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Rezensionen verfasst von
Ghostwriter (Bayern)

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Noah
Noah
Preis: EUR 17,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Weder Fisch noch Fleisch, 21. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Noah (DVD)
Was Darren Aronofsky jüngst mit "Noah" abgeliefert hat, ist ein Film, der mir sicher nicht lange im Gedächtnis bleiben wird. Interessante Ansätze (Noahs "schwere Bürde" kommt z. B. gut zur Geltung) und teils gute schauspielerische Leistungen (-> Russel Crowe) beißen sich mit einer sehr kitschigen Fantasystory (Wächer statt Engel, Krieg um die Arche...), welche nur sehr wenig mit der Geschichte aus der Bibel zu tun hat. Natürlich ist es überlegenswert, einem "Bibelfilm" gesellschaftskritische Züge zu verpassen - die ganze Geschichte aber in eine "Mad-Max-ähnliches" Endzeitszenario zu verpacken, fand ich mehr als unpassend. Einige Bilder wirkten übrigens, als würden sie direkt aus "Requiem for a Dream" übernommen. Alles in allem war der Film ab Mitte auch richtig zäh und ich war letztlich froh, als er zuende war.

Fazit: Noahs Geschichte wurde auf ein überladenes, kitischiges und verdrehtes Popcorn-Niveau heruntergebrochen, gewürzt mit einer Prise "Herr der Ringe" und ein Bilder-Recycling á la "Requiem for a Dream".
Schade, denn von Aronofsky ("The Fountain", "Requiem for a Dream") kann man meiner Ansicht nach viel mehr erwarten.


300: Rise of an Empire [Blu-ray]
300: Rise of an Empire [Blu-ray]
DVD ~ Sullivan Stapleton
Preis: EUR 19,99

1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Billiger, ultrabrutaler CGI-Abklatsch vom genialen "300", 12. April 2014
Rezension bezieht sich auf: 300: Rise of an Empire [Blu-ray] (Blu-ray)
Dass Nachfolger oft wesentlich schlechter sind als deren Originale, ist ja bekanntlich nicht neu. Ärgerlich ist es nur dann, wenn ein sehr guter Film, der eigentliche keine Fortsetzung braucht, aus Marketinggründen eine schlechte Kopie bekommt und dadurch die ganze „Reihe“ in Mitleidenschaft gezogen wird. „300“ scheint das nun auch zu betreffen.

Der erste Film (damals im Kino angesehen) war eine sehr gute Comicverfilmung, hatte Charme, Humor und eine unglaubliche Atmosphäre aufgrund der nie dagewesenen Bildästhetik. Obwohl die Gefechte auch damals schon im Zentrum standen, hatte der Film trotzdem einen roten Faden in der Storyline. Brutalität stand nie im Vordergrund der Handlung.

Was ist davon beim Nachfolger geblieben? Nicht viel. Zwar gibt es auch hier schöne Bilder anzusehen, allerdings mit soviel CGI, dass man sich manchmal eher in einem Computerspiel als in einem Film vermutet. CGI-Effekte sind schön und gut, wenn aber zuviel davon eingesetzt wird, raubt das einem Film jede Authenzität. Vergleicht einfach mal "300" und den Nachfolger, dann wird klar, was ich meine. Übrigens waren die Effekte nicht mal gut, ganz nebenbei.

Die Schauspieler sind allesamt durchschnittlich, kein charismatischer Anführer mehr wie Leonidas im ersten Teil. Auch die Soundkulisse kommt sehr gelangweilt daher und kann keinesfalls an den ersten Teil anknüpfen.

Der Film ist wesentlich brutaler als der erste Teil (scheint eine allgemeine Entwicklung zu sein in Hollywood - je brutaler, desto besser, oder?), Sinn und Zweck blieben mir verborgen. Sehr bedenklich finde ich hier, wie die einzige Frau im Film dargestellt wird. Besonders die Sexszene ist in puncto Geschmacklosigkeit nicht mehr zu übertreffen. Wo in Teil 1 nur angedeutet wurde, wird in „Rise of an Empire“ gnadenlos draufgehalten – Bravo.

"300" war ein kleines filmisches Meisterwerk, "Rise of an Empire" ist nur noch ein ultrabrutaler Tribut an die immer mehr abstumpfende Net Generation, die Realität und Fiktion sowieso bald kaum noch unterscheiden kann. Wenn diese Entwicklung so weiter geht, gehe ich bald nicht mehr ins Kino.

Übrigens gehört dieser Film keinesfalls in Kinderhände.


Vorsicht Bildschirm!: Elektronische Medien, Gehirnentwicklung, Gesundheit und Gesellschaft
Vorsicht Bildschirm!: Elektronische Medien, Gehirnentwicklung, Gesundheit und Gesellschaft
von Manfred Spitzer
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

4.0 von 5 Sternen Lesenswertes Buch bietet Raumen für Diskussionen, überzeugt aber nicht auf ganzer Linie, 8. März 2014
Die doch umstrittene These, dass mediale Gewalt noch lange keine reale Gewalt bedingt in Form eines kausalen Zusammenhangs, wurde auch mir noch im Studium dergestalt vermittelt. Seitens der Medienpädagogen hieß es oftmals, dass Korrelationen zwar nachweisbar sind, diese allerdings noch lange keine Signifikanz besitzen. Von einem kausalen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen genannten Phänomenen versuchten sich meine Professoren immer zu distanzieren.
Spitzer versucht mit medienpädagogischen Theorien insofern abzurechnen, als dass er diesen mit Fakten aus der empirischen Forschung zu begegnet. Das in der Pädagogik / Erziehungswissenschaft leider zu wenig empirische Forschung betrieben wird, ist leider nicht von der Hand zu weisen. Allerdings sollte sich Spitzer als originärer Gehirnforscher durchaus ein wenig mehr Respekt gegenüber anderen Disziplinen erlauben.
Beim ewigen Streit zwischen Geisteswissenschaftlern und Empirikern stellt sich Spitzer also klar auf zweitgenannte Seite. Leider vergessen die empirisch arbeitenden Forscher aber auch immer wieder, dass gefundene Korrelationen an sich nichts aussagen, also immer eine Interpretation des Datenmaterials im Raume steht, welche IMMER ein gewisses Maß an Subjektivität beinhalten wird. Völlig objektive Forschung ist ein Märchen, besonders dann, wenn es um Fragen geht, die im Zusammenhang mit moralischen Fragen / auf Grundlage pädagogisch-psychologischer Theorien zu erörtern sind.
Spitzer arbeitet in seinem Buch in sprachlich eingängiger Form verschiedene Facetten des Bildschirmkonsums ab, wobei eine gewisse Tendenz zum Kulturpessimismus nicht geleugnet werden kann. Aufgestellte Thesen werden meist umfangreich durch Studien belegt; selbstverständlich wird aber kein Otto-Normal-Leser die Möglichkeit haben, genannte Quellen im Detail zu überprüfen.
Schön ist, dass Spitzer oft über den Tellerrand blickt und internationale Studien als Grundlage vieler Argumentationsstrukturen verwendet. Plakative Aussagen wie "Medien töten" hätte das Buch eigentlich nicht gebraucht und wirken einfach deplatziert, sind wahrscheinlich aber dem Buchhandelt geschuldet. Hier hätte Spitzer durchaus einen Gang zurückschalten können.
Ein interessanter Aspekt des Buches stellt mit Sicherheit der Vergleich medialer Gewalt mit negativen Externalitäten dar, ebenso beschreibt Spitzer argumentativ einwandfrei eine Medienlandschaft, welche aufgrund ihrer Abhängigkeit von Quoten und Werbeverträgen einfach zum Stumpfsinn verdammt ist – wie wahr!
Im Wesentlichen widersprechen muss ich jedoch dem Kapitel zur Gewalt in Computerspielen. Sicherlich ist nachgewissen, dass Computerspiele das Agressionsniveau erhöhen, ebenso werden unmittelbar nach dem Spielen höhere Niveaus gemessen - allerdings ebben diese ebenso schnell wieder ab und bleiben langfristig eher nicht psychisch verhaftet. Der These, dass Computerspiele reine "Vorbereitungsmaßnahmen zum Töten" sind, widerspriche ich radikal. Egal wie gewalttätig ein Spiel ist, der GESUNDE Menschenverstand erkennt den Unterschied zwischen Realität und Fiktion IMMER. Dass Amokschützen und Gewalttäter diesen Unterschied nicht mehr wahrnahmen, kann sicherlich nicht auf grafisch absolut veraltete Computerspiele (vgl. "Doom" aus 1993) mit Pixelgrafik und Comicgegnern geschoben werden. Hier reiht sich Spitzer in die lange Reihe der Kulturpessimisten ein, welche in den 1920er Jahren die Groschenromane, in den 60er Jahren das Fernsehen und heute das Internet verteufeln.
Selbst das brutalste und widerwärtigste Gewaltspiel sollte einem psyschischen gesunden Kind m. M. nach insofern keinen Schaden zufügen, als dass es sämtliche Abläufe, Handlungen und Geschehnisse als reine Fiktion einordnen kann. Es macht dabei auch keinen Unterschied, ob nun in der Egoperspektive geballert wird, echte Menschen als Gegner dargestellt werden oder die Handlung in reale Geschehnisse (Kriege etc.) eingeflochten ist. Spiel bleibt Spiel und der Prozentsatz der Kinder und Jugendlichen, welcher dadurch langfristige Schäden davon trägt, ist mit Sicherheit verschwindent gering und gibt keinerlei Anlass zur Panikmache. Nichtdestotrotz gibt es natürlich sinnvollere Freizeitbeschäftigungen als diese. Ziel sollte es deshalb sein, Kinder und Jugendliche nicht durch Ge- und Verbote von derartigen Spielen abzuhalten, sondern ihnen die Medienmündigkeit zuzusprechen, dass sie Sinn und Unsinn langfristig selbst erkennen und sich davon abwenden. Ich bin überzeugt davon, dass Kindern und Jugendlichen Eigenverantwortung in diesem Maße zuzusprechen ist.


Winters Tale
Winters Tale
DVD ~ Colin Farrell
Preis: EUR 13,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Konstruierter, absolut unglaubwürdiger Hollywood-Kitsch, 23. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Winters Tale (DVD)
Vorweg: Natürlich erwarte ich von einem Märchen keinen Realismus im eigentlichen Sinn, aber wenn schon fliegende Pferde, gefallene Engel und der Teufel höchstpersönlich im Film vorkommen, dann sollte diese erdachte Fantasywelt zumindest in sich kohärent sein (vgl. der Sternwanderer, Herr der Ringe Trilogie etc.). Leider ist "Winter's Tale" nicht nur von vorne bis hinten total unglaubwürdig (Protagonist trifft vor 100 Jahren ein kleines Mädchen, dieses taucht nach dieser Zeit wieder auf als alte Frau, somit müsste diese ca. 110 Jahre alt sein, sie aber aus wie 72...), auch wurde meiner Meinung nach massiv vom innovativen "Cloud Atlas" geklaut. Der Unterschied zu "Cloud Atlas" ist, dass die Story von "Winter's Tale" in sich keinen großen Sinn macht und nur so vor Logiklöchern strotzt. Das Hirn muss man also komplett ausschalten bei diesem Film, sonst kann man einfach nicht ohne Schmunzeln die Handlung mitverfolgen. Am schlimmsten fand ich jedoch, wie sehr gute Schauspieler wie Russel Crowe in grottenschlechten Nebenrollen "verheizt" werden. Collin Farrell wirkt irgendwie auch, als hätte er den Film nur gemacht, weil gerade nichts anderes zu tun war. Will Smith als "Lucifer" setzt dem ganzen dann noch das Sahnehäubchen auf. Okay, der Trailer war ansprechend, überzeugt hat mich "Winter's Tale" dann letztlich aber überhaupt nicht. Ich rate von diesem Film absolut ab. Meine Freundin fand ihn übrigens auch richtig schlecht.


The Tall Man
The Tall Man
DVD ~ Jodelle Ferland
Preis: EUR 7,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Völlig überbewerteter 0815-Thriller, 8. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: The Tall Man (DVD)
Ich habe keine Ahnung, wie die guten Bewertungen für diesen Film zustande kommen, aber ich kann von diesem Film nur abraten. Trotz prominenter Besetzung ist die Story einfach nur lahm und kommt nie in Fahrt, Spannung gibt es auch fast keine und der Film strotzt nur so von Logiklöchern. Atmosphärisch hat "The Tall Man" ebenfalls gar nichts zu bieten. Diese öde Landschaft mit dem vermüllten Dorf ist einer der schlechtesten Schauplätze, ich ich je gesehen habe.

Im Genre "Horror" hat dieser Film übrigens überhaupt nichts zu suchen. Eher "Mystery" oder "Thriller / Drama".

Wer "gepflegten Horror" möchte: stattdessen lieber "Haus der Dämonen", "Insidious" oder "The Conjuring" schauen. Atmosphärisch auch sehr gut sind "Frau in Schwarz" und "The Awakening".

"The Tall Man" kann für mich aber mit keinem der genannten Filme auch nur im Ansatz mithalten.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 15, 2014 10:01 AM MEST


Also sprach Zarathustra
Also sprach Zarathustra
von Friedrich Nietzsche
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 6,95

5.0 von 5 Sternen Nietzsche lesen heißt Kopfarbeit, 7. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Also sprach Zarathustra (Gebundene Ausgabe)
Ich werde mir nicht anmaßen zu sagen, ich hätte dieses Buch voll und ganz verstanden! Zu sehr lässt Nietzsche seinen Zarathustra in Metaphern und komplexen Symbolsystemen sprechen, als das ein einfaches "Durchlesen" möglich wäre. Der eine oder andere Satz will schon mehrmals gelesen werden, auch empfiehlt sich nach dem ersten Durchgang eine wiederholte Lektüre, um wirklich die ganze Sprachgewalt dieses Werks zu erfassen.

In "Also sprach Zarathustra" lässt Nietzsche einen Einsiedler seine Philosophie reflektieren: Auf der Suche nach dem "Übermenschen" wird Zarathustra von den Menschen zunächst missverstanden und verspottet. Schritt für Schritt beginnt er dann aber, seine "Jünger" um sich zu scharen (die sog. "höheren" Menschen). Ebenfalls in die Geschichte verwoben ist seine immer wieder vorzufindete Kritik am Christentum ("Gott ist tot") und vorherrschenden Ideologien sowie seine Aufforderung, "hinter den Horizont" zu blicken. Wie leicht man Nietzsche jedoch missverstehen kann wird z. B. anhand des oft zitierten Satzes "Wenn du zum Weibe gehst, vergiss die Peitsche nicht" deutlich: Keineswegs dachte Nietzsche daran, ein negatives Frauenbild zu kreieren, vielmehr gilt die Peitsche den zu bändigenden Trieben des Mannes...

Anhand der poetischen Textform bis Kapitel 3 erkennt man, dass Nietzsche nicht nur Philosoph, sondern auch Philologe war. Die sprachlichen Bilder sind unglaublich tiefgreifend und daher oftmals schwer zu deuten. Interessant ist auch, dass er das letzte Kapitel, dessen Fertigstellung ihn sehr stark beanspruchte, fast ausschließlich in prosaischer Form verfasst hat und somit einen schönen Gegensatz darstellt.

Das Lesen dieses Buches ist zugegeben recht anstrengend, kann aber dabei nur Gewinn sein. Ich bin hin und weg, zu welchen gedanklichen Leistungen dieser Mann fähig war.


All Is Lost
All Is Lost
DVD ~ Robert Redford
Preis: EUR 12,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der alte Mann und das Meer? - Gute Ansätze, leider zu vage in Aussage und Kontext, 31. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: All Is Lost (DVD)
Als begeisterter Leser von Hemingway's Klassiker kam ich natürlich nicht völlig umhin, diesen Film mit der wunderschönen Novelle zu vergleichen. Auch wenn Thema und Rahmengeschichte völlig verschieden sind, so geht es im Kern beider Erzählungen doch zunächst um einen "alten Mann", der, völlig auf sich allein gestellt, gegen die unbezwinbare Natur ankämpfen muss - oder? Wieso ich beim Vergleich "All is Lost" und "The Old Man and the Sea" verweilen möchte ist aber: anschaulicher lässt es sich wohl kaum herausarbeiten, was die Schwächen dieses Films und zugleich die Stärken des Buches sind.
Zunächst einmal zu den Stärken des Films: In optisch sehr ansprechenden Bildern kreierte Chandor einen Film, zu dem es sicherlich großen Mut braucht. Mut daher, weil ein Streifen, bei dem zu 98% nichts gesprochen wird, beim Mainstream-Publikum nicht ankommen wird. Dazu braucht man keine Glaskugel, um das vorherzusagen. Anspruchsvolle Filme und Filme, die Kasse machen, sind im 21. Jahrhundert zwei unterschiedliche Kategorien. Robert Redford spielt seine Rolle großartig; man nimmt ihm die Verzweiflung und die Mühe, mit der er kämpfen muss, wirklich ab. Der Altmeister erlaubte sich hier keinerlei Schnitzer und ist die perfekte Besetzung.
Nun zu den Schwächen: In Hemingway's Klassiker ist der Kampf Santiagos (der alte Fischer) gegen den Marlin in eine weitläufige, schlüssige Symbolik eingearbeitet. In "All is Lost" erfährt der Zuschauer dagegen NICHTS über den alten Mann. Man kann lediglich mutmaßen, dass der Mann ein erfahrener Segler ist (siehe: Überlebenstechniken) und er wohlbetucht sein muss (sonst hätte er wohl kein Segelboot, welches allem Anschein nach sein eigenes ist). Wieso lässt der Regisseur die Chance verstreichen, mehr über den Protagonisten zu erzählen und gibt sich keinerlei Mühe, auch nur ansatzweise den Kontext dieses Überlebenskampfes herauszuarbeiten?
Weiter hat der Film ein paar dramatische Höhepunkte (Rettungsboot kippt um etc.), aber großen Teil muss ich leider sagen - habe ich mich zeitweise richtig gelangweilt. Leider hat das auch damit zu tun, dass der Regisseur einige Handlungen penibel genau darstellt, dann unverständlicherweise wieder Szenen im Zeitraffer zeigt - das wirkt halbherzig und inkonsistent. Hemingway’s Büchlein zeigt, wie packend der Kampf Mensch – Natur sein kann.
Falls die Filmemacher mit der Karambolage des Schiffs mit einem Container voller Turnschuhe und den Großbildaufnahmen voll beladener Containerschiffe leise Kritik am globalen Welthandel üben wollten, so ist mir diese Kritik zu schwach und hätte viel stärker betont werden müssen. Falls er das nicht wollte, so fände ich das doppelt schade.
Alles in allem handelt es sich bei "All Is Lost" um einen ungewöhnlichen, nachdenklichen Film, bei dem mir aber Aussage und Kontext viel zu vage sind, als dass ich diesem Film mehr wie 3 Sterne geben kann. Einen weiteren Stern bekommt der Film von mir, weil es wie gesagt großen Mut braucht, einem Mainstreampublikum einen "Stummfilm" zumuten zu können.
Sehenswert: ja. Mehr als einmal werde ich mir diesen Film aber nicht ansehen und bleibenden Eindruck hat er bei mir auch keinen hinterlassen. Potenzial: verschenkt.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 9, 2014 12:22 PM CET


Vanish Teppich Power Schaum 600ml
Vanish Teppich Power Schaum 600ml
Wird angeboten von nox divendo
Preis: EUR 11,59

1.0 von 5 Sternen Hier "vanished" gar nichts, außer Ihr Geld.., 29. Januar 2014
Für eine Flächenreinigung ist der Vanish-Schaum ungeeignet, ebenso bekommt er richtige Flecken nicht aus dem Teppich. Er kann also nichts richtig. Für die Flächenreinigung einfach normales Teppichshampoo in warmem Wasser auflösen und schrubben und das Wasser, wenn es sich dunkel verfärbt hat, ausleeren. Damit wird der Teppich wieder sauberer und frischer.

Für Flecken empfehle ich Teppichreinigerkonzentrat.

Für ca. 10 Euro / Tag kann man sich übrigens im Baumarkt ein Sprüextraktionsgerät ausleihen. Das macht den Teppich auch wieder schön.

Mit diesem Reiniger gelang mir gar nichts. Außerdem ist der viel zu teuer.


The Wolf of Wall Street  (inkl. Digital Ultraviolet) [Blu-ray]
The Wolf of Wall Street (inkl. Digital Ultraviolet) [Blu-ray]
DVD ~ Leonardo DiCaprio
Preis: EUR 17,99

2 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterhaltsame Parodie auf die Welt der Wall Street - problematisch nur für junge Zuschauer!, 29. Januar 2014
Ich würde nicht soweit gehen, Scorsese's neuen Film als "Meisterwerk" zu bezeichnen, aber er hat eine wirklich spassige, schrille und wunderschön überzogene Parodie auf die Welt der Börsenhaie und Halsabschneider geschaffen.
Das Traurige an diesem Film ist, dass er im Kern wohl die wahre Darstellung einer kranken Finanzwelt ist: Abzocken, Betrügen solange es keiner merkt, kein Ziel, keine Richtung, nur Geld ohne Ende. Verstehen Sie mich nicht falsch: Natürlich ist der Film in allen Punkten absolut übertrieben und ich hätte mir zum Schutz des jungen Publikums ein paar Sexszenen und Drogenexzesse weniger gewünscht. Aber schließlich rühmt Scorsese diesen Lebensstil, wo Geld jegliche Substanz auffrisst, nicht, sondern betrachtet ihn eher ironisch - und auch der Protagonist muss letztendlich damit scheitern, setzt sein Leben nach einer kurzen Hochphase in den Sand.

Leider kommt diese Kritik manchmal "zu leise" und die bereits erwähnte Herabwürdigung von Frauen zu Lustobjekten ist - wenn auch das in diesen Sphären den wahren Kern beschreiben könnte - einfach ekelerregend, wenn (ich betone): wenn sie falsch verstanden wird. Fasst man die Darstellung als eine Interpretation der Sichtweise der im Geld schwimmenden Börsengurus, die glauben, für Geld ALLES kaufen zu können, auf die Frauenwelt auf, so trifft das leider wohl des öfteren zu.
Ich sehe diese Darstellung von Damen insofern als sehr problematisch, als das junge Zuschauer (FSK 16!) diesen Film nicht in seiner kritischen Dimension erfassen und ihn stattdessen als wilde Party á la "Hangover" verstehen. Die Kritik geht einmal mehr an die FSK, die in letzter Zeit schon öfter absolut nicht nachvollziehbare Bewertungen vorgenommen hat ("Django Unchained": FSK 16). Ich frage mich immer öfter, wer da eigentlich arbeitet und sich die Film ansieht.

Fazit:

"The Wolf of Wall Street" ist ein abgedrehtes Spektakel, beschreibt im Prinzip aber "reale" Zustände einer abgehobenen Finanzwelt. Da mir der selbstkritische Unterton manchmal ein wenig zu lasch daherkommt, fehlt leider der 5. Stern. Ansonsten trifft Scorsese den Nerv der Zeit. Man sollte nur nicht den Fehler machen, den Film oberflächlich zu interpretieren; ich glaube nicht, dass es Scorsese's Intention war, einen weiteren "Fear and Loathing in Las Vegas" zu kreieren.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 7, 2014 11:45 AM CET


Total Recall
Total Recall
DVD ~ Colin Farrell
Preis: EUR 4,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Durchschnittlicher Hochglanz-Science-Fiction-Film ohne Substanz, 22. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Total Recall (DVD)
Warum "Total Recall" mit Arnold Schwarzenegger in den 90ern so erfolgreich war, haben die Macher von "Total Recall (2012)" offenkundig nicht verstanden und wurden prompt mit sehr schlechten Einspielergebnissen abgestraft - richtig so.

Wo das Original bewusst eher "trashig" daherkam und sich selbst nie allzu ernst nahm, versuchte Len Wiseman eine bitterernste Endzeitszenerie aufzubauen und verlegte die Geschichte vom Mars kurzerhand auf die Erde (Kolonie). Der Plot an sich hält sich dann aber wieder in großen Teilen an Verhoeven's Original und versucht mit einigen Anlehnungen (vgl. dicke Frau am Schalter, Frau mit drei Brüsten etc.) bei Fans zu punkten.
Leider fehlt der Geschichte die notwendige Portion Selbstironie und so richtig Spannung aufkommen wollte bei mir auch zu keiner Zeit, großteils fand ich den Film sogar richtig langweilig. Die Actionszenen habe ich schon tausendfach in ähnlicher Weise gesehen und die machen einen schlechten Film auch nicht gut.

Einige Szenen wie bspw. die, bei der Quaids Freund auftaucht, lassen erahnen, wieviel Potenzial tatsächlich verschenkt wurde (vgl. "Matrix"). Das Alleinstellungsmerkmal, welche Wiseman seinem Film geben wollte, konnte ich jedenfalls nicht identifizieren. Durch die Verlegung der Geschichte auf die Erde und die Einbettung des schon unsäglich oft gesehenen Konflikts (Rebellen vs. Übermacht) fühlt sich "Total Recall (2012)" einfach an wie eine schlechte Hochglanzkopie.

Hochglanz daher, weil die Effekte und gute Kulissengestaltung wirklich so ziemlich das Einzige sind, was ich diesem Film zugute halten kann.

Im Endeffekt habe ich mich über die Zeit geärgert, die ich für bessere Filme hätte aufwenden können. Ein weiteres Remake, das durch versucht durch Effekthascherei den Substanzverlust seiner selbst zu kompensieren.


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