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Rezensionen verfasst von
Michael Krautschneider "Filmfan & Musikliebhaber" (Scheiblingkirchen, Niederösterreich)
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   

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The Sun Records Anthology
The Sun Records Anthology
Preis: EUR 11,10

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Essentielles Sammlerstück & Schnäppchen!, 14. April 2012
Rezension bezieht sich auf: The Sun Records Anthology (Audio CD)
Man hat gut daran getan, die lange (zu lange) vergriffene Sun-Records-Box neu aufzulegen (mittlerweile gibt es ja sogar verschiedene Ausgaben zur Auswahl).
Wenn dann auch noch der Kaufpreis derart einladend gering ist, gibt's für leidenschaftliche Musikkonsumenten und Sammler eigentlich keinen Grund mehr, nicht zu vorliegendem Produkt zu greifen.

Die legendären Aufnahmen in den ebenso legendären Sun-Record-Studios sind allesamt Perlen der Pop/Rock-Musikgeschichte. Letztes Jahr durfte ich in London sogar ein Musical darüber genießen (THE BILLION DOLLAR QUARTETT, das leider noch nicht in deutschsprachigen Raum gefunden hat), das davon erzählt, wie die hier am Frontcover abgebildete Fotografie entstanden sein soll. Die blutjungen "Wilden" namens Elvis Presley, Jerry Lee Lewis und Johnny Cash trafen (so sagt es die Legende) für eine kurze Zeit auf den damals schon etwas (aber auch noch jungen) gesetzteren Carl Perkins. Jeder der vier Ausnahmetalente nahm daraufhin - unter Leitung des Studiochefs Sam Phillips - ein paar Tracks auf, Tracks, die allesamt zu Hits wurden! Von Perkins' BLUE SUEDE SHOES (das dann später von Elvis noch erfolgreicher gecovert werden sollte) bishin zu Cashs' GET RHYTHM und/oder I WALK THE LINE, über Jerry L. Lewis GREAT BALLS OF FIRE, ist hier vieles von dem vertreten, was auch heute noch (mitunter) als bestes Musikschaffen großer Künstler Rang und Namen hat!
Hinzu kommen auf hiesiger Ausgabe noch weitere Musiker, wie etwa ein nicht minder bekannter Roy Orbison u.a., die uns heute womöglich nicht mehr so geläufig sind (mir zumindest nicht).
SUN RECORDS haben sich ja stets gerne damit gerühmt die Wege der Ausnahmemusiker erst geebnet zu haben, ehe sie - von lukrativeren Verträgen gelockt - zu größeren Labels wechselten. Inwiefern hier Legenden geformt wurden und wie viel davon tatsächlich der Wahrheit entspricht, weiß ich nicht. Fest steht jedoch, dass tatsächlich erstaunlich viele spätere Superstars der Musikbranche hier waren, um ein paar Tracks aufzunehmen...

Die Qualität der Aufnahmen ist äußerst zufriedenstellend. Die Instrumente sind gut eingepegelt und man kann die Stimmen jeweils schön heraushören. Für Tracks, die in den 50er-Jahren aufgenommen wurden (hierauf enthaltenes Material konkret in den Jahren 1953-1957), ist die Produktion sogar außergewöhnlich gut, würde ich sagen. Bzw. wurde gut nachrestauriert - der authentische Fifties-Touch blieb jedenfalls unbeschadet erhalten! Großes Lob also...

Fazit: THE SUN RECORDS ANTHOLOGY ist schlichtweg Musikgeschichte, Musikgeschichte zum Immerwiederhören. Bis heute haben sämtliche Songs nichts an ihrem Punch, an ihrer Power eingebüßt. Und wenn man derart gefälliges Material zu einem solchen Schnäppchenpreis erstehen kann (sagenhafte 75 Songs auf 3 CDs!), dann kann ich an dieser Stelle nur mehr sagen: UNBEDINGT baldestmöglich erwerben und hören, hören, hören...

Viel Freude damit!


King of Queens - Die komplette Serie im Briefkasten (36 Discs)
King of Queens - Die komplette Serie im Briefkasten (36 Discs)
DVD ~ Kevin James

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Comedy-Reihe, die es sich zu besitzen lohnt! Der einstige Beginn der 2. großen Sitcom-Welle!, 14. April 2012
Ja, mittlerweile kann man schon in der Vergangenheitsform über Doug Heffernan & Co sprechen. Nach 9 Staffeln war nun also endgültig Schluss. Zum einen ist das zwar schade, aber andererseits war es wohl auch an der Zeit, THE KING OF QUEENS zu einem "runden" Ende zu bringen.

Meine Freundin und ich haben ja nach und nach die Einzelstaffelteile erworben. Und nachdem wir bei Staffel 4 oder 5 angelangt waren, hätte es sich nicht mehr rentiert, zur deutlich billigeren Gesamtkollektion zu greifen. Schade, dass wir das erst so spät überrissen haben! Knappe 70 Euro sind tatsächlich ein absoluter Preisknüller. Dividieren Sie diesen Preis einmal durch 36 DVDs! Ein echtes Schnäppchen also. (Und wenn man mal angefangen hat, wird man ohnehin alle Teile besitzen wollen!)

Was lässt sich noch Neues über die mittlerweile zur Kult-Comedy aufgestiegene Mattscheibenproduktion sagen? Eigentlich nichts mehr. Doug, Paketbote einer großen Lieferfirma sowie Fast-Food und Fernsehliebhaber, lebt gemeinsam mit seiner Frau Carrie im New Yorker Stadtteil Queens. Hier durchlebt der übergewichtige, faule, aber gutmütige Mann mit seiner leicht cholerischen Gattin die Freuden und Leiden des (Ehe)alltags. Schon sehr bald kommt noch ein dritter Mitbewohner hinzu: Carries Vater Arthur (Jerry Stiller - im wahren Leben der Vater von Ben Stiller), der ob seiner Verrücktheiten und ebenso wirren wie auch festgefahrenen Weltanschauung zum festen und wichtigen Bestandteil der Sitcom wird.
KING OF QUEENS ist eigentlich von Beginn weg ein Gag-Feuerwerk mit allen Facetten, die wir an dieser Serie lieben gelernt haben. Lediglich die allererste Folge wirkt (im Nachhinein gesehen wenigstens) auffällig zurückhaltend.
Erwähnenswert wäre noch, dass speziell in den ersten beiden Staffeln auch ein recht großer Freundeskreis - rund um Doug und Carrie - eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Doug's nerviger Bruder Danny und der softe Spencer bleiben dabei die wichtigsten Konstanten (alle 9 Staffeln hindurch), neben dem befreundeten Ehepaar Deacon und Kelly. Der einfach gestrickte Feuerwehrmann Richie - der viele Lacher für sich verbuchen kann, scheidet leider nach nur wenigen Staffeln wieder aus!
Generell kann die Serie ihr "Niveau" (bezogen auf Sitcoms freilich) erstaunlich lange konstant hoch halten. Lediglich ab Staffel 4 sind des öfteren auch einige "schwächere" Folgen auszumachen. Insgesamt jedoch ist wirklich jede der 9 Staffeln besitzenswert! (Staffel 9 scheint aber auch nur mehr die Aufgabe des "Abrundens" zuzukommen. Hier sind wirklich nur mehr wenige bis gar keine Highlights mehr feststellbar (für meinen Geschmack halt)). Am Ende der Serie erfüllt sich dann Doug und Carries sehnlicher Kinderwunsch endlich - und dann ist Schluss. Familie Heffernan bekommt man nicht mehr zu Gesicht. Aber das passt irgendwie ins Bild und ist ein würdiger, schöner und passender Abschluss.

KING OF QUEENS ist aber nicht allein wegen seiner guten Gags eine ganz besondere Sitcom. Als die Serie 1998 (im deutschen Sprachraum war's, glaub ich, um 2001) in den USA an den Start ging, war das "Massenphänomen" Sitcom ein wenig ins Stocken geraten. Es gab im Grunde nichts Neues mehr. Ja, ok, das vielseits beliebte FRIENDS hatte gerade seinen Höhepunkt (tut mir leid - mir sagt dieses "Reich & Schön" im Comedy-Format nicht so zu - ist halt Geschmackssache), aber tatsächlich war man gerade drauf und dran viele gute, aber altbekannte und teils schon totgespielte Wiederholungen im TV zu zeigen (sei's HÖR MAL, WER DA HÄMMERT, EINE SCHRECKLICH NETTE FAMILIE, FULL HOUSE etc.). Höchste Zeit also, der breiten Öffentlichkeit etwas Neues vorzusetzen. Und da kam der übergewichtige Paketbote mitsamt Anhang grade recht! Kevin James war/ist (nach wie vor) so ein Typ, dem man fast aus der Hand fressen muss. Zu liebenswürdig, zu leicht nachvollziehbar sind sein Charakter und seine mitunter böswilligen kleinen Notlügen, mit denen er sich in so manch unangenehme Situation bringt!
Weiterer Pluspunkt: Nur sehr selten driftet die Serie in Richtung Schnulzkitsch ab. Zwar söhnen sich Carrie und Doug regelmäßig aus - doch das geht hier angenehmerweise ohne Streicherunterlegung und unnötig nervigen Liebesvorträgen vonstatten.

Tatsächlich sehe ich persönlich in KING OF QUEENS so ein bisschen die Rolle vom (mittlerweile uralten, hierzulande eher weniger bekannten) CHEERS, das am Beginn der Achtziger das Genre Sitcom überhaupt erst salonfähig machte (und im Sog dieser Serie kam vieles, vieles nach). Und nachdem ein erster ganz großer Sitcom-Hype zu verfliegen schien, kam THE KING OF QUEENS und bog alles wieder hin...

Fazit: Es lohnt sich wirklich alle Staffeln der Kult-Comedy zu besitzen, denn: Auch nach mehrmaligem Schauen flauen die Gags kaum ab. Meine Freundin und ich haben es sogar in Erwägung gezogen, demnächst einen weiteren Marathondurchgang im King-Of-Queens-Schauen zu starten!

Prädikat: Eine durchgängig sehenswerte US-Unterhaltungssitcom, die dank vieler klug ausgearbeiteter und ebenso authentisch gespielter Charaktere immer auch neue Höhepunkte für den begeisterten (und auch kritischen) Seher parat hat. KING OF QUENS ist in chronologisch kleinen Häppchen ebenso leicht und bekömmlich genießbar als auch in wenigeren, aber umso intensiveren Marathondurchläufen. Eine Sitcom für Jung & Alt, für Weiblein & Männlein, für entspanntes Fernsehen auf dem Sofa und für gemeinsames Glotzen mit Freunden...

Für mich persönlich derzeit die beste Sitcom überhaupt, neben dem eben erst für mich entdeckten MY NAME IS EARL...
(Klar: ROSEANNE und/oder SCRUBS mag ich auch nach wie vor sehr gern...)

Resümee: VOLLE Punktzahl, 5 Sterne!


Columbo - Die komplette vierte Staffel [3 DVDs]
Columbo - Die komplette vierte Staffel [3 DVDs]
DVD ~ Peter Falk
Wird angeboten von Topbilliger
Preis: EUR 18,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitunter das Allerfeinste wofür der Name "Columbo" bürgt. Bisher meine persönliche Favourite-Season!, 14. April 2012
Nun begibt sich der liebenswürdige Kultinspektor samt zerknittertem Trenchcoat, Zigarre und immer noch einer Frage mehr, als den Befrgaten lieb ist bereits zum 4. Male (für eine Staffel lang) auf Verbrecherjagd.
Hinsichtlich dessen, was man vorab von Columbo im Allgemeinen gewohnt ist, hat sich wenig verändert - und das ist gut so!
Anmerken könnte man dabei lediglich, dass die 4. Staffel mit gerade mal 6 Folgen insgesamt recht kurz ist. Allerdings rechtfertigen der niedrige Kaufpreis und die Qualität der Plots den Erwerb dieser Sammelbox allemal!

Mit wem bekommt es Columbo also diesmal zu tun? Kurze Anmerkungen zu den einzelnen Episoden der 4. Staffel:

Bewertungsschema: + mies ++ naja +++ passabel/ok ++++ gelungen/Kultfolge 2. Grades +++++ grandios/Kultfolge 1. Grades
(!) sollen anzeigen, dass es sich bei genanntem Titel um ein Musthave (Prädikat "unverzichtbar" für Columbo-Freunde) handelt

- DVD 1 -

GELD, MACHT & MUSKELN
Milo J. leitet eine florierende Fitnessclubkette. Als ihm einer der Filialleiter Schwierigkeiten macht, tötet er ihn und lässt den Mord dabei so wie einen Trainingsunfall aussehen. Allerdings unterlaufen ihm dabei einige Fehler, die Columbo freilich nicht unverborgen bleiben...
Insgesamt eine sehr gelungene Folge und ein toller Start in die 4. Season. Das Milieu von Schweiß, Geld und Hinterlistigkeit ist atmosphärisch gekonnt eingefangen worden, wodurch diese Folge noch einmal im Speziellen einen sehr, sehr authentischen Charakter verliehen bekommt.
Meine Bewertung: ++++/+++++

MOMENTAUFNAHME FÜR DIE EWIGKEIT (!)
Eine Entführung, die keine ist, aber doch wie eine aussieht, bereitet dem Inspektor zunächst Schwierigkeiten. Aber Gott sei Dank ist da ein Obdachloser, der in Tatortnähe seinen Rausch ausgeschlafen hat...
In dieser Folge treffen sehr viele günstige Faktoren aufeinander. Zum einen ist der nicht unkomplizierte Plot logisch durchdacht und für den Zuseher somit relativ leicht nachvollziehbar inszeniert worden. Hinzu kommt noch ein etwas gewagterer Hauch an Situationskomik (Columbo bekommt im Obdachlosenasyl eine Suppe serviert, weil sein Mantel ihn als solchen durchgehen lässt) und Columbos untrübliches Gespür für den "einfachen" Menschen. Tatsächlich ist das so eindrücklich gar nicht so oft gelungen, selbst bei den vielen guten Einzelfolgen des Columbo-Gesamtpakets sticht diese noch ein wenig heraus (neben anderen freilich). Auch die Charakterdarsteller sind (wieder einmal) durch die Bank gut gewählt. Zudem erfolgt die Aufdeckung des Mordes unerwartet und somit mehr oder minder "spektakulär".
Meine Bewertung: +++++

- DVD 2 -

DES TEUFELS CORPORAL
Selbst ranghohe, abgebrühte Militärs können Columbo nicht das Wasser reichen. Allerdings ist die Aufklärung des Falles (leider) nicht ähnlich spektakulär und (atmosphärisch) faszinierend (in einem weiteren Sinne) wie das Milieu an sich, in dem die Folge spielt. Der Kultinspektor richtet sich - um besser bei den Ermittlungen voranzukommen (also um den Hauptverdächtigen endgültig in die Mangel nehmen zu können) - sogar in einem Rekrutenschlafsaal ein (allerdings als Einzelgast). Die "Klasse" bezieht diese Folge meines Erachtens hauptsächlich aus der Beziehung Columbo-Mörder, die sich die ganze Zeit über sichtlich nicht leiden können. Auch filmisch-atmosphärisch (Alltag der Auszubildenden, Zapfenstreich etc.) ist hier praktisch vieles bis alles gut umgesetzt worden. Dennoch (mag aber auch an den überaus starken Vorgängerfolgen liegen) nicht vollends zum Klassiker tauglich, wie ich finde...
Meine Bewertung: +++/++++

TRAUMSCHIFF DES TODES
Columbo macht eigentlich Urlaub. Doch als es auf einem Kreuzfahrtschiff zu einem tragischen "Zwischenfall" kommt, ist der Inspektor gerne bereit, Nachforschungen anzustellen.
Wie so oft bei den ganz, ganz starken Columbo-Folgen macht hier die Atmosphäre die "Musik". Soll heißen: Columbo muss sich auf dem Schiff mit einigen Snobs (wer sonst könnte sich denn so eine luxuriöse Reise auch leisten, Columbo selbst hat sie übrigens in einem Preisausschreiben gewonnen) herumschlagen, was ihm die Arbeit nicht unbedingt erleichtert. Dennoch hegt er von Anfang an einen Verdacht, von dem er (richtigerweise natürlich) wieder nicht abzubringen ist - trotz aller Bemühungen des Täters, die Fährte auf einen anderen Verdächtigen zu legen...
Aufgrund des ungewöhnlichen Handlungsortes sicherlich auch eine "besondere" Folge der Reihe. Aber auch die Schauspieler und der Plot lassen im Grund keine Wünsche offen. Insgesamt gelungen also...
Meine Bewertung: ++++

- DVD 3 -

PLAYBACK (!)
Der Leiter eines Elektronikkonzerns schreibt rote Zahlen. Als ihn seine Schiegermutter (die Geldgeberin) deshalb seines Postens entheben will, gehen dem jungen Mann die Sicherungen durch. Kaltblütig, planmäßig und zielstrebig entledigt dieser sich schließlich seiner Schwiegermama.
Offengestanden (aber auf wenn trifft das ehrlicherweise nicht zu?!) kann ich bei dieser Folge nicht ganz "objektiv" sein, da ich ein großer Bewunderer Oskar Werners bin. Und ebendieser darf hier den Mörder verkörpern. Seine stechend blauen Augen, sein eiskalter Gesichtsausdruck und die (manchmal auch amüsante) Eigensynchronisation (welch Sprachgenie, ob seiner Eigenheiten) sind allesamt Merkmale, die dem (für meine Begriffe) "perfekten" Mördertypen (Marke "Columbo-Täter" versteht sich) mehr als nur sehr nahe kommen. In dieser Hinsicht einer der besten Folgen überhaupt. Und wie Sie merken: Mein Lieblingsmörder ever. Sicher auf einer Stufe mit Leonard Nimoy (2. Staffel) oder auch William Shatner und noch einigen anderen, die mir jetzt namentlich leider nicht einfallen wollen (aber schauen Sie diesbezüglich gerne in andere Rezis)...
Atmosphäre und Plot sind hier abermals tadellos. Die ahnungslose Ehefrau des Mörders kann einem wirklich leid tun und am Ende tut einem sogar fast der Mörder leid...
Meine Bewertung: +++++

DER SCHLAF, DER NIE ENDET
Ein ebenso skrupelloser wie kaltblüttiger Psychologe und Gehirnforscher erschlägt den Mann einer Patientin, mit der er eine Affäre hat. Als es ihm nicht 100%ig gelingt, diese zuerst unbeabsichtigte Untat zu vertuschen, wird er immer radikaler und es kommt schließlich zu einem weiteren Mord...
Die Besetzung der Hauptfiguren ist nahezu optimal. Auch die "Art" des Mordens ist außergewöhnlich (im zweiten Fall zumindest). Allerdings wird der 2. Mord etwas unerwartet rasch und zügig aufgeklärt. Wie es Columbo hierbei so schnell gelingt, ein logisches Konstrukt an folgerichtigen Gedankengängen zu stricken, ist teils nicht glaubwürdig nachvollziehbar - aber gut, das trifft vermutlich auf beinah alle Folgen - mehr oder weniger - zu.
Abgesehen davon lässt auch hier der Plot keine Wünsche offen. Columbos Widersacher ist sehr intelligent (nicht zum ersten Mal freilich) und das bekommt Columbo durchaus (auch unscheinbar auf den ersten Blick) das eine oder andere Mal zu spüren... Zusätzlich erwähnenswert scheint mir noch ein sehr gelungener Running-Gag: Columbo muss Schießübungen durchführen, um Dienstwaffe und Marke weiterhin beibehalten zu dürfen. Er ist schon seit Jahren in Verzug. Doch im Zuge der Ermittlungen schiebt der Inspektor mithilfe unglaubwürdiger Ausreden diesen unliebsamen Termin immer weiter hinaus, bis er letztlich (am Ende der Folge) einen Kollegen bittet, sich als Columbo auszugeben, um für ihn das Schießtraining zu absolvieren (Columbo meint, er würde nicht mal die Scheibe treffen). Sehr amüsant!
Meine Bewertung: ++++

Abschließend zu sagen: IN DER KÜRZE LIEGT DIE WÜRZE, wäre angesichts der wirklich ungebrochen starken Folgen in Staffel 4 mehr als unangebracht. Denn immerhin ist es ja auch ein Kunststück "nur" 6 so starke Folgen am Stück filmisch derart authentisch und liebevoll umzusetzen. Ich bin mir fast sicher, dass man sich damals noch gar nicht so sehr im Klaren darüber war, wie lange die Nachwehen der damals geschaffenen Kultfigur (die Columbo im Laufe der 4. Staffel aber zweifelsfrei bereits war, d.h. er konnte von seiner Klasse gewissermassen auch "zehren", sich aber zugleich keineswegs auf bereits Erreichtem ausruhen) noch wirken sollten. Bis heute ist Columbo ungebrochen eine allseits anerkannte Krimi-Kultfigur.
Und wenn man sich dann - eben weil man ihn so lieben gelernt hat - alles nochmal chronologisch "korrekt" sozusagen (weil im Sammelfieber befindlich) per DVD zu Gemüte führt, und man Staffel für Staffel ohne Leistungsabfall genießen kann, dann wird das einem als bescheidener Konsument erst so richtig deutlich bewusst. Deshalb, liebe Krimi- und/oder Columbofreunde: Alles, was bis hierhin geschehen ist, ist Pflicht! Ich persönlich würde die 4. Staffel der Columbo-Reihe sogar als vorläufigen Höhepunkt bezeichnen. Denn: Alles Knowhow und allen Charme, den man bis dahin entwickelt und entdeckt hatte, konnte nun ganz natürlich in die Plots miteinfließen.
Für mich jedenfalls ist und bleibt Peter Falk (RIP) die Nr. 1 der Fernsehdetektive schlechthin!!
"Eigenheiten", die mir bei Staffel 4 (sehr subjektiv gesehen) aufgefallen sind: Scheinbar verzichtete man auf die ganz, ganz großen Megastars in den Mörderrollen (teils wenigstens - größte Ausnahme: OSKAR WERNER). Peter Falk war (spätestens) jetzt der STAR und er machte seine Sache besser denn je. Sehr auffällig ist zudem die enorme "Ausgeglichenheit" bezüglich Qualität der Plots und Qualität der Schauspielerleistungen. Staffel 4 ist wohl wirklich Columbo für Gourmets auf diesem Gebiet, auf ganz, ganz hohem Niveau! In Summe für mich etwas besser als die Vorgängerstaffel (die mir aber trotzdem sehr gefallen hat - siehe bei Interesse meine Rezi hierzu). Stilistisch-inhaltlich kann ich wie anfangs erwähnt keine besonderen Veränderungen ausmachen. Das schadet der Serie jedoch keineswegs - ganz im Gegenteil!

Wenn man schon alle Staffeln bis hierhin besitzt, dann wird diese hier nichts anderes als zum Weitersammeln animieren.
TOP-QUALITÄT zum (derzeitigen) TOP-PREIS!!

Fazit: Zuschlagen, erfreuen, genießen!
Über etwas anderes als die VOLLE STERNEANZAHL kann ich an dieser Stelle gar nicht nachdenken - +++++ mit !


My Name Is Earl - Season 1 [4 DVDs]
My Name Is Earl - Season 1 [4 DVDs]
DVD ~ Ethan Suplee
Wird angeboten von catjustus
Preis: EUR 17,00

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sei gut zu deinen Nächsten... Die beste Sitcom seit "King Of Queens"! Schräg. Skurril. Aber moralisch schwer in Ordnung!, 13. April 2012
Rezension bezieht sich auf: My Name Is Earl - Season 1 [4 DVDs] (DVD)
Eigentlich ist es ja ein Armutszeugnis für das (öffentliche) Fernsehen des gesamten deutschen Sprachraums, dass "My Name Is Earl" - trotz großer Erfolge in den USA - mit miesen Sendezeiten (Mitternacht) oder eben gar keinen quasi von vorneherein die Chance genommen wird, sich hierzulande als Kult-Comedy-Serie zu etablieren!
Das Zeug dazu hat die Serie nämlich allemal. Zugegebenermaßen bin auch ich - eher zufällig, denn zielstrebig - über einen dieser spätnächtlichen Sendetermine (im Rahmen der "Donnerstagnacht" im ORF) gestolpert. Und weil der nächste Tag ohnehin bereits unausgeschlafen sein würde, beschloss ich, Early eine Chance zu geben...
Prompt kaufte ich mir Staffel 1 auf DVD nach. Mittlerweile hat sich auch schon die zweite Staffel in meinem DVD-Regal hinzugesellt, Nr. 3 und 4 dürften ebenfalls alsbald folgen... GOTT SEI DANK KANN MAN SICH JA ALLES NACHKAUFEN (der Preis hierfür ist in Ordnung, finde ich!)

Es ist tatsächlich fast unmöglich sich nicht in diese moralisch aufrichtige Kleingaunerwiedergutmachungskomödie zu verlieben. Ich kann an dieser Stelle wirklich nur herzlichst dazu raten, sich ehebaldigst mal eine Folge zum hineinschnuppern reinzuziehen - obwohl ich zugleich sagen muss, dass es wohl trotzdem Sinn macht, von vorne zu starten, da man sonst gewisse Zusammenhänge nur schwer nachvollziehen kann und das Geflecht aus den Charakteren der Serie (die allersamt hervorragend ausgearbeitet und besetzt wurden) nie vollends jenen Charme entwickeln kann, als wenn man "My Name Is Earl" in chronologischen Häppchen genießt...

Worum geht's denn in den ersten Folgen der Serie nun denn überhaupt? Nun: Earl, ein Kleinkrimineller, gewinnt eines Tages unverhofft per Rubbellos 100 000 Dollar und wird zwei Augenblicke später von einem PKW angefahren. Im Krankenhaus liegend - er erfährt dort auch, dass ihn seine Ehefrau verlassen wird und dass seine angeblichen Kinder andere Väter haben (obwohl er das schon geahnt haben muss, wie in weiterer Folge herauszulesen ist) - erwischt er beim Zappen eine Talkshow, in der ein Prominenter über Glück und Leben berichtet. Erleuchtet von diesem Augenblick, beschließt Earl kurzerhand sein Leben total umzukrempeln, da ihm seines gegenwärtig gewaltig auf die Nerven geht. Das Schlagwort, um das sich ab jetzt alles dreht heißt: KARMA. Ein weiteres Schlagwort lautet: LISTE. Die Hauptfigur der Serie beschließt nun nämlich eine Liste mit sämtlichen begangenen Gaunereien aufzustellen, die nach und nach abgearbeitet werden soll, um das Karma wieder ins Positive zu rücken.
Und kaum hat Earl das beschlossen, schon trifft der erste Glücksfall ein: Er findet doch tatsächlich das beim Unfall verloren geglaubte Los wieder und ist somit (wenigstens befristet) ein reicher Mann. Nun kann er also - ohne Arbeiten zu müssen - seine Liste abarbeiten. Behilflich dabei ist ihm stets sein etwas unterbelichteter Bruder Randy, der mit seinen Kommentaren das Seine zum authentisch-komischen Charakter der Sitcom beiträgt und mit dem er gemeinsam in einem schäbigen Motel wohnt. Auch andere Figuren treten regelmäßig in Erscheinung. Allen voran Earls Ex-Frau Joy, die ihm zunächst das Leben zur Hölle machen will, weil sie der festen Meinung ist, ebenfalls einen Teil des Losgewinns für sich beanspruchen zu dürfen (später ist sie ihm aber sogar manchmal behilflich). Schließlich wäre da noch ihr neuer Mann, ein dauergrinsender, (fast) immer gut gelaunter Schwarzer (ungebrochen ein Freund von Earl, Joy hin oder her), der von Earl einfach kurz Crabman genannt wird (und dessen Text in den allerersten Folgen auf die Worte "Hi, Earl, wie geht's?" beschränkt zu sein scheint) - auch die Motelhaushälterin, eine (illegale) mexikanische Migrantin darf hierbei nicht vergessen werden... Auch andere Charakter erscheinen immer wieder auf der Bildfläche.
Und so läuft die Serie dahin: Earl kümmert sich um seine Liste und muss dabei immer wieder versuchen, seinen kleinkriminellen Kumpels nicht allzu sehr damit auf die Nerven zu gehen. Gleichzeitig muss er sich um seinen Bruder Randy kümmern - und schließlich ergeben sich auch aus den vielen gut gemeinten Versuchen, alte Fehler wieder ausbügeln zu wollen, kleine bis mittlere Katastrophen, die der Hauptfigur kreativste Lösungsstrategien abverlangen...

Ich habe wirklich schon lange nicht mehr so viel und so intensiv über eine Sitcom lachen können. Die Mischung von rabenschwarzem Gangsterhumor und echter Aufrichtigkeit samt sämtlicher fragwürder Haupthandlungsträger (was ihre jeweiligen Verhaltensmuster, die sie an den Tag legen, betrifft) ergibt letztlich einen Cuvee, der denjenigen, die auf leichte Unterhaltungskonst ohne Kitsch abfahren, ebenso munden wird, als auch denen, die ganz einfach schon sehnsüchtig auf eine neue, wirklich gute Sitcom made in US warten. Kurz: "My Name Is Earl" ist ein rundum gelungenes Gesamtpaket.
Und, ja: Trotz einer moralisch fast schon abgedroschenen Aufrichtigkeit gleitet (bislang zumindest) keine einzige Folge in kitschige Gefilde ab; was neben den zuvor schon "verruchten" Hauptfiguren auch daran liegen dürfte, dass die Plots an sich stets von skurillen Zwischenfällen und auch oft eingesetzten (und überaus gelungenen) Rückblenden (in denen meist erklärt wird, wie es zu einem Punkt auf Earls Wiedergutmachungsliste kam) "aufgelockert" werden. Auch einige Running-Gags helfen dabei, das Gesamtbild der Sitcom natürlich abzurunden (z.B. hat Earl auf jedem Foto, das von ihm in der Serie zu sehen ist, die Augen geschlossen - selbst am Führerscheinbild). Müsste ich den Charakter der Serie in nur einem Wort beschreiben, so denke ich dabei zuallererst an: AUTHENTISCH. Und, wenn man mir abschließend noch erlaubt, eine letzte Gesamtbewertung aus meiner Sicht mit einigen Adjektiven auszuschmücken, so würde ich folgendes Schlussresümee ziehen: AUTHENTISCHE, MORALISCH SO KORREKTE WIE POLITISCH UNKORREKTE Unterhaltungssitcom, hervorragend besetzt und ungekünstelt erfrischend echt bis ins kleinste Detail inszeniert!
Weiterer Pluspunkt: Die starke musikalische Untermalung.

Kleiner Minuspunkt: Die Verpackung der DVD-Einzelstaffeln ist wirklich nicht optimal. Die 4 DVDs sind lieblos übereinandergelegt und zudem nur sehr schwer aus der Hülle zu kriegen (hab immer Angst, eine DVD dabei zu ruinieren)!Das wäre meines Erachtens aber auch schon das einzig Verbesserungswürdige an dieser Weltklasser-Sitcom!
Was Extras (es sind Zusatztonspuren und einige kleinere Anhängsel vorhanden) und das fehlende Booklet betrifft, so geht mir persönlich nichts ab. Aber ich lege auf solche Dinge im Falle einer Comedyserie offengestanden auch nicht allzu großen Wert...

SPITZENKLASSE! Derzeit mein absoluter Favorit, was Comedy-Unterhaltungs-Fernsehserien anbelangt...

Fazit: Indiskutable 5 STERNE!!

P.S. Abschließend die HIGHLIGHTS der 1. Staffel (subjektiv gesehen freilich!):

Episode Nr.: TITEL (Kurzbeschreibung)
1: PILOT (Hier lernt man zunächst mal die Hauptcharaktere kennen und warum Earl beschließt, ein besserer Mensch zu werden. Zudem nimmt er sich seiner ersten Wiedergutmachungsaufgabe an und entschuldigt sich bei einem alten Schulkollegen, den er stets gehänselt hatte. Am Ende landen Earl und sein Bruder Randy mit besagtem Schulkameraden in einer Schwulenbar...)

2: QUIT SMOKING (Earl hatte einst einen Raubüberfall begangen, wofür ein anderer Kreinkrimineller allerdings büßen und unschuldig 2 Jahre Haft absitzen musste. Überraschenderweise wurde dieser durch den Gefängnisaufenthalt geläutert und so verzeiht er Earl. Doch da hat er die Rechnung ohne dessen Mutter gemacht...)

4: FAKED HIS OWN DEATH (Earl traf auf einem Kostümfest einst eine hübsche Frau... Als sie am nächsten Morgen nebeneinander in ihrem Schlafgemach erwachten, stellte sie sich jedoch als Nervensäge heraus. Da es Earl nicht übers Herz brachte, mit ihr Schluss zu machen, täuschte er seinen Tod vor... Besagte Dame macht große Augen, als der totgeglaubte Ex vor der Tür steht, um sich dafür zu entschuldigen - und es kommt noch besser... Starke Rückblenden!)

7: STOLE BEER FROM A GOLFER (Ein Hobbygolfer ließ immer eine Lokalrunde springen, wenn ihm ein Hole-In-One gelang. Im Handumdrehen machten sich Earl und Randy das zunutze und halfen ein wenig nach, um dessen Golfspiel zu verbessern.
Nun steht Earl vor der Aufgabe das gesamte Leben des Hobbygolfers wieder gerade zu rücken, denn dieser hat - im Glauben all seine Energie nun ins Golfen legen zu müssen (natürlich ohne Erfolg, seit seine Partien unmanipuliert waren) - Job, Frau und Bleibe verloren. Doch das stellt sich als gar nicht so einfach heraus...)

8: JOY'S WEDDING (Earls & Joy's Hochzeit war ein Desaster. Nun möchte Earl das wieder gerade biegen und bietet sich für die bevorstehende Hochzeit zwischen seiner Ex-Frau und Crabman als Weddingplaner an, was sogar dazu führt, dass Earl und Joy sich wieder richtig nahe kommen. Und so führt eine Katastrophe zur nächsten... Aber wird die Hochzeit dennoch gelingen?)

10: WHITE LIE CHRITSAMS (Joy, Earls Ex-Frau, hatte oft unter Earls Eigenheiten und Fehlern zu leiden, u.a. auch darunter, dass er ihr jedes ihrer gemeinsamen Weihnachtsfeste ruiniert hatte. Nun möchte dieser für sie und die Kinder da sein und ihr ein besinnliches, schönes Fest bereiten. Da Weihnachten vor der Tür steht, kommen auch Joy's Eltern zu Besuch. Allerdings glauben diese immer noch, Earl sei ihr Schwiegersohn - und das ist bei weitem nicht die einzige Lüge, die im Raum steht. Viele weitere Missverständnisse und Notlügen aus der Vergangenheit führen letztlich dazu (letztlich hat jeder "Dreck am Stecken"), dass Earl beschließt, es mit der Wahrheit zu versuchen. Doch dadurch wird die Lage zunächst noch schlimmer...)

16: THE PROFESSOR (Earl lernt eine smarte Uni-Professorin kennen, zu der er sich schnell hingezogen fühlt. Es kommt sogar so weit, dass er als Gastredner in einer Vorlesung auftreten darf (Psychologie) - mit großem Erfolg. Doch die entdeckten Gefühle führen schließlich dazu, dass Earl seine Liste vernachlässigt - was ihm das Karma mit kleinen und immer größer werdenden Katastrophen schließlich schonungslos aufzeigt. Earl erkennt, dass er sich wieder um seine Liste kümmern muss und persönliche Interessen demgegenüber hinten anstehen müssen - und prompt meint es das Karma wieder besser mit ihm...)

19: Y2K (Hauptsächlich als Rückblende erzählt: In Angst vor dem Milleniumsgau (Jahreswende 99/2000), beschlossen Earl und dessen kleinkrimineller Anhang, plündernd durch die Stadt zu ziehen und eine neue, bessere Welt zu schaffen, wenn der Rest der Menschheit gestorben ist. Schließlich landen sie in einem Kaufhaus, wo jeder über eine Abteilung "herrschen" darf, bis schließlich Randy zum neuen Präsidenten gewählt wird... Am nächsten Morgen jedoch sollte sich herausstellen, dass die Welt doch nicht untergegangen war und alles seinen gewohnten Lauf nehmen sollte...)

Die Heraushebung dieser Folgen soll keineswegs bedeuten, dass die anderen schlecht wären. Es handelt sich hierbei lediglich um meine persönlichen Top-Favoriten, die ich auch zum Hineinschnuppern herzlichst weiterempfehlen würde!

Viel Spaß!!


Making Mirrors
Making Mirrors
Preis: EUR 6,11

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein Geheimtipp mehr - aber eine solide Platte, voller ausgeklügelter Sounds und "üppiger" Arrangements!, 5. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Making Mirrors (Audio CD)
Zuerst: Das Wort "üppig" in meiner Überschrift ist absichtlich zwischen zwei Anführungszeichen gesetzt - da die Platte größtenteils eigentlich eher zurückhaltend und angenehm entspannt klingt. Dennoch ist unüberhörbar leidenschaftlich und langwierig am Sound herumgebastelt worden...

Deshalb: Für Soundpuristen und jene, die gerade euphorisch auf der "Trip-Trop"-Welle schwimmen, wird "Making Mirrors" ein Genuss sein!
Aber auch allgemein Musikinteressierte können den Kauf der Scheibe riskieren. Denn: Der Silberling hat sicher (oder gerade eben) auch nach mehreren Gehördurchgängen immer wieder etwas Neues zu bieten. Totgespielt wird die Platte deshalb so schnell bestimmt nicht sein.
ABER: Und das soll in aller Kürze jetzt so ein wenig die Kritik meinerseits sein - eine wahrhaftige Offenbarung und ein durch und durch geniales Album ist GOTYE (der belgisch-australische Newcomer des Jahres vermutlich - wenigstens in Europa) auch nicht gelungen. Es ist mitunter schon auch ein wenig anstrengend, jeden Song gedanklich minutiös zu sezieren und guten Willens auf den Soundwellen, die dahergeschwappt kommen, dahinzureiten... Soll heißen: Neben guter Studiotechnik ist sicher auch beträchtlich Herzblut in den einzelnen Songs zu finden. Dennoch kann es meines Erachtens kein Track mit der berühmt-berüchtigten Singleauskopplung "Somebody That I Used To Know" aufnehmen - eigentlich bei weitem nicht, wie ich leicht ernüchtert hinzufügen muss...

Fazit: Wie man unschwer feststellen kann, bin ich nicht überwältigt und/oder sonderlich von diesem vemeintlichen "Album des Jahres" angetan. Dennoch kann man - unabhängig vom persönlich-subjektiven Musikgeschmack (bin halt mehr in der Rockecke beheimatet) - "Making Mirrors" auch absichtlich kaum schlechtreden... Also: Eine gute Platte ist es dann insgesamt doch geworden.
Aber, wie gesagt: Ich erwarte für heuer schon noch die eine oder andere Veröffentlichung am Musikmarkt, die "Making Mirrors" überbieten kann... Warten wir's ab.

LOB und TADEL - und insgesamt tendiere ich ins Positive für die erfrischende Brise, die mir "Somebody That I Used To Know" zärtlich-gewalttätig derzeit regelmäßig ins Gesicht weht (ein Lächeln folgt stets)...

Kurzresümee: Ein Spitzensong macht noch kein Spitzenalbum, das - trotz großartigen Arrangements und ausgetüftelten Sounds - meiner Meinung nach nicht das Zeug zum Klassiker (für einen längeren Zeitraum) hat.
Fans bitte ich an dieser Stelle ein wenig um Verzeihung - aber schlecht finde ich GOTYE nun ja dennoch nicht...

Muss man halt abwägen. Reinhören lohnt sich aber in jedem Fall!

Macht aus meiner Sicht insgesamt Dreieinhalb STERNE - vielleicht erschließt sich mir beim Wiederhören ja noch so einiges (wäre durchaus denkbar). Deshalb behalte ich es mir jetzt vor - trotz recht ausführlicher Kritik - vorläufige 4 STERNE in die Skala einzutragen...

Prädikat: OK! (Nicht mehr, nicht weniger)


More Songs About Buildings and Food
More Songs About Buildings and Food
Preis: EUR 10,98

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spielwiese: Brian Eno & die jungen Wilden (die er angenehmerweise gewähren lässt)!, 5. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vorweg möchte ich sagen, dass ich bezüglich TALKING HEADS im Allgemeinen und auch was die Bandbiographie u.ä. angeht so gut wie ahnungslos und deshalb sozusagen unvorbelastet bin. Vielleicht ist das insofern ganz hilfreich, weil ich so abseits des Fanhypes recht "objektiv" über vorliegendes Produkt rezensieren kann.

Was ich weiß: MORE SONGS ABOUT BUILDINGS AND FOOD (welch angenehm unbeschwerter, erfrischender Titel) ist der zweite Tonträger der TALKING HEADS, die gerade im Begriff waren, ihre musikalischen Spektren auszoloten und neue Sounds, Herangehensweisen usw. für sich zu entdecken.
Gerade recht dürfte ihnen zu jener Zeit (wir sind in den späten Siebzigern) ein gewisser Brian Eno gekommen sein, der bereits im Vorfeld mit ROXY MUSIC (und auch solo) sehr erfolgreich agiert hatte und der im Musikbiz längst kein Unbekannter mehr war.

Auf die Platte - nämlich eben MORE SONGS... - hat sich das insgesamt sehr positiv ausgewirkt. Enos Professionalität und Erfahrung im Umgang mit Sounds, ausgefeilten Produktionen etc. trifft auf die unbeschwerte Spielfreude der jungen TH-Musiker (wobei auch Eno musikalisch mitgewirkt hat, wenn man den Credits glauben darf).
Vom Stil her erinnert mich die Scheibe unweigerlich ganz stark an die frühen Roxy-Music-Platten (an denen zuvor besagter Herr ja auch ganz stark beteiligt war) - und das meine ich durchwegs positiv, weil ich insbesonders die ersten Alben der Glam-Alternativ-Rocker sehr schätze.
Tatsächlich hört sich MORE SONGS... wie ein Alternative-Indie-Projekt an, das zwar einerseits musikalisch gesehen keine stilistische Weltneuheit darstellte, andererseits aber durch seine ungekünstelte Spielfreude, Begeisterung und Energie besticht. Ehrlich: Nachdem, was mir bis dato von den TALKING HEADS bekannt war (Soundexperimente, Elektrosounds etc.), hatte ich mir nicht eine derart ungekünstelte, authentische Alternativplatte erwartet. Ja, es tut gut, die frühe Phase der Band derart "echt" mitverfolgen zu dürfen.

Trotz aller "Einfachheit" ist der Einfluss eines Herrn Eno aber keinesfalls zu verkennen. Die Sounds tendieren schon eher in Richtung 80er (trifft im Prinzip aber auch schon auf die Roxy-Music-Alben der 70er zu, wie ich finde), sind darüber hinaus sehr durchdacht eingesetzt und runden die "Gesamtheit" der Platte stimmig ab.
Großes Plus: Eno setzte sein Wissen offensichtlich mit Bedacht ein und wütete nicht als Experimentier-Purist unnötig herum. So gesehen ist MORE SONGS... vielleicht auch ein etwas ungewohnter, weil vl. untypischer Zugang zu den TALKING HEADS, die meines Wissens ja erst in den 80ern so richtig populär und groß wurden - mit Alben und Songs, die mir persönlich (nach mehrmaligem Reinhören) offengestanden nicht so sehr am Herzen liegen...

Fazit: MORE SONGS... ist 90% Musik junger Leute für junge Leute. Das unbeschwerte Statement eines entspannten Sommers (so stell' ich's mir halt gerade vor), der Soundtrack vielleicht gar einer Generation, die gerade hin- und hergerissen von Punk, Elektro, Disco hierin vielleicht so etwas wie den KOMPROMISS schlechthin zwischen sämtlichen In-Stilen und Richtungen jener Zeit finden konnte. Die restlichen 10% vergebe ich an Brian Eno, der 4 gewitzte, junge und hungrige Musiker(innen) gefunden hatte, die sich selbst vermutlich (noch) gar nicht darüber im Klaren waren, was sie da soeben vollbracht hatten...
Selbst, wenn das jetzt sehr dick aufgetragen klingen mag - ich denke, so weit entfernt davon ist dieses Album gar nicht... Aber hören muss man selbst - und genau das würde ich Ihnen nun auch wärmstens empfehlen!

Wie gesagt: Ich bin kein TALKING-HEADS-Fan, aber diese Scheibe hat mich binnen kurzer Zeit fast zu einem gemacht (wären da nicht die für meinen Geschmack teils zähen, anderen Alben)...

5 STERNE also! Reinhören, entdecken und staunen - Sie werden es nicht bereuen!

Ist sicher auch für Leute geeignet, die nichts von Elektromusik und 80er-Jahre-Samplern und Co halten!
Interessante Einsicht in die Frühphase der später legendären TALKING HEADS. Heute würde man die Platte wohl als "Indie" einstufen... Neben Roxy Music waren sie so gesehen ein bisschen die Vorreiter für das, was in den folgenden Jahren (Punkexplosion, Elektrowelle, New Wave und wie sie alle heißen...) noch auf die breite Pophörerschaft zukommen sollte!

Beachtlich auch, welch feines Gespür ein Brian Eno für Talente und gute Musik(er) hatte. Nicht umsonst gilt wohl auch gerade deshalb als einer der besten seines Fachs - und ich denke, ich darf das unverblümt so sagen, weil ich bestimmt nicht zu allem, bei dem Herr Eno beteiligt war, JA und/oder AMEN sagen würde.

So, genug der Worte. Meine Empfehlung: kaufen - und dann selber entschließen, ob man sich denn weiter mit den TH auseinandersetzen will oder nicht. Ich persönlich belasse es vorerst einmal bei diesem einen Appetitanreger der Marke "TH". Vielleicht finde ich zu den späteren, vermeintlich "großen" Werken der Band noch meinen Herzenszugang.

P.S. Frage diesbezüglich: Können mir TH-Kenner ev. Kauftipps geben? Welche Alben der TALKING HEADS "muss" man denn als Musikfreak besitzen?? Danke schon im Voraus für Eure Tipps und Stellungnahmen.

Grüße, ein Musikfan
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 14, 2013 5:12 PM CET


Scott 4
Scott 4
Preis: EUR 10,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Popkultur der späten 60er - ganz anders als gewohnt!, 5. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Scott 4 (Audio CD)
Vorweg: Auch ich musste mich ein wenig mit der Historie der Rock/Pop-Geschichte auseinandersetzen, um auf dieses Album zu stoßen. Als ich verloren in einem Schmöker mit "bedeutenden" Musikalben vertieft war, stieß ich unter anderem hierauf: SCOTT 4. Die Kurzbeschreibung machte mich neugierig. Da der Kaufpreis bei einer anschließenden amazon-Recherche ebenfalls einladend aussah, griff ich kurzentschlossen zu...

Was kann ich nun über dieses Album berichten? Nun: Ich kenne mich offengestanden nach wie vor nur sehr wenig mit dem Leben und Schaffen Scott Walkers aus. Und ich werde mir vermutlich auch keines seiner weiteren Alben mehr zulegen.
Dennoch ist SCOTT 4 etwas Besonderes, etwas Einzigartiges. Wer sich ein wenig mit Popmusikgeschichte auskennt und im Speziellen die Musik der Spätsechziger lieben gelernt hat, wird sich wundern, dass eine Platte wie diese hier heutzutage als "Klassiker" eingestuft wird. Denn: SCOTT 4 ist keine Rockplatte, ist keine Folkplatte - vielmehr ist es eine Art Easy-Listening-Tonträger mit schweren Texten und teils schwer hinterlegten Akkorden (durch Streicher oder dergleichen).
Besonders hervorhebenswert erscheint mir die Vermischung von Musik und Gesang. Hier ist wirklich etwas bis dato Ungehörtes gelungen - ich kenne ehrlich gesagt auch gegenwärtig keine Platte, die dem Stil der Scheibe nahekommen würde...
Scott Walker ist ein wahrer Rebell - ein unruhiger Geist seiner Zeit. Zu unruhig für damalige Verhältnisse offenbar - denn die Scheibe war ein Flop und wurde erst sehr viel später wieder entdeckt (gilt aber auch für andere Platten, bei denen ich das jetzt im Nachhinein gesehen noch weniger verstehe, wie z.B. bei THE VELVET UNDERGROUND o.ä.).

Tja, SCOTT 4 ist wirklich ein seltsames Irgendwas und eigentlich (ich hoffe, ich lehne mich da jetzt nicht zu weit hinaus) dafür vorprogrammiert, kein kommerzieller Erfolg zu werden. Dafür war die Welt anno 1969 ganz einfach (noch) nicht bereit. Umso schöner ist es dann, wenn man sich heutzutage wieder besinnt und zurückerinnert an Helden oder sagen wir Anti-Helden, die ihr Statement auf ihre ganz eigene, unverwechselbare Art vielleicht dafür umso nachhaltiger abgegeben haben...

Fazit: SCOTT 4 ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle - musikalisch wie textlich gesehen. Das Ganze beginnt recht schwer ("The Seventh Seal" - Anspielung auf den Filmklassiker von I. Bergman). Und eigentlich geht es dann ebenso schwer weiter. Erst gegen Ende der Scheibe bekommt man dann auch tanzbare Musik zu hören (die Texte bleiben weiter schwarz gefärbt).

Für ruhige, besonnene Momente ist SCOTT 4 also durchaus eine Bereicherung. Und mehr vielleicht als so manch anderes Album seiner Zeit ist es "zeitlos", weil eben sehr "unabhängig" sehr "anders" arrangiert. Und in dieser Hinsicht und natürlich - nicht zuletzt - weil auch Musik und Gesang sehr gefällig auf Tonträger gebannt wurden (tolle Produktion), ist Scott Walker mit diesem Solo-Projekt etwas gelungen, was ihn zurecht - auch heute noch - beachtenswert macht.

Für "geschulte" Hobbyhörer und Musikinteressierte würde ich diese Platte wärmstens weiterempfehlen. Hierauf gibt es immer etwas Neues zu entdecken! So gesehen ist dann wohl auch meine 5-STERNE-Bewertung nachvollziehbar!

Kaufen, genießen und weiterempfehlen!

Gelungenes Popgesamtkunstwerk - in mehrerlei Hinsicht einzigartig!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 10, 2012 7:41 PM CET


Pet Sounds
Pet Sounds
Preis: EUR 10,18

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das beste Beach-Boys-Album aller Zeiten!, 5. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pet Sounds (Audio CD)
Dass eine Überschrift wie diese allgemein als nichtssagend beurteilt würde, mag stimmen. Dass es im Falle der legendären kalifornischen Minnesänger mit BluesRockTouch aber durchaus VIELES aussagt, trifft meines Erachtens in diesem Falle noch viel mehr zu! Was heißt das jetzt?

Zur Erklärung: Leider ist es den Beach Boys so gut wie nie gelungen - trotz einer Vielzahl an Welthits - ein ähnlich fabuloses Studiogesamtkonzeptwerk zu schaffen wie z.B. The Beatles, The Rolling Stones oder The Who (um hier nur einige zu nennen).
Tatsächlich greife auch ich persönlich im Falle der BB meist lieber zu einer Compilation (ich besitze eigentlich auch nur PET SOUNDS, das neu erschienene SMILE und eine Dreifach-CD-BestOF-Box) als zu einem Album. SMILE, das nach ewigem Hin und Her nun endlich doch veröffentlicht wurde, macht noch einmal mit Nachdruck klar, dass The Beach Boys (vor allem Brian Wilson) auch das Zeug hatten, um konzepttechnische Meisterarbeit zu leisten. Aber das wurde damals ja leider nicht auf den Markt gebracht, um ähnlichen Klassiker-Status einheimsen zu können. Dass sie großartige Songwriter und gefühlvolle Interpreten waren, kann man ihnen ohnehin nicht absprechen...

Worauf ich hinaus will: PET SOUNDS ist tatsächlich der Meilenstein der BB-Albenchronologie. Oft gelobt, oft als Musterbeispiel genannt - aber alles auch zurecht. Zwar lässt sich natürlich darüber streiten, ob denn PET SOUNDS wirklich verdient den zweiten Rang in der Liste der "500 besten Alben aller Zeiten" (vom Rolling Stone Magazine) einnimmt, dennoch ist die Bedeutung und der Einfluss der Scheibe keinesfalls zu verachten.
Wir befinden uns in den Mittsechzigern. Die Beatles machen die halbe Welt verrückt, hauen Hitsingles ohne Ende auf den Markt, ebenso die Stones (die mir persönlich ja noch ein Stückchen näher sind) und andere (z.B. das grandiose MY GENERATION von The Who - was für eine Debütplatte!!).
Und dann das: Die Beatles nehmen ein Album namens RUBBER SOUL auf. Es ist stimmig, es ist mehr als die Summe seiner Teile... Tataaa - die Kunstform Konzeptalbum ward geboren (nach wie vor kann man RUBBER SOUL kaum überbewerten, wie ich finde, SGT. PEPPERS vergleichsweise schon, aber lassen wir das jetzt...).
Brian Wilson hat - wie viele andere seiner Zeit auch - die Platte gehört und war verblüfft und gleichzeitig auch fertig mit der Welt. Als Musiker und Teil einer ebenfalls nach Weltruhm strebenden Kombo fühlte er sich angestachelt, es den Fab Four gleichzutun, und ein ähnlich großes Kaliber von der Leine zu lassen... Gesagt, getan. Nach monatelanger Studioarbeit sitzen die Arrengements, passt der Sound und letztlich der "Charakter" von PET SOUNDS. Fans und Kritiker sind begeistert, Brian Wilson offenbar auch (wenn man ihm glauben darf), wenngleich dieses Werk auch als eine Art Sargnagel angesehen werden kann, ist er doch (angeblich) ein bisschen daran zerbrochen, es nochmal überbieten zu wollen (siehe SMILE)...

Was bleibt? PET SOUNDS ist wirklich ein hübsches Album ohne unnötige Überlängen geworden. Trotz eines teilweise erkennbaren Experimentiercharakters ufert es nie aus und ein Teil fügt sich passend dem nächsten. Letztlich sind es dann aber eben auch die einzelnen Songs an sich (Konzeptcharakter hin oder her), die PET SOUNDS zu dem machen, was es ist. Songs wie "Sloop John B.", "Wouldn't It Be Nice" oder "God Only Knows" sind schlichtweg die vielleicht großartigsten in der Karriere der Beach Boys. Neben "Good Vibrations" (das nicht zu PET SOUNDS gehört) sind eben erwähnte Klassiker die vielleicht zeitlosesten ihrer Art - betreffend Beach Boys.
Es verwundert den interessierten Musikliebhaber also nicht, PET SOUNDS so weit oben gereiht und so hoch eingeschätzt in der Musikfachpresse zu finden...

Fazit: Zwar bin ich von einzelnen Alben der Stones (aber ich bin halt auch echter Stones-Fan) und auch der Beatles oder The Who mitunter mehr angetan - dennoch gilt PET SOUNDS für meine Begriffe völlig zurecht als Klassiker und ist deshalb ausschließlich mit 5 STERNEN gerecht bewertbar.
PET SOUNDS ist wohl so ein Album, dem man auch 6 STERNE verleihen könnte, ohne hadern zu müssen.

Ein Klassiker der Pop-Geschichte und ein Album, das man als Musikfan eigentlich haben muss. TOLL!

P.S. Wenn man ein wenig böse sein will, könnte man die Überschrift wie folgt ergänzen: "Das beste Beach-Boys-Album aller Zeiten - gleichzeitig auch das einzig rundum gelungene!" ABER: Hören Sie sich auch mal SMILE an. Eine weitere lohnenswerte Investition für Sammler und Musikbegeisterte!


American III: Solitary Man
American III: Solitary Man

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Maßstab - ein neuer Höhepunkt unter den Höhepunkten. Vielleicht das HIGHLIGHT schlechthin der starken American-Recordings!, 5. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: American III: Solitary Man (Audio CD)
WOW - dachte ich nur... Und dabei waren gerade mal gut 20 Sekunden verstrichen, seit ich den eben erst erworbenen Silberling in den CD-Player gelegt hatte!

Allgemeines: Dass die American-Recordings Kritiker wie Fans restlos überzeugen konnten (freilich mit persönlichen Geschmacksabschweifungen) ist heute, im Jahr 2012, nichts Neues. Nicht umsonst gilt die Reihe, die Mr. Cashs Lebensabend des Musikmachens darbietet, bereits heute als Klassiker und Fixbestandteil der neueren Pop/Rock-Historie.
Dass es noch möglich war nach dem meines Erachtens sehr gelungenen Vorgänger (ich spreche hier konkret von Nr. II der Reihe, nämlich UNCHAINED) quasi noch einen draufzusetzen, ist tatsächlich verblüffend. Und mit welch unbeschwerter Leichtigkeit das einem Johnny Cash gelungen ist, noch verblüffender. Schon der Opener (am Beginn meiner Rezi kurz angesprochen) - eine fantastische Coverversion von Tom Pettys "I Won't Back Down" - lässt das Original (Herr Petty darf übrigens selbst mitwirken, auch bei den anderen Werken der American-Reihe) binnen Sekunden fast vergessen. So deutlich, so authentisch hat dieser Song in meinen Ohren (und ich höre durchaus viel und gerne Musik) noch nie geklungen. Nicht zuletzt mag das auch an der tollen Produktion der Platte liegen. Rick Rubin, den ich jedesmal, wenn ich zu Alben dieser Reihe eine Rezi verfasse, in den Himmel lobe (aber zurecht!), ist ein weiteres Meisterstück gelungen. Sein technisches Knowhow und Johnny Cashs Gespür für Musik machen SOLITARY MAN zu einem absoluten, unverzichtbaren Klassiker und sticht für meine Begriffe sogar aus der sehr üppig bestückten American-Reihe heraus!

Gründe dafür gibt es konkret am Album 14! Wirklich kein Song ist überflüssig. All Killer, no Filler (wie es ein gewisser Jerry L. Lewis einmal so passend formuliert hat). Die Spannbreite oder nennen wir's das Emotionsspektrum von SOLITARY MAN ist schier unfassbar. Neben zuvor extra gelobtem Eröffnungstrack würde ich persönlich noch Neil Diamonds "Solitary Man", "One" (U2), "The Mercy Seat" und "Would You Lay With Me" nochmal herausheben. Einfach "perfekte" Songs - super eingespielt, gänsehauterregend interpretiert und - nicht zuletzt - fabelhaft abgemischt und produziert.
Keine Frage: Auf SOLITARY MAN treffen sehr viele, sehr günstige Faktoren zusammen!

Fazit: Für mich persönlich ist SOLITARY MAN tatsächlich das Überhighlight der American-Recordings, lediglich der Nachfolger (Nr. IV der Reihe) THE MAN COMES AROUND und der dirkete Vorgänger (Nr. II, UNCHAINED) können fast mithalten (und werden meinerseits ähnlich oft in den CD-Player eingelegt).
Diese Scheibe ist zurecht vielseits gelobt worden! Hier passt einfach alles. Im Übrigen ist SOLITARY MAN (wenn auch verspätet nachgekauft) eine der besten Scheiben, die ich mir in den letzten Jahren zugelegt habe. Ehrlich: So begeistert und verblüfft hat mich schon seit längerem kein Musikalbum mehr (und ich konsumiere durchaus regelmäßig Neues, Altes uvm.).

Vielleicht sollte ich abschließend noch hinzufügen, dass ich weder ein waschechter Country-Fan, noch der größte Johnny-Cash-Fan auf Erden bin. Ja, ich besitze nicht einmal die komplette American-Serie!
Aber wie gesagt: Hiervon bin ich schlichtweg überwältigt!!

Weitere Kauftipps (Summary, auch für Nicht-Fans):

- AR II: UNCHAINED
- AR IV: THE MAN COMES AROUND
sowie (um auch Ausschnitte der früheren Cash-Phase zu haben)
- RING OF FIRE/THE LEGEND OF JOHNNY CASH (vielleicht eine der größten BestOf-Platten aller Zeiten)

Sonst gibt's eigentlich nichts mehr zu sagen. Lassen Sie sich bezaubern und verzaubern! Ein mehr als beachtlicher Appetithappen, der garantiert Lust auf mehr macht - MUSTHAVE!!


Unchained
Unchained

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen CountryRock - befreiend ungezwungen. Der wohl "härteste" Puzzlestein der American-Reihe!, 5. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Unchained (Audio CD)
Der Titel sagt eigentlich schon alles: UNCHAINED. Ja, und genauso entfesselt und etnfesselnd geht's auch gleich los!
Tatsächlich ist der zweite Tonträger der mittlerweile legendären American-Recordings der wildeste, tighteste und aufbegehrenste - wenigstens was die musikalische Bandbreite des Silberlings betrifft.

Highlights sind auf UNCHAINED (so wie aber auf eigentlich allen Alben der Serie) zur Genüge zu finden. Meine persönlichen Favoriten wären da z.B. der sehr starke Beginn mit "Rowboat" und vor allem "Rusty Cage" (eine sehr ambitionierte und gelungene Coverversion des Soundgarden-Klassikers). Aber natürlich gibt es auch auf UNCHAINED genügend Raum zum Luftholen. Sehr anschmiegsam beispielsweise kommt da "Memories Are Made Of This" daher - ein Song, der eigentlich schon so oft interpretiert wurde, dass man meinen könnte, dass er's nicht mehr nötig hätte im Cash-Stil vorgetragen zu werden - IRRTUM. Mr. Cashs Version ist wohl eine der gelungensten Interpretationen ever (trifft im Übrigen auch auf zig andere Coverversionen zu).
Der allerallerschönste Song befindet sich meiner Meinung nach aber ganz am Ende der Scheibe. "I've Been Everywhere" ist ein unwiderstehlicher Glücksgefühlsbringer - herrlich phrasiert und ansteckend ermunternd...
Im Grunde macht eben dieser Track auch klar, dass die American-Reihe danach fortgesetzt werden musste. Das war offensichtlich kein Song, um die damals eben begonnene Serie zu einem Ende zu bringen. Und ja: Mit den beiden direkten Nachfolgern - nämlich "Solitary Man" sowie "The Man Comes Around" - sollten noch die eigentlichen HÖHEPUNKTE der Reihe folgen (wenigstens seh ich das so...).

Meine Empfehlung: UNCHAINED gehört ebenso wie die zuvor eben genannten SOLITARY MAN (III) und THE MAN COMES AROUND (IV) mitunter zum allerbesten, was The Black Man jemals von der Leine gelassen hat und somit auch ins Regal eines jeden Musikliebhabers - egal wie sehr man allgemein auf Country steht...

Sehr lobenswert ist auch die makellose Produktion und Mischung der Platte. Rick Rubin hat phänomenale Arbeit geleistet und im Grunde ein perfektes Album produziert. Jede Stimmung, jede Nuance, jedes möglicherweise auf den ersten Blick (also aufs erste Hinhören) "unnötige" Soundfitzelchen kommt gerade richtig zur Geltung - einfach fabelhaft.

Dass einigen alteingesessenen Cash-Fans die relativ rauhe Interpretation einiger Songs ein wenig widersagt hat, kann ich teilweise zwar nachvollziehen, dennoch ist es fast unmöglich UNCHAINED ernsthaft weniger als 4 STERNE zu verleihen - so kritisch man auch immer sein mag...

Fazit: Ein Musthave und ein unverzichtbares Juwel des Countryrock! Wer sonst, außer Johnny Cash himself, hätte die Gabe, das Knowhow und somit das "Recht" dazu, eine Platte wie diese zu machen!

Ein wahrer Leckerbissen, wenngleich auch ich sagen muss, dass meine beiden persönlichen Lieblinge auch Nr. III und Nr. IV der American-Recordings sind!

Dennoch bleibt mir letzten Endes keine andre Wahl, als 5 STERNE hierfür zu vergeben.

Reinhören und begeistert mitwippen - eine starke Scheibe mit Immer und Immerwiederhörwert!!

Aber was erzählke ich Ihnen da schon Neues - nicht umsonst gilt diese Reihe als spätes HIGHLIGHT der großen Johnny-Cash-Gesamtplattenchronologie.

Da zieh ich ehrfürchtig und aufrichtig meinen Hut - GROSSARTIG!


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