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Rezensionen verfasst von
Alfa Fähe "Bücherfüchsin" (einem schönen Ort an der Donau)

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Der Hirte, Teil 4 (Der Hirte - eine mittelalterliche Weihnachtsgeschichte)
Der Hirte, Teil 4 (Der Hirte - eine mittelalterliche Weihnachtsgeschichte)
Preis: EUR 1,16

4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schönes und passendes Ende für eine Weihnachtsgeschichte, 19. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Immer noch auf der Flucht ist jedem in der kleinen Gruppe bewusst, dass sie, sollten sie irgendwo auf freies Feld kommen, von den Wölfen angegriffen werden. Sie rechnen sich auch keine Chance aus, müssen aber letztendlich, wenn Rainald zumindest die Kinder retten will, das Unmögliche wagen und über eine große Wiese zum nächsten Tor laufen, wo sie in Sicherheit wären. Ein Angriff der Wölfe ist unvermeidlich und so geht es nur mehr darum, wie Rainald es schaffen will, die Wölfe von den anderen abzulenken, denn dass er dabei sterben wird, ist für ihn vollkommen klar. Und letztendlich passiert genau das was Rainald befürchtet hat, das Rudel greift an...

Zu einem scheinbar unmöglichen Zeitpunkt schafft es Schwester Venia, dass Rainald sich öffnet und ihr alles erzählt. Wie es dazu kam, dass er seine Frau verlor, warum er seinen Sohn so ungerecht behandelt und warum er nicht in der Stadt Zuflucht suchen will.
Ist der Wermutstropfen der Geschichte der, dass Wölfe wieder einmal als menschenfressende Bestien dargestellt werden, ist die Geschichte selbst jedoch stringent und nachvollziehbar. Zum Schluss wartet Richard Dübell noch mit einer überraschenden Wende auf, sodass man wirklich sagen kann: Eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte


Der Hirte, Teil 3 (Der Hirte - eine mittelalterliche Weihnachtsgeschichte)
Der Hirte, Teil 3 (Der Hirte - eine mittelalterliche Weihnachtsgeschichte)
Preis: EUR 1,16

2 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen der Spannungsbogen ist so straff, dass er zu reißen droht, 12. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die kleine Gruppe hat den Angriff der Wölfe mehr oder weniger heil überstanden und Rainald vermeidet nach wie vor stur, Sicherheit in der Stadt zu suchen, sondern will unbedingt den Fluss überqueren und sei es notwendig, dass er dazu einem nach dem anderen durch eine Furt mit eisigem Wasser an die andere Uferseite trägt.
Kleine Exkurse in die Vergangenheit bringen nach und nach etwas Licht in Rainalds Verhalten, wenngleich man die Lösung noch lange nicht greifen kann. Dass im Leben Rainalds von Mandach etwas sehr Dramatisches passiert sein muss, das ihn so aus dem Gleichgewicht gebracht hat, wird in den Rückblicken klar. Schemenhaft scheint durch, dass er seine Frau nicht beschützen konnte und er sich so schuldig fühlt, dass er sogar gegenüber seinen geliebten Kindern, denen er stets ein liebvoller Vater war, all seine Gefühle hinter scheinbarer Boshaftigkeit und Kälte verbirgt
Rainald steht im Zentrum des Geschehens und sind auch seine Kinder Johannes und Blanka mit eingewoben, so bleibt alleine die später zu der Gruppe dazu gestoßene Klosterschwester Venia geheimnisvoll blass. Was es mit ihr auf sich hat, welche Rolle sie letztendlich noch spielen wird, dies darf man hoffen im 4. und letzten Teil der Geschichte zu erfahren.
Noch kann man die einzelnen Puzzleteile nicht zusammenfügen, aber man muss sich nicht mehr allzu lange gedulden, um ein komplettes Bild zu haben.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 20, 2011 9:53 AM CET


Der Hirte, Teil 2 (Der Hirte - eine mittelalterliche Weihnachtsgeschichte)
Der Hirte, Teil 2 (Der Hirte - eine mittelalterliche Weihnachtsgeschichte)
Preis: EUR 1,16

3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen spannende Geschichte - reißerischer Spannungsgrund, 12. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wie schon im ersten Teil, geht es auch hier in rasantem Tempo weiter. Schreibt Dübell generell mitreißend und packend, so wird hier alles noch straffer angezogen, da die Geschichte platzmäßig nicht so viel Raum gewährt. Dennoch bleibt alles nachvollziehbar und stringent.
Die Sprache ist gewohnt geschliffen und Dübell bringt akzentuiert und gekonnt das Wesentliche zum Ausdruck, ohne dass alles gehetzt oder übereilt wirkt. Der Erzählstil veranschaulicht bildhaft die für die Figuren so grauenhaften Szenen und der Leser wähnt sich mitten unter ihnen, mit den Stiefeln im Schnee versinkend und um sein Leben kämpfend.

Mit jeder weiteren Seite blinzelt man vorsichtig auf die Prozentzahl des bereits gelesenen Textes, um zu erfahren, wie viel man noch von der Geschichte erleben darf. All zu kurz erscheint einem der gegönnte Text, denn um alles Weitere zu erfahren, heißt es wieder eine Woche warten.

Wenn alles so perfekt zu passen scheint, wundert einen vielleicht die verhältnismäßig geringe Sternenzahl. Diese ergibt sich in diesem Fall aber nicht an mangelnder erzählerischer oder sprachlicher Qualität (dem gebührte volle Sternenzahl), sondern daraus, dass mit einer Urangst der Menschen, die Jahrhunderte aufrecht gehalten wurde und gegen die viele Experten und Tierschützer in jahrelanger Mühe versuchen anzukämpfen, ziemlich reißerisch eingesetzt wird. Wölfe, die es auf Menschen abgesehen haben. Die Wölfe mutieren hier zu Bestien mit verschlagenen Blicken voller Hass und Mordlust und haben nichts mehr von den scheuen und sozialen Wesen die sie in Wirklichkeit sind. Dass ein Einzelgänger, der vom Rudel verstoßen wurde und alleine keine Beute mehr schlagen kann, einer kleinen menschengruppe hinterherschleicht und in seiner Verzweiflung vielleicht sogar angreift, ist glaubhaft, aber ein ganzes Rudel, dem noch dazu zwei Pferde zum Opfer fielen, Jagd auf Menschen macht, stößt sauer auf.
Natürlich ist dies nur eine Geschichte, aber dennoch ist man es gerade von Dübell nicht gewohnt, dass er mit reißerischem Unsinn seine Leser bannt, sondern seine Geschichte stets glaubwürdig, authentisch und mit subtilem Humor zu "Papier" bringt.


Der Hirte, Teil 1 (Der Hirte - Eine mittelalterliche Weihnachtgeschichte)
Der Hirte, Teil 1 (Der Hirte - Eine mittelalterliche Weihnachtgeschichte)
Preis: EUR 0,00

9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein spanndender Beginn..., 30. November 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine Weihnachtsgeschichte in vier Teilen präsentiert uns hier Richard Dübell mit "Der Hirte".
Wer Dübells Bücher kennt, weiß in etwa was man erwarten darf und der Autor wird diesen sofort mit dem ersten Teil gerecht. Spannung wird schon auf der ersten Seite aufgebaut und auch die zentralen Figuren lernt man schnell kennen. Rainald von Mandach ist mit seinen beiden Kindern Johannes und Blanka unterwegs nach Didrichsburg zu seinem Verbündeten. Verfolgt von einem großen Wolfsrudel, müssen sie noch vor Einbruch der Dunkelheit die Stadt erreichen, wollen sie den Wölfen entkommen.
In den wenigen Seiten zieht Dübell den Leser sofort in die Geschichte und ohne ermüdende Beschreibungen zeichnet er scheint's leicht und nebenbei die Charaktere. So durchschaut die Nonne, die zu der kleinen Gruppe stößt, ebenso wie der Leser, dass Rainald im Grunde gar nicht so kalt und brutal ist wie er wirkt.

Es ist zwar nicht ganz logisch, warum das Wolfsrudel die kleine Gruppe verfolgt, da ihnen doch gerade vor kurzem ein Pferd zum Opfer fiel und sogar noch ein zweites darauf wartet verspeist zu werden. So ein Pferd, meint man, müsste doch auch ein großes Wolfsrudel satt werden lassen. Aber der Leitwolf ist auch kein gewöhnlicher Wolf und so darf man gespannt sein, wie die Geschichte weitergeht und welche Überraschungen noch auf den Leser warten.


L'Oréal Lash Architect Mascara
L'Oréal Lash Architect Mascara
Preis: EUR 7,80 - EUR 22,61

6 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen ein totaler Missgriff, 29. März 2011
Rezension bezieht sich auf: L'Oréal Lash Architect Mascara (Badartikel)
Brauchte dringend eine neue Wimpertusche und nach langem Überlegen wählte ich L'Oréal Lash Architect Mascara.
Auftragen lässt sich die Wimperntusche sehr angenehm und ich hatte weder Probleme mit "Fliegenfüsschen" noch, dass sie klumpte. Nach 2 Mal auftragen ist das Ergebnis wirklich gut!
Aber!! Es dauert nicht lange und man hat unter den Augen dunkle Schatten! Obwohl ich stets gut grundiere (und ja nicht das erste Mal Wimpertusche verwende) passiert es immer wieder. Wenn man die "Schatten" (verwischte Wimperntusche) mit einem Wattestäbchen entfernt, dauert es nicht lange bis dasselbe wieder ist. Egal wie sehr man aufpasst, es sieht nach einiger Zeit immer schlampig aufgetragen aus und wirkt dadurch auch älter.
Für mich ist diese Wimperntusche "durchgefallen" und ich verwende sie auch nicht mehr weiter.
Für diesen Preis gibt es wesentlich bessere Produkte!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 27, 2012 7:26 PM MEST


Set: nachteule + 3 Ersatzbatterien (Sie sparen gegenüber dem Einzelkauf)
Set: nachteule + 3 Ersatzbatterien (Sie sparen gegenüber dem Einzelkauf)
Wird angeboten von Bücherwurm-24
Preis: EUR 26,90

5 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen und nun passt die Eule auf auf Brillen mit breiterem Bügel!, 28. November 2010
Ein Lob an den Hersteller! Warum? Dazu muss ich kurz etwas ausholen:
Vor einigen Monaten bestellte ich mir die Nachteule, um mir weitere nächtliche Ehekriege zu ersparen, wenn ich bis um 2 Uhr früh lese und mein Mann ins Land der Träume reisen möchte. Nun gut, ich bekam (mit ein paar Problemen) das Lämpchen und probierte dies sofort aus. Und da happerte es schon! Der Clip zum Befestigen am Brillenbügel war für meine Brille einfach zu klein. Die Eule war für feine Metallbrillen gedacht, bei denen die Bügel um einiges dünner sind als bei meinen etwas poppigeren Kunststoffbrillen. Na toll, da kauf ich mir das doch nicht billige Ding und dann muss ich stets aufpassen, dass mir die Eule nicht davon hüpft!
Habe mich schon über die nicht recht funktionierende Lieferung geärgert und nun hält das Vieh nicht mal auf meiner Brille! So verfasste ich eine negative Rezension, in der ich genau beschrieb, warum ich von dem Produkt so enttäuscht war.
Kurz darauf kontaktierte mich die Firma Leuchtkraft GmbH und ersuchte mich höflich, ob ich nicht bereit wäre die Rezension zu löschen. Sie versprechen auch, dass sie sich bemühen, den Clip der Eule so zu ändern, dass er auf jeder Brille befestigt werden kann. Na ja, dachte ich, kein Problem, denn negative Rezensionen sind natürlich kein Renommee für eine Firma und ich brech mir keinen Zacken aus der Krone, wenn ich die Bewertung rausnehme. Der Hersteller versprach mir auch, dass ich sofort eine Eule bekäme, wenn das Problem mit dem Clip behoben sei. Nettes Angebot, dachte ich, aber bestimmt nur heiße Luft...

Und dann kam schon 8 Wochen später die äußerst freudige und positive Überraschung!! Ich bekam eine Nachteule mit einem geänderten Clip, so dass diese nun auch auf meine Brille passt! Leuchtkraft hat ihr Versprechen also wahr gemacht! So kann ich nun jeden Tag Nächtens lesen und meine Ehe ist auch gerettet ;-)
Das kleine Ding gibt absolut gutes Licht, was man sich angesichts der (kleinen) Größe schwer vorstellen kann. Die Batterien halten sehr lange und die Eule ist wirklich qualitativ so hochwertig gebaut (was auch den Preis rechtfertigt), dass man bei Batteriewechsel keine Bedenken haben muss, dass etwas bricht.

Da ich keine Scheu habe, konstruktive negative Kritiken zu verfassen, bin ich der Meinung, dass auch Positives ebenso erwähnt sein soll. Mich hat es sehr gefreut, dass der Hersteller das Problem mit dem Clip sofort als Anregung für eine Änderung aufgenommen und vor allem umgesetzt hat!!
In so einem Fall gebühren wahrlich 5 Sterne!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 16, 2010 5:05 PM CET


Das finstere Tal: Roman
Das finstere Tal: Roman
von Thomas Willmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,80

15 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen äußert subtile Erzählung mit praller, bildhafter Sprache!, 22. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Das finstere Tal: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mit einem vollbepackten Maultier wandert ein Mann über einen schmalen Bergpfad in ein von der übrigen Menschheit vergessenes Hochtal. Die Bewohner des im Tal gelegenen Dorfes - mitsamt den umliegenden Höfen zählt man gut zwei Dutzend Häuser - empfangen den Fremden mürrisch und voller Misstrauen. Der Fremde will eine Bleibe über den Winter, um zu malen, und erst nachdem er dem anscheinenden Führer des Dorfes zeigt, dass er in der Lage ist, gut dafür zu bezahlen, gewährt man ihm gönnerhaft das Bleiben. Als bald darauf zwei schwere Unfälle passieren, scheint's, als habe das Böse Einzug ins Tal gehalten...

Ein Debütroman von Thomas Willmann. Ein historischer Roman - oder doch eher ein Heimatroman? in Westernmanier? Ein Buch mit gerade mal gut 300 Seiten. Was darf man von einem Buch erwarten, dessen Schauplatz ein abgelegenes Bergdorf mit feindseligen Bewohnern ohne Lachen, ohne Humor, ohne Freude und ohne Zukunft ist? Man muss sich überraschen lassen und zweifelsohne - man wird überrascht!

Der Autor versteht es, aus der Fülle seines brillanten sprachlichen Kosmos gezielt und pointiert Sätze zu kreieren, die ohne Schnörkel eine geballt dichte und bedrängte Atmosphäre schaffen. Der Leser gerät schon nach wenigen Zeilen in einen unerbittlichen Sog, der ihn stets weiter in die Geschichte zieht und ihn nicht mehr loslässt.

Greider, der Fremde, wird nur von der Gaderin, einer Witwe, die ihm Unterkunft gewährt, und ihrer Tochter Luzi richtig wahrgenommen und akzeptiert, und so meidet er möglichst alle anderen Bewohner des Tals, um Konfrontationen aus dem Weg zu gehen. Thomas Willmann zeichnet das ganze Geschehen, die tägliche schwere Arbeit, die Aufgabe jedes Einzelnen und auch die grausig schweren Unfälle, die passieren, beinhart realistisch, aber niemals reißerisch oder effektheischend.

Es scheint, als bediene sich der Autor einer unerkennbaren Macht, sich im Kopf des Lesers zu platzieren und ihm die Gedanken und Gefühle der Figuren zuzuflüstern. Seine Protagonisten und Darsteller lässt er ohne viele Worte agieren. Man meint, einer Begegnung zweier unterschiedlicher Welten zuzusehen, die sich zögernd aufeinander zubewegen, sich umkreisen, aber niemals treffen. Detailverliebt, akribisch und in impressionistischem Kolorit malt Willmann den Vorspann zum Hauptfilm.

Mit dem einsamen Hochtal als Bühne spürt der Leser beinah körperlich die Beklemmung, die Einsamkeit und das Lauern der unbegreiflichen Gefahr im Hintergrund. Wirkt zuerst alles gemächlich träge und auch auf eine düstere Art idyllisch impressionistisch, so weiß man dennoch, dass dieser stille Friede nicht von Dauer sein kann.

Auf einmal wechseln Schauplatz und Zeit. Abrupt und ohne jede Vorwarnung und Einführung wohnt man plötzlich einer schier unglaublichen Handlung bei, die einem nicht nur den Atem stocken, sondern direkt das Blut in den Adern gefrieren lässt. Mit einem kräftigen Ruck zieht der Autor plötzlich das Tempo an und der Leser wird förmlich hineinkatapultiert in eine unfassbare und unbegreifliche Welt menschlicher Abgründe. Wie in einem Film spulen sich plötzlich die Ereignisse ab und man weiß, man müsste nur den Knopf der Fernbedienung drücken, um dem unglaublich brutalen und sadistischen Treiben zu entkommen - aber man tut es nicht. Kann es nicht.

Willmann hat eine Falle gestellt, aus der es kein Entrinnen gibt. Intelligent, raffiniert und doch so still, hat er auf äußerst subtile Weise die Augen des Lesers in sein Buch gebannt, in dem der unglaubliche Film nun immer schneller abläuft. Und obwohl man ahnt, dass es für das eigene Gemüt schwer wird dies zu ertragen und sich dies einbrennen wird in das Gedächtnis, ertappt man sich dabei, wie man sich selbst belügt. Noch eine Seite, nur noch eine Seite, dieses Kapitel noch, diesen Absatz...

Und ganz plötzlich beginnt man zu verstehen, setzen sich all die kleinen Puzzleteile zusammen, begreift man Greiders Handeln, und mit einem Geistesblitz offenbart sich, was man eigentlich schon zu Beginn hätte ahnen müssen - wer Greider eigentlich ist. Und bevor es zum Showdown kommt, begreift der Leser die ganze Inszenierung, und die Grausamkeit des folgenden Geschehens erscheint einem nur mehr als notwendig und gerecht.

Eine perfekte Komposition sozialer Machtspiele, beleuchtet aus einer psychologischen Position, die beim Autor emotionale Intelligenz und immense Empathie voraussetzt. Willmann wird seinen Schutzheiligen mit jeder Szene gerecht. Ein Buch, so ungewöhnlich, so wuchtig und so sprach- und bildgewaltig in kaleidoskopischer Farbbrillanz, das seinesgleichen sucht. Ein Roman, dessen Geschichte noch lange nachwirkt und zweifelsfrei beim Leser das Bedürfnis wachruft, mehr von dem Autor lesen zu wollen.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 22, 2014 7:52 AM CET


Tipperary: Die große Irland-Saga
Tipperary: Die große Irland-Saga
von Frank Delaney
  Gebundene Ausgabe

5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen außergewöhnliches Buch in elegantem Schreibstil, 5. November 2010
Irland Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Charles O'Brian, wohl behütet auf dem Gut seines Vaters aufgewachsen, geht seinen eigenen Weg und als ausgebildeter Heiler wird er eines Tages von einer Bekannten nach Paris an das Krankenbett von keinem geringeren als Oscar Wilde gebeten. Er kann den berühmten Schriftsteller zwar nicht retten, aber dafür trifft er dort auf die Liebe seines Lebens: April Burke. Er wirbt um sie, wird von ihr aber nicht erhört, sondern verachtet und schließlich heiratet April sogar einen anderen.
Obwohl tief verletzt, will er die Hoffnung nicht aufgeben und als April seine Hilfe annimmt, um "Tipperary Castle", das ihr rechtmäßig zusteht, wieder zu erlangen, sieht er Licht am Horizont...

Ein ungewöhnliches Buch! Auf den ersten Seiten hat man zu Beginn etwas Mühe dem Autor zu folgen, da er aus verschiedenen Perspektiven erzählt und der Wechsel oft von Kapitel zu Kapitel erfolgt, ohne dass der Leser speziell darauf hingewiesen wird. Hat man sich aber eingefunden, so entfaltet sich eine gepflegte und feine Erzählung in einem wunderbaren Sprachgestus.
Die unterschiedlichen Perspektiven - einmal der außenstehende Erzähler (der 60 Jahre nach O'Brians Tod seine Aufzeichnungen in einem hinterlassenen Koffer findet), dann wieder als "Ich-Erzähler" - gewähren einen detaillierten und vielschichtigen Einblick in die Welt des damaligen Irlands. Dass Frank Delaney sein Land liebt, findet sich in jeder Zeile und in jedem Wort. Und dennoch schafft er es, auch all die politischen Umstürze und dramatischen Ereignisse mit einem gewissen Abstand zu betrachten und dem Leser ohne Aufdringlichkeit darzulegen.

Dies ist kein Buch, das man schnell aus Langeweile zur Hand nimmt, um sich in eine spannungsgeladene Geschichte entführen zu lassen. Dieses Buch ist ein Epos, eine Reminissenz an Irland und seine Menschen. Mit anspruchsvoller und feiner Sprache führt Delaney den Leser durch einen Kosmos verschiedenster Ereignisse und stringenter Handlungen. Keine banale und seichte Liebesgeschichte, sondern die empathische Darstellung der Gefühlswelt eines mit beiden Beinen im Leben stehenden Mannes, der in seiner großen und einzigen Liebe auch etwas Wahrhaftiges sieht und sein Leben nach diesem schier unerreichbaren Ziel ausrichtet.
Ein selten schöner und anspruchsvoller Roman, der in seiner feinfühligen Brillanz seinesgleichen sucht.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 9, 2012 5:21 PM MEST


Die Frau im grünen Kleid: Roman
Die Frau im grünen Kleid: Roman
von Stephanie Cowell
  Gebundene Ausgabe

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein Buch, wie ein impressionistisches Gemälde, 4. November 2010
Claude Monet, welchem Kunstinteressierte sagt sein Namen nichts. Monet ist der Inbegriff der impressionistischen Malerei. Seine Seerosen sind weltberühmt und seine Bilder erreichen bei Auktionen schier unglaublich hohe Preise.
Wer jedoch war Monet? Wie hat er gelebt, wie kam er zur Malerei und wie lebte er seinen Alltag? Die Künstler die in der Mitte des 19. Jahrhunderts versuchten einen neuen Weg zu beschreiten, hatten es alles andere als leicht. Sie wurden verspottet, ihr Bilder als "skizzenhaft" oder "unfertig" bezeichnet und andere Maler, die in der Kunstwelt schon Fuß gefasst hatten, nahmen sie nicht ernst und hatten nur Spott über. Abgelehnt wurden sie auch von den Kritikern und wenn einer von ihnen das Glück hatte, dass es sein Bild in die Salon-Ausstellung in Paris schaffte, so wurde es an einem Platz präsentiert, der nicht gerade zu den bevorzugten gehörte. Ob Auguste Renoir, Camille Pissarro, Edgar Degas, Edouard Manet, Alfred Sisley und eben auch Claude Monet - sie alle blieben sich jedoch treu und kämpften verbissen darum, dass ihr neuer Malstil anerkannt wurde. Nicht alle erlebten es, dass dies geschehen würde, aber Monet war einer von ihnen, dem noch zu Lebzeiten Anerkennung gezollt wurde.

"Die Frau im grünen Kleid" ist das Gemälde der jungen Camille Doncieux, die ihm Modell saß und die auch seine große Liebe war. Stephanie Cowell schildert in ihrem Buch das Leben von Claude und Camille.

Claudes große Liebe, Camille, kam aus reichem Elternhaus und ihre Familie war alles andere als begeistert von Camilles Entschluss, mit Claude zusammenleben zu wollen. Camille jedoch gab für Claude alles auf und Claude hat seine junge Geliebte auf vielen seiner Bilder verewigt. Camille war jedoch kein langes Leben gegönnt, denn sie starb im Alter von 29 Jahren, was für Monet ein großer Schicksalsschlag und ein nicht zu verwindender Verlust war. Die Autorin lässt Monet selbst als alten Mann seine Geschichte erzählen. Camilles Schwester, Annette, die Monet für den Tod Camilles verantwortlich macht, schreibt ihm in einem Brief, dass sie ihm dies nie verzeihen werde. Monet hält sie für eine dumme Frau, die nie verstand, was Camille für ihn bedeutete und versucht ihr zu erklären, wie alles wirklich war. Und so erzählt Claude Monet dem Leser die Geschichte von der Liebe seines Lebens...

Die Autorin zeichnet in feiner, leiser Sprache die große Liebe der beiden, ohne übertriebenes Pathos oder gar kitschig schwülstigen Szenen. Feinfühlig und detailliert gibt sie Einblick in das damals harte Künstlerleben, malt die Szenerien der heute wohl berühmtesten Maler in ebenso impressionistischer Weise wie diese ihre Bilder. War ein junger Künstler nicht aus begütertem Haus und wurden von ihren Eltern nicht unterstützt, wussten sie oft nicht, wie sie die Miete für ihre mehr als bescheidene Bleibe bezahlen und wie sie ihren Lebensunterhalt finanzieren sollten. Manche schlossen sich zusammen und mieteten ein kleines Atelier, dass sie sich teilten. Sie hielten sich mit Porträt- oder Schaufenstermalerei über Wasser und lebten so von einem Tag auf den anderen.

Cowell hat mit dieser Roman-Biografie ein wunderbares Buch geschaffen, das für Liebhaber des Impressionismus ein "muss" ist. Auf hohem Niveau und eleganter Sprache bringt die Autorin einem die innige Beziehung zwischen Claude und Camille näher, gleitet nie ab ins Belehrende, Kitschige oder gar süßlich Schnulzige, sondern gewährt dem Interessierten lediglich Einblicke in das Entstehen des damals neuen Kunststils und die Charaktere die diese Bilder entstehen lassen.
Eine Perle für alle Kunstliebhaber und die, die es werden wollen. Ein absolut empfehlenswertes Buch!


Rheumatologie aus der Praxis: Kurzlehrbuch der entzündlichen Gelenkerkrankungen mit Fallbeispielen
Rheumatologie aus der Praxis: Kurzlehrbuch der entzündlichen Gelenkerkrankungen mit Fallbeispielen
von Rudolf Puchner
  Gebundene Ausgabe

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen hervorragendes Fachbuch auch für informierte Patienten und Interessierte!, 23. Oktober 2010
Dieses Fachbuch über die häufigsten entzündlich rheumatischen Erkrankungen und deren Behandlung ist durch die vielen Fallbeispiele aus der Praxis innovativ, prägnant und auf dem neuesten medizinischen Wissensstand.
Ein Kurzlehrbuch zur Diagnostik und Behandlung entzündlicher Gelenkerkrankung.

Dr. Rudolf Puchner, Internist mit Additivfach für Gastroenterologie und Rheumatologie, hat langjährige Erfahrung in der Behandlung rheumakranker Patienten mit zum Teil sehr schweren und aggressiv verlaufenden entzündlichen Gelenkserkrankungen.
In den letzten 10 Jahren hat sich in der Rheumatologie durch den Einsatz von Biologika bahnbrechendes bei den Behandlungsmöglichkeiten getan. Viele, gerade die häufigsten entzündlich rheumatischen Erkrankungen, sind heute gut behandelbar, mit hoher Chance auf Remission, wenn der Patient das Glück hat, rechtzeitig adäquate Therapien zu bekommen. Für eine Remission sind heute die Chancen so hoch wie nie. Allerdings muss dazu der Patient rechtzeitig zum Arzt gehen, die richtige Diagnose gestellt werden und sofort - "window of opportunity" - mit der richtigen Therapie begonnen werden.

Schon auf den ersten Seiten findet man vorab in Puchners Buch ein ausführliches Inhaltsverzeichnis, das Übersicht bietet in Diagnose und Differentialdiagnose, Anamnese, Labor und bildgebende Verfahren; eine Übersicht zu den wichtigsten entzündlich rheumatischen Erkrankungen mit vielen Fallbeispielen; medikamentöse Therapie; Erkennen und Umgang von/mit Medikamentennebenwirkungen, Ernährungstherapie, Physiotherapie und auch komplementärmedizinische Maßnahmen sowie rheumaorthopädische Therapieoptionen. Zum Schluss wird noch auf die Fingerpolyarthrose eingegangen, die oft mit der Polyarthritis verwechselt wird. Und als letztes Kapitel findet sich noch "Rheuma und Schwangerschaft".

Da dies ein Fachbuch ist und sich somit auch an den Fachkreis, also die Ärzte, richtet, ist der Text natürlich auch dementsprechend und mit allerlei Fachbegriffen gespickt. Nichtsdestotrotz wird aber ein erfahrener und sich mit der Materie schon lange beschäftigender Patient auch kein Problem haben den Text zu verstehen.
Fachbücher zur Rheumatologie gibt es viele, aber einzigartig an Puchners Werk sind die vielen Fallbeispielen aus der Praxis, die (mit Kommentar) viele Erkrankungen und Verläufe noch besser erklären.
Auch Gastautoren kommen zu Wort und zu vielen Krankheitsbildern findet man auch Fotos.

Fazit:
Ein Fachbuch, welches auch für interessierte und belesene Patienten ohne weiteres empfohlen werden kann, um sich über die verschiedenen entzündlich rheumatischen Erkrankungen und deren Verlauf und (neuesten) Therapie zu informieren. Für Ärzte, die weniger Erfahrung mit Rheumapatienten haben, ein interessantes und hilfreiches Nachschlagewerk, das in keiner Praxis von Allgemeinmedizinern fehlen sollte und hilfreich für Jungärzte in der Ausbildung ist.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 3, 2010 9:55 PM CET


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