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Rezensionen verfasst von
Carnifex

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Trekkingstöcke - Wanderstöcke - leicht verstellbare Teleskopstöcke für Trekking und Wanderungen - extrem robuster und dennoch leichter Trekkingstock mit Anti-Shock-System für Vibrationsdämpfung und abnehmbaren Straßenpads - diese Wanderstöcke behalten sich zuverlässig die eingestellte Länge, liegen gut in der Hand und geben festen Halt - minimale Transportlänge und praktische Tragetasche (im Lieferumfang) erhöhen den Transportkomfort - ideale Wanderstöcke für einfachsten Einstieg auf den Weg zu Ihrer Gesundheit und Vitalität - zusätzlich erhalten Sie GRATIS PDF-Report mit Trekkingtipps per E-Mail als Bonus - kaufen Sie jetzt die Star Rover Trekkingstöcke, solange noch dieses Angebot erhältlich ist, und machen Sie die beste Investition in Ihre Gesundheit - das Risiko liegt komplett bei uns - die Wanderstöcke kommen mit einer 30 tägigen Geld-Zurück-Garantie sollten Sie nicht 100% zufrieden sein - ohne Wenn und Aber - Sie erhalten bei uns auch alle Ersatzteile - wenden Sie sich hierzu auf unseren Kundenservice - sichern Sie sich jetzt Ihre Wanderstöcke
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Wird angeboten von dien
Preis: EUR 39,90

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Robust und ergonomisch, 12. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe die Stöcke für einen Wanderurlaub in Schottland gekauft und bin sehr zufrieden mit ihnen. Unterwegs habe ich mir eine Knieverletzung zugezogen. Ohne die Stöcke hätte ich die Heimreise antreten können, aber so konnte ich mich auf ihnen abstützen. Sie haben mein Körpergewicht zu jedem Zeitpunkt getragen, ohne dass ich bedenken bezüglich der Trittsicherheit und des Haltes gehabt hätte. Die Arretierung durch Verschrauben verlangt zwar einige Umdrehungen, hält dann aber sehr fest. Die Schlaufen lassen sich gut auf die jeweilige Handgröße anpassen und bieten sicheren Halt. Durch den Schraubmechanismus passen die Stöcke - anders als längenfixierte Exemplare - auch perfekt ins Wandergepäck.

Einziger Kritikpunkt: Der Gummiüberzug der Stöcke ist bei einem Stock schon durchgescheuert, sodass die Schraube des Stockes direkt auf den Boden aufkommt, was die Anti-Shock-Wirkung natürlich mindert. Das ist allerdings nach der sehr intensiven Nutzung auch kein Wunder.

Sehr empfehlenswert!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 22, 2014 2:07 PM CET


Random Access Memories
Random Access Memories
Preis: EUR 6,66

0 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Get funky!, 18. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Random Access Memories (Audio CD)
Random Access Memory (RAM) nennt sich der Arbeitsspeicher, der in Ihrem Computer wichtige Daten für einen schnellen Zugriff bereithält. Ein der Elektrotechnik entlehnter Begriff also, der kaum stärker fehlleiten könnte. Denn entgegen dem Albumtitel enthält Random Access Memories nur ein Minimum an computergenerierter Musik.

Stattdessen präsentieren sich Daft Punk anno 2013 als brilliante Funker. Oder sollte man sagen: sie dirigieren brilliante Funker? Die Liste der Session-Musiker ist lang und beeindruckend. Zusammengehalten vom typischen Vocoder-Sound lebt RAM von zahllosen, hochinspirierten improvisierten Momenten, bei denen man nie genau weiß, wessen Geistes Kind sie denn nun eigentlich sind. Zum Sterben schöne, synkopische Basslinien zum Beispiel, oder herrliche Keyboard-Soli.

Sphärische Elemente aus der Tron-Ära runden das Soundbild ab. Eine Gratwanderung: Gerade, wenn man etwas mit den Streicherteppichen hadert, weil diese einige Songs in den Kitsch-Treibsand zu ziehen scheinen, schraubt sich das Schlagzeug zurück in den Vordergrund und stellt die Balance wieder her.

Wo Licht ist, ist allerdings auch Schatten: Entgegen vieler anderslautender Rezensionen bin ich nicht der Meinung, dass die Überlänge sich positiv auf das Album auswirkt. Viele Songs hätte man durchaus um ein paar Minuten straffen können. Klar, in der elektronischen Musik sind repetitive Elemente das A und O, aber bei einem weitgehend „realinstrumentalem“ Album hätte ich mir streckenweise eine größere Variationsvielfalt gewünscht. So wird das Leitmotiv einiger Songs leider etwas überstrapaziert, bestes Beispiel: „Instant Crush“. Zudem enthält das Album mit „Loose Yourself To Dance“ einen klassischen Totalausfall, der weder Daft Punk-typische Trademarks aufweist, noch in seinen fast 6 Minuten über eine einzige zündende Idee verfügt.

Zwischen dem rein instrumentalen, sphärischen Klangkosmos des Tron Legacy-Soundtracks und dem geerdeten, verspielten Funk von Random Access Memories liegen Welten. Deshalb: Nicht den Kaffee fallen lassen, wenn Sie beim morgendlichen Zeitungslesen demnächst über die lancierte Presseerklärung stolpern, in der sich die Band umbenennt. Hello, Daft Funk!


Seeed
Seeed
Preis: EUR 4,99

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Blutdruck steigt, 28. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Seeed (Audio CD)
„Wir sind alt, unsere Ärsche werden breit, doch wir sind noch sehr, sehr, sehr, sehr tight!“, schließt das fetzige „Molotov“. Und ja, seit „Next“ sind - nach den ansonsten immer im Abstand von 2 Jahren platzierten Longplayern - mittlerweile stolze 7 Jahre vergangen, in denen andere Bands die deutsche Musiklandschaft geprägt haben und der Zahn der Zeit auch an den Berlinern genagt hat. Nun also eine selbstbetitelte Platte: Was servieren uns Seeed anno 2012?

Die Dancehall-Heroen ruhen sich auf der neuen Scheibe nicht etwa auf den angehäuften Lorbeeren aus, sondern erweitern ihren Horizont. Beispiele gefällig? „Lovelee“ besticht durch eine stimmige Kombination aus einem tollen Gitarrenriff und sphärischen Streichern. Der schon im Vorfeld veröffentlichte Opener „Beautiful“ baut auf eine auch in späteren Titeln immer wieder durchscheinende, scheppernde Big Band-Atmosphäre und wirkt dabei ebenso untypisch wie eingängig. „You & I“ startet mit akustischen Gitarren- und Glockenklängen und wird in der Folge von klerikalen Background-Chören geprägt. Das Elektropop-inspirierte „Seeeds Haus“ protzt mit Kanon-inspirierten Vocals und pointierten Beats. Seeed fahren ein breites Ideenspektrum auf und haben auch für den zehnten Durchlauf noch Details versteckt.

Besonders hervorzuheben ist auch das wunderbar Staub-befreite Cover des Colin Vearncombe-Klassikers „Wonderful Life“, das seitens der Bläser-Fraktion massiv durch herrliche Off-beats garniert wird. Das rockige „Molotov“ im Anschluss stellt dann wieder ein für Seeed völlig untypisches Novum dar, glänzt mit treibender Rhythmik und Punk-artigen Shouts.

Das Soundbild ist relativ basslastig, bleibt allerdings immer sauber, vielschichtig und differenziert und gleitet nie ins Dumpfe ab. Auch hier regiert Vielfalt: Wenn es krachen muss, kracht es. Wenn die Erde beben muss, wackeln die Boxen. Wenn die Bläser quäken sollen, tun sie das auch. Die Beats sind nach wie vor technisch auf höchstem Niveau und in der Deutschen Pop/Dancehall-Landschaft weitgehend konkurrenzlos. Das wirklich gelungene Design des hochwertig verarbeiteten Digipacks tut sein Übriges, um das Gesamtpaket abzurunden. Eine stilistische (optische!) Verwandtschaft zum Debutalbum von „Them Crooked Vultures“ ist allerdings nicht von der Hand zu weisen.

Für einen Anhänger der neuen Seeed-Ära ist „Seeed“ ein Fest. Als ein ebensolcher weiß ich die experimentellen Tracks sehr zu schätzen, weil sie äußerst konsequent und vor allem immer tanzbar und catchy umgesetzt wurden. Auf knappen 40 Minuten schlägt das Berliner Tanzkollektiv einen wunderbaren Bogen zwischen den vielfältigen stilistischen Facetten, sodass das Gesamtkonzept des Albums stets schlüssig erscheint. Die Reifezeit hat dem neuen Album nicht geschadet, im Gegenteil: nichts wirkt deplatziert, der rote Faden ist leicht zu finden und das Festmahl schmeckt einfach stimmig. An einzelnen Stellen eingestreut finden sich durchaus noch einige wenige Titel, die den alten Seeed relativ nahe kommen. Klassischer Dub macht sich auf dem neuen Longplayer jedoch rar, ist höchstens noch rudimentär vorhanden. Alteingesessenen Fans wird es so nicht einfach gemacht, ihren Zugang zu der Platte zu finden. Meinen Nerv haben Seeed jedoch voll getroffen.

„The huge catapilla is rampaging again!“ In diesem Sinne: Viel Spaß beim Abfeiern der neuen Seeed!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 1, 2012 6:33 PM MEST


The 2nd Law (Limited Edition CD+DVD im Softpack)
The 2nd Law (Limited Edition CD+DVD im Softpack)
Preis: EUR 9,26

3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein zweischneidiges Schwert, 28. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mit drei Titeln beglückten uns Muse vor dem Release von „The 2nd Law“. Während der Londoner Ausrichtung der olympischen Spiele schallte uns das orchestrale „Survival“ entgegen. „Pompöser Kitsch!“, schrie der wütende Mob. Dann wieder prägten die Dubstep-Ausflüge von „Unsustainable“ die Erwartungshaltung an das neue Werk. „Trendanbiederei!“, grölten die Kneipenstammgäste. Schließlich zogen Muse mit dem minimalistischen „Madness“ ein weiteres, bis dahin ungekanntes Register. „Langweilig!“, blökten die Schafe auf der Weide.

Und siehe: so vielfältig wie die zuvor veröffentlichten Soundschnipsel und Auskopplungen ist tatsächlich das gesamte zweite Gesetz geworden.

Mit „Supremacy“ beginnt das Album denkbar stark. Erdige Leads mischen sich mit sphärischen Streichern direkt aus dem James Bond-Intro und Matthews engelsgleichen Knabensopran zu einem treibenden, überwältigenden Breitwand-Epos. Was kommt jetzt? Eine Oper? Denkste. Mit „Madness“ brechen Muse sofort mit der sich einstellenden Erhabenheit. Wie sich die durch den anfänglichen Minimalismus wunderbar akzentuierte Dynamik im Trackverlauf entfaltet, ist allerdings wirklich nicht von schlechten Eltern.

Wenn anschließend „Panic Station“ anklingt, denkt man unmittelbar an die Scissor Sisters. Aufgrund der Falsett-Stimme von Matthew waren die Parallelen beider Bands ohnehin schon stets präsent. Denkbar gut integriert sich der Titel dann auch ins Konzept der Platte. Muse werden tanzbar! Doch auch diese musikalische Ausrichtung bleibt eine Ausnahme.

Die Dubstep-Ausflüge in „Follow Me“ und “Unsustainable” sind ein Zeichen der Zeit, aber leider nicht das Gelbe vom Ei. Das schreibe ich, obwohl - oder gerade weil? - ich intelligenteren Dubstep der Marke Noisia wirklich gerne höre. Das Problem liegt darin, dass er hier weder homogen in das orchestrale Soundbild einfügt, noch sonderlich ideenreich ungesetzt wurde. Insbesondere, wenn sich die elektronischen Anteile in „Follow Me“ gegen Ende der Metamorphose zum Fabrikhallen-Techno der Kategorie Plastik unterwerfen, zuckt der Finger unweigerlich gen erlösender „Skip“-Taste.

Ein weiteres Novum ist der Leadgesang von Chris in „Liquid State“, dem wohl härtesten Track des Albums. Das hier verbreitete direkte, rockige Flair steht Muse erstaunlich gut. Und auch dieses reduzierte Soundbild tritt einzig und allein in diesem Titel zutage.

Es bleibt zu konstatieren: Muse klingen über weite Strecken genau dann am besten, wenn sie ihrem Sound treu bleiben oder ihn feinfühlig modulieren. Dies mag eine Frage der Erwartungshaltung sein, jedoch trüben im Falle der drastischeren stilistischen Ausflüge zu oft Unstimmigkeiten im akustischen Gesamtprodukt das Bild. Die positive Ausnahme: das rhythmisch wie harmonisch außergewöhnliche „Animals“. Die mancherorts zelebrierten Queen-Eskapaden fügen sich hervorragend in den Klangkosmos von „The 2nd Law“ ein, gerade weil die derart geprägten Titel an der Basis immer noch den klassischen Muse-Sound aufweisen. Hier allerdings ist der Hang zum Pathos streckenweise störend, speziell im Finale von „Explorers“, was nach dem wirklich starken Beginn umso unbefriedigender ist.

Muse veröffentlichen mit „The 2nd Law“ ihr bis dato wohl experimentellstes und zugleich schwierigstes Werk. Schwierig vor allem deshalb, weil das Album voller Stilbrüche steckt. Positiv betrachtet kann Muse das als Vielfalt und Variantenreichtum ausgelegt werden. Im Negativen allerdings beeinträchtigt diese Eigenschaft den Hörfluss erheblich. Die Band gibt sich experimentell, schießt damit für meinen Geschmack jedoch teilweise über das Ziel hinaus. Insgesamt ist „The 2nd Law“ damit ein zwar gutklassiges, aber keinesfalls überragendes Werk der Briten geworden. In letztere Kategorie ist nur der wirklich grandiose Opener einzuordnen.


Yellow & Green
Yellow & Green
Preis: EUR 17,84

26 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neu: Herbst, jetzt schon im Juli erhältlich!, 20. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Yellow & Green (Audio CD)
Was will mir dieses schräge, hochkreative Cover-Artwork sagen? Eine der Schönheiten wurde mit einem wunderhübschen Luciafest-Leuchter gekrönt und meuchelt zum Dank hinterrücks einen eigentlich recht unschuldig dreinblickenden Schwan. Die andere erprobt das gerade frisch in Mode gekommene Facelifting mit Nägeln. Weitere Trends folgen auf dem Fuße: Garnelen-Toupets! Shrimp-Kuscheltherapie! Tja, die Welt ist halt schon ein bisschen verrückt. Ich kapituliere und konzentriere mich lieber auf die Musik - und die hat's in sich!

Baroness faszinieren hier mit aus filigranen, melancholisch-introvertierten Melodien eruptiv hervorbrechenden, drückenden Soundniederschlägen. Dort entschwebt der Sound in psychedelische Sphären - nur um im Anschluss durch eine deftige Portion dreckigen, treibenden Rock geerdet zu werden. An anderer Stelle wiederum sind die Kompositionen in der Essenz weniger kontrastiert und bestechen durch einen kohärenteren, getragenen Charakter.

Markantestes Stilmerkmal und häufig die verknüpfende Komponente ist dabei der Gesang. Besonders in diesem Punkt spielen Baroness mit einem Garagen-Sound, bauen auf eine gleichsam vibrierende wie leicht schräge Melodieführung. Das Spektrum reicht von progressiven Klängen über psychedelische Momente bis hin zu metallisch angehauchten Passagen. Stilbildend sind vor allem der Hang zur Modulation und das einzigartige Timbre John Baizleys. Höhepunkte: die emotionalen 'Yellow'-Vocals, insbesondere in 'Little Things', 'Twinkler' und 'Back Where I Belong'.

Die Saiten werden mal in freier Natur zu flächig-wabernden, psychedelischen Sequenzen angeschlagen, tanzen einmal folkloristisch ums Lagerfeuer, grooven im Anschluss beschwingt quer durch die Garage, ziehen sich für kurze, oft akustische Improvisations-Passagen kurz ins stille Kämmerlein auf dem Dachboden zurück, nur, um dann kurz darauf in Form rockig-metallischer Riffs durch den Kamin ins Wohnzimmer zu krachen. Vielfältigkeit ist Trumpf!

Das Soundbild ist Relapse-typisch rau und dreckig und verleiht 'Yellow & Green' wie schon den Vorgängerwerken 'Blue' und 'Red' eine angenehm erdige Atmosphäre. Hochglanzpolitur? Fehlanzeige. Es kracht, es knarzt, es gibt Ecken und Kanten. Gut so!

Zwei Momentaufnahmen möchte ich dabei gerne gesondert festhalten: Die göttliche Slide-Gitarre im Intro des großartigen 'March To The Sea' und das epische 'Stretchmaker'. In letzterem bedienen sich Baroness kompositorisch Elementen der Klassik und weben auf zunächst simple Rhythmusfäden zunehmend komplexe Gitarrenmuster. Kulminierend in einem vielstimmigen, fast orchestral anmutenden instrumentalen Arrangement gehört der Titel zu den einzigartigsten des Doppel-Albums.

'Yellow & Green' ist kompromisslos anachronistisch. Fernab jeglicher Trend-Anbiederei haben Baroness ein äußerst eigenständiges, bewegendes Werk geschaffen. Der atmosphärische Fokus liegt in Abgrenzung zum straighten 'Red' und dem komplex-dynamischen 'Blue' diesmal stärker auf der emotionalen Komponente, die vielleicht am besten durch das ganz starke 'Twinkler' repräsentiert wird. Auch wenn einige richtige Brecher völlig zu Recht ihren Platz auf den beiden Silberlingen gefunden haben, ist 'Yellow & Green' letztlich eher ein dezent schwermütiges, atmosphärisches Machwerk für den stillen Genießer als ein Fest für das Konzerthallen-Publikum. Es ist ein Kaleidoskop musikalischer Vielfalt, eine Ode an die künstlerische Identität, aber vor allem ein sehr inspirierendes, stimulierendes Stück Herbst-Musik - und das schon im Juli! Dass ich das noch mal erleben darf. Danke, Baroness!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 2, 2012 3:47 PM MEST


L'enfant Sauvage
L'enfant Sauvage
Preis: EUR 17,99

20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Brett, 23. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: L'enfant Sauvage (Audio CD)
Explosia, ein Brecher. Der eine Duplantier brüllt in bester Godzilla-Manier das Mikro zu Klump, der andere legt mit einer Armada Drums das Studio in Schutt und Asche. Schnitt: Ein Steppenläufer kreuzt. Einem unerwarteten Sandsturm gleich wandelt sich der Opener plötzlich in ein Groove-Monster. Eine Wildwest-Leadgitarre paart sich mit einem immer wiederkehrenden Riff zu einem monumentalen Präriefeger.

Gojira sind Kino. Sie kreieren unvergleichliche, massive Spannungsbögen, die angesichts des Gewichts der zahllosen, auf ihnen lastenden, genialen Momente akut einsturzgefährdet sein müssten, sich aus dieser Tatsache jedoch absolut gar nichts machen und allen Widrigkeiten zum Trotz erhaben am Himmel thronen. Es sind ebendiese Bögen, die das zentrale Element des Soundbildes darstellen, die Umsetzung erfolgt allerdings mit jedem Titel in einer neuen, unerwarteten Variante.

Besonders sticht dabei das extrem breitgefächerte stilistische Repertoire des Gitarrensounds hervor. Neben der oben angesprochenen Wildwest-Stimmung vermögen diese Künstler dem Instrument Orgelklänge zu entlocken, treiben bebende, teils beklemmende Riffs in den Raum oder interpretieren introvertierte Jazz-Schemata. Bei all dem weist das Produkt der Saitenhexer eine unglaubliche Vielfalt an Rhythmen und Tempi auf. Beeindruckend ist dabei die Kohärenz des Gesamtproduktes, welche vor allem durch das bärenstarke, weil in seiner Stringenz und Vehemenz unübertroffene, polyrhythmische Drumming gewährleistet wird. Während die Rhythmik eines Meshuggahs jedoch als perfektes, fremdartiges Uhrwerk funktioniert, manifestiert sie sich bei Gojira als pulsierender Körper.

Über all dem thronen die Vocals. Es ist unbeschreiblich faszinierend zu beobachten, wie leichtfüßig sich die fragilen, sich oftmals hypnotisch wiederholenden Gesangsfragmente mit der brettharten Rhythmusfraktion zu einem organischen Gebilde vereinigen. Streckenweise drohen die empfindlichen Melodiebögen von der Urgewalt des Klangkosmos überwalzt zu werden, dann wieder kämpft sich ein voluminöser Chor an die Oberfläche zurück und gewinnt Oberwasser. In dieser Form auch von Gojira bislang unerreicht und hier bis nahe an die Perfektion getrieben sind dabei die ausgefeilten mehrstimmigen Harmonien, Paradebeispiel hierfür: das überwältigende 'The Fall'.

Drei Randpunkte umreißen den Gojira'schen Klangkosmos: Epik, Dynamik, Brachialität. Das Album enthält Breakdowns, Speed-ups, Doublebass-Attacken, Off-beat Grooves, brilliante Arpeggios, steckt voller Harmonien und Dissonanzen und verfügt über ein sehr stimmiges, authentisches lyrisches Konzept. Vieles davon wird in ähnlicher Form auch von anderen Bands kredenzt. Und dennoch durfte ich selten ein derart charakterstarkes, bedingungslos eigenständiges, stimmungsgeladenes, inspiriertes, hochvitales, unverschämt vielfältiges und doch ebenso im Kleinen, wie im Großen hervorragend ausbalanciertes Gesamtkunstwerk eines Albums bestaunen.

Das 'Wolfskind' strotzt vor Kraft. Unglaublich stark.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 7, 2012 12:53 AM MEST


Relaxsessel mit Hocker PEDRO, Fernsehsessel
Relaxsessel mit Hocker PEDRO, Fernsehsessel
Wird angeboten von mobilia24
Preis: EUR 179,00

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Muss ich wirklich aufstehen?, 7. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Relaxsessel mit Hocker PEDRO, Fernsehsessel
Der Gipfel der Bequemlichkeit!

Ein großes Lob an die Designer dieses Möbelstückes: Der Sessel sieht sehr nobel aus, ist auch für große Menschen wie mich bestens geeignet, da er eine sehr hohe Lehne hat und ist äußerst bequem. Je nach Neigung kann man ihn vortrefflich zum Lesen, relaxen, Musik hören, für ein kurzes Nickerchen oder zum Fernsehen verwenden. Er ist für das Format relativ leicht und somit gut transportabel. Die Armlehnenausführung ermöglicht auch das bequeme Lesen überformatiger Zeitungen. Prinzipiell ist der Sessel hochwertig verarbeitet. Die vertikale Achse ist leichtgängig und erlaubt auch im Sitzen eine einfache Neuausrichtung der Sitzfläche. Schlicht ein wunderbarer Gegenstand, um darin zu versacken - man möchte eigentlich gar nicht mehr aufstehen!

Der schon in anderen Rezensionen angesprochene seltsame Geruch trat auch bei meinem Exemplar auf, war aber schon nach 3 Tagen nicht mehr penetrant. Kleiner Tipp zum Aufbau: Ich habe zunächst nach einem Schraubenpäckchen gesucht, um die Teile zu montieren. Diese sind jedoch bereits in den Gewinden montiert, sodass die Zuordnung ein Kinderspiel ist. Zur Fixierung der Schrauben wird neben dem beigefügten Imbusschlüssel auch ein Schraubenschlüssel benötigt, um die Kontermuttern zu verschrauben. Ansonsten gestaltet sich der Aufbau relativ einfach, einzig die Montage der Rückenlehne erfordert etwas Fingerspitzengefühl.

Klare Kaufempfehlung!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 25, 2012 2:47 PM MEST


Flexipod Dreibeinstativ - flexibles Stativ Klemmstativ mit Schnellwechselplatte für Kompaktkameras
Flexipod Dreibeinstativ - flexibles Stativ Klemmstativ mit Schnellwechselplatte für Kompaktkameras

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Qualitativ hochwertiges, günstiges Stativ, 8. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Auf der Suche nach einem günstigen Tripod-Stativ für meine Canon Powershot S95 bin ich hier fündig geworden.

Das Stativ ist, entgegen dem verdächtig günstigen Preis, hochwertig verarbeitet und findet dank der Gummierung der Füße guten Halt auf nahezu jeder Oberfläche. Die Platzierung erfolgt relativ intuitiv, wobei der vertikale Winkel über das jeweils hintere Bein schneller verstellt werden kann, als über die etwas mühsamere Regulierung mittels der Stellschraube. An senkrechten Pfählen o.ä. lassen sich die Beine hingegen nur mit sehr viel Feingefühl installieren, da die gummierten Füße maßgeblich für den Halt sind und die Plastikbeine kaum Widerstand bieten.

Die Funktion den Stativ-Kopf separat abnehmen zu können ist zwar nirgendwo beschrieben (keine Bedienungsanleitung), aber selbsterklärend und sorgt bei häufiger Benutzung des Tripods für eine willkommene Arbeitsersparnis.

Bei meinen bisherigen Tests kam das Stativ gut mit dem Gewicht der Powershot (ca. 200 g) zurecht und ermöglichte "Wackel-freie" Aufnahmen unter leicht windigen Bedingungen bei Belichtungszeiten von 15 Sekunden. Daher bin ich rundum zufrieden mit dem Produkt.


Ballads 'N' Bullets
Ballads 'N' Bullets
Preis: EUR 10,98

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Von gnadenloser Härte und brutalen Fehleinschätzungen, 31. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Ballads 'N' Bullets (Audio CD)
Wenn ich den vielen himmeljauchzend positiven Rezensionen und der, wie in einer anderen Rezension richtig konstatierten "stark selbstbeweihräuchernden" Selbstbeschreibung der Band hier glauben schenke, dann müsste es sich bei "Ballads 'n' Bullets" um nicht weniger als einen Meilenstein der Klavier-basierten metallischen Musik handeln. Dieser Umstand hat sich beträchtlich in meinen Erwartungen niedergeschlagen, entsprechend hart muss ich leider mit dem Hörerlebnis ins Gericht gehen. Denn vergleiche ich dieses Werk mit den Referenzalben des Genres, z.B. den ähnlich gelagerten "Winds" (insb. "The Imaginary Direction Of Time"), den zwar schwarzmetallischen, aber dennoch stilistisch verwandten "Vintersorg", den avantgardistischen "Arcturus" oder den Bands um Jon Oliva (Jon Oliva's Pain, Savatage), so macht sich schnell Ernüchterung breit.

Um "In Legend" vorweg von diesen Bands abzugrenzen: Vintersorg und Arcturus sind nicht ganz so Piano-lastig, wobei bei In Legend genau dieses Instrument ja das zentrale Sound-Charakteristikum darstellt. Winds hingegen sind etwas symphonischer, weben auch Streicher in den Sound ein, sind aber gleichzeitig harmonisch komplexer als die ansonsten ähnlich gelagerten Bands Jon Olivas.

Das Album hat durchaus seine Höhepunkte, so z.B. das Opener-Duo, welches tatsächlich den Drive entwickelt, den die Beschreibung verspricht. Auch das letzte Albumdrittel ist weitgehend überzeugend. "Soul Apart" wird zu Beginn von einem starken Rhythmus getrieben und wiegt so zumindest den seichten Refrain auf. Das dezent mit elektronischen Sounds spielende "Prestinate" weiß vollständig zu überzeugen und ist durch die Mischung von symphonischen Komponenten und wabernden Samples tatsächlich im näheren Wortsinne innovativ. "A Hanging Matter" nimmt den Faden schön auf, kontrastiert das Piano-Spiel mit markantem Drumming und entwickelt sich in der zweiten Hälfte zu einem ziemlich mitreißenden Opus, was insbesondere dem erfrischend andersartigen Vocal-Mittelpart und den Tempovariationen geschuldet ist - für mich der späte Höhepunkt des Albums. Danach gibt's qualitativ jedoch nur eine Richtung: es geht abwärts. "Heya" hat einen netten sing-along-Part, gibt sich ansonsten aber verzichtbar. Das abschließende "Universe" klingt dann völlig nach Disney-Soundtrack, gekrönt mit einer gesunden Portion Fünftklässlerenglisch ("I want to fade with you away" - ernsthaft?!?).

Wenn die Beschreibung unverfroren von der Erschließung des "unentdeckte[n] Terrain[s] harter Musik für das Piano" spricht, kommt mir die Galle hoch. Wer mal hören will, wie die nahezu perfekte Symbiose aus Härte und Pianomusik klingt, dem seien wärmstens "Fleshgod Apocalypse" empfohlen, welche enorm vielschichtige und vor allem beeindruckend konsistente Arrangements aus einem reduzierten Symphonie-Sound und klassischem Death Metal weben. Diese Härte hingegen geht "In Legend" völlig ab. Klar, würde man einen der lauteren Titel auf dem Album im Radio spielen, wäre das Geschrei groß. Aber nimmt man Metal als Maßstab, so hat die Band den Härtegrad quasi auf Null reduziert.

Was mich an "Ballads 'N' Bullets" jedoch bei weitem am meisten stört, ist, dass "In Legend" insbesondere in der ersten Hälfte der Spielzeit viele belanglose Klimpereien einbauen, die einen drastischen Kitsch-Einschlag aufweisen und die das Album in eine gefährlichen Nähe zum Easy-Listening-Piano-Pop (im negativen Sinne) rücken. Die Beschreibung spricht hier von "Leidenschaft". Meinen Ohren nach zu urteilen klingt das Album jedoch über eine gute Strecke leider nicht selten kitschig, Klischee-beladen und überaus seicht (Paradebeispiele: "At Her Side", "Universe", "Stardust" und der gruselige Refrain von "The Healer") - und ist damit weit von der Vermittlung echter Leidenschaft entfernt. Die entsprechenden Passagen sind dabei nicht - wie bei vielen Alben von ansonsten technisch virtuosen Pianisten - zweckentfremdete Frickeleien, sondern bauen schlicht auf äußerst einfallslose Arrangements. Das klingt dann in etwa wie eine uninspirierte Power Metal-Kapelle, mit dem Unterschied, dass die cheesy Leadgitarre hier durch ein Piano ersetzt wurde. Störend ist dabei insbesondere, dass der Sound des Pianos unnatürlich und wenig organisch klingt, wodurch diese Parts dann schlicht billig anmuten. Ich weiß nicht, ob das Album mit einem echten Flügel bzw. Klavier aufgenommen wurde - falls ja, wird das jedenfalls durch die Produktion (un)geschickt kaschiert.

Es ist durchaus richtig, dass "In Legend" in den raren, besten Momenten ebenso unverbraucht wie eigenständig klingen. Allerdings hat "Ballads 'N' Bullets" auch ein prägenderes zweites Gesicht, nämlich die öde Fratze harmonisch einfallsloser Hintergrundmusik. Mir fällt dieses Urteil doppelt schwer, weil ich selbst Piano der unterschiedlichsten Gangart spiele und über viele verschiedene Bands die Kombination aus harter Musik und Klavierklängen schätzen und lieben gelernt habe. Ich habe es oft versucht, aber insgesamt weiß mich dieses Album schlicht nicht zu überzeugen - und diese Enttäuschung ist insbesondere angesichts der Lorbeeren, die das Album hier kassiert hat, extrem bitter.


Die Arena: Under the Dome
Die Arena: Under the Dome
von Stephen King
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Blüte einer 30 Jahre gereiften Idee, 21. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Arena: Under the Dome (Taschenbuch)
Chester's Mill, eine amerikanische Kleinstadt, wird von einer Sekunde auf die andere durch eine gigantische, scheinbar unzerstörbare Kuppel überstülpt. Der zweite Stadtverordnete "Big Jim" Rennie nutzt die Gunst der Stunde und schwingt sich zum Machthaber über die Stadt auf. Die Lage eskaliert...

Der Plot vom neuen King-Roman "Die Arena" ließe sich bequem in 5 Zeilen zusammenfassen - trotzdem hat der Roman über 1000 Seiten. Episches Meisterwerk oder endlos aufgeblähte Idee?

"Die Arena" ist Genre-technisch irgendwo zwischen einem Alternate Reality-Konzept, Science Fiction und dem gesellschaftspolitischen Porträt einer amerikanischen Kleinstadt anzusiedeln. In King-Manier wird diese Mixtur mit einer Prise Horror gewürzt, einmal umrühren, fertig! Nicht, dass Sie mich falsch verstehen: Das Buch liest sich dabei stets äußerst flüssig und spannend.

Aber nein, perfekt ist der Roman nicht - bei Weitem nicht. Insbesondere die im Präsens verfassten Passagen, die eine Art Situtationsanalyse darstellen, wirken regelmäßig allzu dozierend, stilistisch zu sehr an streng religiöse Texte angelehnt, Pathos-überladen und daher ermüdend. Hier hätten ein paar Seiten weniger sicher nicht geschadet. Auch kränkelt "Die Arena" an einigen logischen Fehlern, die ich hier leider nicht ansprechen kann, ohne wichtige Teile der Handlung vorwegzunehmen. Kontrastiert werden diese Kritikpunkte jedoch durch den starken Drive, den die Erzählung im Laufe der Geschichte entwickelt. King versteht sich nach wie vor enorm gut darauf, eine dichte Atmosphäre aufzubauen. Den wichtigen Charakteren wird die notwendige Tiefe verliehen, die ständigen Ränkespiele wirken authentisch, auch wenn man manchmal das Gefühl hat, dass es eigentlich nicht zwingend notwendig gewesen wäre, den Leser mit weiteren Personenstudien zu überladen.

Die Essenz, die grundlegende Idee hinter diesem Roman ist in ihrer Breite episch, faszinierend und ebenso reizvoll, wie konzeptuell herausfordernd. Wirklich neu ist sie indes nicht; bereits 1963 veröffentlichte Marlen Haushofer mit "Die Wand" einen Roman mit demselben Isolationsgedanken. Kings Umsetzung fokussiert sich allzu oft auf seine dem Horror-Genre entsprungene Spezialität, nämlich die minutiöse Beschreibung grotesker Gewalthandlungen der Akteure. Dabei zieht er ebenso eindeutig, wie der "Dome" Chester's Mill von der Umgebung abgrenzt, eine klare Linie zwischen Gut und Böse und lässt die Graustufen mitunter etwas vermissen. Wenn sich King später um eine Profilschärfung bemüht und den Charakteren quasi nachträglich noch Schattenseiten andichtet, wirken diese etwas aufgesetzt. Gerade die Verzweiflung, die Hilflosigkeit und das Grauen, dem die Bewohner der Kuppel urplötzlich unterworfen werden, also letztlich die entscheidenden Elemente im atmosphärischen Kontext des Romans, sprangen beim Lesen nicht wirklich auf mich über, weil eben nur der direkte, physische Horror (über-)detailliert beschrieben wird, während psychologische Aspekte zu kurz kommen. Auch fand ich die Auflösung wenig befriedigend.

Allerdings wiegt das Buch diese Mängel mit einer deutlichen klimapolitische Message, einer innovativen Idee und einer weitgehend überzeugenden Handlung auf. Zwar hätte es eine dichtere, auf 600 Seiten gekürzte Fassung leichter gehabt, mich zu überzeugen, aber nichtsdestotrotz war das Buch für mich - natürlich auch aufgrund der Horror-Komponente - spannend und insgesamt doch eine lohnende Investition.

Knappe 4 Sterne für ein sehr ambitioniertes und auch in der Umsetzung überwiegend gelungenes Werk.


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