 32. Auflage abgezogenen Stern zurückzugeben und damit die vollen 5 Punkte zu vergeben.


Die Schöpfungslüge: Warum Darwin Recht hat
Die Schöpfungslüge: Warum Darwin Recht hat
von Richard Dawkins
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Gespenst geht um in Europa..., 18. Februar 2016
... - das Gespenst des Kreationismus. Erstaunlich viele Menschen lehnen die Evolutionslehre als anerkannte wissenschaftliche Lehre für die Entstehung der Artenvielfalt auf unserer Erde ab. Stattdessen sind diese Menschen, die sich selbst Kreationisten nennen, von der wortgetreuen Schöpfungsgeschichte in der Bibel überzeugt. Nicht durch einen Jahrmillionen dauernden Prozess, sondern vor lächerlich wenigen Tagen hätte ein intelligenter Schöpfer all jene Lebewesen geschaffen, die es heute gibt.
Bis ich "Die Schöpfungslüge" gelesen habe, war ich davon überzeugt, dass dieser "Trend", der insbesondere in den USA verbreitet ist, beschränkt sei. Doch die Zahlen, die Dawkins schildert, haben mich erschüttert. Nicht nur in den USA, sondern auch im scheinbar aufgeklärten Europa lehnen viele und sogar zunehmend Menschen die im Biologieunterricht gelehrte Evolutionstheorie ab; meinen, es sei "doch bloß eine Theorie" (ohne zu wissen, was eine Theorie im wissenschaftlichen Sinn eigentlich ist, nämlich keineswegs eine Möglichkeit, sondern eine bestätigte Tatsache).
Richard Dawkins nimmt dieses Problem in die Hand und hat hier ein Buch geschrieben, dass die neuesten Erkenntnisse zur Evolutionsforschung zusammenfasst und liefert uns damit ein Rüstzeug, um mit fundierten Fakten und Argumenten gegen die, wie er sie selbst nennt, Geschichtsleugner vorzugehen. Ich will keinesfalls behaupten, dass "Die Schöpfungslüge" eine Art Bibel der Biologie wäre (damit würde ich mich selbst auf eine Stufe mit den Kreationisten stellen), aber dieses Buch wird zweifellos Augen öffnen. Nachdem man es gelesen hat, wird keinem mehr auch nur der geringste Zweifel an der Evolutionstheorie kommen. Sie wird als absolut schlüssig und als einzig logische Erklärung erscheinen. Nur leider, und das wird der Leser im Buch wiederholt vorfinden, lassen sich Geschichtsleugner nicht durch die besten und bestechendsten Argumente von ihrer festgefahrenen Meinung abbringen, weshalb der Kampf gegen das Unwissen einem Kampf gegen Windmühlen gleicht. Dawkins ist sich dessen bewusst, dass diejenigen, die er mit dem Buch eigentlich ansprechen müsste - nämlich die Kreationisten höchstselbst - überhaupt nicht ansprechen wird, da sie es schon im Voraus ablehnen, sein Werk überhaupt aufzuschlagen. Stattdessen richtet sich das Buch vornehmlich an jene, die von der Evolutionstheorie längst überzeugt sind, denen es bislang aber immer an Fakten fehlte, die ihre Überzeugung im Streitgespräch mit Leugnern untermauern konnten. Und hier liefert Dawkins perfekte Arbeit ab: er zeigt, mit welchen Mitteln man das Alter von Fossilien, von Gesteinen und von der Erde bestimmen kann, er schlägt wie schon sein Vorbild Darwin in "Die Entstehung der Arten" eine Brücke von der künstlichen Selektion bei der Züchtung von Haustierrassen zur natürlichen Selektion in der Natur. Er besticht durch Argumente aus der Ontogenese, zeigt, dass die heutige Anatomie erst schlüssig erscheint, wenn man sie unter dem Licht der Evolution betrachtet. Und er zeigt auf brilliante Weise, dass es einen "intelligenten Schöpfer" in der Evolution nicht geben kann und, sollte es ihn doch gegeben haben, er, salopp ausgedrückt, ziemlichen Bockmist gebaut hätte. Erst durch die Evolution werden scheinbare Missgriffe schlüssig, etwa der merkwürdige Umweg des rückläufigen Kehlkopfnervs (N. laryngeus recurrens).
Dabei besticht das Buch durch zahllose Beispiele, tolle Grafiken und eine einfache, für jeden leicht nachvollziehbare Sprache, ohne dabei unwissenschaftlich oder ungenau zu werden.
Einfach nur ein tolles Buch!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 30, 2016 4:28 PM MEST


Star Trek 8 - Der erste Kontakt [Blu-ray]
Star Trek 8 - Der erste Kontakt [Blu-ray]
DVD ~ Patrick Stewart
Preis: EUR 11,49

5.0 von 5 Sternen Dies sind die Abenteuer..., 16. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem die Crew der Enterprise unter dem Kommando von Jean-Luc Picard (Patrick Stewart) im vorigen Streifen mit der Unterstützung des legendären Vorgängers James T. Kirk (William Shatner) ihr erstes Kinoabenteuer erleben durfte, wird die Mannschaft nun auf ihre erste Koinomission ohne einen Darsteller aus der alten Serie geschickt. Weiß der Film zu überzeugen oder ister Lichtjahre von guter Kinounterhaltung entfernt?

Captain Picards schlimmste Befürchtungen sind wahr geworden: die Borg, nach Perfektion strebende halb kybernetische Wesen ohne jedes Bewusstsein für Individualität, greifen die Erde an. Picard, der Jahre zuvor in deren Kollektiv assimiliert worden war und von seiner Crew nur mit Mühe und Not gerettet werden konnte, gelingt es gerade noch rechtzeitig, das Mutterschiff der Borg zu zerstören. Doch einem kleineren Schiff gelingt es, in die Vergangenheit zu reisen und die Erde dort zu assimilieren. Die Enterprise reist zurück in die Vergangenheit, um den dort angerichteten Schaden zu reparieren und die Borg aufzuhalten. Dabei stellen sie schnell fest, dass es das Ziel der Borg ist, den legendären "ersten Kontakt" zu sabotieren, jener erste Flug mit Warpgeschwindigkeit, der den ersten Kontakt mit einer auserirdischen Spezies bedeutete und zum Gründungsmeilenstein der Föderation wurde. Picard und seine Crew müssen also nicht nur die Borg aufhalten, sondern auch dafür sorgen, dass der Flug stattfinden kann. Und bald schon stellen sie fest, dass es den Borg gelungen ist, an Bord der Enterprise zu gelangen...

Bei Kinofilmen darf man sich berechtigterweise fragen, wie viel der Film eigentlich mitder Serie noch gemein hat. Kinofilme haben die große Herausforderung, dass sie eben nicht nur eingefleischten Fans gefallen sollen, sondern eine große Bandbreite ansprechen sollen. Sie sind daher meist wesentlich näher am "Mainstream" orientiert als die Serie. So auch hier. Das beginnt schon bei der Gestaltung. Die Enterprise D, das Schiff aus der Serie und dem ersten Kinofilm mit der Crew um Picard, ist extra designed worden für den Fernsehbildschirm und das damals übliche Bildformat 4:3. Für das Kino entschied man sich daher, die alte Enterprise zu zerstören und mit der Enterprise E ein deutlich windschnittigeres, moderneres Schiff zu verwenden. Die Atmosphäre ist deutlich düsterer gehalten als in der Serie. Vor allem aber wird die Balance zwischen ruhigen Szenen und heftigen Actionsequenzen deutlich zugunsten der letzteren verschoben. Ist das schlecht? Keineswegs! Erstaunlicherweise funktioniert die actionlastige Handlung hervorragend. Dabei werden die Figuren mit Ecken und Kanten gezeichnet, haben Fehler und Tiefgang. Vor allem Patrick Stewart brilliert hier als Captain, der zunehmend jeden Sinn für Verstand verliert, weil er mehr und mehr von Rache getrieben wird. Unvergessen der Dialog zwischen ihm und Lily (Alfre Woodard) mit tollen Anspielungen auf Moby Dick und den rachegetriebenen Kapitän Ahab. Mit der Borgkönigin (Alice Krige) hat man den Borg eine personifizierte Anführerin, quasi ein Gesicht gegeben. Die Anmut und das Talentzur Verführung insbesondere von Data (Brent Spiner) spieltsie hervorragend. Auch der zweite Handlungsstrang, die Reparation des Raumschiffes von Zefram Cochrane (James Cromwell) gefällt sehr gut. Hier liegt der Fokus mehr auf komödiantischen Elementen, sodass die spannende Haupthandlungimmer wieder von kurzweiligen Passagen zum Durchschnaufen unterbrochen wird. Untermalt wird das alles von einem Musikscore (Jerry und Joel Goldsmith haben dieses Meisterwerk vollbracht), der besser nicht sein kann. Melodien, die ins Ohr gehen, großartige orchestrale Arrangements und stimmungsvolle Untermalungen der Bilder. Mehr kann man von einer Filmmusik einfach nicht verlangen.
Regisseur Jonathan Frakes (auch Darsteller von Cmdr. Will Riker) gelang es meisterhaft, einen FIlm zu erschaffen, der sowohl Trekkies vergnügt als auch diejenigen anspricht, die nie zuvor eine Folge Star Trek gesehen haben oder die eigentlich kein Sci-Fi mögen. Meine Empfehlung daher: dieser Film gehört in jede gute Filmsammlung und wird einfach nie langweilig.

Bild und Ton der Blu Ray sind auf Topniveau. Die Bonusausstattung ist ebenfalls sehr interessant und umfangreich. Besser kann man einen Film auf Blu Ray eigentlich nicht umsetzen.


Jurassic World
Jurassic World
DVD ~ Chris Pratt
Preis: EUR 8,60

0 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ist das noch Jurassic Park?, 15. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Jurassic World (DVD)
Steven Spielbergs Adaption von Michael Crichtons Wissenschaftsthriller setzte Anfang der 90er Jahre Maßstäbe. Nie zuvor waren die ausgestorbenen Dinosaurier so realistisch auf die Leinwand gebracht worden. Die Dinosaurier wirkten so lebendig, als hätte man mit echten Tieren gedreht. Freilich hatte man sich aus Gründen der Dramaturgie einige Freiheiten genommen und zum Beispiel bei den Angaben der Größe bei einigen Sauriern geschummelt. Im Großen und Ganzen orientierte man sich jedoch am damaligen Erkenntnisstand der Paläontologen.
Was dann geschah, ist allgemein bekannt. Der Film wurde ein sensationeller Erfolg. Es folgte die Verfilmung des zweiten Crichton Romans und schließlich ein dritter Teil, der allerdings ohne Romanvorlage auskommen musste, was man am Inhalt deutlich merkte. Dann wurde es erst einmal ziemlich ruhig um einen möglichen vierten Teil der Reihe. Mit Crichtons Tod schienen die Dinosaurier dann endgültig ausgestorben zu sein. Doch dann kam wieder Bewegung in das Filmprojekt und schließlich wurde die Jurassic World eröffnet.

Der Plot des quasi als Reboot an die alte Reihe anknüpfenden Streifens ist schnell erzählt: Mittlerweile sind mehr als 20 Jahre vergangen seit sich John Hammonds Traum eines Freizeitparks mit Dinosauriern in einen Albtraum verwandelt hat. Nach Hammonds Tod wurde inzwischen tatsächlich ein solcher Park verwirklicht, die Jurassic World. Der Park ist noch kühner und spektakulärer als in Hammonds wildesten Vorstellungen gedacht. Trotzdem sind die Besucherzahlen rückläufig und eine neue Attraktion muss mehr. Die Wissenschaftler von InGen tun ihr Bestes und erschaffen kurzerhand den ersten genetisch veränderten Hybriddinosaurier, getauft auf den klangvollen Namen "Indominus rex". Doch der Dinosaurier erweist sich als gefährliche Killermaschine. Als der Saurier aus seinem Gehege ausbricht, soll der Raptoren-Trainer Owen Grady helfen, das Tier wieder zu fangen. Doch das erweist sich als schwieriger als vermutet...

Während des gesamten Films darf man sich fragen: warum eigentlich? Warum musste dieser vierte Teil unbedingt sein? Und was hat das noch mit Jurassic Park zu tun? Hat man nicht aus den Fehlern gelernt? Weshalb wird ein dritter Versuch unternommen, einen Dinosaurierpark zu bauen, wo doch schon die ersten beiden in einer Katastrophe endeten? Und was ist eigentlich aus der zweiten Insel, Isla Sorna geworden? Aber gut, sei es Drum. Der Park existiert eben und konnte sogar eröffnet werden.
Leider tröpfelt die Handlung nur so dahin. Richtige Spannung will nicht aufkommen. Der angeblich so gefährliche Indominus sieht ziemlich harmlos aus und gleicht eher einer Karikatur eines Dinosauriers. Fruchterregend ist er keinesfalls. "Mehr Zähne und mehr Klauen" ist also kein Garant für mehr Gruselatmosphäre. Dass das Tier dann auch noch ein Albino mit der Fähigkeit, sich zu tarnen ist, macht ihn (oder eigentlich sie) auch nicht gruseliger. Die Handlung ist darüber hinaus einfach nur vorhersehbar. Nichts, aber auch wirklich gar nichts, geschieht überraschend. Viele Actionsequenzen wirken lächerlich überzogen und kein bisschen spannend. Beispiel: nachdem die Flugsaurier ihrer Voliere entkommen, fallen sie wie Irre über alles, was sich bewegt her. Gruselig? Kein bisschen! Einfach nur langweilig und unfreiwillig komisch, wenn selbst spatzengroße Pterosaurier die Besucher attackieren. Dabei schwebt immer im Hinterkopf, wie oft doch eigentlich im Film erwähnt wird, Dinosaurier seien echte Tiere und verhielten sich dementsprechend auch? Wo ist das denn, dieses authentische Verhalten? Der Indominus wirkt wie eine hirnlose Tötungsmaschine, die einfach nur existiert, um zu vernichten. Selbst die größten Sauropoden haben gegen diesen Killer keine Chance. Dabei dürfte ein Sauropode selbst für einen so großen Räuber alles andere als leichte Beute gewesen sein.
Für mich erschreckend kommt hinzu, dass man es mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen diesmal nicht so genau nimmt. Die Raptoren, die immer meine Lieblinge in der ganzen Reihe waren, sind, wie man inzwischen weiß, eigentlich gefiedert gewesen. Während man das andeutungsweise in die Gestaltung im dritten Teil noch hat einfließen lassen, kommen die Velociraptoren im vierten Aufguss lächerlich (da ist schon wieder dieses Wort) echsenhaft daher. Angeblich, weil das so gruseliger aussieht. Für mich ist es einfach nur zum aus der Haut fahren.
Selbst die Schauspieler können hier nicht mehr viel retten. Die Dialoge sind hölzern, unausgegoren und plakativ. Richtige Gespräche wird man vergeblich suchen.
Trotzdem gibt es auch einige Lichtseiten. Der Score ist bombastisch gut geworden und die perfekte Mischung aus alten Klängen aus der Feder von John Williams und neuen Orchesterstücken. An einigen Stellen für meinen Geschmack sogar zu bombastisch, aber für sich genommen ein wahres Meisterwerk. Auch ist es schön zu sehen, wie man alte Elemente aus dem ersten Teil hat einfließen lassen, etwa die Jeeps oder die inzwischen zur Ruine verkommene EIngangshalle des ersten Jurassic Parks. Leider hat man bis auf B. D. Wong keinen Schauspieler aus der alten Reihe vwerpflichtet, der die Rolle des Wissenschaftlers, der für seine Forschung keine Verantwortung übernimmt, jedoch herrlich brilliert. Insgesamt kann das alles den Film jedoch nicht retten, der zwar hier und da ganz nett und somit kein totaler Rohrkrepierer geworden ist, der aber an den Charme des ersten Teils nicht rankommt.


Tarzan  (inkl. 2D-Version) [3D Blu-ray]
Tarzan (inkl. 2D-Version) [3D Blu-ray]
DVD ~ Reinhard Klooss
Preis: EUR 15,96

3.0 von 5 Sternen Ein solider Film, mehr aber auch nicht, 15. Februar 2016
"Tarzan 3D" ist der Versuch, die von Edgar Rice Burraughs erschaffene Figur in die Moderne zu verfrachten. J.J. ist der Sohn der Greystokes, die eine Energiefirma betreiben. Bei der Suche nach einem geheimnisvollen Meteoriten im afrikanischen Regenwaldm, der die Energieprobleme der Menschheit lösen könnte, stürzt ihr Helikopter ab und J.J. überlebt als einziger. Er wird von dem Gorillaweibchen Kala, das kurz zuvor ihr Junges verloren hat, gefunden und adoptiert. J.J. wächst unter den Berggorillas zu einem Mann heran und gibt sich selbst den Namen Tarzan.
Die junge Studentin Jane Porter ist auf der Suche nach bereitwilligen Spendern, um die Studien ihres Vaters in Afrika zu finanzieren. In John Clayton, der nach dem Absturz der Greystokes die Firma übernommen hat, findet sie einen scheinbaren Verbündeten. Doch dessen Gier nach Profit und die Suche nach dem Meteoriten droht, das idyllische Urwaldparadies zu zerstören. Gemeinsam mit Tarzan will sie nichts unversucht lassen, den Dschungel uns seine Bewohner zu schützen.
Was die Animationen betrifft, so ist der Film eindeutig mit zweierlei Maß zu beurteilen. Die Animationen der Landschaft sind eindeutig grandios geworden. Insbesondere das grüne Blattwerk ist sehr detailliert, liebevoll und fast schon fotorealistisch gestaltet worden. Auch die Animation des Wassers ist hervorragend gelungen. Wenn man aber die Animation der Figuren ansieht, dann merkt man dem Film deutlich an, dass es kein Pixar-Film ist. Die Figuren, insbesondere aber die Berggorillas, bewegen sich ziemlich hölzern. Vor allem die Haare wirken dabei wie starre Gebilde. Auch wirken die Figuren ein wenig einfallslos gezeichnet. Keine der Figuren hat wirkliches Wiedererkennungspotential. Wer den Zeichentrickfilm "Tarzan" aus dem Hause Disney kennt, weiß, dass jeder einzelne Gorilla dort seine individuellen Gesichtszüge hat. Hier ist es jedoch teilweise schwierig, selbst Männchen von Weibchen zu unterscheiden.
Die Handlung ist stellenweise leider etwas zäh wie Kaugummi. Dann wieder viel zu sprunghaft. Vor allem die Beziehung zwischen Tarzan und Jane leidet darunter sehr. Die beiden sind einfach plötzlich ein Paar, von zarten aufkeimenden Gefühlen keine Spur. Aber es gibt durchaus auch positive Handlungsstränge. ie Geschichte um den Meteoriten ist spannend erzählt, ein wahrer Umweltkrimi, ohne dabei den moralischen Finger zu sehr zu heben. Auch Kinder können der Handlung leicht folgen und werden nicht überfordert. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten, es ist in erster Linie ein Kinderfilm und jene werden mit diesem Film sicher ihren Spaß haben.


Durchs wilde Deutschland: Von den Alpen bis zum Wattenmeer (National Geographic Taschenbuch, Band 40495)
Durchs wilde Deutschland: Von den Alpen bis zum Wattenmeer (National Geographic Taschenbuch, Band 40495)
von Andreas Kieling
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Ein interessantes Buch über Deutschlands wilde Seiten, 12. Februar 2016
Andreas Kieling begleitet die Leser auf einer Reise quer durch die eigene Natur beginnend in den Alpen und schließlich mit dem Endpunkt auf Helgoland. Er zeigt dabei stets mit einem Augenzwinkern, wie schwierig es sein kann, das gewünschte Motiv auf Film zu bannen. Die ideale Szene eines Seeadlers beim Fischfang zum Beispiel konnte Andreas Kieling bis heute nicht einfangen. Seine Reise führt ihn zu den Luchsen in der Eifel ebenso wie zu liebestrunkenen Hirschkäfern, zu den fast wilden Pferden der Dülmener Heide, zu den letzten Feldhamstern und auch zur erstaunlich wilden Seite der bundesdeutschen Hauptstadt.
Erstaunlich kurzweilig schildert Herr Kieling seine Reiseerlebisse und erzählt äußerst interessant von seinen Begegnungen mit einem waschechten Wilderer, vom leidenschaftlichen Vogelkundler Peter Barthold, der sich für den Schutz der Haussperlinge einsetzt, er erzählt wie er Bäume erklettert, um Seeadler zu beringen, taucht in der Elbe nach Neubürgern wie der Wollhandkrabbe und vieles mehr.
Akribisch recherchiert ist das Buch dabei sicher nicht. So mancher Dialog wirkt ziemlich aufgesetzt und man merkt dem Buch an, dass Kieling sich zwar sehr gut in der Wildnis auskennt, dass er als gelernter Förster viel Ahnung vom Wald hat. Aber er ist eben kein studierter Zoologe, sodass sich so manche Ungereimtheit trotzdem ins Werk eingeschlichen hat, was man aber nonchalant überliest.
Dass man für brilliante Bilder im Fernsehen manchmal ein wenig schummeln muss, kommt ebenso zur Sprache. Und Kieling gibt preis, dass bei ihm alles entgegen der sonst üblichen Praxis viel authentischer wäre. Leider hat er sich mit dieser Behauptung bei eben jener Reportage selbst ein Grab geschaufelt. Wie auch in der zugehörigen TV-Reportage sind die im Buch vorhandenen Bilder von Wolfswelpen nicht mit echten Wölfen entstanden, sondern mit Tschechoslowakischen Wolfhunden. Erwähnt wird dieser Umstand jedoch keineswegs. Schade, hier hätte ich mir ein wenig mehr Ehrlickeit gewünscht. Zumal immer die Möglichkeit bestünde, mit Wölfen in menschlicher Obhut zu drehen. Ehrlich kommuniziert wirkt selbst das authentischer als ein solches Manöver. Allerdings würde ich nicht so weit gehen und Kieling hier absichtliche Täuschungsabsicht oder Betrug vorzuwerfen. Kielings Bilder suchen hierzulande immer noch ihresgleichen. Trotzdem ziehe ich deswegen einen Stern ab, ansonsten kann ich dieses Buch jedoch uneingeschränkt für ein verregnetes Wochenende empfehlen.


Was fliegt denn da? Der Klassiker: Alle Vogelarten Europas in 1700 Farbbildern
Was fliegt denn da? Der Klassiker: Alle Vogelarten Europas in 1700 Farbbildern
von Peter H. Barthel
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine gute Bestimmungshilfe mit kleineren Schwächen, 17. September 2015
Die Bestimmung von Vögeln ist für Einsteiger nicht immer sehr einfach. Aber auch Profis haben nicht immer alle Merkmale einer Art im Kopf und einige, wie etwa Garten- und Waldbaumläufer lassen sich nur sehr schwer voneinander unterscheiden. Neben den eigentlichen Beobachtungshilfen -Fernglas und Notizbuch, eventuell noch Fotoapparat- ist eine aussagekräftige Bestimmungshilfe für die Vogelbeobachtung unerlässlich. Dabei sollten vor allem zwei Kriterien erfüllt werden: die Vogelarten sollten sich erstens schnell, zuverlässig und möglichst eindeutig bestimmen lassen und zum zweiten muss ein Bestimmungsbuch leicht überall mit hin genommen werden können und in jeden Rucksack passen.

Das letzte Kriterium erfüllt "Was fliegt denn da?" in seiner mittlerweile 32. Auflage uneingeschränkt. Es kann leicht verstaut werden, ist flexibel eingebunden und das Format ist so gewählt, dass im Prinzip überall für das Buch ein Stauraum gefunden werden kann. Das Papier ist gleichzeitig robust genug, um nicht gleich beim ersten Gang ins Freie zerlegt zu werden.

Für die Artbestimmung eignen sich meiner Ansicht nach gezeichnete Abbildungen viel besser als die leider viel häufiger vorkommenden Fotografien. Nur selten gelingt es, auf einem Foto alle kennzeichnenden Merkmale einer Art darstellen zu können. Detaillierte Zeichnungen machen das Bestimmen hier schon wesentlich leichter.
"Was fliegt denn da?" verzichtet darum auf Fotos und präsentiert die europäische Vogelwelt darum in über 1700 farbigen Illustrationen, die die wichtigsten Merkmale einer jeden Spezies auf den Punkt bringen. Daneben gibt es zu jeder Art einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten Merkmalen, typischen Rufen und Angaben zu Körpergröße, Flügelspannweite und nicht zuletzt gibt der Text Auskunft darüber, wann die jeweilige Art beobachtet werden kann (Jahresvogel, Brutvogel, Zugvogel, Ausnahmeerscheinung usw.). Neu hinzu gekommen ist im Vergleich zur 30. Auflage eine Verbreitungskarte, die aus meiner Sicht zwar etwas klein geraten ist, aber einen guten ersten Überblick bietet.

Die Zeichnungen sind für die Bestimmung ausreichend gelungen, aber bei weitem nicht so hervorragend gelungen wie in "Der Kosmos Vogelführer" von Lars SVENSSON. Im Vergleich zu vorherigen Auflagen sind einige Vogelarten neu hinzu gekommen, manche Abbildungen wurden ersetzt. Die Systematik folgt dabei weitestgehend der neuesten Systematik, aber nicht streng. So werden die Falken und Greifvögel beispielsweise schon als eigene Ordnungen aufgeführt, die Reiher, Ibisse und Löffler werden mit den Störchen jedoch noch zu den Schreitvögeln gestellt, nicht zu den Ruderfüßern, die dagegen noch die Tölpel enthalten. Für die Bestimmung sind solche systematischen Streitfragen aber unerheblich, weshalb das nicht weiter stört. Positiv hervorheben muss ich dagegen die Auswahl der Vogelarten. Der Autor hat bewusst darauf verzichtet, wie sonst üblich, auch die Vogelwelt Nordafrikas und Vorderasiens aufzunehmen. Dass diese Vögel fehlen, erleichtert die Übersichtlichkeit enorm. Für Anfänger wäre eine Bestimmung nur erschwert, zumal sie diese Vögel in heimischen Breiten ohnehin nicht sehen würden. Außerdem wäre das Werk nur unnötig umfangreicher, was eindeutig zu Lasten der "Tragbarkeit" ginge.

Abgeschlossen wird das Buch durch eine Beschreibung der Vogelgesänge aller heimischer Singvögel und einiger weiterer ausgewählter Vogelarten. Dieser Abschnitt macht für mich jedoch nur Sinn, wenn er, wie in der 30. Jubiläumsauflage, mit einer Vogelstimm-CD kombiniert wird. Dieser Teil hätte getrost weg gelassen werden können, zumal auf typische Gesänge bereits im Hauttext eingegangen wird. Stattdessen hätte ich mir gewünscht, man hätte alternativ für diese vorliegende 32. Auflage die abschließende Darstellung einiger geläufiger Vogeleier in Originalgröße und typische Nester übernommen.

Dennoch ist "Was fliegt denn da?" eine ausgezeichnete Gedächtnisstütze, die insbesondere auf Reisen die Bestimmung von Vögeln ungemein erleichtert. Meine Empfehlung: schaffen Sie sich "Was fleigt denn da?" für den Draußen-Gebrauch an und zusätzlich für Daheim den umfangreicheren, vor allem zeichnerisch wertvollen SVENSSON, den es übrigens in einer kleinformatigen günstigeren und in einer teureren großformatigen Ausgabe gibt.


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