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Beiträge von Wolfgang Reitz...
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Rezensionen verfasst von
Wolfgang Reitzammer "cooltourist.de" (Nuernberg, Germany)
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Kane Welch Kaplin
Kane Welch Kaplin
Preis: EUR 17,20

4.0 von 5 Sternen Gelungene Addition, 9. Juni 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kane Welch Kaplin (Audio CD)
1 + 1 + 1 = 3; das ist eine mathematisch völlig korrekte Glei­chung, ob sie musikalisch auch immer funktioniert, sei dahinge­stellt. Im vorliegenden Fall handelt es sich um die Addition von zwei erfahrenen Singer/Songwritern (Kieran Kane und Kevin Welch) mit dem Multinstrumentalisten Fats Kaplin (Gitarre, Sitar, Steel Gitarre, Fiddle, Akkordeon, Theremin). Die mittler­weile dritte CD des Trios beweist einerseits, dass es sich nicht um ein kurzfristiges Projekt handelt (wie etwa bei den Thorns oder bei Little Village), zum anderen, dass die Chemie im Trio stimmt und das musikalische Endprodukt ausgesprochen anhörbar erscheint. Von Kieran Kane stammen - neben dem gesamten Artwork - gereifte Song-Statements („Aint Gonna Do It“, „That‘s What I‘ve Got“), von Kevin Welch präzise Short Stories und Charakteristiken („Last Lost Highway“, „12 Chimes“). Die fesselnde Atmosphäre wird durch eine außerordentliche Reduk­tion des Musizierens er­zeugt: kein Bass, nur ein minimalistisches Schlagzeug (gespielt von Kieran Kanes Sohn Lucas), punktuelle Gitarren und markante Stimmen. Auf dem Cover heißt es „File under Folk“ - besser wäre die Rubrik Slow Americana-Folk-Country-Blues. Dass Kane und Welch eigenständige Unterneh­mer ihrer Musik sind, zeigt auch das Label Dead Reckoning, auf dem sie ihre eigenen Werke und streng ausgewählte CDs von be­freundeten Musikern produzieren.


Strong Feelings
Strong Feelings
Preis: EUR 17,99

4.0 von 5 Sternen Aufsteiger, 9. Juni 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Strong Feelings (Audio CD)
Nachdem Doug Paisley mit seiner zweiten CD “Constant Companion” den Status des Geheimtipps ver­lassen und von der Zeitschrift Rolling Stone das Prädikat „fast perfektes Singer-Songwriter-Album” be­kommen hat, geht er nun mit Strong Feeling noch einen entscheidenden Schritt weiter. Es handelt sich um eine ausgefeilte Studio-Produktion mit voller Bandbesetzung, die ihn mit Sicherheit in die Liga der stilübergreifenden Neo-Folkies wie Amos Lee oder John Mayer katapultieren sollte. Dabei verlieren die zehn (natürlich) selbstkomponierten Songs nie die Intimität der vorherigen Angebote und die Traditio­nen, mit denen Paisley offenbar seine musikalische Sozialisation gestaltet hat (z. B. Bluegrass a la Stanley Brothers). Paisley ist bei der (analogen!) Studio-Arbeit seiner Heimatstadt Toronto treu geblieben, er findet in dem alten Band-Haudegen Garth Hudson einen stilsicheren Begleiter an den Keyboards. Wer den klassischen Doug Paisley hören will, sollte mit dem letzten Song beginnen („Because I Love You“) - eine kurze Gitarren-Ballade mit Mary Margaret O‘Hara als Vokal-Partnerin. Wer aber den aktuellen Doug Paisley kennenlernen will, sollte „What‘s Up Is Down“ wählen, eine leicht angejazzten Mid-Tempo-Nummer mit ausgreifender Saxophon-Einlage. Und wer es noch etwas moderner und rockiger haben will, sei auf das dylaneske „To & Fro“ verwiesen, wo Emmett Kelly von der Cairo Gang knackige Licks einstreut. Bei den übrigens Songs gibt es keine Leerstellen, der Opener „Radio Girl“ könnte sogar ein gewisses Hit-Potential mitbringen. Es macht jedenfalls ungeheuren Spaß, sich die Feelings dieses jungen Kanadiers - der würdig in die Fußstapfen seines Landsmanns Neil Young tritt - immer wieder na­hekommen zu lassen.


Schiefer eröffnet spanisch
Schiefer eröffnet spanisch
von Kai Weyand
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

2.0 von 5 Sternen Schach: matt!!, 9. Juni 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Von den (neuen?) Leiden der Lehrer konnte man in der bellet­ristischen Produktion der letzten Jahre manches lesen: Nina Bußmann, Judith Schalansky, Klaus Böldl, Anna Katharina Hahn und Norbert Gstrein - um nur einige Autoren zu nennen - be­richteten von Lehrern und ihren beruflichen Deformationen. In diese thematische Reihe passt auch der Roman „Schiefer er­öffnet spanisch“ von Kai Weyand - leider eher als abschre­ckendes Beispiel. Weyand präsentiert gleich zwei Lehrer: den titelgebenden Schiefer, der schon seinen Beruf quittiert hat und sich lieber als Gitarrist der Hochzeitsband „Honeymoon“ betätigt. Da er einen jungen Lehrer namens Theo Mal als Un­termieter bei sich einquartiert, wird dieser zum nachträgli­chen Studienobjekt, zum wie unter einem Mikroskop beobach­teten Hamster im Rad, dessen Scheitern exemplarischen Cha­rakter haben soll. Für diesen Feldversuch arrangiert sich Schiefer mit dem Ich-Erzähler, einem Privatdetektiv, den er gleichzeitig als Schach-Partner schätzt. Die beiden installieren Videokameras in Theos Schule und werden so Zeugen der Ab­gründe des heutigen Schulalltags („Strukturen des Unglücks“). Schließlich entwickelt Schiefer am Ort des Grauens noch seine Theorie über die Krise des Schulsystems, auf die es nur eine Antwort gibt: sich verweigern. In einer surrealen Überhöhung geht der Ich-Erzähler und Explo­sions-Experte noch einen Schritt weiter. Er will die Schule abfackeln, denn „wenn ein Brand außer Kontrolle geraten ist, dürfen Feuerwehrmänner Gegenfeuer legen“. Aus dem bisher Ge­sagten wird vielleicht schon deutlich, dass Weyand seiner unstrukturierten Erzählfreude sehr freien Lauf lässt und damit regelmäßig am Thema vorbeischrammt. Die beiden Lehrer werden zu skurrilen Kasperle-Figuren ohne reale Anbindung. Auch bei der bildlichen Sprache ist Weyands Trefferquote mäßig, vieles ist nur gewollt, aber nicht gekonnt. Und wenn man schon das Schachspiel zum Titel macht, sollte man wenigstens über einige grundlegende Abläufe Be­scheid wissen!


Hard Working Americans
Hard Working Americans
Preis: EUR 19,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Harte Arbeit, gemischtes Ergebnis, 9. Juni 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hard Working Americans (Audio CD)
Der kauzige und originelle Singer/Songwriter Todd Snider hat einmal den Wunsch geäußert, mit einer richtigen Band zusammenzuspielen. Diesen Wunsch hat er sich nun er­füllt: er hat eine durchaus namhafte Gruppe gefunden (z.B. Neal Casal an der Gitarre, Dave Schools am Bass, Duane Trucks am Schlagzeug) und ist mit ihr ins Studio gegangen um ein interessantes Projekt auszuprobieren, das sich auch im Namen der Band widerspiegelt. Snider hat elf Songs von anderen Komponisten ausgesucht, die sich alle irgendwie mit dem Leben der amerikanischen working class auseinandersetzen. Die Palette reicht von Randy Newman über Kevin Gordon und Kieran Kane zu Frankie Miller, es sind echte Songperlen darunter, die schon wieder in Vergessenheit geraten waren. Die musi­kalische Umsetzung ist allerdings recht unausgewogen (man könnte auch positiv sagen: abwechslungs­reich): Die Hard Working Americans intonieren sanfte Country-Balladen, versuchen sich an Jam-Ansät­zen fast wie einstmals Grateful Dead oder knallen ein deftiges Southern-Rock-Brett ins Mischpult. Zu­sammengehalten wird das alles von Todd Sniders leicht brüchiger, immer etwas (zu) angestrengt klin­gender Stimme, die gerade bei den ruhigeren Nummern an Authentizität verliert. Ob aus diesem ambi­tionierten Americana-Projekt etwas Langfristiges wird, bleibt abzuwarten.


Down to the Well
Down to the Well
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 22,26

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geheimtipp!!, 9. Juni 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Down to the Well (Audio CD)
Manche halten ihn für einen ewigen Geheimtipp, für „Americas best kept secret” - davon kann er sich natürlich nichts kaufen. Dennoch lässt Kevin Gordon nicht locker, der mal in Iowa Poetik studiert hat, dann aber ab 1990 lieber Musik machen wollte und in East Nashville eine zentrale Basis fand. Das kompetente deutsche Taxim-Label hat damals versucht, seine frühe LP „Carnival Time“ in Deutschland bekannt zu machen, leider nur mit bescheidenem Erfolg. Mittlerweile ist mit „Gloryland“ sein neuestes Album er­schienen, doch hier soll die Rede von seinem „Klassiker“ aus dem Jahr 2000 sein. Es war die Zeit der intensiven Zu­sammenarbeit mit Bo Ramsey, der seinerseits wieder Pro­duzent für Lucinda Williams war. Somit fiel es nicht schwer, Lucinda für ein Duett bei dem Titelsong zu gewinnen: „Aint goin down to the well no more / Believe I had my fill /Worked that ground til I done got sore / Aint goin back down to the well”. Der Song ist zusammen mit dem kanadischen Blues-Folkie Colin Linden entstanden, hat inzwischen Kult-Statut, und wurde schon mehrfach gecovert. Ansonsten bieten die 12 Songs sprachlich originelle Stories, die das eigene Leben oder die Geschichten von Außenseitern thematisieren. Die Musik ist songorientierter Americana-Roots-Rock - etwa in einer Kategorie wie John Hiatt, David Olney, Stephen Bruton oder Kevin Welch. Zentrales Element aller Songs ist die subtile, verletzlich klingende Stimme von Kevin Gordon und die Gitarre seines Mitstreiters Joe McMahan. Vielleicht findet Kevin Gordon doch noch die Aner­kennung, die er eigentlich verdient hat, jedenfalls wünschen wir ihm nicht die Textzeile aus seinem Song „Pueblo Dog“: „Aint got a Dollar, aint got no plan / Pueblo dog sleeps in the sand“.


Hand in Hand
Hand in Hand
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Glücklicher Mensch, glückliche Musik, 9. Juni 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hand in Hand (Audio CD)
Wir müssen uns Richie Furay als einen glücklichen Menschen vorstellen: er ist seit 48 Jahren mit dersel­ben Frau (Nancy) verheiratet, hat vier Töchter und 12 Enkel, fühlt sich sicher und aufgehoben in seiner christlichen Gemeinschaft und ist sogar notorisch optimistisch, was die Zukunft der USA als politisches System angeht. Das ist im Wesentlichen die Botschaft, die von seiner zweiten „weltlichen“ Studio-Solo-CD „Hand In Hand“ ausgeht. Der Titelsong ist eine gereifte Liebeserklärung an die Ehefrau, andere Lovesongs wurden aus Anlass der Hochzeit von Tochter Jesse komponiert, der Song „Dont Tread On Me“ ist ein letztlich konservativer Aufruf an den traditionellen Zusammenhalt aller Amerikaner und ihrer Werte („land oft he brave“). Dazu kommt noch ein leicht verklärter Rückblick auf die musikalische Ver­gangenheit mit Poco, die ja ab 1968 als Pioniere des Country Rock auftraten: „We Were The Dreamers“!

Vermutlich wäre diese CD aber gar nicht zustande gekommen, wenn 2010 das Projekt einer Reunion von Buffalo Springfield funktioniert hätte, doch der schnöde Absprung von Neil Young ließ eine längere Tour und ein mögliches Album platzen. So musste Richie Furay selbst als Produzent und Labelsucher agieren, erst 2015 war dann die Veröffentlichung perfekt. Ähnlich wie bei dem - allerdings ambitionierteren - Vorgänger „Heartbeat Of Love“ (2006) verpackt Furay seine Songs in ein angenehmes Country-Rock-Arrangement, das heutzutage natürlich fast ein bisschen nostalgisch erscheint. Stimmlich ist er aber nach wie vor über jeden Zweifel erhaben und schafft es auch, kompetente Mitmusiker zu finden (z. B. Michael Rhodes, Dan Dugmore oder Sam Bush). Wer sich also mit dem Westcoast-Country-Sound der 70er Jahre ein wenig über gegenwärtige Probleme erheben will, ist mit dieser CD bestens bedient.


Paradise Valley
Paradise Valley
Preis: EUR 9,82

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Montana-Nationalpark-Atmosphäre, 25. Dezember 2013
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Rezension bezieht sich auf: Paradise Valley (Audio CD)
Nachdem die Gründergeneration der amerikanischen Singer/Songwriter-Szene langsam in Rente geht (vgl. Jackson Browne, James Taylor …), ist es erfreulich, dass junge Künstler in ihren großen Fußstapfen einen sicheren Tritt finden. Bestes Beispiel dafür ist John Mayer (36), der es mit seinen beiden letzten CDs endgültig geschafft haben dürfte, nicht mehr nur als Objekt der yellow press sondern vornehmlich als ernsthafter Musiker zu gelten. Nach „Born And Raised“ zeigt nun auch „Paradise Valley“ seinen leicht wehmütigen Blick zurück in der 70er Jahre (Grateful Dead?), doch es bleibt nie bei reiner Nostalgie. Das stilistische Konzept bewegt sich abseits der engen Schubladen des Formatradios und könnte am besten als laid back Americana-Roots-Music bezeichnet werden - kein Wunder, dass er an zentraler Stelle eine kongeniale Cover-Version von J. J. Cales „Call Me The Breeze“ - ungewollt als Nachruf - platziert hat. Seine Beziehungskisten (Taylor Swift, Kate Perry) sieht er mittlerweile wohl entspannt und thematisiert sie in gefälligen Love-Songs mit leicht ironischem Unterton („Paper Doll“). John Mayer will auch nicht mehr der hervorstechende Kopf eines Blues-Trios sein, er stellt seine (wiedergenesene) Stimme und seine Gitarre ganz in den Dienst der Songs und in den Kontext der hochwertigen Studio-Band (Aaron Sterling, Sean Hurley, Chuck Leavell). Die Hochglanz-Produktion von Don Was unterstützt die entspannte Montana-Nationalpark-Atmosphäre - und am Ende bedauert man, dass nach zehn Songs schon Schluss ist.


Road to Forever
Road to Forever
Preis: EUR 13,49

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Second Hand Eagles, 22. Dezember 2013
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Rezension bezieht sich auf: Road to Forever (Audio CD)
In den ca. 12 Jahren nach seiner (erzwungenen) Trennung von den Eagles hat Don Felder vermutlich viel Golf gespielt, dann ein Buch über seine Zeit mit den Eagles geschrieben (in dem er auch einen Blick zurück im Zorn auf die beiden Chefs Don Henley und Glenn Frey wirft) und - überraschenderweise - doch wieder eine CD als Solist herausgebracht, auf der er sich im jugendlichen Blondie-Look präsentiert. Die CD teilt allerdings das Schicksal aller Eagles-Solisten der letzten Jahre (Schmit, Frey, Walsh): ohne das straffe und scheinbar doch kreativ wirkende Band-Gerüst entsteht nur Zweitklassiges. Bei Don Felder ist dies oft gehörter gitarrenlastiger Mainstream-Rock, eine Mischung aus Second-Hand-Henley und Second-Hand-Toto. Nach halbwegs interessantem Auftakt geht’s mit der Spannungskurve permanent bergab, weil Felder weder das Kompositions-Talent noch die Stimme von Don Henley hat - von den Texten ganz zu schweigen! Insgesamt also: man kann’s hören - aber auch schnell wieder vergessen!


Carry on
Carry on
Preis: EUR 49,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lebenswerk - und dann ..., 22. Dezember 2013
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Rezension bezieht sich auf: Carry on (Audio CD)
Andere kriegen, wenn sie sich der 70er-Schwelle nähern, einen Preis für Lebenswerk, Stephen Stills kriegt eine repräsentative 4-CD-Box (zusammengestellt von Band-Partner Graham Nash und von, die man als gediegene Kassette (mit dokumentarischem und analytischem Booklet) ins Regal stellen kann. Die musikalische Zeitleiste startet mit einem bisher unveröffentlichten Song des 17jährigen Stephen aus dem Jahre 1962 und endet mit einem CSN-Live-Recording aus dem Jahre 2012 (Bob Dylans „Girl From the North Country“). Beim Durchhören der 82 Songs kann man sich trefflich die Frage stellen, was nun eigentlich das Besondere an dem Musiker Stephen Stills ausmacht: seine kompositorischen Fähigkeiten, seine Stärke als Multi-Instrumentalist und Arrangeur, sein ungebrochenes Blues-Feeling, seine Rock-Riffs, seine markante - zuletzt jedoch stark angegriffene - Stimme oder einfach sein „Glück“ zu richtigen Zeit mit den richtigen Leuten gemeinsam musiziert zu haben (z. B. auch mit Jimi Hendrix, Eric Clapton, Ringo Starr, Booker T. Jones, Chris Hillman, Herbie Hancock). Erfreulich jedenfalls, dass Stephen Stills den Titel dieses Werk - „Carry On“ - absolut wörtlich nimmt und noch keine Ruhe gibt.


Der Schlangenbaum: Roman
Der Schlangenbaum: Roman
von Uwe Timm
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Homo Wagner, 22. Dezember 2013
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Rezension bezieht sich auf: Der Schlangenbaum: Roman (Taschenbuch)
Im Grunde ist der Roman eine Fortschreibung von Max Frischs „Homo faber“ in das Ende des 20. Jahrhunderts. Die Auseinandersetzung des westeuropäischen Technikers Wagner (einen Vornamen erfährt man nicht) mit einer fremden, mythischen Welt, mit der politisch-sozialen Umbruchsituation Südamerikas und mit einer grundsätzlichen privaten Lebenskrise, die eventuell in den Untergang mündet, erinnert stark an die Erlebnisse des Walter Faber in den 50er Jahren.
Wagner lässt sich von seiner Firma als Bauleiter zu einem problematischen Projekt (Bau einer Papierfabrik) nach Südamerika schicken. Gleichzeitig erfährt man im Rückblick von den privaten Problemen zu Hause mit Frau und Familie. Wagner lernt die örtliche Prominenz und die abgeschottete deutsche Kolonie kennen, aber auch die Arbeitsbedingungen der Indios aus Bolivien. Dabei gerät er - weil er sich einmischen will - zunehmend in das Spannungsverhältnis zwischen autoritärer Diktatur und den psychologischen Empfindlichkeiten der Einheimischen. Seine Beziehung zu der jungen Luisa, die eventuell eine Gruppe von Freiheitskämpfern unterstützt, führt zu weiteren Schwierigkeiten - vor allem als Luisa spurlos verschwindet. Die Suche nach ihr wird zu einem spektakulären Roadmovie. Der Roman endet mit Wagners Rückkehr auf der Baustelle sowie einer fiebrigen Phantasie von Revolution und/oder Weltuntergang durch Starkregen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 7, 2015 9:45 PM MEST


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