Fashion Sale Hier klicken Fußball Fan-Artikel calendarGirl Cloud Drive Photos Philips Multiroom Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego Summer Sale 16
Profil für Michael Krautschneider > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Michael Krauts...
Top-Rezensenten Rang: 847
Hilfreiche Bewertungen: 3110

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Michael Krautschneider "Filmfan & Musikliebhaber" (Neufeld an der Leitha, Bgld)
(TOP 1000 REZENSENT)   

Anzeigen:  
Seite: 1-10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21-30
pixel
Fire and Water (Deluxe Edi
Fire and Water (Deluxe Edi
Preis: EUR 21,04

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Feinster Bluesrock, made in UK!, 9. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fire and Water (Deluxe Edi (Audio CD)
Mithilfe des heutzutage noch oft gespielten "All Right Now" haben es die 4 Briten von FREE geschafft, sich ein musikalisches Denkmal zu setzen. Einerseits wird es den Herren Kossoff, Kirke, Rodgers und Fraser freilich nichts ausgemacht haben, abertausende von Platten zu verkaufen, andererseits aber bringen es Hitsingles solcher Art naturgemäß mit sich, dass sich schon bald niemand mehr an die anderen Songs der Band erinnert. Und genau in diesem Spannungsfeld sehe ich persönlich Album und Band ein bisschen.
Es dürfte wohl kaum musikbegeisterte Leute da draußen geben, die zuvor besagte Hitsingle nicht kennen. Darüber hinaus werden vermutlich gar nicht so wenige Menschen auch vorliegendes Album ("Fire & Water") besitzen. Aber haben sie es auch wirklich gehört?

Es ist schön, wenn man hier auf Gleichgesinnte trifft, die offenbar die Schönheit dieser Platte erkennen können, dennoch glaube ich, dass "Fire & Water" insgesamt (trotz guter Verkaufszahlen einst) gern ein wenig übersehen wird. So kann ich es z.B. ehrlich gesagt überhaupt nicht nachvollziehen, warum diese Scheibe nicht unter die besten 500 Alben aller Zeiten (Liste vom RS-Magazine) gewählt worden ist (worüber ließe sich denn besser diskutieren, liebe andere Musikfreunde da draußen? :)).
Schon alleine der ureigene Zugang zum Blues, den FREE zweifelsohne hatten (obwohl oder weil sie eine englische Formation waren), wäre in meinen Augen und Ohren einen Eintrag in diesen Heiligen Gral neuerer Musikgeschichte wert gewesen. Tatsächlich glaube ich, dass es Anfang der 70er (das Album stammt aus dem Jahr 1970) nur wenige Bands gab, die mit einer derart intuitiven Selbstverständlichkeit Bluesrock zum Besten gaben. Ok, freilich - die Stones hatten spätestens mit dem 1968 veröffentlichten "Beggars Banquet" bewiesen, dass sie richtig guten Blues machen konnten, der von ihnen selbst kam und z.B. auch die etwas härter agierenden Led Zeppelin hatten mit ihrem eigenen Zugang zu Blues und Rock gewiss viele Türen diesbez. aufgestoßen (man höre z.B. nur mal die ersten beiden Scheiben der Band).
Trotzdem bin ich der Meinung, dass der Viermann-Formation FREE (Gesang, Gitarre, Schlagzeug, Bass) durchaus mehr Ehrerbietung in heutigen Zeiten zustehen würde.

Schließlich ist "Fire & Water" nicht allein wegen "All Right Now" ein wirklich gutes, ja eigentlich sensationelles Album geworden. Tatsächlich sind alle 7 Songs des Originalalbums (die aber allesamt an die 4- bzw. 5-Minuten-Grenze gehen bzw. diese sogar überschreiten) wirkliche "Hinhörer". Dabei ist vor allem der trockene Sound der Scheibe ein Hochgenuss für all diejenigen, die auf erdige Rockproduktionen und saftig-knackige Schlagzeugsounds abfahren. Die Mischung aus Lässigkeit, Dynamik, "Dirtyness" und unbändiger Spiellust ist schlichtweg perfekt und auch heute noch - selbst beim schlechtesten Willen - einfach nicht zu überhören. Schon allein der Titeltrack (der das Album eröffnet) ist eine Offenbarung - zumindest für alle, die behaupten etwas auf handgemachte, ehrliche Bluesrockmusik zu halten. Aber auch alle anderen Tracks können durchwegs begeistern und schaffen es einen konstant hohen Level zu halten.

Weiters lobenswert finde ich die größtenteils wirklich tollen Bonustracks hierauf. Nicht wenige Songs - obwohl sie schon im Originalformat Freude machen - sind im alternativen Sound- und/oder Stimmformat nicht minder spannend - ganz im Gegenteil. So gesehen stört es denn auch nicht wirklich, dass man als Bonustracks lediglich verschiedene Varianten der ohnehin am Album befindlichen Songs hinzugefügt hat. Nicht selten nimmt man bestimmte Passagen auf diese Weise ganz anders war, womit sich manche Tracks einfach noch schneller erschließen und liebgewinnen lassen (obwohl auch das Originalalbum - wie ich finde - nicht allzu schwer zugänglich ist.)

Fazit: "Fire & Water" ist nicht nur das bis heute bekannteste und wohl auch kommerziell erfolgreichste Album der Bluesrock-Formation FREE, sondern nach wie vor ein echter Leckerbissen für Sammler und Musikfreunde. Die allseits bekannte Hitsingle "All Right Now" stellt dabei nicht mehr als die vielzitierte Spitze des Eisbergs dar. Tatsächlich ist das ganze Album (mit kompakten 7 Titeln bestückt) ein Genuss für alle Freunde des gepflegten Bluesrock. Sound und Produktion sind sehr erdig und authentisch, wobei vor allem der Drumsound (man höre bitte alleine die facettenreiche Snare) Klang-Ästheten frohlocken lassen wird. Atmosphärisch als auch songwritertechnisch hat vorliegende Scheibe absolut das Zeug zum Klassiker. Eigentlich ist es eine Schande, dass das Album nicht unter die besten 500 Alben aller Zeiten gereiht wurde!
Wem das alleine noch nicht als Kaufanreiz genügt, der sei noch auf die hörenswerten Alternativetakes verwiesen, die hier als begrüßenswertes Bonusmaterial drangehängt wurden.

In einem Wort: TOP!

Kaufen! 5 Sterne. +++++


Dynasty
Dynasty
Preis: EUR 11,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Welthit und drei starke Tracks machen (in Summe) noch kein Meisterwerk - aber FAST!, 9. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Dynasty (Audio CD)
Das 1979 veröffentlichte DYNASTY eroberte seinerzeit schnell die Charts weltweit (ausgenommen in Großbritannien, wo die Scheibe stets ein wenig nachhinkte) und mutierte mit dem Klassiker "I Was Made For Lovin' You" - das bis heute regelmäßig auf diversen Radiosendern zu hören ist - zur Kult-Scheibe.

Interessant dabei ist, dass das Album heute - speziell unter treuen Fans - nicht als unumstritten gilt. Das hat in erster Linie mit dem poppigen (Sound-)Charakter der Scheibe zu tun, der wohl dem damaligen Zeit(un)geist geschuldet war, als die Musikwelt vom Discofieber befallen war. (Anm.: Auch andere Rockbands experimentierten in diesem Bereich - mit unterschiedlichen Ergebnissen!)
Tatsächlich lässt die Produktion einen gewissen Discoeinschlag unschwer erkennen (womit man mit dem bis dahin eher ruppigeren, für die Band typischen, Sound brach). Allerdings macht das DYNASTY in seiner Gesamtheit auch recht leicht zugänglich, d.h. dass sich dieses Album durchaus als Erstkauf für unentschlossene Musiksammelnde empfiehlt, die nicht recht wissen, zu welchem Kiss-Silberling sie zuerst greifen sollen. Oder anders gesagt: Nicht so eingefleischte Kiss-Hörer werden vermutlich sehr schnell etwas mit dieser Platte anfangen können!

Es wäre meines Erachtens aber unfair, allein die (vermeintlich) poppige Seite dieses 9-Track-Albums (mit angenehmen 39 Minuten Spielzeit) hervorzuheben. Nein, DYNASTY hat durchaus auch für wahre Rockfans etwas anzubieten.
Am besten funktionieren (Zufall oder nicht?) in meinen Ohren - abgesehen vom Hitsong, der als Opener fungiert und den ich immer noch sehr mag - die drei Ace-Frehley-Beiträge hierauf.
Das schneidige, dynamische Cover "2000 Man" wird hier unverkennbar zum Kiss-Song, gewinnt sogar noch an Substanz und Klasse, wenngleich ich auch das Original der Rolling Stones (zu hören am oft unterschätzten "Their Satanic Majesties Request") eigentlich immer schon gemocht habe (und immer noch mag). Für mich ist das vielleicht (obwohl's ja eigentlich nur eine Cover-Version ist) sogar der beste und nachhaltigste Track des ganzen Albums. Hier ist zudem die Produktion ein Stück weit erdiger und kraftvoller ausgefallen - passt also.
Sehr gut gefallen mir außerdem noch das hierauf verhältnismäßig ruppig klingende "Hard Times" sowie das albumschließende "Save Your Love", das mit angenehm knarrigen Gitarrensounds begeistern kann. Beide Titel stammen wie schon zuvor erwähnt von Ace Frehley, der sie wohl auch singt.

Alles andere ist - mehr oder weniger - solides Mittelmaß, wobei ich an dieser Stelle schon sagen muss, dass ich Tracks wie "Sure Know Something" (das offenbar einige Fans richtig lieb haben und das interessanterweise - neben "I Was Made..." - als Single ausgekoppelt wurde) oder auch "Dirty Livin'" wirklich nicht für essentiell halte. Wären das keine Kiss-Songs, würde sich vermutlich keine Menschenseele dafür interessieren. Es mag aber schon sein, dass hier auch die eher glatte Produktion den Tracks schadet. Vielleicht funktionieren eben genannte Stücke live ja ganz gut. Nun, sei's wie's sei...

Fazit: Mit dem unter Fans oft diskutierten DYNASTY orientierten sich Kiss erstmals im Laufe ihrer Geschichte an einem etwas mainstreamtauglicheren (ein bisschen Synthie hier, ein bisschen Kühle da) Sound, was aus heutiger Sicht Fluch und Segen zugleich mit sich bringt. Den wirklich starken Tracks auf der Scheibe hat das glatte, poppige Klangbild meines Erachtens keinen nachhaltigen Schaden zufügen können, wohingegen die durchschnittlicheren Songs dadurch vielleicht sogar noch eine Spur durchschnittlicher wirken.
Mit "I Was Made For Lovin' You" enthält das Album den bis dato größten Hit der Band - und der funktioniert auch (oder gerade eben) in hiesigem Soundkorsett sehr gut. Für Musiksammler halte ich vor allem das beherzte und vollauf gelungene Stones-Cover "2000 Man" für höchstessenziell, aber auch "Hard Times" und "Save Your Love" hinterlassen einen bleibenden und angenehmen Eindruck.

Daher: ++++


Wish You Were Here (remastered)
Wish You Were Here (remastered)
Preis: EUR 9,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stimmungsvoll, aber manchmal auch etwas anstrengend!, 9. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wish You Were Here (remastered) (Audio CD)
Obwohl ich ein leidenschaftlicher Musiksammler bin und gerne und zudem oft Musik höre, fällt es mir mitunter ganz schön schwer, Pink Floyd zu hören. Und ich sage das jetzt, ohne mir den Groll sämtlicher Fans der Band zuziehen zu wollen.
Wenn ich in Stimmung bin, dann krame ich am häufigsten noch "Wish You Were Here" aus meiner bescheidenen Pink-Floyd-Sammlung (die anderen in meinem Besitz befindlichen Silberlinge wären "The Dark Side Of The Moon" sowie "The Wall") hervor, um es aufzulegen und den Raum mit schöner Atmosphäre zu füllen.

Tatsächlich glaube ich, dass vorliegende Scheibe noch am besten funktioniert, wenn's um Pink Floyd geht. Das Album wirkt in sich geschlossen und atmosphärisch sehr kompakt. Zum Remastering kann ich - aufgrund fehlender Vergleichsmöglichkeiten - offengestanden nichts sagen. Ich denke aber, dass das Klangbild (also der Sound, also Mix & Mastering) sehr gut zum vorhandenen Songmaterial passt und dass die Herren an den Reglern und Schaltknöpfen hier mit Herz und Hirn bei der Sache waren. Passt also.

"Wish You Were Here" klingt wirklich wie aus einem Guss. Manchmal wirkt die Scheibe etwas verspielt und fast selbstverliebt, obwohl dann - gerade noch rechtzeitig - immer wieder die wirklich guten, schönen Momente durchblitzen können. Meine Favoriten auf hiesigem Album sind recht eindeutig "Welcome To The Machine" und der unsterbliche Titelsong, der selbstredend jedem Zweifel und Zweifler erhaben sein dürfte.
Die anderen Tracks sind wenigstens stellenweise mit großartigen Momenten ausgestatten, überzeugen mich ehrlich gesagt aber nicht restlos.

Irgendwie (obwohl ich da gewiss auch nicht unbedingt Experte und/oder großer Fan bin) kann ich verstehen, dass der Punk etwa zur selben Zeit (ein kleinwenig später, wir schreiben gerade das Jahr 1975) aufkam, um einmal "reinigend" dazwischen zu wirken. Ich will nicht sagen, dass Alben wie dieses (und Pink Floyd viell. sogar im Allgemeinen) etwas hedonistisch und ausschweifend auf mich wirken, allerdings bin ich dieses Gefühl - wenigstens im Hinterkopf sitzend - bis heute nie so recht losgeworden.

Wie gesagt: Wenn schon Pink Floyd, dann am ehesten noch "Wish You Were Here", das in meinen Ohren das vielleicht leichtbekömmlichste Pink-Floyd-Werk darstellt. Auf "The Wall" werden Musiksammler wie meine Wenigkeit freilich dennoch nicht verzichten können.

Fans, seid mir bitte nicht böse - aber selbst für dieses vielgerühmte Werk kann ich letztlich besten Gewissens "nur" 4 Sterne hergeben.

Empfehlenswert ist es in Summe natürlich schon. ++++

P.S. Das Cover-Artwork ist (wie aber bei vielen Alben der Band) spitze. Auch das Booklet enthält großartige Fotografien und beweist viel künstlerisches Feingefühl.


Avalon (Remastered)
Avalon (Remastered)
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwischen Kaviar und Champagnerglas - glatter, aber unwiderstehlicher Dekadenz-Pop!, 8. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Avalon (Remastered) (Audio CD)
---- Vorweg - kurze Einführung ----
Ich hatte im Zuge meiner Musiksammelleidenschaft offenbar eine Phase, in der ich mir einige (nicht alle) Roxy-Music-Alben zugelegt habe, ohne sie mir aber wirklich bewusst angehört zu haben (ausgenommen "Country Life" und "Flesh & Blood", die mir auf Anhieb sehr gut gefallen haben). Nach längerer Zeit habe ich also "Avalon" wieder einmal aufgelegt und dann wieder und dann... hat's (endlich) "Klick" gemacht :)

---- Eigentliche Rezension ----
Mit ihrem 8. und finalen Studioalbum haben sich Roxy Music ein nachhaltiges Denkmal gesetzt, das in der Musikkritiker-Fachwelt immer noch Anklang findet, wie z.B. die Aufnahme des Albums unter die "500 besten Alben aller Zeiten" (vom RS-Magazine) beweist.
Auch, wenn Kritikermeinungen freilich nicht immer alles sind, was zählt, verwundert das insofern ein wenig, als wenn man bedenkt, dass die direkte Vorgängerscheibe, nämlich "Flesh & Blood", auch schon in eine ähnliche Richtung tendierte. (Anm.: Ich persönlich mag eben genannte Platte nach wie vor sehr gern und halte sie für sträflich unterschätzt.)

Nichtsdestotrotz hat "Avalon" natürlich einen ganz eigenartigen Reiz, der trotz - oder wegen - sorgfältigster Studioglattbügelei zu Tage tritt. Tatsächlich hat sich mir vorliegende Scheibe offengestanden erst nach mehrmaligem Hören richtig erschlossen. Mag sein, dass das auch daran liegt, dass ich mich generell eher bei erdig-bluesigen Produktionen wohl fühle und ich eher der Rock- denn der Popseite modernerer Musik zugetan bin.
Mittlerweile aber habe ich endlich kapiert, warum "Avalon" (nicht zuletzt auch unter Fans) einen so besonderen Status besitzt. Zunächst einmal klingt das Album wie aus einem Guss. Mithilfe der beiden reinen Instrumentalstücke "India" und "Tara", die gen Albummitte bzw. am Ende zu hören sind, bekommt man bez. Atmosphäre und Abstimmung sogar ein wenig das Gefühl, es hier mit einem richtigen Konzeptalbum zu tun zu haben, wobei das strenggenommen nur bedingt stimmen mag.
Die Produktion ist wie bereits oben erwähnt sehr poppig und - speziell beim ersten Reinhören - vermutlich nicht jedermanns Geschmack. Lässt man der Scheibe jedoch Zeit, dann beginnt sie wahrlich zu wachsen. Die meist spärlichen Gitarrenklänge eines Phil Manzanera können einen am Ende nicht kalt lassen. Ebenso erfreut man sich mit der Zeit an den mit Bedacht eingesetzten Synthie- und Keyboardsounds sehr. Ich glaube jedenfalls, dass man "Avalon" nicht binnen kurzer Zeit totspielen kann. Nein, der Silberling hat schon Bestand und Substanz...
Hinzu kommt - nicht zuletzt - natürlich Bryan Ferrys ureigener Gesang, der den Absturz so manchen Tracks in die Totalversülzung angenehm verhindert. Ich finde - im Gegensatz zu einem anderen Rezensenten hier -, dass gerade Bryan Ferrys Stimme die Songs hierauf spannend macht, weil er - obgleich er stellenweise in gefährlich hohen Schnulztonlagen singt - auf natürliche Weise einen gewissen inneren Widerspruch erzeugen kann, der den teils wirklich sehr glattproduzierten Pophadern hierauf einen nur schwer in Worte zu fassenden Charme verleiht.

Freilich: Dekadenz und Hedonismus sind dem guten Mann wohl wie auf den Leib geschneidert. Keine andere Glam-Pop/Rock-Band hätte anno dazumal ein derart authentisches Album von der Leine lassen können, wenngleich man festhalten muss, dass Roxy Music bis vor "Flesh & Blood" (das meines Erachtens bereits in eine ähnliche Kerbe schlägt, wobei bereits "Manifesto" sehr stark in diese Richtung tendiert) durchaus auch ruppigere und rauere Töne hören ließen (man höre z.B. das ebenfalls großartige "Country Life" oder das tolle Debüt "Roxy Music").

Jedenfalls dürften sich Mastermind Ferry (der zu diesem Zeitpunkt mit Sicherheit bereits zum unantastbaren Bandchef avanciert war) und seine Band sehr wohl bei den Aufnahmen gefühlt haben. Denn ein so smoothes, lässig-dekadentes Album, das dennoch Tiefe versprüht (vor allem der Titelsong), kriegt man beim besten Willen nicht hin, wenn man voller Groll ans Tagwerk geht, da hilft dann selbst ein so exotischer Aufnahmeort wie Nassau (Bahamas) nicht.
Ich kann mir ja vor meinem inneren Auge bestens vorstellen, wie Ferry und Co. edles Hochprozentiges schlürfend und sich den schönen Seiten des Lebens hingebend im Studio versammelt haben, um an vorliegendem Songmaterial zu feilen. So fühlt sich die Scheibe für mich jedenfalls an - auch wenn es freilich um die Schattenseiten des Ruhmes und des Ausschweifens geht (Zitat: "...too much luck means too much trouble...").

Obwohl ich ehrlich gesagt nicht jeden einzelnen Titel hierauf zutiefst liebe, meine ich in vorliegendem Werk etwas ganz Besonderes erkennen zu können. Die Atmosphäre (die sich aber wie gesagt womöglich erst nach einigen Hördurchgängen wirklich einstellt) und die Produktion laden zum Mitausschweifen bzw. zum Ausklinken ein und passen perfekt zum Albumtitel. Ferrys Gesang liegt meist angenehm in den Ohren, biedert sich teilweise vielleicht sogar an, um dann aber an den genau richtigen Stellen mühelos und unangestrengt zu verzücken. Musikalisch kann man Roxy Music wohl sowieso nichts vorwerfen.

Also: Das hier ist ohne Zweifel ein beachtliches Stück Popmusikgeschichte, das Sie sich, lieber Leser, unter keinen Umständen entgehen lassen sollten. Geben Sie dieser Scheibe eine - oder wie in meinem Falle besser gleich mehrere - Chance(n), sie ist es wert!

Abschließend möchte ich noch meine persönlichen Anspieltipps preisgeben, wobei ich empfehlen würde, das Album am Stück zu hören (was bei rund 37 Minuten Spielzeit und vorhandenem Songmaterial aber garantiert nicht mühsam wird):
- MORE THAN THIS (atmosphärischer Einstieg, der wunderbar ins Album einführt und als Single ausgekoppelt und zum Hit wurde)
- THE SPACE BETWEEN (mehr oder minder typischer 80er-Jahre-Tanzsong für gehobene Diskotheken, der vor allem wegen der Sax-Parts und des funkigen Rhythmus' ansteckend wirkt)
- AVALON (mein pers. Favorit auf der Platte; sehr atmosphärisches + stimmiges Stück, das eher spärlich inszeniert klingt, aber dafür umso zeitloser sein dürfte; ebenfalls als Single ausgekoppelt, interessanterweise offenbar aber kein richtiger Hit)
- TAKE A CHANCE WITH ME (hier gefällt mir vor allem der Refrain sehr gut; geht recht rasch ins Ohr)

---- Fazit / Kurzzusammenfassung ----
Auf ihrem letzten Album (dem insges. 8. der Bandhistorie, 1981 erschienenen "Avalon") geben sich Roxy Music voll und ganz der Dekadenz - mit ihren Licht- und Schattenseiten - hin. Der zunächst für den Rockhörer arg unterkühlt wirkende Sound der Scheibe entpuppt sich nach mehreren Hördurchgängen als wahrer Glücksfall für das darauf vorhandene Songmaterial, das so vor Kommerzialisierung geschützt wurde/wird und sich - klug konserviert - nicht ausschlachten lässt. Der herausragende Titelsong unterstreicht diese coole, in Wahrheit hochprofessionelle Lässigkeit vielleicht am nachdrücklichsten, wobei auch die als Opener fungierende Hitsingle "More Than This", das funkig angehauchte Discostück "The Space Between" sowie der stärkste Track der B-Seite, nämlich "Take A Chance With Me", schnell zu Dauerbrennern avancieren können, wenn man ihnen Gelegenheit dazu gibt.
Obwohl ich das nicht unumstrittene "Flesh & Blood" ehrlich gesagt ähnlich gut finde und darüber hinaus auch die rockigere Seite der Band (z.B. "Roxy Music" oder "Country Life") sehr mag, dürfte das unwiderstehliche "Avalon" tatsächlich eine besondere Stellung in der Albenchronologie der Dekadenz-Glam-Rocker einnehmen.

In meinen Ohren gilt "Avalon" völlig zurecht (und das sehe ich keineswegs immer so) als eines der größten Pop-Alben aller Zeiten.

Ein stimmungsvolles, gutbekömmliches 37minütiges Pop-Juwel -- PRÄDIKAT: Meisterwerk.

Sehr empfehlenswert, eindeutig ein 5-Sterne-Werk +++++


Futurama - Season 8 [2 DVDs]
Futurama - Season 8 [2 DVDs]
DVD ~ Matt Groening
Preis: EUR 12,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zum Teil (leider) ziemlich durchwachsen, trotz wehmütigem Adieu!, 8. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Futurama - Season 8 [2 DVDs] (DVD)
Im Gegensatz zu offenbar nicht wenigen Futurama-Freunden da draußen habe ich viele der neueren Episoden (also weg von Staffel 5) sehr gemocht - auch gemessen an den alten Folgen der Kultserie um die kunterbunte Planet-Express-Crew. Selbst in Anbetracht der Tatsache, dass dann und wann natürlich auch durchschnittlichere Episoden mit dabei waren (was meines Erachtens aber auch schon vorher der Fall war), finde ich, dass die Kritiken zu den vorangegangenen Staffeln (eig. sind's ja nur Halbstaffeln bei uns) zum Großteil etwas zu hart ausgefallen sind.

Umso erfreuter war ich deshalb, als ich vorliegende Kleinbox (mit 2 DVDs) in einem Regal eines Elektronikfachmarkt meines Vertrauens liegen sah (gekauft hab ich sie mir dennoch nicht gleich). Schließlich ist etwas Zeit verstrichen, Weihnachten kam und so wurde ich stolzer Besitzer dieses wohl tatsächlich letzten Wiedersehens mit Fry, Bender, Leela und Co.

Ich möchte mich hier wirklich mit niemandem verfeinden und finde es auch schade, dass nun vermutlich wirklich endgültig Schluss sein wird, aber tatsächlich halte ich Season 8 (bzw. den 2. Teil der eigentlich 7. Staffel) bisher für die insgesamt schwächste. Zwar ist der Abschluss sehr gelungen und die allerletzte Episode funktioniert wirklich gut als Serienfinale, aber der Rest der in Summe hierauf vertretenen 13 Episoden kann sich an den Höhepunkten der gesamten Serie für meinen Geschmack nun wirklich höchstens teilweise messen - nichts für ungut. Freilich gibt's auch hier (wie immer) mal bessere, mal weniger gute Folgen, allerdings zünden viele Pointen nicht mehr vollends bzw. hat man da manchmal das Gefühl, bereits etwas Ähnliches dieser Art schon mal irgendwann im Vorfeld gesehen zu haben. Und auch das möchte ich bitte nicht als plumpe Kritik verstanden wissen. Unterhaltsam ist diese Season in Summe freilich dennoch. Was mir persönlich aber ein bisschen fehlt, sind die tiefgründigeren, bitterbösen Seitenhiebe auf Moral und Gesellschaft, die diese Serie für mich so toll gemacht haben. Zwar werden auch im Zuge hiesiger Staffel manchmal eigentlich sehr ernste Themen aufs Korn genommen (z.B. geht es einmal konkret um Gentechnik und ihre Licht- und Schattenseiten), aber alles in allem plätschert dieses Finale eher so beiläufig dahin, als dass es gebannt an den Fernsehbildschirm (so wie es die Hypnose-Kröte auf der Hüllenrückseite verspricht) fesseln würde.

Ehrlich gesagt - und ja, ich habe diese Serie wirklich geliebt - ist die Enttäuschung über das endgültige Aus dieser Kultreihe am Ende gar nicht so schlimm, wie zuerst befürchtet. Das mag zwar teilweise am sehr gelungenen und stimmigen Finalakt (also konkret der letzten, wirklich starken Episode) liegen, hängt aber wohl noch mehr damit zusammen, dass mich dieses Mal erstmals wirklich das Gefühl beschlichen hat, dass die Autoren nicht mehr ganz so einfallsreich und pointiert zu Werke gegangen sind, als das bisher (größtenteils wenigstens) der Fall war. Zwar sind die Grundkonzepte und Ideen immer noch vielversprechend, allerdings wirkt die Inszenierung der einen oder anderen Folge nicht makellos "formvollendet". (Anm.: Vor allem finde ich, dass der aberwitzige Zapp Brannigan einen größeren Auftritt in diesem letzten Kapitel verdient gehabt hätte.) Ich weiß, dass das sehr nach Jammern auf hohem Niveau klingt, aber bezüglich dieser Serie hat man (gerade als Fan - oder nicht?) auch eine gewisse Erwartungshaltung...

Dennoch möchte ich am Ende meiner Rezension meine persönlichen Highlight-Episoden bzw. die besseren hierauf mit Ihnen, lieber Leser, teilen (Achtung: geringfügiger Spoiler-Alarm!):
- "Planet der Primaten" (Fry und Leela begeben sich auf einen Romantikurlaub und werden dabei unwissend zu Schauobjekten in einem Primatenzoo)
- "Die unmenschliche Fackel" (Der ja nicht gerade für seine Bescheidenheit bekannte Bender rettet selbstlos die Erde und kann es am Ende keinem sagen)
- "Calculon 2.0" (Damit die Schmierenserie "Alle meine Schaltkreise" wieder zu alter Form zurückfinden kann, exhumiert Bender das Grab des verblichenen Robo-Serienstars Calculon und überredet ihn gemeinsam mit Fry zu einem Comeback, das aber ganz anders verläuft als geplant)
- "Mord im Planet Express" (Um das arg gebeutelte gegenseitige Vertrauen zueinander wieder herzustellen, hat der Professor ein besonderes Training für seine Crew geplant, das viele gute Gags zur Folge hat)
- "Zehn Sekunden" (Der Professor hat einen Zeitschalter erfunden, mit dem man jeweils in die 10 letztverstrichenen Sekunden zurückreisen kann. Dummerweise bemächtigt sich Fry dieses "Spielzeugs" und löst ungeahnte Folgen damit aus. Ein wirklich gelungenes Serienfinish!)

Wie gesagt sind auch Teile der anderen Episoden sicher sehenswert und unterhaltsam (z.B. bei "Alles außer irdisch", bei dem Fry zum Haustier für einen außerirdischen Jungen wird (E.T. andersrum, wenn man so will) oder bei "Kein Duft für Frauen", bei dem der legendäre und liebenswürdige Dr. Zoidberg in die Hauptrolle schlüpfen darf) und eingesessenen Fans dieser Kultreihe würde ich grundsätzlich auch zum Kauf vorliegenden Produkts raten. Allerdings ist bei mir am Ende dennoch das Gefühl zurückgeblieben, hier - in Summe - kein wirklich würdiges Adieu gesehen zu haben.

P.S. Die Extras sind - wie schon so oft - leider entbehrlich. Die Audiokommentare interessieren mich nicht wirklich und ansonsten gibt's nicht viel Aufregendes (was aber generell nicht so tragisch ist, da ich auf Extras sowieso nicht so viel Wert lege). Die DVD-Hülle ist (wie alle im neuen Design) eine echte Augenweide und macht sich prima im heimeligen DVD-Regal. Allerdings fehlt auch hier ärgerlicher Weise (wieder einmal) eine Episoden-Angabe, die man ja wenigstens innen irgendwo unterbringen hätte können. Das DVD-Menü hingegen ist recht übersichtlich und praktisch gehalten - passt also.

---- Schlussresümee ----
Die Schlussrunde mit Fry, Bender, Leela, Zoidberg und Co. ist unterhaltsam, wobei einige der letzten Episoden den Esprit der Vorgänger etwas vermissen lassen. Obwohl der letzte Akt am Ende in sich stimmig ist und überraschend gut funktioniert, bleibt das Gefühl zurück, hier in Summe die bislang schwächste Staffel (bzw. Halbstaffel) gesehen zu haben - trotz aller zutiefst empfundenen Sympathie, die ich als langjähriger Futurama-Seher (eig. von Anfang an) für diese Kultserie hege.
Tut mir wirklich leid - aber mehr als 3 Sterne gehen sich dieses Mal - pers. Sympathie hin und her - einfach nicht aus.
Von einer Finalstaffel hätte ich mir offengestanden insgesamt etwas mehr (vielleicht auch zu viel?) erhofft. Naja, sehenswert ist sie ja trotzdem.
Ein riesengroßes DANKESCHÖN natürlich dennoch an die großartigen Autoren und Produzenten dieser Serie, die uns 140 kunterbunt-verrückte Folgen (mal bessere, mal schlechtere freilich) beschert und damit so manches Stündchen damit versüßt haben (wenn man die zerstückelten Filme miteinrechnet)!

Deshalb: +++

Bye-bye, Planet-Express-Crew!!


Elvis Ultimate Gospel
Elvis Ultimate Gospel
Preis: EUR 13,06

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Elvis sings Gospel - für Musiksammelnde nahezu unumgänglich!, 7. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Elvis Ultimate Gospel (Audio CD)
Auch ich bin einer derjenigen nicht glühenden Elvis-Fans, die mit dem allseits bekannten (und meines Erachtens überaus gelungenen) "30 No. 1 Hits" ihren Bedarf am King einigermaßen befriedigend abgedeckt haben. Na gut - "Aloha From Hawaii" besitze ich auch noch, das höre ich allerdings nicht wirklich oft, um ehrlich zu sein.
Aber: Da fehlte noch etwas. Und nachdem ich lange Zeit Ausschau nach der ruhigeren, gospeligen Seite von Elvis gehalten habe, bin ich eines Tages über vorliegenden Tonträger gestolpert, der prompt via Amazon-Wunschliste unter den Christbaum gefunden hat:)

Was soll ich, als Nicht-Fan, großartig sagen? Diese Scheibe ist wahrlich nicht umsonst in Gold gehalten. Und dass Elvis Stimme für Songs dieser Art wie geschaffen ist, ist ja auch nichts Neues mehr. Zumindest seine Interpretation von "Amazing Grace" (Titel Nr. 3 hierauf) dürfte auch Laien wohlbekannt sein. Und genau das ist es - hierin liegt die eigentliche Magie hiesiger Scheibe begraben! Auch mir (ein anderer Rezensent hat das schon so schön und trefflich beschrieben) lief bei eben jenem (mir bereits im Vorfeld bekannten) Titel eine Gänsehaut über den Rücken. Und selbstredend beschränkt sich dieses freudvolle Gefühl keineswegs auf diesen einen Titel.

Die CD ist generell eine Compilation, d.h. dass verschiedene Gospel-Klassiker, die von Elvis Presley interpretiert wurden (ob's wirklich alle sind, weiß ich nicht - nehm ich jetzt aber mal nicht an), hier stimmungsvoll aneinandergereiht wurden. Die Scheibe läuft jedenfalls gefällig vor sich hin und sorgt nicht nur an Weihnachtsfeiertagen (als Hintergrundmusik z.B.) für eine tolle Atmosphäre zuhause.

Fazit: "Elvis - Ultimate Gospel" hält, was es verspricht und zeigt durchgehend die ruhige, aber nicht minder beeindruckende Seite des King. Wahre Fans werden sämtliche hierauf vertretene Songs ohnehin schon kennen, aber auch nicht ganz so glühende Elvis-Verehrer - wie eben auch meine Wenigkeit - kommen mit dieser klug und liebevoll zusammengestellten Compilation voll auf ihre Kosten. Den beiden Produzenten dieser Scheibe, nämlich Ernst Mikael Jorgensen und Roger Semon gebührt in jedem Fall riesengroßes Lob. Hier steckt gewiss viel Herzblut drinnen - das spürt man in jedem der insgesamt 25 Tracks (!) hierauf. Und so wird man dem großartigen Schaffen dieses Jahrhundertsängers in gewisser Weise - zumindest ein Stück weit - sicher auch gerecht.

Musikbegeisterte Menschen und Sammler - eben auch solche, die nicht unbedingt Hardcore-Elvis-Hörer sind - sollten hier unbedingt zugreifen. Eine klare Kaufempfehlung und 5 STERNE meinerseits +++++

Phänomenal SCHÖN. Punkt.


Attack and Release
Attack and Release
Wird angeboten von gameshop_fuerth - Alle Preise inkl. MwSt
Preis: EUR 16,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lässiger Bluesrock mit Ecken & Kanten & coolem Sound!, 7. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Attack and Release (Audio CD)
Aus heutiger Sicht, also nach den kommerziell riesigen Aushängeschildern "Brothers" und "El Camino", ist es mit den Black Keys so, wie mit einigen anderen großen Bands der Vergangenheit und unserer Zeit. Nicht wenige Musikinteressierte (gerade auch in Europa) werden erst seit eben genannten Scheiben so richtig auf das brachiale Blues-Duo aufmerksam geworden sein. Und dabei hatten Dan Auerbach und Patrick Carney bis dahin schon eine ganze Reihe an Alben geschaffen, die nicht zu unrecht bis heute Kult-Status unter Fans genießen und die nun quasi rückwärtsgewandt entdeckt werden wollen, was nicht unbedingt immer eine dankbare Aufgabe darstellt...

Mir persönlich hat es dabei speziell vorliegender Tonträger, eben das 2008 erschienene "Attack & Release" angetan, das erstmals mit den Erfolgsproduzenten Brian Joseph Burton (besser bekannt als Danger Mouse) und Mark Neill aufgenommen wurde.
Das Ergebnis ist ein vom Sound her sehr ausgereiftes, kraftvolles Blues-Rock-Album, das im Ganzen gesehen - aus meiner Sicht wenigstens - mit den späteren "Brothers" und "Turn Blue" sicher mithalten kann. "El Camino" lasse ich jetzt mal außen vor, da es für mich einen eigentlich unantastbaren Sonderstatus einnimmt (eigentlich ein 6-Sterne-Werk, wenn man so will).

Vorliegende Scheibe bietet smoothe, lässig hingegroovte Titel, aber ebenso - mehr oder minder typische - laute, knarrig-kernige Hadern und offenbaren nicht nur allein des breiten Spektrums wegen ein großartiges Gespür für Musik.
Meine persönlichen Favoriten auf dieser Scheibe sind vor allem "I Got Mine", das man sogar als nicht Black-Keys-Fan kennen wird/muss und das einfach unwiderstehlich daherkommt, sowie das atmosphärisch interessante "Strange Times", dessen Refrain schon nach Hördurchgang Nr. 2 zum Dauerbrenner avanciert. Ebenso hervorhebenswert erscheinen mir der eher ruhig angelegte Opener "All You Ever Wanted" und das bebend-rockige "Remember When (Side B)".
Die restlichen der insgesamt 11 Tracks auf dem Silberling sind zumindest solides Mittelmaß, was das Songwriting betrifft. Tatsächlich hat aber jeder Titel hierauf zumindest die eine oder andere Passage anzubieten, die das große Können der beiden Herren wenigstens kurzzeitig aufblitzen lässt.
In Summe verstehe ich also alle 5-Sterne-Bewerter, denke allerdings, dass 4 Sterne dem Album eher gerecht werden, weil eben nicht wirklich jeder Titel (ohne wirklich schwach oder dergleichen zu sein freilich) letztendlich restlos überzeugen kann - mich wenigstens nicht.
Soundtechnisch und atmosphärisch gesehen funktioniert "Attack & Release" aber wirklich tadellos. Diesbezüglich ist in jedem Fall großes Lob angebracht.

Spätestens ab diesem Album (das übrigens das 5. in der BK-Chronologie darstellt) können auch all diejenigen einsteigen, die den womöglich etwas zu schroffen, ruppigen (vielleicht auch "schlampigen") Sound der Erstlingswerke fürchten, wobei ich hier gleich in einem Atemzug sagen muss, dass mir das Debüt "The Big Come Up" ebenfalls recht gut gefällt. Das unter Fans hochgehandelte "Thickfreakness" (mit seinem tollen Cover-Artwork) halte ich hingegen für ziemlich stark überbewertet. Hier ist mir das Klangbild einfach zu verwaschen und schlampig (auch, wenn's freilich so beabsichtigt sein mag), als dass sich jemals ein wahrer Herzenszugang meinerseits hätte einstellen wollen. Naja, genug davon.

Fazit: Mit "Attack & Release" erforschen The Black Keys (wieder einmal) neue Soundspektren und erreichen diesbezüglich bereits jenes Niveau, das sie wenig später berühmt machen sollte (man siehe bzw. höre die Nachfolgealben) - also eine gelungene Balance zwischen erdig-kernigen und druckvoll-ausgetüftelten Klängen.
Die Kompositionen hierauf erreichen teilweise ebenfalls schon Weltklasseniveau, wie etwa die beiden nicht schwer zugänglichen Aushängeschilder des Albums, nämlich "I Got Mine" und "Strange Times" z.B., mühelos beweisen, die bis heute wohl mit zu den besten Songs zählen, die Dan Auerbach & Patrick Carney bis dato von der Leine gelassen haben.
Allerdings sind zwischendurch schon auch ein paar durchschnittlichere Songs (ist aber nicht böse gemeint) vorzufinden, die zwar sehr gut (vor allem vom Sound her) aufs Album passen, insgesamt jedoch nicht unbedingt einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Alles in allem ist "Attack & Release" der Anfang der ganz, ganz großen BK-Ära, die in "Brothers" und vor allem "El Camino" einen vorläufigen Höhepunkt finden sollte. (Das nicht unumstrittene "Turn Blue" finde ich ehrlich gesagt auch ganz gut.)
Fans müssen diese Scheibe eigentlich besitzen. Interessierte können hier ebenfalls bedenkenlos zugreifen, vorausgesetzt sie sind bereits stolze Besitzer von "El Camino" (das man unbedingt haben "muss").

Macht aus meiner Sicht wohlverdiente 4 Sterne geradeaus. Eine sehr lässige Scheibe mit Ecken, Kanten und einem durch und durch coolen Klangbild. ++++

-----Anspieltipps-----
1. All You Ever Wanted
2. I Got Mine
3. Strange Times
7. Remember When (Side B)

Viel Spaß beim Hören und Erforschen!


Tina Live!
Tina Live!
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kraftvoll, dynamisch & kurzweilig - sensationeller Live-Mitschnitt!, 6. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Tina Live! (Audio CD)
Man hätte wohl noch etliche weitere positive Attribute in die obige Überschrift meiner Rezension einfügen können. Ich war und bin ehrlich gesagt immer noch erstaunt über die geballte Wucht an Energie, die vorliegender Silberling innehat. Dabei schlägt die R&B-Powerfrau zwischendurch natürlich auch mal sanftere Töne an, um die eine und andere Pop-Ballade zum Besten zu geben, die die QUEEN OF POP in ihrer mehr als beachtlichen Karriere ja auch geschaffen hat, wie etwa "What's Love Got To Do With It?" oder "Private Dancer", das hier mittels Saxophon-Solo als Langversion dargeboten wird.

Tatsächlich gönnt sich die Wahlschweizerin keine Pause - man merkt ihr ihr Alter keine Sekunde lang an (außer an der gereiften Stimme vielleicht). Und dabei dürften alle ausgewählten Stücke wirklich von ein und derselben Live-Show stammen (wenn man den Angaben glauben darf), was das Ganze für mich umso beachtlicher macht.

Die großartige Band bietet samt Backgroundsängerinnen (und Tänzerinnen) eine solide, eingeschworene Basis, sodass die Stimmung - einem brodelnden Vulkan ähnlich - stets gen Siedepunkt getrieben (und gehalten) wird. Am deutlichsten zeigt sich die Spielkunst und die Laune am Musizieren meines Erachtens bei den Tracks "What You Get Is What You See", dem fantastisch interpretierten Stones-Cover "Jumpin' Jack Flash" (das mit nicht einmal 2 Minuten Spielzeit etwas kurz ausgefallen ist und den Auftakt für ein kleines Medley markiert, das schließlich in "It's Only Rock & Roll" mündet, bei dem die stimmgewaltige Lisa Fisher (die ja auch bei den Stones als Backgroundsängerin fungiert) auch mitmischen darf) sowie "Addicted To Love", das mittlerweile zu meinem persönlichen Favoriten hierauf avanciert ist. Auch die bebenden "Proud Mary" (das schön in die Länge gezogen und dennoch nie langweilig wird) und "Nutbush City Limits" lassen wahre Rockfan-Herzen schneller schlagen.
Darüber hinaus gefallen mir das zuvor schon erwähnte "What's Love Got To Do With It?" sowie "We Don't Need Another Hero", "Goldeneye" (das mit stimmigem Bond-Intro eingeleitet wird) und "The Best" sehr, sehr gut.
Kurzum: Eigentlich ist jeder Song auf der CD Klasse.

Abgesehen von der starken Titelauswahl und der knisternden Live-Atmosphäre, die die ganze Spielzeit hindurch erhalten bleibt, lässt auch der Sound in meinen Ohren keine Wünsche offen. Der Klang der Scheibe ist klar, dynamisch und druckvoll und wenn Tina Turner an den richtigen Stellen ihre legendäre Stimmgewalt erkennen lässt, dann hat man als sprachlos begeisterter Hörer fast schon mit den Freudentränen zu kämpfen.
Im Gegensatz zu einem anderen Rezensenten hier finde ich überhaupt nicht, dass die spielgelaunte und bestens eingefangene Band Mrs. Turners Gesang in irgend einer Weise "unterdrücken" würde. Ich finde das Zusammenspiel bzw. die Wechselwirkung zwischen Hauptstimme und der energetischen Band einfach wundervoll und könnte diesbez. wirklich nichts Schlechtes sagen - ganz im Gegenteil!

Kurz noch zur allgemeinen Information:
Hiesiger Mitschnitt stammt vom 21. März 2009 und wurde in Arnheim in den Niederlanden aufgenommen (laut Credits und kurzer Netzrecherche).
Die CD bietet (leider nur) einen Auszug der tatsächlich gespielten Setlist, wohingegen die ebenfalls hierin enthaltene DVD wohl die gesamte Show in Bild und Ton wiedergeben dürfte. Das einzige "Manko" (wenn man so will) dieses durch und durch überzeugenden Live-Pakets liegt vielleicht darin, dass man nicht die gesamte Show auf zwei CDs gepresst hat. Ich glaube, dass die Qualität der Songs dafür locker ausgereicht hätte. Außerdem sehe ich persönlich die DVD ohnehin eher nur als Zuckerl (bei dem Preis ist das aber schon ein toller Service) und habe dieses Produkt eigentlich nur wegen des Tonträgers auf die Amazon-Wunschliste gesetzt (und anschl. geschenkt bekommen;)) Ich für meinen Teil hätte jedenfalls eine reine Tonträgerveröffentlichung (eben auf 2 CDs z.B.) sehr begrüßt und dafür gerne auf die DVD verzichtet (wobei's da auch nichts auszusetzen gibt, wie ich finde).
Aber was soll's: TINA LIVE! macht auch in hiesiger Fassung (und eine andere gibt es meines Wissens ja ohnehin nicht) einfach nur Freude und bringt Leben ins heimelige Wohnzimmer - und vom Fluss und der Dynamik her ist der Silberling so gut abgemischt und konzipiert, dass eigentlich nie der Eindruck aufkommt, hier wäre arg gestückelt oder dergleichen worden. Auch diesbezüglich ist großes Lob angebracht!

Fazit: Länger schon habe ich keinen derart energetischen und dynamischen Live-Mitschnitt mehr in meine Musiksammlung integriert (und da sind schon ein paar Hochkaräter vorzufinden). Die CD macht von vorne bis hinten durchgehend Spaß, deckt meines Erachtens so ziemlich die wichtigsten Songs der Queen Of Pop ab und präsentiert diese darüber hinaus in allerallerbester Tonqualität (Mischung & Mastering sind für meine Begriffe hervorragend). Über spielerische Belange braucht man sowieso nicht zu diskutieren - aber hören Sie am besten selbst...

Kurz: Wer sich TINA LIVE! entgehen lässt, ist schlichtweg selber schuld!

Auch nicht ganz so eingesessene Tina-Turner-Anhänger sollten diese Scheibe unbedingt ehebaldigst in ihre heimelige Musik-Sammlung integrieren.
Einziges Manko ist die nicht vollständige Setlist auf der CD (die aber trotzdem wie aus einem Guss klingt). Vielleicht haut man ja früher oder später doch noch eine Doppeldisc mit der ganzen Show raus.

Eigentlich handelt es sich bei vorliegendem Tonträger um ein 6-STERNE-WERK, das ich sämtlichen Käufergruppen wärmstens ans Herz legen möchte. Und ich sage das voller Demut und bin - das sollte vielleicht nicht unerwähnt bleiben - keineswegs ein riesengroßer Tina-Turner-Fan.

Schlussresümee:
Ein gigantisches, kraftvolles Live-Dokument einer großartigen Künstlerin, das für wahre Musikfreunde unumgänglich ist und in jede ernstzunehmende Pop/Rock- (und R&B)-Sammlung gehört - Prädikat: BESONDERS WERTVOLL!

Hochachtungsvoll, ein (wunschlos) glücklicher Musikfreund.

-----Anspieltipps-----
- What You Get Is What You See
- What's Love Got To Do With It?
- We Don't Need Another Hero
- Jumpin' Jack Flash
- Goldeneye
- Addicted To Love


The Very Best Of
The Very Best Of
Preis: EUR 7,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen LICK IT UP! Großzügiger Appetizer, der (höchstwahrscheinlich) Lust auf mehr macht!, 5. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: The Very Best Of (Audio CD)
Vorweg: Ich hab's offengestanden ziemlich leicht, Lob über dieses Best-of-Werk zu schütten. Denn: Als nicht so glühender Kiss-Hörer kenne ich mich bez. der einzelnen Albenveröffentlichungen ehrlich gesagt nicht so gut aus, als dass ich mich nun darüber beklagen könnte, welche unentbehrlichen Songs hierauf fehlen würden.
Noch dazu glaube ich, dass dieser preisgünstige Silberling an Fülle mit ausreichend gutem Material bestückt ist, um Lust auf mehr zu machen. Ich für meinen Teil habe jedenfalls schon den einen und/oder anderen Einzelalbum(nach)kauf für mich in Betracht gezogen.

Tatsächlich bietet "The Very Best Of" einen breiten, aber auch - wie ich meine - vielschichtigen Ein- und Überblick über die New Yorker Kultband. Ich weiß nicht (Fans mögen an dieser Stelle bitte nachsichtig sein!), ob KISS wirklich so viele großartige Hits gelandet haben, als dass eine Doppel- oder Dreifachdisc mit demselben Titel ihren Zweck besser erfüllt hätte. Ich denke, dass da ein anderer Rezensent, der sich diesbez. geäußert hat, vielleicht gar nicht so falsch liegt.
Dennoch - und das steht außer Frage - gehören KISS in jedem Fall zu den großen Kultbands der 70er und 80er-Jahre. Abseits der grellen und aufwändigen Bühnenshows, dem vielem Makeup usf. haben die guten Herren in der Tat so einiges an musikalischen Meisterstücken abgeliefert, die selbstredend an keinem Rock/Pop-Fan spurlos vorübergehen können, wie ich meine. Auch ich würde mich in keinster Weise als großen Kiss-Verehrer sehen und bin dennoch bei dieser toll zusammengestellten Compilation hängen geblieben. Kernige Rock-Songs a la "Calling Dr. Love" oder "Christine Sixteen" lassen wahre Rockmusikherzen ebenso schneller schlagen wie die vom Sound her wuchtiger ausgefallenen Titel a la "I Was Made For Lovin' You", "I Love It Loud" oder "Lick It Up" (das vom Stil her stark an AC/DC erinnert - was ich hier als positiv verstanden wissen will). Aber auch Rockballaden, die im Gegensatz zu anderen Rockbands nie unangenehm schnulzig oder kitschig-süßlich daherkommen, haben die Herren ganz wundervoll hinbekommen, wie z.B. "Beth" oder "Forever" hierauf beweisen.

Der Sound variiert auf vorliegender Scheibe von Song zu Song - von ungeschliffen-rau bis hin zu druckvoll-bombastisch - ein bisschen. Ich glaube, dass das aber eben den Studiooriginalaufnahmen entsprechen dürfte. So gesehen spiegeln die einzelnen Titel hierauf also auch ihren klanglichen Ursprung ein Stück weit wider, was einerseits natürlich authentisch und schon allein deshalb lobenswert ist und darüber hinaus auch Lust auf einzelne weitere Scheiben der Band macht. Jedenfalls mir geht es momentan so. Und: Bei einer Compilation - und nichts anderes gibt vorliegende Scheibe vor zu sein - stört es (wenigstens mich) nicht wirklich, wenn kein durchgehender "Fluss" spürbar ist. Schließlich möchte ich hier ja Auszüge aus den verschiedenen Perioden der Bandhistorie zu hören bekommen - darin sehe ich zumindest den Sinn und Zweck beim Erwerb einer solchen Zusammenstellung.
Über die Titelauswahl kann (und wird) man freilich immer diskutieren - unter Musikfreunden ist dies aber ein altbekanntes Dilemma. Letztendlich werden auf diversen Best-ofs naturgemäß immer wieder ein paar persönliche Lieblingsstücke fehlen. Aber - hach, so ist das halt. Muss man sich notfalls eben die einzelnen Alben nachkaufen...

Fazit: Vorliegender Silberling bietet für meinen Geschmack einen ebenso breiten als auch vielschichtigen Auszug, der durchwegs Lust auf weitere KISS-Abenteuer-Entdeckungsreisen musikalischer Natur macht. 21 (in meinen Augen bzw. Ohren) gut ausgewählte Stücke bieten Interessierten und Sammlern eine solide Ausgangsbasis bzw. Orientierungshilfe, um sich tiefergehend mit Band und Songmaterial auseinanderzusetzen.
Für nicht ganz so glühende Kiss-Fans ist diese Zusammenstellung aber ebenso empfehlenswert. Hier bekommt man für (derzeit) wenig Geld wirklich eine ganze Menge geboten.

Also: Zugreifen und Spaß haben, solange der Vorrat reicht!

Ich möchte diese kurzweilige Compilation wirklich herzlich weiterempfehlen und freue mich schon jetzt für all diejenigen, die auf diesem Wege bereit sind, sich auf ein Stückchen Rockmusikgeschichte einzulassen.
5 Sterne und viel Freude damit!

P.S. Noch ein kleiner Tipp meinerseits: Mir macht es definitiv mehr Freude, die Scheibe über meine Boxen zu hören, als über Ohrenstöpsel. Dynamik und Sound kommen - auch bei geringerer Lautstärke - besser zur Geltung, wenn man ihnen Raum und Luft zum Atmen gibt.

-----Anspieltipps-----
- Beth
- Calling Dr. Love
- Christine Sixteen
- I Was Made For Lovin' You
- I Love It Loud
- Lick It Up
- Forever
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 10, 2016 9:24 AM CET


Platinum Collection
Platinum Collection
Preis: EUR 18,49

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intelligent angelegte Retrospektive für musikalisch interessierte Entdeckungsreisende!, 5. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Platinum Collection (Audio CD)
Da ich weder ein großer Genesis-Fan bin und war und ich mich keineswegs als Kenner auf diesem Gebiet ausgeben würde, habe ich gegenüber eben solcher schon einmal den riesengroßen Vorteil, keine (vielleicht auch gerechtfertigten) Vergleiche anstellen zu müssen, was Titelauswahl, Zusammenstellung usf. betrifft.
Und ehrlich gesagt ist es mir auch ziemlich wurscht, ob ein Phil Collins das vielzitierte Ruder in die Hand nimmt oder - wie vorher - ein Peter Gabriel. Auffallend jedenfalls ist - und das muss man wohl neidlos so anerkennen -, dass jeder der Genesis-Herren einen unglaublichen Output an hochwertigem Songmaterial hervorgebracht hat. Auch die Solokarrieren - die von eben genannten Mannen, bis hin zu den Radioohrwürmern von "Mike & The Mechanics" reichen - sind in jedem Fall beachtenswert. So viel mal dazu.

Hiesige Monsterzusammenstellung (im positiven Sinne) - immerhin 3 randvolle CDs - bietet einen üppigen (aber freilich unvollständigen) chronologisch angelegten Rückwärtsblick über das beeindruckende Genesis-Gesamtwerk. D.h., dass man weg vom letzterschienenen "We Can't Dance" (das gleich mit 4 Songs hierauf vertreten ist) bis hin zum 1970 veröffentlichten "Trespass" eine, wie ich finde, liebevoll zusammengestellte Zeitreise zu den Anfängen der Band unternehmen kann, sofern man auch bereit ist, sich darauf einzulassen. Ich für meinen Teil muss sagen, dass ich - trotz oder wegen lediglich oberflächlicher Kenntnisse bez. der Band - sehr angetan von dieser Compilation bin. Tatsächlich halte ich die Titelauswahl für sehr geglückt und überlegt. Dass einem nicht jeder Song gleich gut gefällt und es natürlich Geschmackstoleranzen hier und da gibt, steht freilich außer Frage. Bei Kompilationen dieser Art ist es halt ganz einfach nun einmal so, dass man auch einiges an vorhandenem Material weglassen muss. Fans, die ohnehin schon alle Alben der Band besitzen und sich dann über die angeblich schlechte bzw. unglückliche Songauswahl hierauf usw. auslassen verstehe ich insofern nicht, als dass sie diese Ausgabe ja sowieso nicht hätten kaufen müssen. Über die Remasters, die hier in großer Zahl vorzufinden sind, kann ich - im Vergleich mit den Originalaufnahmen - als Nicht-Fan natürlich nichts sagen, allerdings gefällt mir der Sound der Songs generell sehr gut. Ich glaube jedenfalls, dass auch hier tolle Arbeit geleistet wurde.

Da ich jetzt ohnehin schon als Laie in Genesis-Kreisen entlarvt und bloßgestellt bin, möchte ich - frech wie ich bin - noch anmerken, dass mir persönlich die neueren Genesis-Stücke (die ja jetzt auch schon 20 Jährchen und mehr auf dem Buckel haben) mehr zusagen. Und ich kann das natürlich sehr locker und unbeschwert so kundtun, da mir weder ein Mr. Collins noch ein Herr Gabriel in irgendeiner Weise sympathischer oder dergleichen wären. In meinen Augen und Ohren hat der vielleicht etwas "kommerziellere" Einschlag unter Phil C. der Band insgesamt recht gut getan. Stücke wie "I Can't Dance" (das ich nach langer Zeit wieder für mich entdecken durfte und in meinen Ohren im Prinzip ein saucooler Blues im Pop/Rock-Gewande ist), "Jesus Knows Me", "Invisible Touch" oder auch "Abacab" (was für ein fetter Schlagzeug-Sound ist das bitte!?) funktionieren auch heute noch problemlos - und das, obwohl sie eigentlich schon zu Tode genudelt sein müssten, da sie ja nicht gerade selten auf diversen Musikfernsehkanälen bzw. Radiosendern zu hören sind.
Langer Rede kurzer Sinn: Ich finde dieses Gesamtpaket (bei Compilations werden echte Fans immer einen Grund zum Nörgeln finden - ist längst nichts Neues mehr) überaus ansprechend und gelungen. Sowohl die erstaunlich gut harmonierende Songauswahl (und das trotz chronologisch korrekten Vorgehens), als auch das Klangbild der Scheiben sind sehr überzeugend. Und: Auch wenn ich kein Genesis-Verehrer bin, so höre ich doch sehr viel Musik (und sammle auch mit Leidenschaft Tonträger) und kann wenigstens insofern Vergleiche bez. des Sounds anstellen.
Darüber hinaus finde ich das Artwork sehr ansprechend - eine prima Idee, verschiedene Albumfiguren aus ihrem ursprünglichen Kontext zu reißen und gemeinsam auf die Frontseite zu pressen. Auch das Booklet ist toll gestaltet und angelegt. Hier findet man nähere Informationen zur allg. Genesis-Albenchronologie und kann sich in die Materie weiter vertiefen.

Fazit: Für Leute wie mich, die bisher eher unberührt von Genesis geblieben sind (abgesehen davon, was man via Fernsehen und Radio ja sowieso mitbekommt), ist vorliegende 3fach-Disc-Sammlung mit rückwärtsgewandtem Chronologiecharakter ein absoluter Glücksfall. Es macht wirklich Spaß auf diese Weise in spannende, durchwegs leichtbekömmliche Pop-Rock-Klangwelten einzutauchen und ein beachtliches Stückchen Rockmusikgeschichte Revue passieren zu lassen.
Die einzelnen Alben der Band werde ich mir aber trotzdem nicht nachkaufen. Ich denke, hiesiger Auszug ist breit (und wohl auch tiefgehend) genug angelegt, um als Alleinanschaffung im gut gefüllten CD-Regal zuhause Sinn zu machen.
Deshalb glaube ich auch, dass die sogenannte "Platinum Collection" ihren Zweck bestens erfüllt und Musiksammler, die nicht unbedingt eingefleischte Genesis-Fans sind, wunschlos glücklich machen wird.
Beim derzeitigen Preis gibt's da meiner Meinung nach sowieso nicht viel Grund zum Diskutieren.

Also: Zugreifen, einlegen und - am besten häppchenweise - genießen!

Wunderbar, 5 Sterne dafür +++++

Kurzzusammenfassung für Lesemuffel:
Objektiv gesehen (und als Nicht-Fan darf ich das wohl sagen) ist vorliegende Compilation ein ebenso üppiger als auch liebevoller (Zusammenstellung, Klang und optische Aufmachung betreffend) Auszug aus einem beachtlichen Stück Pop/Rock-Musikgeschichte, der Musikinteressierte voll auf ihre Kosten bringen wird.

Da gibt's - individuelle Geschmackstoleranz(en) inbegriffen - wahrlich keinen Grund zum Meckern, liebe Musiksammelnde da draußen!


Seite: 1-10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21-30