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Rezensionen verfasst von
Michael Krautschneider "Filmfan & Musikliebhaber" (Scheiblingkirchen, Niederösterreich)
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Pat Garrett & Billy the Kid
Pat Garrett & Billy the Kid
Preis: EUR 6,99

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unbefriedegende Mischung..., 11. Juli 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pat Garrett & Billy the Kid (Audio CD)
Zuerst: Ich bin ein riesen Dylan-Fan und habe auch viele, viele CDs in meinem Schrank stehen, die ich (vor allem in letzter Zeit) auch gerne und oft höre! (Sie können gerne sämtliche Rezensionen hierzu einsehen!)
Zuletzt bin ich (wieder mal) über diese Scheibe "gestolpert": PAT GARRETT & BILLY THE KID.

Betitelt wird das Ganze als "Bob Dylan Soundtrack". Und ja: Es ist eher Soundtrack denn Musikalbum im klassischen Sinne. Und genau mit dieser Mischung kann ich mich irgendwie nur schwer anfreunden! Ich weiß nicht recht, aber wenn ich mir die Platte in einem Zug anhöre, springt der vielzitierte "Funke" nicht über...

Es stimmt schon: Die Melodien sind allesamt sehr schön und sie passen auch wirklich gut zum Film. Betrachtet man PAT GARRETT &... jedoch als Teil der Dylan-Chronologie, so ist es meines Erachtens eher ein schwächeres Werk des Großmeisters. Ähnlich geht es mir bei der CHRISTMAS-Ausgabe, die vor zwei Jahren auf den Markt gekommen ist. Auch hier wurde eine gute Idee - für meinen Geschmack wenigstens - leicht unausgegoren an Frau und Herrn Musikkonsumenten gebracht...

3 STERNE würde ich dem Soundtrack-Album dennoch zugestehen, da die Melodien (wie schon vorher erwähnt) ja doch auch sehr gefällig (aber nicht unbedingt begeisternd) sind. Und natürlich: KNOCKIN' ON HEAVEN'S DOOR (nach wie vor ist das Original unübertroffen!) ist ja schließlich auch Bestandteil dieses Werkes, das für mich insgesamt jedoch weder recht Fisch noch Fleisch ist...

Also, nichts für ungut: Aber Bob-Dylan-Alben gibt's bestimmt 10 bessere (wenn nicht mehr)!

Prädikat: (als Gesamtkonzept) PASSABEL bis GUT.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 6, 2014 11:46 PM CET


Another Side of Bob Dylan
Another Side of Bob Dylan
Preis: EUR 6,49

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bob Dylan's 4. Album..., 5. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Another Side of Bob Dylan (Audio CD)
...zeigt - anders als es der Titel verspricht - so ziemlich genau das, was man von einem Bob Dylan erwartet: geniale Texte, einzigartigen Gesang, lässige Folk-Melodien...

Anders ist hier wirklich nur der Titel und er ist gleichzeitig auch der einzige Schwachpunkt des Albums. Ist da wirklich niemandem etwas besseres eingefallen??
Wie auch immer. ANOTHER SIDE OF BOB DYLAN setzt ziemlich genau da fort, wo THE TIMES THEY'RE A-CHANGING aufgehört hat. Nur etwas weniger politisch, etwas weniger "apokalyptisch" geht es hierauf zu. Natürlich: Auch hierauf präsentiert sich der junge Dylan als poetischer Protestsongschreiber und -interpret. Wie schon auf den Vorgängerwerken präsentiert sich der Liedermacher lediglich mit Stimme, Gitarre und Mundharmonika - ein Piano ist manchmal auch zu hören...
Angeblich soll ANOTHER SIDE... innerhalb einer einzigen Session aufgenommen worden sein - HUT AB! Vielleicht erkärt sich hieraus auch die stimmige Atmosphäre, die das gesamte Album hindurch spür- und hörbar ist. Die Scheibe ist jedenfalls ein echtes Gesamtkonzeptkunstwerk geworden und meiner Meinung nach - neben THE FREEWHEELIN' BOB DYLAN - der stärkste Dylan-Tonträger aus seiner ganz frühen Zeit. Mit dem folgenden BRINGING IT ALL BACK HOME sollte ja dann bereits die neue "elektrifizierte" Phase Dylans eingeleitet werden (und WIE!!). Eigentlich hätte für dieses Album der Titel ANOTHER SIDE... viel besser gepasst. Sei's drum.

Auf ANOTHER SIDE... erwarten Sie großartige Bob-Dylan-Songs, die - inhaltlich und auch musikalisch - auch dazu getaugt hätten, aus dem ebenfalls nicht verachtenswerten Vorgänger (THE TIMES THEY'RE CHANGING) ein Doppelalbum zu machen. Allerdings sind die Melodien auf vorliegendem Werk etwas eingängiger und auch der Gesang ist - wie ich finde - eine Spur besser. Und - wie bereits erwähnt - auch die ganz düstere Weltuntergangsstimmung ist - trotz weiterer Anklagelieder - nicht derart vorherrschend wie eben beim direkten Vorgänger...

Was gibt's sonst noch zu sagen? Eigentlich nichts. Ein weiteres Highlight der Bob-Dylan-Chronologie, das nicht nur für eingefleischte Fans empfehlenswert ist!

GROSSARTIG!!

P.S. Das bekannteste Stück auf der Scheibe ist wohl "It Ain't Me Babe". Mein persönlicher Favorit wäre das verhältnismäßig sehr melodiöse "I Don't Believe You". Aber eigentlich ist jeder Song klasse!


The Times They Are a-Changin'
The Times They Are a-Changin'
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Zeiten ändern sich: Anti-Kriegstreiberei auf sprachlich hohem Niveau!, 5. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: The Times They Are a-Changin' (Audio CD)
Warum Bob Dylan schon in ganz jungen Jahren als Sprachrohr einer Generation galt, bestätigt sich allerspätestens mit Erwerb und Konsum dieser Scheibe.

Die Zeiten ändern sich. Natürlich, das tun sie immer. Bob Dylan bietet auf dieser Scheibe jedoch einen sehr düsteren Ausblick, der eigentlich wenig Hoffnung macht. Kein Wunder: Wir schreiben das Jahr 1964. Man war gerade mal eben noch am 3. Weltkrieg vorbeigeschrammt (Kuba-Krise 1962) und die kommunistische Weltbedrohung, die jederzeit überschwappen konnte, war in den Köpfen der Menschen jener Zeit wohl tatsächlich erschreckend real. Noch dazu, wo die amerikanische Regierung alles tat, um stets daran zu erinnern wie böse, schlecht und gefährlich die bloße Existenz der "Roten" war... Von den innenpolitischen Krisen - obligatorisch (leider immer noch) hierfür die Auseinandersetzungen zwischen Weißen und Schwarzen sowie die Sackgasse Armut, die die Kehrseite des American Dream widerspiegelt - denen sich ein Herr Dylan auf diesem Album ebenfalls annimmt, ganz zu schweigen.

Was sollte da schon anderes rauskommen, als eine melancholische, traurig stimmende Platte?
Wenn man die Scheibe am Stück durchhört könnte man tatsächlich glauben, das war das allerletzte Musik-Album, das man noch zu Lebzeiten hören durfte. Nach "Restless Farewell", das den Schlusspunkt der Platte markiert, scheint alles gesagt, was es noch zu sagen gab. Schnell noch die CD wieder zurück in die Hülle geben und auf die Apokalypse warten...
Sogar Beziehungskisten-Balladen im klassichen Sinne (und die fand man am Vorgänger THE FREEWHEELIN` BOB DYLAN noch zu Hauf) gibt es auf der Platte keine. Diesmal geht es ausschließlich um Politik (u.a. der Titelsong), Mord (resultiert aus Armut und Ausweglosigkeit - u.a. "The Ballad Of Hollis Brown"), westliche Arroganz ("With God On Our Side") und noch so manches andere brisante gesellschaftlich-(westlich)-globale Thema.

Wenn man sich die Mühe machen möchte und - während des Hörens - die Lyrics-Sammlung (mit deutscher Übersetzung) zur Hand nimmt, um mitzulesen, wird man erkennen, welch großartiger Lyriker ein Bob Dylan war und ist. Er schafft es, sämtliche Missstände anzuprangern, ohne lehrerhaft zu wirken. Wie schon beim genialen Vorgänger THE FREEWHEELIN` BOB DYLAN bedient sich der junge Bob Dylan einer klaren, verständlichen, direkten, aber künstlerisch sehr wertvoll aufbereiteten Sprache.

Was auf diesem Album allerdings (leider) etwas kurz kommt sind die Melodien, weshalb es - so denke ich - auch ein bisschen schwer ist, die Scheibe als deutschsprechender Konsument schnellstens innig ins Herz schließen zu können. Wie gesagt, es lohnt sich, mit dem Lyrics-Schmöker bewaffnet und gespitzten Ohren, aufmerksam der Platte beizuwohnen... So schnell allerdings, wie z.B. eben der direkte Vorgänger oder aber auch spätere 60er-Jahre-Werke, wie etwa BRINGING IT ALL BACK HOME, HIGHWAY 61 REVISITED, BLONDE ON BLONDE oder auch NASHVILLE SKYLINE erschließt sich vorliegendes Produkt - selbst dem treuen Dylan-Freund - nicht, würde ich meinen.

Inhaltlich jedenfalls ist THE TIMES THEY'RE A-CHANGING über jeden Zweifel erhaben, melodiös klingt es stellenweise etwas einfallslos und fad.

Als (deutschsprechender) Bob-Dylan-Verehrer würde ich dem Album schlussendlich 4 STERNE verleihen.

Ausdrucksstarke Protest-Poesie, anstatt dumpfem Parolengegröle - das ist die richtige Waffe, um Kriegstreiber - zumindest auf sprachlich-philosophischer Ebene - zu entwaffnen!

Für Fans jedenfalls ein Muss!


The Freewheelin' Bob Dylan
The Freewheelin' Bob Dylan
Preis: EUR 6,99

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bob Dylan's 2. Album war sein 1. Meisterwerk!, 3. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: The Freewheelin' Bob Dylan (Audio CD)
"First I'm a Poet...", soll Bob Dylan einmal gesagt haben. Nach heutigem Stand, also nach den den beiden Literaturnobelpreisnominierungen (u.a. eben für seinen bisherigen Songnachlass) und (ohne Bootleg-Series gerechnet) gut 30 Alben später dürfte das wohl bei kaum jemandem Verwunderung oder einen zynischen Kommentar auslösen...

Untermauert hatte diese Behauptung Herr Dylan jedenfalls bereits in den frühen 60ern, als er im zarten Alter von 21 Jahren - bewaffnet mit Gitarre, Mundharmonika und Stimme - den Grundstein für (s)eine Weltkarriere legen sollte. THE FREEWHELIN' BD ist voll von düsteren Antikriegsliedern, die sich immer wieder mit Liebesliedern (natürlich auch nicht nur fröhlichen) abwechseln. Dylans Sprache ist sehr klar, direkt und offen, gleichzeitig jedoch offenbart der junge Gitarrenpoet ein hochsensibles lyrisches Gespür für Sprache und deren Gebrauch. "Wie viele Menschen müssen denn noch unnötig sterben, bevor wir erkennen, dass schon zu viele gestorben sind?" - Tja, Bob, eine Frage, die wir uns auch heute noch - fast 50 Jahre später - stellen müssen! "Blowin' In The Wind" ist wohl DER Song schlechthin auf THE FREEWHELIN' BD. Hinzu kommen allerdings noch sämtliche weitere (echte) Klassiker, wie etwa "Masters Of War" (mein persönlicher Liebling auf der Scheibe), "Don't Think Twice (It's Allright)", "A Hard Rain's Gonna Fall" oder "Corrina, Corrina", das sogar mit Begleitband aufgenommen wurde...

"Ich bin erst 21", soll der junge Bob Dylan damals gesagt haben, "aber wenn sogar ich weiß, dass es zu viele Kriege auf der Welt gibt, dann müssen es die anderen (älteren) erst recht wissen!" Nun, wer würde ihm da widersprechen? Noch dazu, wo er seinen poetisch vorgetragenen "Statements" derart eindringlich-gefällig Ausdruck verleiht. Es empfiehlt sich jedenfalls, genau hinzuhören - auf diesem Album spricht (oder singt) ein Mann zu uns, der wirklich ein Anliegen auf dem Herzen hat. Mit seinen jungen 21 Lenzen auf dem Buckel hört sich Herr Dylan dabei viel authentischer und "intelligenter" an, als so mancher 70jähriger heutzutage, wenn er gegen Unterdrückung, Gewalt und Ungerechtigkeit wettert.

Was soll man noch sagen? THE FREEWHEELIN' BD ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Dylan's wichtigstes Album, weil es eben sozusagen den Grundstein seiner unerreichten Karriere markiert. Noch dazu strotzt es vor unerhört vielen frühen "Hits" des großen BOB, die musikalisch, mehr noch aber inhaltlich, die außergewöhnlichen Songwriterfähigkeiten eines Bob Dylan unter Beweis stellen.

Mag sein, dass die Songs ein Bob Dylan der Gegenwart so nicht mehr zum Besten geben würde. Dennoch - so würde ich meinen - wären sie nach wie vor gut genug, um auch von einem Siebzigjährigen ernstgenommen werden zu können. Und von wie vielen Songs (anderer Künstler) kann man so etwas schon ernsthaft behaupten??

Fazit: Zwar ist THE FREEWHEELIN' BOB DYLAN nicht unbedingt mein persönlicher Favorit in der mittlwerweile mehr als üppig bestückten Alben-Chronologie des Großmeisters, dennoch ist es ohne Zweifel ein bedeutsames und qualitativ hochwertiges Stück(chen) Musikgeschichte, dem man - auch sehr objektiv gesehen - eigentlich nur mit 5 STERNEN gerecht werden kann.

P.S. Es empfiehlt sich, sich (als Fan) zusätzlich zu den Frühwerken Dylans (also bis 1965), die ersten drei Alben der BOOTLEG-SERIES zuzulegen, da hier - neben Alternativversionen - auch zusätzliche Tracks, die einst nicht auf den Alben gelandet waren, zu hören sind, wie z.B. das mittlerweile schon legendäre "Who killed Davey Moore?". Die ersten Drei der BOOTLEG-SERIES sind übrigens zu einem sehr angemessenen Preis in zusammengefasster (Box)-Form erhältlich - ein weiterer, kleiner Zugreiftipp zwischendurch also!!

Im Grunde handelt es sich bei THE FREEWHEELIN' BOB DYLAN um ein MUSTHAVE für musikbegeisterte Menschen, egal ob jung oder alt. Nicht umsonst wurde diese Platte auch (neben einigen anderen Dylan-Werken) unter die besten 100 Alben der Rock-Pop-Musikgeschichte gewählt!
Für mich (als Fan) eines von rund 15 Dylan-Musthaves!


Chronicles: Vol. 1
Chronicles: Vol. 1
von Bob Dylan
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Charmant-ehrlich & mit messerscharfer Intelligenz beschreibt ein Mann sich und seine Welt selbst!, 28. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Chronicles: Vol. 1 (Taschenbuch)
Obwohl ich mir eigentlich geschworen habe, beim Rezensieren nur auf Tonträger und Filme einzugehen, möchte ich hier einmal eine kleine Ausnahme machen.

Der Grund dafür liegt darin, dass ich den teilweise eher nicht so tollen Kritiken überhaupt nicht zustimmen kann.
CHRONICLES (Vol. 1, der 2. Teil soll angeblich (?) bald folgen) ist die interessanteste und "lyrischste" Biographie, die mir bislang jemals untergekommen ist. Gut, kein Wunder eigentlich - nicht erst seit gestern gilt Bob Dylan als mindestens ebenso guter Schreiber wie auch Musiker.
Dass es ihm aber gelungen ist derart authentisch, intelligent und witzig über sich und Teile seines Lebens zu erzählen, war dann meines Erachtens aber auch nicht unbedingt zu erwarten.

Dylan beschreibt viele Erinnerungen aus seiner Frühzeit als Musiker, als er nämlich eigentlich noch gar kein bekannter Vertreter dieser "Gattung" war: kitschige Popmusik, uralte Folkplatten, Idol Woody Guthrie, eiskalte Winter in New York... und nicht zuletzt natürlich auch viele Menschen, denen er dort und auch später noch dabei über den Weg gelaufen ist. Mit viel (wenn auch geschickt verpacktem) Charme und Raffinesse beschreibt er das Äußere von Menschen, die ihm offenbar wichtig waren und sind, so dass ihr tiefstes Inneres (soweit man das als Leser halt sagen kann) dabei "splitternackt" und ungeschönt (und eben gerade dadurch erst richtig SCHÖN) zum Vorschein kommt.
Und auch sich selbst öffnet der gute Mr. Dylan ein wenig. Schon alleine durch den Prozess des Schreibens findet eine Art Selbstöffnung und -offenbarung statt, die einen das ganze Buch hindurch begleitet.
Und das Buch ist schnell gelesen: Es fiel mir wirklich schwer, das Buch wieder aus der Hand zu geben, wenn ich einmal damit begonnen hatte!

Natürlich erzählt der große BOB auch von anderen Zeiten. Von den Achtzigern zum Beispiel und wie es sich anfühlte "Oh Mercy" aufzunehmen, nachdem ihn die halbe Welt praktisch für musikalisch-klinisch tot erklärt hatte... Und dabei machte es Mr. Dylan offenbar nicht einmal gar so viel aus, wenn sich sogenannte Fachmänner und Experten Sorgen um seine Karriere machten. (Er schafft es, das zu sagen, ohne jemanden heruntermachen zu müssen!) Entwaffnend ehrlich und sprachlich wirklich gekonnt (aber nicht unnötig "geschönt") sagt die matte Ikone, was sie sich denkt...

Tja, man braucht sich kein Blatt vor den Mund zu nehmen, wenn man - so wie Bob Dylan - die Fähigkeit besitzt, ein echtes Schreibtalent zu sein. Man kann mit Sprache - auch ohne 99mal f... zu sagen (oder es aufzuschreiben) - provokant sein, authentisch, offen, humorvoll, galant und ehrlich.
Er ist schon ein abgebrühter Fuchs, dieser Bob Dylan! Er weiß was er will. Und er macht's einfach. Und wenn ihm die Welt dabei zuhören und zusehen möchte (und ihm Geld dafür in den Hut wirft), kann's ihm eigentlich nur recht sein...

Ich denke, umgekehrt wär's auch der Welt (mir vor allem!) sehr recht, wenn Mr. Dylan sich dazu entschließen kann ein CHRONICLES Vol. 2 nachzuliefern.
Darauf würde ich mich wirklich sehr freuen, genauso wie aufs neue Album, das im Juli erscheinen soll!

FORTSETZUNG UNBEDINGT ERWÜNSCHT!

Fazit: Die beste Biographie, die ich je gelesen habe - da ziehe ich bescheiden meinen Hut und bedanke mich für die vielen schönen Bilder, die mir Herr Dylan mit seiner Sprache in den Kopf gesetzt hat. THANK YOU, MR. DYLAN!!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 13, 2012 7:07 PM CET


Neon Bible
Neon Bible
Preis: EUR 12,27

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht unbedingt leicht zugänglich, aber es lohnt sich, sich damit auseinanderzusetzen!, 28. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Neon Bible (Audio CD)
Selbst für die melancholisch-düsteren Maßstäbe, die die kanadische Indie-Invasion namens ARCADE FIRE bereits in ihrem Vorwerk (FUNERAL) gesetzt haben, ist NEON BIBLE ein sehr schwarzes, unbehagliches Album.
Bekommt man auf FUNERAL und dem letzterschienenen THE SUBURBS stellenweise auch ein paar tanzbare musikalische Leckerbissen vorgesetzt, so ist NEON BIBLE, das Zweitwerk der Band, geradezu durchtränkt von Trauer und Melancholie (rein musikalisch gesehen wenigstens).

Ja, leicht zugänglich ist die Platte nicht unbedingt. Nichtsdestotrotz lohnt es sich ohne jeden Zweifel, die Scheibe zu besitzen!

Erstens ist der Sound phantastisch. Aufgenommen wurde die Platte ja in kirchlichen Gemäuern. Ein Wunder nahezu, was manche Tontechniker aus Songs herauskitzeln können!
Außerdem haben es auch die Songs in sich. Wenn man bereit ist, sich zu öffnen und die Platte (am besten im Ganzen) hört, dann offenbart sich einem eine - wenigstens im kommerzielleren Rockgeschäft bis dato unerreichte - Soundwelt, voll mit Streichern, Piano- und Orgelklängen, Schlagzeug(en) uvm.
Und da NEON BIBLE nicht unbedingt mit FOUR ON THE FLOOR Mitsummliedchen bestückt ist, ist auch ein hochqualitativer Langzeithörwert gewährleistet.

Kurz: NEON BIBLE ist zeitlos, emotional, tiefgehend und mitunter vermutlich auch ein wenig anspruchsvoll. Ein wunderbares Partyalbum für Suizidfestivals also, aber so schön, dass sich am Ende dann doch niemand das Leben nehmen wird, weil er sich die Platte ganz einfach nochmal anhören will...

Wenn man Musik als nicht unwichtigen Lebensinhalt (auch als Konsument) betrachtet, dann ist ARCADE FIRE mit NEON BIBLE ein Werk gelungen, das diesem Leben wieder für längere Zeit einen Sinn gibt - wenn Sie verstehen, was ich meine.

Obwohl ich FUNRAL und THE SUBURBS offengestanden öfter höre als diese Scheibe hier, gebührt auch diesem einzigartigen Werk die Höchstwertung - 5 STERNE also!

P.S. Wann gab es zuletzt eine Band, die drei derart starke Debütalben auf den Markt brachte?? Eine bewundernswerte Band - und das in vielerlei Hinsicht!


Funeral
Funeral
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Umwerfend schön!, 28. Juni 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Funeral (Audio CD)
FUNERAL - beerdigt (oder vergesst) alles was ihr bis dato gehört habt und zieht euch diese Scheibe rein! (Vielleicht auch deshalb der ungewöhnliche Titel?)

Im Ernst:
Unglaublich, dass ein Debütalbum derart ausgeklügelt sein kann! Dabei sind nicht nur die Kompositionen der einzelnen Songs (mit den vielen, vielen Musikern) umwerfend - die Platte kann durchaus auch als EINE GESAMTKOMPOSITION betrachtet werden (Wirklich: Hören Sie die sich die Scheibe unbedingt einmal am Stück an!).

Eigentlich schäme ich mich ja ein bisschen dafür. Aber ehrlich gesagt habe ich erst über das Letztwerk THE SUBURBS so richtig zu ARCADE FIRE gefunden! Prompt habe ich mir NEON BIBLE (Album Nr. 2) und ebenso dieses Werk hier nachbestellt - aber erst nach einem (ist erst eine Woche her) Live-Konzert, bei dem die Band fast das gesamte Material von FUNRAL dargeboten hat, habe ich auch hierzu den "wahren", unverwüstbaren Herzenszugang gefunden.
Und obwohl ich Musik gegenüber grundsätzlich sehr offen und positiv gegenüberstehe, kommen solche Aha-Effekte und Gänsehautgefühle auch bei mir nicht gerade täglich zum Vorschein.
Bei FUNERAL war und ist aber genau dies der Fall!

Ich kann gar nicht sagen, welche Nummer ich hierauf am besten finde. Ich mag sie einfach alle... Und was am schönsten ist: Man kann getrost wieder und wieder ins CD-Regal greifen und FUNERAL auflegen! Anstatt anzuöden und sich abzunützen wächst die Platte immer weiter! GROSSARTIG!!

Im Nachhinein ist mir auch klar geworden, warum ARCADE FIRE bei ihrem Live-Auftritt so viele Songs dieses Albums zum Besten gegeben haben. Im Gegensatz zu NEON BIBLE (hier trifft es ganz besonders zu) und THE SUBURBS ist FUNEARL - trotz einiger schmerzlicher Texte und auch schwerer Akkorde - fast schon ein Gute-Laune-Album. (Obwohl THE SUBURBS durchwegs auch die eine oder andere unbeschwerte Nummer zu bieten hat).

Fazit: Schon jetzt ist FUNERAL (warum steckt hier bloß das Wort FUN drinnen?) eines der ganz großen Pop-Alben - mit vielerlei anderen (alternativen) Einflüssen gepaart freilich.
Ein Album, das sowohl Musikgourmets als auch Mainstreamhörer glücklich machen wird. Vermutlich - neben THE SUBURBS - das größte Album des eben vergangenen Jahrzehnts!!

Hierfür könnte man auch 6 STERNE vergeben. PHANTASTISCH!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 2, 2011 3:22 PM MEST


Ukulele Songs
Ukulele Songs
Wird angeboten von -uniqueplace-
Preis: EUR 14,81

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das richtige Signal (zur richtigen Zeit)!, 27. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Ukulele Songs (Audio CD)
So sehr ich alle negativen Kritiken zu Mr. Vedders Neuling nachvollziehen und teilweise auch bestätigen kann, so sehr revidiert sich dieser fahle Beigeschmack in der Tatsache, dass sich EV mit UKULELE SONGS nicht kommerziell ausschlachten und verzehren lässt.

Wer wunderhübsche Akustik-Balladen abseits vom totgespielten Jack Johnson oder Milow haben möchte, der soll doch bitte zu einem der vielen Pearl-Jam-Alben greifen. Auf dem letzten namens "Backspacer" beispielsweise wären da mit "Just Breathe" und dem genialen "Unthought Known" gleich zwei überzeugende Vertreter dieser Art vorzufinden!

Aber - und eben darin sehe ich das Wunderbare an vorliegendem Werk - Herr Vedder schwimmt halt nicht geradlinig den Weg des (kommerziellen) Erfolgs, schnappt sich eine Ukulele und spielt und singt, wonach ihm gerade der Sinn steht. Und da der PJ-Frontman eine begnadete Stimme besitzt, ist es - für meinen Geschmack - am Ende egal, ob er als Begleitinstrument dies oder jenes benützt.
Natürlich wäre es vermutlich einfacher die hierauf enthaltenen Songs wie gewohnt konsumieren zu dürfen. Aber warum muss 1+1 immer gleich 2 sein!? Lassen wir der Kunst und ihren Vertretern doch ihre Freiheit und freuen wir uns doch darüber, dass es jemand nicht jedem anderen gleich tut! Genau das ist die unverwüstliche Klasse, die dieses Album ausmacht!
UKULELE SONGS sind das, was der Name verspricht - nicht mehr und nicht weniger. Und auch der Name des Interpreten - immerhin kein Geringerer als Eddie Vedder - bürgt für jene Qualität, die - wie ich meine - am Album auch tatsächlich vorzufinden ist.

Eigentlich ja ein zutiefst genialer Schachzug, muss man sagen. INTO THE WILD (der tolle Soundtrack zum gleichnamigen Film) - Vedders vielgerühmtes erstes Solo-Werk - konnte er (obwohl sehr erfolgreich und kommerziell) sozusagen als "Nebenprojekt" zu einem Film verkaufen und jetzt - mit UKULELE SONGS - schlägt er überhaupt einen unvorhergesehenen Weg ein, der - wie schon gesagt - aus meiner Sicht mutig, frisch und frech (wieder einmal) die erwarteten Konventionen hinter sich lässt und die Bandbreite der Musiknachwelt nachhaltig vergrößert.
Freilich: Weder eine großartige Stimme, noch der Gebrauch einer Ukulele sind neu. Wenn sich allerdings das (Anti)-Pop-Idol EV hinsetzt, um eben diese beiden Elemente miteinander zu verbinden, dann ist das durchaus etwas Neues, auf seine Art noch nie Dagewesenes!

Und wer sich - so sehr ich das gewissermaßen auch verstehen kann - nicht und nicht mit diesem gewagten Zweitversuch anfreunden kann, der soll entweder
a. aufs nächste PJ-Album warten (da wird wohl wieder Gewohntes zu hören sein)
b. oder sich wieder dem Mainstream hingeben und weiterhin Jack Johnson und Milow hören!

Bemerkung zu Punkt b: Ich bitte Fans eben dieser Musik um Verzeihung. Das ist weder böse noch radikal abwertend gemeint (Jack Johnsons "In Between Dreams" z.B. halte ich für hervorragend). Dennoch sind das derzeit wohl nicht die am meisten inspirierenden Quellen, die sich in der gegenwärtigen Musiklandschaft herumtummeln. Da ist mir UKULELE SONGS halt ganz einfach trotzdem ein gutes Stück näher!

Fazit: Vedder vs. Johnson/Milow. Gut umgesetztes Alternativalbum mit einigen Perlen an Bord. Schade nur, dass nicht noch die eine oder andere PJ-Coverversion Platz darauf gefunden hat!

P.S. Gab's so ähnliche Diskussionen (Pro & Contra) nicht auch beim Erscheinen des PJ-Drittwerkes "Vitalogy"? Auch hier trennten sich einst Mainstream-Anhänger (des damaligen Grunge-Hypes) von den wahren PJ-Freunden, was der Musik im Nachhinein gesehen mit Sicherheit nicht geschadet hat!!

Übrigens: Den Video-Ausschnitt von WATER ON THE ROAD als Kaufanreiz beizufügen halte ich für irreführend. So sehr ich die Bluray auch mag - mit UKULELE SONGS direkt hat sie eher wenig zu tun (Anm.: Die Aufzeichnungen des Films stammen aus dem Jahr 2008, also noch vor dem Veröffentlichungstermin von "Backspacer". An UKULELE SONGS hatte da selbst Mr. Vedder wohl kaum noch konkret gedacht, wage ich jetzt mal so zu behaupten...)

Gesamtresümee: Für mich das richtige Signal zur richtigen Zeit! Manchmal ist es auch die Art und Weise, die eine Platte auszeichnet, unabhängig davon wie hitverdächtig sie klingt...
ABER, und da stimme ich vollkommen zu, EINMAL UKULELE SONGS wird wohl genügen! (Ganz ehrlich: Glaubt da wirklich jemand ernsthaft an ein UKULELE SONGS II?)

Mir gefällt's. Und ich gebe auch 5 STERNE dafür her! Punkt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 9, 2011 8:18 AM MEST


Eddie Vedder - Water on the Road/Live [Blu-ray]
Eddie Vedder - Water on the Road/Live [Blu-ray]
DVD ~ Eddie Vedder
Preis: EUR 22,99

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen VEDDER plays VEDDER - ein netter Zwischendurchversuch, zum richtigen Zeitpunkt auf den Markt geworfen!, 27. Juni 2011
Vorweg: WATER ON THE ROAD ist insgesamt ein sehr gelungenes Musikliebhaberwerk - zugeschnitten für den bekennenden Eddie-Vedder-Fan. Auch bild- und/oder tontechnisch gibt es absolut nichts an vorliegendem Produkt auszusetzen (mit Ausnahme der teilw. (beabsichtigt?!) amateurhaften Schnittfolgen), wenngleich die "Aufmachung" des Gesamtpakets (samt Titelmenü) recht schlicht und einfach gehalten wurde. Dies wiederum macht Vedders Solo-Aufzeichnung(en) andererseits aber gleichzeitig authentisch und ECHT...

In erster Linie handelt es sich bei meiner Wenigkeit um einen - so würde ich meinen - recht treuen und begeisterten PJ-Fan, der eben über die Band zu Vedders sehr empfehlenswertem Solowerk INTO THE WILD gestoßen ist, dem Soundtrack zum übrigens ebenfalls gelungenen (gleichnamigen) Film. So viel dazu.

Nun, rechtzeitig zum Veröffentlichungstermin von Mr. Vedders Solo-Zweitwerk UKULELE SONGS (da bin ich grade am Einhören) wird - anstatt des 5 PJ-Live-Mitschnittes auf DVD bzw. Bluray - WATER ON THE ROAD auf den Markt geworfen, wohl nicht ganz abseits der Hoffnung, dass sich Film und CD gegenseitig befruchten mögen und noch mehr neugierige Hörer an Land ziehen können.
Ein Konzept, das durchwegs erfolgsversprechend sein kann, hat man es doch - egal wie positiv oder negativ man Herrn Vedder als Musiker und Sänger auch immer gegenübersteht - tatsächlich mit durchwegs gehaltvollen, leidenschaftlich dargebotenen Songs zu tun, die man sich in hochauflösender Qualität an einem gemütlichen Nachmittag/Abend zu Gemüte führen kann!

Kritisch beifügen könnte man jedoch noch, dass mit vorliegender "EV-Serie" eine Art künstlicher Hype zu reproduzieren versucht wird, der schon anderen ganz Großen nicht ganz bekommen war (siehe beispielsweise Mr. Cobain!).
Natürlich ist vorliegendes Live-Bildmaterial (aufgezeichnet im August des Jahres 2008, also noch vor dem letzten PJ-Album!) stets bemüht, die Bodenständigkeit und Echtheit des Vollblutmusikers zu fokussieren, aber bei so viel "VEDDER singt VEDDER" tut sich selbst in hartgesottenen Fans ein seltsames Gefühl auf, das sich nicht unbedingt sympathiefördernd oder gar verbindend auswirkt.
Kurz: Ist es das wirklich, was ein Mr. Vedder will?
Ein an zwei Abenden aufgezeichnetes Konzert - mit teilweise grottenschlechten Schnitten zwischen den einzelnen Songs, - das die Ikone EDDIE VEDDER in den Köpfen der Musiknachwelt manifestieren soll? Oder übertreibe ich da jetzt grenzenlos? Kann man nachvollziehen, worauf ich hier hinaus will?
Oder ist es eben gerade diese Sch..-drauf-Einstellung, der man Bewunderung zollen soll? Ich weiß es nicht.

Mir jedenfalls gefällt die Bluray recht gut, ganz einfach deshalb, weil ich EV für cool halte und seine Stimme und seine Musik mag. Mehr braucht's ja im Grunde auch gar nicht, würde ich meinen...

Irgendwie ist es dann letztendlich aber auch wieder nicht ganz so toll rübergekommen, wie ich es mir beim Erwerb des Silberlings erhofft hatte. Durch die seltsamen Schnitte und auch die kleinen Zwischensequenzen - wie man sie auch von so manchem PJ-Fernsehmitschnitt ähnlich kennt - wird, wenigstens für meinen Geschmack, eher das Gegenteil dessen bewirkt, was - glaube ich - eben damit erreicht werden sollte. Kurz: Der "künstlerische Leitfaden" der Bluray trägt eher zur Entfremdung bei und nicht zum Sich-Hineinfühlen...
Kann ja auch sein, dass genau das beabsichtigt war. Aber davon gehe ich jetzt einmal nicht aus...

Um mein Geschreibe nicht weiter unnötig in die Länge zu ziehen (Fazit):
WATER ON THE ROAD ist eine gelungene Musik-Live-Produktion mit tollen Songs, wobei ich an dieser Stelle vor allem "Sometimes" (Eröffnungstrack vom genialen NO CODE), "Far Behind" und "Hard Sun" (obwohl speziell die hierauf gezeigte Live-Version nicht gerade überwältigend ist, wie ich finde) hervorheben möchte sowie die beiden großen, toll gecoverten Bob-Dylan-Songs "Forever Young" und (siehe Bonusmaterial!!) "All Along The Watchtower", das meiner Meinung nach überhaupt den Höhepunkt des Gesamtpakets markiert.

Eher unnötig hingegen finde ich die halbfertige - in eine Videozwischensequenz verpackte - Darbietung von "Unthought Known" (welch wunderhübscher Song das ist! Man höre "Backpacer" od. "Live on Ten Legs"), das zum Produktionszeitpunkt des Films wohl ganz einfach noch nicht ganz fertig war. Schade drum! Gerade auf eine Solo-Darbietung dieses Songs hätte ich mich so sehr gefreut...
In Anbetracht der Tatsache, dass WATER ON THE ROAD aber immer wieder für ein freudiges Highlight gut ist, kann man über diesen Schönheitsfehler auch gerne hinwegsehen.

Insgesamt vergebe ich schlussendlich 4 STERNE für dieses Zwischendurchwerk (ja, diesen Charakter hat diese Aufzeichnung wirklich), das Leuten wie mir die Wartepause aufs nächste PJ-Album etwas versüßt.

Weiterempfehlen würde ich WATER ON THE ROAD grundsätzlich eher nur eingesessenen PJ-Freunden und/oder eingefleischten EV-Fans.
Leute, die den INTO-THE-WILD-Soundtrack gemocht haben, werden WOTR ebenfalls mögen. Natürlich kann dargebotenes Songmaterial aber auch sämtliche Herzen von Pop- und Balladen-Freunden höher schlagen lassen...
Jedenfalls handelt es sich hierbei gewiss um keine Fehlinvestition!

Nicht schlecht!


Star Trek (inkl. Wendecover) [Blu-ray] [Special Edition]
Star Trek (inkl. Wendecover) [Blu-ray] [Special Edition]
DVD ~ Chris Pine
Wird angeboten von Eliware
Preis: EUR 19,10

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Moderne Nostalgie - ein vielversprechendes Konzept mit wenigen Schönheitsfehlern!, 20. Juni 2011
Als wahrer Star-Trek-Fan hat man wahrscheinlich wirklich nur 2 Möglichkeiten: Entweder man liebt diese Neuauflage oder man hasst sie!

Da ich mich selbst weder zum einen noch zum anderen Extrem hingezogen fühle, hoffe ich hierzu eine halbwegs glaubwürdige Rezension verfassen zu können, ohne mich gleich als "Trekkie" outen zu müssen ;)

Was wurde nicht schon alles versucht, um das Star-Trek-Universum und sein Erbe über die Jahre hinweg erfolgsträchtig, zeitgemäß und authentisch auf der Kinoleinwand darzubieten!

Nach dem ersten Marathondurchlauf mit William S. und Co schien es so, als würde sich der natürlich-ironische Charme der 60er-Jahre-Crew nie erschöpfen - unabhängig davon wie grau und biergeschwängert sich Scotty, Kirk, Pille und Co sich von einem Abenteuer ins nächste stürzten. (Freilich: Spätestens nach Teil VI war es höchste Zeit, etwas Neues zu probieren.)

Nachdem sich die nächste Generation via Serieneinschaltquoten ebenfalls etabliert zu haben schien, traute man sich auch Piccard, Riker und Co im Zuge eines Leinwandabenteuers auf eine neugierige Öffentlichkeit loszulassen. Um auf Nummer sicher zu gehen und alteingesessenen Fans nicht vor den Kopf zu stoßen, arrangierte man hier ein Treffen der Generationen. Ein Plan, der teilweise nach hinten losging, war doch die Story von Star Trek VII recht verworren und dünn - schwächer sogar als die vieler Serienfolgen!
Nichtsdestotrotz hat man - selbst, als schon die über- und überübernächste Generation im TV am Start waren - auf Kontinuität gesetzt und bis ins 3. Jahrtausend an vertrauten Gesichtern festgehalten.

Und als auch hier die Luft draußen war (trotz deutlich bemühter Ansätze), stellte sich die Frage, was man denn nun tun könnte, um die "alte Garde" an Trekkies bei Laune zu halten und gleichzeitig eine neue Fangeneration heranzuziehen...

Die Antwort war eine Art "Remake" mit neuen Gesichtern: Ein blutjunger, launischer, jähzorniger Kirk, der sich stockbesoffen mit besserwisserischen Strebern aus der Sternenflottenakademie in Bars herumprügelt und hübsche Mädchen anmacht. Ein ebenso junger, von Zweifeln geplagter Spock, der die menschliche Seite seines Ich erst beherrschen lernen muss und größte Mühe hat, seine Emotionen in Zaum zu halten...

Kurz: Es ist ein gewagtes Experiment, auf das sich die Macher des neuen alten Star-Trek-Universums da eingelassen haben, aber es schein tatsächlich aufzugehen.

Hauptgrund dafür ist weniger die sensationsüberladene Story des Streifens, die gar den Genozid an knapp 6 Milliarden Vulkaniern mal so nebenbei in ihrem Handlungsstrang verarbeitet (und das muss ausgerechnet den vielgeliebten, sympathischen Vulkaniern widerfahren!), sondern vielmehr sind es die Schauspieler, die dem neuen Universum eine Chance auf weitere erfolgreiche Kinoabenteuer einräumen.
Es ist wirklich verblüffend, wie nahe die neuen Schauspieler den Serien-Originalen kommen. Nicht nur die Statur und das Aussehen überzeugen hier vollkommen, auch die Gestik und die Mimik der einzelnen Charaktere wurde offensichtlich akribisch genau einstudiert (allen voran hierbei vielleicht Spock, der seine Augenbraue hochzieht, wenn er etwas besonders Kluges oder Wichtiges von sich gegeben hat oder auch Dr. McCoy alias "Pille" mit seinem zerknautschten, eher ruppigen Gesichtsausdruck).
Sehr gelungen ist auch der neu-nostalgische Übergang zu einer wahrscheinlichen Fortsetzung. Immerhin schließt der Film mit den bekannten Worten: "Der Weltraum. Unendliche Weiten...", die schließlich in eine orchestrale Neuversion der altbekannten Serien-Titelmelodie (aus den 60ern) münden. Da dürfte so manches Trekkie-Herz wohl wirklich höher geschlagen haben! (Vielleicht ein Kompromiss - ein Versöhnungsversuch?!)

Ja, da könnte tatsächlich etwas im Entstehen sein!

Kritik könnte man allerdings am Plot (also am Filminhalt) üben. Mit der Zeitreise eines rachsüchtigen Romulaners, der - weil er's nicht besser weiß - die Zerstörung seines Heimatplaneten den Vulkaniern zuschiebt und der schließlich dafür sorgt, dass Vulkan in den unendlichen Weiten des Universums verschwindet, beginnt die Zeitrechnung der Star-Trek-Historie praktisch bei Null. Das heißt, dass alles, was uns bisher dargeboten wurde, praktisch nicht mehr existiert. Ein harter Schlag für den eingefleischten Fan, wie ich mir Vorstellen könnte!
Sollte es tatsächlich eine Fortsetzung (wie angekündigt) mit selben Schauspielmaterial geben, so würde ich mir wünschen, dass das eine oder andere Ereignis, das das gesamte Star-Trek-Universum in hiesigem Streifen ins Wanken und aus dem Lot gebracht hat, wieder rückgängig gemacht wird; ähnlich behutsam vielleicht, wie das etwa nach Mr. Spocks Tod (siehe Teil II, III und IV der Kinoreihe) vonstatten ging.
So könnte man durchaus jetzt verärgerten Trekkies entgegenkommen, ohne aber auf die soweit recht gelungene Basis, die man in diesem ersten neuen alten Teil geschaffen hat, verzichten zu müssen...

Naja, auf die Fortsetzung darf man - auch als Nicht-Trekkie - jedenfalls gespannt sein. Es wäre durchaus möglich, dass ich mir diese wirklich im Kino zu Gemüte führe und nicht erst auf die Bluray-Veröffentlichung warte. Oh Gott, am Ende muss ich mich doch noch zum Trekkie bekennen ;)...

Eine weitere positive Randbemerkung: Leonard N., der den aus der Zukunft zurückgereisten Mr. Spock verkörpert, hat - anders als Mr. Shatner beim Treffen der Generationen - sehr gut in den Film gepasst und seine Rolle auch durchaus souverän gemeistert.

Fazit: STAR TREK ist im Grunde ein unterhaltsamer Actionfilm für Zwölfjährige, der ohne ausufernde Gewaltszenen auskommt und mit teilweise recht plumpen und lächerlichen (teils aber auch durchwegs gelungenen) Special-Effects versucht ein junges, vielleicht neues Star-Trek-Publikum anzusprechen, das keine allzu hohen Ansprüche stellen dürfte, was die bisherige Geschichte von Kirk und Co anbelangt!
Gleichzeitig ist es ein mit Liebe zum Detail inszeniertes "Neo-Remake" (das auch Trekkies bei der Stange halten könnte), das Mut beweist und eine neue alte Generation vorstellt, die es tatsächlich schaffen könnte, die überdimensionalen Fußstapfen, die ihnen hinterlassen wurden, wenigstens befriedigend auszufüllen! Ich weiß nicht, ob man damit wirklich rechnen durfte - so gesehen ist STAR TREK also insgesamt ein recht gelungener Unterhaltungsfilm mit Tendenz nach oben!
Wenn im Laufe der kommenden Kinoabenteuer auch die Plots noch Niveau und Glaubwürdigkeit (ein lustiges Wort in Zusammenhang mit diesem Thema an sich) gewinnen können, steht einer erfolgreichen Fortsetzung der Kino-Erfolgsserie eigentlich nichts mehr im Wege!

Deshalb auch 4 STERNE, verbunden mit der Hoffnung, dass da noch so einiges zu erwarten sein darf - fürs Erste also GELUNGEN!
Macht jedenfalls neugierig und Lust auf mehr. Leute, die mit Sci-Fi-Filmen sowieso nichts anfangen können, werden auch weiterhin ohne Star-Trek auskommen.

P.S. Ist schon Genaueres über eine etwaige Fortsetzung bekannt? Wenn ja, bitte melden!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 21, 2011 2:19 PM MEST


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