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Rezensionen verfasst von
P. Labus "power_pete" (Görlitz)
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Wunschloses Unglück: Erzählung (suhrkamp taschenbuch)
Wunschloses Unglück: Erzählung (suhrkamp taschenbuch)
von Peter Handke
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,00

17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der junge Handke, 16. September 2005
"Wunschloses Unglück" ist eines der frühen Werke Handkes. Es handelt von seiner Mutter, wobei das Verb "handeln" hier vielleicht falsche Assoziationen weckt: Handke malt ein Bild von seiner Mutter, das klar und durchsichtig ist, sachlich und dabei so wunderbar bewegend, weil es den Leser fühlen lässt, was jene Frau durchgemacht haben muß.
Als Mädchen auf dem Lande wächst sie auf, erhält dort kaum Bildung, obwohl sie wissbegierig ist und sicherlich auch begabt, doch sie muß sich in die Gesellschaft einpassen, die Rolle der damaligen Frau spielen: Haushalt und Kinder. Sie erträgt dieses Leben auf Dauer nicht, zu viel Langeweile und Einsamkeit, ein trunksüchtiger Ehemann, den sie nicht liebt, drei Abtreibungen und immer diese Lust auf das Leben, das Erleben, welche sie aber nicht stillen kann. Daran geht sie am Ende zu grunde.
Der Ich-Erzähler und Sohn greift in die Beschreibung hinein, berichtet von dem Schreibprozess, die Arbeit und Kraft, die er erfordert. Handke verbindet hier innere und äußere Realität, schaft damit eine "Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt".
Ein sicherlich sehr persönliches Buch, welches aber trotzdem kein Denkmal für eine Mutter wird, oder das wenigstens versucht zu werden. Nur eine Beschreibung, ein Bild, mit erzählerischen Qualitäten die mindestens an Stefan Zweig heranreichen.


Leichter als Luft: Moralische Gedichte (suhrkamp taschenbuch)
Leichter als Luft: Moralische Gedichte (suhrkamp taschenbuch)
von Hans Magnus Enzensberger
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,50

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar leichtfüßig, 12. August 2005
Was haben Gedichte gemeinsam mit dem Helium, den Heiligenscheinen und dem Ich? Dass sie leichter als Luft sind, behauptet Enzensberger; und in der Tat sind seine Verse nie durch bleierne Füße aufgefallen. Die mürrischen, die schrillenden, die jammernden Töne gefallen ihm nicht.
Die knapp 80 Gedichte in diesem Band machen dem Untertitel alle Ehren, ohne dabei auf philosphische Daumenschrauben zurückzugreifen. "Der Zorn altert, die Ironie ist unsterblich." Mit diesem Zitat von Wolf Lepenies lässt sich dieses Werk wohl am besten beschreiben.
Ein Schmankerl nicht nur für Enzensberger-Fans.


Lebensansichten des Katers Murr: nebst fragmentarischer Biographie des Kapellmeisters Johannes Kreisler in zufälligen Makulaturblättern
Lebensansichten des Katers Murr: nebst fragmentarischer Biographie des Kapellmeisters Johannes Kreisler in zufälligen Makulaturblättern
von Ernst T. A. Hoffmann
  Gebundene Ausgabe

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Katzen würden Prechtl kaufen, 12. Juni 2005
Von den Zeitgenossen im 19. Jahrhundert verkannt und missachtet, wurde E. T. A. Hoffmanns romantischer Roman mit seiner kühnen Poetik erst viel später als Vorläufer der Moderne gewürdigt. Die ineinander verflochtenen Geschichten des zwischen Genie und Wahnsinn schwankenden Musikers Kreisler und des mit Geist, Verstand und scharfen Krallen ausgestatteten Katers Murr bieten noch heute eine vergnügliche Lektüre. Satire, Parodie und Montage sind Hoffmanns bevorzugte literarische Verfahren. Mit analogen Mitteln hat der deutsche Grafiker M. M. Prechtl 180 Jahre später kongeniale Bilder geschaffen. Sein Geschick bei der Darstellung von Tieren mit allzu menschlichen Eigenschaften hat er schon bei der Illustration von Goethes "Reineke Fuchs" und Thomas Morus" "Utopia" bewiesen. Mit virtuos altmeisterlicher Technik portraitiert er nun die Katzenwelt. Den Umschlag ziert Murr selbst, der mit Brille, Feder und Tintenfass nach Meinung des Autors "frappant getroffen" ist. Es folgt eine Reihe berühmter Samtpfoten aus der Kunstgeschichte von Leonardo bis Picasso und aus der Weltliteratur von T. S. Eliot, der die Vorlage des Musicals "Cats" geliefert hat, bis zu Edgar Allan Poe, dessen einäugige schwarze Katze gar gruselig die Zähne bleckt. Eingestreut in den Text sind dazu noch Schwarzweißillustrationen, die tief aus dem Fundus der Überlieferung schöpfen. Da kommt einem beim Betrachten doch manches sehr bekannt vor. E. T. A. Hoffmann, selbst ein Meister der offenen und versteckten Zitate und Anspielungen, hätte an Prechtls prächtigen Bildeinfällen gewiss seine helle Freude gehabt. - Augenschmaus und Lesefutter für höchste Ansprüche.


Die Saat des goldenen Löwen. Das Lied von Eis und Feuer 04
Die Saat des goldenen Löwen. Das Lied von Eis und Feuer 04
von George R. R. Martin
  Taschenbuch

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leichte Schwächen..., 16. Mai 2005
Die Saat des Goldenen Löwen" leistet sich dramaturgisch keine Fehler, lediglich die Übersetzer haben wieder einige Namen durcheinander geworfen: so ist mal von einer Lokkys, mal von einer Lollys die Rede, auch wenn es ein und die selbe Person sind. Ebenso wird Daenerys stärkster Drache abwechselnd Rhaegal, Rhaegon und schließlich Rhaegar genannt. Sieht man von solchen kleinen Fehlerteufeln ab, liegt man, was die Handlung, Spannung und atmosphärische Dichte angeht hier von der ersten bis zur letzten Seite goldrichtig. Wer die Geduld aufbringen kann, auf weitere Bände zu warten, wird hier mit der besten Saga seit dem Herrn der Ringe belohnt. Ein Muss für alle Fantasy-Fans - und dieses Mal sind das keine leeren Worte.


Der Thron der Sieben Königreiche. Das Lied von Eis und Feuer 03.
Der Thron der Sieben Königreiche. Das Lied von Eis und Feuer 03.
von George R. R. Martin
  Taschenbuch

27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Zyklus geht weiter...., 16. Mai 2005
Im dritten Band des Vorzeige-Zyklus moderner, realistischer Fantasy ufern die Ereignisse weiter aus und auch das Personal, aus dessen Perspektive berichtet wird, erweitert sich.
Je mehr man von der Welt der Sieben Königreiche erfährt, desto fremdartiger erscheint sie, und was zu Beginn nach einer reinen Mittelalterwelt aussah, gewinnt immer mehr an Magie, fremden Kulturen und Fabelhaftem hinzu.
Der Kern der Handlung ist weiterhin undurchschaubar, und wenn Martin zuläßt, daß man Vermutungen anstellt, dann nur, um sie im nächsten Kapitel wieder über Bord zu werfen. Das tut der Sache aber keinen Abbruch, denn der spannende Erzählstil läßt auch in diesem Band keine Atempause aufkommen. Die einzigen Szenen, die nicht ganz mit der sonstigen Qualität mithalten können, sind diejenigen mit Davos als handelndem Charakter. Er scheint nicht interessant genug zu sein, als daß man ihn so vollends ins Herz schließen oder hassen könnte, wie die übrigen Hauptcharaktere.
Akzeptieren muß man allerdings die teilweise heftigen Gewalt- oder Sexszenen, die Martin einbaut, die zwar niemals im Sinne von Folter oder Effekthascherei benutzt werden, aber dennoch harter Tobak sind. Sie fügen sich immer nahtlos in die Handlung und die Welt ein, aber zerstören nachhaltig die Vorstellung vom ewig jugendfreien Fantasy-Roman.
Eine sprachliche Glanzleistung liegt sowohl in den realistischen Dialogen wie auch in den stimmigen und schönen Beschreibungen vor.


French Operetta Arias
French Operetta Arias
Preis: EUR 22,21

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen C'Est Ca la Vie, C'Est Ca l'Amo, 24. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: French Operetta Arias (Audio CD)
„Mißratene, aber umso mehr geliebte Töchter der Opéra Comique" hat man sie genannt, die französischen Operetten der Offenbach-Nachfolger André Messager (1853-1929) und Reynaldo Hahn (1847-1947), in deren musikalische Fußstapfen wiederum der Liedschreiber Maurice Yvain (1891-1965) und der Zarzuelakomponist Moises Simons (1888-1945) getreten sind. Ein Sonderfall ist Arthur Honegger (1892-1955), den man auf den ersten Blick nicht gerade mit Operette in Verbindung bringt - obwohl er zusammen mit Jacques Ibert noch zwei weitere komponiert hat -, sondern mit der avantgardistischen Komponistengruppe „Les Six".
Der Löwenanteil des Programms gehört Messagers duftig leichten Werken L'amour masqué, Fortunio, Coups de roulis, Passionnément, Les P'tites Michu, La Petite Fonctionnaire, Les Dragons de l'impératrice und Hahns charmanten Petitessen Ô mon bel inconnu, Brummel, Mozart und Ciboulette. Aber noch erstaunlicher als die musikalische Frische dieser hierzulande so gut wie unbekannten Operetten ist die überragende Interpretin: Die Britin Susan Graham verfügt nicht nur über ein perfekt idiomatisch artikuliertes Französisch, sondern entfaltet darüber hinaus eine chamäleongleiche Fähigkeit, ins glitzernde, farbenprächtig schillernde Kostüm der jeweiligen Operettenfigur zu schlüpfen. In perfekter musikalischer Mimikry versteht sie es, in diesen Liebesliedern - um solche handelt es sich fast ausschließlich - charmant zu kokettieren, sinnlich zu girren, verführerisch zu schmeicheln, ihrem weich timbrierten hohen Mezzo nostalgisch verträumte Töne zu entlocken.
Als sensibler Begleiter am Pult zeigt sich der Dirigent Yves Abel, der der Sängerin einen attraktiv schimmernden, doch sich nicht in den Vordergrund drängenden Klangteppich ausbreitet.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 31, 2014 7:16 PM MEST


Hohle Köpfe: Ein Scheibenwelt-Roman
Hohle Köpfe: Ein Scheibenwelt-Roman
von Terry Pratchett
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Krimi der Extraklasse, 19. Juni 2004
Hohle Köpfe ist der dritte Scheibenweltroman des Wachen-Zyklus. Er handelt von den "hohlen Köpfen", den Golems - aus Lehm geschaffene Maschinen, die eigendlich ihrem Herrn zu Treue verpflichtet sind. Doch scheinbar hat sich daran etwas geändert, wie Sir Samuel Mumm annimmt, als er zwei scheinbar sinnlose Morde aufzuklären versucht.
"Hohle Köpfe" ist mit Sicherheit der bis dahin beste Wachenroman (vielleicht nach "Helle Barden"), wiederum mit einem neuen Wächter, Grinsi Kleinpo, der seinem Namen alle ehren macht. Aber auch Nobby ist wieder herrlich in Szene gesetzt und verleihtet zu herzhaften Lachanfällen. Trotzdem muß man sagen, dass Pratchett mit diesem Roman vorallem einen Krimi erschaffen hat, der nicht vorhersehbar ist, sondern gekonnt mit eingeworfenen Details den Leser verwirrt und ihn erst gegen Ende zu einem "AHA"-Effekt kommen lässt.
Nicht unbedingt ein Einstiegsroman (vorher unbedingt "Wachen, Wachen!" und "Helle Barden" lesen), jedoch ein Muß für jeden Pratchett-Fan.


Amigo 1960 - High Bohn
Amigo 1960 - High Bohn

19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Bohnenduell für die ganze Familie, 16. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Amigo 1960 - High Bohn (Spielzeug)
High Bohn ist eine Erweiterung für Bohnanza und das 1/2-Spielerset Al Cabohne. Hauptbestandteil sind verschiedene Gebäude, die der Spieler im Verlauf des Spiels erwerben kann. Dabei gibt es für jede Bohnensorte verschiedene Gebäude, die auch nur mit den Talern der entsprechenden Bohnen gekauft werden können. Jedes Gebäude hat verschiedene Vorteile: Angefangen von Bonustalern über extra Bohnenfelder (zum Teil nur für eine Sorte) bis hin zu Regelvorteilen für den Käufer, wie zum Beispiel der Möglichkeit zwei Bohnensorten abwechselnd auf ein Feld anbauen zu können.
Die Regeln sind einfach zu begreifen, jedoch komplexer als die der Basisspiele. Insgesamt eine sehr schöne Erweiterung, die die Möglichkeiten im Spiel und dadurch auch den Spielspaß enorm steigern. Ein Manko hat die Sache allerdings trotzdem: eine Variante für Al Cabohne + Prohibon (die beiliegende Erweiterung für Al Cabohne) für nur einen Spieler wird im Regelheft nicht beschrieben...


Amigo Spiele 930 - Bohnanza Al Cabohne
Amigo Spiele 930 - Bohnanza Al Cabohne
Preis: EUR 7,99

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bohnanza für zwei, 16. Juni 2004
Al Cabohne ist ähnlich aufgebaut wie Bohnanza, allerdings ist es für ein oder zwei Spieler ausgelegt. Man benötig auch nicht das Originalspiel, Al Cabohne ist komplett ohne Zusätze spielbar.
Ein oder zwei Spieler haben die Aufgabe sich gegen die Bohnenmafia durchzusetzen, die in regelmäßigen Abständen Bohnen ihrer Gegner klaut. Die Regeln sind wieder sehr einfach, wodurch auch zu Beginn der Spielspaß nicht außen vor bleibt. Als Solospieler hat man die Aufgabe doppelt so viele Taler wie die Bohnenmafia zu erwirtschaften, was durchaus nicht leicht aber auch nicht unschaffbar ist.
Alles in allem ein sehr gut gestaltetes Spiel (auch in Hinsicht auf die Grafiken), was es nun endlich auch einem einzelnen Bohnanzafan ermöglicht eine Partie zu spielen, wenn sich gerade kein Mitspieler finden lässt.


Wachen! Wachen!
Wachen! Wachen!
von Terry Pratchett
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pratchett at his best!, 8. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Wachen! Wachen! (Taschenbuch)
"Wachen, Wachen!" ist der Beginn des Wachen-Zyklus' von Terry Pratchett. Er spielt komplett in der größten Stadt der Scheibenwelt: Ankh-Morpork. In einigen seiner älteren Romane (zb. "Gevater Tod") spielten schon einige Szenen in dieser atemberaubenden Stadt, doch nun ist es dem Leser zum ersten mal möglich dieses Stadt mit all ihren guten (?) und schlechten Seiten kennenzulernen.
Samuel Mumm ist Hauptmann der Nachtwache, die zu diesem Zeitpunkt ein ungeordneter Haufen aus unfähigen Leuten ist, die bei der Wache auf ein wenig Geld und einen schnellen Aufstieg hoffen. Bisher gab es keine nennenswerten Probleme, doch das soll sich nun ändern, denn ein Drache bedroht die Stadt...
"Wachen, Wachen!" setzt die Tendenz Pratchetts fort, weniger auf 'platte' Reime als auf eine spannende Story mit allerlei unerwarteten Wendungen zu setzen. Der (Wort-)Witz geht ihm deshalb trotzdem nicht verloren und aus diesem Grund, sollte jeder Pratchettfan und natürlich auch die, die es werden wollen, dieses Werk gelesen haben!
Als Einstieg sehr gut geeignet und als Anfang einer Reihe mit noch besseren Romanen ein absolutes Muß!


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