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Rezensionen verfasst von
Andre Sitter (Mannheim)

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Wheel of Time 14. Memory of Light
Wheel of Time 14. Memory of Light
von Robert Jordan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 7,50

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Danke Jordan! Danke Sanderson! Es ist vollbracht!, 20. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die folgende Rezension bemüht sich darum Spoiler zu vermeiden. Für viele von uns geht mit diesem Buch eine Jahre bis jahrzehntelange Reise zu Ende. Als ich den ersten Teil las war ich noch ein Grundschüler und begeistert von der schier überwältigenden Welt des Rads der Zeit. Heute über 20 Jahre später stehe ich fest im Berufsleben und vieles ist anderes geworden, aber die Begeisterung ist noch da.

Ja das vorliegende Buch ist ein Abschluss und ja Sanderson gelingt es fast jeden Faden aufzugreifen und zusammen zu weben. Auf über 900 Seiten geht es in erster Linie um Schlachten, große und epische Schlachten mit hunderttausenden Toten. Nicht jeder Charakter bekommt dabei den Raum, den er oder sie verdient. Das wäre aber auf Grund der schieren Menge der Ereignisse auch kaum möglich. In diesem Buch passiert mehr als in den Bänden sieben bis zehn zusammen. Gerade in den letzten 300 Seiten geschehen viele Dinge auf die wir schon ewig gewartet haben. Anders als zuvor werden die Helden in diesem Kampf nicht verschont. Der Tod vieler Charaktere ist zum Teil erschütternd, zum Teil zu kurz geraten und wirkt fast beiläufig. Dennoch werden bei vielen sicher Tränen fließen. Von den drei großen Helden habe ich Mat und Rand weit mehr als Perrin genossen, aber das mag Geschmackssache sein. Mit Ausnahme von Egwene gibt es in dem Buch sehr wenig Aes Sedai Blickwinkel, dafür aber den Asha'man Androl als sehr ausführlichen Charakter. Ob das so gewollt war oder daran liegt, dass die Black Tower Geschichte nicht rechtzeitig vor dem Ende abgeschlossen wurde, sei dahingestellt. Androl ist ein sympathischer Charakter, aber seine Fähigkeiten riechen verdammt danach, dass Sanderson in seiner Freizeit das Videospiel Portal intensiv gespielt hat. Eine herausragende Rolle für den Schatten spielt in diesem Buch Demandred. Sein Auftauchen sorgt nicht für eine große Überraschung, die ich hier nicht vorne wegnehmen möchte, vielmehr ist der Charakter auch eine herrliche tragische Figur und zeigt uns wie tief und gut durchdacht Jordans Welt wirklich ist. Auch Lanfear und Grandeal sind genauso wie sie sein sollten. Sanderson war letztendlich die richtige Wahl diese Geschichte abzuschließen. Das Buch ist mehr als reine Pflichterfüllung. Es ist eine Liebeserklärung und zeigt Sanderson auf dem Weg zum Robert Jordan unserer Zeit.

Alles in allem kann dieses Werk beinahe als vollkommen gelungen bezeichnet werden, wäre da nicht der Epilog. Dieser ist vom Inhalt sicherlich nicht zu beanstanden, aber deutlich zu kurz. Da lesen wir zehntausende Seiten und bekommen am Ende in nicht mal 20 Seiten einen sehr dürftigen Ausblick auf das, was nach dem Ende passiert. Wer an dieser Stelle weitere Romane vermutet, liegt aber leider falsch, da die Witwe von Robert Jordan dem einen Riegel vorgeschoben hat. De facto hatte Jordan aber vor seinem Tod mindestens eine Triologie nach dem Ende dieses Buches geplant und das spürt man. Aber vielleicht ändert sich das ja noch. Ich würde gerne auch in Zukunft mehr aus dieser Welt lesen.


Saga of the Swamp Thing Book Three
Saga of the Swamp Thing Book Three
von Alan Moore
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 23,15

5.0 von 5 Sternen Der amerikanische Horror, 21. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Im dritten Buch dekonstruiert Alan Moore die Mythen der amerikanischen Wohlstandsgesellschaft.Wir erleben die Folgen uneingeschränkten Glaubens an den technischen Fortschritts als Nukeface als dunkler Prophet der Atomgesellschaft auftritt. Wir sehen in einer Abwandlung der Vampirgeschichte die Idylle des Lebens mit einer Kleinfamilie in amerikanischen Vorstädten gefährdet, wir sehen mit Entsetzten die unverarbeitete Geschichte der Stigmatisierung der weibliche Periode und wir beobachten wie in einer sehr düsteren Geschichte wie die dunkle rassistische Vergangenheit der Südstaaten in den Vordergrund tritt. Moore zeigt uns wie brüchig die Zivilisation an sich ist. Hinter ihr wartet das Andere. Jenes was wir gerne ausblenden.

Besonders zu erwähnen ist das erste Auftreten der Figur Jon Constanine in diesen ersten Heften, auch wenn Moores Charakterisierung sehr von den späteren Prägungen der Figur abweicht. Ebenfalls hervorzuheben sind hier die Zeichnungen von Totleben & Co. In vielerlei Hinsicht stellt dieses Buch den Höhepunkt der Swamp Thing Reihe aus künstlerischer Sicht dar. Ob Vampire, die unter Wasser leben, Frauen, die sich in Werwölfe verwandeln oder Menschen, die sich in Atommüll auflösen, all noch so groteskes und abscheuliches ist hervorragend illustriert. Wer die ersten Bände gelesen hat wird mit diesem Band nicht enttäuscht werden.


The Incal
The Incal
von Alejandro Jodorowsky
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 43,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gedankenmanipulation pur, 19. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Incal (Gebundene Ausgabe)
Der Incal ist eines jener Werken, die als große Klassiker der Comic Literatur bezeichnet werden. Wer das Buch zum ersten Mal in der Hand hält mag sich diesbezüglich durchaus wundern. Die Farben und Zeichnungen wirken mitunter so als ob der Zeichner unter Einsatz diverser Mittelchen sein Werk verbracht hat. Nach etwas Recherche über Meister Möbius ist dann auch anzunehmen, dass hinter dieser Vermutung ein gutes Stück Wahrheit stecken könnte. Die eigentliche Geschichte zu erzählen ist dann auch eher schwierig. Sie ist absolut unvorhersehbar und arbeitet mit vielen Doppeldeutungen mit Begriffen der Esoterik und Religion. Grob gesagt handelt es sich um eine 'Verschiedene Figuren rotten sich zusammen um das Universum zu retten' Geschichte. Das ist allerdings dann auch wieder so grob gesagt, dass es dem Einfallsreichtum der beiden Autoren nicht ansatzweise gerecht wird. Ich empfehle vor dem Lesen der eigentlichen Geschichte das Buch erst mal durchzublättern und die Zeichnungen an sich auf sich wirken zu lassen. Der Incal arbeitet viel mit Eindrücken und Subtext, die einem auf den ersten Blick entgehen können. Trotz teilweise sehr geringem Einsatz von tatsächlichen Dialog braucht es daher etwas Zeit und man sollte dem Beispiel von Meister Möbius folgen damit das Ganze wirklich wirkt. Dies ist keine Geschichte für jeden und das ist auch gut so.

Die vorliegende Ausgabe vereint den gesamten Incalzyklus in einem Band und zwar in den Orignalfarben von Möbius. Extras gibt es leider keine, auch kein Lesebändchen. Dafür ist das Ganze recht stabil und die Farben glänzen hervorragend. Zu diesem Preis ist das Ganze sowieso grenzenlos günstig. Den Rest kann man ja anderweitig gut investieren. Kaufempfehlung!
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The Price of Spring (Long Price Quartet)
The Price of Spring (Long Price Quartet)
von Daniel Abraham
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Die Folgen des Krieges, 19. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem im Vorgängerband die bestehende Welt mehr oder weniger komplett aus den Fugen gehoben wurde, schreibt Abraham in diesem Band nun die Zukunft nach dem Ende der Welt. Diese Zukunft ist kompliziert und ohne einfache Antworten. Wie kommt eine Welt der Magie ohne Magie aus? Wie finden ehemalige Todfeinde als Bündnispartner zusammen? Kann es Vergebung für Massenmord geben? Wie werden aus ehemaligen besten Freunde Todfeinde? Und was passiert wenn in der eigenen Familie unangenehme Wahrheiten ans Tageslicht treten?

Der Preis des Frühlings ist hoch. Abraham schreibt ein sehr persönliches Buch über seine Charaktere ohne weitreichende Kampfszenen. Vielmehr schreibt er ein Buch darüber was nach einem Kampf alles passieren muss. Also genau das, was wir in klassischen Kriegsgeschichten ausblenden. Seine Charaktere sind gezeichnet vom Tod und Leid einer ganzen Generation. Dabei verschwimmen Wahrheit und Lüge, Gegenwart und Zukunft und Freund und Feind. Nicht alle haben das Ende des Bisherigen gut überstanden und so steht im Mittelpunkt schließlich auch die Frage ob Rache erstrebenswert ist und wenn ja: Rache gegen wen eigentlich im Angesicht der totalen Vernichtung?

Insgesamt betrachtet ist Abraham ein wundervolles Buch und ein glänzender Abschluss einer Reihe gelungen. Es ist ein Abschluss der in vielerlei Hinsicht neue Standards setzt und kein noch so ein unangenehmes Detail auslässt. Und es ist ein Abschluss ohne losen Enden. Das war es mit der Welt um Maati und Otah. Ich werde sie vermissen. Vielen Dank an den Autor für eine der besten Serien des letzten Jahrzehnts.


Blade of Tyshalle
Blade of Tyshalle
von Matthew Woodring Stover
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grausam, böse, lesenswert, 18. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Blade of Tyshalle (Taschenbuch)
Stover ist wahrscheinlich eines der am besten gehüteten Geheimnisse der gegenwärtigen Fantasyliteratur. Während sich seine Lizenzromane aus dem God of War und Star Wars Universum glänzend verkaufen, so werde seine unabhängigen Gehversuche von der breiten Masse ignoriert. Dies ist bedauerlich. Denn kaum ein anderer Autor traut sich zu einen derartigen gewagten Text zu schreiben, der voll von bitterböser Menschenverachtung als auch philosophischen und sozialen Kommentaren ist. Der Autor kombiniert dabei geschickt verschiedene Fantasy und Science Fiction Elemente und vermischt das Schicksal zweier Welten, zweier religiöser und sozialer Systeme und zweier Technologien. Im Mittelpunkt steht dabei die Grundfrage in wie fern es einem Menschen möglich ist, dass zu sein was er oder sie sein möchte und in wie fern dies durch die Umstände der sozialen Welt bestimmt wird. Allen in Allem ist das gelungen, aber genauso gut gesehen vollkommen überladen und überfrachtet. Dieses Buch zu lesen ist herausfordernd, nicht zuletzt gönnt einem der Autor keine Verschnaufpause. Auf 800 Seiten erleben wir eine Grausamkeit nach der anderen und einen insgesamt sehr düsteren Plot.

Das Buch ist der zweite Teil einer Reihe, die auch heute nach über 10 Jahren leider nicht komplett abgeschlossen ist. Dies sollte einem vor dem Kauf bewusst sein. Während es durchaus möglich ist diesen Band zu lesen und danach die weiteren Bände in Ruhe zu lassen (der dritte Teil ist um ein gutes Stück schwächer als dieser Teil), so sind Vorkenntnisse des ersten Teils Heroes Die zwingend erforderlich. Ebenso ist es erforderlich lange und detaillierte Geschichten über Vergewaltigungen, Folter und andere Nettigkeiten lesen zu können. Auch ist es erforderlich eine Geschichte über Helden zu lesen, die einem nicht unbedingt sympathisch erscheinen mögen. Im Wesentlichen ist das alles was einem an Autoren wie Abercrombie oder Morgan ebenfalls gefällt, nur hat Stover es zuerst getan. Daher eine klare und deutliche Kaufempfehlung. Auf amazon ist das Buch aktuell leider nur in einer Kindle Edition zu finden. Diese Edition ist allerdings fehlerfrei und sehr sauber gestaltet.


An Autumn War (Long Price Quartet)
An Autumn War (Long Price Quartet)
von Daniel Abraham
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Ein Kriegsbuch, 15. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Im mittlerweilen dritten Band seiner Reihe verzichtet Abraham nach wie vor auf jegliche Standardmittel des Fantasy Genre und schildert uns einen Krieg der etwas anderen Art. Es stehen sich gegenüber der größte General der galtischen Nation und unsere beiden Helden Otah und Maati, die auf Grund des Schutzes durch die Andat nur sehr wenig Ahnung von Krieg haben, aber sich durch die Andat unangreifbar fühlen. Was passiert aber, wenn dieser Schutz von heute auf morgen wegfällt?

Das dritte Buch der Serie stellt für mich jener Moment in dem ich Abraham nicht mehr als einer jener jungen Emporkömmlinge sehe, die zwar grundsätzlich Talent haben, aber noch Jahre brauchen werden bis Sie etwas schreiben, was sich wirklich lohnt zu lesen. Abraham schreibt auf wenig mehr als 430 Seiten mehr als vielen Autoren es auf der doppelten Menge gelingt. Es existiert keine einzige Stelle oder Seite, die als Füllmaterial benutzt wurde. Die Figuren selbst sind dabei überwiegend glaubwürdig. Positiv fällt auf, dass Abraham auch Frauen als Charaktere mitten in der Geschichte hat und dass diese Frauen keine klassischen Zerrfiguren der Reihe Prostituierte, Heilige oder Mutter sind. An sich ein trivialer Punkt den aber dennoch weit mehr als die Hälfte der Genreautoren nicht hin bekommt. Das Buch liefert wie der Titel es verspricht eine Kriegsgeschichte. Eine Geschichte in der die Zukunft zweier Nationen auf den Spiel steht. Der Autor tappt dabei nicht in die entsprechenden Fallen, sondern führt den Leser vielmehr gezielt in die Irre. Das Ende des Buches ist dann auch gnadenlos und gehört zum Gewagtesten, was ich überhaupt bisher gelesen habe.

An dieser Stelle dann auch die Warnung: Das Buch wird Ihnen nicht gefallen, wenn Sie bisher nur klassische Fantasy gelesen haben und hoffen das am Ende doch der Held das Böse besiegt und alles gut wird. Abraham geht von der Konsequenz des Plots eher in die Richtung George Martins. Insgesamt gesehen ist Abraham für mich zu einem Geheimtipp des Genre geworden. Wie in Amerika haben sich seine Bücher in Deutschland bisher sehr schleppend verkauft. Es ist keine Massenware, aber vielleicht genau Ihr Buch, wenn Sie etwas anderes lesen möchten.


Boomerang: Europas harte Landung
Boomerang: Europas harte Landung
von Michael Lewis
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

3.0 von 5 Sternen Amüsante aber relativ flache Reportagen, 5. Februar 2012
Ursprünglich kam ich auf dieses Buch durch einen Bericht in der Time. Dort wurden einige interessante Ausschnitte aus dem Buch gezeigt wie skurril und abseits jeglicher Realität einige Staaten in der Wirtschaftskrise gehandelt haben. Motiviert kaufte ich mir dieses Buch und erhoffte mir tiefere Einblicke. Was ich allerdings bekam war mehr von dem selben und ein amüsanter aber etwas fragwürdiger Schreibstil.

Der Autor greift sich eine vermeintliche kulturelle Macke eines jeweiligen Landes heraus und schreibt dann ein Kapitel über jenes Land in dem er diese kulturelle Macke mit dem Verhalten des Landes in der Wirtschaftskrise verbindet. Das ist grob und vereinfacht gesagt bei Island die aus Inzucht stammende Verdummung der Bevölkerung, bei Irland die aus langfristiger Armut resultierende Abhängigkeit von Alkohol, bei Griechenland die Kriminalität der Bevölkerung an sich und bei Deutschland die Faszination an Exkrementen. Wer nach diesem Satz erst mal stockt wird in diesem Buch mehrmals die Sprache verlieren. Lewis beschreibt in seinem Reiseberichten explizit jene angeblichen Besonderheiten des Landes. Ob er dabei in Island im Telefonbuch blättert und amüsiert anmerkt wie wenig verschiedene Nachnamen es gibt oder in der deutschen Sprache nach Sprichwörtern über Exkremente sucht (mein kleiner Scheißhaufen), ein leichtes bis mitunter großes Stirnrunzeln hat mich das gesamte Buch über begleitet.

Dabei ist die eigentliche wirtschaftswissenschaftliche Analyse weitgehend gelungen. Lewis gelingt es hervorragend einzelne Hintergründe aufzuzeigen und zu einem großen Ganzen zu verbinden. In diesem Zusammenhang findet er auch sehr viele amüsante und skurrile Details, die einem im Gedächtnis bleiben. Teilweise sind seine Reiseberichte aus kultureller Sicht auch durchaus gelungen und amüsant, wenn er mal nicht in die tiefe Klischeekiste greift. Gerade das fünfte Kapitel über Kalifornien weiß zu überzeugen. Zudem konnte ich an vielen Stellen dieses Buch herzhaft lachen.

Alles in allem würde ich das Buch daher für Leser, die seichte aber gut geschriebene Reportagen mit einigem fachlichen Hintergrund mögen empfehlen. Für den vorliegenden Preis lohnt sich das Buch allerdings eher nicht. Ich empfehle daher einen Gang in die örtliche Bibliothek.


The Night Circus
The Night Circus
von Erin Morgenstern
  Taschenbuch

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Höchst gemischte Gefühle, 18. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Night Circus (Taschenbuch)
Der Nachtzirkus ist in Amerika zu einem der meist beachteten Bücher des Jahres 2011 erhoben wurden. Dies liegt nicht zuletzt an der erstklassigen Vermarktung und den mitunter sehr schmeichelhaften Aussagen einiger sehr angesehener Autoren über das Buch. Wird das Buch aber diesen Ansprüchen gerecht oder ist es der Hype um das Buch weit übertrieben?

Leider ist es mir nach Lesen des Buches nur teilweise möglich diese Frage zu beantworten. Das Wesen des Buches erinnert an erster Stelle an Filme wie 'The Prestige' oder 'The Illusionist' hat allerdings auch eine Komponente jugendlichen Bildungsromans und vor allem eine sehr starke emotionale feminine Komponente. Das Resultat ist ein Buch, dass sehr stark von Eindrücken und Gefühle lebt, die der Leser im Idealfall dann auch spürt. Das Buch wird dabei von einer sehr ungewöhnlichen eleganten und leicht mystischen Sprachführung der Autorin getragen. Die Autorin versteht es uns an der Hand zu nehmen und in ihre Welt zu begleiten. Es finden sich innerhalb des Buches sogar einige künstliche Einschübe, die ausdrücklich der Beschreibung der Welt und der Gewinnung von Atmosphäre dienen. Diese Bereiche sind dann mitunter auch am Gelungensten. Sie sprühen vor Lebendigkeit und Einfallsreichtum.

Was der Autorin allerdings nur sehr bedingt gelingt ist eine durchgehende stringente Handlung. Der Fortschritt und Rhythmus der Geschichte sind nicht gleichmäßig und aufeinander abgestimmt. Neben einer plätschernden Haupthandlung schiebt die Autorin zudem eine Nebenhandlung mit ein deren Sinn wir erst in den letzten 40 Seiten erschließen können und auch dann wirkt das alles mehr künstlich als passend. Während die Hauptfiguren insgesamt glaubhaft aber sehr flach erscheinen, bekommen manche der Nebenfiguren nicht einmal diesen Raum zur Entfaltung und bleiben reine Namen mit ein, zwei Beschreibungen. Daher ist die Geschichte insgesamt leicht uneben. Über all diesen Problemen legt die Autorin eine unglaubliche Menge an gezielten metapherreichen Beschreibungen von Eindrücken und Gefühlen, die einem über diese Schwäche hinwegsehen lassen könnten. Das war es dann aber auch. Es gibt Momente wo diese Formel wunderbar funktioniert ' bspw. beim hervorragenden Ende ' und es gibt Momente in diesem Buch an dem ich ein leichtes Gähnen nicht verkneifen konnte. Es ist daher auch etwas schwierig den passenden Leser für diesen Buch zu finden. Wer bei einer Handlung nicht unbedingt nachdenkt und sich gerne von der Sprache und Gefühle mitreißen lässt wird hier aber sehr glücklich werden.


Saga of the Swamp Thing Book Two
Saga of the Swamp Thing Book Two
von Alan Moore
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 25,08

5.0 von 5 Sternen Tiefer in die Dunkelheit, 7. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem wir im ersten Band erlebten wie Alan Moore seine ersten Schritte in die Welt des Swamp Things macht, wird in diesem Band die Geschichte dichter und vor allem düsterer. Spätestens an dieser Stelle sollte allen Lesern bewusst sein, dass es sich hier um einen Horrorcomic handelt in dem es wenig Kompromisse gibt. Düster bedeutet dabei mitunter auch verstörend und bewusst verletzend. Moore gibt sich alle Mühe und entführt uns in diesem Band an manch dunklen Platz und bis in die Hölle selbst. Manches wird dem geneigten Leser sicherlich bekannt vorkommen, aber dies liegt in erster Linei daran, dass hier jene Impulse gesetzt wurden auf denen Gaiman in The Sandman und viele weitere große Graphic Novel Autoren aufbauen. Neben all den düsteren Heften (inklusive schöner Originaltitelbilder) finden sich in diesem Sammelabdn auch zwei thematisch anders ausgerichtete aber ebenfalls lesenswerte Hefte wieder. Da wären zum einen die Begegnung des Swamp Thing mit dem in erster Linie in Amerika bekannten Comicstripcharakter Pogo, die allerdings außer einem kleinen Schmunzeln und etwas Nostalgie nicht in Erinnerung bleibt. Ganz anders ist hingegen die Abschlussgeschichte Rite of Spring. Eine Liebesbeziehung zwischen einer Pflanze und einem Menschen ist ein skurriles Thema und hätte sehr leicht ins Klischeehafte oder abartige ausufern können, stattdessen zeigen die Autoren ihre ganze Brillianz auf.

Das dazugehörige Artwork ist fantastisch. Der Sumpf erwacht zum Leben in dumpfen allerdings wunderbar flüssigen und herausragend plastischen Farben, die mitunter ausufern und sich um Dinge wie Panelbeschränkungen nicht kümmern. Das Ganze wirkt aus heutiger Sicht vielleicht nicht mehr revolutionär und an der ein oder anderen Stelle vielleicht sogar befremdlich, für ein fast dreißig Jahre altes Comic ist der Stil gleichwohl genau passend. Insbesondere in der letzten Geschichte des Bandes Rite of Spring kommt man aus dem Staunen auch heute nicht mehr heraus.

Fazit: Nicht nur so gut wie der erste Teil, sondern eine konsequente Weiterentwicklung. Nichts für schwache Nerven.


Wölfe
Wölfe
von Hilary Mantel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr lohnend und tief, 6. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Wölfe (Gebundene Ausgabe)
Eine Vorwarnung: Das vorliegende Buch ist kein historischer Roman in dem Sinne, dass hier eine Liebesgeschichte für Altjungfern in einer romantischen Zeit erzählt wird. Es ist auch kein Roman in dem die Figuren moderne heutige Ansichten vertreten und eine damals rückständige Welt verbessern wollen. Und es ist erst recht kein Roman zum eben mal durchlesen. Vielmehr ist es ein Versuch eine längst vergangene Zeit zum Leben zu erwecken und dem Leben und Wirken von Thomas Cromwell Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

Thomas Cromwell spielt in der Mehrheitsmeinung der Geschichtsschreibung die Rolle eines genialen aber skrupellosen Opportunisten der ohne Moral der über Leichen ging um seine Ziele zu erreichen und seine Karriere zu fördern. In dieser Mischung erscheint Cromwell als eine Art englischer Albert Speer. In der vorliegenden Geschichte wird Cromwell allerdings anders dargestellt. Wir erleben ihn als wohlwollenden Technokraten und Pragmatiker, der in einer Meute von anderen skrupellosen Gestalten nicht weniger schlimm erscheint als es die Zeit verlangt. Zu diesem Zweck verlangt uns die Autorin einiges ab. Schwarz und Weiß sind in diesem Buch sehr relative Dinge. Politik und der Drang nach Macht überdenkt Menschlichkeit und die wenigen Momente von klarer Menschlichkeit werden in diesem Zeitalter mitunter etwas anders definiert als heute.

Das Buch ist durchgehend in der Ich-Perspektive geschrieben. Dies ist für die Charakterisierung Cromwells hervorragend, für den Lesekomfort des Lesers eher nicht. Es ist an einigen Stellen nicht unbedingt leicht, aber jederzeit möglich, nachzuverfolgen was gerade im breiteren Kontext geschieht. Vorkenntnisse dieser englischen Epoche sind definitiv empfehlenswert. Die Geschichte ist dabei eng im historischen Rahmen, mitunter aber spannender als die meisten Thriller. Aufstieg und Fall, Hass und Vergebung, Hoffnung und Enttäuschung, die ganze Spannbreite einer klassischen guten Geschichte ist vorhanden. Jeder einzelne Satz des Buches ist dabei sinntragend und führt die Geschichte konsequent weiter. Nach 650 Seiten haben wir die Welt Cromwells betreten und eine Zeit mit ihm gelebnt. Dabei sind froh Sie mit ihm überlebt zu haben. Ein sehr lohnenswertes Erlebnis.


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