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Rezensionen verfasst von
Viktor Frankenstein (Königswinter, Deutschland)

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Aliens (The Deluxe Edition)
Aliens (The Deluxe Edition)
Preis: EUR 12,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Musikalischer "Combat Drop", 14. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Aliens (The Deluxe Edition) (Audio CD)
Folgend soll der Versuch einer Erklärung unternommen werden:
James Horner war 1986 kein Neuling mehr auf dem Gebiet der Filmmusik. Auch Science-Fiction war ihm kein unbekanntes Genre Star Trek II - "The Wrath of Khan"; Star Trek III - "The Search for Spock", können beide als Meisterwerke seines Schaffens bezeichnet werden. "Aliens" hingegen ist wahrlich nicht das Resultat, welches Horner hätte erzielen können, wenn er optimale Arbeitsbedingungen gehabt hätte.
James Cameron und sein Team gerieten während der Dreharbeiten in einen gewaltigen zeitlichen Verzug. Somit sah sich Horner mit dem Problem konfrontiert, innerhalb weniger Wochen den Score zu einem Film zu komponieren, den er selbst bzw. nicht einmal das Regieteam in seiner Endfassung kannten (seine kompositorische Arbeit begann zwangsläufig vor der Fertigstellung der Dreharbeiten, so dass er sich teilweise mit provisorischem Bildmaterial begnügen musste). So wird es vielleicht ein wenig verständlicher, warum es "Aliens" an auskomponierten Themen mangelt. Es ist sicherlich kein leichtes, Themen zu Szenen zu entwickeln, die man nicht einmal komplett kennt (bzw. ihre letzendliche Funktion und Position im Film). Folglich sah sich Horner gezwungen, auf Nummer Sicher zu gehen, und die eigene Kreativität zu Gunsten des zeitlichen Limits druch altbewährtes (sowohl aus seinem eigenen Repertoire als auch dem anderer Komponisten, allen voran Strawinsky u. Penderecki)zu ergänzen. Somit entsteht unweigerlich ein "unrundes", vielleicht ein wenig zerstückeltes Gesamtbild. Horner wurde also ins kalte Wasser geworfen und hatte seinen eigenen "Combat Drop", dem der Marines im Film gar nicht so unähnlich. Alles in allem sicherlich kein Meilenstein, aber dennoch eine überdurchschnittliche Leistung welche doch für Horners damalige Klasse spricht (die heutzutage durchaus fragwürdig erscheint) und dem actionriechen Film gut zu Gesicht steht. Für Alien- und Horner-Fans nicht zuletzt wegen der "Deluxe-Ausführung", die den kompletten Score enthält, unverzichtbar; nicht unbedingt das geeignetste Werk, um in den Bereich Sci-Fi/Horror einzusteigen aber wer es gerne düster und dramatisch hat, kann hier auf seine Kosten kommen... Fazit: Kunst/Musik braucht Zeit. Natürlich muss jeder Filmemacher und Filmmusikkomponist einen gewissen Zeitplan einhalten, aber dennoch sollten wenigstens die zu bearbeitenden Szenen vorhanden sein, sonst erhält man Stückwerk (dies hat der Zusammenarbeit Cameron/Horner allerdings keinen Abbruch getan, siehe "Titanic").
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 22, 2011 5:32 AM MEST


Gutter Ballet
Gutter Ballet
Wird angeboten von for-collectors-only
Preis: EUR 13,99

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Silk and Steel", 7. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Gutter Ballet (Audio CD)
Diente der Vorgänger "Hall of the Mountain King" noch allein dazu, der im unteren MIttelfeld der Popularität rangierenden Band "Savatage" um die beiden Brüder Jon (Gesang & Piano) und Criss (Gitarre) Oliva, nach dem (vom Management) verbockten Pop/Rock-Experiment "Fight for the Rock" den Klassenerhalt zu sichern, so ging man auf "Gutter Ballet" doch deutlich progressiver zu Werke. Was sich schon auf Stücken wie "Prelude to Madness" oder "Last Dawn" (zwei Instrumentalstücke auf "Hall...") andeutete wurde hier weiterentwickelt. Das Piano rückt immer weiter in den Vordergrund und mit "When the Crowds are gone" präsentiert sich hier erstmals ein Konzept, welches später zum Markenzeichen der Band werden sollte: die epische "Power-Ballade". Doch auch den altgedienten Metal-Fans wird mit Stücken wie "She's in Love" oder dem Black Sabbath nachempfundenen "Hounds" gehuldigt. Insgesamt entsteht so eine pefekte Symbiose aus traditionellem Heavy Metal und progressiv-klassisch angehauchten Elementen bis hin zum Bombast (z.B. der Titelsong "Gutter Ballet"). Zwei Instrumental-Passagen ("Silk and Steel" u. "Temptation Revelation") zeigen einmal mehr, dass Criss Oliva noch weitaus mehr zu bieten hat, als bisher gehört und auch mit einer akustischen Gitarre zu überzeugen weiß. "Gutter Ballet" markiert sozusagen den Wendepunkt in der Bandgeschichte von Savatage. Ein unglaublich wichtiges Album, welches die Verbindungslinie zwischen Heavy Metal und symphonisch angehauchter Rock/Metal-Oper bildet. Produzent und Texter Paul O'Neill leitete hiermit den entscheidenden Schritt zur Verwirklichung seines Projekts "Streets" (dem direkten Nachfolger von "Gutter..." 1991) ein und die Band beginnt von hier an sich stetig witerzuentwickeln und ihr kreatives Potential mehr und mehr auszuschöpfen. Hier zeigen einer der wohl ausdrucksstärksten Sänger und sein Pendant an der Gitarre ihr volles Können (wenn auch das Gitarrenspiel von Criss Oliva erst auf "Edge of Thorns" 1993 seinen Höhepunkt findet) und ich möchte behaupten, Jon Oliva hat niemals zuvor (und später leider auch nicht mehr) so emotional und dennoch kraftvoll geklungen wie auf dieser Platte. Johnny Lee Middleton (Bass) und Steve Wacholz (Schlagzeug) steuern dann noch die Basis hinzu auf der sich die beiden kreativen Oliva-Brüder austoben können und damit liegt hier ein Album vor, welches seinesgleichen lange suchen muss......Neueinsteigern, die deise Band kennenlernen möchten kann ich dieses Album nur ans Herz legen, da es all das enthält, was Savatage letztendlich ausmacht.


A Momentary Lapse of Reason
A Momentary Lapse of Reason

13 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen "One Slip" (dt. ein Ausrutscher), 6. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: A Momentary Lapse of Reason (Audio CD)
Dieser Titel eines auf der Platte enthaltenen Songs ist wohl geradezu programmatisch für dieses Pink Floyd-Werk aus dem Jahr 1987. Verglichen mit den "großen 4" der 70er ("The dark Side of the Moon", "Wish you were here", "Animals" u. "The Wall") ist dies wohl offensichtlich ein Fehltritt einer Band, die mit dem Ausscheiden von Roger Waters (der das Prinzip des Konzeptalbums mit "The Wall" (1979) auf die Spitze trieb) ihren Hauptinitiator verloren hat. Konzept ist nämlich genau das, was diesem Album fehlt. Einzig und allein der Ausgleich musikalischer Schwachpunkte durch elektronische Soundeffekte lässt sich hier als roter Faden nachvollziehen. All das, wofür Pink Floyd einmal standen (progressiver psychedelic Rock, durchaus experimentell und doch eingängig) ist hier verlorengegangen. Man erhält beinahe den Eindruck, dass David Gilmour (nun neuer Kopf der Band) eher auf Nummer Sicher gehen will und das kreative Potential, welches auch in dieser dezimierten Formation der Band noch steckt opfert, um mit leicht verdaulicher Popmusik, ein todsicheres Comeback zu landen (die Chartplatzierungen sprechen wohl eindeutig dafür: GB: 3.; D: 2.). Einziger Versuch diesem Rohbau ein wenig Leben einzuhauchen, besteht in den monolithischen Gitarrensoli von Gilmour selbst (wohl einziger Pluspunkt, deshalb 2 Sterne). Zwar ist ein enormes Aufgebot von Gastmusikern im Booklet verzeichnet, doch viele Köche verderben bekanntlich den Brei, was hier auf eindrucksvolle Weise geschehen ist. Als Fan der früheren Pink Floyd-Werke lässt man sich hiermit sicherlich nicht hinter dm Ofen hervorlocken und wer die Band kennenlernen möchte, der sollte sich mit "Meddle" oder "The dark Side of the Moon" auseinandersetzen. Der Niedergang einer der einflussreichsten Rockbands aller Zeiten hat spätestens hier begonnen, da es von dort an allein der Name war, der der Band noch ein wenig Aufmerksamkeit in der Musikwelt verschaffte...


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