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Rezensionen verfasst von
David (Bayern)

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Harry Potter und die Kammer des Schreckens
Harry Potter und die Kammer des Schreckens
von Joanne K. Rowling
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,90

5.0 von 5 Sternen Sogar einen Tick besser, als der erste Band, 24. Mai 2011
Kaum kehrt Harry zu den Dursleys zurück, beginnt der Streit mit ihnen von Neuem. Aber das bleibt nicht sein einziges Problem. Obwohl sie es versprochen haben, schreiben ihm seine Freunde nicht. Während so die, in Harrys Augen, nie enden wollenden Sommerferien nur sehr langsam vergehen, taucht plötzlich ein Hauself in seinem Zimmer auf, um ihn davor zu warnen, nach Hogwarts zurückzukehren. Es stellt sich heraus, dass die mythenumwobene Kammer des Schreckens der Grund all dieser Panik ist. Aber welche grauenvollen Dinge beherbergt sie?

"Harry Potter und die Kammer des Schreckens" gehört zu den Sequels, die nicht im gigantisch anmutenden Schatten ihrer Vorgänger stehen, sondern diesem ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen sind. Es ist alles enthalten, was Liebhabern des ersten Teiles eine Freude bereiten wird. Eine spannende, wendungsreiche Geschichte, Charaktere, die sich weiterentwickeln, atemberaubende Actionpassagen und eine beinahe verschwenderische Nutzung verschiedenster, großartiger Ideen. Was sich Frau Rowling hier in ihrem Ideenreichtum aus den Ärmeln geschüttelt hat, ist einfach unglaublich. Von Flohpulver, über fliegende Autos, bishin zur Parselsprache - eine Idee scheint besser als die andere zu sein. Dazu kommt, dass der Leser bereits im ersten Band in die Welt von Hogwarts eingeführt wurde, weshalb hier ein größerer Fokus auf der Handlung selbst liegt. Und die hat es wirklich in sich und lässt den Leser kaum verschnaufen, da sich die Ereignisse regelrecht überschlagen. Natürlich wird das alles durch den gewöhnlichen Schulalltag der 3 Freunde aufgelockert und auch näher auf die Zaubererwelt eingegangen. Anhand von Rein-, Halb- und Schlammblütern kritisiert die Autorin etwa Rassismus auf ihre eigene Art und Weise.

Als einzigen Kritikpunkt könnte ich nur die unnötigen Wiederholungen nennen. Klar, wenn man erst mit diesem Buch in die Geschichte einsteigt, sind die erneuten Erklärungen natürlich hilfreich. Gleiches gilt, wenn viel Zeit zwischen der Lektüre des ersten und zweiten Buches vergangen ist, aber wenn man kurz davor "Harry Potter und der Stein der Weisen" gelesen hat, oder die gesamte Serie zum wiederholten Male liest, sind diese Wiederholungen einfach unnötig. Da man damit allerdings nicht lange aufgehalten wird, unterlasse ich es dies negativ in die Bewertung einließen zu lassen.

Zusammenfassend ein großartiger Harry Potter Band, der, meiner Meinung nach, sogar noch den ebenfalls grandiosen Vorgänger übertrumpft und Joanne K. Rowling auf dem Zenith ihrers Schaffens zeigt. Wer den Stein der Weisen noch nicht gelesen hat, der soll zuerst mit diesem Teil anfangen. Wer vom ersten Band allerdings begeistert war, kann mit diesem Nachfolger überhaupt nichts falsch machen.


Harry Potter Boxed Set. Adult Edition. 7 Volumes: Contains: Philosopher's Stone / Chamber of Secrets / Prisoner of Azkaban / Goblet of Fire / Order of ... / Deathly Hallows (Harry Potter Adult Cover)
Harry Potter Boxed Set. Adult Edition. 7 Volumes: Contains: Philosopher's Stone / Chamber of Secrets / Prisoner of Azkaban / Goblet of Fire / Order of ... / Deathly Hallows (Harry Potter Adult Cover)
von Joanne K. Rowling
  Gebundene Ausgabe

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erwartungen vollständig erfüllt, 22. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem ich festgestellt habe, dass wieder ein ganzes Jahr vergangen ist, seitdem ich mich zuletzt durch die Harry Potter Reihe gelesen habe, spürte ich das plötzliche Verlangen, mal wieder in die Welt von Hogwarts abzutauchen. Weil meine alten Taschenbücher mittlerweile aber alle verschenkt wurden, musste ich nach einer anderen Möglichkeit Ausschau halten, wieder in den Genuss der Serie zu kommen. Schließlich entschied ich mich dafür, die Reihe in der Originalsprache zu lesen - zum einen um meine angestaubten Englischkenntnisse aufzubessern, zum anderen weil ich den groben Handlungsverlauf der Bücher sowieso schon kannte und deswegen auch mit dem Original keine Verständnisprobleme haben sollte.

Nach einiger Recherche entschied ich mich dann für das Harry Potter Boxed Set mit den gebundenen Büchern und den Umschlägen der Erwachsenenausgaben. Im Endeffekt bleibt es natürlich Geschmackssache, aber mir gefallen die schlicht und edel gestalteten Umschläge und die in simplen schwarz eingebundenen Ausgaben der Bücher eher, als die doch recht bunten und schrillen Umschläge der Kinderausgaben. Außerdem war der Preis für 7 gebundene Bücher, von denen 4 sogar einen Umfang von 600 Seiten aufwärts aufweisen, mehr als fair, zumal man für die Einzelausgaben deutlich mehr Geld hinlegen müsste und dabei der stabile Schuber fehlen würde, in dem sich alle Teile unterbringen lassen.

Nach der Ankunft meines Sets checkte ich zuallererst, ob irgendwelche Macken oder Beschädigungen vorliegen. Entgegen der Meinung manch anderer Rezensenten kam meine Box völlig intakt und unbeschädigt an. Der Schuber an sich ist sehr stabil und in simplen schwarz belassen. Auf der Rückseite ist eine Übersicht von allen Büchern aufgelistet, während auf den beiden Seiten nochmals die Cover von "Harry Potter And The Philosopher's Stone" und "Harry Potter And The Deathly Hallows" aufgedruckt sind. Etwas verzwickt ist die Tatsache, dass die Bücher, wenn sie alle im Schuber stecken, wirklich bombenfest sitzen und sich kaum mit den Fingern herauspullen lassen, ohne Spuren zu hinterlassen. Man kann das Problem allerdings ganz einfach lösen, indem man den Schuber einfach zur Seite kippt und auf diese Weise die Bücher herausholt.

Die gebundenen Bücher selbst machen einen guten Eindruck und wirken stabil genug, um auch noch in etlichen Jahren viel Lesespaß zu bieten. Erwähnenswert ist ebenfalls, dass in den englischen Ausgaben dünneres Papier verwendet wird und durchschnittlich deutlich mehr Buchstaben pro Seite unterkommen, als man es vom Lesen deutscher Bücher gewohnt ist, zu dem Zweck so Papier zu sparen. Die dünneren Seiten sorgen aber leider auch dafür, dass sie nach mehrmaligen Gebrauch ein wenig zerknittern, wodurch das Papier uneben wirkt und unschön aussieht, wenn man die Bücher aufschlägt. Ein Lesebändchen pro Buch wäre noch das i-Tüpfelchen gewesen und ist das einzige, das mir bei diesen ansonsten wundervoll gestalteten Ausgaben wirklich gefehlt hat.

Um seine Englischkenntnisse aufzubessern sind die Bücher jedenfalls ideal. Angefangen mit dem noch recht einfach geschriebenen "Philosopher's Stone", das einen guten Einstieg bietet, werden die einzelnen Teile dann immer anspruchsvoller. Offensichtlich wird dieser Anstieg des Schwierigkeitsgrades spätestens ab "Goblet Of Fire". Zwar konnte ich unbekannte Begriffe meistens aus dem Kontext des Satzes ableiten, aber ein Wörterbuch für den Notfall parat zu haben, ist nie verkehrt. Man sollte dennoch eben nicht krampfhaft jeden unklaren Begriff nachschlagen, da sonst der Lesespaß auf der Strecke bleibt, sondern unklare Wörter hin und wieder einfach überspringen, solange der Sinn des Geschriebenen verstanden wurde. Zum Nachschlagen hat man hinterher immer noch Zeit, aber das nur als Tipp am Rande.

Alles in allem für mich eine mehr als lohnenswerte Investition, die ich ohne Bedenken jedem Interessenten weiterempfehlen kann. Deswegen, und wegen dem unschlagbaren Preis, gibt es die Bestnote, obwohl einige Dinge, wie die schon erwähnten, fehlenden Lesebändchen, nicht meiner vollsten Zufriedenheit entsprechen. Aber das ist Kritik auf hohem Niveau bei einer sonst rundum gelungenen Box.


Heathers [Blu-ray]
Heathers [Blu-ray]
DVD ~ Shannen Doherty
Wird angeboten von schnuppie83
Preis: EUR 14,99

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 80er Kultfilm; Großartig neu aufgelegt, 28. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Heathers [Blu-ray] (Blu-ray)
Auf der Westerburg Highschool wird der Ton von einer einflussreichen Elite-Mädchen-Clique, den sogenannten "Heathers", angegeben. Neuzuwachs Veronica Sawyer (Winona Ryder) entwickelt jedoch eine Antipathie gegen sie und ihre Handlungsweisen, weil die anderen "Heathers" ihre Rolle hauptsächlich dazu ausnutzen, um andere Schüler zu schikanieren. In ihrer Wut arbeitet sie sogar Mordpläne aus, welche natürlich nicht ernst gemeint sind. Als der rebellische, neue Schüler Jason Dean (Christian Slater) plötzlich auf der Bildfläche erscheint und sogleich eine Beziehung mit Veronica beginnt, greift er ihre Pläne allerdings wieder auf. Mit einem Male sieht sich Veronica, an der Seite eines Psychopathen, in verschiedenen Verbrechen verwickelt...

Fast 1 1/2 Jahre hat es nun gedauert, bis die Blu-Ray der amerikanischen Kult-Satire "Heathers" auch auf dem deutschen Markt erhältlich ist. Man fragt sich, warum man sich mit der Veröffentlichung bei uns solange Zeit gelassen hat, liegt hier doch ebenfalls das großartig aufgearbeitete US-Master vor. Obendrauf handelt es sich um einen ausgezeichneten Film mit Winona Ryder und Christian Slater in ihren vielleicht besten Rollen.

Das Bild selbst kann natürlich nicht mit Referenzwerken der heutigen Zeit verglichen werden, fällt aber im Gegensatz zu sehr gut aufgearbeiteten Filmen der 80er Jahre, wie etwa "Shining", kaum ab. Lediglich aus einigen Perspektiven wirkt es ein wenig verwaschen, ansonsten bekommt man durchweg ein detaillreiches Bild mit kräftigen Farben und im 1,85:1 Format geboten. Filmkorn hält sich ebenfalls in Grenzen.

Außerdem wurde der Blu-Ray noch eine deutsche DTS-HD MA 5.1 Tonspur spendiert. Für Puristen ist natürlich die Originaltonspur in DD 5.1 ebenfalls vorhanden.

Das Zubehör beinhaltet einen Audiokommentar, 2 Making Ofs - leider ohne deutsche Untertitel - und den Originaltrailer. Beim spiegelverkehrten Layout des Wendecovers fehlt das Motorrad und es wurde ein anderer Heathers-Schriftzug verwendet.

Als Fazit sei gesagt, dass Interessenten bei dieser wunderbar restaurierten Filmperle der 80er bedenkenlos zugreifen können. Auch das Upgrade von DVD auf Blu-Ray ist lohnenswert.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 11, 2012 7:57 AM CET


Kinder des Nebels: Roman
Kinder des Nebels: Roman
von Brandon Sanderson
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,00

42 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Außergewöhnliche Grundidee mit einigen Mängeln, 27. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Kinder des Nebels: Roman (Taschenbuch)
Das letzte Reich ist ein trostloser Ort. Die Skaa - so wird das gemeine Volk genannt - werden vom Obersten Herrscher und dem Adel unterdrückt, so dass sie ihr Dasein ohne Aussicht auf Befreiung unter sklavenähnlichen Zuständen fristen müssen. Ascheregen, eine verdorbene Vegetation, eine immerwährende, rot scheinende Sonne und ein alles bedeckender Nebel in den Nächten bestimmen das Bild dieser zerstörten Welt. Doch Kelsier, seines Zeichens ein Nebelgeborener, will den Obersten Herrscher stürzen und die Skaa zur Rebellion verleiten. Tatkräftige Unterstützung bekommt er dabei von Vin, anfangs einer gewöhnlichen Skaa-Diebin, die allerdings über die gleichen Kräfte verfügt, wie er, und anderen Mitstreitern. In der Hauptstadt des Reiches Luthadel beginnt die Gruppe Pläne zu schmieden, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Brandon Sanderson legt mit dem Auftakt seiner "Mistborn"-Trilogie einen in sich abgeschlossenen Fantasy-Roman vor, der für dieses Genre ein ganz neues Magie-System bereithält, die Allomantie. Durch das Anzapfen der Kräfte von 8 verschiedenen Grundmetallen aus alkoholhaltigen Phiolen, können Allomanten auf magische Kraftreserven zurückgreifen, die sie so lange einsetzen können, bis Ihnen ihr Vorrat ausgeht. Allomanten werden in zwei Kategorien unterteilt: Nebelinge, die lediglich ein Metall nutzen können, und Nebelgeborene, die alle Grundmetalle plus Zusatzmetalle anwenden können. Das System selbst ist grandios und wurde auch recht stimmig umgesetzt. Statt mit langgezogenen Erklärungspassagen zu langweilen, demonstriert Sanderson es lieber von Anfang an in der praktischen Ausführung, in fast schon filmreifen Begebnissen.

Die Charaktere sind größenteils glaubwürdig und ordentlich gezeichnet. Der Rebellenanführer Kelsier etwa vereint viele gute wie schlechte Eigenschaften. Er will zwar sein Volk aus der Unterdrückung befreien, schreckt aber nicht vor Mord und anderen Verbrechen zurück, um seine Ziele zu Erreichen. Bei der größten Entwicklung begleitet der Leser allerdings Vin, die sich vom misstrauischen Mädchen, dass sie am Anfang des Buches ist, mit jeder Seite weiterentwickelt und somit der eigentliche Hauptcharakter wird. Ein anderes Mitglied der Bande, der Diener Sazed, ist schließlich noch der Repräsentant für die Ferrochemie und damit des zweiten, im Roman vorkommenden Magiesystems, das der Allomantie allerdings recht ähnlich ist. Der Rest von Kelsiers Anhängerschaft, zum Beispiel der Schläger Hammond oder der Raucher Keuler, bleiben leider etwas farblos, aber eventuell wird in den Nachfolgebänden näher auf sie eingegangen.

Bedauerlicherweise gibt es auch einige Kritikpunkte, die relativ schwer wiegen. Ein ganz großes Minus ist die Übersetzung und der damit verbundene Schreibstil. Ich weiß nicht, ob im englischen Original auch so oft eine Braue hochgezogen oder die Stirn gerunzelt wird, aber die immer gleichen Formulierungen zum Ausdrücken des Gemütszustandes der Protagonisten wiederholen sich sehr schnell und stören nach einiger Zeit nur noch. Ganz schlimm ist der hohe Einsatz des Wortes "kichern". Es vergeht kaum eine Seite, in der das Wort nicht einmal fällt. Wenn dann gewissenlose Diebe und eiskalte Mörder an einem Tisch zusammensitzen und ständig wie kleine Kinder "kichern", wirkt sich das nicht gerade positiv auf die Atmosphäre aus. Allein dafür schon gebe ich einen Punkt Abzug. Den zweiten gibt es für die doch recht klischeehafte Handlung und einige inhaltliche Mängel. Ein böser Herrscher, gegen den freie Menschen in den Krieg ziehen, ist nunmal nicht gerade der Gipfel der Innovation. Auch hätte man die ausgiebigen Planungspassagen ohne Probleme kürzen und die Geschichte somit kompakter machen können.
Auf der anderen Seite hat mich der völlige Überschuss an den Grundmetallen gestört. Bis auf eine Begebenheit standen Kelsier und Vin eigentlich ständig unter ihrem Einfluss. Da hätte man durch eine drastische Reduzierung ihrer Vorräte deutlich mehr aus ihren Kräften herausholen und ihren Einsatz wertvoller machen können. So sind sie permanent beinahe allen Gegnern überlegen, die sich ihnen in den Weg stellen. Die Zusatzmetalle haben ebenfalls nicht wirklich viel zur Handlung beigetragen. Das Atium wurde fast immer von den Feinden durch deren eigenen Vorrat neutralisiert, während Gold nur auf ein parr Seiten erwähnt wird und völlig nutzlos bleibt. Selbst das elfte Metall hat, außer einem kurzen, aber handlungsentscheidenden Moment des Erkennens, keine wirkliche Bedeutung. Ich bin aufjedenfall gespannt, wie sich diese Problematik in den Nachfolgebänden, die ich noch nicht gelesen habe, entwickeln wird.

Alles in allem gute Fantasy-Unterhaltung mit tollem Allomantie-System, die jedoch an oben erwähnten Mängeln krankt. Am besten ersteinmal einlesen und dann entscheiden, ob der Schreibstil dem potentiellen Leser gefällt, oder nicht.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 21, 2013 12:30 PM MEST


Gesammelte Werke Band 4: Necronomicon
Gesammelte Werke Band 4: Necronomicon
von Howard Phillips Lovecraft
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,00

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aufschlussreiche Zusammenstellung Lovecraftscher Werke, 20. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Lange war ich nun auf der Suche nach einer Möglichkeit in die Schriften des Altmeisters H. P. Lovecraft reinzuschnuppern. Bedauerlicherweise scheiterte das bis vor kurzem immer an meiner absoluten Ahnungslosigkeit, mit welchem Werk bzw. welcher Geschichtensammlung ich am besten anfangen sollte. Durch eine Schicksalswendung bin ich schließlich über die vielversprechenden, vom Festa Verlag zusammengestellten Gesammelten Werke gestolpert, wobei meine Wahl nach kurzer Zeit auf "Necronomicon" fiel.

Nach Lektüre des Buches bin ich erfreut darüber keinen Fehlkauf getätigt zu haben und zugleich überascht von Lovecrafts anprechenden Stil und reichen Wortschatz. Die enorm detaillierte Gestaltung der einzelnen Geschichten, die vielen Querverweise und wiederkehrenden Inhalte (Necronomicon; Die großen Alten; etc.) erinnern ein wenig an Stephen King und lassen vermuten, dass der Autor einen großen Einfluss auf Ihn hatte. Die Erzählungen an sich sind, bis auf "Berge des Wahnsinns", recht kompakt und allesamt äußerst abwechslungsreich. Zu Bemängeln wäre lediglich, dass sie fast alle ähnlich enden und somit schnell vorhersehbar werden. Bei "Berge des Wahnsinns" hingegen, das nahezu die Hälfte des Buches einnimmt, kann man die ausführlichen Beschreibungen und Erklärungen beinahe als Kritikpunkt auslegen, da die eigentliche Handlung dadurch immer wieder enorm ausgebremst wird. Nachfolgend eine subjektive Bewertung und kurze Einführung zu den einzelnen Geschichten:

Stadt ohne Namen ****

Obwohl er es besser weiß macht sich der Erzähler auf den Weg zur Stadt ohne Namen, von der jeder Andere aus gutem Grund fern bleibt. Zu später Stunde findet er einen unterirdischen Eingang, aber was ihn unter den Ruinen erwartet, hätte er sich nicht einmal zu Träumen gewagt.

Das Fest ***

An Weihnachten wird der Erzähler zu einem Familienfest eingeladen. Doch seine Verwandtschaft hat zur Feier dieses Tages seine ganz eigenen Bräuche.

Das gemiedene Haus *****

Ein seit Jahren leerstehendes Haus bietet Grund zu Sorge. Der Gesundheitszustand aller Menschen, die es bewohnen, verschlimmert sich innerhalb kürzester Zeit auf unnatürliche Weise. Ein Mann und sein Onkel wollen dem auf den Grund gehen und beschließen im gemiedenen Haus zu nächtigen.

In den Mauern von Eryx *****

In ferner Zukunft ist die Menschheit zur Energiegewinnung auf Kristalle angewiesen, die in reichen Mengen auf der Venus vorkommen. Leider werden diese von den echsenartigen Einwohnern des Planeten verehrt und mit Hilfe fremdartiger Schutzmechanismen gesichert. Schließlich tappt der Erzähler in eine ihrer Fallen und bemerkt, wie nah, aber auch wie fern der Ausweg sein kann.

Gefangen bei den Pharaonen ****

Ein Entfesselungskünstler erlebt, eingesperrt in den Katakomben einer Pyramide, die Aufführung seines Lebens.

Berge des Wahnsinns ****

Eine Antarktisexpedition macht bei einem bisher unerforschten Gebirge grauenvolle Entdeckungen.

Abgerundet wird das Ganze noch durch ein vom Schriftsteller verfasstes Gedicht, das als Original und in der deutschen Übersetzung vorliegt, ein "In Memoriam" von Hazel Heald, der seinen (kurz geratenen) Standpunkt zur Person Lovecraft nach dessen Tod wiedergibt und noch ein von ihm selbst verfasster Text, der sich auf seine Ansichten zu Katzen, Hunden, deren Unterschiede und Halter bezieht und in heutigen Zeiten bei den meisten Lesern wohl nur ein verständnisloses Kopfschütteln herbeiführen wird.

Das Buch selbst ist gebunden, verfügt über dicke Seiten, ein Lesebändchen, einen stabilen Schutzumschlag und ist sonst ebenfalls hochwertig verarbeitet. Rechtschreib- und Tippfehler halten sich in Grenzen und stören den Lesefluss nicht. Gleiches gilt für die neue Übersetzung, die sich sehr gut lesen lässt. Dennoch wirkt der Preis doch etwas hoch gegriffen. Trotzdem werde ich mir, in Erwartung weiterer, spannender Geschichten, den nächsten Band ebenfalls zulegen, da mich der Inhalt überzeugt hat.


Lottergeist Beetlejuice [Blu-ray]
Lottergeist Beetlejuice [Blu-ray]
DVD ~ Michael Keaton

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Amüsante Geisterkomödie in gruseliger Blu-Ray-Umsetzung, 14. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Lottergeist Beetlejuice [Blu-ray] (Blu-ray)
Zugegeben, rein von der Cover-Gestaltung her wirkt "Lottergeist Beetlejuice" alles andere als besonders ansprechend. Wegen dem hohen Alter hat sich auch schon etwas Staub auf dem Film angesetzt - aufgrund der nur geringen Mittel, die damals bereitstanden, wirken heutzutage vorallem die Spezialeffekte ein wenig antik - aber dennoch handelt es sich hier um einen gelungenen Klassiker unter Tim Burtons Regie, der immer noch mehr als sehenswert ist.

Die Geister-Komödie handelt von dem Ehepaar Maitland, das unerwartet das Zeitliche segnet und dazu verdammt ist, als unsichtbare Wesen in ihrem Haus zu verharren. Da ihr praktisch unbewohntes Haus jedoch von einer versnobten Großstadtfamilie aufgekauft wird, die es zudem noch nach ihrem eigenen Geschmack umdekoriert, beschließen die Maitlands die ungebetenen Gäste zu vertreiben ... mit eher bescheidenem Erfolg. Deshalb wollen sie den Bio-Exorzisten Beetlejuice anheuern, einen sehr eigensinnigen Zeitgenossen, dessen Praktiken den Maitlands zu weit gehen. Als er es schließlich auf Lydia, die Tochter der Gäste-Familie und zudem die einzige Person, die das Eheparr sehen kann und in ihrer Gunst steht, abgesehen hat, wird es den Beiden endgültig zu bunt und sie beschließen auf dessen Hilfe zu verzichten. Doch er stellt sich hartnäckiger heraus, als erwartet ...

Wer die Filme des Regisseurs mag, der wird auch an diesem hier seinen gefallen finden. Die Atmosphäre ist, wie von seinen anderen Streifen gewohnt, bunt und abgefahren. Die Schauspielerriege ist ausgezeichnet besetzt, etwa mit Alec Baldwin in einer seiner ersten TV-Rollen oder der damals erst 17 Jahre jungen Winona Ryder, die einen vom Leben frustrierten Gothik-Teenager verkörpert. Die Charaktere sind teilweise herrlich überzogen, was immer wieder zu komischen Situationen zwischen ihnen führt. Seinen großen Auftritt hat hier aber Michael Keaton, für den extra das Drehbuch umgeschrieben wurde, weil er bei den Dreharbeiten seine Rolle als nerviger, aber dennoch sympathischer Bio-Exorzist Beetlejuice förmlich gelebt hat und sein Einsatz zum größten Teil improvisiert ist. Außerdem sollte man, wenn man der englischen Sprache mächtig ist, unbedingt auf die Orginal-Tonspur zurückgreifen, da in der eher mäßigen Synchronisation viel Wortwitz verloren gegangen ist.

Zur Bildqualität kann man sagen, dass sie einer Blu-Ray-Veröffentlichung unwürdig ist. Man findet sogar einige DVD's, deren Bild deutlich besser ausfällt. Über die gesamte Spielzeit zieht sich Filmkorn und auch in Sachen Schärfe oder Farben kann das Bild zu keiner Zeit überzeugen.

Der Sound bestätigt leider nur den schlechten Eindruck, den das Bild bereits hinterlassen hat. Bis auf die englischen Tonspuren liegen alle anderen, auch die deutsche, lediglich in DD 2.0 vor. Selbst die Orginal-Tonspuren sind recht mager ausgefallen und weit von dem entfernt, was man als Referenz betrachten würde.

Zusammengefasst eine gelungene Komödie im Tim Burton Stil, der nur das gewisse Etwas zum Meisterwerk fehlt und die recht schlampig in das HD-Format umgesetzt wurde. Wer sie noch nicht hat, der kann zugreifen. Besitzer der DVD können getrost von einem Erwerb der Blu-Ray absehen.


Brennen muss Salem: Roman
Brennen muss Salem: Roman
von Stephen King
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,00

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Luxusausgabe, 23. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Brennen muss Salem: Roman (Taschenbuch)
Der Schriftsteller Ben Maers kehrt nach vielen Jahren nach Jerusalems Lot zurück, eine Stadt, aus der er wegen traumatischer Erlebnisse seines früheren Lebens weggezogen ist. Weil er einen Ort als Inspirationsquelle zum Schreiben eines neuen Buches sucht und weil dieser Ort für ihn immer sein wahres Zuhause geblieben ist, lässt er sich eine Zeit lang in dieser Kleinstadt nieder. Mit ihm ziehen auch zwei Fremde dorthin, die zudem sofort ein Haus kaufen, das unter den Einwohnern als Spukhaus gilt. Von da an beginnen die mysteriösen Vorfälle, die sich mit der Zeit häufen und die Stadt in ihrem Fundament erschüttern sollen...

Kings zweiter Roman, der zu seiner Zeit mit einer Nominierung für den World Fantasy Award prämiert wurde, nimmt viele Elemente von Bram Stokers Dracula und verpflanzt sie gekonnt in das spießige, amerikanische Kleinstadtleben der frühen 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Für Stephen King typisch geht es, nach einem vielversprechenden Prolog, nicht von Anfang an zur Sache, sondern er verliert sich auf den ersten 200 Seiten etwas in der Beschreibung von Jerusalems Lot und all seiner Einwohner, ohne einem erkennbaren, roten Faden zu folgen. So wird man mit vielen unterhaltsamen Szenen konfrontiert, die sich zwischen den Bürgern der Stadt abspielen und sie gewissermaßen zum Leben erwecken. Die vielen Charaktere sind gut ausgearbeitet und weisen bestimmte Merkmale auf, gute wie schlechte, während einem wichtige Orte, wie zum Beispiel das Marsten-Haus, nach kurzer Zeit in Erinnerung bleiben. Ab der 200. Seite wendet sich die Erzählung langsam der richtigen Handlung zu und kommt bis zum Ende immer mehr in Fahrt, bis die Spannung beim Showdown auf die Spitze getrieben wird. So hofft man schließlich auf ein gutes Ende für seine liebgewonnenen Protagonisten.

Die neue Ausgabe des Heyne-Verlages, die nochmals um rund 200 Seiten aufgestockt wurde, beinhaltet, neben einigen Schwarzweiß-Bildern, noch die gestrichenen Kapitel im Anhang, sowie die beiden Kurzgeschichten "Jerusalem's Lot" und "Einen auf den Weg", welche jeweils das Pre- und Sequel zur eigentlichen Geschichte darstellen und bereits in der Kurzgeschichtensammlung "Nachtschicht" veröffentlicht wurden. An der eigentlichen (meiner Meinung nach ein wenig holprigen) Übersetzung wurde jedoch nichts geändert, womit das Buch eher für Nichtbesitzer interessant sein sollte. Zusammengefasst aber ein spannender Klassiker der modernen Horror-Literatur in sehr gelungenem, neuem Gewand. Empfehlenswert - nicht nur für Vampirfans!


Der Dunkle Turm, Band 5: Wolfsmond
Der Dunkle Turm, Band 5: Wolfsmond
von Stephen King
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kleinere und größere Mängel trüben den Gesamteindruck, 15. Dezember 2010
Wir schreiben das Jahr 1999. Die Anhängerschaft des Autors Stephen King wartet weiterhin sehnsüchtig auf den 5. Band des Zyklus rund um den Dunklen Turm. Am 19. Juni diesen Jahres wäre die Hoffnung auf das Erscheinen des Nachfolgers von "Glas" um ein Haar zerstört worden, als ein Kleinbus den Autor erfasst, ihn aber lediglich verletzt. Im Angesicht seiner Sterblichkeit fasst er den Entschluß die Reihe abzuschließen, bevor es möglicherweise zu spät dafür ist und er seine Anhängerschaft mit einem unvollendeten Werk zurücklässt. Deswegen stellt King die letzten drei Bände zwischen 1999 und 2003 fertig.

Soviel zur Vorgeschichte von Teil 5. Jetzt die entscheidende Frage: Hat sich diese enorme Arbeitsgeschwindigkeit negativ auf den Dunklen Turm ausgewirkt? Meiner Ansicht nach bei "Wolfsmond" leider ja, obwohl der Teil im Großen und Ganzen gelungen ist. Das Buch, dessen Handlung hauptsächlich in der Ortschaft Calla Bryn Sturgis abläuft, kann seinem Vorgänger in puncto Atmosphäre und Charakterzeichnung nicht das Wasser reichen. Selten hat man bei King so blasse Nebencharaktere gesehen, wie es hier der Fall ist. Lediglich auf Pater Callahan, von dem ein Großteil der Geschichte handelt und den King-Veteranen schon aus "Brennen muss Salem" kennen werden - es lohnt sich wirklich diesen Roman gelesen zu haben, bevor man mit "Wolfsmond" anfängt - wird hier näher eingegangen. Die anderen Stadtbewohner bleiben nicht viel mehr als austauschbare Statisten. Die Tatsache, dass der Roboter Andy offensichtlich mehr Persönlichkeit besitzt, als der Rest der Einwohnerschaft von Calla Bryn Sturgis zusammen, steht stellvertretend für diesen Mangel. Eine atmosphärisch dichte Ortschaft mit all ihren unterschiedlichen Personen, wie es Mejis im Vorgänger war, sucht man hier vergebens.

Hinzu kommen einige unbefriedigende Entwicklungen im Verlauf der Handlung. So wird das Ende von Rolands Jugendfreunden Cuthbert und Alain lediglich in einigen Nebensätzen abgehackt, während die Geschichte des Priesters in aller Ausführlichkeit erzählt wird. Nicht dass ich etwas gegen die ausholende Art hätte, mit der Stephen King selbst einfachste Dinge beschreibt, aber bei soviel Detailreichtum hätten es schon einige Sätze mehr zu den ehemaligen Kameraden des Revolvermanns sein dürfen. Auch die schwarze Dreizehn, die von Anfang an als höchstgefährliche Zauberkugel dargestellt wird, entpuppt sich als reiner Witz. Mit etwas improvisiertem Ohropax sind einige Gelenkschmerzen schlußendlich das furchtbarste an ihr. Ich weiß nicht ob es nur an der Übersetzung liegt, aber Schizophrenie ist kein Synonym für multible Persönlichkeitsstörung, mit der sie laufend verwechselt wird. Wegen solchen unbedachten Fehlern merkt man "Wolfsmond" leider an, dass 1-2 Jahre zusätzliche Überarbeitungszeit doch recht gut getan hätten.

Ansonsten ist alles wie gehabt. Auf seiner Suche nach dem Dunklen Turm stoßen Roland und sein Ka-Tet erneut auf Schwierigkeiten, die zuerst überwunden werden müssen. Zwar kann man sich nach den ersten 50 Seiten bereits ungefähr ausmalen, wie die letzten 50 Seiten aussehen werden, aber auf den knapp 900 Seiten dazwischen wird wieder viel palavert, auf Zeit- und Dimensionsreise gegangen und sich mit den Vorbereitungen für den finalen, sehr spannenden Showdown beschäftigt. An abgefahrenen Ideen hat es dem Autor nicht gemangelt, und so überrascht es den geneigten Turm Leser auch nicht, dass am Ende selbst Utensilien aus der Geschichte einer erfolgreichen Jugendbuchautorin zum Einsatz kommen. Für die Nachfolgewerke ist dieser Band jedenfalls essentiel und liest sich trotz seines Umfangs recht schnell weg. Wer also die Vorgänger gelesen hat, kann bedenkenlos zugreifen, muss aber mit einigen Mängeln rechnen, die Teil 5 etwas schwächer machen, als seine Vorgänger.


Der Dunkle Turm, Band 4: Glas
Der Dunkle Turm, Band 4: Glas
von Stephen King
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Autor besinnt sich auf seine Stärken, 30. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Dunkle Turm, Band 4: Glas (Taschenbuch)
Was haben Stephen King Bücher wie "Es", "Brennen muss Salem", oder etwa "In einer kleinen Stadt" gemeinsam? Neben der Tatsache, dass sie von vielen Fans hochgelobt werden, beschränkt sich deren Handlung auf eine einzige bewohnten Ortschaft. Im vierten Band der Reihe um den dunklen Turm folgt King dem Beispiel dieser, vermischt sie mit der Fantasy-Western Atmosphäre des ersten Bandes und erweckt so, durch eine Geschichte in der Geschichte, eine Stadt mit all ihren verschiedenen Persönlichkeiten zum Leben.

Natürlich wird zuerst die in "tot." angefangene Fahrt mit dem suizidialen, rätselgierigen Mono Blaine zuende erzählt, die den dritten Band mit einem fiesen Cliffhanger abgeschlossen hat (man stelle sich nur mal vor, dass Turm-Fans der ersten Stunde ganze 6 Jahre auf deren Auflösung warten mussten!). Aufgrund der nachfolgenden Ereignisse beschließt Roland seinen Gefährten einen Teil seiner Geschichte zu erzählen - und der Leser freut sich darüber, endlich genaueres über den Revolvermann zu erfahren, dessen Lebensweg in den letzten zwei Bänden leider etwas in den Hintergrund gerückt ist.

Damit beginnt die Geschichte in der Geschichte und der Autor demonstriert sein schreiberisches Talent, indem er mehrere, teilweise recht komplexe Handlungsstränge schafft, welche Themen wie ein Ehe-Versprechen, eine Gaunerbande im Dienste des "Guten Mannes" John Farson, eine Verschwörung, eine Hexe und ihre geheimnisvolle Zauberkugel (oder besser gesagt ihr mysteriöses Glas), usw. behandeln, und diese virtuos zu einer abgeschlossenen Handlung zusammenspinnt.

So wird die Geschichte des jungen, 14-jährigen Revolvermanns erzählt, die nahtlos an die Begebenheiten anschließt, von denen Roland Jake im ersten Roman "Schwarz" berichtet, nachdem er seine Reifeprüfung erfolgreich abgeschloss. Rolands Vater will ihn und seine Freunde aus dem bedrohten Gilead schaffen, natürlich ohne zu wissen, dass sich Mejis, der Ort, der den Zentrum der Handlung bildet, ebenfalls zu einer Gefahr für seine Schützlinge entwickeln wird. Neben vielen Heraufforderungen, denen sich Roland auf diesem Fleckchen Erde stellen musste, wird auch noch ausgiebig seine große und einzige Liebe beschrieben und es ist erstaunlich, wie sehr sich der Schöpfer ins Zeug gelegt hat, um diese aus der romantischen, alles andere vergessenden Sicht zu beschreiben, wie es wohl eben nur bei der ersten Liebe der Fall ist. Außerdem erfährt man von dem Vorfall, der den Revolvermann überhaupt dazu veranlasst hat, sich auf die Suche nach dem dunklen Turm zu begeben.

Aye, Stephen King hat das Angesicht seines Vaters nicht vergessen und meiner persönlichen Meinung nach mit "Glas" bis dato den Höhepunkt der Turm-Reihe geschaffen. Das Ende bietet reichlich Action, wobei auch der Humor nicht zu kurz kommt (ich denke da beispielsweise an Sheemie und dessen Reise zur Hexe vom Cöos) und eine Liebesgeschichte ebenfalls Abwechslung bietet. Leider kann das Ende das Niveau nicht ganz halten und wirkt mit seinem "Der Zauberer von Oz"-Bezug etwas ideenlos, aber das trübt den Gesamteindruck von Glas nicht und ist lediglich mein rein subjektives Empfinden.

Für Anhänger des dunklen Turms, insbesondere denen, die schon immer mehr von Roland erfahren wollten, als die ersten drei Bände hergeben, wird dieser Teil dennoch ein absoluter Leckerbissen werden.


Vampyrrhic
Vampyrrhic
von Simon Clark
  Broschiert

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie werden Vampire mit einem Pyrrhussieg in Zusammenhang gebracht?, 4. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vampyrrhic (Broschiert)
Diese und andere Fragen rund um den Vampirmythos tauchen in Simon Clarks bereits 1998 in englischer Sprache erschienenem Roman auf. Doch erstmal eine kleine Einleitung in die Geschichte:

Der junge Arzt David Leppington, der im zarten Alter von rund 6 Jahren zusammen mit seiner Familie seine Geburtsstadt überstürzt verlassen hat, die den selben Namen trägt, wie seine Familie, reist dorthin zurück, um sich ein Bild von ihr zu machen. Mit der Absicht eventuell ganz in seine Heimatstadt Leppington zurückzukehren, die in der Nähe von Whitby liegt - der Hafenstadt, in der Dracula 1897 Englischen Boden betreten hat - und eine Arztpraxis zu eröffnen, wird er in einen Strudel von Ereignissen gerissen. Zuerst weiht ihn sein Onkel, der als letztes verbliebenes Familienmitglied in der Stadt geblieben ist, in die Legenden rund um seine Familie ein, die tief in der nordischen Mythologie verwurzelt sind, während er zeitgleich mit anderen Mitbewohnern seines Hotels Zeuge höchst beunruhigender Vorgänge in eben diesem wird. Langsam aber sicher stellt sich heraus, dass unterhalb der Stadt eine Bedrohung heranwächst, auf die er mehr Einfluss hat, als ihm lieb ist, und so beginnt ein packender Wettlauf gegen die Zeit, bei dem nicht nur er, seine Begleiter und die Kleinstadt bedroht sind, sondern das gesamte christliche Abendland.

Wer zeitgenössische Vampirromane liest und von "Vampyrrhic" eine ähnliche Rahmenhandlung erwartet, wird enttäuscht werden. Clark stellt sie durchgehend als das dar, was sie im klassischen Sinne sind, nämlich als beeinflussende, grausame Monster. Das macht er allerdings nicht, ohne einige Veränderungen, wie etwa die schon erwähnte nordischen Mythologie, einzubauen und so seine selbstgestaltete Form der Geschöpfe der Nacht zu erschaffen. So macht sie starkes Licht nur benommen, während sich Kruzifixe und Weihwasser bei der Jagd auf sie als nicht wirksam erweisen würden, etc. Stattdessen setzten die Protagonisten ganz auf Waffengewalt, was einen hohen Gore-Faktor vorallem gegen Ende des Buches zur Folge hat.

Auf dem Umschlag wird der Autor mit Stephen King verglichen - ein Vergleich, der ihn adelt und sein Händchen für das Schreiben unterhaltsamer Gruselgeschichten unterstreicht. Was man ihm allerdings zugute halten muss, ist die Tatsache, dass er, im Gegensatz zu King, nie vom Thema abschweift und die Geschichte durchgehend spannend hält. Lediglich bei den Charakteren kommt der Autor an seinen prominenten Vergleichspartner nicht heran. Sie sind zwar schön gezeichnet und recht stimmig umgesetzt, allerdings stellenweise auch klischeehaft und von unrealistischen Verhaltensweisen begleitet. Ein Charakter macht zum Beispiel innerhalb kürzester Zeit eine 180°-Entwicklung durch, die einfach unglaubwürdig ist.

Alles in allem ein sehr gelungener Gruselroman, der kurzweilige Unterhaltung, angesiedelt in der Welt der Vampire, zu bieten hat. Erwähnenswert ist auch noch die toll aufgemachte, broschierte Ausgabe des Wurdack-Verlages, bei der man wegen der 1. Auflage auch über die ein oder anderen übriggebliebenen Rechtschreibfehler hinwegsehen kann. Sollte das Buch ein finanzieller Erfolg für den Verlag werden, kann man in Zukunft auch mit der Umsetzung der Nachfolger in deutscher Sprache rechnen. Also unbedingt kaufen, es lohnt sich!


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