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Rezensionen verfasst von
Stefan Schröder "Libraraptor" (Ostentrop, Sauerland)
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10,000 Days
10,000 Days
Preis: EUR 14,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Hyperriesen im Klanguniversum, 14. Mai 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 10,000 Days (Audio CD)
Wenn normale Bands Sterne wie die Sonne sind, wären Tool die, sagen wir mal, Hyperriesen des Klanguniversums. Die werden bis zu 2000 mal größer als die Sonne und können über eine Million mal heller leuchten. Aber ich bin Hörer, kein Astronom, also dann:

Bisher hat - zumindest an dieser Stelle - noch niemand eine Rezension des neuen Tool - Albums geschrieben. Das spricht für die Tool - Hörer, die das Opus erst einmal in seiner Komplexität auf sich wirken lassen wollen und sozusagen mit der neuen Herausforderung der vier Amerikaner erst einmal "schwanger gehen" wollen. Und so mchte ich hier auch nicht DIE Mega- Besprechung abliefern, sondern nur kurz erste Höreindrücke für Euch schildern. Eigentlich überflüssig, denn die Tool - Fanatiker dieses Planeten haben 10.000 Days sowieso "blind" gekauft. Also, erste Feststellung: Im Vergleich zur "Lateralus" ist die Produktion noch einmal verbessert- unglaublich, aber wahr. Jedes einzelne Instrument hat mehr Raum bekommen, was man zwar deutlich raushört, aber doch nur notdürftig in Metaphern fassen kann- Tool eben. Zweiter Eindruck: Der Gesang ist besser ins Gesamtkorsett der Instrumente eingebunden, gleichsam eingebettet. Und eben nicht zur fertigen Musik "ergänzt" wie auf Lateralus, was - versteht mich nicht falsch - nach wie vor ein geniales Meisterwerk ist. Aber das ist eben nun auch 10.000 Days, nur eben, naja, anders. Tool gehen selbstverständlicher mit ihren Fähigkeiten um, routinierter und spielen ihre Möglichkeiten noch konzentrierter aus. Da mag die eine oder andere Passage mal nach "Lateralus" oder "Aenima" klingen- in sich ist 10.000 Days schlüssig, homogen, bedrückend und befreiend zugleich. Mal tänzelt ein Lied - gtrotz typischer verschachtelter Rhythmen - mit einer Leichtigkeit an Dir vorbei, dass Du nur staunen kannst. Und dann wieder hackt die Klampfe überirdische Riffs. Der Bass thront majestätisch über all dem und treibt an oder ergänzt. Mal geht es sehr, sehr melancholisch zu, Du wirst in den Abgrund gezogen und kannst nicht fliehen. Dann wieder fühlst Du Dich plötzlich hundert Meter groß, wenn Du dabei zuhörst, wie eine Granatenpassage auf solche Dunkelheit folgt.

Wie gesagt. Fünf Sterne, das ist eigentlich lächerlich. Denn Alben von Tool sprengen die Möglichkeiten desen, was durch die amazon- Skala ausdrückbar ist. Aber es ist nun mal die hier zu vergebende Höchstnote bei amazon. Tool haben läppische Bezeichnungen wie "Alternative", "Rock", oder gar "Metal", aber auch Rezensenten oder Journalisten mittlerweile nicht mehr nötig. Oder kratzt sich ein Wal etwa, wenn sich eine Mücke auf seinen Rücken setzt? Das hier ist der fette Trecker, der Dich auf offener Straße überfährt, Dich zermalmt und Dich vorher Dein Leben noch einmal im Eiltempo sehen lässt. Zurück bleibt ein ausgelaugter, verbrannter Fetzen Fleisch. Aber - sonst wären es nicht Tool - mit einem kleinen bisschen Hoffnung im tiefsten Kern. Hoffnung, wie sie auch im Kern eines verglühten Hyperriesen

gibt. Denn aus seinem Staub entstehen neue Sterne. Aber wie gesagt: Ich bin Hörer, kein Astronom...


Dante Xxi
Dante Xxi
Preis: EUR 13,07

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So machen Sepultura wieder Spaß!, 13. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Dante Xxi (Audio CD)
Ich liebe "Roots". "Against" habe ich direkt wieder verkauft und auch "Nations" erfuhr leider dieses Schicksal. Die Lieder waren nicht ausgereift, nicht homogen und zu viel Stückwerk. Für "Roorback" interessierte ich mich dann schließlich auch gar nicht mehr.
"Dante XXI" ist nun endlich mal wieder ein Knaller geworden. Das liegt erstens daran, dass Derricks Gebelle schön klar und transparent abgemischt worden ist. Zweitens wird das sowieso schon ausgefeilte Songwriting durch klassische Einsprengsel gewürzt, was dem Gesamtklang manchmal Soundtrack- Charakter verleiht. Und schließlich sind die einzelnen Songs sowie das Gesamtwerk mal wieder wirklich heavy, ohne dabei hektisch zu sein. Die Jungs schalten gerne mal einen Gang zurück und lassen es grooven, ein paar Sekunden weiter wartet die Doublebasswalze auf Dich, bis Dir schließlich die Riffsäge die Rübe vom Hals schraubt. Das alles eingebettet in ein an "Die göttliche Komödie" angelehntes Gesamtkonzept. Würde ich Derrick nochmal persönlich treffen, klopfte ich ihm diesmal auf die Schulter. Damals im Hofbräuhaus hatte ich ihm gesagt, er solle verdammt nochmal endlich anfangen, sich als Teil der Band zu geben. Endlich klingt er auch mal entsprechend. Ich jedenfalls brauche keinen Max mehr. Immerhin hat das drei Alben gebraucht,


Rocket Ride (Lim. Digipak mit Booklet und Bonustrack)
Rocket Ride (Lim. Digipak mit Booklet und Bonustrack)
Preis: EUR 15,99

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Solider, erstklassiger Hardrock/Metal mit Melodie!, 24. März 2006
Edguy bauen auf ihrem neuen Album "Rocket Ride" nicht nur Doublebasswalzen und Heavybrecher ein, sondern gehen im Gegenteil eher entspannt und im Midtempobereich zu Werke. Das tut den vom Songwriting her gesehen sehr ausgereiften Liedern hörbar gut und zeugt von einer gewissen Klasse. Ich mag Bands, die aus dem bierernsten Metal-Schema rausbrechen, ohne dabei aber so albern zu sein wie beispielsweise J.B.O., sondern die sich ihre Echtheit und Glaubwürdigkeit zu jeder Sekunde bewahren. Da können die alten Fans meckern, wie sie wollen- "Superheros" ist eine Granate vor dem Herren, "Matrix" hätte Herr Dickinso auch nicht besser hinbekommen und schon der Opener zeigt uns eigentlich, dass Edguy keine Gefangenen machen. Sogar das etwas naive "Summer in Trinidad" fällt nicht wirklich aus dem Rahmen, sondern tut mal sehr gut im ernsten und angespannten Metalzirkus. "Save Me" ist die gute, solide Ballade, die jedes gute Metalalbum braucht, und so stören auch die ein, zwei Füllerlieder den Hörgennuss nicht wirklich. Also: Fünf Sterne für dieses erfrischende, unverkrampfte Album einer Band, von der wir sicherlich noch sehr viel Gutes hören werden.


Die Archaeopteryx-Saga: Das Rätsel des Urvogels
Die Archaeopteryx-Saga: Das Rätsel des Urvogels
von Paul Chambers
  Taschenbuch

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Solide recherchierte populärwissenschaftliche Unterhaltung, 3. Januar 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Beginnend beim ersten Archaeopteryx- Fund spannt der Paläontologe und Journalist Paul Chambers einen weiten Bogen bis hin zu den jüngsten Entdeckungen vogelähnlicher Dinosaurier in China. Sein Buch dreht sich um die Umstände, unter denen die Exemplare Archaeopteryx entdeckt wurden und die Umstände, die diese Entdeckungen wiederum verursacht haben. Das erste Exemplar aus Solnhofen geriet mitten in die Debatte zur damals neuen Theorie des Darwinismus. Was hat dieses Fossil nicht alles "erlebt"? Besessene Forscher, Fälschungsvorwürfe, Diebstähle und, und, und... Chambars bleibt im Stil flüssig und unterhaltsam, so dass man sich nicht einmal langweilt. Kurz und kompakt aber dennoch in notwendiger Gründlichkeit kommen Persönlichkeiten wie Cope, Darwin, Huxley und Marsh zur Sprache, aber auch "aktuellere" Wissenschaftler wie Ostrom, Bakker und Wellnhofer finden Erwähnung.
Das Buch ist jedem Leser zu empfehlen, der krimiähnliche Wissenschaftsgeschichten mag. In die gleiche Krebe wie dieses Buch schlägt übrigens auch das gute Buch "Dinosaurierjäger"von Deborah Cadbury. Also: Solide recherchiert, gut dokumentiert! Kaufempfehlung!


Amerikas Kreuzzüge: Was die Weltmacht treibt
Amerikas Kreuzzüge: Was die Weltmacht treibt
von Claus Kleber
  Gebundene Ausgabe

35 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Packend und informativ, 30. Dezember 2005
Ich bin auch jemand, der nach Anschauen der Filme eines Michael Moore und dem Lesen seiner Bücher teils amüsiert, teils angewidert war vom amerikanischen "way of life" und diversen Einstellungen unserer Freunde auf der anderen Seite des Atlantik. Aber ich wollte es nicht bei Zynismus, Ironie und blindem Aktionismus belassen und las Claus Klebers Buch, nachdem dieser Journalist mir bei Maischberger sehr gut gefallen hatte. Ebenso gefällt mir nun die Art, wie Kleber schreibt, immer wieder persönliche Erfahrungen, Sichtweisen und Eindrücke mit in seine Analyse einfließen lässt und immer gut lesbar bleibt.
Mein Fazit: Nur F*** Bush! oder gar F*** Amerika rufen, reicht nicht. Die Strukturen sind weitaus komplizierter und ernster, als dass Polemik dieser Art angebracht wäre.
Ein Satz Klebers hat mir besonders gefallen. In diesem heißt es sinngemäß, Amerikas Fehler seien durch Handeln zustande gekommen, Deutschlands Fehler durch Angst vor dem Handeln. Ob er da gar den Kern der Mentalitätsunterschiede trifft? Man kann und muss nicht mit allem einverstanden sein, was Amerika außen- wie innenpolitisch so tut. Aber man sollte seine Einschätzungen zumindest differenziert untermauern können. Und dazu ist Klebers Buch meiner Meinung nach sehr gut geeignet. Prima!


Alles. Gleichzeitig. Und zwar sofort: Unsere Suche nach dem pausenlosen Glück
Alles. Gleichzeitig. Und zwar sofort: Unsere Suche nach dem pausenlosen Glück
von Karlheinz A. Geißler
  Gebundene Ausgabe

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geißler stellt lediglich fest und beschreibt., 29. Dezember 2005
In einem kleinen Schlenker geht der Autor dieses Buches auf die Folgen dieser immer schneller werdenden Beschleunigung ein- da hätte ich mir mehr gewünscht. Wer hier (wie das Buchcover eigentlich suggeriert) eine spritzige, ironische Beobachtung der Menschen erwartet, die von Handy zu Handy hetzen, keinen Besprechungstermin verpassen wollen und währenddessen noch den Abend mit der Liebsten planen sowie die Sommerferien nächstes Jahr, wird gnadenlos enttäuscht. Denn Geißlers Stil ist trocken, analytisch und leider zu selten wirklich treffend ironisch und zynisch. Dieses Buch besteht aus endlosen Beschreibungen und immer neuen Umschreibungen der von Geißler "Simultanten" genannten "Multitasker", streift kurz die historisch gewachsene Tradition von Zeitmessung und bleibt überhaupt viel zu oft an der Oberfläche.
Das ist für meine Erwartungen zu wenig gewesen- dieses Buch ist eine knochentrockene, nüchterne, unspektakuläre Beschreibung (und noch nicht mal eine gute Analyse) dessen, was wir ohnehin alle bereits spüren: es muss, obwohl das gar nicht mehr möglich ist, noch schneller, noch höher, noch weiter gelebt werden, und dabei höhlt man sein Inneres aus. Für diese Feststellung brauche ich keinen Geißler zu lesen, der mir dieses Gefühl und meine Beobachtungen noch einmal altklug beschreibt, aber ich habe es nunmal getan.
War das nun Zeitverschwendung?


Star Wars Chronik Episode I - III
Star Wars Chronik Episode I - III
von Stephen J. Sansweet
  Gebundene Ausgabe

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es bleibt kein Wunsch offen., 29. Dezember 2005
Wer dieses Buch besitzt, so behaupte ich mal, der braucht kein anderes mehr über die Episoden I-III der Star Wars Saga. Es handelt sich bei dem vorliegenden Buch um einen Prachtband der Extraklasse, hochwertiges Papier, hochwertige Verarbeitung und hochwertiger Inhalt vereinen sich zu einem dicken und sehr schweren Meisterwerk der Sekundärliteratur zu den Filmen. Die Tatsache, dass über 3000 (!) Bilder im Buch sind, zeigt bereits, dass die Autoren bei diesem Band geklotzt und nicht gekleckert haben.
Im Stile der mittlerweile im Handel vergriffenen "Star Wars Chroniken" (die es mit viel Glück in Antiquariaten oder bei Onlineauktionen gibt, und dort auch selten für unter 200 €) ist auch der vorliegende Band gehalten: Sehr sehr viele gehaltvolle Bilder, sinnvoll ergänzende Texte, die hauptsächlich die Filme und dessen Handlungen und Hintergrundstories, aber auch ihr "Making Of" erwähnen, wenn es angemessen ist.
Dieses Buch ist nur für echte Fans, Sammler und Cineasten und daher in seiner Erstauflage auf lediglich 4000 einzeln nummeriert gestempelte (ich habe Exemplar 137 ergattern können!) Exemplare limitiert.
Schnell noch zugreifen also, auch aufgrund der Tatsache, dass diese "Bibel" ab 2006 bereits 128 € kosten wird. Und in ein par Jahren findet man sie dann lediglich in Antiquariaten und kostbaren (Online-) Auktionen. Dafür muss man kein Prophet sein.


Biologie
Biologie
von Neil A. Campbell
  Gebundene Ausgabe

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es bleibt in meinem Regal!, 12. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Biologie (Gebundene Ausgabe)
Dieses dicke und, wie ich es beurteilen kann auch ziemlich umfassende, Buch ist das einzige, das von meinem zweisemestrigen Biologiestudium noch übrig blieb. Es erinnert mich daran, dass ich in diesem Jahr eine schöne Zeit hatte und manchmal interessiere ich mich sogar nocht für den Inhalt und schlage es mit Nostalgiegefühlen auf. Anno 2005 ist dieses Buch wohl das grundlegende Lehrbuch der Biologie. Und weil ich glaube, dass aus diesem Buch noch meine Kinder und Enkel Gewinn bringend lesen und lernen können, hat es einen Ehrenplatz in meinem Regal.
Ich wollte Biologe werden und bin nun Sozialarbeiter, aber das Buch wird in meinem Regal stehen bleiben. Basta.


Star Wars - Alle Welten und Schauplätze: Von Episode I bis VI
Star Wars - Alle Welten und Schauplätze: Von Episode I bis VI
von Kristin Lund
  Gebundene Ausgabe

17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Alle Welten und Schauplätze"- ein gelungener Bildband!, 12. Dezember 2005
Ein weiterer Teil des Zusammenfügens der "klassischen" und der "neuen" Trilogie zu einer Saga ist erfolgt: Alle Welten und Schauplätze der sechs Episoden werden in einem Band dargestellt. So kann der geneigte Fan, den an Star Wars nicht nur die Handlung der Filme, sondern das Universum drumherum interessiert, stundenlang stöbern. Die Duellschauplätze von Sith und Jedi, beispielsweise auf Naboo, Mustafar, Geonosis, Bespin, dem Todesstern, wurden ebenso detailliert gezeichnet wie die Wohnung von Owen und Beru Lars, Palpatines Büro, Bespin, Dagobah und fast alle Welten und Schauplätze- aber eben nur fast. So vermisse ich zumBeispiel Padmés Appartement auf Coruscant. Das aber ist zu verkraften. Interessant ist noch die Tatsache, dass nicht nur Beschreibungen ("das ist ein Jawa") den Zeichnungen hinzugefügt wurden, sondern auch die Handlung ergänzende Hintergrundfakten ("dieser Jawa hat gerade eine energiezelle gestohlen"- "diesem Alien fehlt die Energiezelle", Beispiele aus der Cantina in Mos Eisley) nicht fehlen. So entsteht sogar auf den zweidimensionalen Zeichnungen eine "Handlung im Bild", die die der Filme um interessante Aspekte erweitert. Das ist toll gemacht und von höchstem Unterhaltungswert, so dass das Buch einige vergnügliche Lese- und vielleicht auch Vergleichstunden vor dem Bildschirm garantiert.


Aenima
Aenima
Preis: EUR 16,86

51 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Jahrhundertalbum!, 2. Dezember 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Aenima (Audio CD)
Der Bandname "Tool" weist darauf hin: Die vier Musiker verstehen sich als Werkzeuge einer Musik, die ohnehin schon da ist. In unseren Seelen, in unseren Abgründen, in unseren Gehirnwindungen. Daher sind Tool- und somit auch die Scheibe "Aenima" auch eher als Medium zu betrachten denn als Band. Als Medium, dass uns die dem Menschen innewohnende Musik- ein Ereignis "klingt nach", man findet etwas "unerhört", etwas ruft "Resonanz" in uns hervor- übersetzt in Klänge, die mit vier Instrumenten erzeugt werden und diese Innenwelten so gut abbilden, dass das Album als eine Art "Spiegel" dienen kann. Jedwede Kategorisierung in "Alternative", "Progressive" oder ähnlich muss zwangsläufig entfallen und kann allenfalls als Behelf herangezogen werden- niemals aber als Beschreibung dessen, was da vor sich geht, wenn Tool musizieren. Ich sprach eben von vier Instrumenten und tat das ganz bewusst, denn Keenans Stimme ist im Gegensatz zu vielen Stimmen in Bands ebenfalls eher zurückhaltendes "Instrument" im Sinne eines Mediums, das stellvertretend für den Hörer sehr zurückhaltend kryptische Texte singt, ja, teilweise eher haucht. Sich niemals aufdrängt, sondern anbietet. Keenan gelingt es, seine eigene Stimme zur Stimme aller derer zu machen, die sich in die Musik versenken, die Tool abzubilden versuchen. Kein Ego steht im Weg, kein Geltungsdrang, die Stimme ist zunächst so unscheinbar, dass man meint, sie ginge unter um Klanggefüge der Band. Dem aber ist nicht so, denn hier präsentiert sich eine Einheit aus vier Musikern, die sich nunmal der klassischen Rockbandanordnung bemächtigen, um der Durchleuchtung unserer seelischen Abgründe einen Soundtrack zu liefern.
Und das schaffen eben nur Tool in dieser Form. Ein zeitloses Jahrhundertalbum, das noch sehr lange in den Playern- vor allem aber in den Köpfen und Seelen- der Hörer nach"klingt". Und da haben wir wieder die Metapher vom Medium einer ohnehin vorhandenen, aber nie kanalisierten musikalischen Energie in uns.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 18, 2011 6:10 PM MEST


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