Profil für David > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von David
Top-Rezensenten Rang: 2.085
Hilfreiche Bewertungen: 723

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
David (Bayern)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9
pixel
Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki: Roman
Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki: Roman
Preis: EUR 18,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Typisch Murakami, 7. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Tsukuru Tazaki, dessen Name so viel wie "etwas machen" bedeutet, leidet schon sein ganzes Erwachsenenleben lang an einem Schicksalsschlag, der sich am Ende seiner Schulzeit zugetragen hat. Damals war er Mitglied einer Clique, die aus insgesamt 5 jungen Erwachsenen bestand. Die Anderen zogen Tsukuru gerne damit auf, dass er der Einzige von ihnen war, der keine Farbe in seinem Namen trug, demnach also der Farblose unter ihnen war. Dennoch genoß er ihr Beisammensein und hatte das erste Mal in seinem Leben richtige Freunde. Als er aber alleine nach Tokio aufbrach, um ein exotisches Studium zu beginnen, kündigten seine ehemaligen Freunde ihm nach einiger Zeit plötzlich die Freundschaft und wollten nichts mehr mit ihm zu tun haben, ohne genauere Erklärungen zu liefern.
Erst fast 20 Jahre später ermutigt eine Freundin Tsukaru dazu, sich mit seinen alten Weggefährten zu treffen um heraufzufinden, was genau vorgefallen ist. Er selbst will nach dieser langen Zeit seine verheilten Wunden nicht wieder aufreisen. Außerdem bedrückt ihn die Vorstellung, was genau ans Licht kommen könnte, wenn er der Sache nachgeht. Trotzdem beschließt er am Ende, der Spur seiner alten Schulkameraden zu folgen, um sich seiner Vergangenheit zu stellen.

Der neuste Murakami besitzt wieder einmal genau die Markenzeichen, für die Fans den Autoren lieben und Kritiker ihn verachten. Eine geradlinige, schnörkellose Sprache, ständige Anspielungen auf die westliche (Pop-)kultur, eigenbrötlerische Protagonisten, eine Prise Sex und ein Ende, das mehr Fragen offen lässt, als es beantwortet. Lediglich auf übersinnliche und mystische Elemente wird hier (weitestgehend) verzichtet.

Haruki Murakami schreibt virtuos in seinem gewohnten Stil, wobei die Handlung diesmal deutlich straffer ausfällt, als in dem doch recht aufgeblähten 1Q84. Zwar kommen langjährigen Murakami-Lesern einige Stellen und Protagonisten dabei irgendwie schon bekannt vor, der typische Sog, den die Bücher des Autors ausüben, entwickelt sich aber trotzdem.

Alles in allem hat der Autor mit diesem Buch ein weiteres Werk geschaffen, dass sich unter seinen anderen Werken nicht zu verstecken braucht. Wer Murakami kennt, der wird mit diesem Buch seinen Spaß haben. Wem andere Bücher des Autors schon nicht gefallen, der sollte von "Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki" lieber die Finger lassen.


Red Orchestra 2: Heroes of Stalingrad - [PC]
Red Orchestra 2: Heroes of Stalingrad - [PC]
Wird angeboten von ToBi`s Computer (DER LADEN MIT DEN FAIREN PREISEN!)
Preis: EUR 9,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Multiplayer-Erlebnis, 1. Januar 2014
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Eine typische Runde im Stalingrad von Red Orchestra 2:

Geduckt pirsche ich mich an die feindlichen Linien heran. Ich werfe mich hinter die Ruine und beobachte mit meinem Karabiner im Anschlag das freie Feld vor mir. Bisher ist noch kein Feindkontakt erfolgt und die Luft scheint rein zu sein. Geduckt sprinte ich also zum nächstes Gebäude, doch was ist das? Plötzlich schlagen Kugeln um mich herum ein. Ich gehe also schnell im nächsten Bombentrichter in Deckung. Ich sehe meine Mitstreiter im Feindfeuer fallen. "Wie komme ich hier wieder Leben heraus?" frage ich mich, als auch schon feindliche Granaten in meinem direkten Umkreis explodieren und mich aus meiner spärlichen Deckung heraustreiben wollen. Doch mein Kommandant ist schlau genug, dem Feind mit Rauchgranaten die Sicht zu nehmen. Also schnell weiter ins feindliche Gebäude stürmen. Oh Gott, habe ich da gerade einen feindlichen Panzer gehört? Im Häuserkampf läuft mir der erste, feindliche Soldat vor die Flinte. Glücklicherweise hatte ich mein Karabiner bereits im Anschlag und mein Schuss trifft ihn im direkten Nahkampf. Er sackt zusammen und ich kann seine Maschinenpistole erbeuten. Wo bleiben meine Mitstreiter? Ich brauche Verstärkung, denn ich kann dieses Gebäude unmöglich alleine erobern! Schließlich wage ich mich doch auf eigene Faust in den nächsten Raum, wo ich bereits erwartet werde und in einem Hinterhalt umkomme...

... so sieht der typische Start einer Runde in Red Orchestra 2 aus. Wer einen Shooter ala CoD erwartet, wird schnell enttäuscht werden. Ein Schuss reicht in der Regel aus, um das virtuelle Leben zu beenden. Auf übermenschliche Fertigkeiten oder Spielereien wie Kampfdrohnen und dergleichen wird völlig verzichtet. Stattdessen gibt es verschiedene Spielerklassen und Teamwork ist nicht nur erwünscht, sondern für den Sieg auch absolut notwendig. Wer alleine loszieht und einen auf Rambo machen will, wird nicht weit kommen. Wenn das eigene Team allerdings konzentriert ein feindliches Gebäude angreift, kann der gegnerische Widerstand gebrochen werden.

Vorallem die Atmosphäre in diesem Spiel hat es in sich. Der mögliche Tod der eigenen Spielfigur ist ein ständiger Begleiter. Soll ich den Sprung in den nächsten Schützengraben wagen, oder doch lieber auf Nummer sicher gehen, und feindlichen Truppen auflauern? Soll ich es riskieren, die feindlichen Stellungen zu flankieren um dem Gegner so in die Seite oder in den Rücken zu fallen, oder ist die Gefahr, abgeschossen zu werden, doch zu groß? Man stirbt in diesem Spiel recht schnell und recht häufig, was allerdings auch seine positiven Seiten hat. Man merkt, dass man mit unüberlegtem Handeln nicht weit kommt. Und wenn man beim nächsten Mal ein paar Abschüsse mehr hat, weil man eben nicht blind in den feindlichen Hinterhalt gelaufen ist, ist das ein schönes Erfolgserlebnis und Motivationsschub!

Red Orchestra 2 will definitiv kein Spiel für jeden sein. Weder die Grafik, noch die Engine werden dem heutigen Standard gerecht. Trotzdem hat sich eine treue Fanbasis gebildet und man findet viele, volle Server, was bei Servergrößen von bis zu 64 Spielern keine Selbstverständlichkeit ist.

Wer also auf der Suche nach einem wirklichen Multiplayer-Erlebnis ist, der sollte Red Orchestra 2 eine Chance geben. Der Einstieg fällt zwar relativ schwer, aber wenn man sich erst einmal durchgebissen hat, erwartet den Spieler einer der intensivsten Shooter auf dem Markt.


A Memory of Light (Wheel of Time)
A Memory of Light (Wheel of Time)
Preis: EUR 5,85

5.0 von 5 Sternen There are no endings, and never will be endings, to the turning of the Wheel of Time..., 31. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
...but it was an ending.

Tarmon Gai'don, die letzte Schlacht, beginnt. Rand al'Thor will nach Shayol Ghul aufbrechen, um Shai'tan gegenüberzutreten und die Welt vor dem Untergang zu retten. Doch zuvor muss er die verschiedenen Nationen unter seinem Banner vereinen, damit diese gemeinsam gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Horden der Dunkelheit in den Krieg ziehen. Mat, der mit der Kaiserin des Seanchan Imperiums verheiratet ist, wäre ein Kandidat dafür, die Armeen gemeinsam ins Feld zu führen, während Perrin immer noch ein Hühnchen mit Lord Luc - oder Slayer - in der Traumwelt Tel'aran'rhiod zu rupfen hat. Doch auch andere, unberechenbare Kreaturen, beispielsweise die übrigen Forsaken oder der mysteriöse Padan Fain, besitzen noch genug Macht, um die Schlacht zu ihren Gunsten zu entscheiden.

Fast 2 Jahre hat mich diese Mammutreihe nun begleitet. Es gab eine Menge Momente der Begeisterung, vorallem am Anfang der Serie, aber auch viele Momente der Ernüchterung und sogar Enttäuschung. Als Robert Jordan nach dem gelungenen, 11. Band, leider verstorben ist, war unklar, ob Brandon Sanderson es fertigbringen würde, die umfangreichste Fantasy-Reihe überhaupt zu einem würdigen Schluss zu bringen. Meiner Meinung nach ist ihm dies ausgesprochen gut gelungen!

Der 14. und letzte Band vom Rad der Zeit steht ganz im Zeichen von Tarmon Gai'don. Der Großteil des Buches besteht aus Kampfhandlungen zwischen den Armeen des Lichts und den Trolloc-Horden. Natürlich kommt Rands Duell mit Shai'tan dabei auch nicht zu kurz. Das dieses Ende eines so gewaltigen Werkes natürlich nicht jeden Leser zufriedenstellen wird, war hervorsehbar. Vorallem der Autorenwechsel war ein großer Einschnitt in den Erzählstil der Reihe. Für mich persönlich war es aber ein durchaus angemessener Abschluss, der die Geschichte, nach mehreren, weniger guten Büchern, doch noch souverän zu Ende gebracht hat.

Der finale Endkampf von Rand, der eher in einem fast philosophischen Dialog, als in einem echten Kampf mündet, gefiel mir im Großen und Ganzen recht gut. Der hohe Action-Anteil gefiel mir ebenso, obwohl über 600 Seiten an reinen Kampfhandlungen den ein oder anderen ermüden könnten. Dafür haben einige Protagonisten, wie beispielsweise Lan, endlich ihre großen Momente.

Was bleibt ist die Gewissheit, dass dieses Werk einen würdigen Abschluss bekommen hat und Brandon Sanderson eindrucksvoll sein Können demonstriert, obwohl längst nicht alle Handlungsstränge abgeschlossen und alle Fragen beantwortet wurden. Es gibt allerdings dankbarere Aufgaben, als eine solch gigantische Reihe zu vollenden, und allein für seinen Mut dafür gebührt Sanderson Respekt. Seine Übersicht über die Handlung und seine Fähigkeit, die vielen und komplexen, losen Enden zusammenzuführen, sind wirklich beeindruckend. Dass dabei nicht alles zur vollsten Zufriedenheit gelöst wird, lässt sich verschmerzen.


Towers of Midnight (Wheel of Time)
Towers of Midnight (Wheel of Time)
Preis: EUR 5,86

4.0 von 5 Sternen Tarmon Gai'don kann kommen, 24. Dezember 2013
Die schwangere Elayne Trakand, Tochter der mutmaßlich toten Königin von Andor, muss in der Hauptstadt ihres geerbten Reiches ihren Thronanspruch verteidigen. Doch auch das Reich Cairhien liegt in ihrem Interessenbereich. Was sie nicht weiß: Ihre Mutter Morgase Trakand lebt noch. Sie ist in Gemeinschaft von Perrin Aybara, der seine Frau Faile aus den Klauen der Aiel des Shaido-Clans befreien konnte. Doch ihm steht plötzlich mit Galad Trakand und seiner Armee von Whitecloaks ein mächtiger Gegenspieler gegenüber, der ihn für den Mord an Whitecloaks zur Rechenschaft ziehen will. Werden sich Perrins und Galads Armeen auf dem Schlachtfeld begegnen oder gibt es Hoffnung auf eine diplomatische Lösung? Mat Cauthon, der mittleweile in Caemlyn angekommen ist, plant derweil mit zwei Begleitern zum Tower Of Ghenjei aufzubrechen, um eine alte Bekannte zu retten. Der wiedergeborene Drache Rand al'Thor selbst ist mit seinem Schicksal schließlich ins Reine gekommen und hat vor, Tarmon Gai'don durch die Vernichtung der letzten Siegel, die Shai'tan zurückhalten, zu entfesseln.

Lag der Fokus beim Vorgänger und damit beim ersten Drittel des letzten Buches noch auf Rand und Egwene, welche in ihre Positionen für das Finale geschoben wurden, stehen in diesem Buch hauptsächlich Elayne und Perrin im Mittelpunkt. Insbesondere Perrins Handlungsstrang, der lange Zeit einer der schwächsten der gesamten Serie war, hat deutlich zugelegt und ist richtig spannend. Wie schon im Vorgänger profitiert die Handlung vom deutlich zielgerichteteren Schreibstil eines Brandon Sanderson. Es kommt zu einer Menge Entwicklungen, alte Protagonisten tauchen wieder auf, andere werden beseitigt, es kommt zu überraschenden Wendungen und zu erinnerungswürdigen Szenen, usw. Bestes Beispiel: Aviendhas Handlungsstrang.

Wie auch schon der direkte Vorgänger kommt auch im 13. Band die Handlung erst recht schleppend in Fahrt. Das ungewohnte Verhalten der meisten Protagonisten setzt sich außerdem fort. Hier wird das insbesondere an Elayne deutlich, die ganz anders wirkt, als man es von ihr gewohnt ist.

Das sind aber nur kleine Kritikpunkte in einem sonst zufriedenstellenden Buch. Jetzt kann Tarmon Gai'don kommen!


Blair's Sudden Death Sauce, 1er Pack (1 x 150 ml Flasche)
Blair's Sudden Death Sauce, 1er Pack (1 x 150 ml Flasche)
Wird angeboten von PepperCity (versandfrei ab 40¤)
Preis: EUR 11,79

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für mich die ideale Soße, 14. Dezember 2013
Ich gehöre schon zu den etwas fortgeschrittenen Anhängern scharfer Kost und habe mich nach meinen Auslandaufenthalten immer etwas nach den gut gewürzten Speisen zurückgesehnt. Natürlich habe ich mich hierzulande bereits nach scharfen Soßen umgesehen und bin nach einiger Zeit auf die Blair's Death Soßen gestoßen.

Waren die ersten Death Soßen, die ich ausprobiert habe, nicht scharf genug und/oder zu Essig-lastig (Original Death; After Death), habe ich mit der Sudden Death Soße die perfekte Soße für mich entdeckt. Im Gegensatz zu den genannten Soßen hat die Sudden Death Soße zwar ein eigenes Aroma, ohne dabei den Geschmack des Gerichts durch Einsatz von zu viel Essig zu verfälschen. Auch verfügt dieses Produkt über eine angenehme Schärfe. Ein paar Tropfen reichen und jede Mahlzeit bekommt einen feurigen Geschmack. Die Schärfe hat es durchaus in sich und kann bei einer zu hohen Dosis sogar richtig schmerzhaft werden. Deshalb sollte man es vorallem beim ersten Ausprobieren nicht übertreiben.

Für Einsteiger wird diese Soße wahrscheinlich etwas zu scharf sein, ich empfehle für diesen Fall eine Soße mit weniger Scoville. Etwas anspruchsvolleren Schärfeliebhabern kann ich diese Soße aber uneingeschränkt empfehlen.


The Gathering Storm (Wheel of Time)
The Gathering Storm (Wheel of Time)
Preis: EUR 6,12

4.0 von 5 Sternen Der Anfang vom Ende ist ein neuer Anfang, 14. Dezember 2013
Tarmon Gai'don, die letzte Schlacht, steht unmittelbar bevor, doch der wiedergeborene Drache, Rand al'Thor, wurde von der Forsaken Semirhage reingelegt. Zwar konnte sie gefangengenommen werden, allerdings verlor Rand beim Kampf mit ihr eine Hand. An seiner Seite sind Cadsuane und Nynaeve, welche ihn auffordern, drastischere Maßnahmen bei der Befragung von Semirhage zu ergreifen. Das ist aber nicht sein einziges Problem. Er muss daneben in seinem Reich die Ordnung aufrechterhalten und auf die Bedrohung durch die Seanchan reagieren, die bereits große Teile des Kontinents unter ihrer Kontrolle haben. Hinzu kommt der schleichende Wahnsinn, der Rand immer mehr befällt...
Derweil befindet sich der frisch verheiratete Mat, der nun der Mann der einzig verbliebenen Tochter der Seanchan-Kaiserin ist, auf den Weg nach Caemlyn. Doch das ist nicht sein geplantes Ziel. Er möchte sich nämlich mit Thom Merrilin auf den Weg zum Tower of Ghenjei begeben, um dort eventuell eine alte Bekannte zu treffen.
Egwene ringt währenddessen im White Tower um Macht und Einfluss. Zwar wurde sie von den rebellischen Aes Sedai zum Amyrlin Seat gemacht, doch im White Tower hat nach wie vor Elaida das Sagen. Egwene will Elaidas Inkompetenz als Amyrlin Seat nicht länger ertragen und setzt alles daran, den White Tower vor Tarmon Gai'don wieder zu vereinigen.

Beim zwölften Buch der Wheel Of Time Reihe handelt es sich eigentlich nur um das erste Drittel des letzten Buches, welches den Titel "A Memory Of Light" haben sollte. Wie bekannt ist, konnte Robert Jordan seine Reihe aufgrund seines Todes nicht mehr selbst zu Ende schreiben. Er wollte jedoch das letzte Buch als finalen Band herausbringen, ganz egal, wieviele Seiten es am Ende sein werden. Nun wurde Brandon Sanderson die Ehre zuteil, die Reihe vollenden zu dürfen. Erste Entwürfe des Manuskripts haben allerdings gezeigt, dass wegen der hohen Seitenzahl eine Aufteilung des Buches in drei Teile notwendig war.

Wie hat sich der Autorenwechsel nun auf die Geschichte ausgewirkt? Mit Brandon Sanderson wurde ein durchaus kompetenter Fantasy-Autor gewählt, der zudem ein großer Fan vom Rad der Zeit ist und der Reihe deswegen mit dem größtmöglichen Respekt begegnet. Wer Sandersons Stil schon kennt, weiß allerdings, dass seine Sprache deutlich zielgerichteter ist und nicht so detailliert ausfällt, wie man es von Jordan gewöhnt ist. Im Vorwort stellt Sanderson auch klar, dass die Handlung zwar von Robert Jordan stammt, er sie jedoch mit seinen eigenen Worten wiedergibt und Jordans Stil auch nicht immitieren wollte.

Das Ergebniss kann sich durchaus sehen lassen. War der Vorgänger schon ein großer Hoffnungsschimmer, geht es im 12. Teil weiterhin richtig zur Sache. Es kommt zu neuen Entwicklungen und überraschenden Wendungen in der Handlung. Es werden Antworten auf Fragen geliefert, die schon längst überfällig waren, und auch einige Protagonisten segnen das Zeitliche. Man spürt regelrecht, wie die einzelnen Handlungsfäden für das Finale zusammengeführt werden. Sandersons Schreibstil ist dabei wirklich erfrischend und er schafft es eigene Akzente zu setzen, ohne dabei mit Robert Jordans Stil zu brechen. Auch sein Überblick über die doch hochkomplexen Handlungsstränge ist beeindruckend.

Der Fokus dieses Buches liegt ganz klar auf Rand und Egwene. Während Rand mit seiner großen Verantwortung, seiner Resignation gegenüber seinem Schicksal, seinem Misstrauen gegenüber seinen Mitstreitern und seinem schleichenden Wahnsinn zu kämpfen hat, gehören Egwenes Machtspiele im White Tower zum Besten, was man bisher bei der Lektüre der Reihe zu lesen bekommen hat. Es gibt viele erinnerungswürdige Szenen in diesem Buch und auch der Trennungspunkt ist, nach einem sehr spannenden Finale, sehr gut gewählt. Man bekommt sofort Lust, mit dem Nachfolger fortzufahren.

Das ein Autorenwechsel nicht ganz ohne Spuren bleibt, dürfte aber offensichtlich sein. Das zeigt sich am deutlichsten bei den Protagonisten. Viele von ihnen verhalten sich anders, als man es erwartet hätte, beziehungsweise gewöhnt ist. Bei manchen von ihnen ist das sogar so extrem, dass man sie kaum noch wiedererkennt. Mich hat diese Tatsache am Anfang etwas irritiert, wobei ich mich im Laufe des Buches damit abgefunden habe. Für mich persönlich ist das zwar nicht so schlimm, aber den ein oder anderen Leser könnte dieser Sinneswandel vieler Protagonisten gegen den Strich gehen. Hinzu kommt, dass man insbesondere im ersten Drittel des Buches das Gefühl hat, dass sich der neue Autor noch ein wenig mit seiner neuen Verantwortung vertraut machen musste.

Alles in allem führt dieser Band den guten Eindruck, den der Vorgänger hinterlassen hat, fort. Diese beiden Bücher und der geglückte Autorenwechsel machen endlich wieder Hoffnung auf ein gelungenes Finale. Schade, dass Robert Jordan viel zu früh verstorben ist und nicht mehr die Möglichkeit hatte, seine Reihe selbst zu vollenden. Mit Brandon Sanderson wurde jedoch die bestmögliche Lösung gefunden.


New Spring: The Novel (Wheel of Time)
New Spring: The Novel (Wheel of Time)
Preis: EUR 5,56

4.0 von 5 Sternen Zum falschen Zeitpunkt erschienenes Prequel, 3. November 2013
Robert Jordan hat eigentlich eine Prequel-Trilogie geplant, die aufgrund seines Todes nicht mehr vervollständigt werden konnte. So sollte der 3. Teil der Trilogie eigentlich an den ersten Teil der eigentlichen Reihe anschließen. Ob der Autor Aufzeichnungen hinterlassen hat und ob die anderen beiden Bücher noch vollendet werden, ist fraglich.

Bei diesem Buch handelt es sich um die Vorgeschichte vom Rad der Zeit. Ob es sinnvoll ist "New Spring" vor der eigentlichen Reihe zu lesen, sei dahingestellt. Zwar wird alles sehr genau erklärt und man kommt auch ohne Vorwissen sehr gut zurecht, aber man wird viele Anspielungen auf spätere Bände nicht verstehen. Hinzu kommt, dass die Handlung relativ geradlinig verläuft und man deswegen einen falschen Eindruck von der Reihe bekommen könnte.
Aufgrund von Entwicklungen am Ende des 5. Bandes bietet es sich deswegen an, den Prolog direkt im Anschluss zu lesen. Aber auch wenn man "New Spring" erst ignoriert und ganz zum Schluß liest, wird man seinen Gefallen daran finden. Die teilweise schlechten Bewertungen sind dadurch zu erklären, dass die Anhänger der Reihe sich bei der damaligen Veröffentlichung eigentlich einen baldigen Abschluß der Haupthandlung gewünscht hätten, der noch in weiter Ferne lag.

Der Inhalt:

Lan Mandragoran wird im Lager seiner Truppen von einem Boten überrascht. Er nimmt mit seinen Männern am Aiel War teil, bekommt vom Boten einen Spezialauftrag und soll sich den Aiel in den Weg stellen. Wenn dieser Plan scheitert, wird dies seine Männer allerdings in große Gefahr bringen. Aber die Aiel reagieren anders, als erwartet ...
Moiraine Damodred befindet sich derweil mit ihrer besten Freundin Siuan Sanche im White Tower, wo beide noch zu vollständigen Aes Sedai ausgebildet werden. Durch Zufall bekommt sie mit, dass die Wiedergeburt des Drachen prophezeit wurde. Neben dem Bestehen der Aes Sedai Prüfung hat sie nun ein neues Ziel: Sie möchte den Dragon Reborn finden und ihn auf seinem Weg zu Tarmon Gai'don - die letzte Schlacht gegen Shai'tan - begleiten. Dadurch kommen ihr jedoch schnell Mächte auf die Schliche, die sie tot sehen wollen ...

Die eigentliche Handlung ist, verglichen mit der Reihe selbst, sehr simpel und linear aufgebaut. Es gibt nur zwei Blickwinkel: Moiraine und Lan, wobei Moiraines Blickwinkel den Großteil des Buches einnimmt. So erfährt man alles über ihre Ausbildung zur Aes Sedai, wie Lan ihr Warder geworden ist und natürlich wie ihre Suche nach dem Dragon Reborn angefangen hat. Insgesamt erfährt man sehr viel über die Herkunft von Moiraine und Lan.

Daneben kommen einige Nebencharakter vor - auch aus späteren Bänden. Die Geschichte selbst beginnt bei der Ausbildung von Moiraine und wird zum Schluß richtig spannend. Das Ende fällt dann befriedigend aus und lässt keine offenen Handlungsfäden übrig.

Alles in allem handelt es sich um einen recht kurzweiligen Prolog, der wegen seiner Kürze auch schnell gelesen ist. Im Gegensatz zur eigentlichen Reihe fällt alles recht simpel aus, Anhänger vom Rad der Zeit werden aber trotzdem ihren Spaß haben und einige interessante Einblicke hinter die Kulissen bekommen.


Knife of Dreams: Book Eleven of 'The Wheel of Time'
Knife of Dreams: Book Eleven of 'The Wheel of Time'
Preis: EUR 5,00

4.0 von 5 Sternen Das Rad der Zeit dreht sich wieder, 11. Oktober 2013
Die letzte Schlacht - Tarmon Gai'don - rückt näher. Die Toten wandeln auf der Erde, die Realität gerät immer mehr aus den Fugen und der wiedergeborene Drache Rand al'Thor ist der Einzige, der dem etwas entgegenzusetzen hat, muss sich aber zuerst mit der Gefahr der Seanchan-Invasion befassen. Alleine wird er diese Schlacht aber nicht schlagen können. Doch seine Freunde sind über das ganze Land verstreut und haben mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen:

Perrin ist dem Shaido-Clan der Aiel dicht auf den Fersen und mit der Befreiung seiner Frau Faile beschäftigt. Dies veranlasst ihn zu verzweifelten Maßnahmen, beispielsweise zu einer Allianz mit den eigentlich verfeindeten Seanchan. Masema, der Prophet des Drachen, unterstützt ihn zwar immer noch, ihre Allianz wird allerdings von gegenseitigem Misstrauen überschattet. Faile arbeitet derweil im Shaido Lager an einem Fluchtversuch.
Mat ist mit Tuon, die als seine zukünftige Frau prophezeit wurde, auf der Flucht vor den Seanchan. Weil Tuon ebenfalls eine Seanchan ist und dieses Volk seine ganz eigenen Heiratstraditionen hat, tritt Mat immer wieder in Fettnäpfchen, während die Heiratszeremonie kontinuierlich voranschreitet.
Währenddessen versucht Elayne endlich den Thron von Andor für sich zu beanspruchen, weil sie die rechtmäßige Thronfolgerin ist. Ihre Thronbesteigung könnte jedoch das ganze Land in einen Bürgerkrieg stoßen, weswegen ein vorsichtiges Vorgehen für sie angesagt ist.
Egwene, der Amyrlin Seat der Aes Sedai Rebellinen, findet sich plötzlich festgehalten im White Tower wieder. Aus ihrer Position heraus versucht sie den White Tower endlich für sich zu beanspruchen und Elaida als offiziellen Amyrlin Seat abzusetzen.
Über all diesen Entwicklungen hängt die ständige Gefahr vor den Aes Sedai des Black Ajah und den Forsaken, welche den wiedergeborenen Drachen tot sehen wollen.

Bei Band 11 dieser Mammutreihe hat man endlich wieder das Gefühl, dass sich das Rad der Zeit dreht. Nach den doch recht enttäuschenden 3-5 Vorgängern kommt endlich wieder Bewegung ins Spiel. Robert Jordan schiebt seine Protagonisten in die Startlöcher für die letzte Schlacht und schließt einige kleinere wie größere Handlungsstränge ab, während neue Handlungsstränge und Protagonisten sich in Grenzen halten. Bei manchen Handlungssträngen hat man zwar das Gefühl, dass diese übereilig vorangetrieben wurden, nachdem die Handlung in den Vorgängern aber stellenweise erstarrt ist, ist dies eine positive Entwicklung. Der Fokus dieses Buches liegt auf der Beziehung und den sehr amüsanten Sticheleien zwischen Mat und Tuon.

Fans der Reihe werden wissen, dass dies das letzte Buch der Reihe war, das Robert Jordan komplett selbst geschrieben hat und es das erste Buch der Reihe war, dass er mit dem Wissen um seine Krankheit und seinen nahenden Tod schrieb. Nur dadurch lässt sich die Geschwindigkeit erklären, mit der Robert Jordan durch die Handlungsstränge jagt. Dass dabei auch einige Fragen aus älteren Bänden beantwortet werden und er Handlungsstränge wiederaufgreift, die fast schon in Vergessenheit geraten sind, ist auf der einen Seite gut, teilweise aber auch zu flott vonstattengegangen. Dafür wird endlich wieder Spannung aufgebaut, die in den Vorgängern etwas flöten gegangen ist.

Zusammenfassend kann man sagen, dass man den Willen des Autors merkt, die Reihe abschließen zu wollen und dadurch wieder einige Entwicklungen zustatten kommen, auf die viel zu lange hingearbeitet wurde. Leider hat der Autor es nicht mehr geschafft, seine Reihe selbst abzuschließen. Durch diesen gelungenen Auftakt zum Finale bin ich aber sehr zuversichtlich, dass mich die letzten Bücher ebenfalls überzeugen werden. Zwar kommt der 11. Band immer noch nicht an die Klasse der ersten Bücher der Reihe heran, aber er ist wieder deutlich besser als viele seiner Vorgänger.


Lady bar 1 et 2 [FR Import]
Lady bar 1 et 2 [FR Import]
DVD ~ Eric Savin
Wird angeboten von CULTURE EMPIRE
Preis: EUR 31,90

5.0 von 5 Sternen Die Faszination Thailands in zwei Filmen, 5. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Lady bar 1 et 2 [FR Import] (DVD)
Mit Lady Bar 1 (Schenke in Thailand keine Blumen) und Lady Bar 2 (Der Affe gibt Buddha Honig) sind zwei französische Filme entstanden, die sich mit einem Thema beschäftigen, das Viele nur vom Hörensagen oder von (zumeist sehr negativen) Dokumentation aus dem Fernsehen kennen: Dem Sextourismus in Thailand. In dieser Rezension gehe ich getrennt auf die Filme ein.

Lady Bar 1 (Schenke in Thailand keine Blumen):

Jean, der kürzlich von seiner Frau verlassen wurde, begleitet seinen Freund Polo nach Bangkok, um Urlaub zu machen und Golf zu spielen. Sein Freund Polo hat aber noch etwas Anderes im Sinn. Um seinen Kumpel aufzumuntern, führt er diesen zu den Rotlichtbezirken Bangkoks. Jean ist davon erst einmal gar nicht begeistert und verweigert es, mit Prostituierten zu schlafen, während sich der verheiratete Polo munter mit den Frauen amüsiert. Schließlich ziehen die beiden Freunde nach Pattaya weiter, wo Jean die thailändische Prostituierte Pat kennenlernt. Aus seinem Interesse an ihr entwickelt sich sehr schnell etwas Ernsteres. Während er an guten Tagen mit ihr das unbeschwerte Leben in Thailand genießt, lernt er auch die Schattenseiten ihres Berufs kennen. Wenn er nicht bei ihr ist, geht sie mit anderen Männern trotzdem ihrer Arbeit nach. Als die Heimreise näher rückt, bemerkt er, dass er wirkliche Gefühle für sie hat. Polo warnt ihn allerdings davor, sich zu verlieben, da er wahre Liebe in der Rotlichtszene Thailands für unmöglich hält. Kurz vor der Heimreise muss Jean deswegen eine Entscheidung treffen...

Der erste Teil der beiden Lady Bar Filme gibt sehr realitätsnah das Rotlichtmilieu für ausländische Männer in Thailand wieder. Ob GoGo-bars, Ladyboys, das 4 Gewinnt spielen bei den Bier Bars, Pool Billiard, das englisch-thailändische Kauderwelsch der Frauen, das unbeschwerte Leben, die Lebensfreue der Thai-Frauen oder Falang Männer, welche sich in die Thailänderinnen vergucken - all diese Szenen sind sehr detailgetreu nachgespielt und spielen sich Tag für Tag auch tatsächlich dort ab. Der Film räumt dabei mit einigen Vorurteilen auf und ist gerade deswegen für Personen sehenswert, welche die dortigen Umstände nicht genau kennen. Leute, die bereits dort waren, wird beim Anschauen des Films wahrscheinlich Fernweh packen. Man wird sich nämlich an viele Dialoge und Begebenheiten des Films so oder so ähnlich aus eigener Erfahrung zurückerinnern können.

Mit Lady Bar 1 wird unserer westlicher Gesellschaft außerdem ein Spiegel vorgehalten. Die Freunde Jean und Polo sind mit ihrem tristen Alltag in Paris nämlich eher unglücklich. Plötzlich finden sie sich im thailändischen Paradies wieder, wo Unbeschwertheit, Lebensfreude, Strand, Sonne und natürlich ihre hübschen, exotischen Begleiterinnen ihr Leben bestimmen. Von diesen schönen Erfahrungen geprägt finden sie sich danach im Pariser Alltagstrott wieder. Der Film stellt die Frage, ob in unserer modernen Informations- und Leistungsgesellschaft einfache Dinge wie Lebensfreude, Spaß, Höflichkeit, usw. nicht doch etwas zu kurz kommen.

Lady Bar 2 (Der Affe gibt Buddha Honig):

Jean ist mittlerweile mit Pat verlobt. Er hat sie nach Paris geholt und seinen Eltern seine Entscheidung mitgeteilt, Pat heiraten zu wollen. Doch Pat ist unglücklich in Paris und möchte in ihre Heimat, den Isan, zurückkehren. Weil auch Jean sich nach Thailand zurücksehnt, beschließt er, seine Zelte in der alten Heimat abzubrechen und komplett nach Thailand auszuwandern. Sein frisch geschiedener Freund Polo begleitet ihn wieder einmal. Während Jean erst mit der Hochzeit beschäftigt ist, stürzt sich Polo sofort in das Nachtleben der thailändischen Rotlichtbezirke. Doch seine Stimmung schlägt schon bald um: Seine alte Begleiterin Aom lässt sich nicht auffinden und er ist schnell gelangweilt von den Bars und den Mädchen. Eine Midlife-Crisis scheint im Anmarsch zu sein. Deswegen begibt er sich auf eine Sinnsuche bei den buddhistischen Mönchen. Jean plagen derweil Sorgen, wie er am Besten Geld in seiner neuen Heimat verdienen könnte. Seine Idee: Eine ganz besondere Heiratsvermittlung.

Teil 2 spinnt die Liebesgeschichte von Jean und Pat weiter, ohne das diese dabei im Fokus steht. War der erste Teil noch eine realitätsgetreue Milieustudie über die thailändischen Rotlichtbezirke, begibt sich Teil 2 ein wenig weiter weg von der Realität, ohne dabei an Klasse einzubüßen. Im Mittelpunkt steht hierbei die Heiratsagentur von Jean und Pat, deren Start etwas anders verläuft, als Jean es sich vorgestellt hat und mit einigen sehr amüsanten Szenen aufwartet. Der Film ist ein solides Sequel, das aber dem grandiosen, ersten Teil nicht das Wasser reichen kann.

Fazit:

Die Filme sind für Interessenten an der Thematik sowie für Leute, die selbst einige Zeit in Thailand verbracht haben, gleichermaßen geeignet. Sie fangen sehr gut die Faszination Thailands ein, der schon viele Ausländer auf aller Welt erlegen sind. Insbesondere Leuten, die sich das erste Mal nach Thailand aufmachen, kann ich zumindest das Anschauen des ersten Teiles nur ans Herz legen.

Die beiden Filme sind leider noch nicht in Deutschland erschienen, was wirklich schade das. Eine Veröffentlichung auch in unserem Sprachraum wäre sehr wünschenswert.


Crossroads of Twilight: Book Ten of 'The Wheel of Time'
Crossroads of Twilight: Book Ten of 'The Wheel of Time'
Preis: EUR 5,56

2.0 von 5 Sternen Die Definition von Stagnation, 29. August 2013
Rand al'Thor - der wiedergeborene Drache - hat mit der Hilfe von Nynaeve "Saidin" und somit die männliche Hälfte der "One Power" vom Einfluss des Makels von Shai'tan gereinigt. Obwohl das kaum jemand mitbekommen hat, macht es sich doch auf dem ganzen Kontinent bemerkbar. Mat Cauthon, der gerade aus Ebou Dar flüchten konnte, versucht zu dieser Zeit Land zu gewinnen. Mit seinen Gefährten bespricht er seine weitere Fluchtroute. Er hat dabei eine prominente Geisel im Schlepptau - die "Daughter Of The Nine Moons" Tuon Athaem Kore Paendrag. Auf der Flucht sind auch die Aiel des Shaido Clans. Dicht auf ihren Fersen ist ihnen nämlich Perrin, dessen Frau Faile von ihnen entführt wurde. Perrin bekommt dabei Unterstützung vom Propheten des Drachen, Masema. Doch wird ihre bröcklige Allianz lange anhalten? Währenddessen belagert Egwene mit einer Armee Tar Valon, um ihren rechtmäßigen Platz als Amyrlin Seat einnehmen zu können und Elaida endlich abzusetzen.

Als ich den 5. Band "The Fires Of Heaven" beendet habe, war ich bis zu diesem Zeitpunkt wirklich begeistert von der Serie. Jetzt, nach dem 10. Band, wurde meine Geduld schon mehr als überstrapaziert. Die Bücher seit "The Fires Of Heaven" kamen alle nicht an die Klasse der ersten 5 Teile heran und endeten meist in einer überwältigenden Detailfülle, wenig Entwicklungen und größenteils unrelevanten Streitigkeiten und Intrigen verschiedenster Nebenprotagonisten. Am schlimmsten ist allerdings die Stagnation. Pro Buch kommt es kaum noch zu wichtigen Entwicklungen, welche die Handlung vorantreiben. Dieser 10. Band der Reihe ist dabei die Definition von Stagnation, weil absolut nichts passiert.

Das erste Drittel ist dabei noch ganz interessant, weil das Ende von Band 9 aus der Sicht der anderen Protagonisten gezeigt und gedeutet wird. Schließlich wird auch Egwenes Handlungsstrang fortgeführt, der im Vorgänger pausiert hat, wobei fortgeführt das falsche Wort ist. Auf der Stelle treten trifft es eher. Gleiches gilt leider auch für Mats, Perrins und Elaynes Handlungsstränge, in denen nichts, aber auch wirklich überhaupt garnichts passiert. Dabei sind einige Passagen noch angenehm und amüsant zu lesen, beispielsweise Mats Gespräche mit der "Daughter Of The Nine Moons". Als Anhänger der Reihe lechzt man allerdings nach Begebenheiten, welche die Geschichte näher Richtung "Tarmon Gai'don" treiben würden. Schließlich begann die Durststrecke nicht erst mit diesem Buch, sondern zieht sich schon über mehrere Teile.

Was bleibt ist ein Band voller Szenen mit all den Protagonisten, die man liebgewonnen hat, wobei die Handlung aber stagniert. Fazit: Eines der schlechtesten Bücher der Reihe.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9