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Rezensionen verfasst von
Viktor Frankenstein (Königswinter, Deutschland)

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Dschingis Khan
Dschingis Khan
von Vito Bianchi
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kleinod der Mongolenliteratur, 27. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Dschingis Khan (Gebundene Ausgabe)
Wer sich bisher noch nicht mit den Mongolen beschäftigt hat und zu diesem Buch greift, der macht eigentlich nichts falsch. Vorausgesetzt, das Interesse ist aufrichtig und textorientierte Darstellungen lösen keinen Schreck aus. Kenner der Materie können sicherlich auch einen Blick riskieren, werden aber wenig wirklich Neues erfahren.
Was sich hier zwischen den Buchdeckeln auftut ist eine sehr reiche und anschauliche Schilderung des Lebens Dchingis Khans und darüber hinaus eine Geschichte der Einigung der mongolischen Völker und ihres Aufstiegs zu einer den asiatischen Kontinent beherrschenden Macht. Es wird ausführlich auf Quellen bezug genommen und auch manche Passage im Wortlaut wiedergegeben, wodurch hin und wieder der Eindruck fesselnder Unmittelbarkeit entsteht. Nicht zuletzt die ungeschönte Darstellung des mongolischen Alltags sowie des größtenteil erbarmungslosen Umgangs mit Besiegten und Unterworfenen lässt ein authentisches Bild entstehen, das die teils romantisierenden Anflüge der "Geheimen Geschichte der Mongolen" zu absorbieren vermag.
Selbstverständlich ist eine Biographie, als welche sich Bianchis Werk verstanden wissen will, wesentlich personenbezogen. So darf es nicht verwundern, dass eine Menge ungewohnter Namen dem Leser doch zunächst einiges abverlangen werden. Hat man sich allerdings erst einmal auf die (Sprach)Welt der Mongolen eingelassen und sich in dem Gewirr von Völkern und Stämmen ein wenig orientiert, wird sich das Leseerlebnis umso nachhaltiger gestalten.
Insgesamt, verglichen mit manch anderer, vorwiegend wissenschaftlichen Darstellung, entsteht hier ein nicht minder faktenbasiertes, aber bei weitem dynamischeres Bild einer Kultur, die der eines sesshaften Menschen nicht fremder sein könnte. Ein wenig Engagement vorausgesetzt sicherlich eine Bereicherung.


Prinzessin in Formalin. Roman
Prinzessin in Formalin. Roman

5.0 von 5 Sternen Ringen mit einem Text., 27. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Prinzessin in Formalin. Roman (Taschenbuch)
Dieser Roman zählt mit zum Ungewöhlichsten, was mir bisher in Sachen Literartur untergekommen ist. Hier groß Worte zur Handlung zu verlieren erscheint wenig sinnvoll, ist es doch vor allem die Sprache, die während des Lesens nahezu bezwungen werden muss, um sich den Sinn oder überhaupt erst einmal die Geschichte zu erschließen.
Kein Buch, das man einfach liest, vielmehr ein Wagnis mit ungewissem Ausgang, so stellt sich diese Collage menschlich allzumenschlicher Abgründe und Höhenflüge über die gesamte Bandbreite möglicher Empfindungen (wobei vor allem die körperlich-begehrlichen nicht zu kurz kommen) dar. Das alles vor dem Hintergrund des London der 60er Jahre, aus der Perspektive eines Werbedesigners (wie man das heute wohl nennen würde), zerrissen zwischen schnelllebiger Konsumgesellschaft, unverbindlichem Sex, den üblichen Existenzzweifeln und einer Prinzessin aus altem persischen Adel. Dazu in einer Sprache, die dem heutigen Leser (das Buch erschien erstmals 1969), zusätzlich zu jener des Protagonisten, mindestens eine weitere Entfremdungserfahrung bescheren wird.
Sicherlich nichts zur feierabendlichen Entspannung, aber wer sich auf den Kampf mit diesem Text hier einlässt kann nur gewinnen.


Die Germanen (Beck'sche Reihe)
Die Germanen (Beck'sche Reihe)
von Herwig Wolfram
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Germanen, 27. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Germanen (Beck'sche Reihe) (Taschenbuch)
Die Germanen als Volk hat es nie gegeben. Eine einheitliche Geschichte der Germanen erst recht nicht. Das, was allgemein darunter verstanden wird ist zu einem großen Teil von römischen Autoren abhängig, die immer auch politische Interessen verfolgten. Es kann also kein Weg daran vorbeiführen, die komplexen Verflechtungen der unter dem Allgemeinbegriff Germanen (der durchweg als Fremdbezeichnung fungierte) zusammengefassten Stämme, Völker oder gentes zu entwirren, um so zunächst einmal einen Gegenstand zu entwickeln, über den geschrieben werden kann. Dass bei einem Umfang von knapp 120 Seiten dabei einige Verwirrung aufkommt, liegt auf der Hand.
Man kann nicht voraussetzen, dass man "die Germanen" als historischen Gegenstand etwa dem "der Römer" gleichsetzen kann und nun einfach ihre Geschichte erzählt. Es geht vielmehr darum, einen völlig überfrachteten Begriff erst einmal aufzulösen und dann nach und nach mit Inhalt zu füllen. Das kann nur über die Sichtung der Quellen erfolgen. Sprachen, Kulte, Konflikte, Wanderbewegungen, politische Instrumentalisierung seitens der Römer; all das gilt es für sich zu betrachten und daraus ein Bild entstehen zu lassen, welches langsam an Konturen gewinnt. Viele Stellen bleiben leer, vieles bleibt schemenhaft. Eine Unzahl ungewöhnlicher, fremdartiger Namen verknüpft mit Ereignissen, die nicht nur hinsichtlich ihrer Datierung fragwürdig erscheinen brechen über den Leser herein. Doch kann man das sicherlich nicht dem Autor zur Last legen. Herwig Wolfram ist ein ausgewiesener Experte auf seinem Gebiet. Allein sein Buch über die Goten (München 2001) belegt das umfassend.
Die Verwirrung, die der Leser hier ganz sicher erfährt resultiert wohl in erster Linie daher, dass man dieses Buch mit einer vorgefassten Erwartungshaltung liest. Es kann nur darauf hingewisen werden, als Laie so vorsichtig und unvoreingenommen wie möglich an das Thema Germanen heranzugehen. Alles andere kann schnell zu einer Enttäuschung führen. Wenn aus der ersten Verwirrung dann Neugier und evtl. Lust auf weitere Lektüre folgt, hat das Buch seinen Anspruch meiner Meinung nach erfüllt. Natürlich ist es letztendlich immer dem Leser zu überlassen, ob er mit dem jeweiligen Schreibstil eines Autors etwas anfangen kann. Wolfram schreibt sicherlich recht nüchtern. Es sei nicht zuletzt deshalb an dieser Stelle auf eine weitere, etwas umfangreichere Einführung zum Thema hingewiesen. Arnulf Krause: Die Geschichte der Germanen (Frankfurt a. M. 2005).


Die Völkerwanderung (Beck'sche Reihe)
Die Völkerwanderung (Beck'sche Reihe)
von Klaus Rosen
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Völkerwanderung. Eine historische Konstruktion?, 27. Februar 2012
Unter "Völkerwanderung" versteht man allgemein die großen Barbarenstürme der Spätantike, denen letztendlich das Weströmische Reich zum Opfer gefallen ist. Man könnte nun von einem Buch, das sich dieses Themas annimmt erwarten, einen umfassenden Überblick über die verschiedenen beteiligten Volksgruppen/Stämme (am besten wohl lat. gentes) sowie ihrer Eingebundenheit in ihre politische Umgebung zu liefern. Von dieser Seite müsste das Buch von Klaus Rosen sicherlich als Enttäuschung gewertet werden.
Kratzt man jedoch ein wenig an der Oberfläche des hier behandelten Gegenstandes, dann wird sehr schnell klar, dass "Völkerwanderung" eine Wortschöpfung des 18. Jahrhunderts ist. Was letztendlich darunter zu verstehen ist, bleibt vorerst dunkel. Es muss dem Historiker also zuallererst einmal darum gehen, diesen Begriff so rein wie möglich zu fassen; ihn von allen Assoziationen zu befreien, die durch eine lange Geschichte politischer Instrumentalisierung bis weit in das 20. Jahrhundert zustandegekommen sind. Ein Buch über die Völkerwanderung, dass einem wissenschaftlichen Anspruch genügen will, muss also auch ein Stück Begriffsgeschichte bieten. Das geschieht hier hinreichend.
Doch nach diesem Schritt ist dann gar nicht mehr so klar, was jetzt unter "Völkerwanderung" wirklich zu verstehen ist. Es führt demnach nichts daran vorbei, die historische Situation Zentraleuropas über knapp sechs Jahrhunderte unter die Lupe zu nehmen und die zutage geförderten Ereignisse zu interpretieren. Dem widmet sich der Hauptteil des Buches und zeichnet so ein äußerst komplexes Bild einer hochdynamischen Epoche, die deutlich mehr war als die gemeinhin angenommene Abfolge militärischer Auseinandersetzungen zwischen Römern und Barbaren.
Was dieses Buch aber jenseits seines eigentlichen Gegenstandes enorm bereichernd macht ist die Erkenntnis, dass es in der Geschichte nicht einfach darum geht Wissen zu sammeln und Bildungslücken zu füllen. Geschichte selbst ist immer auch Konstruktion. Die "Völkerwanderung" eignet besonders, das einmal deutlich werden zu lassen.


Die Hunnen (Beck'sche Reihe)
Die Hunnen (Beck'sche Reihe)
von Timo Stickler
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rundum gelungene Kurzeinführung, 27. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Hunnen (Beck'sche Reihe) (Taschenbuch)
Die Hunnen als Gegenstand historischer Forschung bergen die besondere Schwierigkeit einer äußerst dürftigen Quellenlage. Demnach ist der größte Teil der einschlägigen Fachliteratur der Kritik der Überlieferungssituation gewidmet, was sich gemessen an wissenschaftlichen Standards absolut notwendig, für den historisch interessierten Laien jedoch eher nebensächlich ausnimmt.
Sticklers Buch verweist in aller Deutlichkeit auf diese Problematik, widmet sich dann jedoch der Darstellung des eigentlichen Gegenstandes. Dies geschieht auf anschauliche Weise und es gelingt dem Autor stets, die Balance zwischen fachlichem Anspruch und Lesbarkeit für ein breites Publikum zu halten. Wertungen oder allzu ausufernde Spekulationen werden unterlassen und besonders hinsichtlich des unbestreitbaren Gewaltaspekts der hunnischen Expansion darf man hier keinerlei Plädoyer erwarten. Insgesamt ein historischer Grundriss ohne Schnörkel, der dem Anspruch einer umfassenden Kurzeinführung vollends gerecht wird.


Bookends
Bookends
Preis: EUR 7,49

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitlos, 30. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Bookends (Audio CD)
Auch wenn Simon & Garfunkel sicher nicht die "Musik meiner Generation ist", heißt das noch lange nicht, dass man auch ohne ein 68er zu sein nicht doch etwas daran finden könnte. Besonders auffällig ist zunächst die enge harmonisch-melodische Verwandtschaft mit vielen heute sehr populären Stücken aus den Genres Indy-Rock bis Singer/Songwriter. Die Renaissance ist also längst eingeläutet, also warum nicht einmal zurück zum Original?
Das Cover mit einem schüchtern neugiereigen Paul Simon und dem skeptisch dreinblickenden Art Garfunkel in schwarz-weiß spiegelt bereits treffend die Inhalte des Albums wider. Es geht tatsächlich um Eindrücke und Erfahrungen, die von jugendlich naivem Elan bis zu Skepsis und Kritik reichen. Die Identität Amerikas ist auch heute wieder ein Thema (und schließt den Rest der globalisierten Welt mit ein), der Umgang mit dem Alter ebenfalls. So werden zeitlose Themen in zeitloser Musik verpackt und zu lyrisch-musikalischen Meisterwerken verwoben. Nach der melancholischen Einleitung des "Bookends-Theme" erlebt man zunächst einen kleinen Wachrüttler durch den kurzen aber heftigen Moog Synthesizer-Einsatz und "Save the Life of my Child" kommt auch in einer für S&G Verhältnisse etwas verstörenden Lautstärke daher. Der Effekt ist aber beabsichtigt, geht es doch immerhin um einen wirklichen Zusammenstoß zwischen Generationen, der die ganze Gesellschaft wie ein Ruck durchfährt und ein langes Echo nach sich zieht. "America" glättet die Wogen und schildert anhand eines Roadtrips von Michigan nach New York City die Hoffnungen zweier junger Leute, die das Leben entdecken wollen und sich, den traumhaft realitätsfernen Charakter ihrer Vorstellungen bereits erahnend, ihren Gedankenspielen hingeben...
So entwickelt sich das Album dann weiter bis zu "Voices of Old People", das wesentlich aus den Reflexionen älterer Leute über ihr Leben besteht, aufgenommen von Art Garfunkel in zwei Altersheimen. Nahtlos schließt "Old Friends" an, das mit seiner zunächst harmonischen, dann für einen Moment in Atonalität verfallenden Streicherbegleitung einen Höhepunkt des musikalischen Ausdrucks darstellt (so etwas würde sich in der heute doch größtenteils sehr glattgeschliffenen Popmusik keiner mehr erlauben, aber der Effekt den S&G hier erzielen ist schlichtweg genial). Die Single "Mrs. Robinson" lockert alles ein wenig auf und "At the Zoo" erinnert abschließend an George Orwell...umrahmt wird alles vom auch in der Mitte einmal auftauchenden "Bookends Theme", das Raum zum Nachdenken lässt und selbst eine musikalische Form der Reflexion darstellt. Wertneutral und nachdenklich in seinem Ausdruck stellt es auch immer wieder ein relativierendes Moment zu vorher getroffenen Aussagen dar...
Insgesamt also ein sehr facettenreiches Album, was bei einer knapp dreißigminütigen Laufzeit doch überrascht. Simon & Garfunkel schaffen es durch sicheres harmonisches Gespür, lyrisches Talent und den Mut zu kleinen musikalischen Experimenten ein Album abzuliefern, dass trotz seines kommerziellen Erfolges weit mehr als ein Stück Pop-Musik zu sein vermag. Musik zum zuhören...


Moonraker
Moonraker
Wird angeboten von hifi-max
Preis: EUR 6,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Barrys lyrischster Bond-Score, 22. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Moonraker (Audio CD)
Dieser 8. John Barry Bond-Score weiß sicherlich nicht auf der Ebene plakativer Hymnen oder Leitmotive mit hohem Wiedererkennungswert zu überzeugen. Auch fehlt das klassische Bond-Theme komplett. Das mag einige berechtigte Kritik hervorrufen, aber dennoch sollte man darüber nicht vergessen, sich auf das Werk zu besinnen und jenseits evtl. unerfüllter Erwartungen einen Blick auf die Musik selbst und natürlich den zugrundeliegenden Film zu werfen.
An "Moonraker" (1979) scheiden sich die Geister. Geboren aus dem Konkurrenzkampf mit Space-Blockbustern wie "Close Encounters of the third Kind" und natürlich "Star Wars - A new Hope", sollte "Moonraker" James Bond im Kielwasser des gigantischen "The Spy who loved me" auch im SciFi Genre auf Augenhöhe bringen. Allerdings wurde weniger auf Star Wars Action gesetzt sondern in vielen der Weltraumszenen ist der Geist des "Übervaters" "2001: A Space Odyssey" zu spüren (wenn auch nur sehr schwach). Dieser Slow Motion kann man natürlich keine rasante Action-Musik überstülpen und somit sollte das bedächtige Tempo des Scores aus dieser Perspektive nicht mehr überraschen. Sehr streicherlastig mit dezentem Blecheinsatz (Hörner und Solotrompete) kommt hier sicherlich nicht das gewohnte oft jazz- und funkorientierte Bond Feeling auf. Doch kann das keinesfalls ausreichen um "Moonraker" jegliche Qualität abzusprechen.
Ein sehr lyrischer Titeltrack, hervorragend interpretiert von Shirley Bassey, leitet einen Soundtrack ein, der sein musikalisches Highlight "Flight into Space" mit mehreren kürzeren, recht introvertierten Passagen umgarnt und mit einer sanften Bossa-Variation des Main Themes und zwei nicht völlig unbekannten Action Cues in "Boat Chase und "Cable Car" ein wenig Würze verleiht. In meinen Augen hat John Barry hier etwas geschaffen, dessen Qualität sich nur dem konzentrierten Zuhörer erschliesst. Man mag dazu neigen besonders die kürzeren Stücke beim oberflächlichen durchhören einfach zu übergehen und als belanglosen Underscore abzutun. Aber auch wenn beispielsweise rhythmisch nicht allzuviel passiert, entsteht doch eine dichte Atmosphäre, die auch in den bodenständigen, irdischen Szenen stets ein sphärisches Moment mit Verweisungscharakter auf das Weltraummotiv des Films enthält.
Allerdings muss zugegebn werden, dass man sich hier und da des Eindrucks eines allzu glatt geschliffenen Klanges nicht ganz entziehen kann. Auch der dezente Chor in "Flight into Space" mag nicht jedermanns Geschmack sein. Insgesamt weniger intensiv als die meisten von Barrys Bond-Beiträgen und in gewisser Hinsicht auch einfach anders funktioniert dieser Score für mich doch größtenteils recht gut. Einzig die Disco-Variation des Main Themes zum Abschluss hat mir nie gefallen...
Hinsichtlich Barrys musikalischer Entwicklung ist anzumerken, dass "Moonraker" einen ersten Schritt in Richtung großflächige, romantische Komposition auf dem Weg zu Werken wie "Out of Africa" oder "Dances with Wolves" darstellt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 18, 2012 8:19 PM CET


Unfold the Future/Ltd.
Unfold the Future/Ltd.
Wird angeboten von skyvo-direct
Preis: EUR 16,48

4.0 von 5 Sternen Patchwork auf hohem Niveau, 29. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Unfold the Future/Ltd. (Audio CD)
"Unfold the Future" enthält vermutlich das komplexeste Material, das die Fower Kings bis dato abgeliefert haben. Viel Improvisation und Jazz-Harmonik über teils virtuoser Rhythmusarbeit verleiht dieser Platte ein selbst für Prog-Verhältnisse sehr hohes musikalisches Niveau.
Obwohl mir das Album eigentlich recht gut gefällt und auch kein wirklich schlechter Song drauf ist muss wohl zugegeben werden, dass es mit den gewohnten Flower Kings nur noch am Rande Gemeinsamkeiten aufweist. Kaum Melodien, die im Ohr bleiben und an manchen Stellen auch mal angenehm wenig Pathos... Das lässt den Eindruck entstehen, es habe hier einen Stilwechsel gegeben. Stimmt sicherlich auch zum Teil, doch haben Roine Stolt und Co auf späteren Werken wieder stärker auf Altbewährtes zurückgegriffen, wenn auch hier und dort neue Elemente eingebaut wurden.
Doch lange Rede, kurzer Sinn. Zu meiner Kritik: Roine Stolt ist ja berüchtigt für seine Maßlosigkeit gegenüber sich selbst und seiner Kreativität. Es ist einfach schier unmöglich "Unfold the Future" in einem durchzuhören. Für über 120 Minuten Laufzeit fehlt hier einfach der rote Faden, um die teils doch sehr unterschiedlichen Stücke wenigstens thematisch zusammenzuhalten. Auch wenn hier und da ein kleines Motiv durch mehrere Stücke transportiert wird, kann man sich des Eindrucks nicht erweheren, dass man evtl. doch nicht wusste, wann man besser hätte aufhören sollen. Fazit: Patchwork. Zwar auf hohem Niveau, aber dennoch Patchwork. Ganz sicher nicht das Werk um sich dieser Band nu nähern. Die Ltd. Edition macht bis auf die recht gelungene Aufmachung im typischen Flower Kings Stil wenig her. Hier noch einen Bonus Track draufzupacken grenzt schon an Zynismus... Wer vor ausgeflipptem Frickelprog nicht zurückschreckt der dürfte das hier weitgehend unbeschadet überstehen und auch mancher Fusion Fan könnte dabei vielleicht eine neue Perspektive hinzugewinnen...


Star Trek: Generations
Star Trek: Generations
Wird angeboten von Music-Special-Sale
Preis: EUR 8,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein guter TV-Score, mehr aber nicht..., 7. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Star Trek: Generations (Audio CD)
"Star Trek - Generations" stellt wohl eindeutig den TV-haftesten Leinwand-Ausflug einer Trek-Crew dar. Regisseur David Carson ist Fans der Next Generation längst bekannt und auch Dennis McCarthy ist Trek-TV-Veteran. Als TV-Score hätte dieses Werk sicher hervorragend funktioniert, übertragen auf die große Leinwand fehlt jedoch das gewisse Etwas.
Für meinen Geschmack ist es vor allem das streng geschnürte rhythmische Korsett, dass diesen Score einschränkt. Hinzu kommt eine sehr zögerliche motivische Ausgestaltung. McCarthy, der sehr viel Erfahrung im Bereich des Underscoring kürzerer TV-Action-Szenen besitzt verlässt sich zu sehr auf eben jene Routine und scheint zu vergessen, dass Kino anders fuktioniert. Ein schön ausgestaltetes Thema reicht leider nicht aus um einen ganzen Score zu speisen und so fehlt einfach ein Akzent gegen die doch zu engstirnigen Action-Parts, die diesen Score dominieren. Ist der Film zwar alles andere als ein Meisterwerk, hätte er doch mehr Möglichkeiten für innovative Komposition bereitgehalten.
Fazit: Hier wurde einfach der falsche Maßstab angelegt. Ein Film-Komponist muss aus einem großen Orchester einfach mehr herausholen, als hier geschehen. Auf motivorientierte, großflächigere Komposition wird zu Gunsten eng gestaffelter Zeiteinheiten mit Military-Percussion und rhythmischem Gleichschritt verzichtet. Hin und wieder ein Lichtblick aber insgesamt nicht völlig überzeugend. Wirklich erschreckend ist die Einfallslosigkeit bezüglich Harmonik und Melodik.


You Only Live Twice (Remastered)
You Only Live Twice (Remastered)
Preis: EUR 10,98

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Klassiker mit Schwachstellen, 23. August 2008
Rezension bezieht sich auf: You Only Live Twice (Remastered) (Audio CD)
"You only live twice" ist John Barrys vierter Beitrag zur Bond-Reihe. Er weicht diesmal etwas von seinem bisher stark bläserbetonten Ansatz ab und wertet die Streicher deutlich auf, was sich vor allem im häufig aufgegriffenen Titelthema bemerkbar macht. Paradoxerweise scheint mir jedoch gerade diese "Aufweichung" des bisherigen Bond-Sounds das größte Problem dieses Scores zu sein. Das Hinübergleiten ins Sentimentale (auch im "lyrischen" Ansatz des Regisseurs Lewis Gilbert mit seinem Hang zum Sonnenauf- bzw. Untergang verortbar) verkitscht die musikalische Begleitung an manchen Stellen doch arg. Auch die Auseinandersetzung mit traditioneller japanischer Musik (ein wieteres Leitmotiv) resultiert schließlich in einer recht flachen Adaption einer japanischen Pentatonik für ein 60er Pop-Arrangement. Dies muss allerdings im Kontext der Zeit gesehen werden, da die damaligen Konventionen (1967) wohl kaum mehr "Fremdartiges" in einer westlichen Mainstream-Produktion zugelassen hätten.
Trotz der gewohnten Qualität der rhythmischen Action-Parts, die dieses Werk doch erheblich aufwerten, ist letztlich das bereits erwähnte Titelthema ein Problem. Eine Ursache für die unglublich simple Komposition ("Goldfinger" und "Thunderball" waren da von anderem Schlage) ist sicherlich die Auswahl der Interpretin. Nancy Sinatra ist eine der schwächsten Sängerinnen, die jemals einen Bond-Song gesungen haben. Ihre Auswahl riecht stark nach Studiodiktatur, da sie kurz vorher mit "These Boots are made for walking" einen Hit gelandet hatte und man in ihrem frischen Ruhm auch einen Vortiel für die neue Bond-Produktion sah. Da sie jedoch über ein eher begrenztes sängerisches Talent verfügt, musste Barry in einem recht beschränkten musikalischen Rahmen arbeiten, so dass seine "lyrische", streicherdominierte Titelkomposition eher nach Kompromisslösung als nach Überzeugungstat aussieht. Die Produktion tat dann noch ihr Übriges um Miss Sinatra zu kaschieren und dem Titel durch "Weichzeichnung" den Rest zu geben. Trotzdem hat Barry aus der Not eine Tugend gemacht und seinen Titel mit einer solch markantne Eröffnungssequenz versehen, dass selbst dieser Titel ein Hit wurde (und von Robbie Williams in "Millennium" verwendet wurde).
Für mich insgesamt eher ein mäßiger Score, der zwar am Rand zu überzeugen weiß, aber gerade in seinem Kern viel zu leichtgewichtig daherkommt. Die filmische Grundlage, dominiert von einem Bond-müden, gelangweilten Connery und größtenteils farblosen Nebendarstellern hat aber auch nicht viel mehr zu bieten.
"Capsule in Space" ist als Barrys erster Space Track hervorzuheben (es folgte 1979 "Moonraker") und das wirklich hervorragende, in manchen Passagen gar an Herrmann erinnernde "Aki's Death" ist mein persönlicher Favorit.


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