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Rezensionen verfasst von
Yannic Niehr "ichyn" (Krefeld, Germany)
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Les Miserables - 25th Anniversary Concert [Blu-ray]
Les Miserables - 25th Anniversary Concert [Blu-ray]
DVD ~ Laurence Connor
Preis: EUR 12,76

72 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine würdige Feier für das epischste aller Musicals!, 16. Dezember 2010
LES MISERABLES ist zweifellos eines der besten und bewegendsten Musicals, die es je gab. Und nun, zum 25. Bühnenjubiläum dieses monumentalen Stücks nach dem Roman von Victor Hugo, haben sich die werten Herren Autoren sowie Produzent Cameron Mackintosh in der o2-Arena ein Spektakel der Extraklasse einfallen lassen, eine gigantische konzertante Aufführung mit unzähligen Beteiligten. Und zur Freude aller Fans wurde dieses Event in bester Bild und Tonqualität nun auf Blu-ray gebrannt, damit man sich auch daheim verzaubern lassen kann. Die Besetzung dieses einmaligen Abends muss sich wohl leider immer mit der unübertrefflichen Dream Cast des 10th Anniversary Concerts messen - schauen wir doch mal, wie sie sich schlagen.

Alfie Boe haucht der Rolle des Jean Valjean frischen Wind ein. Diese Rolle wird so gut wie immer mit dem Original-Valjean Colm Wilkinson assoziiert, und tatsächlich fällt es anfangs schwer, sich an Boe's doch sehr klassisch-opernhaften stimmlichen Ansatz zu gewöhnen, doch wird es sehr schnell klar, dass er der Rolle einiges abzugewinnen vermag, und mit seiner Präsenz auf ganzer Linie überzeugen kann.

Als Fantine ist Lea Salonga zu sehen, die schon bei dem Konzert 15 Jahre zuvor, allerdings als Eponine, mit von der Partie war. Sie strahlt nicht soviel Wärme und Sanftheit mit ihrer Stimme aus, wie Ruthie Henshall es vermochte, legt aber die nötige Portion Verzweiflung in ihre Performance. Sie bringt einiges an Talent sowie Bühnenerfahrung mit und war somit eine absolut nachvollziehbare Wahl.

Norm Lewis verkörpert abermals den unnachgiebigen Inspektor Javert. Philipp Quast hat sich diese Rolle so zu Eigen gemacht, dass ihm wohl keiner mehr darin das Wasser reichen kann. Norm Lewis' Spiel ist weniger facettenreich, aber seine Stimme besitzt enorme Präzision. Er gibt der Rolle die nötige Mischung aus eiserner Härte und melancholischer Nachdenklichkeit.

Jenny Galloway übernimmt abermals die Rolle der Madame Thenardier, und in der Tat scheinen die letzten 15 Jahre fast spurlos an ihr vorbeigegangen zu sein. Immer noch ist sie in gleichem Maße furchteinflößend wie auch brüllend komisch.

Eine positive Überraschung ist Lucas Black, bekannt aus der britischen Comedy-Serie LITTLE BRITAIN, als Thenardier. Sein komisches Talent passt hier wie die Faust aufs Auge für die schmierig-zwielichtige Figur, doch tatsächlich erfüllt er auch stimmlich sämtliche Anforderungen und avanciert schnell zum Publikumsliebling.

Katie Hall ist eine zufriedenstellende Cosette. Judy Kuhn gefiel mir damals besser, jedoch gibt diese Rolle nur bei wirklich wahnsinnig guten
Schauspielerinnen etwas her, und Katie macht das Beste was sie kann aus dem ihr gegebenen Material.

Samantha Barks als Eponine ist umwerfend gut. Ich verehre Miss Salonga und fand ihre Darbietung als Eponine 15 Jahre früher stimmlich großartig, aber sie war doch etwas zu glatt und süß für das gebeutelte, elende Straßenmädchen. Samantha hat mit ihrer Stimme eine vielversprechende Zukunft vor sich, gibt aber auch in ihrem Spiel Eponine die nötigen Ecken und Kanten und steckt eine Menge Gefühl in ihre Songs.

Ramin Karimloo ist eine Offenbarung als Enjolras. Die Power und den wilden, jugendlichen Charme, den er in jeder Sekunde auf der Bühne versprüht, machen ihn zu einem der Top-Enjolras überhaupt. Großartig!

Ebenfalls positiv hervorzuheben sind Mia Jenkins und Robert Madge als Junge Cosette und Gavroche. Besonders letzterer steckt seinen Vorgänger von vor 15 Jahren locker in die Tasche.

Unterstützt wird die Darstellerriege von einem gigantischen Chor und Orchester, die auf einer Empore aus Schutt hinter dem Geschehen wirken. Verwendet wurden die aktuellen, überarbeiteten musikalischen Arrangements. Ein paar kleine Verzierungen aus der alten Partitur vermisse ich hier (konkretes Beispiel: die "flatternden Streicher" bei der Zeile "The world I have known is lost in shadow..." bei JAVERT's SOLILOQUY), alles in allem wurde hier jedoch sehr solide Arbeit geleistet. Neue, stimmigere Akzente wurden geschaffen, das Ganze klingt viel weniger elektronisch (sehr gelungenes Beispiel: DOG EATS DOG), und die schiere Größe des Orchesters legen den Schluss nahe, dass man diese wundervolle Musik noch niemals besser hat zu hören bekommen.

Die Inszenierung beschränkt sich (wenn dies Mal auch schon etwas mehr Plot umgesetzt wurde als beim letzten Konzert) auch hier auf ein Minimum. Mit Holzbrettern bestückte, herabsenkbare Scheinwerferleisten als Barrikade, ein paar Requisiten hier und da, ein (zugegebenermaßen äußerst raffiniertes) Lichtdesign und stimmige Projektionen auf der hinteren Leinwand sowie die passenden Kostüme, aber damit hat sich's - die Darsteller stehen immer noch vorne an den Mikros für ihre Parts, und für Neulinge könnte es somit stellenweise schwer werden, der komplexen Handlung zu folgen. Dabei helfen jedoch die optionalen englischen oder deutschen Untertitel (bei letzteren handelt es sich nicht um eine wörtliche Übertragung, sondern die Originaltexte der deutschsprachigen Produktion). Dies lässt sich jedoch alles verzeihen, schließlich ist nicht zu vergessen dass es sich hier um eine konzertante Aufführung handelt, die vorrangig an die Fans gerichtet ist.

Nun, perfekt ist das ganze dann doch nicht. Ein paar Kleinigkeiten zu bemängeln gibt es, deswegen auch ein Stern Abzug: Zunächst fehlen leider Extras - es gibt nur einen Trailer, der in wenigen Minuten die Geschichte des Stücks skizziert. Hier hätte es ruhig noch etwas mehr werden dürfen. Auch hat es mich sehr gewurmt, dass Gavroche's Sterbeszene rausgeschnitten wurde. Sicher, es ist eine der härtesten und deprimierendsten Stellen, den armen Jungen sterben zu sehen, jedoch gibt gerade dies den Studenten den Antrieb für den letzten, leidenschaftlich aufflammenden Widerstand. Ohne die Szene verliert der Moment etwas an Prägnanz. Zuletzt kann er natürlich nicht unerwähnt bleiben: Nick Jonas als Marius. Ich habe wirklich versucht, vorurteilsfrei an seine Darbietung heranzugehen, und ständig gehofft, dass er mich noch einmal positiv überrascht, aber Fehlanzeige. Es wird schnell klar, dass er auf dieser Bühne fehl am Platze ist. Dafür sind aber eher die Verantwortlichen zu verurteilen, die bei Besetzung dieser Rolle wohl ein wenig zu sehr an Publicity gedacht haben.

Aber auch kleine Wehrmutstropfen trüben den Gesamteindruck kaum. Besonders zu Tränen rührt das Finale zum Schlussapplaus, das noch mit der ein oder anderen Überraschung aufwartet, sowie eine doch überaus erfreuliche Mitteilung zu Beginn des Abspanns, aber hier möchte ich dann doch jeweils nicht zu viel verraten. Denn für jeden Fan ist das vorliegende Produkt sowieso ein absolutes MUSS, und für alle, die es werden wollen, ist dies hier definitiv die Stelle an der sie anfangen können.

LES MISERABLES lässt sich nicht wirklich in Worte fassen. Es ist etwas Magisches, zutiefst menschlich und ergreifendes, dass es mit dem Zuschauer anstellt - und mit dieser Blu-Ray springt der Funke definitiv über! ****
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 20, 2013 10:06 PM MEST


Original Sin
Original Sin
Preis: EUR 12,46

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines von Steinman's Besten!, 26. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Original Sin (Audio CD)
Freunde des Bombastrocks, Jim Steinman-Fans, und solche die es werden wollen,kommen an diesem Album ganz klar nicht vorbei! Wie für den "Richard Wagner des Rock" üblich, wurden eine Menge Titel auf dieser CD später von anderen Künstlern, z.B. natürlich Meat Loaf, neu aufgelegt, doch kamen keine dieser Versionen an das vorliegende Album heran. Man spürt Jim's Einfluss einfach in jeder einzelnen Note, im Arrangement, das so typisch übertrieben ist, dass einem gar nichts anderes übrig bleibt, als emotional völlig zusammenzubrechen - im positiven Sinne... Elaine Caswell, Ellen Foley, Gina Taylor und Deliria Wilde heißen die vier Damen, die mit ihren Stimmen hier wahre Wunder vollbringen. Doch wie für Steinman's Werke typisch, dürfen auch die gesprochenen, lyrischen Passagen nicht fehlen - sicherlich die speziellste Ergänzung auf diesem Album. Davon abgesehen bietet sie aber wirklich einen Hammer nach dem nächsten! Nach einem gänsehautverursachenden kleinen Intro beginnt "Original Sin", welches viele als ein Hauptthema von Jim's Musical TANZ DER VAMPIRE wieder erkennen dürften - ein hartes, mitreißendes und doch irgendwie zartes und zerbrechliches Stück. Ebenfalls erwähnenswert die schmachtende Ballade "Safe Sex". "Good Girls go to Heaven" kann sich vor Energie kaum halten und steckt den Zuhörer damit automatisch an. Das Highlight des Albums ist für mich der 8-minütige Opus "It's all coming back to me now" - es ist mir völlig egal, was die Leute sagen, Celine's Version kommt in keinster Art und Weise an diese hier heran. Elaine Caswell's Version ist genauso, wie der Song gedacht war, und mich wird nichts vom Gegenteil überzeugen. Dieser Song allein ist den Kauf der CD wert. The Opening of the Box", ein steinmanesques Instrumental das Elemente aus seinem "The Storm", erstmals zu hören auf dem Album BAD FOR GOOD, enthält. Ein schweres, orchesterlastiges Stückchen Musik. Auch das andere Instrumental "Pray Lewd", ein Mini-Piano-Concerto, das Elemnte verschiedener anderer Songs in ein aufregendes Medley verwebt, überzeugt auf ganzer Linie. "It just won't quit" ist eines der heimlichen Glanzstücke des Albums, welches abgerundet wird durch den genialen Song "The Future ain't what it used to be". Bei dem Song stimmt einfach alles - genialer Text, geniale Performance, angereichert mit ein paar Country- und Gospelelementen, ein genuss von Minute 1 bis Minute 10, abgeschlossen mit einem sanften a-capella-Teil. Kenner von TANZ DER VAMPIRE dürften in Teilen dieses Songs das berüchtigte "Carpe Noctem" wiedererkennen. Alles in allem handelt es sich hier um ein rundum gelungenes Album, das in keiner Sammlung fehlen sollte!


Jack Ketchum's Evil (Steelbook)
Jack Ketchum's Evil (Steelbook)
DVD ~ Blythe Auffarth
Wird angeboten von Mediafoxx
Preis: EUR 19,95

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein schlechter Film, aber auch keine gute Umsetzung der Buchvorlage, 6. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Jack Ketchum's Evil (Steelbook) (DVD)
Da der Film in anderen Resenzionen nun schon ausführlich diskutiert worden ist, möchte ich in meiner Rezension insbesondere darauf eingehen, wie er sich im Vergleich mit der gleichnamigen Romanvorlage schlägt.

"Evil" (warum auch immer nun englische Titel im Deutschen mit ebenfalls englischen Worten übersetzt werden müssen - der Originaltitel "The Girl Next Door" ist natürlich sehr viel passender) von Jack Ketchum ist, im Gegensatz zu vielen weiteren Werken der Fiktion, die das fälschlicherweise für sich beanspruchen, tatsächlich von einem wahren Fall inspiriert - und zwar dem der Sylvia Likens. Darüber möchte ich hier nicht referieren, da man darüber nicht nur genug im Internet recherchieren, sondern sich auch die filmische Umsetzung "An American Crime" anschauen kann. Die Tatsache, dass so etwas tatsächlich stattgefunden hat, verstärkt jedoch die Wirkung der Geschichte enorm und ist meiner Meinung nach Rechtfertigung dafür, auch wenn es so Manchem nicht gefallen mag, dass solche Geschichten erzählt werden müssen.

Die junge Meg wird, nach dem Unfalltod ihrer Eltern, mit ihrer gehbehinderten Schwester bei ihrer Tante Ruth untergebracht, die jedoch gefährlich gestört ist und, mit der Hilfe ihrer Söhne und bald sämtlichen Nachbarskindern, das Mädchen demütigt, irrational bestraft, schließlich im Keller ankettet und sprichwörtlich zu Tode foltert.

Sicherlich harter Stoff und fernab jeglichen Horrors zu Unterhaltungszwecken - mit "torture porn" á la "Hostel" hat das wirkkich gar nichts mehr zu tun, denn Gott sei Dank erspart uns der Film auf recht geschmackvolle Art und Weise die allzu grausamsten Details. Doch schon die Andeutung derer kann zarte Gemüter in Ausnahmezustände versetzen. So ziemlich jedem dürfte beim Schauen dieses Filmes anders werden.

Der Film steht und fällt natürlich mit der Darstellung der teuflischen Ruth Chandler. Noch nie zuvor hat mich eine fiktive Figur beim Lesen dazu gebracht, in die Seiten reinspringen und sie leiden lassen zu wollen. Leider, so gerne ich das auch täte, kann ich Blanche Baker in der Rolle keine allzu gute Bewertung geben. Sie ist zweifelsohne eine tolle Schauspielerin mit endloser Präsenz und Ausstrahlung, doch ist mir ihre Darstellung nicht subtil genug, zu eindimensional, zu sehr auf "unheimlichen, von innen vom Wahnsinn zerfressenen Hollywood-Bösewicht" getrimmt, um das Ganze realistisch zu verkaufen.

Dies ist jedoch nicht ausschließlich ihr zu Lasten zu legen, sondern auch dem schlechten Tempo des Films. Gerade die Exposition, in der mit Ausstattung und Design so schön das scheinbar unschuldige (wie sehr man sich doch täuschen kann!) Kleinstadt-Amerika der 50er Jahre heraufbeschworen wird, ist viel zu kurz geraten. Um Ruth glaubwürdig zu machen, hätten einige Szenen an den Anfang gehört, um zu zeigen, wie cool und sympathisch (und auch erstaunlich wenig psychotisch) sie anfangs rüberkommt - und auch, da es dem späteren Verlauf vorgreift, wie sehr sie in die verschworene Gemeinschaft der Nachbarskinder integriert ist.

Auch Susan, Megs kleine Schwester, die Ruth gerne als Machtmittel benutzt, um Meg unter Kontrolle zu halten, wird überhaupt erst viel zu spät vorgestellt, um als voll ausgefeilter Charakter zu gelten (und das traurigerweise, wo Madeline Taylor, die Susan spielt, für mich einer der heimlichen Stars des Films ist).

Daniel Manche als David, durch dessen Augen wir gezwungen sind, uns die Spirale der Gewalt mit anzusehen, vermag nicht zu überzeugen. Im Buch steht man ihm eher indifferenziert gegenüber - aber durch den Einblick, den wir dort in sein Innerstes erhalten, wird die Ambivalenz und Zerrissenheit zwischen dem Erkennen dessen, was das Richtige wäre, und der wachsenden Faszination an den unvorstellbaren Taten im Nachbarshaus sehr deutlich, was ein wichtiger Aspekt ist. Im Film ist David von Anfang an viel zu entsetzt und erschüttert. Da er der Einzige zu sein scheint, den Megs Martyrium so sehr mitnimmt wie den Zuschauer selber, ist sein allzu langes Verharren in Untätigkeit absolut nicht mehr plausibel.

Auch das zentrale Thema des "Spiels", dass die Nachbarskinder gerne zusammen spielen und das so symbolisch ist für all die späteren Vorkommnisse, wird nur angeschnitten und leider nicht ausreichend erklärt. An der Stelle sei jedoch anzumerken, dass all die anderen Jungdarsteller eine wirklich tolle Leistung abliefern und durchweg glaubhafte Charaktere erschaffen.

Eine weitere Performance, die den Film ein Stück weit rettet ist Blythe Auffarth als Meg. Diese Rolle gehört sicherlich nicht zu denen, bei denen sich eine aufstrebende Jungschauspielerin sagt "Wow, das mach ich sofort!" Denn es gehört hier schon eine Menge Mut dazu, die Gratwanderung zu gehen zwischen unaussprechlichen Schmerzen und natürlich dem Wunsch, die reale Geschichte nicht sensationslüstern auszunutzen, sondern die wichtige Botschaft zu vermitteln. Blythe Auffarth schafft dies mit Bravour - und kann dazu noch den starken Willen Megs herausstellen. Im Grunde ist sie die tragische Heldin der Geschichte, denn selbst nach allem was sie durchgemacht hat lässt sie es nicht zu, dass ihre Seele daran zerbricht. Blythe kommt der Meg, die ich beim Lesen vor Augen hatte, erstaunlich nahe.

Den größten Fehler macht der Film wie so viele andere, indem er das Ende der Vorlage völlig außer Acht lässt. Ich werde jetzt nicht rumspoilern, aber soviel sei gesagt: das Ende des Films ist gehetzt, unglaubwürdig und absolut antiklimatisch. Dazu wird eine Spur Kitsch dazugehängt, der in dieser Geschichte selbst im kleinsten Maße völlig fehl am Platze ist. Die unerfüllte Liebesgeschichte zwischen Meg und David ist sicher eines der Themen, die im Subtext des Buches liegen, aber wurde hier definitiv zu weit getrieben. Sehr schade!

Insgesamt lässt der Film doch leider einen etwas blassen Eindruck zurück: immer ein ganz klein bisschen zu wenig düster, zu wenig heftig, zu wenig verstörend. Während das Buch mich emotional mitgenommen hat wie bisher kein anderes - ein absoluter Schlag in die Magengrube - kommt der Film eher einem leichten Klaps oder einem halbherzigen Schütteln nah. Da ich das Buch zuerst gelesen habe, kann ich natürlich nicht beurteilen, ob sich der Effekt des Films verstärkt, wenn man das Ausgangsmaterial vorher nicht kennt - würde ich aber direkt gefragt werden, ob ich eher das Buch oder den Film weiterempfehlen würde (falls man soetwas überhaupt jemandem empfehlen sollte... ich möchte hier nochmal stark betonen, dass man sowohl bei Buch als auch Film wissen muss, worauf man sich einlässt, und ich die Person, die sich eines davon zu reinen Unterhaltungszwecken zu Gemüte führt, ohne mit der Wimper zu zucken, nicht kennenlernen möchte) wüsste ich, wie meine Antwort lauten würde.

Das Buch zerreißt dem Leser die Seele, trampelt darauf herum und pappt sie schließlich mit Klebeband wieder zusammen. Der Film hingegen, wenn auch ein überdurchschnittlich guter Versuch, ist unterm Strich leider doch eine verpasste Gelegenheit.


Teilzeithippie
Teilzeithippie
Wird angeboten von Allround-Medien 24
Preis: EUR 14,65

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Drück die 1, auch die 2, und die restlichen Titel sowieso..., 2. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Teilzeithippie (Audio CD)
Annett Louisan hat es mit diesem Album geschafft, das doch etwas schwächelnde Vorgänger-Album zu übertreffen. Ist diese CD doch auch etwas oberflächlicher und poppiger als man von ihr gewohnt ist, finden sich doch eine Menge Titel, die ihren altbekannten Witz und Charme versprühen. Bleibt nur zu hoffen, dass Annett's nächstes Album ein zweites "Ausgesprochen Unausgesprochen" wird...


Desperate Housewives - Staffel 4, Teil 2 [2 DVDs]
Desperate Housewives - Staffel 4, Teil 2 [2 DVDs]
DVD ~ Teri Hatcher

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Staffel, aber wiedermal pure Abzocke, 2. März 2009
Zwar nicht ganz so frisch wie die sehr gute, bereits angelaufene 5. Staffel, sind die Housewives hier doch mal wieder in Topform. Scheint es auch zum trend geworden zu sein, in jede Staffel eine Folge mit einem großen, lebensgefährlichen Event einzubauen, die "alles verändert", bietet die Serie doch nach wie vor Unterhaltung auf gutem Niveau. Die unverschämte Splittung der Folgen auf jeweils zwei DVD-Boxen führt mich jedoch zu zwei Sternen Abzug, gerade weil die 4. Staffel deutlich kürzer ist als vorherige und sich auf dieser Box weit weniger Folgen beginnen. Das Bonusmaterial ist auch immer recht dürftig und rechtfertigt den hohen Presi nicht. Es bleibt nur zu hoffen, das solch dreiste Marketing-Strategien früher oder später abgeschafft werden - Fans und Sammler kommen aber wohl an dieser Box nicht vorbei!


Die Bibel nach Biff. Die wilden Jugendjahre von Jesus, erzählt von seinem besten Freund
Die Bibel nach Biff. Die wilden Jugendjahre von Jesus, erzählt von seinem besten Freund
von Christopher Moore
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,90

4.0 von 5 Sternen Urkomisch, unterhaltsam und doch überraschend tiefsinnig, 2. März 2009
Aufgegriffen wird in diesem Buch die Idee, die große Lücke, welche die Bibel im Lebenslauf Jesu lässt, füllen zu lassen von einem Jünger, der aus den Evangelien gestrichen wurde. Das Buch hört sich nach Klamauk an, bietet aber eine überraschend fein ausgearbeitete Fantasy-Story mit sehr dreidimensionalen Charakteren und einigem an Denkanstoß. Vielleicht nichts für streng religiöse Menschen, sollte sich doch niemand in seinem Glauben erschüttert fühlen, da die Göttlichkeit Jesu nicht angezweifelt wird und auch nicht Hauptaugenmerk ist... Vielmehr geht es um gute Unterhaltung und interessante Ideen, woher sich Jesus die Anregungen für seine Weltanschauung geholt haben könnte. Was dem Buch nicht guttut, ist seine enorme Länge, die nach einer Weile sehr erschöpft, weil der Humor dann eher ermüdet und an manchen Stellen deplaziert wirkt. Dennoch ist das Buch empfehlenswert für jeden offen denkenden Menschen, der sich für Religion und die Person des Christus interessiert!


Tropic Thunder (Director's Cut) [Blu-ray]
Tropic Thunder (Director's Cut) [Blu-ray]
DVD ~ Ben Stiller
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ben Stiller's Meisterwerk!, 2. März 2009
TROPIC THUNDER ist eine gnadenlose und wunderbare Satire auf gängige Hollywood-Konventionen, Kriegsfilme und das Verhalten divenhafter Schauspieler. Die Gags nehmen kein Blatt vor den Mund und leicht beleidigte Gemüter sollten bereits hier aufhören zu lesen. Auch ist der eine oder andere Rohrkrepierer dabei, aber dort wo der Film trifft, trifft er immer ins Schwarze. Das liegt nicht zuletzt an der tollen Ausstattung und dem mitreißenden Soundtrack, in erster Linie aber natürlich an einem Cast, der hier wirklich alles gibt: Ben Stiller als der dümmliche Actionheld den keiner mehr sehen will und der sich erfolglos im dramatischen Fach versucht; Jack Black als Ulknudel, die außerhalb der Leinwand hauptsächlich mit Drogenexzessen aufwarten kann; Jay Baruchel als der unbekannte Teenager dessen Namen sich nicht mal jemand merken kann; Brandon T. Jackson als Rapper Alpa Chino, der sich seinen großen Filmdurchbruch erhofft; Nick Nolte als ehemaliger Vietnam-Veteran; Steve Coogan meisterhaft in der Rolle des Regisseurs Damien Cockburn, den die ganze Chaostruppe sprichwörtlich um den Verstand bringt; Matthew McConagheuy als sympathischer Agent Rick Peck; ein Gaststar, der hier für alle, die es noch nicht mitbekommen haben, nicht verraten werden soll; und allen voran die brilliante Darstellung von Robert Downey Jr. als der große Method-Actor, der sich sogar einer Pigmentoperation unterzieht, um in die Rolle eines afro-amerikanischen Seargeants schlüpfen zu können. Die explosive Zusammenstellung macht den Film, obwohl der Humor manchmal etwas zu oft mit dem Holzhammer kommt, mehr als sehenswert. Politisch unkorrekt an jeder Ecke, völlig hirnlos und zum Schlapplachen an anderer, erstaunlich scharfsinnig an der letzten. Gerade für Fans des Films lohnt es sich natürlich den Director's Cut zuzulegen. Obwohl nachvbollziehbar ist wieso einige Szenen herausgenommen wurden, um den Fluss zu verbessern, ist doch die "ONE WEEK DOWN - Party"-Szene allein diesen Kauf wert. Dazu kommt massig Bonusmaterial wie z.B. die fiktive Doku "Rain of Madness" oder zwei Audiokommentare (Robert Downey Jr. bleibt dem Zitat seines Charakters treu: "Ich lasse meine Rolle erst fallen wenn die DVD-Kommentare fertig sind!" ^^) und die überragende High-Definition-Qualität, die das Effektspektakel zu einem echten Erlebnis machen. Eine Bereicherung für jede Blu-Ray-Sammlung!


Jesus Christ Superstar
Jesus Christ Superstar
Preis: EUR 18,49

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Muss für alle "Superstar"-Fans!, 2. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Jesus Christ Superstar (Audio CD)
Diese CD dokumentiert eine traditionelle konzertante Version von "Jesus Christ Superstar", die jährlich zu Ostern von den Vereinigten Bühnen Wien auf die Beine gestellt wird. Andrew Lloyd Webber's und Tim Rice's geniale Rockoper, die spannend und zeitgemäß die letzten Tage im Leben Jesu nacherzählt und dabei elementare Fragen aufwirft, erstrahlt hier in neuem Glanz. Zwar ist das Orchester nicht ganz zo groß, die Band kommt aber mit einer Kraft daher, dass es eine wahre Freude ist, und traut sich auch mal ein wenig mit den Arrangements rumzuspielen ("King Herod's Song" wartet z.B. mit einer Instrumental-Sequenz auf, die sehr nach Mardi Gras klingt^^). Die Songauswahl ist mit 21 Titel sehr großzügig geraten und dies zurecht denn hier reiht sich ein Knaller nach dem anderen. Das Beste ist vermutlich die Cast: Claudia Stangl scheint ein wenig zu alt für die Rolle, gibt aber eine sehr warme und sympathische Mary. Die Hohepriester Rob Fowler und Dennis Kozeluh sind ebenfalls perfekt besetzt. Fowler ist übrigens in einer Doppelrolle auch noch als Simon Zealotes zu hören, dessen Song - einem der verkannten Highlights dieses Werkes - hier alle Ehre gemacht wird. Andre Bauer verleiht Pilatus die nötige Würde und innere Zerissenheit. Der "Trial before Pilate" wartet übrigens mit einer kleinen, interessanten Änderung auf. Unbedingt erwähnt werden muss Jacqueline Braun. Herodes mit einer Frau zu besetzen mag merkwürdig anmuten, aber Miss Braun performt seinen Song besser als ich ihn je jemanden vorher habe performen hören. Das muss man gehört haben! Serkan Kaya ist in der Rolle des Judas top besetzt, dort kann er sich so richtig austoben, und legt viel Gefühl in sein rockiges Timbre. Eigentlich hätte ich ja lieber Drew Sarich als Judas gehört - aber der singt hier ja schon den Jesus. Und das ist wirklich kein Grund zu meckern, ganz im Gegenteil. Dieser Mann ist einfach nicht in Worten zu beschreiben. Wäre auf diesem Tonträger einzig und allein der Song "Gethsemane", gesungen von Sarich, enthalten, wäre er immer noch sein Geld absolut wert...
Bleibt nur noch zu sagen, dass diese CD in wirklich keiner Sammlung fehlen sollte - damit macht man nichts falsch.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 20, 2009 10:39 PM MEST


Musical Forever - Das Beste aus 20 Jahren Musical
Musical Forever - Das Beste aus 20 Jahren Musical
Preis: EUR 20,85

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Musical Forever? Naja..., 28. Mai 2008
Hier hat das Orchester der Vereinigten Bühnen mal eine große Gala auf die Beine gestellt, um das Beste aus 20 Jahren Musical zu präsentieren. DIese Doppel-CD ist das Ergebnis. Leider vermag sie nur sehr eingeschränkt zu überzeugen. Zunächst einmal ist die Songauswahl teilweise sehr merkwürdig geraten: All by Myself? Musik aus dem Film "Catch me if you can" (nunja, vielleicht wegen der baldigen Broadway-Umsetzung)? Und wer bitteschön ist eigentlich Leroy Anderson? Auch den vielen bekannten Musical-Hits werden nur sehr vereinzelt neue Facetten abgewonnen. Die größte Kritik liegt beim Sound: Die Produktion ist überraschend schwammig und kraftlos geraten. Selbst in den rein instrumentalen Abschnitten kann das Orchester nicht so glänzen wie es sollte. Bei einer CD wo das Augenmerk genau auf diesem - normalerweise hervorragenden - Klangkörper liegen soltle, gibt es dafür natürlich Punktabzug. Drei Sterne gibt es für die ausnahmslos fantastischen Gesangsperformances der Damen und Herren Borchert, Perman, Shaki, Douwes, Haakvort und anderen. Aller erste Sahne! Außerdem ist es sehr erfrischend auch Songs vorzufinden, die sonst nicht schon dutzend und dreifach auf jedem einzelnen Musicalsampler auf dem Markt vertreten sind. Für Musical-Fans und Einsteiger alles in allem eine empfehlenswerte CD, wenn auch mit einigen Abstrichen!


Sweeney Todd - The Demon Barber of Fleet Street (Deluxe Complete Edition)
Sweeney Todd - The Demon Barber of Fleet Street (Deluxe Complete Edition)
Preis: EUR 22,13

30 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...and to anyone - at all!, 23. Februar 2008
Es mögen sich die Geschmäcker streiten über Tim Burton, den seltsamen Visionär des Fantasy-Genres, doch ist seine Verfilmung des Sondheim-Klassikers "Sweeney Todd" bis jetzt zurecht mit Lob überhäuft worden. Der Soundtrack steht dem in nichts nach. Die gewaltigen Stimmen der Lansbury und des Herrn Cariou von der Broadway-Aufnahme mögen manchen Fans noch sehr ins Gedächtnis eingebrannt sein, so fällt die Umgewöhnung auf den neuen Soundtrack möglicherweise etwas schwer. Helena Bonham Carter hat eine recht schwache Singstimme, doch gleicht sie dies mit ihrem enormen Schauspiel-Talent aus und erfindet die Figur der Nellie Lovett völlig neu. Wenn man offen dafür ist, wird man sicherlich seine Freude an ihren Songs auf dem Album haben. Die größte Überraschung ist aber wohl Johnny Depp, der im Gegensatz zu seinen Vorgängern in der Rolle, einen frisch-modernen Rocktenor einsetzt, welcher die dunklen Gefühlswelten des Sweeney Todd auf spannende neue Art und Weise nachvollziehbar macht - eine ganz große Leistung. Alan Rickmann macht in seinen Momenten zusammen mit Depp ("Pretty Women"!) eine sehr gute Figur. Jayne Wisener und Jamie Campbell Bower holen aus ihren kleinen Parts des Junge-Verliebte-Subplots das Beste heraus. Laura Michelle Kelly als die Bettlerin darf als die einzige ausgebildete Sängerin im Cast den schrägsten Part singen - und macht es wirklich wundervoll^^ Die heimlichen Stars sind jedoch Sacha "Borat" Cohen in einem wahnsinnig witzigen Cameo als Signor Pirelli (die letzte Note in "The Contest" ist einfach unglaublich!) und der jugne Ed Sanders als Toby (der Junge hat eine große Zukunft vor sich!). Zur Musik an sich sei gesagt: Sondheim schreibt nicht gefällig, aber intelligent. Man muss die Musik vermutlich mehr als einmal hören um sie lieben zu lernen, doch aufgrund ihrer Komplexität findet man bei jedem Hören neue Details. Dies ist vermutlich Sondheims bester Score, und die düstere Thematik als auch die Tatsache, dass die Musik sich, passend dazu, selbst sehr ernst nimmt, könnte dazu verhelfen, dass auch Leute die sonst nichts für Musicals übrig haben etwas damit anfangen können - man muss sich nur darauf einlassen. Die Texte sind makaber, bitterböse, clever und zynisch. Warum von diesem Soundtrack nun zwei Versionen erschienen sind weiß ich allerdings auch nicht. Was für einen Sinn macht es eine Version ohne das wunderschöne 80-seitige Booklet und mit 15 Minuten weniger Musik drauf zu machen und diese für ein paar Euro weniger zu verkaufen? Ich rate auf jeden Fall jedem zu der Deluxe-Version. Leider befindet sich auch auf dieser nicht das grandiose instrumentale Medley, das im Abspann läuft - aber man kann halt nicht alles haben^^ Wo wir gerade beim Thema sind: die Orchestrationen sind ein wahrer Genuss und rechtfertigen allein schon den Kauf auch für Skeptiker und Puristen des Originals. Soviel sei gesagt: Der Film ist keine Kopie der Broadway-Aufnahme (viele Stücke wurden gestrichen (z.B. die bekannte Eröffnungsnummer "The Ballad of Sweeney Todd" - allerdings in eine aufregende Instrumentalsequenz umgewandelt) oder gekürzt), aber das soll sie auch gar nicht sein - es ist eine frische neue Version die sich sehr vom Original unterscheidet und doch die Essenz des verdrehten Plots und der genialen Musik einer neuen Generation näherbringt. Uneingeschränkte Kaufempfehlung!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 2, 2008 1:03 PM CET


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