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Rezensionen verfasst von
Wolfgang Reitzammer "cooltourist.de" (Nuernberg, Germany)
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Paradise Valley
Paradise Valley
Preis: EUR 14,98

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Montana-Nationalpark-Atmosphäre, 25. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Paradise Valley (Audio CD)
Nachdem die Gründergeneration der amerikanischen Singer/Songwriter-Szene langsam in Rente geht (vgl. Jackson Browne, James Taylor …), ist es erfreulich, dass junge Künstler in ihren großen Fußstapfen einen sicheren Tritt finden. Bestes Beispiel dafür ist John Mayer (36), der es mit seinen beiden letzten CDs endgültig geschafft haben dürfte, nicht mehr nur als Objekt der yellow press sondern vornehmlich als ernsthafter Musiker zu gelten. Nach „Born And Raised“ zeigt nun auch „Paradise Valley“ seinen leicht wehmütigen Blick zurück in der 70er Jahre (Grateful Dead?), doch es bleibt nie bei reiner Nostalgie. Das stilistische Konzept bewegt sich abseits der engen Schubladen des Formatradios und könnte am besten als laid back Americana-Roots-Music bezeichnet werden - kein Wunder, dass er an zentraler Stelle eine kongeniale Cover-Version von J. J. Cales „Call Me The Breeze“ - ungewollt als Nachruf - platziert hat. Seine Beziehungskisten (Taylor Swift, Kate Perry) sieht er mittlerweile wohl entspannt und thematisiert sie in gefälligen Love-Songs mit leicht ironischem Unterton („Paper Doll“). John Mayer will auch nicht mehr der hervorstechende Kopf eines Blues-Trios sein, er stellt seine (wiedergenesene) Stimme und seine Gitarre ganz in den Dienst der Songs und in den Kontext der hochwertigen Studio-Band (Aaron Sterling, Sean Hurley, Chuck Leavell). Die Hochglanz-Produktion von Don Was unterstützt die entspannte Montana-Nationalpark-Atmosphäre - und am Ende bedauert man, dass nach zehn Songs schon Schluss ist.


Road to Forever
Road to Forever
Wird angeboten von Music-Shop
Preis: EUR 14,88

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Second Hand Eagles, 22. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Road to Forever (Audio CD)
In den ca. 12 Jahren nach seiner (erzwungenen) Trennung von den Eagles hat Don Felder vermutlich viel Golf gespielt, dann ein Buch über seine Zeit mit den Eagles geschrieben (in dem er auch einen Blick zurück im Zorn auf die beiden Chefs Don Henley und Glenn Frey wirft) und - überraschenderweise - doch wieder eine CD als Solist herausgebracht, auf der er sich im jugendlichen Blondie-Look präsentiert. Die CD teilt allerdings das Schicksal aller Eagles-Solisten der letzten Jahre (Schmit, Frey, Walsh): ohne das straffe und scheinbar doch kreativ wirkende Band-Gerüst entsteht nur Zweitklassiges. Bei Don Felder ist dies oft gehörter gitarrenlastiger Mainstream-Rock, eine Mischung aus Second-Hand-Henley und Second-Hand-Toto. Nach halbwegs interessantem Auftakt geht’s mit der Spannungskurve permanent bergab, weil Felder weder das Kompositions-Talent noch die Stimme von Don Henley hat - von den Texten ganz zu schweigen! Insgesamt also: man kann’s hören - aber auch schnell wieder vergessen!


Carry on
Carry on
Preis: EUR 44,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lebenswerk - und dann ..., 22. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Carry on (Audio CD)
Andere kriegen, wenn sie sich der 70er-Schwelle nähern, einen Preis für Lebenswerk, Stephen Stills kriegt eine repräsentative 4-CD-Box (zusammengestellt von Band-Partner Graham Nash und von, die man als gediegene Kassette (mit dokumentarischem und analytischem Booklet) ins Regal stellen kann. Die musikalische Zeitleiste startet mit einem bisher unveröffentlichten Song des 17jährigen Stephen aus dem Jahre 1962 und endet mit einem CSN-Live-Recording aus dem Jahre 2012 (Bob Dylans „Girl From the North Country“). Beim Durchhören der 82 Songs kann man sich trefflich die Frage stellen, was nun eigentlich das Besondere an dem Musiker Stephen Stills ausmacht: seine kompositorischen Fähigkeiten, seine Stärke als Multi-Instrumentalist und Arrangeur, sein ungebrochenes Blues-Feeling, seine Rock-Riffs, seine markante - zuletzt jedoch stark angegriffene - Stimme oder einfach sein „Glück“ zu richtigen Zeit mit den richtigen Leuten gemeinsam musiziert zu haben (z. B. auch mit Jimi Hendrix, Eric Clapton, Ringo Starr, Booker T. Jones, Chris Hillman, Herbie Hancock). Erfreulich jedenfalls, dass Stephen Stills den Titel dieses Werk - „Carry On“ - absolut wörtlich nimmt und noch keine Ruhe gibt.


Der Schlangenbaum: Roman
Der Schlangenbaum: Roman
von Uwe Timm
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

4.0 von 5 Sternen Homo Wagner, 22. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Schlangenbaum: Roman (Taschenbuch)
Im Grunde ist der Roman eine Fortschreibung von Max Frischs „Homo faber“ in das Ende des 20. Jahrhunderts. Die Auseinandersetzung des westeuropäischen Technikers Wagner (einen Vornamen erfährt man nicht) mit einer fremden, mythischen Welt, mit der politisch-sozialen Umbruchsituation Südamerikas und mit einer grundsätzlichen privaten Lebenskrise, die eventuell in den Untergang mündet, erinnert stark an die Erlebnisse des Walter Faber in den 50er Jahren.
Wagner lässt sich von seiner Firma als Bauleiter zu einem problematischen Projekt (Bau einer Papierfabrik) nach Südamerika schicken. Gleichzeitig erfährt man im Rückblick von den privaten Problemen zu Hause mit Frau und Familie. Wagner lernt die örtliche Prominenz und die abgeschottete deutsche Kolonie kennen, aber auch die Arbeitsbedingungen der Indios aus Bolivien. Dabei gerät er - weil er sich einmischen will - zunehmend in das Spannungsverhältnis zwischen autoritärer Diktatur und den psychologischen Empfindlichkeiten der Einheimischen. Seine Beziehung zu der jungen Luisa, die eventuell eine Gruppe von Freiheitskämpfern unterstützt, führt zu weiteren Schwierigkeiten - vor allem als Luisa spurlos verschwindet. Die Suche nach ihr wird zu einem spektakulären Roadmovie. Der Roman endet mit Wagners Rückkehr auf der Baustelle sowie einer fiebrigen Phantasie von Revolution und/oder Weltuntergang durch Starkregen.


Dissipatio humani generis oder Die Einsamkeit: Roman
Dissipatio humani generis oder Die Einsamkeit: Roman
von Guido Morselli
  Sondereinband
Preis: EUR 13,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Reflexionen über-Leben, 22. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Ich-Erzähler, ein Andropophob, der sich allein in die Schweizer Berge zurückgezogen hat, plant für die Nacht auf seinen 40. Geburtstag (2. Juni) einen Selbstmord. Doch irgendetwas hält ihn ab, und als er in seine Hütte zurückkehrt, stellt er langsam fest, dass die (anderen) Menschen verschwunden sind. Auch im Ort Widmad, auch in der Großstadt Chrysopolis (= Zürich ?), auch am Flughafen Teklon (= Kloten). Es folgen Erinnerungen, Reflexionen, z. B. über die Beziehung zu Henriette, über den Nervenarzt Dr. Karpinsky, über Gespräche mit dem Philosophen Professor Mylius. Die naheliegende Frage lautet: Bin ich wirklich der einzige übrig gebliebene Mensch oder sind auch andere Menschen, die sich in besagter Nacht in einer Höhle aufgehalten haben, noch am Leben (Bergleute?). Der Ich-Erzähler hört die Stimme Karpinskys aus einer Telefonzelle und sucht ihn in den zahlreichen Kirchen der Stadt - ohne Erfolg. Mit dem Verlassen der Berge und einem Umzug in die Stadt, wo er bezeichnenderweise in der Börse seinen Aufenthalt findet, endet der Roman, Morsellis letzter vor seinem Freitod 1973. Letzten Endes geht es in dem Werk um eine Auseinandersetzung mit der Frage, ob ein Überleben in dieser Welt eher Rettung oder Verdammnis ist.


Falscher Hase
Falscher Hase
von Kerstin Hensel
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,00

4.0 von 5 Sternen Ansichten eines Polizisten, 22. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Falscher Hase (Taschenbuch)
Die Geschichte zweier Generationen in Berlin: Vater Heinrich Theodor Paffrath, Feuerwehrmann während der NS-Zeit und sein Sohn Heini Paffrath (geb. 1941), später Polizeibeamter. Ausgangspunkt der erzählerischen Rückblicke ist Heinis Pensionierung 2003, die ihn ein bisschen plan- und ratlos macht. Running gag des Romans ist das Lieblingsgericht der Paffraths, der falsche Hase.
Während mit dem Vater das wechselhafte Schicksal eines NS-Karrieristen und danach eines Entnazifizierungs-Verlierers geschildert wird, erlebt der Leser Heinis Aufwachsen als Folge drastischer Situationen vor zeithistorischem Hintergrund (die Grasssche Blechtrommel lässt grüßen!): Geburt im brennenden Zimmer während eines Bombenangriffs, Schwarzmarkt-Erfolge durch Kinder-Freundschaft(!) zu einem US-Soldaten. Die Zahnarzthelferin Maschula ist die erste große Liebe des Physik-Studenten Heini, doch 1961 werden sie durch die Mauer getrennt. Heini sucht nach ihr in Ost-Berlin und wird dort Anwärter bei der Volkspolizei. Die Enttäuschung: er findet Maschula als verheiratete Verkäuferin Marion Schwarz mit einem Kind - damit ist Heinis Beziehung zum anderen Geschlecht endgültig verstört. So verliebt er sich in die beiden neuen Untermieter, das Ehepaar Eva und Bogumil Block, wobei Bogumil als Stasi-Oberst Heini vergeblich zur Mitarbeit gewinnen will. Aus enttäuschter Liebe dreht Heini in der Blockschen Wohnung die Gashähne auf, nur er weiß, dass es ein Mord war. Auf dem Rückweg von einer VoPo-Schulung stürzt Heini aus dem fahrenden Zug und verbringt den Wende-November 1989 bewusstlos im Krankenhaus. Die Zeit danach verunsichert ihn, dich er wird schließlich verbeamteter Kommissar der Gesamtberliner Polizei, will allerdings nur ins einem Pankower Kiez arbeiten. Seine private Situation nimmt mit dem Anbetungsaltar für die verflossenen Geliebten prekäre Züge an. Schließlich leistet sich Heini einen Ausflug in seine frühere Westberliner Heimat, wo er den versäumten Luxus nachholen will. Am Ende schließt er sich in der Toilette einer Bar ein und macht Feuer. Beim Diensthabenden in Pankow bittet er danach um Verhaftung.
Kerstin Hensel erweist sich als eindrucksvolle Erzählerin, die virtuos und provokant mit den Motiven Liebe, Feuer und Berliner Geschichte des 20. Jahrhunderts spielen kann.


Can't Get Enough (Limited Edition)
Can't Get Enough (Limited Edition)
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Rockin In The Free World, 21. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Can't Get Enough (Limited Edition) (Audio CD)
1968 gab es eine so genannte Supersession mit Stephen Stills (g), Michael Bloomfield (g) und Al Kooper (org), an der auch Barry Goldberg bei einigen Tracks am E-Piano mitgewirkt hat. 45 Jahre später (!) hat Stephen Stills über neue Kontakte zu Barry Goldberg seine Liebe zum gitarrenlastigen Bluesrock wiederentdeckt und in dem eine Generation jüngeren Kenny Wayne Shepherd einen passenden Partner gefunden. Das Ergebnis kann sich hören lassen: eine relativ raue, sessionartige Darbietung von Blues-Klassikern, Eigenkompositionen und durchaus überraschenden Cover-Versionen. Der Verzicht auf ausgefeilte Arrangements und lange Studio-Arbeit gibt dem Ganzen einen erfrischenden Live-Charakter, dazu kommt, dass Stephen Stills stimmlich wieder in deutlich verbesserter Form zu sein scheint. Höhepunkt sind eine enthusiastische Version von Neil Youngs „Rockin in The Free World“ und eine ungeschliffene Wiederaufbereitung von Stephen Stills „Word Game“.


Wrote a Song for Everyone
Wrote a Song for Everyone
Wird angeboten von FelsenMusik
Preis: EUR 9,53

0 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Was die Welt nicht braucht, 21. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wrote a Song for Everyone (Audio CD)
Zu den Dingen, die die Welt nicht braucht gehören: ein Bundesminister Alexander Dobrindt, gleichzeitig Essen und Zirkusakrobatik anschauen, eine weitere Rolling-Stones-Welttournee und die neue CD von John Fogerty. Die Idee für „Wrote A Song For Everyone“ ist nicht ganz neu: man trifft eine Auswahl der größten Hits (was einem John Fogerty natürlich nicht schwer fällt)und lädt mehr oder weniger bekannte Rock-/Country-Größen ein, diese gemeinsam im Studio aufzunehmen. Die Liste der Zusagen ist umfangreich und besteht nicht nur aus gleichaltrigen Rock-Rentnern (wie Bob Seger). Gerne haben die Foo Fighters den „Fortunate Son“ abgerockt, gerne hat Kid Rock „Born On The Bayou“ mitgegrölt. Aus der Nashville-Fraktion geben Keith Urban, Alan Jackson und Brad Paisley ein Gastspiel - also die 1. Liga! Das Ergebnis ist allerdings dürftig: wer die CCR-Originale und die späten Live-Interpretationen von John Fogerty kennt, wird hier nichts wirklich wesentlich Neues finden. Ein bisschen Tuning am Arrangement, ein paar kleine Harmoniewechsel, dazu die erwartbaren Vokal-Duette - von mehr ist nicht zu berichten. Und als hätte er seinem Konzept doch nicht getraut, legt John Fogerty noch zwei neue Kompositionen bei, die aber in dieser Zusammenstellung eher blass wirken. So bleibt die freudige Erkenntnis, dass der 68jährige immer noch keine grauen Haare hat und immer noch die derben Holzfällerhemden trägt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 22, 2014 9:23 AM MEST


In Our Nature
In Our Nature
Preis: EUR 19,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gereiftes Meisterwerk, 21. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: In Our Nature (Audio CD)
Mit dem mittlerweile 13. Studioalbum setzen Blue Rodeo einen weiteren Meilenstein in ihrer Karriere (die allerdings für viele im Verborgenen abläuft!). Die Band um die beiden Singer-Songwriter Greg Keelor und Jim Cuddy liefert eine perfekte Hommage an die Hochzeit des Country Rocks der 1970er Jahre ab, der Spirit von Klassikern wie Bob Dylans „Nashville Skyline“, wie „Sweetheart Of The Rodeo“ von den Byrd oder wie „Cahoots“ von The Band weht unüberhörbar durch die 14 Songs der CD, die fast programmatisch mit einer Komposition von Robbie Robertson („Out Of the Blue“) abgerundet wird. Wer wissen will, wie intelligent und einprägsam der heutige Americana-Sound (oder sollte man besser sagen: Canadiana?) klingen kann, darf an dieser CD nicht achtlos vorbeigehen. Besonders haften bleiben die Pedal-Steel-Passagen von Bob Egan und das federnde Fender Rhodes Piano von Michael Boguski. Alle Titel wurden in Greg Keelors privatem Farm-Studio aufgenommen, durchgehend ist ein leicht melancholischer Charakter zu spüren, der sich auch in der Zeile des Titelsongs niederschlägt: „It‘s in our nature to say goodbye“. Mit drei Worten: ein gereiftes Meisterwerk!


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