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Rezensionen verfasst von
David (Bayern)

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Love Exposure (OmU) - Edition Asien [2 DVDs]
Love Exposure (OmU) - Edition Asien [2 DVDs]
DVD ~ Takahiro Nishijima
Preis: EUR 11,49

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der besten Filme des neuen Jahrtausends, 1. September 2012
Der eigentlich sehr brave Junge Yu (Takahiro Nishijima) landet in einer Zwickmühle: Kurz vor ihrem Ableben äußert seine Mutter den Wunsch, dass Yu sich eine Frau suchen soll, die der heiligen Maria ähnlich ist. Nach ihrem Tod wird sein Vater schließlich Priester und zwingt, nach einem weiteren Schicksalsschlag, seinen eigentlich sündenfreien Sohn täglich bei ihm die Beichte abzulegen. Um seinen Vater zufrieden zu stellen, begibt sich der Junge in einen Pfuhl der Sünde, bis er schließlich Yoko (Hikari Mitsushima) trifft und meint, in ihr seine Maria gefunden zu haben. Was er jedoch nicht ahnt, ist, dass es Koike (Sakura Ando), eine Sektenführerin der örtlichen Zero-Kirche, auf seine Familie und insbesondere auf Yu selbst abgesehen hat. Im Hintergrund beginnt sie langsam die Fäden zu ziehen und stürzt das Leben des ehemals anständigen Jungen in pures Chaos ...

Love Exposure von Sion Sono ist sicher kein Film, der jedem gefallen wird. Allein die gigantische Spielzeit von fast 4 Stunden, komplett mit Untertiteln versehen, mag abschreckend erscheinen und wird die Geduld einiger Zuschauer sicher überspannen. Auch die surrealistische Erzählweise wird nicht alle Betrachter in ihren Bann ziehen; hinzu kommt der fernöstliche Stil, der sich von gängigen Hollywood-Produktionen stellenweise stark unterscheidet. Wer sich allerdings darauf einlässt, den erwartet eine 237 minütige, unfassbar kurzweilige Gefühlsachterbahn, die es in sich hat. So wechselt Love Exposure ständig das Genre und gibt dem Zuschauer mal als Komödie in grotesk anmutenden Szenen (Stichworte Skirt Photography & Sasori) zu lachen, mal kann in dramatischen Passagen mit den Protagonisten mitgefiebert werden, während wiederum an anderen Stellen im Marterial Arts Stil draufgekloppt wird. Im Zentrum der Handlung steht dabei eine recht simple Liebesgeschichte, die aber gerade aufgrund der zahlreichen Nebenhandlungsstränge deutlich an Tiefe gewinnt und so den Betrachter in ihren Bann zieht. Erwähnenswert ist auch die vortreffliche Musikauswahl, die das Geschehen immer passend untermalt.

Die Schauspieler machen ihre Sache sehr gut, wobei besonders Sakura Ando als kompromissloses Zero-Kirchen Oberhaupt heraussticht. Es ist eine wahre Freude ihr dabei zuzusehen, wie sie bestimmte Personen manipuliert und den Kreis um Yu's Familie immer enger zieht. Ebenso liefert Hauptdarstellerin Hikari Mitsushima einen tollen Job ab, vorallem in einer atemberaubenden und hochemotionalen Szene am Strand.

Der Film wurde wegen seiner Überlänge auf zwei DVDs aufgeteilt, wobei der Trennpunkt gut gewählt wurde und man nach dem ersten Teil ohne Probleme eine Pause einlegen kann, bevor man fortfährt. Sprache und Ton kommen lediglich in Japanisch DD 5.1 und nur mit deutschen Untertiteln daher.

Das Bild ist leider nur DVD-Durchschnitt. Farben wirken teilweise sehr matt und der Film hätte durchaus etwas mehr Schärfe vertragen können. So sind Details, wie etwa in Gesichtern, kaum zu erkennen.

Das Bonusmaterial beinhaltet, neben dem Kinotrailer, eine Dokumentation, die ein parr interessante Blicke hinter die Kulissen gewährt. Hinzu kommen zwanzig Minuten an gelöschten, bzw. unbearbeiteten Szenen, die aber nur einen Bruchteil der entfernten Szenen des ehemaligen Rohcuts darstellen. (Dieser lag bei 6 Stunden Spielzeit) Neben einer fast vollständig herausgeschnittenen Predigt aus der Zero-Kirche, sind einige zusätzliche Szenen von Yoko und Koike dabei, wobei insbesondere der Charakter der Letztgenannten durch diese nochmals an Tiefe gewinnt.

Ich persönlich kann Love Exposure nicht nur Asia-Film Liebhabern, sondern allgemein allen Filmliebhabern empfehlen, die solche Produktionen zu schätzen wissen, welche nichts mit klassischen Hollywoodproduktionen gemein haben. Wer also genug vom nächsten Aufguss von Spiderman und Co. hat, sollte einen Blick riskieren. Dieser abgefahrene Streifen demonstriert eindrucksvoll, wozu Kino heutzutage in der Lage ist, und den sich der interessierte Cineast nicht entgehen lassen sollte.


The Alloy of Law: Mistborn: Book Four (English Edition)
The Alloy of Law: Mistborn: Book Four (English Edition)
Preis: EUR 2,85

4.0 von 5 Sternen Stimmiger Ableger mit neuen Ideen, 29. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Buch ist ein Ableger von Brandon Sandersons Mistborn-Trilogy, welches zeitlich nach den Begebenheiten dieser Reihe stattfindet. Wer diese Trilogie noch nicht kennt sollte hier aufhören zu lesen und sich stattdessen zuerst die drei entsprechenden Bücher zu Gemüte führen. Zwar muss man die Trilogie nicht kennen, um der Handlung von "The Alloy Of Law" folgen zu können, allerdings wird viel vom Inhalt der Trilogie verraten. Außerdem werden so viele witzige Anspielungen in diesem Buch garnicht erst verstanden.

300 Jahre sind vergangen, seitdem die legendären Nebelgeborenen und der Held aller Zeiten die sterbende Welt für immer verändert haben. Während sich die Umwelt langsam von dieser Ära erholt, hat der technische Fortschritt Einzug in das Leben der Menschen gefunden. Züge, Schusswaffen, Elektrizität und die ersten Formen von selbstständig fahrenden Kutschen finden immer mehr Verbreitung. Der adelige Gesetzeshüter Waxillium Ladrian beschließt, nach einem missglückten Einsatz, in seine Heimatstadt zurückzukehren und seine aktive Dienstzeit zu beenden. Genau zu diesem Zeitpunkt treibt eine Bande in ebendieser Stadt ihr Unwesen, die es auf Metalle abgesehen hat und junge, mit allomantischen Fähigkeiten ausgestattete Frauen entführt. Durch seine persönliche Verbindung mit einem der Entführungsopfer wird Waxillium in den Strudel der Ereignisse gerissen. Zusammen mit seinem alten Freund Wayne und der Studentin Marasi macht er sich auf die Suche nach den verschleppten Frauen und versucht herauszufinden, was die Bande im Schilde führt...

Anfangs dachte ich mir: Allomantie und Schusswaffen, kann das überhaupt gut gehen? Aber Sanderson hat diese zwei Dinge gut miteinander kombiniert und jede Menge tolle Ideen in diesem Spin-Off miteinfließen lassen, obwohl einige davon etwas halbgar wirken und ich mir mehr Ausarbeitung gewünscht hätte. Mir persönlich hat auch gut gefallen, dass es keine Nebelgeborenen mehr gibt, wie in der Trilogie, sondern nur noch Allomanten, die lediglich ein Metall nutzen können, wobei sich Personen dieser Gattung zusätzlich noch ein Metall der Ferochemie zunutze machen können. Dadurch hat jeder Allomant zwar gewisse Vorteile gegenüber anderen Allomanten, aber auch Schwächen gegen bestimmte Arten von ihnen. So kombinieren Wax und Wayne ihre beiden Kräfte öfter einmal, um gegen Gegner zu bestehen, gegen die sie einzeln keine Chance hätten.

Die Charaktere, wenn man sich an merkwürdige Namen wie Waxillium gewöhnt hat, sind recht stimmig umgesetzt, allen voran Wayne, der jede Menge Humor in die Geschichte miteinfließen lässt. Nur einige Nebencharaktere sind etwas flach geraten, wobei dieses Problem schon in der Reihe rund um die Nebelgeborenen gegeben war. Dafür wird man aber mit dem tollen Magiesystem entschädigt.

Die Handlung an sich ist, verglichen mit der Trilogie, sehr linear aufgebaut. Man könnte die Geschichte fast hervorsehbar nennen, wenn Sanderson es nicht immer wieder schaffen würde, einige gelungene Wendungen mit einzubauen. Wer das Buch allerdings zur Entspannung lesen will, wird gut bedient, da es sich sehr flüssig lesen lässt und der rote Faden durchgängig verfolgt wird, ohne vom Thema abzuschweifen. Das offene Ende, in dem längst nicht alle Fragen beantwortet werden, schreit geradezu nach einer Fortsetzung und man kann wohl sicher davon ausgehen, dass noch einige Bücher folgen werden. In der Einleitung der englischsprachigen Ausgabe sagt der Autor nämlich, dass er noch genug Ideen für zwei weitere Trilogien in diesem Universum hätte.

Obwohl das Buch nicht so komplex und episch ist, wie die Trilogie, kann die Entführungsgeschichte durchaus unterhalten. Hier und da hätte man zwar einige Planungspassagen kürzen können und nicht alle Ideen haben mich vollends überzeugt, trotzdem war es angenehm und spannend zu lesen.


Jäger der Macht: Roman
Jäger der Macht: Roman
von Brandon Sanderson
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,99

4.0 von 5 Sternen Stimmiger Ableger mit neuen Ideen, 29. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Jäger der Macht: Roman (Taschenbuch)
Dieses Buch ist ein Ableger von Brandon Sandersons Trilogie rund um die Nebelgeborenen, welches zeitlich nach den Begebenheiten dieser Reihe stattfindet. Wer diese Trilogie noch nicht kennt sollte hier aufhören zu lesen und sich stattdessen zuerst die drei entsprechenden Bücher zu Gemüte führen. Zwar muss man die Trilogie nicht kennen, um der Handlung von "Jäger der Macht" folgen zu können, allerdings wird viel vom Inhalt der Trilogie verraten. Außerdem werden so viele witzige Anspielungen in diesem Buch garnicht erst verstanden.

300 Jahre sind vergangen, seitdem die legendären Nebelgeborenen und der Held aller Zeiten die sterbende Welt für immer verändert haben. Während sich die Umwelt langsam von dieser Ära erholt, hat der technische Fortschritt Einzug in das Leben der Menschen gefunden. Züge, Schusswaffen, Elektrizität und die ersten Formen von selbstständig fahrenden Kutschen finden immer mehr Verbreitung. Der adelige Gesetzeshüter Waxillium Ladrian beschließt, nach einem missglückten Einsatz, in seine Heimatstadt zurückzukehren und seine aktive Dienstzeit zu beenden. Genau zu diesem Zeitpunkt treibt eine Bande in ebendieser Stadt ihr Unwesen, die es auf Metalle abgesehen hat und junge, mit allomantischen Fähigkeiten ausgestattete Frauen entführt. Durch seine persönliche Verbindung mit einem der Entführungsopfer wird Waxillium in den Strudel der Ereignisse gerissen. Zusammen mit seinem alten Freund Wayne und der Studentin Marasi macht er sich auf die Suche nach den verschleppten Frauen und versucht herauszufinden, was die Bande im Schilde führt...

Anfangs dachte ich mir: Allomantie und Schusswaffen, kann das überhaupt gut gehen? Aber Sanderson hat diese zwei Dinge gut miteinander kombiniert und jede Menge tolle Ideen in diesem Spin-Off miteinfließen lassen, obwohl einige davon etwas halbgar wirken und ich mir mehr Ausarbeitung gewünscht hätte. Mir persönlich hat auch gut gefallen, dass es keine Nebelgeborenen mehr gibt, wie in der Trilogie, sondern nur noch Allomanten, die lediglich ein Metall nutzen können, wobei sich Personen dieser Gattung zusätzlich noch ein Metall der Ferochemie zunutze machen können. Dadurch hat jeder Allomant zwar gewisse Vorteile gegenüber anderen Allomanten, aber auch Schwächen gegen bestimmte Arten von ihnen. So kombinieren Wax und Wayne ihre beiden Kräfte öfter einmal, um gegen Gegner zu bestehen, gegen die sie einzeln keine Chance hätten.

Die Charaktere, wenn man sich an merkwürdige Namen wie Waxillium gewöhnt hat, sind recht stimmig umgesetzt, allen voran Wayne, der jede Menge Humor in die Geschichte miteinfließen lässt. Nur einige Nebencharaktere sind etwas flach geraten, wobei dieses Problem schon in der Reihe rund um die Nebelgeborenen gegeben war. Dafür wird man aber mit dem tollen Magiesystem entschädigt.

Die Handlung an sich ist, verglichen mit der Trilogie, sehr linear aufgebaut. Man könnte die Geschichte fast hervorsehbar nennen, wenn Sanderson es nicht immer wieder schaffen würde, einige gelungene Wendungen mit einzubauen. Wer das Buch allerdings zur Entspannung lesen will, wird gut bedient, da es sich sehr flüssig lesen lässt und der rote Faden durchgängig verfolgt wird, ohne vom Thema abzuschweifen. Das offene Ende, in dem längst nicht alle Fragen beantwortet werden, schreit geradezu nach einer Fortsetzung und man kann wohl sicher davon ausgehen, dass noch einige Bücher folgen werden. In der Einleitung der englischsprachigen Ausgabe sagt der Autor nämlich, dass er noch genug Ideen für zwei weitere Trilogien in diesem Universum hätte.

Obwohl das Buch nicht so komplex und episch ist, wie die Trilogie, kann die Entführungsgeschichte durchaus unterhalten. Hier und da hätte man zwar einige Planungspassagen kürzen können und nicht alle Ideen haben mich vollends überzeugt, trotzdem war es angenehm und spannend zu lesen.


Harry Potter and the Chamber of Secrets
Harry Potter and the Chamber of Secrets
von Joanne K Rowling
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,20

5.0 von 5 Sternen Der zweite Teil übertrumpft sogar den Vorgänger, 22. Mai 2012
Kaum kehrt Harry zu den Dursleys zurück, beginnt der Streit mit ihnen von Neuem. Aber das bleibt nicht sein einziges Problem. Obwohl sie es versprochen haben, schreiben ihm seine Freunde nicht. Während so die, in Harrys Augen, nie enden wollenden Sommerferien nur sehr langsam vergehen, taucht plötzlich ein Hauself in seinem Zimmer auf, um ihn davor zu warnen, nach Hogwarts zurückzukehren. Es stellt sich heraus, dass die mythenumwobene Chamber of Secrets der Grund all dieser Panik ist. Aber welche grauenvollen Dinge beherbergt sie?

"Harry Potter and the Chamber of Secrets" gehört zu den Sequels, die nicht im gigantisch anmutenden Schatten ihrer Vorgänger stehen, sondern diesem ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen sind. Es ist alles enthalten, was Liebhabern des ersten Teiles eine Freude bereiten wird. Eine spannende, wendungsreiche Geschichte, Protagonisten, die sich weiterentwickeln, atemberaubende Actionpassagen und eine beinahe verschwenderische Nutzung verschiedenster, großartiger Ideen. Was sich Frau Rowling hier in ihrem Ideenreichtum aus den Ärmeln geschüttelt hat, ist einfach unglaublich. VoM Floo powder, über fliegende Autos, bishin zur Parseltongue - eine Idee scheint besser als die andere zu sein. Dazu kommt, dass der Leser bereits im ersten Band in die Welt von Hogwarts eingeführt wurde, weshalb hier ein größerer Fokus auf der Handlung selbst liegt. Und die hat es wirklich in sich und lässt den Leser kaum verschnaufen, da sich die Ereignisse regelrecht überschlagen. Natürlich wird das alles durch den gewöhnlichen Schulalltag der 3 Freunde aufgelockert und auch näher auf die Zaubererwelt eingegangen. Anhand von Pureblood, Half-Blood und Mudblood kritisiert die Autorin etwa Rassismus auf ihre eigene Art und Weise.

Als einzigen Kritikpunkt könnte ich nur die unnötigen Wiederholungen nennen. Klar, wenn man erst mit diesem Buch in die Geschichte einsteigt, sind die erneuten Erklärungen natürlich hilfreich, aber wer macht das schon? Gleiches gilt, wenn viel Zeit zwischen der Lektüre des ersten und zweiten Buches vergangen ist, aber wenn man kurz davor "Harry Potter And The Philosopher's Stone" gelesen hat, oder die gesamte Serie zum wiederholten Male liest, sind diese Wiederholungen einfach unnötig. Da man damit allerdings nicht lange aufgehalten wird, unterlasse ich es dies negativ in die Bewertung einließen zu lassen.

Zusammenfassend ein großartiger Harry Potter Band, der, meiner Meinung nach, sogar noch den ebenfalls grandiosen Vorgänger übertrumpft und Joanne K. Rowling auf dem Zenith ihrers Schaffens zeigt. Wer den ersten Band noch nicht gelesen hat, der soll zuerst damit anfangen. Wer vom ersten Teil allerdings begeistert war, kann mit diesem Nachfolger überhaupt nichts falsch machen.


Harry Potter and the Philosopher's Stone
Harry Potter and the Philosopher's Stone
von Joanne K Rowling
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

5.0 von 5 Sternen Der Stein des Anstoßes, 22. Mai 2012
Vor sehr langer Zeit, 13 Jahre um genau zu sein, hatte ich das erste mal die Gelegenheit den ersten Teil der Harry Potter Serie lesen zu können. In dieser Situation, das Buch schon in Händen haltend, habe ich mich aber dagegen entschieden, eine Entscheidung, die ich bis heute bereue. So verging nochmal ein ganzes Jahrzehnt, bis ich in die Welt des Jungen mit der vernarbten Stirn eintauchen konnte. Nunja, beim ersten Band allein ist es nicht geblieben und auch die anderen 6 Teile waren schnell gelesen. Joanne K. Rowling hat einfach eine wunderschöne Welt voller Magie geschaffen, die junge wie ältere Leser fesselt und zudem eine sehr interessante Geschichte, viele unterhaltsame Nebenhandlungsstränge und wundervolle Protagonisten zu bieten hat. Details wie etwa die verschiedenen Schulhäuser oder die Quidditch-Saison sorgen für Atmosphäre.

Der erste Teil, von der sehr simplen Schreibweise her noch am ehesten als Kinderbuch anzusehen, ist eine tolle Einführung in die Welt von Hogwarts. Harry, der bei seinen letzten verbliebenen Verwandten, den Dursleys, in sagen wir mal bescheidenen Verhältnissen lebt, erfährt hier schrittweise von seinem Dasein als Zauberer, dem Umstand des Todes seiner Eltern, warum er in der Zaubererwelt berühmt ist, wer der dunkle Lord Voldemort war und was er mit ihm zu tun hatte. Das Buch behandelt sein gesamtes erstes Schuljahr in der Zaubererschule Hogwarts, in die er per Eulenpost eingeladen wird. Alle wichtigen Charaktere, wie zum Beispiel seine zukünftig besten Freunde Ron und Hermione, die gesamte Lehrerschaft, der Tierhüter Hagrid und natürlich auch seine Erzrivalen Draco Malfoy und Severus Snape, mit denen er seit der ersten Begegnung im Zwist steht, werden hier vorgestellt. Die Geschichte um den Philosopher's Stone selbst wird spannend in Form eines jugendgerechten Krimis erzählt, ohne dass Längen im Buch aufkommen. Auch sehr nett ist, dass gewisse Dinge und Personen, die hier nur flüchtig erwähnt werden, in späteren Bänden nochmal aufgegriffen werden und ihre Geschichte fortgeführt wird, etwa Lavender Brown oder die erste Unterrichtsstunde in Kräuterkunde, welche beispielsweise im 6. Band größere Bedeutung haben.

Wie bereits erwähnt ist der erste Teil noch sehr simpel geschrieben, weswegen er ideal für Personen geeignet ist, die ihre Englischkentnisse aufbessern wollen. Zudem wird man mit dem Originalschreibstil der Autorin belohnt und kommt so etwa in den Genuss von Hagrids kaum in die deutsche Sprache übertragbaren Kauderwelsch und muss sich nicht mit unverständlichen Änderungen, wie zum Beipiel das Abkürzen des Namens Hermione auf Hermine, der sich über sämtliche deutschen Bände zieht, herumschlagen.

Alles in allem ein sehr unterhaltsamer, erster Teil. Harry Potter Fans werde ich es nicht mehr empfehlen müssen, sie haben es sowieso schon gelesen. Für all die Anderen, an denen der Rumel um den mysteriösen Zauberlehrling bisher vorbeigegangen ist, wird es jetzt aber höchste Zeit sich von der Welt von Harry Potter verzaubern zu lassen!


The Eye of the World: Book One of 'The Wheel of Time'
The Eye of the World: Book One of 'The Wheel of Time'
Preis: EUR 4,14

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Möge die Reise beginnen..., 19. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Jahrelang bin ich nun um Robert Jordans Mammutwerk herumgeschlichen und habe immer wieder Ausreden gefunden, nicht damit anzufangen. Gründe dafür waren der enorme Umfang der Reihe, die Aufsplittung der Originalbücher in mehrere deutsche Teile, die Ungewissheit, ob die Serie überhaupt jemals zu einem Ende kommt, usw. Weil der von mir hochgeschätzte Fantasy-Autor Brandon Sanderson die Serie wahrscheinlich 2013 abschließen wird und weil die Kindle Editionen meine ohnehin schon prall gefüllten Bücherregale nicht weiter belasten werden, fiel dann doch noch die Entscheidung, Jordans Epos endlich eine Chance zu geben. Und mit dem ersten Teil wurde ich bislang nicht enttäuscht!

Die Geschichte beginnt im verschlafenen Örtchen Emonds Field, das sich auf ein jährlich stattfindendes Fest vorbereitet. Neben einem Gaukler kommen auch andere mysteriöse Personen in das Gebiet von The Two Rivers, die Kunde über steigende Trolloc Aktivitäten und drohende Kriege bringen. Rand al'Thor und zwei seiner Freunde - eigentlich ganz gewöhnliche Hirtenjungen - werden darauf in einen Strudel von Ereignissen gerissen und finden unter der Obhut einer Aes Sedai - ein Magierorden der nur aus Frauen besteht - heraus, dass The Dark One, der noch einige andere Namen wie etwa Shai'tan trägt, es auf sie abgesehen und seine Diener entsandt hat, um sie zu sich zu bringen ... tot oder lebendig. Von da an beginnt eine Verfolgungsjagd quer durch Andor - das Land, in dem die Serie stattfindet.

Jordan hat bereits im Auftakt eine hochdetaillierte Welt erschaffen, die durch Ideen wie dem gelungenen Magiesystem, Organisationen wie dem Orden der Aes Sedai, den Children Of The Light, etc. zu etwas Besonderem wird. Hinzu kommen die wirklich sehr gelungenen und in einer Vielzahl vorkommenden Protagonisten. Während sich Hauptcharaktere von Seite zu Seite weiterentwickeln, hat der Autor auch den Nebenfiguren, von der Königin des Landes bis zum einfachen Gasthausbesitzer, viel Persönlichkeit verliehen, was stark zur dichten Atmosphäre dieses Eröffnungsbandes beiträgt.

Was störend ausfallen könnte, wäre, dass vieles von J.R.R Tolkiens Fantasie-Klassiker inspiriert wirkt. Die Verfolgungsjagd mit zahlreichen, turbulenten Wendungen, die sich über fast 700 Seiten des Buches zieht, könnte dem ein oder anderen etwas zu lang ausgefallen sein und nach einiger Zeit ein wenig ermüdend wirken. Dennoch gibt es eine Menge spannende Begebenheiten auf dem Weg nach Tar Valon und vieles zu entdecken, was jedem Fantasy-Fan eine Freude sein sollte. Speziell an der Kindle Version zu beanstanden wären noch die relativ klein geratenen Karten, für die man fast eine Lupe braucht, weil man nicht zoomen kann.

Nach dem gelungenen Einstieg freue ich mich jedenfalls auf den zweiten Teil der Saga. Möge diese Reise weitergehen...


Love Exposure (OmU) [Special Edition] [2 DVDs]
Love Exposure (OmU) [Special Edition] [2 DVDs]
DVD ~ Sion Sono
Preis: EUR 19,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der besten Filme des neuen Jahrtausends, 20. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der eigentlich sehr brave Junge Yu (Takahiro Nishijima) landet in einer Zwickmühle: Kurz vor ihrem Ableben äußert seine Mutter den Wunsch, dass Yu sich eine Frau suchen soll, die der heiligen Maria ähnlich ist. Nach ihrem Tod wird sein Vater schließlich Priester und zwingt, nach einem weiteren Schicksalsschlag, seinen eigentlich sündenfreien Sohn täglich bei ihm die Beichte abzulegen. Um seinen Vater zufrieden zu stellen, begibt sich der Junge in einen Pfuhl der Sünde, bis er schließlich Yoko (Hikari Mitsushima) trifft und meint, in ihr seine Maria gefunden zu haben. Was er jedoch nicht ahnt, ist, dass es Koike (Sakura Ando), eine Sektenführerin der örtlichen Zero-Kirche, auf seine Familie und insbesondere auf Yu selbst abgesehen hat. Im Hintergrund beginnt sie langsam die Fäden zu ziehen und stürzt das Leben des ehemals anständigen Jungen in pures Chaos ...

Love Exposure von Sion Sono ist sicher kein Film, der jedem gefallen wird. Allein die gigantische Spielzeit von fast 4 Stunden, komplett mit Untertiteln versehen, mag abschreckend erscheinen und wird die Geduld einiger Zuschauer sicher überspannen. Auch die surrealistische Erzählweise wird nicht alle Betrachter in ihren Bann ziehen; hinzu kommt der fernöstliche Stil, der sich von gängigen Hollywood-Produktionen stellenweise stark unterscheidet. Wer sich allerdings darauf einlässt, den erwartet eine 237 minütige, unfassbar kurzweilige Gefühlsachterbahn, die es in sich hat. So wechselt Love Exposure ständig das Genre und gibt dem Zuschauer mal als Komödie in grotesk anmutenden Szenen (Stichworte Skirt Photography & Sasori) zu lachen, mal kann in dramatischen Passagen mit den Protagonisten mitgefiebert werden, während wiederum an anderen Stellen im Marterial Arts Stil draufgekloppt wird. Im Zentrum der Handlung steht dabei eine recht simple Liebesgeschichte, die aber gerade aufgrund der zahlreichen Nebenhandlungsstränge deutlich an Tiefe gewinnt und so den Betrachter in ihren Bann zieht. Erwähnenswert ist auch die vortreffliche Musikauswahl, die das Geschehen immer passend untermalt.

Die Schauspieler machen ihre Sache sehr gut, wobei besonders Sakura Ando als kompromissloses Zero-Kirchen Oberhaupt heraussticht. Es ist eine wahre Freude ihr dabei zuzusehen, wie sie bestimmte Personen manipuliert und den Kreis um Yu's Familie immer enger zieht. Ebenso liefert Hauptdarstellerin Hikari Mitsushima einen tollen Job ab, vorallem in einer atemberaubenden und hochemotionalen Szene am Strand.

Der Film wurde wegen seiner Überlänge auf zwei DVDs aufgeteilt, wobei der Trennpunkt gut gewählt wurde und man nach dem ersten Teil ohne Probleme eine Pause einlegen kann, bevor man fortfährt. Sprache und Ton kommen lediglich in Japanisch DD 5.1 und nur mit deutschen Untertiteln daher.

Das Bild ist leider nur DVD-Durchschnitt. Farben wirken teilweise sehr matt und der Film hätte durchaus etwas mehr Schärfe vertragen können. So sind Details, wie etwa in Gesichtern, kaum zu erkennen.

Das Bonusmaterial beinhaltet, neben dem Kinotrailer, eine Dokumentation, die ein parr interessante Blicke hinter die Kulissen gewährt. Hinzu kommen zwanzig Minuten an gelöschten, bzw. unbearbeiteten Szenen, die aber nur einen Bruchteil der entfernten Szenen des ehemaligen Rohcuts darstellen. (Dieser lag bei 6 Stunden Spielzeit) Neben einer fast vollständig herausgeschnittenen Predigt aus der Zero-Kirche, sind einige zusätzliche Szenen von Yoko und Koike dabei, wobei insbesondere der Charakter der Letztgenannten durch diese nochmals an Tiefe gewinnt.

Ich persönlich kann Love Exposure nicht nur Asia-Film Liebhabern, sondern allgemein allen Filmliebhabern empfehlen, die solche Produktionen zu schätzen wissen, welche nichts mit klassischen Hollywoodproduktionen gemein haben. Dieser abgefahrene Streifen demonstriert eindrucksvoll, wozu Kino heutzutage in der Lage ist, und den sich der interessierte Cineast nicht entgehen lassen sollte.


Donkey Kong Country 2: Diddy Kong's Quest
Donkey Kong Country 2: Diddy Kong's Quest

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der absoluten Höhepunkte der goldenen SNES-Ära!, 18. Oktober 2011
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Jeder, der schonmal mit dem Super Nintendo Entertainment System, kurz SNES, zu tun hatte, wird zumindest schon von Rares Donkey Kong Trilogie gehört haben, hatte doch genau diese Spielereihe maßgeblichen Einfluss auf den Siegeszug von Nintendos Konsole. Beim zweiten Teil hat Rare alles richtig gemacht und ihn an passenden Stellen sogar verbessert, während teilweise unnötige Inhalte des Vorgängers rausgefolgen sind.

Das Gameplay an sich, im klassischen Jump And Run Stil, macht einen riesigen Spaß, ohne jemals eintönig zu werden. Dafür sorgen vorallem die enorm abwechslungsreichen Level und der perfekt gewählte Schwierigkeitsgrad. Während selbst Anfänger in den ersten Welten schnell Erfolge erzielen, beißen sich an Leveln wie Toxic Tower sogar alte Hasen schon mal die Zähne aus. Neuerungen wie die Huckepack-Funktion, personalisierte Fässer, neue Tiere etc. schaffen ganz neue Möglichkeiten, mit denen man nicht nur die einzelnen Level schaffen kann, sondern vorallem auch an die begehrten Bonusmünzen rankommt. Damit kommen wir zu einer weiteren Erneuerung: Bonusspiele, Bonusmünzen und die verschollene Welt. Waren die Bonusspiele im Vorgänger nur eine nette Dreingabe, die man durchaus ignorieren konnte, gewinnt man im zweiten Teil durch sie Bonusmünzen, um in die Verschollene Welt und zu den schwersten Levels des Spiels überhaupt zu kommen. Zusätzlich kann man pro Level noch eine DK-Münze suchen, die den Prozentstand des Spielstandes erhöht.

Durch das Einfügen von Goldmünzen wurden auch rollenspielartige Inhalte eingefügt, die man nicht nur zum Speichern braucht, sondern auch um wertvolle Tipps zu erkaufen oder in Quizrunden Leben zu gewinnen. Leider verfallen alle Goldmünzen und Leben nach dem Neustart des Spiels, was allerdings der einzig wirkliche Kritikpunkt ist.
Eher unnötige, ja beinahe schon nervende Spielinhalte aus dem ersten Donkey Kong Country, wie das Sammeln der goldenen Tiere, wurden zum Glück entfernt.

Die Grafik setzte damals im Videospiel-Bereich neue Maßstäbe und ist selbst heute noch schön anzuschauen. Jede Welt verfügt über ihr eigenes, individuelles Aussehen, was Atmosphäre schafft. So darf man sich mit Diddy und Dixie durch Piratenschiffe, Sümpfe, Lava-Landschaften oder durch von Honig bedecke Bienenwaben spielen. Großer Pluspunkt ist noch, dass die Levels nicht zu stark auf niedlich getrimmt wurden, wie es im 3. Teil passiert ist.

Sehr passend gewählt ist auch der Soundtrack von David Wise, Rares hauseigenen Komponisten, der ebenfalls einen großen Anteil von der Atmosphäre ausmacht und für mich persönlich zu einem der besten Spiele-Soundtracks aller Zeiten gehört. Die Geräuschkulisse im Spiel selbst weiß ebenfalls zu überzeugen. Eine nette Idee ist auch, dass Diddy oder Dixie beim Abschluss eines Levels ein Solo hinlegen.

Wer sich nur ein bißchen für Retro-Spiele interessiert und entdecken will, welche vor gut 15 Jahren angesagt waren, wird um die Donkey Kong Trilogie, und vorallem um den 2. Teil, nicht herum kommen. Jeder, der das Spiel schon zur damaligen Zeit gekannt hat, wird wissen, um was für einen Meilenstein es sich hierbei handelt, weswegen es die volle Punktzahl gibt.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 21, 2012 12:13 PM CET


Die Nachhut: Roman
Die Nachhut: Roman
von Hans Waal
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alles in allem ein lesenswerter Roman, 12. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Nachhut: Roman (Taschenbuch)
2004 ist es schließlich soweit. Nachdem der letzte Büchsenöffner in einem geheimen Reichsbunker abbricht, beschließen dessen übriggebliebenen Bewohner gegen ihren letzten Befehl, den sie 1945 erhalten haben, zu handeln, der besagte den Bunker halten und auf weitere Befehle warten zu müssen, und ihren Unterschlupf zu verlassen. Heraus treten vier schwer bewaffnete Greise in merkwürdigen Uniformen, die von nun an auf der Oberfläche Chaos säen. Dass soetwas natürlich nicht unbemerkt bleibt, ist augenscheinlich, weswegen es schnell einige Reporter, die die Story ihres Lebens wittern, und das BKA auf die Opas abgesehen haben. Hinzu kommen die vielen Personen, denen die komischen Rentner auf ihrer Reise zur "Reichshauptstadt" Berlin begegnen, um neue Befehle zu empfangen. Werden sie es schaffen ihre Verfolger abzuschütteln und sich durch die Linien der vielen - in ihren Augen - Kollaborateure und Feinde schlagen können?

"Die Nachhut" ist von seiner Grundidee, vier Leute, die nach jahrelanger Isolation einen Kulturschock erleiden, sicher nichts Neues, aber was den geschichtlichen Hintergrund und die politischen Bezüge anbelangt ein relativ einzigartiges Buch. Dem Autor gelingt das Spagat die Waffen-SS-Männer weder von Grund auf zu verteufeln, noch die Verbrechen diese Organisation zu verharmlosen, sondern sie als gewöhnliche Menschen darzustellen, die zu ihrer Zeit im festen Glauben waren, das Richtige zu tun, und die Wahrheit, die sich ihnen schrittweise offenbart, zuerst einfach nicht wahrhaben wollen. Es ist dabei sehr amüsant die alten Recken zu begleiten, die plötzlich einer völlig neuen Welt gegenüberstehen, und sich ihre Interpretation für all die neuen Eindrücke und Situationen, dokumentiert vom Erzähler ihrer Gruppe, erklären zu lassen. So sind Holzkreuze an Autobahnen ein Anzeichen für anhaltende Kämpfe, während gepiercte Mitmenschen scheinbar von Granatsplittern verunstaltet sein müssen. Bissige Seitenhiebe, zum Beispiel gegen fanatische Linke, die sich in ihren Ansichten kaum von Faschisten unterscheiden, sensationsgierige Journalisten, denen eine Titelseite wichtiger ist als etwa Beziehungen zu Nachbarstaaten, Polizeibeamte, die im Dienste der nationalen Sicherheit auch vor Dingen wie Medienzensur nicht zurückschrecken oder Nachkommen von Altnazis, welche versuchen ihre Vergangenheit zu vertuschen und notfalls über Leichen gehen würden, sorgen noch für ein gewisses Maß an Sozialkritik.

Negativ aufgefallen ist mir hingegen der merkwürdige Schreibstil, der die Geschichte in den bereits erwähnten Aufzeichnungen von Fritz und dem Briefverkehr zwischen der SoRex-Beamtin Evelyn und dem Reporter Benny vorantreibt. Während Fritz Aufzeichnungen fast durchgehend zu den Höhepunkten des Buches gehören, sind die Briefe, so wie sie geschrieben sind, unbefriedigend. So werden Gespräche 1:1 in wörtlicher Rede wiedergegeben, was relativ unrealistisch ist, während auf der anderen Seite oft lange nicht erwähnt wird, wer gerade spricht, den Brief schreibt oder wer eigentlich angeschrieben wird, was anfangs ein wenig verwirrend ist. Hinzu kommt, dass der Evelyn-Benny-Teil einige Längen, wie zum Beispiel die holprige Einführung oder die banale Liebesgeschichte, aufweist. Das Ende lässt ebenfalls zu Wünschen übrig und beantwortet längst nicht alle Fragen, aber ich möchte hier nicht zuviel verraten.

Zusammenfassend macht der wunderbar witzige Humor geparrt mit den sozialkritischen Seitenhieben gegen die Gesellschaft diese Satire zu einem mehr als lesenswerten Roman, bei dem man über die kleineren Mängel hinwegsehen und den ich nur weiterempfehlen kann.


Harry Potter und die Kammer des Schreckens
Harry Potter und die Kammer des Schreckens
von Joanne K. Rowling
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,90

5.0 von 5 Sternen Sogar einen Tick besser, als der erste Band, 24. Mai 2011
Kaum kehrt Harry zu den Dursleys zurück, beginnt der Streit mit ihnen von Neuem. Aber das bleibt nicht sein einziges Problem. Obwohl sie es versprochen haben, schreiben ihm seine Freunde nicht. Während so die, in Harrys Augen, nie enden wollenden Sommerferien nur sehr langsam vergehen, taucht plötzlich ein Hauself in seinem Zimmer auf, um ihn davor zu warnen, nach Hogwarts zurückzukehren. Es stellt sich heraus, dass die mythenumwobene Kammer des Schreckens der Grund all dieser Panik ist. Aber welche grauenvollen Dinge beherbergt sie?

"Harry Potter und die Kammer des Schreckens" gehört zu den Sequels, die nicht im gigantisch anmutenden Schatten ihrer Vorgänger stehen, sondern diesem ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen sind. Es ist alles enthalten, was Liebhabern des ersten Teiles eine Freude bereiten wird. Eine spannende, wendungsreiche Geschichte, Charaktere, die sich weiterentwickeln, atemberaubende Actionpassagen und eine beinahe verschwenderische Nutzung verschiedenster, großartiger Ideen. Was sich Frau Rowling hier in ihrem Ideenreichtum aus den Ärmeln geschüttelt hat, ist einfach unglaublich. Von Flohpulver, über fliegende Autos, bishin zur Parselsprache - eine Idee scheint besser als die andere zu sein. Dazu kommt, dass der Leser bereits im ersten Band in die Welt von Hogwarts eingeführt wurde, weshalb hier ein größerer Fokus auf der Handlung selbst liegt. Und die hat es wirklich in sich und lässt den Leser kaum verschnaufen, da sich die Ereignisse regelrecht überschlagen. Natürlich wird das alles durch den gewöhnlichen Schulalltag der 3 Freunde aufgelockert und auch näher auf die Zaubererwelt eingegangen. Anhand von Rein-, Halb- und Schlammblütern kritisiert die Autorin etwa Rassismus auf ihre eigene Art und Weise.

Als einzigen Kritikpunkt könnte ich nur die unnötigen Wiederholungen nennen. Klar, wenn man erst mit diesem Buch in die Geschichte einsteigt, sind die erneuten Erklärungen natürlich hilfreich. Gleiches gilt, wenn viel Zeit zwischen der Lektüre des ersten und zweiten Buches vergangen ist, aber wenn man kurz davor "Harry Potter und der Stein der Weisen" gelesen hat, oder die gesamte Serie zum wiederholten Male liest, sind diese Wiederholungen einfach unnötig. Da man damit allerdings nicht lange aufgehalten wird, unterlasse ich es dies negativ in die Bewertung einließen zu lassen.

Zusammenfassend ein großartiger Harry Potter Band, der, meiner Meinung nach, sogar noch den ebenfalls grandiosen Vorgänger übertrumpft und Joanne K. Rowling auf dem Zenith ihrers Schaffens zeigt. Wer den Stein der Weisen noch nicht gelesen hat, der soll zuerst mit diesem Teil anfangen. Wer vom ersten Band allerdings begeistert war, kann mit diesem Nachfolger überhaupt nichts falsch machen.


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