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Rezensionen verfasst von
Mahalo

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Überman: Der Roman
Überman: Der Roman
von Tommy Jaud
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Überwiegend versalzt ..., 14. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Überman: Der Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Erwartungshaltung an ein Tommy Jaud Buch ist hoch, liefert er schließlich seit Jahren erstklassiges Literatur Fast-Food. Seine Leser haben ihm bereits viele vergnügliche Stunden beim Lesen zu verdanken. Dazu zähle ich auch mich, wobei mir bewusst ist, das Jaud keine künstlerisch wertvolle Kost bietet. Egal ... die ganz speziellen und nur bei Jaud zu findenden Humor-Premium-Pommes schmeckten bisher immer vorzüglich!

Hier jedoch hat der Großmeister des Lese-Lachflashs schlicht und ergreifend zu viel Salz auf die Fritten gekippt. Bei aller Absurdität, die man gerade bei Simon Peters erwarten darf und muss, das war einfach eine Spur "too much"! Warum Tommy sich entschied, die eh schon als Karikatur zu erkennende Gestalt des Simon P. noch weiter zu karikieren, ... und schlussendlich damit zu überzeichnen, ist Spekulationssache. Meine Vermutung: Der wieder integrierte Dr. Parisi erzählt im Roman "vom Druck, ein Buch zum Termin fertig zu bekommen". Hat Jaud hier eine kleine, versteckte Kritik am eigenen Verlag geübt? Wie gesagt, Spekulationssache! Jedoch wirkt das Endprodukt genau so, nämlich wie unter Zeitdruck irgendwie notdürftig fertig genagelt.

Dabei hat er wieder tolle Momente. Es gab in der Tat einige Szenen, die an den alten und einzig wahren Simon Peters erinnerten. Da waren sie wieder, die unaufhaltbaren Lachsalven während des Lesens, die den Gegenüber dazu animieren den Leser mit verwundert fragenden Blicken zu traktieren. Highlights sind Szenen im Spießer-Paradies Pulheim-Sinthern oder die Versuche einer ehemaligen Geheimdienstagentin, Simon Peters die israelische Selbstverteidigung beizubringen, wobei dieser natürlich gnadenlos versagt und in den „Strafanzug“ gesteckt und verdroschen wird. Auch die ein- oder andere gelungene Formulierung zauberte mittendrin mal ein Grinsen ins Gesicht.

Aber … diese Momente sind zu selten und retten daher nur das insgesamt doch leider schwache Buch vor dem Komplettverriss. Da aber diese wenigen Höhepunkte einfach klasse sind, gebe ich – da zweieinhalb nicht möglich sind - noch drei Punkte!

Zu meinen persönlichen Hauptkritikpunkten gehört zum einen die merkwürdige Verwandlung (neben dem bereits erwähnten Simon) einiger Charaktere. Phil Konrad war zwar immer ein Großkotz, in „Überman“ mutiert er aber zum wahnwitzigen Drogenjunkie, den man nicht mehr für voll nehmen kann. Mehr noch, die Phil-Passagen wurden zum Ärgernis, weil total überzogen, unpassend und zum Teil peinlich. Auch andere Charaktere wie Annabelle Kasper und Paula wirken dünn, blass und nicht wie man sie aus vorherigen Werken in Erinnerung hatte. Weiterhin wird der absurden Idee der Bewertung der Angst viel zu viel Handlung „geschenkt“. Warum bleibt zumindest mir fraglich. Lustig war daran nichts, ich habe diese Passagen im weiteren Verlauf einfach „überlesen“. Ein Novum bei einem Jaud-Roman.

Die von Simon lange vorbereitete Nacht im Weinkeller sollte wohl das große Finale bilden, aber irgendwie kam nichts außer überzogenem Slapstick der eher unterdurchschnittlichen Kategorie. Die Erwartungshaltung, die speziell für dieses Finale aufgebaut wurde, endete relativ unspektakulär und nicht besonders witzig.

Vom unrealistischen Ende bin ich nicht enttäuscht, da habe ich bei einem Humorbuch grundsätzlich keine überzogenen Erwartungen. Aber insgesamt muss ich leider konstatieren, das „Überman“ bis dahin Jauds schwächster Roman war und ist. Wenn man aber selbst in der Schwächephase noch einen Mittelwert erreicht, dann ist die nächste Steigerung gewiss. Also, lieber Tommy Jaud, bitte beim nächsten Mal die Pommes weniger salzen und – trotz FAST Food – sich ruhig ein wenig mehr Zeit lassen. Ach ja, … auch Simon Peters braucht mal Pause. Lassen Sie mal einen neuen „Vollidioten“ durch die Gegend eimern … ;-)
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 13, 2014 9:28 PM MEST


Halbzeitpause: Die Fußball-Klolektüre
Halbzeitpause: Die Fußball-Klolektüre
von Ben Redelings
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Lob an den "Anekdoten-Perlentaucher" - Sehr empfehlenswertes Buch!, 5. Januar 2011
Klasse Buch von Ben Redelings, einer aus der Champions-League verdächtigen Bochumer Autoren-Riege (im krassen Gegensatz zum VfL Bochum) um Frank Goosen und Christph Biermann. HALBZEITPAUSE liest sich auch auf der Couch sehr gut (habe keine Zeile auf dem stillen Örtchen gelesen), ist witzig, sehr kurzweilig, informativ und bringt so manche, zu Unrecht vergessene "Anekdoten-Perle" zurück in die Erinnerung. Wieder andere Geschichten waren mir völlig unbekannt ... und so ganz unbedarft bin ich in Sachen Fußball nicht.
Respekt an Ben Redelings, der diese vielen kleinen Geschichten zusammengefasst hat und damit etwas Großes vollbracht hat. Für wirklich jeden Fußball-Fan sehr zu empfehlen!


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