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Rezensionen verfasst von
Viktor Frankenstein (Königswinter, Deutschland)

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James Bond 007 - Die Welt ist nicht genug
James Bond 007 - Die Welt ist nicht genug
DVD ~ Pierce Brosnan
Wird angeboten von imblickpunkt
Preis: EUR 3,86

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Brosnans bester Bond!, 13. Januar 2008
Insgesamt ein überzeugender Bondfilm, der sein Potenzial jedoch nicht ganz ausspielt.
Brosnan gibt sich viel mühe, Bond sowohl Härte als auch Emotionalität zu verleihen, was ihm größtenteils auch gelingt. Einzig in den direkten Konfrontationsszenen mit Robert Carlyles Renard entsteht ein echtes Spannungsverhältnis, dass sich nicht nur auf der Handlungsebene abzuspielen scheint. Brosnans Konzentration ist nicht zu übersehen, wenn er in der Bunkerszene damit kämpft, dem herausragenden Spiel Carlyles den scheinbar kompromisslosen, jedoch innerlich zerrissenen von persönlichen Gefühlen erfüllten Agenten entgegenzustellen. Eine besonders reizvolle Szene, da Bond tatsächlich droht, die Beherrschung zu verlieren...
Auch in den Szenen mit Sophie Marceau gibt er einen glaubwürdigen zunächst verliebten und schließlich bitter enttäuschten Bond, der immer wieder Probleme hat, seine Emotionalität zu unterdrücken. Folgt man dem Film bis zur Liebesszene zwischen Marceau und Brosnan, scheint klar zu sein, dass man es hier mit einem zutiefst verwundbaren Bond zu tun hat, der mit seinen Gefühlen ringt und von einem Extrem zum anderen (der Liebe zu Elektra und dem damit verbundenen Hass auf Renard) getrieben wird. Der Film scheint geradezu darauf angelegt, diese Linie weiterzuverfolgen, Bonds Ambivalenz noch deutlicher zu zeichnen und ihn erst im abschliessenden Showdown zu sich selbst zurückfinden zu lassen. Zu dem, was James Bond wirklich ist. Charmant und kompromisslos zugleich, doch niemals emotional (zumindest nicht expressiv). Man wollte also versuchen, das altbekannte Bond-Schema durch persönliche Eingebundenheit aufzubrechen und einen "psychologisierten" 007 zu erschaffen. Doch hat man sich leztendlich doch gegen eine konsequente Fortführung dieser Linie entschieden. Bond macht plötzlich einen Rückzieher, versteckt seine persönliche Seite und erlangt seine Beherrschung wieder noch bevor er sich (von seiner empfundenen Schuld) "gereinigt" hat. Das mag ein Grund sein, warum der Film zum Ende hin abbaut. Die Fronten sind bereits zur Hälfte des Films geklärt, die begehrte Frau schon zu diesem Zeitpunkt verloren. Der von Denise Richards verkörperte Christmas Jones Charakter erhält dadurch eine undankbare reine Statistenrolle. Sie zur Kernphysikerin zu machen, spricht schon für den Humor der Drehbuchautoren, doch ist dieser humorvolle Kontrast auch der einzige Akzent, den sie zu setzen vermag. Am Ende ist sie die "Trösterin" für den zur Tagesordnung zurückgekehrten Bond, der natürlich mit einer Frau im Bett die Bühne verlassen muss.
Ein gewagter Ansatz also, welchen man sich nicht konsequent zuendezuführen getraut hat und für meinen Geschmack zu früh der Konventionalität des "Bond-Schemas" gewichen ist. Die Action ist wie gewohnt höchstklassig, auch wenn die Ski-Szene sehr schwach (wohl primär durch den schlechten Schnitt) anmutet. Mit Kameramann Adrian Biddle und Vic Armstrong als 2nd Unit Director, standen Michael Apted zwei erstklassige Kollegen zur Seite, die dem actionunerfahrenen Regisseur den Weg zur Welt von James Bond ebneten, in welcher dieser sich dann ganz auf die Gestaltung der Charaktere konzentrieren konnte. Das ist ihm mit Bond und Elektra eindrucksvoll gelungen, auch wenn er zum Ende dem Willen der Produzenten nachgeben musste. Ms Personalisierung geht allerdings doch ein wenig zu weit und nimmt ihr Autorität und Glaubwürdigkeit (was sie in Realität vermutlich den Job gekostet hätte). Sieht man sie jedoch als Verkörperung des britischen Geheimdienstes, der parallel zu Bond auf einer höheren (politischen) Ebene ebenso persönlich involviert ist, kann man damit leben... John Cleese steuert ein wenig Monty Python-Feeling bei und Desmond Llewelyns Q hat einen tragischen Abgang, da er kurz nach Ende der Dreharbeiten bei einem Autounfall ums Leben kam.
"The World is not enough" stellt also einen weiteren Schritt auf dem Weg des "persönlich-psychologischen" Bondfilms dar, welcher durch "On Her Majesty's Secret Service" eingeleitet, durch die beiden Dalton-Auftritte fortgesetzt und schließlich in "Casino Royale" vollends verwirklicht wurde... Empfehlenswert!


James Bond - Die Welt ist nicht genug (James Bond - The World Is Not Enough)
James Bond - Die Welt ist nicht genug (James Bond - The World Is Not Enough)
Wird angeboten von westworld-
Preis: EUR 26,94

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Actionlastig aber passabel, 13. Januar 2008
David Arnolds zweiter Bond-Score also... Was im direkten Vergleich zum Vorgänger "Tomorrow never dies" (1997) sofort auffällt sind zwei Dinge: zum einen der breitere Einsatz elektronischer Elemente und zum anderen der beinahe völlige Verzicht auf thematische Komposition. Das eine bedingt hier vermutlich das andere. Die Gliederung geht von den fünf großen Action-Sequenzen ("Come in 007 - Your Time is up", "Ice Bandits", Going down - The Bunker", "Caviar Factory" und "Submarine") aus, welche sozusagen das Rückgrat des Scores (und natürlich auch des Films) bilden. Diese werden mit kleineren dezenten Motiven umrahmt, welche vor allem Szenen der dramaturgischen Entwicklung untermalen. Besonders heben sich dabei "Access denied", das jazzige Lounge-Atmosphäre entfaltende "Casino" und natürlich ein filigran-dezentes "Elektra's Theme" hervor, welches es vermag, die Tragik dieses Charakters auf subtil-romantische Weise zu vermitteln. Ein weiteres Highlight ist sicherlich "Body Double", was auf den ersten Eindruck nicht allzuviel herzumachen scheint, doch nach mehrmaligem Anhören und der Betrachtung der dazugehörigen Szene im Film deren spannungsgeladene Grundstimmung nahezu perfekt beschreibt. Soweit scheint das Konzept des Albums schon einmal zu stimmen. Umrahmt wird das ganze vom Titeltrack, der den direkten Vorgänger um Längen schlägt, für Bond-Verhältnisse aber eher im Mittelfeld rangiert und dem im Film nicht verwendeten Jazz-Pop Standard "Only myself to blame" (Scott Walker). Dieser Song bereitet das eine oder andere Problem. Hört man auf den Text, stellt sich der Eindruck ein, dass man dem Bond-Charakter dieses Films eine emotionalere, fast tragische Seite geben wollte, indem man die Bond-Elektra Beziehung intensivieren und Bond auf den schmalen Grad zwischen Liebe und Pflichterfüllung führen wollte. Davon hat man offensichtlich abgesehen, was diesen Titel überflüssig machte.
Als einzigen Schwachpunkt könnte man das noch verkraften, doch entpuppen sich relativ schnell auch "M's Confession", "Pipeline" und "Torture Queen" als zumindest schwächere Beiträge zum Score. "Christmas in Turkey" vermittelt schließlich einen etwas zu sehr auf ein Happy End angelegten Eindruck und steht damit natürlich in einem Missverhätnis zum Abschlusstrack.
Als Fazit lässt sich festhalten, dass der gesamte Soundtrack größtenteils überzeugt. Allerdings muss man sich damit abfinden, dass hier vor allem Underscoring-Material geboten wird und durch den breiten Einsatz von Elektronika hin und wieder beinahe Dancefloor-taugliche Passagen entstehen. Größtenteils also sehr rasant, im dezenteren Bereich subtil und romantisch aber nicht immer überzeugend. Ein leicht unfertiger Eindruck lässt sich wohl nicht völlig vermeiden, doch ist das sicherlich auf das an manchen Stellen doch etwas Bruchstückhafte Drehbuch des Films zurückzuführen (beispielsweise ist die von Denise Richards gespielte Christmas Jones so blass, dass es noch nicht einmal für ein individuelles Thema gereicht hat). Für Bond-Fans wohl unvermeidlich, doch sonst sicherlich kein Muss...


Silence of Another Kind
Silence of Another Kind
Preis: EUR 10,57

5.0 von 5 Sternen rockiger als die Vorgänger und sehr eingängig, 4. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Silence of Another Kind (Audio CD)
Mit "Silence of another Kind" (2006) liegt nun bereits das dritte Album der schwedischen Band Paatos vor. Waren die beiden Vorgänger (besonders das Debüt "Timeloss") stark von psychedelischen Elektronikeinlagen geprägt, verrät hier bereits der Opener "Shame", dass es diesmal etwas rockiger wird. Beinahe etwas Gothic-lastig beginnt das Stück mi treibendem 4/4 Beat und einem sehr interessanten 7/8 Refrain, welcher dem Stück noch zusätzlichen "Drive" verpasst. "Your Misrey" und "Falling" sind zwie klassische Paatos-Nummern. Melancholisch und sehr dezent instrumentiert schaffen sie eine nachdenkliche Atmosphäre. "Is that all?" besitzt in der Strophe beinahe Lounge-Charakter, der aber durch einen härteren Refrain mit verzerrter Gitarre und sehr hohem Gesangspart durchbrochen wird und so die rockige Linie fortführt. "Procession of Fools" ist ein rein elektronisches Stück, welches eher als Bindeglied zwischen dem vorigen Titel und "There will be no miracles" fungiert, wo wir dann auch bei einem etwas problematischen Punkt angekommen sind. Die beinahe singletaugliche Nummer, die stark am Gothicrock orientiert ist, braucht ein wenig Zeit, um sich in das Gesamtgefüge des Albums einzuordnen. Ein deutlicher Stilbruch zerreißt hier die bis zu diesem Punkt sehr klar nachvollziehbare Struktur und so schnell wie er gekommen ist, ist er auch schon wieder verschwunden. Ein kleiner Wachrüttler, der noch einmal die volle Aufmerksamkeit des Hörers provoziert um ihn schließlich durch "Not a sound" und sein (abermals) elektronisches Anhängsel "Silence of another kind" wieder in sanftes Dämmerlicht zu hüllen. Im Intro durch Solostreicher und dezentes Saxophon begleitet, explodiert das Stück in einen bombastartigen Mittelteil um dann wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren und in einem elektronischen Klangteppich zu entschwinden. Das erschafft eine enorm schwermütige Stimmung, und man wird unweigerlich dazu animiert, sich eine skandinavische Winterlandschaft vorzustellen und in den endlosen Weiten der eigenen Imagination zu versinken.
Zusammenfassend: deutlich eingängiger und auch rockiger als die beiden Vorgänger und mit "There will be no miracles" einem kleinen Schwachpunkt versehen, liegt hier dennoch ein hervorragendes Album vor. Wer sich durch die Hörproben angesprochen fühlt, wird auch von dem Gesamtwerk nicht enttäuscht werden.


Lock Up the Wolves
Lock Up the Wolves
Preis: EUR 5,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mittelmaß, 26. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Lock Up the Wolves (Audio CD)
Dios fünftes Solo-Album "Lock up the Wolves" (1990) hat so seine Schwierigkeiten. Eigentlich handelt es sich bei den hier vertretenen Mitstreitern um eine der interessantesten Dio-Formationen. Simon Wright (Drums, ex AC/DC) und Jens Johansson (Keyboards, ex Yngwie Malmsteen) liefern mit dem Meister zusammen die nötige Erfahrung und mit Teddy Cook (Bass) und Rowan Robertson (Gitarre und gerade mal 18!) hat man sich zwei junge Talente voller Tatendrang und Kreativität ins Boot geholt. Da dürfte eigentlich nichts schief gehen, könnte man meinen.
Der erste Hördurchlauf löst dann erste Verwunderung aus. Keyboards sind nur sehr spärlich vertreten (macht eigentlich auch nichts, nur schade, dass Johannssons Talent so vergeudet wurde). Der Bass vermag kaum Akzente zu setzen (was auch an der Produktion liegen mag), Simon Wright trommelt routiniert, Ronnies Gesang ist über alle Kritik erhaben und Robertson muss sich vor seinen Vorgängern sicher nicht verstecken. Doch irgend etwas fehlt. Es bleibt so gut wie nichts hängen.
Es sind sicher einige Durchläufe nötig, um eine Art Struktur erkennen zu können. "Wild One", "Night Music", "Lock up the Wolves", "Walk on Water" und "Why are they watching me" entpuppen sich schließlich als Stützpfeiler, die aber immer wieder arg ins Wanken geraten. Uninspiriertes Mittelmaß ("Born on the Sun", "Between two Hearts", "Evil on Queen Street") zerstört viel Potenzial und mit "Twisted" ist sogar ein Totalausfall dabei. "My Eyes" wirkt nach dem Fade-out des vorangegangen Stücks beinahe wie ein Bonustrack und "Hey Angel" scheint irgendwie fehl am Platz.
Alles in allem sind hier einige gute Ansätze vorhanden, viele Riffs sind deutlich am Blues orientiert, die Gitarrenarbeit ist hervorragend und das Fundament stimmt. Nur fehlte wohl die keative Ausdauer, um das alles über eine Album-Länge zu halten. Schade, vielleicht hätte man die Wölfe doch besser losgelassen...
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 18, 2007 2:11 PM CET


Ghost Opera/Ltd. (CD + DVD)
Ghost Opera/Ltd. (CD + DVD)
Preis: EUR 17,58

4 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Masse statt Klasse..., 6. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Ghost Opera/Ltd. (CD + DVD) (Audio CD)
Nachdem Kamelot über die Jahre hinweg immer wieder Hochwertiges abgeliefert haben, musste irgendwann einmal der Punkt kommen, an dem das kreative Potenzial der Formation an die Grenzen seiner Belastbarkeit stößt. Mit "Ghost Opera" scheint er erreicht.
Verfolgt man die Stil-Geschichte der Band, so fällt auf, dass die explizit progressiven Elemente immer subtiler in großflächigere harmonische Strukturen eingewoben wurden und die Melodie deutlich in den Vordergrund gestellt wurde (sicher nicht zuletzt durch die neuen Möglichkeiten, die der Sängerwechsel 1998 eröffnete). Thomas Youngblood, immer noch hauptverantwortlich für das Songwriting, schliff Ecken und Kanten immer glatter und veredelte, einem Diamanten gleich, das musikalische Erscheinungsbild seiner Band. Die thematisch zusammenhängenden Konzeptalben "Epica" (2003) und "The Black Halo" (2005) stellten den krönenden Abschluss dieses Prozesse dar.
Allein der Gedanke an einen würdigen Nachfolger reicht aus, um zumindest den einen oder anderen Zweifel an der Umsetzbarkeit eines solchen Vorhabens aufkommen zu lassen. Jener Zweifel, die Untentschlossenheit und die daraus resultierende Konzeptlosigkeit lassen sich aus "Ghost Opera" heraushören. Als wäre die Band aus Ehrfurcht vor dem eigenen Oeuvre in Starre verfallen, kommt das neue Werk arg angestrengt daher. Bemüht, Eindruck zu hinterlassen, jedoch im klaren Bewusstsein, dass ein würdiger Nachfolger der beiden Vorgänger schon im Ansatz scheitern muss.
Auffällig ist zunächst einmal Keyboard-Neuzugang Oliver Palotai, der im Vorfeld auf manche Überraschung hoffen ließ. Nach dem bekannten Sprichwort zu den Qualitäten neuer Kehrgeräte schien diese Entscheidung auch Sinn zu machen. Man hätte vermuten können, Kamelot würden sich nun wieder auf zu progressiveren Ufern machen, und mit dem Keyboard einen neuen Kontrapunkt zu Youngbloods erstklassiger Gitarrenarbeit setzen. Doch war das Gegenteil der Fall. Orchestrale Sounds dominieren die Keyboard-Arbeit und verkitschen ein ohnehin nicht überzeugendes Werk unnötig (die Zwangsballade "Anthem" ist als Vorzeigebeispiel zu nennen). Die Hoffnung auf Erneuerung war damit begraben, und so kommt eine Menge altbewährtes im scheinbar neuen Gewand daher ("Rule the World" scheint sich irgendwie mit "March of Mephisto" vom Vorgänger messen zu wollen). Der Versuch, dem hirnerweichenden Keyboard etwas entgegenzusetzen wurde mit angestrengter Härte und ein paar Elektrosounds unternommen, zündet aber nicht. Die Melodien der Refrains drängen sich förmlich in den Vordergrund, sind aber nur von mäßiger Qualität und verfehlen somit das Ziel Akzente zu setzen (sie taugen zwar beinahe allesamt zum Ohrwurm, doch kann das wohl kein Kriterium sein, nachdem eine Band wie Kamelot beurteilt werden sollte). Bleibt nur zu hoffen, dass es bei deiser einmaligen Entgleisung bleibt. Ich für meinen Teil find's einfach furchtbar und hoffe auf einen neuen Musenkuss (vielleicht) in zwei Jahren...


Wenn die Gondeln Trauer tragen
Wenn die Gondeln Trauer tragen
DVD ~ Julie Christie
Preis: EUR 8,49

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wahrnehmung und Realität, 2. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Gondeln Trauer tragen (DVD)
Ich finde es sehr schwierig, diesen Film zu bewerten, doch handelt es sich sicherlich nicht um pseudo-intellektuelles Kino. Nicolas Roeg unternimmt den Versuch, verschiedene Ebenen der Wahrnehmung filmisch zu verbinden, aber eben auch gegeneinader auszuspielen, wodurch einige Verwirrung entstehen mag. Kommt man jedoch der tatsächlichen Funktionsweise des Films auf die Spur, erscheint er umso faszinierender. Wer sich fragt, welche Bedeutung die Farbe rot hat, was die beiden alten Frauen repräsentieren, warum John Baxter ausgerechnet eine Kirche restauriert, warum der Bischof so desinteressiert wirkt und der Inspektor so nüchtern und distanziert reagiert und vor allem, was eine Mordeserie in Venedig mit dem Tod eines kleinen Mädchens in England zu tun hat, sollte sich diesen Film mehrmals anschauen und dabei auf die Perspektive achten. (Warum lässt der Regisseur jede Szene, nachdem die Charaktere bereits abgegangen sind immer noch für ein paar Sekunden bestehen?) Alle diese Fragen lassen sich durch genaue Beobachtung beantworten und führen so zu einem Erklärungsansatz für die zunächst verworren erscheinende Situation. Ein Gefüge aus von Schuldgefühlen dominierten psychischen Zuständen, einer merkwürdigen Prophezeiung und einer (scheinbar?) objektiven Realität wird sehr gekonnt und ungezwungen in ein besonderes Filmerlebnis verwandelt. Das hervorragend in Szene gesetzte venedig dient dem als Kulisse.
Die Darsteller überzeugen durchweg (auch wenn Sutherland vielleicht nicht unbedingt einem Schönheitsideal entspricht, scheint es doch unangemessen, seine Rolle nach disem Kriterium zu bewerten) und der Film versteht es, die nötige Atmosphäre für seine nicht unbedingt lineare Handlung zu schaffen. Wer in diesem Film die Handlung bzw. Story vermisst, der sollte vielleicht an weniger offensichtlichen Orten nach Entscheidenden Momenten suchen.
Wer am Ende des Films nicht in der Lage ist, o.g. Fragen zu beantworten, dem ist vermutlich Wesentliches verborgen geblieben und es ist daher kein Wunder, dass er wenig herzugeben scheint und "nur" Verwirrung zu stiften vermag. Das darf natürlich nicht selektiv verstanden werden, der Film ist definitiv jedem zugänglich (man bedarf keiner besonderen Voraussetzungen); einzig Zeit sollte man haben, da dieser Film um verstanden zu werden, ein wenig Nach(denk)bereitung erfordert...


Spectres
Spectres
Preis: EUR 5,99

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hard Rock auf neuen Wegen, 3. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Spectres (Audio CD)
Nach dem enorm erfolgreichen Vorgängeralbum "Agents of Fortune" setzten Blue Öyster Cult 1977 mit "Spectres" ihre Erkundung der Möglichkeiten, klassischen Hard Rock mit populären Harmonien und Melodien zu kombinieren, fort. "Godzilla" eröffnet das Album als klassischer Hard Rock-Song und schafft damit eine Basis für die stilistische Vielfältigkeit der folgenden Stücke. "Golden Age of Leather" zieht als Mini-Epos Bilanz einer Zeit, in der Bike und Lederkluft noch für ein Lebensgefühls standen und bewegt sich musikalisch schon sehr weit weg vom klassischen Rock... Es stellt den einen Eckpunkt dar für ein Mittelfeld gelungener Kompositionen im Singleformat, unter denen sich wohl "Céline" mit leichtem Funk-Einfluss, sowie der Ohrwurmgarant "Celestial the Queen" hervortun. Das balladesque "I love the Night", das die Erlebnisse einer denkwürdigen nächtlichen Begegnung schildert und das unter dem Einfluss des bekannten gleichnamigen Murnau-Films entstandene "Nosferatu" stellen den musikalischen Höhepunkt an den Schluss des Werkes und hinterlassen einen gelungenen Gesamteindruck. Auch wenn "Spectres" kommerziell im Schatten des Vorgängers stand, ist es eigentlich interessanter (was die These bestätigt, dass Verkaufszahlen noch lange kein Anhaltspunkt für Klasse sind). Einziger Schwachpunkt ist das extrem flache, dann doch zu poppig geratene "Going through the Motions" (allerdings ein BÖC-Klassiker). Die Bonustracks (wie auf beinahe jedem "Special-Edition" Album) sind unnötig und stören nur den Gesamteindruck eines in sich schlüssigen Werkes.


The World That We Drive Through (Special Edition)
The World That We Drive Through (Special Edition)
Preis: EUR 14,84

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu viele Köche...?, 31. Mai 2007
...so könnte man zunächst meinen. Doch wenn man den Vorgänger ("The Music that died alone", 2003) kennt, dann scheint dieses Argument doch schnell entkräftet, wurde die Besetzung doch nur minimal verändert (einzig der Posten an Saxophon und Flöte wurde mit Theo Travis neu besetzt). Der zweite Kritikpunkt: Roine Stolt (The Flower Kings) ist in zu viele parallel laufende Projekte involviert, und sein kreatives Potential erschöpft... das scheint näher am Kern der Sache zu liegen. Zwar wurden fünf der sechs hier enthaltenen Stücke von Andy Tillison (Parallel or 90 degrees und Leader von The Tangent) geschrieben, doch war dieser nicht hundertprozentig zufrieden mit seinem Ergebnis, und so zeichnete Stolt dann für den Feinschliff verantwortlich. Sein Beitrag ist zwar kaum zu überhören, jedoch macht das Gesamtwerk einen irgendwie unfertigen Eindruck. Es kommt kein Fluss auf, weder zwischen den Stücken, noch innerhalb der einzelnen Kompositionen... "Photosynthesis", ein Beitrag der Pianistin Sam Baine (Po90d) soll nach dem recht hektischen "Skipping the Distance" das Tempo herausnehmen, hat aber längst nicht genug Gewicht um in der Mitte der sehr komplexen, dominanten Kompositionen zu bestehen. "The Gap" zündet nicht, da zwischen einigen durchaus ansprechenden Parts zu viel uninspiriertes Füllmaterial besteht (fünf Minuten weniger hätten dem Titel sicherlich nicht geschadet). Einzig der Opener sowie der Titeltrack sind hervorzuheben und retten das Album dann doch noch ins Mittelfeld, aber alles in allem ist es schon enttäuschend, was hier geboten wird. Der Bonustrack "Exponenzgesetz" versteht sich als Hommage and die legendären "Tangerine Dream" und schafft durchaus Atmosphäre (was die expanded Edition von der "Normalversion" doch deutlich abhebt. Endlich mal ein Bonustrack der nicht stört). Textlich gestaltet sich alles ziemlich flach und das Artwork ist doch arg kitschig geraten... dem Nachfolgewerk "A Place in the Queue" ging dann der Ausstieg Roine Stolts voraus, was der Formation wieder Luft verschaffte und ein überzeugenderes Album entstehen ließ...


Stirb An Einem Anderen Tag - Die Another Day
Stirb An Einem Anderen Tag - Die Another Day
Preis: EUR 20,79

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Drehbuchschwächen wirken sich auch auf die Musik aus, 20. März 2006
Mit "Die another Day" liegt nun, nach "Tomorrow never dies" (1997) und "The World is not enough" (1999), David Arnolds dritter Bond-Beitrag vor. Es ist offensichtlich, dass sowohl Film, als auch Musik in Kritiker- und Rezipientenkreisen eine relativ angeregte Diskussion ausgelöst haben. Die Bandbreite der Bewertungen (von 1 bis 5 ist alles vertreten) bestätigt das.
Natürlich kann eine Filmmusik als in sich geschlossenes Konzept betrachtet und angegangen werden, doch darf man dabei nicht vergessen, dass ihr letztendlich Bilder zu Grunde liegen. Und gerade diesem Score kann man nur schwer gerecht werden, indem man sich allein auf den musikalischen Aspekt beschränkt. Wer hier eine bruchstückhafte Dramaturgie oder den Mangel an auskomponierten Themen kritisiert, der sollte sich den Film noch einmal zu Gemüte führen und sich auf jene Szenen konzentrieren, deren Musik auf dieser CD enthalten ist. Es mag zwar sein, dass David Arnold zur Entstehungszeit nicht unbedingt zu kreativen Höchstleistungen aufgelegt war, doch trägt das enorm schwache Drehbuch einen mindestens gleichbedeutenden Teil dazu bei, einen Musiker an der Schaffung formvollendeter Themen zu hindern. Arnold bleibt nicht wirklich eine Alternative zur "elektronischen Nummer Sicher", da es tatsächlich an Szenen mangelt, die einer umfassenden orchestralen Bearbeitung würdig wären. Wo dies dann möglich ist ("Jinx Jordan", "James and Jinx" etc.) wird auch die klassische Methode (wenn auch mit Abstrichen) gewählt.
Es entsteht also ein elektronisch dominiertes Gesamtwerk, welches sich in einer begrenzten Mittelmäßigkeit bewegt und nur vereinzelt (vor allem durch "Cuba", mit John Barry's Bond Theme in der Flamenco-Gitarre) Akzente zu setzen vermag. Der "Bond vs. Oakenfold"-Remix ist ein Totalausfall und Madonnas Titelsong mindestens diskussionswürdig. Anfangs ist er bei mir noch auf Ablehnung gestoßen (hauptsächlich wohl durch seine extreme Andersartigkeit gegenüber vorherigen Bond-Titeln), doch mit der Zeit kann man ihm sogar etwas abgewinnen (außerdem ist es nicht der erste Song, der in Eigenverantwortung des Interpreten entstand. Das war Sheryl Crows "Tomorrow never dies").
Insgesamt also ein nahezu "tanzbarer" Elektro-Score, durchbrochen von solider, jedoch unspektakulärer Orchesterarbeit, welcher seinen Höhepunkt in einer kubanischen Salsa findet. Erwähnenswert vielleicht noch der, für einen Bond-Score recht untypische Choreinsatz in "Icarus" und "Antonov", der dem Werk doch noch eine interessante Komponente hinzufügt. Stimmungsmäßig bewegt sich alles, in einem dem Film angemessenen, düsteren Rahmen. Kaufzwang besteht sicher nicht, doch ich denke, wer den Film gesehen hat, der weiß, worauf er sich einlässt....ansonsten, einfach mal reinhören.


Tyranny of Souls
Tyranny of Souls
Wird angeboten von westworld-
Preis: EUR 14,94

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kompakt, eingängig, solide, 1. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Tyranny of Souls (Audio CD)
"Tyranny of Souls", das bis dato aktuelle Solo-Werk von Maiden-Frontmann Bruce Dickinson bedarf kaum eines Kommentars. Man wird hier sicherlich keine kreativen Höchstleistungen oder musikalischen Experimente vorfinden, doch erwartet man das von Dickinson eigentlich auch nicht. Die Songs sind relativ kompakt, klar strukturiert und verleihen dem Album so einen abgerundeten Gesamteindruck. Dickinsons Stimme ist wie gewohnt in Hochform und schraubt sich aus temporeichen Strophen zu melodischen, mehrstimmigen Bombastrefrains hinauf, welche nahezu alle zum Ohrwurm taugen. Auch die Ballade "Navigate the Seas of the Sun", ist konzeptionell hervorragend in das Gesamtwerk integriert und lässt den Hörer ein wenig zur Ruhe kommen, um sich später auf das anhaltende "Crescendo" bis zum Titeltrack einlassen zu können. Für die Gitarrenarbeit zeichnet Roy Z verantwortlich (gleichzeitig auch Produzent), welcher mit dem 3er Gespann der Eiserenen Jungfrauen zwar nicht mithalten kann, aber eine solide Grundlage für Dickinsons markanten Gesang schafft. Der Sound ist vielleicht das einzige kleine Manko, da die Produktion doch die eine oder andere Schwäche aufweist. Insgesamt also ein klassisches Heavy-Metal Stück, dass direkt beim ersten Durchgang überzeugt und sein Niveau bis zum Ende hält. Einen direkten Vergleich zu Iron Maiden-Werken würde ich jedoch nicht wagen, da hier der Schwerpunkt eindeutig (logischerweise) bei Dickinson liegt und folglich die virtuose Gitarrenarbeit fehlt...ich denke man weiß, worauf man sich einlässt und wer Bruces Stimme in ihrer gesamten Reichweite zu schätzen weiß, kann bedenkenlos zugreifen...


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