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Rezensionen verfasst von
Roter Zwerg "42" (Düsseldorf)

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Die Odyssee des Drehbuchschreibers
Die Odyssee des Drehbuchschreibers
von Christopher Vogler
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Klassiker schlechthin mit gewissen Abstrichen, 6. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Die Odyssee des Drehbuchschreibers" richtet sich nicht nur an angehende und/oder erfahrene Drehbuchautoren, sondern an alle Autoren, die ihrer Geschichte den nötigen Schliff verleihen wollen. Der Originaltitel "A Writer's Journey" ist demnach auch deutlich angemessener als der deutsche Titel. Zwar bezieht sich Herr Vogler zumeist ausdrücklich auf Filme und ihre Erzählweise, das Schema ist aber sehr viel breiter anwendbar.
Die Schreibweise ist leicht verständlich und (für ein Sachbuch) ausgesprochen spannend gehalten. Vogler geht sehr detailliert auf die einzelnen Figuren/Archetypen und auch die einzelnen Stadien der "Reise des Helden" ein. Der Autor beschreibt aber nicht nur theoretisch sein Prinzip, er prüft es auch sehr detailliert an vielen Filmbeispielen und insbesondere den Filmen "Titanic", "König der Löwen", "Pulp Fiction" und "Ganz oder gar nicht". Das Buch ist besonders geeignet für alle die, die an bestimmten Stellen ihres Schreibens feststecken und nicht weiter wissen oder die merken, dass es ihren Protagonisten und/oder Nebenfiguren an Profil fehlt.
Die einzige Schwachstelle (daher nur vier statt fünf Punkte) ist hier wie bei fast allen anderen Ratgebern für AutorInnen aber eben gerade das teilweise allzu schematische Denken, das einer Geschichte ebenso schnell den Todesstoß geben kann. Vogler selbst betont zwar immer wieder, dass es sich bei der Heldenreise nur um ein immer wiederkehrendes Schema handelt, das keinesfalls als Formel behandelt werden sollte, er selbst macht diesen Fehler im Verlaufe des Buches jedoch sehr häufig.
Gerade bei den detaillierten Filmanalysen am Ende des Buches fällt die starre Herangehensweise sehr stark auf, wenn er z.B. gerade die Stärken von "König der Löwen" mit seinem Schema als Schwächen darstellt oder bei einem Film wie "Pulp Fiction", der - ob er es zugeben will oder nicht - sich überhaupt gar nicht in sein Schema fassen lassen will, auf Teufel komm raus die Schwellenhüter, Mentoren, Prüfungen und Herolde zu finden versucht.
Gerade jungen AutorInnen, die sich an die Kunst des Drehbuchschreibens heran tasten wollen, kann ein derart schematisches Denken auch schaden, da es den kreativen Fluss bremsen und eindimensional werden lassen kann.
Dennoch gibt es von mir eine deutliche Empfehlung für alle diejenigen, die sich von solchen Schemata nicht zu stark beeinflussen lassen und sich immer der Tatsache bewusst bleiben, dass eine solche Form eine Hilfe sein kann, aber niemals eine feste Struktur, in die sich alles hinein pressen lässt.


Lawless - Die Gesetzlosen [Blu-ray]
Lawless - Die Gesetzlosen [Blu-ray]
DVD ~ Shia LaBeouf
Wird angeboten von ImLaden
Preis: EUR 13,32

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassisches Old-School-Gangsterdrama, 3. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lawless - Die Gesetzlosen [Blu-ray] (Blu-ray)
"Lawless" habe ich mir gekauft, weil ich ein großer Fan von Gangsterfilmen über die Prohibitionszeit bin. Und ich kann den meisten meiner Vorredner nur beipflichten. Die Atmosphäre ist sehr gut getroffen. Der Staub knirscht in allen Ecken, die Musik ist wunderschön (den Soundtrack habe ich mir auch direkt gekauft) und vor allem die ruhige, besonnene und an keinem Punkt effektheischende Regie von John Hillcoat, der schon mit "The Road" einen hervorragenden Film hingelegt hat, ist exzellent.
Tom Hardy, der fast den ganzen Film über nur wenige Worte sagt, sondern meistens nur unverständlich und leise-bedrohlich "nuschelt" oder sogar nur ein gelegentliches Knurren von sich gibt (zumindest in der Originalversion, die Synchronisation habe ich mir nicht angesehen), ist eine Offenbarung und der heimliche Star des Films, denn dieser Mann kann mit einem Blick mehr ausdrücken, als viele andere Schauspieler mit endlos-langweiligen Dauermonologen. Shia LaBoeuf war eine Überraschung. Er hat seine "Ich-red-so-schnell-wie-möglich"-Attitüde für diesen Film fast vollständig abgelegt und passt wunderbar in die Rolle des belächelten, kleinen Bruders, der sich mehr zutraut, als er eigentlich kann. Gary Oldman kam leider viel zu kurz und Guy Pearce hat etwas sehr dick aufgetragen, aber mit beidem kann ich gut leben.
Herausragend waren imho auch die beiden Damen in der Riege. Jessica Chastain spielt die Rolle der Maggie Beauford mit der Eleganz und Präsenz einer Heiligen und zugleich atmet sie mit jedem Wörtchen und jedem Blick die verletzbare Zerbrechlichkeit einer Verfolgten. Mia Wasikowska (den meisten wahrscheinlich als "Alice im Wunderland" bekannt) ist anbetungswürdig schön, rebellisch und zugleich ängstlich vor ihrem übermächtigen Vater.

Die Gewalt, die beizeiten aufblitzt, ist hart und nichts für zarte Gemüter, aber sie ist niemals Selbstzweck und zeigt schonungslos und ohne jede Verharmlosung die Brutalität dieser zumeist nostalgisch verbrämten Zeit.

Alles in allem kann der Film es durchaus mit Klassikern wie "Miller's Crossing" oder "Road to Perdition" aufnehmen und muss sich nicht hinter ihnen verstecken. Wer donnernde Action, große Knallbonboneffekte und stundenlange Tommy-Gun-Gewitter erwartet, ist hier allerdings fehl am Platze.

Von mir eine klare Empfehlung.


Schritt für Schritt zum erfolgreichen Drehbuch. Mit einem vollständigen, kommentierten Drehbuch
Schritt für Schritt zum erfolgreichen Drehbuch. Mit einem vollständigen, kommentierten Drehbuch
von Christopher Keane
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Guter Start, aber plakative Ratschläge, 15. Februar 2013
Wer (als Anfänger) gerne ein Drehbuch schreiben möchte, aber keinen guten Start findet, wer seine Schreibblockade überwinden will und wer ein bisschen Mut gemacht bekommen möchte, ob die eigene Geschichte es wert ist, erzählt zu werden, der ist mit diesem Buch definitiv gut bedient. Es warnt auch vor falschen Ideen und gibt Tipps, wie man eine schlechte Idee in eine gute umwandeln kann. Es liest sich gut, ist umfangreich und ausführlich, ohne in Geschwafel zu münden. Soviel zum Positiven.

Leider gibt es auch eine Schattenseite. Die Tipps, die man von Herrn Keane bekommt, eignen sich hauptsächlich für Fließbanddrehbücher aus der Grabbelkiste. Seine als elementare Regeln verkauften "Anweisungen" (und es sind tatsächlich solche) findet man kürzer und knackiger auch bei Syd Field. Zu schematisch und viel zu unoriginell sind Drehbücher, die aus einem solchen Anweisungskatalog kommen. Wer vor hat, ein Drehbuch bei den Profis einzureichen, wird schnell merken, dass das Interesse nicht allzu hoch ist, da es solche Drehbücher einfach wie Sand am Meer gibt. Ich finde es äußerst bemerkenswert, dass der Autor an vielen Stellen Filme als schlecht abtut, nur weil sie SEINER Theorie nicht gehorchen, die aber dennoch großen Erfolg hatten und zwar zumeist gerade WEIL sie nicht das taten, was alle anderen tun (z.B. "Schlaflos in Seattle").

Fazit: Wer einen guten Start hinlegen und sich ans Drehbuchschreiben herantasten will, ist mit diesem Buch SEHR GUT bedient. Wer nicht etwas schreiben will, das auch alle anderen schreiben (was die Chancen für eine Verfilmung deutlich senkt), dem sei vielleicht lieber "Freistil" von Dagmar Benke ans Herz gelegt. Denn: zu viele Regeln machen eine Geschichte tot und uninteressant.

EDIT (17_06_2014): Ich wurde gerade netterweise von "Kartell" darauf hingewiesen, dass das Buch "Freistil" zurzeit nicht mehr zu menschlich nachvollziehbaren Preisen erhältlich ist. Vielleicht ist Bastei Lübbe ja so nett und bringt mal eine Neuauflage.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 17, 2014 4:42 PM MEST


Enders Spiel: Roman (Heyne fliegt)
Enders Spiel: Roman (Heyne fliegt)
von Orson Scott Card
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastische Sci-Fi mit Hirn!, 9. Januar 2013
"Enders Spiel" ist ein Buch, das einen von der ersten Seite an fesselt. Eine sehr schöne, unheimlich spannende Geschichte mit fesselnden Charakteren und einer mutigen Perspektive. Ich war anfangs skeptisch, weil die Story von einem Kind handelt, aber das Ergebnis ist alles andere als kindlich oder gar kindisch. Gut geschrieben, ohne irgendwelchen stilistischen Firlefanz kommt Orson Scott Card schnell auf den Punkt und schafft es, über die gesamte Länge des Buches die Spannung zu halten.

Klare Empfehlung!


Prometheus - Dunkle Zeichen (+ Blu-ray + DVD + Digital Copy) (Collector's Edition) [Blu-ray 3D]
Prometheus - Dunkle Zeichen (+ Blu-ray + DVD + Digital Copy) (Collector's Edition) [Blu-ray 3D]
DVD ~ Noomi Rapace
Wird angeboten von conrad_electronic
Preis: EUR 26,08

6 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erstklassige Sci-Fi-Unterhaltung!, 17. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist immer doof, eine Rezension zu einer Blu-Ray zu schreiben, die es noch gar nicht zu kaufen gibt. Aber da alle anderen das auch machen, schließe ich mich vorsichtshalber an und rezensiere einfach den Film selber.

Zunächst mal: Es fällt mir schwer nachzuvollziehen, wieso der Film ein derart gespaltenes Echo findet. Die einen reden von "Meisterwerk", die anderen von "Schund". Bei letzteren habe ich nie so recht verstanden, was sie eigentlich erwartet haben. Die zumeist kritisierten Logiklöcher habe ich selbst nicht entdeckt, wohl aber eine Menge Aufmerksamkeitsdefizite bei den Rezensenten.

"Prometheus" sieht zwar (bild-, effekte- und soundtechnisch) nach einem normalen, sehr starken Blockbuster aus, hat aber, was die Fülle an Informationen angeht, die einem geliefert werden, einen sehr hohen Anspruch. Wer da zu viel in seiner Popcorntüte rumgrabscht, statt aufzupassen, dem fehlen am Ende etwa 70 Prozent aller Informationen und konsequenterweise redet man dann von "Logiklöchern".

Für mich war "Prometheus" eines der eindrucksvollsten, nachhaltigsten und bombastischsten Sci-Fi-Erlebnisse des ganzen letzten Jahrzehnts. Ich würde ihn nicht "Meisterwerk" nennen, aber ein sauguter Film ist es trotzdem.
Sowohl Noomi Rapace als auch allen voran Michael Fassbender spielen ihre Rollen großartig. Die Designs (vor allem die "Prometheus selber ist ein Sahnestück) sind unglaublich detailverliebt und lassen jedem Sci-Fi-Fan das Herz aufgehen. Die Effekte sind absolut zeitgemäß, die Bauten gigantisch.
Und an der immer wieder bemäkelten Story habe ich nichts Schlechtes gefunden.
Eine Menge Szenen haben mich wirklich aufs Übelste in den Kinositz gepresst. Das etwas trashige Ende hat mir zwar ein paar Falten zuviel auf die Stirn getrieben, den Spaß aber keineswegs versaut.

Fazit: Ein lupenreines Sci-Fi-Horror-Kino, das es so leider schon LANGE nicht mehr gegeben hat.

Danke, Ridley!


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