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Rezensionen verfasst von
Ein kritisches Ohr "Jommelli" (Bavaria)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Madin: Te Deum pour les Victoires de Louis XV
Madin: Te Deum pour les Victoires de Louis XV
Preis: EUR 21,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hörenswerte Entdeckung, 19. Mai 2016
Henry Madin war bislang nur in Spezialistenkreisen bekannt. Der seinerzeit sehr geschätzte Komponist, der es immerhin zum zweiten Kapellmeister des Königs brachte, schrieb vor allem geistliche Musik. Zwei derartige Werke mit voller Orchesterbegleitung (es existieren zwei Cds mit klein besetzten und a-capella-Kompositionen) kann man nun zum ersten Mal in einer Liveaufnahme aus der Schlosskapelle in Versailles hören. Die insgesamt relativ konservativ angelegte Musik erinnert merkwürdigerweise mehr an Charpentier und Lully als an den deutlich älteren, aber wesentlich progressiver komponierenden Rameau, weist aber durchaus eigenständige Züge auf. Das fast 5o-minütige Te Deum (das längste seiner Art im Frankreich des 17. und frühen 18. Jahrhunderts) beeindruckt durch reiche Instrumentation und grandiose polyphone Satzkunst, die kürzere Motette weist zahlreiche Parallelen zur Opernästhetik aus, z.B. in der sehr stimmungsvollen Schilderung eines Erdbebens. Insgesamt hat man es mit Kompositionen zu tun, die Madin als einen Komponisten ersten Ranges ausweisen und gleichwertig neben Namen wie Gilles, Campra oder Desmarest stellt.
Die Interpretation ist bis auf kleine Unsauberkeiten, die der Livesituation geschuldet sind gut, die Akustik der Schlosskapelle hat nach meinem Empfinden etwas zu viel Nachhall. Alles in allem eine sehr positive Überraschung!


Der Klang der Wut: Wie die Musik mich am Leben hielt
Der Klang der Wut: Wie die Musik mich am Leben hielt
von James Rhodes
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiespältig, 6. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Lebensgeschichte von James Rhodes ist erschütternd und berührend zugleich. Durch Missbrauch im Alter von 5 bis 10 Jahren seelisch und körperlich schwerstens traumatisiert, schafft er es durch die Kraft der Musik am Leben zu bleiben und sogar (nach vielen teilweise albtraumhaften Umwegen) als alternativer Konzertpianist international erfolgreich zu sein. Ein Ausnahmeschicksal ohne Frage- aber ist "Der Klang der Wut" auch ein gutes Buch geworden? Ich finde nein. Zunächst befremdet die in der deutschen Übersetzung mit zahllosen flapsigen Elementen einer nicht sehr natürlich wirkenden Jugendsprache auffrisierten und von obszönen und pornographischen Wendungen nur so wimmelnde Ausdrucksweise, die auf mich keineswegs authentisch, sondern einfach nur abstoßend und v.a. schnell langweilig gewirkt hat. Man kann unerträglichen seelischen Schmerz auch auf andere Art und Weise ausdrücken oder herausschreien. Trotzdem fand ich die ersten Kapitel spannend, aufregend und wohltuend von einem bissig-zynischen Humor durchzogen. Das hat sich leider im letzten Drittel des Buches, also in der Zeit als Rhodes aus seiner Krise herausgefunden hatte, erfolgreich wurde und eine zweite Ehe schließen konnte, nicht fortgesetzt. Hier kommen auf einmal viel zu viele Namen mit ins Spiel, es wird kräftig die Werbetrommel in eigener Sache gerührt und zum Schluss versteigt sich Rhodes noch, der in seinen Augen am Boden liegenden Klassikbranche auf unangenehm apodiktische Art die Leviten zu lesen. Sicherlich kann man den traditionellen Klassikbetrieb mit Recht in vielen Punkten kritisieren, aber so ein Haufen gestörter, seniler, autistischer und inkompetenter Idioten wie es uns Rhodes weismachen will, ist die Welt der Musiker, Agenten, Opern- und Konzertbesucher sicherlich nicht. Hier gerät die in der ergreifenden Schilderung der Missbrauchsfolgen ganz und gar authentische Wut zu einem schwer nachzuvollziehenden Hass auf ein vermeintlich degeneriertes Klassik-Establishment. Ebenfalls völlig unnötig sind m.E. die salbungsvollen Anweisungen für eine geglückte Zweier-Beziehung am Ende. Fazit: Ein zumindest am Anfang lesenswertes, in der Gänze aber sehr zwiespältiges Buch, das mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Klassik-Fernen an die Meisterwerke von Bach, Mozart und Beethoven heranführen wird- und genau das ist ja das erklärte Ziel der Mission von James Rhodes.


Streichquartette Op.9+Op.10
Streichquartette Op.9+Op.10
Preis: EUR 6,99

5.0 von 5 Sternen Grandios!, 19. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Streichquartette Op.9+Op.10 (Audio CD)
Das erstmals eingespielte c-moll Quartett des 14-jährigen Bruch ist ein Geniestreich und den besten Werken, die Mozart und Mendelssohn in diesem Alter schrieben, ebenbürtig. Nicht umsonst verwendete Bruch die beiden Mittelsätze wenige Jahre später in seinem offiziell ersten Quartett geringfügig bearbeitet wieder. Doch auch die beiden "späteren" Werke des 18- und 22-jährigen sind voll genialer Züge und lassen nicht ahnen, dass Bruch später tragischerweise als Reaktionär abgestempelt und einzig auf sein erstes Violinkonzert reduziert wurde.
Das Diogenes-Quartett präsentiert sich hier als eine der allerersten Kammermusik-Formationen: Präzision, Intonation, Tempogestaltung und besonders ein unwiderstehliches Temperament machen diese preiswerte Aufnahme, die so manch hochpreisige Produktion auf die Plätze verweist, zu einem Muss für Streichquartettliebhaber. Sehr erfreulich ist auch die großartig natürliche Klangqualität dieser Studioeinspielung, die nichts Steriles an sich hat. Klare Kaufempfehlung!


Handel: Arminio
Handel: Arminio
Preis: EUR 23,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Großartiges Primarierpaar, 27. März 2016
Rezension bezieht sich auf: Handel: Arminio (Audio CD)
Händels von der Nachwelt unverständlicherweise ziemlich vernachlässigte Oper Arminio (1737) erhält nun 15 Jahre nach der ersten und bislang einzigen Gesamtaufnahme unter Alan Curtis eine zweite Chance auf CD. Und das ist ein Glück, denn die alte Aufnahme hatte zwar in den drei Hauptrollen exzellente Sängerinnen, litt aber unter einem recht schwachen Orchester und einem schlechten Tenor. Bereits in den ersten Takten der Ouverture lässt G. Petrou seine fabelhafte 'Armonia Atenea' höchst engagiert und hochdramatisch aufspielen- und diese unter Hochspannung stehende Grundhaltung behält er im Wesentlichen bei, wobei man meinem Geschmack nach viele Tempi etwas weniger rasant, mache Akzente etwas weniger scharf hätte nehmen können. Was der oft temperamentlose Curtis zu wenig hatte, hat Petrou zu viel.
Das größte Plus der neuen Aufnahme ist M.E. Cencic in der für den Kastraten Annibali geschriebenen Titelrolle. Die nicht besonders hoch liegende, doch an entscheidenden Stellen spektakulär in die Sopranlage reichende Tessitura ist für Cencic`s sehr maskulines und höchst modulationsfähiges Organ wie geschaffen. Im Vergleich dazu wirkt V. Genaux bei Curtis relativ blass, die Bravourarie des dritten Aktes ist ein Höhepunkt zeitgenössischer Countertenor-Kunst! Layla Claire in der extrem umfangreichen und anspruchsvollen Rolle der Tusnelda ist eine ebenbürtige Partnerin. Leider bin ich mit der Partie des Sigismondo alles andere als glücklich. Der junge Koreaner Vince Yi verfügt zwar über eine blitzsaubere Intonation, stupende Höhe und makellose Koloraturtechnik, doch klingt sein merkwürdig knabenhaftes Timbre meist sehr stählern, künstlich und in der Höhe leicht schrill. Ein spitzzüngiger englischer Rezensent schrieb vom Klang eines 'angry schoolboy', was die Sache sehr gut trifft. Man vergleiche hier nur die makellose Dominique Labelle in der alten Curtis- Aufnahme. Es stellt sich also durchaus die Frage, ob eine Kastratenrolle immer mit einem Sopranisten besetzt werden muss, was klar zu verneinen ist, wenn man nicht gerade einen Fagioli oder Sabadus zur Verfügung hat.
Die kleineren Partien sind allesamt bestens besetzt, wobei mir besonders der kernige Tenor von J. Sancho in der Rolle des Römers Varo sehr gefallen hat.
Insgesamt ist die Neueinspielung auf jeden Fall wegen der großartigen Leistungen des Primarierpaares anschaffenswert!


Arias for Domenico Annibali - The Dresden Star Castrato
Arias for Domenico Annibali - The Dresden Star Castrato
Preis: EUR 17,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr erfreulicher Gesamteindruck!, 18. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist immer ein sehr interessantes aber auch problematisches Unterfangen, einen Sänger vergangener Jahrhunderte klanglich wiederauferstehen zu lassen, noch dazu wenn es sich um einen Kastraten handelt. Da es schon etliche Aufnahmen von Opern gibt, in denen Domenico Annibali sang, hat man ein relativ klares Bild über die stimmlichen Möglichkeiten dieses Superstars der Zeit zwischen 1730 und 1750. Da ich Ferri-Benedetti 2011 als Äneas in Hasses „Didone“ gehört hatte und alles andere als begeistert war, war ich der vorliegenden CD gegenüber sehr skeptisch. Umso größer war die Überraschung! Auch wenn Liveauftritte und Studioaufnahmen zweierlei sind, kann man ganz klar eine deutlich positive Entwicklung bei dem mittlerweile 33-jährigen Countertenor feststellen. Auch wenn beim genauen Hinhören kleinere Probleme in den stimmlichen Bruchzonen und Randbereichen (besonders in den Tönen oberhalb des d2) und ein manchmal überdosiertes Vibrato nicht verleugnet werden können, überzeugt doch vor allem die große Modulationsfähigkeit der Stimme und besonders in den pathetischen Arien die expressive emotionale Gestaltung. Unschöne Ausrutscher wie das alberne Abgleiten in die baritonale Bruststimme in der Feo-Arie fallen dabei nicht so ins Gewicht. Sehr wohltuend ist die makellose italienische Diktion des Muttersprachlers, der übrigens auch Italienisch für Sänger in Basel lehrt.
Wirklich enttäuschend ist, dass bei der recht mageren Spielzeit von etwa 62 Minuten nur 50% Ersteinspielungen sind und man von einigen der bereits aufgenommenen Stücke wesentlich bessere Aufnahmen hat. (Man vergleiche z.B. das verhetzte „Qual turbine“ Porporas mit der viel subtileren und spannenderen Version von Cencic) Insgesamt überwiegt aber der positive Gesamteindruck und die CD kann zum Kauf empfohlen werden!


Johannes Matthias Sperger: Sinfonien
Johannes Matthias Sperger: Sinfonien
Preis: EUR 18,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Musik in überzeugender Interrpetation, 15. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die drei hier vorgestellten Sinfonien entstanden Ende der 1780ger-Jahre, fordern also einen Vergleich mit Mozarts und Haydns reifen Werken heraus. Dabei macht der sonst hauptsächlich als Kontrabassvirtuose bekannte und als "Kleinmeister" belächelte Sperger keine schlechte Figur, auch wenn seine Inspiration nicht auf dem selben Niveau wie bei den größten Meistern liegt. Während die festlich besetzte D-Dur-Sinfonie formal und harmonisch etwas platt ist, präsentieren sich die Werke in c- und g-moll als leidenschaftliche und oft tiefgründige Kompositionen im Sturm-und-Drang-Stil, die in jedem Fall zu den hochwertigsten Vertretern ihrer Gattung zu zählen sind und Haydn oftmals erstaunlich nahekommen ohne epigonal zu wirken. Sehr erfreulich agiert das Ensemble l'arte del mondo, das die bei der Sterkel-Einspielung von 2014 zu hörenden Fehler nicht wiederholt und zu einem weniger überdrehten und kantigen Stil gefunden hat. Für alle Liebhaber klassischer Sinfonien jenseits der bekannten Namen klare Kaufempfehlung!


Placidus Von Camerloher
Placidus Von Camerloher
Preis: EUR 18,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hörenswerte Musik, die eine bessere Interpretation verdient hätte, 28. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Placidus Von Camerloher (Audio CD)
Placidus von Camerloher gehörte um 1750 zu den bekanntesten Komponisten im deutschen Sprachraum und wurde (wohl etwas übertrieben) einem so bedeutendem Komponisten wie Niccolò Jommelli als ebenbürtig geschätzt. Daher ist es sehr erfreulich, dass nun endlich eine Cd vorliegt, die es ermöglicht, diesen Komponisten näher kennenzulernen. Es erklingen drei charmante Sinfonien sowie jeweils zwei Kammermusikwerke, Gallichone-Soli und Arien, was einen repräsentativen Querschnitt durch das Schaffen des Freisinger Domkapellmeisters ergibt. Stilistisch bewegen sich die durchweg solide, aber nur in Ansätzen wirklich originell komponierten Werke am Scheideweg zwischen generalbassorientiertem Spätbarock und stark von gesanglicher Melodik geprägtem frühklassischen Stil. Leider lässt die Interpretation durch das auf historischen Instrumenten musizierende Ensemble „ Neue Freisinger Hofmusik“ viele Wünsche offen. Am besten gelungen sind die beiden langen, wohl aus einem lateinischen Schuldrama stammenden Dacapo-Arien, in denen der junge Bassbariton M. Winckhler sein gepflegtes Organ sehr vorteilhaft präsentiert. Leider schweigt sich das ansonsten recht gute Booklet über den größeren inhaltlichen Zusammenhang dieser beiden Stücke aus, deren Textbedeutung somit im Dunklen bleibt. In den Instrumentalwerken ist die Intonation der der sehr dünn und scharf klingenden Streicher höflich gesagt nicht immer optimal und die Tempogestaltung in den schnellen Sätzen gerät leicht überhastet, was auf Kosten der Präzision geht. Eine sehr trockene, kleinste Unebenheiten gnadenlos hörbar machende Akustik trägt zu dem insgesamt recht unbefriedigenden Gesamteindruck bei. So kann man nur hoffen, dass sich demnächst ein auf höchstem internationalen Standard spielendes Originalklangensemble Camerlohers und seiner hörenswerten Musik annimmt.


Johann Simon Mayr: Saffo
Johann Simon Mayr: Saffo
Preis: EUR 13,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beachtlicher Opernerstling, 26. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Johann Simon Mayr: Saffo (Audio CD)
Die 1794 in Venedig uraufgeführte Opera seria „Saffo“ begründete die steile Karriere des Opernkomponisten Simon Mayr, der mit 31 Jahren kein sehr junger Künstler mehr war, allerdings schon Erfahrungen im Bereich Oratorium und Kantate sammeln konnte. Die komplizierte Dreiecksgeschichte rund um die griechische Dichterin Sappho inspirierte Mayr zu einem formal noch sehr konservativen Werk auf durchgehend hohem Niveau mit einigen suggestiven Momenten, ohne aber dass man von einem wirklichen Geniestreich sprechen könnte. Auch wenn Mozart an vielen Stellen (bis hin zu zitatähnlichen Cherubino- oder Donna Anna-Phrasen) Pate steht, hat man doch den Eindruck eines sehr persönlichen dramatischen Stils, der oftmals deutlich auf die Frühromantik hinweist. Die klanglich und musikalisch ausgezeichnete Aufnahme lohnt in jedem Fall die Anschaffung, man hört wieder Stimmen und Instrumentalisten , die man schon von früheren Hauk-Mayr-Einspielungen her positiv kennt. Andrea Lauren Brown verkörpert die schwere Titelrolle sehr überzeugend, während die junge Koreanerin Jaewon Yun für die 1794 von dem den großen Kastraten Crescentini verkörperte Rolle des Faone eine etwas zu leichte und mädchenhafte Stimme hat. Leider ist der bekannteste Namen im Solistenensemble, der Tenor Markus Schäfer, mit seinem herben und besonders in der engen Höhe unangenehm ins Nasale gehenden Timbre eine große Enttäuschung. Hier hätte man sich sehr eine unverbrauchtere Stimme gewünscht. Insgesamt hat Naxos aber mit dieser Weltpremiere seine inzwischen beachtlich angewachsene Mayr-Reihe um eine weitere interessante und hörenswerte Neuheit ergänzt.


Hasse: Artaserse (Festival della Valle d'Itria, 2012) [3 CDs]
Hasse: Artaserse (Festival della Valle d'Itria, 2012) [3 CDs]
Preis: EUR 26,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nur ansatzweise überzeugend, 26. Februar 2016
Da ich keine Lust hatte, mir knapp 3 Stunden lang Fantasieuniformen à la Ghadafi in dämmriger Beleuchtung anzusehen, habe ich die CD der Artaserse-Aufführung aus Valle d'Itria vom Sommer 2012 bestellt.
Vielleicht ein Fehler- denn ohne visuelle Ablenkungen und in besserer Klangauflösung kommen die Schwächen dieser Produktion sicherlich stärker zum Tragen als bei der DVD. Zunächst ist da einmal Shootingstar Fagioli in der einst von Farinelli verkörperten und musikalisch am reichsten ausgestatteten Rolle des Arbace. Überhört man einige Startschwierigkeiten in der ersten Arie, fallen aber dennoch das sehr manierierte Drücken von Tönen im tiefen Register und etliche keineswegs makellos intonierte hohe Spitzentöne, besonders in den oftmals zu exzessiv ausgezierten Dacapos auf. Insgesamt macht die Stimme einen etwas matten und angestrengten Eindruck, was auch an der problematischen Akustik liegen mag. Trotzdem verkörpert Fagioli (vor allem in der atemberaubend schweren Arie des dritten Aktes, die derzeit kein anderer Counter zu bewältigen im Stande wäre und in der Sänger auch deutlich an seine Grenzen kommt), eindrucksvoll das untergegangen geglaubte Ideal des Kastratengesanges.
Alle anderen Darsteller stehen bei durchwegs guten, aber keineswegs besonders inspirierten und im Detail technisch oftmals nicht einwandfreien Leistungen deutlich hinter dem Primo Uomo zurück, wobei der ziemlich knarrende Alt von Sonia Prina schon bessere Zeiten gesehen haben dürfte.
Am problematischsten ist das auf Originalinstrumenten musizierende und im wesentlichen aus Streichern und Continuo bestehende Orchester, das sich zwar durch beherztes Zupacken, aber nicht eben durch besondere Intonationsreinheit geschweige denn klangliche Delikatesse auszeichnet und deutlich unter dem üblichen hohen Standard anderer europäischer Originalklangensembles bleibt, wobei sich Dirigent und Cembalist C. Rovaris durch unangenehme Tempoexzesse zu profilieren versucht. (Das berühmte 'Pallido il sole' wird quälend langsam buchstabiert, während viele Bravourarien völlig verhetzt werden)
Als Ganzes wirkt die 1730 entstandene Oper vor allem durch den recht monochromen Orchestersatz sehr viel schwächer als die nur wenig später für Dresden geschriebene Cleofide mit ihrer deutlich verfeinerten Kompositionsweise und kann daher nur speziell interessierten Hörern zum Kauf empfohlen werden.
p.s.: Booklet leider wie so oft nur mit kleiner Einführung ital./engl. und ohne jegliche Gesangstexte.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 5, 2016 1:45 PM CET


Requiem
Requiem
Preis: EUR 12,49

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessante Mayr-Neuheit, 12. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Requiem (Audio CD)
Mit fast 2 Stunden Spielzeit dürfte Simon Mayr's 'Requiem summum' eines der längsten, wenn nicht das längste Opus dieser Gattung sein. Über die verzwickte Entstehungsgeschichte, an der in 2 Sätzen auch der junge Donizetti beteiligt war, schreibt Dirigent Franz Hauk ausführlich im Beiheft.
Das ganze Stück ist allerdings ein hybrides Gebilde, dem ich nicht den Ehrentitel 'Meisterwerk' zuerkennen würde. Während Introitus und Kyrie (beide Sätze gehen auf das bereits von P.A. Pelucchi bei Agora eingespielte kleinere g-moll Requiem Mayrs zurück) ernste Größe und kontrapunktische Kunst aufweisen, ist das Dies irae eine typisch italienische Miniaturoper mit virtuos-prächtigen, sehr profan klingenden Arien und Cabaletten, die bei einem heutigen Hörer eher Schmunzeln als Bewunderung hervorrufen. Sanctus und Agnus Dei fallen mit ihrem extrovertiert-heiteren Durklang und den begleitenden Becken völlig aus der Rolle und wirken in einer Totenmesse deplaziert, während das düstere Libera me wieder zu der feierlichen Trauerstimmung des Anfangs zurückkehrt. Ob dieses stilistisch zwischen spätem Mozart und frühem Verdi angesiedelte Requiem dauerhaften Eingang ins Konzertrepertoire finden wird, kann durchaus bezweifelt werden.
Die klanglich und musikalisch ausgezeichnete Aufnahme jedenfalls lohnt die Anschaffung, man hört wieder etliche Stimmen aus dem Umkreis der Münchner Musikhochschule, die man schon in früheren Hauk-Mayr-Einspielungen positiv kennengelernt hat. Leider ist der bekannteste Name im Solistenensemble, der Tenor Markus Schäfer, mit seinem spröden und unangenehm ins Nasale gehenden Timbre eine große Enttäuschung. Insgesamt hat Naxos aber mit dieser Weltpremiere seine inzwischen beachtlich angewachsene Mayr-Reihe um eine weitere interessante und hörenswerte Neuheit ergänzt.


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