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Beiträge von Stefan Schröder
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Rezensionen verfasst von
Stefan Schröder "Libraraptor" (Ostentrop, Sauerland)

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Hannibal Rising - Wie alles begann (Unrated Deluxe Steelbook, 2 DVDs) [Deluxe Edition]
Hannibal Rising - Wie alles begann (Unrated Deluxe Steelbook, 2 DVDs) [Deluxe Edition]
DVD ~ Gaspard Ulliel
Wird angeboten von maximus2014
Preis: EUR 15,00

15 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sehr, sehr ärgerlich, 29. September 2007
"Hannibal Rising" ist schlicht und einfach misslungen und der schlechteste aller vier Filme, in denen Hannibal Lecter dabei ist. Hauptschwachpunkt dabei ist eindeutig die immer wieder sichtbare Unentschlossenheit des Regisseurs, in welche Genrerichtung der Film denn nun gehen soll. Außerdem krankt das Werk enorm am schwachen Hauptdarsteller, der durch erschreckend blasse Nebendarsteller ergänzt wurde. Zudem verpufft die Spannung und die Story ist hanebüchen schlecht. Die geheimnisvolle Aura, die unser aller Lieblingskannibalen bisher stets umgab, wird durch platte Erklärungsversuche demontiert. Vater und Mutter werden im Schnee von Wölfen zerfressen, die kleine Schwester wird von einer Horde Plünderer verspeist und hinterlässt einen traumatisierten Hannibal, von dem ein Teil sich verselbstständigt und unbändige Rachelust verspürt. Der Film gibt der Versuchung nach, noch brutaler und geschmackloser derartige Morde zu zeigen als gewohnt, versprüht dabei allerdings nicht einen Hauch von Spannung. Die subtilen Zwischentöne, die feinen erotischen Anspielungen, die Nuancen zwischen Schwarz und Weiß, die beispielsweise "Das Schweigen der Lämmer" ausgelotet hat - alles verschwunden, geopfert auf dem Altar der Sensationslust. Der Film deckt eine zu große Spanne aus dem Leben Hannibals ab, lieblos und hektisch fügt der Regisseur, der leider allerdings einen ebenso unwürdigen Roman zur Vorlage nahm, verschiedene historische Sequenzen aneinander. Die Wechselwirkungen derartiger Episoden (Ende des zweiten Weltkrieges, Sozialistisches Regime) mit Hannibals Psyche werden allerdings ebensowenig sichtbar wie das Können des Hauptdarstellers, die Fußstapfen eines Anthony Hopkins des Films "Hannibal" wird hin und wieder bemüht, dann wieder driftet das ganze wieder ab Richtung Splatter, dann glaubt man, man sei in eine Kriminalgeschichte verwickelt. Der Film ist mindestens ebenso konfus wie diese Rezension, hat mir beim Anschauen nicht annähernd die Freude eines "Roter Drache" oder "Hannibal" bereitet und dümpelt vor sich hin. "Das Schweigen der Lämmer" selbst ist ohnehin unantastbar. Fazit: Meiner Meinung nach hat Harris hier einen Rohrkrepierer inszeniert, der das Mysterium um Hannibal Lecter eher zerstört hat als angetachelt. Schade, dabei steckte in der Idee so viel Potenzial.


Die Welt ohne uns: Reise über eine unbevölkerte Erde
Die Welt ohne uns: Reise über eine unbevölkerte Erde
von Alan Weisman
  Gebundene Ausgabe

64 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Potenzial verschleudert..., 21. September 2007
Wäre ich Lektor dieses Buches gewesen, hätte sich längs dreier Viertel der 432 Seiten des Manuskriptes ein roter Strich gezogen. Nur einmal hätte ich geschrieben "Bezug zum Thema?" und mich dann mit "s.o." begnügt.
Schade, denn die durchaus gute Idee wurde denkbar schlecht umgesetzt. Oberflächlich, hektisch, ohne erzählerischen Tiefgang schreibt Weisman lockere 300 Seiten völlig am Thema vorbei. Ein Beispiel: Wenn es um das Afrika nach Homo sapiens geht, ergießt Weisman sich eine halbe Ewigkeit in Beschreibungen der jetzigen Situation, zieht willkürlich irgendeinen Massai hinzu, mit dem man sich null identifizieren kann und bringt ab und zu hanebüchene Belege an, wie denn sein langatmiger Vortrag dann doch zum Thema des Buches passen könnte. Ich finde so etwas einfach nur ärgerlich. Ich bin mir nach Weismans misslungenem Versuch mehr als sicher, dass man ein solches Thema nur einem einzigen Autor auf dieser Welt wirklich zutrauen kann: David Quammen.


People Are Like Seasons
People Are Like Seasons

5.0 von 5 Sternen Zeitlose, wunderschöne Musik., 3. September 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: People Are Like Seasons (Audio CD)
Mit den durch noisige Attacken angereicherten Songs der beiden "The God Machine" - Alben hat "People are Like Seasons" nicht mehr viel gemein. Und dennoch entwickelt die Platte nach einer Weile einen ungewöhnlichen Reiz. Ungewöhnlich deshalb, weil die Songs einerseits unheimlich motovierend, andererseits ziemlich melancholisch daher kommen. Fragt mich nicht, wie Popperl - Shepherd und seine Musikerinnen und Musiker das schaffen. Aber sie schaffen es. Etwas anderes erscheint mit ebenfalls außergewöhnlich: Der "ultimative, pathetische" Refrain liegt bei vielen Liedern zwar in der Luft, wird allerdings nie wirklich ausgeführt. Spötter könnten daher meinen, diese Platte dümpele vor sich hin. Genießer werden allerdings zu schätzen wissen, dass "People are Like Seasons" dadurch eine wesentlich höhere Halbwertszeit bekommt, die an Zeitlosigkeit erschreckend nah heranreicht. So bekommt man mit dieser Platte Lieder zum "Im Herbst aus dem Fenster Schauen", kuscheln und "seinen Gedanken Nachhängen", allerdings nie vorgefertigte Schablonen, sondern immer nur unaufdringliche Rahmen. Das ist ein äußerst schöner Ansatz und gefällt. Fünf Punkte, auch wenn es anfangs danach gar nich aussah, war ich doch von "The God Machine" viel zu verwöhnt. Doch dann habe ich die Intention des vorliegenden Albums verstanden. Zumindest den Zweck, den dieses Album für mich erfüllt.


Die Pädagogik der Kinder- und Jugendarbeit
Die Pädagogik der Kinder- und Jugendarbeit
von Peter Cloos
  Taschenbuch

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Offene Kinder- und Jugendarbeit als ernst zu nehmendes pädagogisches Arbeitsfeld, 3. September 2007
Die Pädagogik der Jugendarbeit" nennt sich das Buch, das mir kürzlich mehr oder weniger zufällig (wobei der Konstruktivist weiß, dass es keine Zufälle gibt) in die Hände fiel. Als es dann im Jugendcafé auf dem Tresen lag, erntete ich erst einmal einen abfälligen Blick meines Kollegen aus der aufsuchenden Jugendarbeit. "Für so etwas hast du Zeit", fragt er mich, eine Augenbraue nach oben ziehend. "Ich schreibe mir die Zeit der Lektüre sogar als Arbeitszeit auf", erwiderte ich postwendend. Und das ist meiner Meinung nach mehr als gerechtfertigt. Jugendarbeiter, die komplett den Bezug zur Theorie verlieren, sind im besten Fall zum Smalltalk talentierte Gastwirte. Im schlechtesten Falle wuseln sie einfach so vor sich hin, wie sie es schon immer gemacht haben und haben längst aufgehört, sich selbst in ihrer Rolle zu reflektieren. Das ist gefährlich, hängt doch die Möglichkeit der unglaubwürdigen Berufsjugendlichkeit wie ein Damoklesschwert über der profesionellen Identität des Jugendarbeiters. Doch soll es in diesem Blog nicht darum gehen, sondern um das oben angegebene Buch. Wobei es natürlich etliche Teile im Buch gibt, die genau diesen Bereich streifen: Der Jugendarbeiter in seiner Rolle. Auf amazon.de kann man ein ausführliches Inhaltsverzeichnis einsehen. In diesem Blog möchte ich besonders den Aspekt des Jugendhauses als "Arena" herausstellen. Diese Metapher trifft den Nagel auf den Kopf und beschreibt sehr gut, was im Alltag dort vor sich geht: Selbstinszenierung, Abgrenzung und Zugehörigkeit. Auf diese bisweilen als chaotisches Wirrwarr empfundene Mischung muss der Jugedarbeiter mit entsprechendem Verhalten reagieren. Jugendliche nutzen die Vorhalteleistungen des Pädagogen, der die Kulissen für soziale Interaktionen "baut": Kickertisch, Billardtisch, Sofaecke, Thekenbereich. Neben diesen materiellen Angeboten ist der Pädagoge stets auch als Ansprechpartner da, so dass er im Alltag einem diffusen Gebräu aus Anforderungen gegenüber steht. In der Arena, in der die Jugendlichen sich präsentieren, ist auch er aktiver Akteur und kreiert in seiner Rolle als Mitarbeiter die Wirklichkeit im Jugendhaus Tag für Tag neu mit. Dabei gelten, ob er es will oder nicht, verschiedene Regeln seines Handelns: Die Mitmachregel, die Sparsamkeitsregel sowie die Sichtbarkeitsregel.
Besonders angetan hat es mir dabei die Sparsamkeitsregel: Die Interaktion von Mitarbeiter und Besucher ist zunächst überhaupt nicht als Interaktion innerhalb eines Machtgefälles sichtbar. Alltägliche Angelegenheite, das Zeitgeschehen, das Geschehen im Treff swlbt sowie Anliegen des Besuchers dominieren das Gespräch. Dabei muss es nicht zwangsläufig zu einer pädagogischen Handlung des Jugendarbeiters kommen, wobei der Smalltalk ja genau genommen eigentlich bereits eine ist. Davon abgesehen kann man allerdings einen Schritt weiter gehen und beispielsweise dem Besucher Hilfe anbieten, wenn dies nötig erscheint. Oder man äußert die eigene Meinung zu einem Thema, um dem Jugendlichen Orientierung zu geben. Konkrete erzieherische Anweisungen wie "Räum mal Deinen Müll da weg" gehören ebenfalls dazu. Einerseits streift der Mitarbeiter im Treff umher und nimmt beobachtend am Treffgeschehen teil. Andererseits greift er auch durch konkrete Anweisungen ein. Die Mitmachregel wiederum besagt, dass der Mitarbeiter im Jugendtreff zwangsläufig in Spiele, Musikkonsum und Unterhaltungen der Besucher eingebunden ist. Er ist auf einer Ebene mit den jungen Menschen und ahmt auch beispielsweise Tanzbewegungen und Begrüßungsrituale einer Besucherclique nach. Dadurch, dass er diese aufgreift, obwohl sie nicht zu seinem ureigenen persönlichen Bewegungsrepertoire gehören, werden sie bekräftigt oder karikiert. Immer schaffen sie dabei einerseits Nähe und andererseits Abstand. Wichtig ist, dass der Jugendarbeiter in seiner Doppelrolle als "Erwachsener Mitmachender" erkennbar und dabei authentisch bleibt. Die Sichtbarkeitsregel wiederum sagt aus, dass der Pädagoge in der Arena des Jugendhauses sichtbar ist, sich vor Ort präsentiert, statt wie beispielsweise ein Kreisjugendpfleger oder ein Trägervertreter nur hin und wieder und zumeist mit konkreten Anliegen zu erscheinen. Die Sichtbarkeit des Jugendarbeiters macht ihn zu einer Schlüsselperson im Treffgeschehen. Und das ist durchaus auch wörtlich gemeint: Der Kassenschlüssel, der Zugang zu den Toiletten sowie verschiedenen Guppenräumen läuft nur über ihn, über das "Schlüssel bei ihm abholen".
Das Buch heißt "Die Pädagogik der Jugendarbeit" und eben nicht "Die Pädagogik IN der Jugendarbeit". Denn entgegen aller anders lautenden Meinungen muss man die Pädagogik in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit nicht mit der Lupe suchen. Viel mehr IST die Offene Kinder- und Jugendarbeit eine wichtige Spielart der Pädagogik, die Maßnahmen anderer Träger, das schulische Leben und besonders das Familienleben der jungen Besucher in ihrer ureigenen Art ergänzt.
Was mir insgesamt sehr gut gefällt ist, dass die Offene Kinder- und Jugendarbeit mittlerweile nicht mehr um ihre Anerkennung kämpfen muss. Ein Buch wie das hier rezensierte ist ein beruhigendes Zeichen, dass dieses Arbeitsfeld, allen Unkenrufen zum Trotz, zweifellos Zukunft hat.


Das Lächeln des Tigers: Von den letzten menschenfressenden Raubtieren der Welt
Das Lächeln des Tigers: Von den letzten menschenfressenden Raubtieren der Welt
von David Quammen
  Gebundene Ausgabe

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hier stimmt einfach alles - bis auf den deutschen Titel, 9. August 2007
Lassen Sie sich nicht vom deutschen Titel irritieren. Hier gibt es keine Storys über Kannibalen, keinen "WeißenHai" und kein "Jurassic Park".
In diesem Buch gibt es Packendes zum Verhältnis des Menschen zu den Alpharäubern dieses Planeten. Quammen hat für dieses Buch seine Erfahrungen mit Löwen in Indien, mit Tigern im fernen Osten Russlands, mit Bären in Rumänien und mit Krokodilen in Nordaustralien zusammen getragen. Aber er ist weit davon entfernt, Reißerisches zu berichten oder die Tiere allzu sehr in den Mittelpunkt zu rücken. Quammen untersucht nämlich noch etwas anderes: Wie beeinflussen sich Mensch und Tier gegenseitig? Was lehrt uns ein wildes Raubtier? Wie gehen wir damit um, auch selbst Beute sein zu können? Und was bedeutet dieser Umstand für unser Bewusstsein als Mensch?
Wer David Quammen ein bisschen kennt, weiß, dass dieser sich gerne in Bibliotheken herumtreibt. Dass er, schon alleine wegen seines Literaturstudiums, Recherchen in Büchern und unzähligen Quellen nicht scheut, sondern liebt. Wer Quammen kennt, weiß, dass er es auf der anderen Seite liebt, das für seine Mission Notwendige zu tun. Was nichts anderes bedeutet, als dass er sich mitten ins Herz des Geschehens begibt: Er besucht Bauern in Rumänien, Tigerjäger in Russland, den einen oder anderen Biologen und schildert munter seine Erfahrungen. Quammen besitzt auch diesen unverwechselbaren Humor, den man nur dann bekommen kann, wenn man die behandelten Themen aus einem eher realistischen und eher pragmatischen Blickwinkel betrachtet. Das nüchterne Fazit: In spätestens 150 Jahren gibt es auf unserem Planeten keine großen Raubtiere mehr.
Aus der Kombination von Quammens Talenten- Quellenrecherchen, Vor - Ort - Besuche und Schreibtischarbeit resultiert wieder einmal ein einmaliges, sehr kurzweiliges und lehrreiches Buch. Es will aber nicht BElehren, sondern nur tiefsinnig unterhalten. Quammen überlässt das Urteil dem Leser, allein das macht ihn schon sehr sympathisch.


Untitled
Untitled
Preis: EUR 36,56

3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Evolution, 1. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Untitled (Audio CD)
Vielen oberflächlichen Fans des bisherigen psychopathischen Hüpfmetals von Korn wird dieses Album erst einmal im Halse stecken bleiben. Aber seien wir mal ehrlich: Verworrener als das Debüt und härter als "Take a look in the mirror" konnte der Sound nicht mehr werden. In beide Richtungen hatten Korn das Ende der Fahnenstange erreicht und probierten es zwischendurch mit peinlichen Coverversionen, seichten Popmelodien und absolut dämlichen Texten ("A.D.I.D.A.S.") Und hin und wieder hatte ich den Eindruck, dass dabei die Attitüde mehr zählt als die musikalische Substanz. Bei einem Debüt kann man das noch verzeihen und tut es gar als sympathisch ab. Bei "Untitled" wäre es nur noch deplatziert und öde. Immerhin ist Herr Davis auch schon Mitte dreißig, dem Tod schonmal von der Schippe gesprungen und dreifacher Vater. Da macht man keine Musik mehr für pickelige Nerds, die stets gehänselt werden. Da spielt man seine Erfahrung und seine Stärken aus, packt sie in ein progressiveres Gewand und heißt somit eine weitere Entwicklung von Band und Sound willkommen. Es ist schon ziemlich selbstbewusst, das achte Output der Karriere wie das Debüt nicht zu benennen. Den daraus erwachsenden Interpretationsspielraum kann der geneigte Hörer dann selbst zum ausfüllen, "Untitled" liefert dazu eher den Soundtrack denn den vorgekauten Speisebrei, den unsere Mützenkids immer so gerne haben, weil das Gehirn an sich eher mit Umbau denn mit Rezeption befasst ist. Meine Prognose: Bei allen Korn-Freunden über 25 wird das Album, so wie bei mir, gut ankommen, bei allen anderen nicht. Wobei ich diese Grenze nun willkürlich gezogen habe, um zu verdeutlichen, dass Korn diesmal auch einen ihrer Schwerpunkte auf Songwriting und Lyrics gelegt haben. Auf "Untitled" herrscht ein kurzweiliges Wirrwar vor, das mal eingängig, mal sperrig, mal melodisch und mal kakophon daherkommt und somit zwei Pole aufzeigt, die als Wegmarken des inneren Films dienen könnten, der beim Hören zu laufen beginnt. Gerne gebe ich somit dem neben "Korn" und "Take A Look in the Mirror" besten Kornalbum fünf Punkte.


In Requiem
In Requiem
Preis: EUR 6,99

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viereinhalb Sterne!, 22. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: In Requiem (Audio CD)
Nach "Draconian Times" gab es für Paradise Lost genau zwei Möglichkeiten: Die erste heißt "One Second" und wurde 1997 denn auch prompt geliefert. Die zweite heißt "In Requiem" und erscheint eben zehn Jahre später. Das ist wieder einmal ein gutes Beispiel für die Vielseitigkeit der Briten. Statt nur einen logischen Nachfolger für ein Erfolgsalbum zu machen, liefern sie einen zweiten zeitverzögert hinterher. Ziemlich verschwurbelt, diese Meinung oder? Aber begründbar. Ohne hier auf die von der musikalischen Substanz her betrachtete indiskutable Vorgeschichte der Band eingehen zu wollen -ernst nehmen konnte man sie erst ab - frühestens - "Shades of God": - immer pompöser und pathetischer waren Paradise Lost 1995 geworden, als sie auf "Icon" "Draconian Times" folgen ließen. Und diese Rezeptur hätten sie bis heute zelebrieren können und dabei sogar viele Fans und Freunde behalten. Nein, sie schrieben das äußerst hochwertige "One Second" und wilderten brilliant im Popdschungel ("Host"). Dann allerdings verfransten sie sich auf "Believe in Nothing" und "Symbol of Life" doch etwas zu sehr in der Belanglosigkeit. "Paradise Lost" wies wieder in die richtige Richtung, und "In Requiem" ist das erste Album seit "Host", das die Band mal wieder inspiriert, interessiert und selbstbewusst zeigt. Da werden Zitate an alle Phasen der eigenen musikalischen Historie geschickt in ein modernes Klangkorsett eingeflochten. Da wird wieder die Rhythmusgitarre abgefeuert und die Doublebass verdroschen. Und dennoch kommen die leisen Töne nicht zu kurz. Das ist bewundernswert. Schubladendenker haben es halt nicht leicht heutzutage. Wer "Gothic" mit "Host" vergleicht und hört, dass beide Alben von einer Band stammen, wird schnell erkennen, dass "Band" nicht unbedingt mit "Musikstil" gleichzusetzen ist. Ich ziehe "In Requiem" allen anderen Paradise Lost - Veröffentlichungen bis auf "One Second" vor, und beide Platten sind die logische Weiterentwicklung von "Draconian Times". Klasse. Allerdings ist die Produktion von Rhys Fulber doch ein wenig zu glattgebügelt, was einen halben Punkt Abzug bedeutet.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 29, 2009 10:53 PM MEST


One Second
One Second
Preis: EUR 6,99

8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für mich immer noch DAS PL- Album überhaupt!, 29. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: One Second (Audio CD)
"One Second" ist das erste Album, das ich von den Briten zu hören bekam. Wohl daran mag es liegen, dass ich keine Probleme damit hatte, erfuhr ich von einem offenbar erfolgten "Stilbruch" doch erst durch diverse Rezensionen dieses Meisterwerks. Nur: Was haben Paradise Lost vorher gemacht, wenn sie die Art von Musik, die auf "One Second" ertönt, doch offensichtlich am besten können? Also schnell noch das Vorgängeralbum "Draconian Times" gekauft und verglichen. Aha: Auf "Draconian Times" ging es eher um Attitüde denn um den Song an sich. Ruppige Riffs, zynischer depressiver Gesang, markante Drums und klasse Leads kombinieren sich mit einem klasse Coverartwork und das Missing Link von Metallica und Sisters Of Mercy ist komplett.

"One Second" hingegen stellt den Song in den Vordergrund. Ohne Musikeregos, ohne Selbstdarstellungsdrang und mit einem gewissen songdienlichen Altruismus zeigen Paradise Lost, dass eine Band mehr sein sollte als die Summe ihrer Teile. Und das ist ihnen vor und nach "One Second" nie mehr so gut gelungen. Gründe? Gibt es viele. Nachdenkliche, fast schon meditative Strophen münden in großartige Refrains ein ("Disappear"). Eine Pianomelodie, auf die sich ein ganzes Lied aufbaut (der Titeltrack), ungewöhnliche Lyrics ("Another Day") und vieles mehr. Vielleicht war dieses Album der eigentliche Wendepunkt der Bandgeschichte. Was danach folgte, war moderner, näher am Zeitgeist, gewiss keine schlechte Musik. Doch erst mit ihrem 2007er Werk "In Requiem" klingen PL wieder so selbstverständlich nach sich selbst wie hier auf "One Second". So ein Album schafft eine Band nur einmal in ihrer Karriere. Was danach kommt, kann naturgemäß erstmal nur "schlechter" sein, und was davor erschien, scheint heute nur noch wie die logische Vorgeschichte dieses Meisterwerkes. Wie, wenn in einer Raupe, die nur frisst und frisst, die Moleküle verrückt spielen ("Lost paradise", "Gothic", "Shades Of God"), das Ganze schließlich zur Puppe wird ("Icon"), die eine gewisse Ruhepause als Reifungszeit braucht ("Draconian Times"), und heraus kommt ein wunderbarer, filigraner aber kräftiger, gesunder Schmetterling ("One Second"). Der erste Sonnentag im Leben des Schmetterlings samt melancholischem Sonnenuntergang kommt ("Host"), es begegnen ihm die ersten "Konkurrenten", es wird turbulent, aber das Leben ist nach wie vor schön (Bienen, passenderweise auf dem Artwork zu "Believe in Nothing" vorhanden), der Schmetterling fliegt durch Gewitter ("Symbol Of Life") und Sturm ("Paradise Lost"), bis er schließlich stirbt ("In Requiem").

Das ist die Geschichte von Paradise Lost und auch die Tragik, die Paradise Losts Biographie seit Mitte der Neunziger zu begleiten scheint. Wirklich Herausragendes kam nicht mehr, die Fanbasis war verschreckt und bekam mit "Host" den endgültigen Gnadenschuss. Ein neues Publikum hatten PL noch nicht erschlossen. Wie denn auch? Vergleicht alleine mal die Cover von "Lost Paradise" und "Host". Das eine für dumpfe langhaarige, mayonaisebeschmierte Metalprovokateure ohne Sinn für Ästhetik. Das andere für unterlippengepiercte Anhänger der 2schwarzen" Szene. Warum ich dies hier alles in der Rezension zu "One Second" verbrate? Weil genau diese Scheibe der einzige Ausgangspunkt ist, von dem aus man Paradise Lost zu verstehen beginnt. Weder in der Rolle der "Gothic" Erfinder (ähem, "Gothic" eben) noch in der Rolle der "härteren" Oasis ("Believe In Nothing") haben sie mir sonderlich gefallen. Sicher, "Icon" hatte Charme. Und "Symbol Of Life" ist beileibe kein schlechtes Album. Es ist zum Verzweifeln. "One Second" Teil hätte alles noch verschlimmert. Aber etwas ganz anderes ("Host") hat das eben auch bewirkt. Und seitdem kränkeln PL aus Angst vor ihrer eigenen Identität. Die schimmert immer und zu jedem Zeitpunkt zwischen den Zeilen hindurch, aber kommt zu selten wirklich souverän heraus. Und das ist auf "One Second" anders. Kurzum: "One Second" ist für mich der Dreh- und Angelpunkt in Paradise Losts Historie. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das noch einmal ändern wird.


Der Gesang des Dodo: eine Reise durch die Evolution der Inselwelten
Der Gesang des Dodo: eine Reise durch die Evolution der Inselwelten
von David Quammen
  Taschenbuch

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Reise, die sich lohnt!, 29. Mai 2007
dieses Buch bietet: - eine für 19,95 Euro sehr günstige Weltreise - Einblicke in die Geschichte des Lebens - Einblicke in die Geschichte der Erforschung des Lebens - Unterhaltsame und spannende Expeditionen - skurrile Wissenschaftler - noch skurrilere Lebensformen - einen gut verständlichen Ausflug in die Biogeographie - interdisziplinäre Streifzüge. Und das alles in einer unwiderstehlichen Mischung mit einem dieser Mischung entsprechenden unwiderstehlichen Schreibstil. Das dicke Taschenbuch hat 974 Seiten, und es ist eines dieser Bücher, bei denen man sich ärgert, wenn man mal wieder - aufs Klo - etwas Essen - oder schlafen muss. Das alles macht selbstverständlich fünf Punkte, verbunden mit einer Kaufempfehlung!


Anleitung zum Männlichsein
Anleitung zum Männlichsein
von Stephan Lebert
  Gebundene Ausgabe

12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Raus aus der Passivität - ein längst überfälliger Weckruf, 9. Mai 2007
Zwei Brüder schreiben ein Buch über die Männlichkeit. Einer sieht aus wie der Typ von den Flippers, der immer diese albernen Hawaiitrommeln missbraucht - nur ohne Haare (vermutlich,weil er zu seinem Testosteronhaushalt steht). Der andere hat in seinem Lächeln das gewisse Etwas eines Hannibal Lecter. Ein seltsamer Kontrast, oder?

Männliche Weichflöten, die in diesem Buch einen Instantratgeber vermuten und erwarten, dass sich die vergilbte Jogginghose nach der Lektüre schon von selbst auszieht, gehören jedenfalls nicht zur Zielgruppe. Das Buch ist auch keine vergeistigte, esoterisch angehauchte Abhandlung über das "Männliche im Lebewesen" für barfüßige Therapeuten in seidenen Hausanzügen. Im Gegenteil: Mann soll selbstständig werden, lieber irgendetwas tun als gar nichts mehr und nicht die Hände in den Schoß legend der Dinge harren. Die Gebrüder Lebert erwarten schon etwas mehr vom Leser: Das Verlassen der eigenen Komfortzone, den Erwerb von Eigenschaften fern der verbreiteten Eigenschaftslosigkeit. Mann muss sich wieder abgrenzen, sich wieder lächerlich machen können, sich in den Alltag stürzen, am Leben teilhaben. Und nicht in einer Festung von Macht, Anerkennung und Sehnsucht nach Beifall innerlich verkümmern. Dieses Buch habe ich innerhalb von vier Stunden in einem Rutsch durchgelesen und verstehe es als eine Art Weckruf, als energisches "Hallo Wach?" an die Männer dieses Landes. Dann ginge es vielleicht auch mal wieder aufwärts.


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