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Beiträge von Stefan Schröder
Top-Rezensenten Rang: 17.547
Hilfreiche Bewertungen: 2001

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Rezensionen verfasst von
Stefan Schröder "Libraraptor" (Ostentrop, Sauerland)

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Wie wir mit Büchern wohnen
Wie wir mit Büchern wohnen
von Roland Beaufre
  Gebundene Ausgabe

21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Fest für die Augen für jeden Bibliophilen!, 6. April 2010
Wer kennt nicht diesen verstohlenen Blick, den der Bücherfreund auf fremde Bücherwände wirft? Dieses Gefühl, an etwas ganz Persönlichem des Besitzers teilzuhaben, wenn das Auge die Buchrücken streift, hin und wieder einen Band herausnimmt und einen Blick hineinwirft?
Eigentlich ist es fast, als würde man Bratwurst in Mett dippen, wenn es genau für diese Lust eigene Bücher gibt.
Wie schon im gelungenen Bildband "Mit Büchern leben" aus dem Gerstenberg - Verlag gibt es in diesem Buch Einblicke in private Leserefugien nach Herzenslust. Dabei ist es oft interessant, festzustellen, wie sich der eine oder andere mit seinen gesammelten Werken einrichtet. Die Spannbreite reicht von chaotisch bis streng, von systematisch aufgebaut bis zufällig zusammengewürfelt.
Der Band geht nicht, wie "Von Bücherglück und Leselust" aus dem Knesebeck - Verlag auf die Lesegewohnheiten der Besitzer/innen ein, beleuchtet auch nicht das Spannungsfeld von Genius loci, Leser und Buch, sondern widmet sich einzig den Umstände, unter denen eine Bibliothek eingerichtet wurde. Das geschieht nicht nur durch opulente Bebilderung, sondern auch durch Interviews mit den Besitzern, die allerdings leider zu häufig nur mit nicht gerade Aussagen fördernden ja/nein - Fragen geführt wurden. Das ist einer der Wermutstropfen. Der andere ist, dass ausschließlich französische Bücherfreunde portraitiert werden und diese meistens einkommensstärkeren und exotischen Berufen nachgehen. Gut so, bleibt doch noch eine Lücke für ein Buch über die Rolle von Büchern in Wohn- und Lebensraum "Ganz normaler Menschen".
Das Buch "Wie wir mit Büchern wohnen" findet seine ganz eigene Nische zwischen dem Stil eines luxoriösen "Mit Büchern leben" und dem eher als Wohn- und Einrichtungsberater konzipierten "Wohnen mit Büchern" von Alan Powers und gehört auf den Nachttisch eines jeden Bibliophilen.


Brief an mein Leben: Erfahrungen mit einem Burnout
Brief an mein Leben: Erfahrungen mit einem Burnout
von Miriam Meckel
  Gebundene Ausgabe

11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Authentisch, ehrlich, fesselnd, 16. März 2010
Das meiste Elend in der Welt entsteht aus der Unfähigkeit des Menschen, sich länger als fünf Minuten alleine in einen Raum zu setzen. Dieser Erfahtung setzt sich Meckel aus - vier Wochen lang. Und macht eine bemerkenswerte Wandlung spürbar.
Das Verb "meckeln" sollte eigentlich schon in den Duden aufgenommen werden und stehen für "überall mitmischen, hier mal posten, da mal reden, multitasken und - das Wesentliche aus dem Blickfeld verlieren." Nun müsste es eigentlich stehen für "gute Fähigkeit besitzen, sich selbst zu reflektieren".
Das dämliche Wort "Burnout" im Untertitel ist marketingtechnisch natürlich clever gewählt und trifft den Zeitgeist. Leider ist der Begriff als solcher ein Problem und trifft Meckels beschriebenen Ausgangspunkt auch nur unzureichend. Denn "den" Burnout gibt es nicht. Es gibt nur hunderttausende von individuellen, kleinen Erschöpfungserlebnissen und größeren Zuständen bei Menschen quer durch alle gesellschaftlichen Schichten.
Sicherlich gibt es Menschen, die sich nun voller Hohn auf Meckels Bekenntnis stürzen. Die sagen "Jaja, Neonomadin, neuzeitliche Karrierefrau, Memmaschine, überall mitmischen müssen, sich für unentbehrlich halten, dumme, undankbare Fast - Millionärin, .... blabla." Nur habe ich das Gefühl, es würde dieser äußerst sensiblen und sehr einfach gehaltenen Schilderung des Innenlebens irgendwie nicht gerecht.
Miriam Meckel schildert die Leere, die sich ausbreitet, wenn keine der alltäglichen Ablenkungen einen mehr einnimmt. Es gelingt ihr hervorragend, diesen Zustand trotz einiger Widerstände als Chance zu begreifen, kürzer zu treten, sich besser zu focussieren und das Wesentliche wieder zuzulassen.
Wenn einige der geld- und machtgeilen, menschenverachtenden Westerwelles und anderer Turbokapitalisten, die momentan unser Land, nein, eigentlich die ganze Welt regieren, ein bisschen Hintern in der Hose hätte und Meckels Mut beweisen würden, wäre das eine Chance zu einem echten gesellschaftlichen Neuanfang. Leider wäre Westerwelle sehr erschrocken, über das, was er fände. Er muss seine inneren Hausaufgaben erst noch machen müssen und wird sich so lange weiterhin der Versuchung ausliefern, sich für den wichtigsten menschen des Planeten zu halten.
Meckel hat diess jahrelang selbst getan und bedauert es.
Ich fürchte, sie wird ein Einzelfall bleiben. Denn ob mit Meckel oder ohne - das Hamsterrad dreht sich weiter. Fleißig angetrieben von Menschen, die Angst vor der eigenen inneren Wahrheit haben.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 18, 2010 11:44 PM CET


Axolotl Roadkill
Axolotl Roadkill
von Helene Hegemann
  Gebundene Ausgabe

29 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unglaublich, was der Buchmarkt so alles erbricht..., 21. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Axolotl Roadkill (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist der literarische Soundtrack einer Generation, die schon alles hat. Hedonistischer Unsinn, inzestuöse Selbstbeweihräucherung von Menschen, die nichts tun, außer 24 Stunden täglich um sich selbst zu kreisen. Das hielte ich auch nicht aus. Und wenn dann noch Drogen ins Spiel kämen, wäre ich wohl durchaus auch imstande, diese übertrieben gehypte, substanzlose Suppe zu kochen.
Für verwöhnte Lehrerkinder aus Charlottenburg, rebellierende Sörens und Tjorbens", potenzielle Amokläufer an Kunstakademien oder Möchtegerndandys mag dieses struktur- und grenzenlose Kopfkino Axolotl Roadkill durchaus geeignet sein. Für Menschen, die täglich für ihre Familien im Rahmen dessen, was diese kaputte Gesellschaft ermöglicht, ihr bestes tun, ist diese Achterbahnfahrt ein Schlag ins Gesicht. Wenn die polnische Putzfrau, die am anderen Tag die Körperaussscheidungen dieser Generation entfernt, mal fragt, was denn da so passiert des nachts, kann Axolotl Roadkill" ihr vielleicht helfen. Oder dafür sorgen, dass sie kopfschüttelnd sich fragt, für welchen Abschaum die da eigentlich malocht.
Kompliment an Harald Schmidt, der bei diesem arroganten Nervenbündel Helene Hegemann souverän geblieben ist.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 23, 2010 4:14 PM CET


Firmin - Ein Rattenleben
Firmin - Ein Rattenleben
von Sam Savage
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leider etwas missverständlich, 3. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Firmin - Ein Rattenleben (Taschenbuch)
Der Klappentext verheißt Interessantes: Eine Ratte liest sich im Keller einer Buchhandlung durch die Weltliteratur. Da habe ich zunächst etwas anderes erwartetr als das, was schließlich folgte. Ich weiß noch nicht einmal genau was, vielleicht etwas in der Art der "Stadt der träumenden Bücher" von Walter Moers oder "Tintenherz" von Cornelia Funke. Auch im Buch "Firmin.Ein Rattenleben" verschmelzen zwar "reale" und "fiktive" Welt (sofern man bei einer lesenden Ratte von "real sprechen kann), aber nicht so erhaben und phantasiegeladen. Sondern bodenständiger, mehr Gosse. Auch eine wirklich spannende Story hat das rezensierte Buch nicht zu bieten. Es schildert wirklich nur die rein subjektiven Erfahrungen eines Außenseiters der Art Rattus, der den Niedergang eines Bostoner Stadtviertels hautnah miterlebt und sich in dieser Phase zwei Menschen annähert, allerdings ohne, dass die das mitbekommen.
"Firmin" ist sprachlich wunderbar formuliert, der Autor bringt sehr schön die Melancholie durch, die Tristesse des Viertels und den Funken Geborgenheit, den dieses Leben im Stile eines regnerischen Herbsttages durchscheint. So fühlt man sich, bei allem bodenständigen, deftigen Formulieren, was Firmin ebenfalls sehr gut kann - Sex und Alkohol kommen hier nämlich keinesfalls zu kurz - doch irgendwie wohl bei der Lektüre.
Um es kurz zu sagen: Lässt man die Erwartungen hinter sich, die der Buchrückentext aufkommen lässt und sich auf das Buch wirklich ein, kann man es mit fesselndem Spaß lesen. Allerdings ohne eine Art von Spannung oder Story, und daher kein fünfter Stern. Vielleicht hätte Savage vor diesem grandiosen Hintergrund tatsächlich eine Art Story ansiedeln sollen. Obwohl - vielleicht ist das zu viel verlangt. Denn das, was eine Ratte erleben und formulieren kann, ist hier genial geschehen. Eine echte Story hätte in der Beobachterperspektive statt finden müssen. Und dafür Firmins Inneneinsichten zu opfern, wäre vielleicht der Ratte nicht gerecht geworden.
Ein gutes, wenn auch nicht überragendes Buch.


Gefühltes Wissen
Gefühltes Wissen
von Horst Evers
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

49 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Is halt so, 28. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Gefühltes Wissen (Taschenbuch)
Irgendeiner hat mir mal geraten, eine Rezension nicht im Stil des rezensierten Buches zu verfassen. Jetzt ist aber das Problem, dass Evers Stil zum Nachahmen verleitet, weil er (also der Stil, nicht der Evers) so vulgär ist. Ein ganz normaler Typ von nebenan schreibt in diesem Buch halt auf, was ihm im Alltag so passiert. Steigert diese Beobachtungen dann ins Groteske und bleibt doch immer auf dem Boden. Kindlich naiver Blick trifft auf ungemein kompliziertes Weltgeschehen. Ist halt so. Ich habe mich irgendwie ertappt gefühlt und weiß nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Einerseits denke ich, naja, toll, dass da jemand ist, der auch auf dem Klo liest und das mal zugibt, andererseits habe ich mich gefragt: Will das denn einer wissen? Naja, und dann ist mir eingefallen, dass ich das ja wissen wollte, sonst hätte ich dieses Buch ja nicht in einem Atemzug durchgelesen. Der Evers, der lebt im Hier und Jetzt. Immer, egal was ihm passiert. Und das ist so einiges. Deutschlands ländliche Peripherie trifft auf Stadtmensch. Evers trifft seine Freunde, Technik trifft Evers, naja, und so weiter. Sehr amüsant, manchmal zum Schreien. Das Normale wird zum Wichtigsten erhoben und übersteigert.
Nee, jetzt fange ich an, mich im Kreis zu drehen, das muss ja dann auch nicht sein. Und bevor ich hier so rumschwafele, will ich allen, die Evers noch nicht kennen, dessen Werk wärmstens empfehlen. Jetzt ist die Rezension zu Ende.


Sagen Sie jetzt nichts: Interviews ganz ohne Worte
Sagen Sie jetzt nichts: Interviews ganz ohne Worte
von Dominik Wichmann
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Unterhaltsam auf hohem Niveau, 28. Dezember 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Idee ist sehr gut, die Umsetzung macht einfach Spaß. Prominente Persönlichkeiten werden mit 20 Fragen konfrontiert, die sie nonverbal beantworten sollen. Wie, ist ihnen freigestellt. Erstmal also eine paradoxe Situation in einer von Worten und Schlagzeilen geprägten Medienwelt. Da kommt es schon mal vor, dass eine Sissi Perlinger den Fragezettel zerreißt oder eine Renate Künast ganz aus dem Bild verschwindet. Sehr schön auch die Ideen, einen Hund und ein Baby zu "befragen". Unterm Strich bleibt ein höchst unterhaltsames Buch, durch das man viele Persönlichkeiten aus einem neuen Blickwinkel betrachten kann.
Einziger Wermutstropfen: Die Seiten des niveaulosen Werkzeugmechanikers Detlef Soost und des semiprominenten Fallobst - Sängers Jan Delay hätte man sinnvoller füllen können - mit interessanten Menschen halt.


GALORE Interviews: Die besten Gespräche aus 5 Jahren
GALORE Interviews: Die besten Gespräche aus 5 Jahren
von Michael Lohrmann
  Broschiert
Preis: EUR 29,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend und unterhaltsam, 11. Dezember 2009
GALORE war einzigartig in der gewaltigen Flut der Zeitschriften. Stets hatte der Leser das Gefühl, dass der Interviewer den Interviewten nicht als Ware ansieht, die es dann zu vermarkten gilt, sondern dass echtes Interesse am Gegenüber herrscht. Ungewöhnliche Gesprächseinstiege, überraschende Fragen und spannende Wendungen zeichneten die Interviews in GALORE stets aus. Eine Zeitschrift wie GALORE wird es wahrscheinlich niemals wieder geben, was sehr schade ist. Denn letztlich interessieren doch ehrlich nur die Menschen und ihre Geschichten. Keine Aufmacher, keine Demütigungen, keine Vermarktung, sondern nur der Mensch und seine selbst gewählte Verortung in unserer Zeit und Welt. Diese haben die GALORE Interviewer den prominenten und weniger Prominenten Gästen entlockt.
Das Buch ist nun eine Sammlung der von den treuen Lesern ausgesucht besten Interviews des Magazins. Dabei kommen höchst unterschiedliche Zeitgenossen zu Wort - Stanislaw Lem ebenso wie der Wrestler Bret Hart. Dass so unterschiedliche Typen Mensch so höchst spannend und unterhaltsam auf den Zahn gefühlt wurde und dass beide Gespräche gleich anregend wirkten, war die große Leistung der GALORE.
Das Layout ist angenehm puristisch, denn GALORE wusste schon immer: Nur das Interview ist wichtig. Und es findet seinen Weg, wenn der Rahmen gut gestaltet ist. Und diese Kunst beherrschte die Redaktion meisterhaft.
Schade, dass die Papierzeit bei GALORE nun vorbei ist. Nicht genug Menschen wollen auf so hohem Niveau unterhalten werden. In Zeiten eines an Oberflächlichkeit nicht mehr zu überbietenden Mario Barth ist dieses Phänomen leider Fakt.Und wohl angesichts der Heerscharen naiver Schenkelklopfer auch nicht mehr zu stoppen. "GALORE Interviews: Die besten Gespräche aus 5 Jahren von André Boße" ist eine der letzten Bastionen gegen dieses Phänomen.


Liebe Ist für Alle Da
Liebe Ist für Alle Da
Preis: EUR 16,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stagnation trotz einiger ungewöhnlicher, magischer Momente, 19. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Liebe Ist für Alle Da (Audio CD)
Rammstein bleiben Rammstein. Was auch sonst? Zunächst mal bleibt festzuhalten, dass das Album zum Glück nicht so schlecht ist wie die Vorabsingle erahnen ließ. Zweitens muss man deutlich machen, dass "Liebe ist für alle da" wesentlich interessanter ausgefallen ist als sein Vorgänger "Rosenrot" und vom Songwriting her auch stärker. Gegen die ersten zwei Alben hat der aktuelle Longplayer allerdings keine Chance. Was daran liegen mag, dass ich halt eben keine 18 mehr bin, sondern 32. Wie dem auch sei. Ich habe mir "LIFAD", wie es so schön abgekürzt wird, nun zehn Mal hintereinander angehört und habe schon meine Kandidaten für die "Repeat" - taste gefunden. Wobei es mir meistens besondere Stellen angetan haben, die im Songkontext klasse eingebettet sind. Der Chorus von "Ich tu Dir weh" zum Beispiel: Was ein Brett, und für Rammstein echt ungewöhnlich. Oder das Intro vom Lied "Waidmannsheil", das ansonsten allerdings der musikalische Zwillingsbruder von "Adios" ist. "Haifisch" hat auch so einen Moment, nämlich die Textzeile "Wenn jemand nicht mithält, halten wir sofort". Eine tolle Anspielung auf die Kommunikationskultur innerhalb der Band. Weiter gehts mit einem tollen Moment in "Frühling in Paris" - der Chorus selbst ist echt zum Heulen. Die Kapitalismuskritik "Mehr" besticht durch eine neue, fast poppige und echt geniale Passage. Die atmosphärische Steigerung ab Minute 2.50, wenn Till singt "All die andern haben so wenig - Gebt mir auch das noch - Sie brauchens eh nicht".
Das Ende der wie immer 11 Tracks umfassenden CD bildet "Roter Sand", musikalisch ein einziger magischer Moment, wenn auch textlich mit logischen Brüchen. Aber hört selbst.
Warum keine fünf Punkte? Textlich ist "LIFAD" die beste aller Rammstein - Platten, schon alleine, weil das Wort "Nagetiere" vorkommt.
Weil Rammstein aber musikalisch trotz einiger angenehmer Ausreißer ("Haifisch") weiter ihren eigenen, mittlerweile doch etwas ausgeleierten Stil pflegen, reichtŽs auf keinen Fall zur Höchstpunktzahl. Was durchaus an Lindemanns einseitiger Stimme liegen mag. Obwohl er sich zugegebenermaßen Mühe gibt, sie vielseitiger einzusetzen.
Trotzdem: Ich kann nicht verstehen, warum dieses Album seitens der Band als eine so schwere Geburt bezeichnet wurde. Zu "Mutter" - Zeiten hätte vermutlich jeder einzelne Rammsteiner dieses Album nachts zwischen drei und halb vier im Halbschlaf komponiert.


Missing Link: Ida und die Anfänge der Menschheit<BR>Mit Josh Young
Missing Link: Ida und die Anfänge der Menschheit
Mit Josh Young
von Colin Tudge
  Gebundene Ausgabe

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Langatmig und ermüdend, mit vielen Wiederholungen, 12. Oktober 2009
Das Thema "Ida" hat zwei interessante Aspekte. Zum einen ist die Geschichte ihrer Entdeckung ein Wissenschaftskrimi, der den Umständen der Archaeopteryx - Funde an Spannung um nichts nach steht. Zweitens ist es "Ida" selbst, die durch ihre Kombination archaischer und moderner Primaten - Merkmale das Zeug dazu hat, die Wissenschaft der Paläontologie auf den Kopf zu stellen.
Der Fund eines 47 Millionen Jahre alten Primaten in der Grube Messel birgt also ein enormes Potenzial für ein spannendes populärwissenschaftliches Buch zum Thema. Diese Chance hat Tudge leider vertan.
Er hält sich in Wiederholungen auf (wie oft habe ich während der Lektüre denn nun gelesen, dass "Ida" Früchte fraß?), schweift teilweise komplett vom Thema ab (gute drei Seiten gehen für das Thema "Dinosaurier", ihre Entdeckung und Entwicklung drauf, wieso, frage ich mich?) und verheddert sich so auf diesen Nebenbaustellen. Tudge gelingt es auch nicht, deutlich zu machen, warum er all diese Nebenbaustellen ausführt. Das heißt, es fehlt ihm oft der Rückbezug auf das Kernthema. Und auch mögliche Zwischenbezüge muss der Leser sich selbst erarbeiten - eigentlich doch Aufgabe eines Autors, oder?
Das Buch ist zudem kein bisschen spannend geschrieben. Richard Fortey ("Trilobiten"), David Quammen ("Der Gesang des Dodo") und mit Abstrichen auch Neil Shubin ("Der Fisch in uns") haben doch so gut vorgemacht, wie man paläontologische Themen umfassend, spannend und verständlich abhandeln kann. Tudge reiht sich nicht ein in die obige Liste. Zu langatmig, oberflächlich und unzusammenhängend bleiben die Ausführungen. Manchmal fühlte ich mich beim Lesen in einer Art Endlosschleife gefangen. Tudge erkannte dieses Problem während des Schreibens offensichtlich auch. Denn mehr als einmal stellt er selbst dem Leser die berechtigte Frage "Was hat das alles mit Ida zu tun?"
Dabei hat das Buch durchaus einen guten Start: Tudge spinnt eine fiktive Story um "Idas" Tod. Auch das Ende ist noch versöhnlich, geht es doch gut auf das Potenzial dieses Fundes ein.
Das Potenzial dieses Themas hat Tudge mit seinem Buch jedoch nicht ausgeschöpft. Schade.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 16, 2009 6:29 PM MEST


Pussy
Pussy

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwei durchschnittliche Rammstein - Songs, Maximum 3 Punkte, 3. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Pussy (Audio CD)
Da lese ich Berichte, die Band hätte sich am kommenden Album die Zähne ausgebissen. Stundenlange Diskussionen um einen einzigen Soundfetzen habe es gegeben, Kriege um Eitelkeiten und Vorlieben. Und dann höre ich diese zwei Songs und denke: "Denen gehtŽs wohl zu gut. Stellen nach außen dar, wie krampfig der kreative Prozess war und war kommt heraus? Zwei Rammstein Songs von der Stange."
Du liebe Zeit. Wenn Rammstein für diese Lieder so viel Energie aufwenden mussten, wie hätten sie dann erst spontan und unverblümt geklungen?
"Pussy" ist selbst an Rammstein - Maßstäben peinlich. Warum sagt die Band, ein Lied wie "Fellfrosch" hätte nicht sein müssen, nur um mit "Pussy" dessen textliches Pendant zu veröffentlichen. Und einige der Samples hat Flake fast 1:1 bei "Laichzeit" gestohlen.
Wo bleiben neue Ideen, frische Impulse? "Rammlied" hat fast zu 100% den gleichen Riff wie der Song "Rammstein". Nur ist er diesmal unterlegt mit fett produziertem Doublebass - Gebolze, was zugegebenermaßen so übel gar nicht klingt.
Aber halt eben ausgenudelt, von Rammstein schon tausendmal gehört und auch schon tausendmal besser. Textlich mag Till Lindemann ja wieder in guter Form sein. Aber was nützt das, wenn musikalisch nichts mehr folgt?
Von "Comeback á la Herzeleid" war die Rede.
Sorry, Jungs. Wenn der Rest des ALbums ebenso einfallslos klingt wie diese Single, löst ihr euch besser auf.


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