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Rezensionen verfasst von
Claus Solcher "Lilo Leseratte" (Augsburg)
(REAL NAME)   

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Gebrauchsanweisung für die Alpen
Gebrauchsanweisung für die Alpen
von Bene Benedikt
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Murmeltiere, Messner, München, 18. September 2014
Was Murmeltiere und Reinhold Messner mit den Alpen zu tun haben, erschließt sich schnell. Beide können nicht ohne die Berge leben. Aber München? Eine Alpenstadt ist die bayerische Landeshauptstadt nicht, das stellt Bene Benedikt, Autor der „Gebrauchsanweisung für die Alpen“ klar, auch wenn bei starkem Föhn die Berge von Hochhäusern oder vom Olympiaturm aus sichtbar sind und der Alpenverein hier seinen Sitz hat. Alpenstädte sind für den Chefredakteur des Magazins „Alpin“ solche, die von Bergen umstanden sind wie Innsbruck, Bozen, St. Moritz, Chamonix. Da kennt der in Füssen im Allgäu aufgewachsene Autor sich aus, und er weiß auch, dass „die schönste Wildnis irgendwann an einer der vielen Straßen endet“. Die Idylle ist oft inszeniert und noch öfter gefährdet, auch das schreibt der Bergliebhaber in dem lesenswerten Büchlein - durch Massenansturm, falsche Erwartungen, Übermöblierung. Trotzdem ist seine Gebrauchsanweisung eine Einladung, sich auf das Erlebnis Berge einzulassen, auf Gipfeln und in Schluchten, auf verschlungenen Wegen und in den obligatorischen Hütten. Nein, es ist keine Gebrauchsanweisung im eigentlichen Sinn. Hier erfährt man nicht, wie man eine Bergtour plant oder was man in den Rucksack packt, wohl aber, wie wohltuend ein Bad in einem Bergsee sein kann, wie fantasieanregend schnarchdurchwachte Hüttennächte sein können oder warum Murmeltierfett Muskelschmerzen lindert. Am Ende nimmt der Autor seine Leser noch mit in die Messner Mountain Museen, zu Künstlern und Gipfelsammlern, ehe er mit dem Abstieg aus seinem munter erzählten Bergbuch entlässt.


Mein Dschinn (Kinderbücher)
Mein Dschinn (Kinderbücher)
von Lukas Hartmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

5.0 von 5 Sternen Ein guter Geist, 18. September 2014
Lars ist elf Jahre alt und grade aus dem Kinderheim abgehauen. Er will zu seiner Mutter, irgendwie. Doch das ist nicht so einfach. Womöglich ist sie weit weg, in Indien. Zumindest kam ihr letzter Brief von dort. Wäre da nicht der seltsame Alte namens Kol, wäre Lars’ Abenteuer schon auf der nächsten Straße zu Ende gewesen.
Doch Kol nimmt sich des Jungen an, von dem er seltsamerweise so ziemlich alles weiß. Und er verspricht Lars, ihm bei der Suche nach seiner Mutter zu helfen, die nach Indien ging, um ihre Drogensucht in den Griff zu bekommen. Bevor sie sich auf den Weg machen, aber muss Kol seinen Schützling davor bewahren, wieder ins Heim zurückgebracht zu werden. Und ehe sich’s Lars versieht, ist er in Rom gelandet – im Flug., aber nicht im Flugzeug. Denn Kol verfügt über magische Kräfte.
Eigentlich sollte Lars’ Mutter Tama hier in Rom sein, bei einer Roma-Gruppe. Auf der Suche nach ihr lernt Lars Kinder kennen, die auf auf Diebestour geschickt werden und den Boss, dem sich niemand entgegen zustellen traut. Doch seine Mutter ist schon wieder verschwunden.
Zusammen mit dem Roma-Mädchen Suni flieht Lars aus dem Roma-Lager und setzt die Suche fort. Neben der cleveren Suni und Kol mit seinen magischen Kräften kommt ihm dabei auch Aarian zuhilfe, ein Iraner, der schon mal eine Art Stiefvater für den vaterlosen Jungen war. Tama und er waren eine Zeitlang ein Paar.
Die Suche führt die ungleichen Helfer schließlich doch noch nach Indien, wo sie alle ihre Fähigkeiten mobilisieren müssen, um Tama aus den Fängen eines skrupellosen Guru zu retten. Aber auf Kol ist Verlass, und am Ende kommt Lars doch noch zu einer richtigen Familie und sogar zu einem eigenen Haus. Kol hat Aarian und Tama das alte Schulhaus geschenkt, in dem er Lars das erste Mal Unterschlupf gewährt hat. Und Suni wird auch da wohnen.
Allerdings wird Lars fortan auf die Hilfe des alten Mannes verzichten müssen. „Ich habe euch den Weg gezeigt,“ sagt Kol zum Abschied, „Gehen müsst ihr ihn selbst. Ich habe nur geholfen, wenn die dunklen Mächte zu stark wurden.“
So einen guten Geist, wie ihn Lukas Hartmann in dem spannenden Abenteuerroman „Mein Dschinn“ heraufbeschwört, würden sich viele wünschen. Wäre doch toll, wenn man in Notsituationen auf magische Hilfe hoffen könnte! Doch Hartmann zeigt auch, wie wichtig es ist, Freunde zu haben, denen man vertrauen kann. Wenn alle zusammen helfen, kann man die schlimmsten und gefährlichsten Situationen überstehen. Dann kann selbst ein kleiner Junge Großes leisten.
„Mein Dschinn“ ist ein zauberhafter Roman über die Sehnsucht eines Kindes und die Suche nach einer Familie über alle Grenzen hinweg


Die Farben der Hoffnung
Die Farben der Hoffnung
von Lavanya Sankaran
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sittenbild des modernen Indien, 18. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Farben der Hoffnung (Gebundene Ausgabe)
Sie sind beide Eltern und verzichten beide zugunsten ihrer Kinder auf ihre eigenen Wünsche, auf ein selbstbestimmtes Leben. Doch damit enden schon die Gemeinsamkeiten zwischen dem Jungunternehmer Anand und seiner Putzfrau Kamala.
Während die Witwe trotz aller Schufterei gerade mal das Nötigste für sich und ihren aufgeweckten Sohn Narayan verdient, lebt Anands Familie unbesorgt in den Tag hinein. Vidya, seine Frau, verbringt ihre Zeit mit Shopping, Körperpflege und Partys und damit, sich den jeweiligen Moden anzupassen. „Seine Frau war mal wieder in der Mauser. Warf ihr altes Federkleid ab und ließ sich ein neues wachsen. Er erlebte das nicht zum ersten Mal – die intensive Neugestaltung ihres gesamten Wesens nach einer Phase am Reißbrett und im luftdicht abgeschlossenen Labor, die Geburt eines neuen Avatars mitsamt neuer Kleidung neuer Frisur, neuer Sprache, neuen Interessen.“ Wenn Vidya etwas gegen den Strich geht, staucht sie ihre Hausangestellten zusammen, sie sie sonst kaum beachtet. Dass ihr Sohn sich mit Narayan angefreundet hat, sieht sie mit Misstrauen, und dass Anand den Sohn der Putzfrau unterstützt, darf sie nicht einmal wissen. Vidya ist in einem reichen Haus aufgewachsen, Menschen unterhalb der eigenen Gesellschaftsschicht übersieht sie gerne. Ganz im Gegensatz zu ihrer emanzipierten Freundin Kamala, deren unorthodoxer Lebensstil Anand fasziniert. Allzu gerne würde er für Kavika mehr sein als der Mann ihrer Freundin. Doch am Ende, nachdem er einen von seinem Schwiegervater verursachten Angriff auf sein Unternehmen abgewehrt hat, entscheidet er sich für die Familie. Das täte auch Kamala gerne. Doch die Umstände zwingen sie, sich von ihrem Sohn zu trennen. Sie verliert ihr Heim und – nachdem sie Vidya nach einer falschen Anschuldigung einmal die Meinung gesagt hat – auch die Arbeitsstelle. Zwar findet sie schnell eine neue, aber kein neues Zuhause für sich und Narayan, der ihr immer mehr entgleitet.
Lavanya Sankaran gibt in ihrem lesenswerten Roman einen ungeschönten Einblick in die indische Gegenwart, in der Korruption und Kastendenken das Miteinander vergiften. Mit ehrlicher Arbeit, das zeigen ihre sympathischen Protagonisten, kommt man in diesem Land nicht weit.


Traumreise Glacier Express: Auf Schienen durch die Schweizer Alpen (Bruckmann Exquisit)
Traumreise Glacier Express: Auf Schienen durch die Schweizer Alpen (Bruckmann Exquisit)
von Mirko Milovanovic
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von Höhepunkt zu Höhepunkt, 19. August 2014
Die Schweizer sind Weltmeister, was das Zugfahren angeht. Und Touristen fahren wohl nirgendwo so gerne Zug wie in der Schweiz. Das liegt auch an den spektakulären Aussichten, die manche Strecken bieten – allen voran der Glacier Express, der seit 1930 zwischen Zermatt und St. Moritz verkehrt, sozusagen von Höhepunkt zu Höhepunkt. Ihm haben Hans-Bernhard Schönborn (Text)und Miko Milovanovic (Fotos)den Bildband „Traumreise Glacier Express“ gewidmet. Dabei nehmen der Fotograf und der Journalist die Leser mit auf die Reise, die in St. Moritz beginnt. Die einzelnen Streckenabschnitte und Stationen werden in Wort und Bild ausführlich dargestellt. Auch die Problematik den „Unberechenbaren Naturgewalten“ mit Bergstürzen und Lawinen wird nicht verschwiegen. Wie passend: Derzeit hat ein Murenabgang einen Teil der Albula-Strecke verschüttet, was dazu führt, dass auch der Glacier Express umgeleitet wird, so dass den Fahrgästen der Blick in die Rheinschlucht oder die Fahrt über das berühmte Landwasserviadukt entgeht. Zumindest in dem Bildband können sie sehen, was sie versäumt haben Essays laden dazu ein, die Umgebung kennenzulernen, etwa die mit dem Titel Weltkulturerbe geadelte Bernina-Strecke, erzählen Spannendes aus der Geschichte z.B. über den Bau der Albula-Bahn oder würdigen die Schönheit der Natur, die wie am Aletschgletscher vergänglich ist. Kurz vor Schluss noch ein Blick in Geschichte und Gegenwart des Glacier Express. Informationen und Tipps runden den Bildband ab, wobei die meisten sich an Menschen richten, die Luxus mögen und sich diesen auch leisten können.


Die Lieblingstouren aus dem Bayern1-Rucksackradio: 35 Wanderungen zwischen München und Bozen
Die Lieblingstouren aus dem Bayern1-Rucksackradio: 35 Wanderungen zwischen München und Bozen
von Ernst Vogt
  Broschiert
Preis: EUR 4,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Almrosenblüte und Kunst auf der Alm, 4. August 2014
Es sind immer ein bisschen andere Wanderbeschreibungen, die das Rucksackradio des Bayerischen Rundfunks in seinen Büchern liefert. Die vier Autoren Georg Bayerle, Ernst Vogt, Manfred Wöll und Andrea Zinnecker bürgen für Qualität. Diesmal haben sie sich die Berge zwischen Irschenberg und Bozen vorgenommen und dort leichte bis schwere Bergtouren vorgefunden, die sie auf ihre launige Art den Lesern vorstellen. Da ist wirklich für jeden was dabei.
Ob der Spaziergang durch die dörfliche Kulturlandschaft rund um den Irschenberg mit Einkehr beim Dinzler (Kaffeebar, Tortentraumfabrik, Schaukaffeerösterei und regionale Speiserestauration) unter dem Motto „Eintritt ins Bilderbuch“ oder die schwere Steinbock-Tour am Achensee zur Seekar- und Seebergspitze mit Kunst auf der Alm – Manfred Wöll kitzelt die Besonderheiten heraus. Und Georg Bayerle kann sogar noch vom allseits bekannten Wendelstein, zu dem er eine mittelschwere Aufstiegstour beschreibt, unbekannte Anekdoten erzählen. Oder auch so enthusiastisch über die Almrosenblüte in den Nordtiroler Kalkkögeln schreiben, dass man sich am liebsten gleich auf die leichte Wanderung begeben würde. Ernst Vogt wiederum kann sich bei der leicht bis mittelschweren Tour zur Gschnagenhardt-Alm im Villnösstal auf Reinhold Messner berufen, für den die Alm „der schönste Platz in den Dolomiten“ ist. Und auf den 500 Stufen hinauf zum Riederstein über dem Tegernsee kommt der Leiter der BR-Bergsteigerredaktion ebenso ins Meditieren wie auf der ausdauernden, mittelschweren Wanderung zu sechs Almen zwischen Rosskopf und Pflerschtal. Mit der einzigen Frau im Team, Andrea Zinnecker, geht’s zauberhaft zu. Da kommen die Wanderer auf dem leichten Innsbrucker Zirbenweg ins „Zauberreich der Zirbe“ oder auf einer schweren Tour von Tiers aus in „König Laurins Zwischenreich“. Die persönlichen Vorlieben und Schwerpunkte der Autoren, ihr ganz eigener Stil machen den Charme dieses Wanderbüchleins aus. Dass jede Tour mit Karte und Tourenprofil ergänzt wird, manchmal auch mit kleinen Zusatzinformationen, versteht sich bei den Profis von selbst.


High Fossility: Der Sound des Lebens
High Fossility: Der Sound des Lebens
von Nadja Klinger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

4.0 von 5 Sternen Forever young: Der Sound der 68-er, 30. Juli 2014
Sie sind alle über 60 und wollen’s noch einmal wissen. High Fossility heißt der Chor, in dem sie eine neue Herausforderung, auch eine Art Heimat, gefunden haben: Der Arbeiter und die Uni-Professorin, der SEK-Mann und die Aussteigerin, die Hausfrau, die Therapeutin und all die anderen 68iger. Menschen aus einer Generation, die wie keine andere die Gesellschaft verändern wollte und die jetzt auch anders altert. Aber wie? Auch darüber schreibt die Journalistin Nadja Klinger in ihrem Buch „High Fossility“ über dieses Chor-Experiment in Neu-Kölln.
Und genau darum sollte man dieses Buch lesen, das eben nicht nur von einem Chor handelt, der nicht einmal besonders gut singt, sondern auch von Ute, Mona, Martin, Regina, Bernd und Michael, dem 20 Jahre jüngeren Chorleiter. Das die Mühen der Proben beschreibt, die grandiosen Abstürze und die kleinen Erfolge. Das die langen Lebensgeschichten mit all ihren Brüchen erzählt und diese ganzen gelebten Leben zu einem eigenen Sound zusammenführt. Nadja Klinger, Jahrgang 1965, ist eine scharfe und sensible Beobachterin. Und wenn sie von den Alten erzählt und deren Sträuben gegen das Altern, dann klingt auch die Sorge um die eigene Zukunft mit, wie sie schon im Vorwort schreibt: „Wir werden älter, aber nicht alt. Gestörte Wahrnehmung. Das Pfeifen im dunklen Wald. Und mein Spiegelbild fragt: Wer verschwindet da?“
Verschwindet mit der Jugend auch der junge Mensch? In den Text sind Bilder eingestreut von den Chormitgliedern in jungen Jahren, zu einer Zeit, deren Lebensgefühl Songs wie „Born To Be Wild“, „My Generation“, „Satisfaction“, „With A Little Help From My Friends“ feierten. Dieses Lebensgefühl, an das sich die Fossilities singend erinnern, würden sie am liebsten festhalten – für immer. Da geht es ihnen wie den meisten 68-igern. Und so ist Nadja Klinger mit ihrem Buch über einen Chor in Neukölln ganz nebenbei auch ein zum Nachdenken anregendes Porträt einer ganzen Generation gelungen.


BR-Radltour Unsere Lieblingstouren: Mit Karten und Tipps, vielen Fotos und Anekdoten
BR-Radltour Unsere Lieblingstouren: Mit Karten und Tipps, vielen Fotos und Anekdoten
von Lutz Bäucker
  Broschiert
Preis: EUR 4,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Bayern sind mit'm Radl da, 1. Juli 2014
Sie war immer schon ein bisserl mehr als eine gewöhnliche Radtour. Wer bei der BR-Radltour mitfuhr, konnte tatsächlich was erleben, bei Rot über alle Ampeln brettern und zusammen mit Stars wie Eric Burdon, Roger Chapman, Manfred Mann, Suzi Quatro, Haindling oder Wolfgang Ambros abfeiern. Seit 1990 radelt der „Bayerische Rundfunk“ mit 1200 seiner Hörer im Sommer kreuz und quer durch Bayern. Was sich der BR-Redakteur Thomas Gaitanides 1989 ausgedacht hat, hat sich zu einer Massenbewegung gemausert – und zu einer Marke. Tagsüber radeln, abends feiern: Das Motto bewegt viele Teilnehmer dazu, sich alljährlich das Datum der Radltour rot anzustreichen. Es soll so manche geben, die bisher keine Tour versäumt haben. Auch die Unterbringung in Massenquartieren kann sie nicht schrecken. Da muss also mehr dahinter sein. BR-Mann Lutz Bäucker hat so eine Ahnung, er war von Anfang an dabei, kennt die Warteschlangen vor den Toiletten und die harten Matratzen im Schlafsaal, die Strapazen der täglichen 100 Kilometer. Und doch steigt auch er alle Jahre wieder begeistert in die Pedale, weil er sich ein Jahr ohne Radltour gar nicht vorstellen mag. Die „supergute Riesengaudi für jedermann“ wie Olympiasieger Markus Wasmeier die Tour einmal beschrieb, ist wohl alles zusammen: Das Gemeinschaftsgefühl, die gute Organisation, der Spaß und die Schinderei. Das schweißt zusammen. So sehr, dass ein Paar sich sogar getraut hat – auf der Radltour! Wer so einen Tour-Abschnitt mal für sich ausprobieren will, kann das jetzt auch tun: Zum 25. Geburtstag der Radltour hat Lutz Bäucker die Lieblingstouren für ein Buch zusammengestellt. Umrahmt werden die gründlichen Streckenbeschreibungen von Anekdoten und Schmankerln aus 25 Jahren Radltour.


Draußen: Mit der Kamera um die Welt
Draußen: Mit der Kamera um die Welt
von Udo Bernhart
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fotos, die Fernweh wecken, 20. Juni 2014
Er wollte schon immer hinaus in die Welt, als kleiner Bub schon wurde ihm die Heimat Südtirol zu eng. Als Fotograf entdeckte er ihre Schönheit neu, aber auch die Schönheit der fernen Länder. Udo Bernhart, 1956 in einem kleinen Dorf im Vinschgau geboren, hat die Welt mit seiner Kamera bereist, von der Antarktis bis Alaska, von Kamtschatka bis Kanada, von Patagonien bis Peking. Er war mit der legendären Concorde unterwegs, mit dem Schiff, mit dem Fahrrad, auf Skiern, zu Fuß und auf dem Rücken der Pferde – und immer sind auf seinen Reisen wunderbare Fotos entstanden, die nicht nur die Schönheit des Reiselandes abbilden, sondern auch die Gesichter der Menschen zeigen - alte und junge, wettergegerbte und stolze, glückliche und traurige. 33 Jahre, von 1979 bis 2012, umfasst der Bildband. So manches hat sich in diesen Jahrzehnten verändert. In Peking etwa sind die Räder den Autos gewichen, nur die Natur in Alaska, da, wo die Menschen nicht hinkommen, die ist gleich geblieben. Auch das hat Udo Bernhart mit seiner Kamera festgehalten. Sein sehr persönliches Reise- und Fotobuch lädt dazu ein, ihn auf seinen Ausflügen in die weite Welt zu begleiten, teilzuhaben an seinen Abenteuern - und es weckt Fernweh. Die Sehnsucht, aufzubrechen und in der Ferne einer anderen Art von Leben nahe zu kommen, das die Alltagsroutine verwehrt.


Ladivine
Ladivine
von Marie NDiaye
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Rätsel der Hunde, 18. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Ladivine (Gebundene Ausgabe)
Sie macht es ihren Lesern nicht leicht: Die Goncourt-Preisträgerin Marie NDiaye gibt in ihrem neuen Roman „Ladivine“ einige Rätsel auf. Da sind zum einen die Hunde, die wie aus dem Nichts auftauchen, große Hunde mit treuen Hundeaugen. Wächterhunde. Aber keineswegs ungefährlich. Einer von ihnen soll sich sogar über einen Toten hergemacht haben. Und doch empfinden die vier weiblichen Protagonisten dieses Buches die Anwesenheit der Hunde als tröstlich, sehen in ihnen eine Art Beschützer. Und dann ist da noch die Sache mit dem Jugendlichen irgendwo in Afrika, der nach einem Balkonsturz wieder von den Toten aufersteht. Solche mysteriösen Begebenheiten sind typisch für die literarisch hoch-ambitionierte Tochter einer französischen Lehrerin und eines Senegalesen, die gerne animistische Elemente in ihre Romane mit einbringt.
Vordergründig erzählt „Ladivine“ in komplexen Verschlingungen und einer fast rauschhaften Sprache eine Mehrgenerationen-Geschichte, die um einen familiären Schandfleck kreist. Urheberin dieses unauslöschlichen Makels ist Ladivine Sylla: Sie ist schwarz, ihre Tochter Malinka aber ist weiß – wie der noch vor der Geburt verschwundene Vater. Und Malinka identifiziert sich mit dieser weißen Hautfarbe, sie will dazu gehören. Da ist die schwarze Mutter nur ein Störfaktor, „die Dienerin“ nennt Malinka sie und schämt sich gleichzeitig für die Demütigung, die sie der aufopfernden Mutter zumutet. Mit dem neuen Namen Clarisse, der so hell klingt, will sich Malinka endgültig die Vergangenheit abstreifen. Sie heiratet einen weißen Kleinbürger, dem sie die Mutter ebenso verschweigt wie der – weißen – Tochter, die mit dem Namen der unbekannten Großmutter leben wird. Doch Malinka/Clarisses Verschleierungsstrategien ersticken ihre Gefühle, die Spontaneität, die ihren Charme ausmachte.
Das Familienleben vereist, der Ehemann flüchtet in die Arme einer anderen Clarisse und Ladivine II nach Berlin zu einem Uhrenverkäufer. Das gibt Marie NDiaye Gelegenheit, die Stadt, in der sie seit drei Jahren mit ihrer Familie lebt, ins Spiel zu bringen, das „architektonische Chaos ohne jede Sanftheit und Ironie“. Im Charlottenburger Rathaus gibt Ladivine Französischkurse. Sie hat sich eingerichtet in einer faden Bürgerlichkeit. Nicht einmal der Mord an ihrer Mutter kann sie aus der Lethargie reißen. Malinka/Clarisse ist Opfer des Mannes geworden, dem sie sich endlich ganz offenbaren konnte, weil sie in ihm den Außenseiter, den Underdog, erkannte. Ihm konnte sie auch die Mutter vorführen, die so das kurze Glück erlebte, mit der geliebten Tochter versöhnt zu sein.
Als Ladivine II in einem nicht benannten afrikanischen Land mit ihrer Familie Urlaub macht, begegnet ihr ein Hund, den sie sogleich als den ihr zugedachten Wächter identifiziert, womöglich als den Geist ihrer toten Mutter in Hundegestalt. Das erste Mal, als ein solcher Hund auftauchte, war sie noch ein Baby. Mitgebracht hatte das Tier, das sich sogleich auf das Kleinkind im Bettchen setzte, der Großvater, und auch bei dessen Tod war der Hund zugegen. Nun also ist er wieder aufgetaucht irgendwo in Afrika, wo die Familie gestrandet ist. Denn in diesem Urlaub geht von Anfang an alles schief. Der Koffer wird gestohlen, die Klamotten tauchen als Ware am Wegesrand wieder auf. Das Hotel entpuppt sich als öde Absteige, und die Familie geht einem Tagedieb auf den Leim, den Ladivines völlig verwandelter Mann in einem Zweikampf vom Balkon stürzt.
Immer wieder wird Ladivine mit Menschen konfrontiert, die vorgeben sie zu kennen. Immer öfter lässt sie sich auf das Spiel ein, eine andere zu sein. Und immer öfter hat sie das Gefühl angekommen zu sein, bis sie schließlich im Urwald verschwindet – oder sich in einen Hund verwandelt. Denn ihre Tochter Annika glaubt nach der Heimkehr in einem Hund die Augen der vermissten Mutter zu erkennen: „Dennoch war Annika überzeugt, daß nichts und niemand ihre Mutter gezwungen hatte, auf diese distanzierte, unbequeme Art mit ihnen zusammenzuleben, und daß sie eine Zuflucht gefunden hatte in dieser Hundehaut, die ihr, auch wenn sie sie nichthinreichend gegen die Kälte schützte, besser entsprach als ihre Frauenhaut. Das wusste Annika, so war es.“
Es ist nur eine hauchdünne Naht, die bei Marie NDiaye die reale von der magischen Welt trennt. Wer sich auf ihre Vexierbilder einlässt, wird mit einem Leseerlebnis belohnt, das lange nachwirkt.


Ausfahrt Nizza
Ausfahrt Nizza
von Piersandro Pallavicini
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rentner-Sause auf Italienisch, 9. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Ausfahrt Nizza (Gebundene Ausgabe)
Seit der Hundertjährige aus dem Fenster stieg und die Welt unsicher gemacht hat, überschwemmen Bücher über Oldies und ihre Schrullen den Markt. Piersandro Pallavicini steuert mit „Ausfahrt Nizza“ nun die italienische Variante bei. Und seine männlichen Protagonisten, gekleidet in Brioni und Barbour, und unterwegs im Jaguar, sind noch ausgeflippter als Berlusconi.
Kaum sind sie losgelassen, weg aus dem provinziellen Umfeld des norditalienischen Vigevano, geraten der kauzige Witwer Perségati, der aufbrausende Bonvivant Luciano und Ich-Erzähler Cesare außer Rand und Band. Die mitreisenden Frauen, frühzeitig verknöchert, können dabei nur zusehen und sich mit Gebeten gegen die anbrausenden Gefühlsräusche ihrer Angetrauten wappnen. Hinzu kommt, dass Verleger Cesare glaubt, einen Freund aus alten Zeiten entdeckt zu haben, den schwulen Star-Autor, der zu einer Ehekrise geführt hatte.
Während das Trio Infernale von einer Peinlichkeit in die andere stolpert, wird Cesare schmerzhaft klar, wie sinnentleert sein Leben ist. Da hilft dann nur ein bisschen Cannabis, das der Arzt dem 73-Jährigen wegen seiner MS verschrieben hat und das der mustergültige Sohn dem Vater zähneknirschend besorgt. Mit Cesares Suche nach dem verlorenen Freund wird der abgefahrene Road-Trip der Oldies immer mehr zu einem Krimi. Dann verschwindet auch noch Luciano spurlos und Perségati verrät dem konsternierten Cesare ein pikantes Geheimnis.
Am Ende kommen die Kinder, um ihre Eltern abzuholen - und angesichts der Arroganz der Jugend läuft Cesare noch einmal zu großer Form auf: „Wir sind alt. Wir sind steinalt. Wenn nicht gar Greise, wir haben uns selbst überlebt. Wir sind tot, wir stecken in Körpern, die sich aufgrund eines Wunders noch von selbst bewegen… Irgendwann ist es aus. Und für jemanden in meinem Alter ist das genauso schockierend wie ein bewölkter Himmel nach einer Woche Sonnenschein.“
Piersandro Pallavicini, Jahrgang 1962
und – wie seine Rentner-Gang - aus Vigevano, ist eigentlich Chemiker und Experte für Nanotechnologie an der Universität von Pavia. Laut Welt mischte er Anfang der Neunzigerjahre „in der Undergroundszene mit, debütierte im Umfeld der Vertreter von Pulp und Trash.“ Seine Vorliebe für Drastisches und Schrilles begleitete auch sein Debüt als Autor. Sie ist auch in diesem Buch zu spüren, in einer oft zotigen Sprache und derben Sprüchen. Trotzdem, diese italienische Milieustudie hat’s ins sich – und liefert auch so manches, das nachdenklich macht. Beispiel gefällig: „Ich bin allein unterwegs, gehe nach Belieben über Straßen und Gassen, mit hoch erhobenem Kopf und kräftigen Beinen, wie immer am frühen Vormittag. Was für ein Tag. Was für eine Sonne. Herrlich, sie ist weiß und steht tief am Himmel, kristallklar wie die Luft. Eine freundliche und widerwärtige Sonne, genauso wie das Lächeln der unbekannten Personen, denen ich auf der Straße begegne. Ich erwidere es mit einem freundlichen Nicken, man lächelt mich an, weil ich ein eleganter, gut gekleideter älterer Herr mit verlorenem Blick bin. Ich flehe Sie an: Lächeln Sie niemals einen Herrn an, bloß weil er silberweiße Haare hat und gut gekleidet ist. Niemals. Nicht einmal, wenn er einen gebrechlichen, mumifizierten Eindruck erweckt. Nicht einmal, wenn er wackelige Beine hat. Lassen Sie ihn in Ruhe. Vielen Dank.“


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