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Rezensionen verfasst von
Michael Krautschneider "Filmfan & Musikliebhaber" (Wr. Neustadt, NÖ)

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The Last Waltz
The Last Waltz
Preis: EUR 6,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Prunkvoller Abschied, der heutzutage (leider) viel zu wenig Beachtung findet!, 20. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: The Last Waltz (Audio CD)
THE BAND, die Band nämlich, die u.a. jahrelang einen Bob Dylan auf dessen Touren begleitet hat und mit Alben wie MUSIC FROM BIG PINK oder THE BAND und STAGEFRIGHT auch als eigenständige Formation Bekanntheit und Ruhm erlangte (allerdings vorwiegend innerhalb der USA), gab 1976 ein großes Abschiedsfest, um sich endgültig von der Bühne zu verabschieden.
Das Ganze Spektakel fand in einem riesigen Ballsaal statt und es waren u.a. auch so prominente Musikergäste wie Neil Young, Eric Clapton, Neil Diamond, Muddy Waters, Van Morrison, Ron Wood und His Bobness Himeslf geladen, um THE BAND beim einen oder anderen Song zu unterstützen...

Dieser denkwürdige Abend wurde übrigens auch auf Film gebannt - wobei kein Geringerer als Martin Scorsese sich hierbei daran zu schaffen machte. Interessanterweise scheint der Film auch heute noch einen recht guten Ruf zu besitzen (wenigstens hört man hier und da einmal davon), wohingegen dieser Live-Mitschnitt nahezu in Vergessenheit geraten zu sein scheint (außer bei Fans natürlich). Für mich einfach unverständlich, denn hiesiges Live-Material kann durchwegs begeistern. Der Start mit THEME FROM LAST WALTZ führt stimmig ins Spektakel ein, dann geht's gemächlich-schwungvoll mit einer energetischen Darbietung von UP ON CRIPPLE CREEK weiter (ist ja mein persönlicher Lieblingssong von THE BAND). Auch die darauffolgenden Tracks kommen nach und nach stimmig daher, wobei meines Erachtens die Schnitte sehr geglückt sind. Man hat genug Raum (aber eben auch nicht zu viel) für Zwischenansagen und Beifall gelassen, so dass die Stimmung dieses Abends sehr authentisch und "nahe" rüberkommt.
Darüber hinaus ist THE BAND wohl wirklich eine starke Live-Truppe. Ich kenne da z.B. auch die Bob-Dylan-Live-Aufzeichnung (ebenfalls sehr zu empfehlen) BEFORE THE FLOOD, wo zum einen ein Bob Dylan hervorragend gepuscht und angetrieben wird und zum anderen auch einige andere Stücke (von THE BAND eben) ebenso gefällig zum Besten gegeben werden.
Auch die Spannungsbreite des Albums ist groß: Das melancholische HELPLESS, das unhörbar ein Neil Young darbietet (ist ja auch sein Song) ist ebenso glaubwürdig und "echt" wie Muddy Waters Klassiker MANNISH BOY. Auch die Bob-Dylan-Songs gefallen mir eigentlich ganz gut (I DON'T BELIEVE IN YOU, FOREVER YOUNG, I SHALL BE RELEASED), wenngleich mir da auch die eine oder andere bessere Live-Version bekannt ist (schlecht sind sie aber jedenfalls nicht.)

Kurzum: Warum wird dieses Mini-Monumentalwerk derart totgeschwiegen? Zwar stößt man, blickt man mal in den Katalog des Rolling Stone Magazin, mit den (angeblich) 500 besten Alben aller Zeiten, auf THE BAND; aber nach THE LAST WALTZ sucht man vergebens. Ich muss ehrlich gestehen (bin übrigens über Bob Dylan zu The Band gestoßen, aber so wird's in Europa wohl mehreren Musikliebhabern gegangen sein, schätze ich), dass ich zwar STAGEFRIGHT und THE BAND (also die beiden Studioalben) besitze, diese aber nicht halb so oft aus der Sammlung hervorkrame und auflege wie THE LAST WALTZ. Dieser Live-Mitschnitt stellt für mich in gewisser Hinsicht einfach mehr dar als die Summe seiner Einzelteile (sprich: Songs). Es ist die geladene und gleichzeitig gelassene Abschiedsstimmung, die dieses Gesamtwerk u.a. zu etwas Besonderem macht. Hinzu kommen wie oben erwähnt die tollen Darbietungen der prominenten Gäste, die offensichtlich auch Spaß daran hatten, diesem Spektakel beiwohnen zu dürfen.

Vermutlich werde ich mir demnächst auch den dazugehörigen Konzertfilm auf DVD (oder Bluray) bestellen. Wenn der nur halb so gut ist wie sein Ruf, dann kann eigentlich nichts schief gehen.
So gesehen finde ich es eben schade oder eigentlich fast schon ein wenig skandalös, dass man dieses monumentale Abschiedswerk in reiner Tonträgerform in diversen Best-of-Alben-Rankings, Klassiker-Listen etc. regelmäßig übersieht.

Eins ist ganz klar: An dieser Doppel-CD kommt an als Musikfreund einfach nicht vorbei. Gleichzeitig wohl einer der authentischsten und gelungensten Live-Mitschnitte überhaupt. Aus den 70er-Jahren ist mir offengestanden überhaupt keine Live-Aufnahme bekannt, die diese hier noch toppen könnte... HALT: Dylans BEFORE THE FLOOD (1974) hätt ich da jetzt beinahe sträflich vergessen! Da spielt übrigens auch THE BAND mit... Zufall??

Meine Bewertung: Klare 5 STERNE mit Ausrufezeichen!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 14, 2012 5:35 PM MEST


All This Dancin' Around
All This Dancin' Around
Preis: EUR 12,07

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anwärter auf die SINGLE DES JAHRES! Album des Jahres nur zum Teil., 20. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: All This Dancin' Around (Audio CD)
Das ist sie nun also: Die offizielle Zweitversion ihres eigentlich bereits vorab veröffentlichten Longplayers (angeblich der 3. der Band, wenn's wahr ist) ALL THIS DANCIN' AROUND, der nun also zum Kaufanreiz (für eine breitere Käuferschicht) noch zusätzlich mit der Hitsingle I FOLLOW RIVERS sowie 3 weiteren Bonustracks (darunter 2 sehr gelungene Alternative-Takes) bestückt ist.

Ich bin im Grunde ziemlich unvorbelastet, was Triggerfinger angeht, da auch ich erst jetzt zum ersten Mal mit dieser belgischen Band so richtig in Kontakt getreten bin - und ich bin schon einer, der immer ein offenes Ohr für Neuerscheinungen usf. hat (glaube ich halt).
So ein bisschen (nachdem ich die Band nun über dieses Album ein wenig kennenlernen durfte) sehe ich Triggerfinger in der "Tradition" der belgischen Indie-Rockbands, wie etwa dEUS, die ja mit ihren ersten Alben für Furore gesorgt haben und einen gewissen internationalen Bekanntheitsgrad erlangen konnten. Mittlerweile - so scheint es - sind sie aber wieder ein bisschen in der Versenkung verschwunden... Wie auch immer.

Für mich ist ALL THIS... aus mehrerlei Hinsicht ein gelungenes Rock-Album. Zum einen lässt sich über die Produktion (selbst beim schlechtesten Willen) nichts schlechtes sagen und zum anderen besticht die Platte durchwegs mit großartigen Kompositionen.
Dass Fans der Singleauskopplung I FOLLOW RIVERS sich ein bisschen vor den Kopf gestoßen fühlen kann ich dennoch schon nachvollziehen. Natürlich ist es ein schlauer Schachzug, eine Single, die im (kommeziellen) Radio rauf- und runtergespielt wird, in die Tracklist zu integrieren. Und vergleicht man eben diese Single mit dem Rest der Scheibe, dann ist schon ein recht gewaltiger stilistischer Unterschied feststellbar. Dennoch ist es völlig unangebracht die Alternativ-Indie-Rock-Band Triggerfinger ernsthaft mit Rammstein oder dergleichen vergleichen zu wollen. Immerhin können Rockbands ja auch mal leisere Töne anschlagen - oder nicht? So viel dazu...

Besonders gelungen und hervorhebenswert erscheint mir (neben der - aus meiner Sicht - SINGLE DES JAHRES) auch der Bonusteil mit SOON, LOVE LOST IN LOVE (das auch am Album in anderer Version zu hören ist) sowie einer Alternativversion von I FOLLOW RIVERS. Die Bonustracks haben (für mein Empfinden halt) einen Counrtytouch, der aber sehr, sehr gut zu den jew. Stücken passt und sie - finde ich sogar - noch etwas besser macht als die ursprünglichen Versionen. Einzig I FOLLOW... gefällt mir auf die erste Art irgendwie eine Spur besser...

Fazit: Die Einsternebewerter, die sich darüber empören, dass Triggerfinger nicht wie Jack Johnson oder Milow klingt bitte ich an dieser Stelle um Vegebung, wenn ich das sage; ABER: Diese Rezis bitte nicht ernst nehmen. ALL THIS DANCIN' AROUND ist nämlich alles in allem ein sehr ambitioniertes Werk geworden, das mit Atmsophäre und toller Produktion besticht. Zuletzt ist auch ein Großteil der darauf enthaltenen Songs Klasse (neben der Hit-Single). Freilich: Jede einzelne Komposition hat mich jetzt auch nicht unbedingt vom Hocker gehauen, dennoch überwiegt letztlich in jedem Fall der Positive Nachgeschmack. (Anm.: Den ersten Teil des Albums mag ich sehr, den zweiten finde ich (ohne die Bonustracks) offengestanden etwas schwächer - ist wohl auch wieder nur Geschmackssache).

Meine Bewertung: 4 STERNE für das Gesamtpaket, wobei sich einzelne Songs hierauf (ja, da gehört auch für mich I FOLLOW RIVERS dazu) sowie die Produktion durchaus auch 5 Sterne verdient hätten!

Insgesamt GELUNGEN und für Freunde guter Musik deshalb in jedem Fall zu empfehlen!

P.S. Verglichen mit anderen musikalischen Neuerscheinungen dieses Jahres hat diese Platte durchaus auch Chancen noch den Titel ALBUM DES JAHRES einzuheimsen. Ich sehe derzeit zumindest keine wirklich große Konkurrenz, die diesen inoffiziellen Titel ernsthaft streitig machen könnte... (Aber warten wir mal den Rest des Jahres noch ab!)


Dr. Fu Man Chu Collection [5 DVDs]
Dr. Fu Man Chu Collection [5 DVDs]
DVD ~ Christopher Lee
Wird angeboten von derdvdler
Preis: EUR 18,95

2 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen 60er-Jahre Unterhaltungskrimis mit ureigenem Charme und (groß)teils schwacher Umsetzung!, 19. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dr. Fu Man Chu Collection [5 DVDs] (DVD)
Puuuuuuuuuuuuuh... Gar nicht so leicht nun, nachdem man alle 5 hierin enthaltenen 60er-Jahre-FuManChu-Filme innerhalb eines kurzen Zeitraums gesehen hat, eine halbwegs authentische, glaubwürdige Rezension hierzu zu verfassen.
Dennoch verspüre ich den Drang, meinen Senf dazu abgeben zu müssen.

Denn: Die häufigen Vergleiche zwischen dieser Reihe und den legendären Mabuse-Verfilmungen sind ein wenig irreführend. So wurde auch ich z.B. neugierig auf den chinesischen Superschurken, weil immer wieder Parallelen zu Fritz Langs Kultfigur hergestellt wurden. Sogar die Kaufempfehlung, die ich einst erhalten hatte, bezog sich auf "Die 1000 Augen des Dr. Mabuse", das ich vor längerer Zeit schon via amazon erstanden hatte. Tatsächlich aber ist es schwer, direkte Vgl. zwischen Mabuse und Fu Man Chu anzustellen. Für mich ist Erstgenannter in vielerlei Hinsicht überzeugender...

Es ist in der Tat nicht unkompliziert aus heutiger Sicht ein halbwegs glaubwürdiges Bild über diese (auch kommerziell offenbar nicht wenig erfolgreiche) Thrill-Krimi-Reihe zu konstruieren.
Dr. Fu Man Chu ist ein chinesischer Tyrann, der mit allen unmöglichen Mitteln immer wieder aufs Neue versucht, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Sein größter Widersacher dabei ist Inspektor Nayland Smith von Scotland Yard, der stets darauf bedacht ist dem genialen Verbrechergehirn das Handwerk zu legen.
Die beständigste Konstante ist alle 5 Folgen hindurch tatsächlich Fu Man Chu selbst, der von einem recht steifen, aber auch mehr oder minder tadellosen Christopher Lee verkörpert wird (tolle Makeup-Aufmachung, man nimmt ihm den Chinesen tatsächlich ab). Mit von der Partie ist auch immer dessen durchtriebene Tochter, der es Vergnügen bereitet andere Menschen (vor allem hübsche, junge Frauen) zu quälen.
Die Person des Nayland Smith wird immer wieder von wechselnden Darstellern verkörpert. Im 5. Teil (den ich noch für halbwegs gelungen halte), darf sich sogar ein junger Götz George alias Schimanski in der Rolle eines abgebrühten Dschungelfuchses (ein Freund von Naysmith) als Darsteller versuchen (und er macht seine Sache durchwegs gut.)
Die populärste Besetzung aber hat insgesamt sicher Teil 1 der Reihe zu bieten ("Ich, Dr. Fu Man Chu"): Joachim Fuchsberger, Karin Dor, die vor allem durch die legendären (aber mitunter ebenfalls "seichten") Edgar-Wallace-Verfilmungen zu Ruhm und Bekanntheit gelangt waren.
Vielleicht ist auch das der Grund, warum dieser 1. Teil allgemein als der Beste der ganzen Reihe gesehen wird. Einen anderen könnte ich nämlich offengestanden nicht finden. Die Plots sind sich allesamt sehr ähnlich (von Teil 1 bis 5), atmosphärisch driftet jeder der Einzelfilme - mal kürzer mal länger - in leicht kitschig-seichte Unterhaltungskrimikomödiengefilde ab. Auch Teil 1 bildet hierbei, wie ich finde, (leider) keine Ausnahme.
Ansonsten geht's immer nach demselben Schema: Der totgeglaubte Fu Man Chu macht durch eine große Gräueltat auf sich aufmerksam und bereitet einen neuen, großen Weltherrschaftsplan vor. Dazu lässt er meist einen (oder mehrere) Wissenschaftler entführen, deren Knowhow er für das Erreichen seiner tückischen Ziele unbedingt benötigt. Nachdem die Entführten eine anfängliche Mitarbeit zunächst ablehnen, werden sie durch Erpressung und/oder Folter (meist trifft es ihre hübschen Assistentinnen) gefügig gemacht, notfalls auch durch Hypnose. Schließlich beginnt ein Spiel mit der Zeit, das Nayland Smith am Ende aber natürlich stets für sich entscheiden kann...
Klar: James-Bond-Abenteuer gehen am Ende auch immer (mehr oder weniger) gut aus.
Aber darin alleine liegt meines Erachtens auch noch nicht der Grund, warum ich mich für diese Sammelbox (die übrigens sehr schön und liebevoll gestaltet wurde) nicht so recht erwärmen kann. Vieles an den Filmen wirkt irgendwie zu statisch, zu künstlich. Die Atmosphäre entwickelt sich nie zu der einer bedrückend-düsteren Thrillerwelt, die man sich aber als Zuseher manchmal so sehnlich wünschen würde. Nicht einmal dann, wenn hunderte Arbeiter unschuldig zu Tode kommen oder Passagierschiffe in den Tiefen der Weltmeere verschwinden oder gar ein ganzes Dorf heimtückisch vergiftet wird, verschwindet der farbenfrohe, sich kunterbunt anbiedernde Rosamunde-Pilcher-Style (ist nicht böse gemeint!) völlig von der Bildfläche... Zu schnell wird anschl. wieder gewitzelt (N. Smith und der Pathologe wurden wohl zu einer Art Sherlock H. und dessen Assistent gemacht, was aber nicht gänzlich aufgeht), zu schnell beschäftigen die Hauptprotagonisten neue Fragen, die teils an den Haaren herbeigezogen wirken.
Um nicht gänzlich missverstanden zu werden: Ich kannte all diese Filme im Vorfeld überhaupt nicht, erwartete mir aber aufgrund der häufigen Mabuse-Vergleiche wie gesagt aber dennoch so einiges, auch, wenn mir vollkommen bewusst war, dass ein gewisser 60er-Jahre-Weltaufbruchsstimmungs-Charakter in den Filmen drinnen sein würde. Und: Ich bin vielen anderen "alten" Filmen durchaus wohlgesonnen. Dass Zeit und Technik im ständigen Wandel begriffen sind, ist keine Frage. Aber darum geht's bei meinen Kritiken hierzu ja auch gar nicht...

Was lässt sich Positives zu dieser Sammlung sagen?
1. Wie schon angesprochen ist die Aufmachung der Box sehenswert.
2. Die Extras sind teils interessant und für Interessierte durchwegs aufschlussreich (ein Interview mit Christopher Lee, Texttafeln, Fotos etc.).
3. Der Preis ist mit rund 15 gegenwärtig doch recht tief angesetzt. In Anbetracht dessen, dass man pro DVD je die deutsche Kinoversion sowie das Original (mit dt. Untertiteln) abrufen kann und dass die Menüs authentisch geworden sind, ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis (technisch gesehen wenigstens).
4. Manchmal, aber eben leider nur sehr selten, gelingt es mittels Musik und Großaufnahmen einen Hauch jener mystischen Atmosphäre zu erzeugen, der diesen Filmen so sehr viel besser stehen würde, als die, die sie größtenteils umgibt. Bestes Beispiel hierfür: Der schauerliche Vorspann des 1. Teiles, der eine Hinrichtung zeigt (und man weiß als Zuschauer noch nicht, ob das eine Rückblende, eine Vorwegnahme oder ein gegenwärtiges Geschehen darstellen soll).
5. Die teils (für meinen Geschmack halt) authentische Darstellung (aus Sicht der Oberschicht) der 20er-Jahre in London (jene Zeit, in der die Romanvorlagen ja auch spielen) - mitsamt Oldtimern, Telefonen etc.

Für meinen Geschmack überwiegt aber dennoch das Negative. Mag sein, dass ich mir aufgrund hiesiger Rezensionen auch etwas zu viel erwartet habe. Aber atmosphärisch und auch inhaltlich haben alle 5 Filme bestimmt Luft nach oben, auch verglichen mit gleichaltrigen Leinwandwerken, wie z.B. diverse James-Bond-Filme oder den einen oder anderen Mabuse-Film (obwohl's da in den 60ern auch ein paar schwächere gab).
Am dreistesten finde ich ja den Vorspann des 4. Teiles ("Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu"): Man hat doch tatsächlich ganze Stücke aus Teil 2 herausgeschnitten und wiedereingefügt und mithilfe von (grottenschlechten) Zwischenschnitten auf diese Weise etwas Neues zu konstruieren versucht. Das Schlimme daran ist, dass man das offenbar ernst gemeint hat, da sich keinerlei (beabsichtigte)mögliche zynisch-ironische Andeutungen feststellen lassen. Natürlich gab's damals weder VHS- noch DVD- oder Bluray-Player und es lagen doch immerhin 2 Jahre zwischen Teil 2 und 4. Aber dennoch ist diese geldsparende Vorgehensweise doch sehr verstörend und (mehr noch) aussagekräftig, wie ich meine.
Letztendlich möchte ich aber auch nicht alles schlechtreden. Jedenfalls verstehe ich jetzt, warum diese Filme nicht auch heute noch (im Gegensatz zu Altersgenossen) regelmäßig im Fernsehen ausgestrahlt werden. Sie sind schlicht und einfach nicht mehr zeitgemäß und machen großteils einen sehr müden Eindruck. Der Zahn der Zeit hat dieser 60er-Jahre Fu Man Chu - Auflage jedenfalls in keinerlei Belangen gut getan. Und mir tut das schon auch weh, da meine Erwartungshaltung im Vorfeld doch relativ hoch war... Nun bin ich leider einigermaßen enttäuscht.

Wenn ich abschließend noch meinen persönlichen Favoriten der Reihe preisgeben darf, so würde meine Wahl auf den 3. Teil ("Die Rache des Dr. Fu Man Chu") fallen. Hier ist die Story teils genial gestrickt und verstrickt. Leider ebbt das Ganze aber auch frühzeitig ab, da man (als Zuseher) zu früh zu viel erfährt. Auch den 5. und letzten Teil dieser Reihe könnte man - trotz der einen oder anderen Überlänge - vielleicht noch etwas hervorheben (der verhältnismäßig sehr düster und brutal inszeniert wurde, was aber sehr gut zum Thema passt.).

Abschließend möchte ich noch einem Chr. Lee Respekt zollen, dafür, dass er es - trotz teils grottenschlechter Umsetzung - geschafft hat, ganze 5 Teile hindurch so starr durchzuhalten. Er selbst sagt im Interview (von 2006 oder so, glaub ich) ironischerweise ja auch, dass ein Qualitätsabfall von Teil zu Teil auszumachen war und dass bestimmt nicht alle Fu Man Chu - Filme als Klassiker zu werten seien.
Ich seh das sogar noch ein wenig kritischer: Wahren Klassiker-Status hat für mich kein einziger der hiesigen Filme. Lediglich der zuvor kurz angesprochene 3. Teil ist meines Erachtens als "sehenswert" einzustufen. Ansonsten tun sich für meine Begriffe zu viele unangenehme Wiederholungen und Überlangen auf, die es einem selbst bei gutem Willen schwer machen, durchzuhalten.
Nun denn: Ich habe tapfer durchgehalten und möchte sämtlichen Filmliebhabern, die eben nicht gerade ein Faible für Dr. Fu Man Chu haben, vom Kauf dieser Box abraten! Freilich rechtfertigt der derzeit geringe Kaufpreis den Erwerb dieser Sammlung gewissermaßen und es sind ja auch ein paar positive Punkte nicht außer Acht zu lassen. Dennoch bleibe ich dabei: Eher eine Enttäuschung als eine wahre Genugtuung!

Teils ambitionierte Grundintentionen leider unausgegoren auf Film gebannt. Liebe Leute, da wäre viel mehr möglich gewesen! Schade drum.

Kleine Anmerkung: Es wäre doch toll, wenn sich ein junger (oder auch älterer) Regisseur der heutigen Zeit dazu durchringen könnte, eine Art Mabuse-Fu-Man-Chu-Film zu machen - gegenwartsbezogener freilich! Das wäre doch mal einen Versuch wert!

Fazit: Wahre Fans werden auf diese Box vermutlich nicht verzichten können. Allgemein Filminteressierte jedoch sehr wohl, wie ich meine.
Für mich wäre noch die Hinzunahme der Originalfilme (aus den 30ern, wenn ich mich nicht irre) sehr interessant gewesen. Vielleicht hätte ich dann den ganzen Mythos rund um Dr. Fu Man Chu besser verstanden.
Bei Dr. Mabuse jedenfalls hat's mit diesem Zugang bestens geklappt. Aber der Fritz Lang gilt vermutlich nicht umsonst als einer der größten seines Fachs...

Für mich nicht mehr als 2 STERNE wert (eben auch aufgrund der positiven Punkte, die ich im Mittelteil kurz erwähnt habe)!
Deutlich schwächer als erwartet!!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 30, 2015 8:43 PM CET


Mick Jagger: Rebell und Rockstar
Mick Jagger: Rebell und Rockstar
von Marc Spitz
  Gebundene Ausgabe

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Informative, aber mehr noch spekulative Imagepolitur durch einen Mick-Jagger-Fan namens Marc Spitz!, 19. Juli 2012
Vorweg: Ich, ein bekennender Stones-Fan, der im Vorfeld (wie wohl viele andere auch) bereits Mr. Richards Autobiographie LIFE gelesen hat, kann durchaus guten Gewissens sagen, dass ich weder mit Mick Jagger noch Keith Richards sympathisiere. Zwar würde auch ich (danke für die brilliante Einführung) - müsste ich mich spontan dafür entscheiden - eher mit Keith als mit Mick einen Abend verbringen wollen, um ihn mit Fragen auszuquetschen, dennoch betrachte ich die Stones in erster Linie immer im Gesamtkontext. Und ja: Wenn mir die (utopische) Wahl überhaupt zustände, so würde ich am allerliebsten einen Charlie Watts interviewen und befragen... So gesehen ist mir also weder Keith noch Mick wirklich "näher" (im übertragen gemeinten Sinn freilich). Und somit hat Sympathie o.ä. überhaupt nichts damit zu tun, dass ich diesen Schmöker als schwächer einstufen würde als eben vergleichsweise Keith Autobiographie namens LIFE...

Und darin liegt auch schon der vielzitierte Hund begraben: LIFE ist eben eine Autobiografie, wohingegen vorliegendes Werk aus der Feder eines "Fremdautoren" stammt (ich hoffe, man versteht mich richtig!). Zwar ist - vor allem die Kinder- und Jugendzeit Jaggers betreffend - offensichtlich gut recherchiert worden, dennoch ist mir der gesamte Schmöker (vor allem ab dem vorderen Mittelteil) insgesamt mit zu vielen spekulativen Äußerungen behaftet. Freilich: Es mag mühsam und schwer sein, eine halbwegs interessante und lesefreunldiche Rockstarbio zus schaffen, wenn man den Hauptprotagonisten lediglich zitieren darf und bestenfalls auf 10 Jahre alte Interviews zurückgreifen muss, um Sir Mick Jagger einmal zu Wort kommen lassen zu können. Mir ist schon klar, dass man da die eine oder andere Frage und/oder eben Spekulation miteinbauen muss, um Leser bei der Stange zu halten. Dennoch sind die auffällig häufig verwendeten Antithesen zu Mr. Richards LIFE nach einiger Zeit anödend (obwohl's zunächst einmal prickelnd erscheint sich diesen überhaupt erst zu stellen). Denn: Es ist eben nicht Mick J. höchstpersönlich, der hier Rede und Antwort steht. Und so sehr sich ein Marc Spitz - wohl ein glühender MJ-Verehrer - auch um Authentizität zum einen und (wenigstens geheuchelter) Objektivität zum anderen bemüht - er kann diesen heiklen Drahtseilakt eigentlich nur verlieren...

Kurzum: Die Beleuchtung der Kinder- und Jugendtage ist alles in allem gut gelungen. Insgesamt ist das Buch auch gut und flüssig geschrieben. Dennoch sind speziell die Mick-Keith-Fragen und Theorien über die Person Mick Jagger nur sehr unbefriedigend beantwortet worden; und wenn, dann wirkt alles ziemlich an den Haaren herbeigezogen...

Die Hauptinformationsquelle für vorliegendes Werk dürfte größtenteils wohl tatsächlich LIFE (Anm.: Keith R. Autobiographie) gewesen sein. Denn größtenteils beschäftigt sich Marc Spitz damit, Anspielungen, die darin auf Mick Jagger gemacht wurden, in ein neues Licht zu rücken...

Insgesamt bleibt diese Biographie nicht mehr als eine Art von einem Fan durchfgeführte Imagepolitur. Und ganz ehrlich: Wenn man schon mit nicht handfesten Thesen arbeitet, dann sollte man sich viell. mit interessanteren Dingen befassen, als mit Mick J. Schauspielerkarriere, dessen Techtelmechtel und Beiträge zur Gesallschaftsentwicklung in den letzten 50 Jahren.
Oder um es noch konkreter in Worte zu fassen: Die ständigen Mick-Keith-Vergleiche, das genaue (spekulative) Eingehen auf mögliche Ursachen für das Scheitern sämtlicher Beziehungen sowie das ebenso spekulative Auslegen vom Tun und Nicht-Tun eines M. Jagger in diversen Situationen (z.B. (sinngemäß) Wie wäre Jagger von Fans und Etablishment aufgenommen worden, hätte er auf den Ritterschlag verzichtet?) machen den eingesessenen Stones-Fan eher mürbe denn neugierig. Wenigstens mir selbst ist es teils so ergangen.

Wenn man gemein sein will, könnte man diesbez. Micks Grimasse am Frontcover auch als Gähnen auslegen, das uns so viel verrät wie: Kauft diese öde Biographie nicht, wartet lieber auf die nächste, von mir autorisierte...

Fraglich ist halt, wann und ob es denn überhaupt jemals eine echte Jagger-Autobiographie geben wird. Derzeit sieht es jedenfalls nicht danach aus... Schade natürlich.

Fazit: Marc Spitz ist mit diesem Werk ein ordentlich recherchiertes, gut strukturiertes und durchwegs lesenswertes Beiwerk gelungen, das uns die Welt des Jet-Set und Neuadels teils ein wenig näher führt (dafür kann man allerdings DIE BUNTE ebensogut heranziehen ;)) und das Gesamtbild der Rolling Stones im Allgemeinen ein wenig abrundet.
Letztlich aber überwiegt (leider) der fahle Beigeschmack des bereits Bekannten, für den Fan eher wenig Interessanten Image-Aufbessern-Wollens gegenüber einiger nicht so positiver Bemerkungen Keith' in dessen Biographie (der sich ab und zu aber durchaus auch mal positiv über seinen "Bruder" geäußert hat!).

Ehrlich gesagt weiß ich jetzt nicht wesentlich mehr über Mick Jagger, als zu jenem Zeitpunkt, als ich noch auf Seite 1 des Schmökers war. So gesehen hat diese gut gemeinte Glam-Rock-Biographie ihr Ziel ein wenig verfehlt. Dennoch bereue ich es (trotz ausführlicher Kritik meinerseits) auch nicht wirklich, sie gelesen zu haben. Phasenweise wurden teils interessante Punkte bez. anderer Bands und Musiker angesprochen (z.B. Guns 'n' Roses, The Red Devils u.a.). Auch die Vielfältigkeit der Beleuchtungsversuche des Autors in versch. Fragen sollte man lobend erwähnen.

Gesamtresümee: Gut recherchiert, anschaulich formuliert, mit Herzblut gemacht; aber großteils leider an all dem vorbei, was mich (persönlich) als Stones-Fan näher interessiert hätte. Macht aus meiner Sicht schwache 3 STERNE!

P.S. Ich rechne mal damit, dass uns ein Mick Jagger bestimmt (mindestens) bis zu seinem 80er warten lässt, bis er endlich mit einer Autobiographie rausrückt.

Weitere Anmerkung: Der Untertitel "Rebell & Rockstar" passt letztlich eigentlich gar nicht so schlecht zu diesem Buch. Um den Stones-Frontman & (einfachen) Menschen Jagger geht es hingegen weniger. Fans und Interessierte, die womöglich auch Keith' LIFE gelesen haben, können sich diese Bio ruhig zu Gemüte führen, eine unbedingte Kaufempfehlung möchte ich dafür jedoch nicht aussprechen! Solala...

Oder: Eine mit Liebe gemachte Rockstar-Biographie, die dem Mythos Mick Jagger oberflächlich wohl gerecht wird, für den Fan am Ende aber zu vieles unbeleuchtet und offen lässt!


Bud Spencer: Mein Leben, meine Filme. Die Autobiografie
Bud Spencer: Mein Leben, meine Filme. Die Autobiografie
von Carlo Pedersoli
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gut & authentisch geschrieben, aber am Ende bleiben einige Fragen (für den Fan) offen..., 10. Juli 2012
...deshalb hat es mich umso mehr gefreut, als ich letztens in einer Buchhandlung herumschmökerte und ich auf die unverhoffte (hatte da im Vorfeld nichts drüber gehört) Fortsetzung der Bud-Spencer-Biographie stieß, die im übrigen den Titel "In 80 Jahren um die Welt" trägt und vom ersten Reinschauen her sehr vielversprechend auf mich wirkt (Rezi hierzu folgt dann vermutlich später).

Jetzt aber vorerst einmal zu diesem Buch hier. Es ist sehr "leserlich" geschrieben, wobei Bud Spencer alias Carlo Pedersoli immer wieder - ganz ungezwungen - ein gewisses schriftstellerisches Talent beweist. Vor allem jene Passagen, als er sich ins Zwiegespräch mit seinem jüngeren Ich begibt, offenbaren Herrn Spencers Gespür für Sprache und Wortwitz. Des weiteren wird man das ganze Lesen hindurch - ich hab, glaub ich, drei Leseanläufe genommen und war durch (und ich bin ein sehr "genauer", eher langsamer Leser) - von einem spürbaren Charme begleitet. Mr. Spencer versteht es pointiert und vor allem in Bezug auf sich selbst sehr augenzwinkernd, offen und ehrlich zu erzählen. Man könnte auch sagen, diese Biographie ist alles in allem wie ein nettes, ungezwungenes Gespräch zwischen Erzähler (Bud Spencer) und Leser. Und da immer wieder (für den Fan wenigstens) interessante Punkte zur Sprache kommen, ist man schon gespannt, was einen auf der jew. nächsten Seite erwartet.

Im Hinblick auf nur diesen einen Band, könnte man noch kritisch hinzufügen, dass es am Ende nicht allzu viel Neues ist, was Herr Spencer/Pedersoli hierin verrät. Denn: Dass er in Jugendtagen ein ausgezeichneter Schwimmer war, ist für Interessierte und Fans ebenso wenig neu wie das Zustandekommen seines Künstlernamens. Auch die Tatsache, dass Spencer verhältnismäßig spät zur Schauspielerei gekommen ist und - im Gegensatz zu Mario Girotti alias Trence Hill - nie eine professionelle Ausbildung in diese Richtung genoss ist kein Novum (und dazu steht Herr Spencer auch, er spricht es mehrmals im Laufe des Buches an und bezeichnet sich selbst immer wieder als "Charakterdarsteller"). Lediglich das eine oder andere Detail von Kollegen an versch. Filmsets wird oberflächlich preisgegeben, auch das eine oder andere Dankeswort ist mit dabei. Dass Spencer sich u.a. auch als Erfinder (mit einigen angemeldeten Patenten) und Sänger versucht hat (und immer noch versucht) ist mir eigentlich auch nicht neu gewesen - aber das gehört zu einer ordentlichen Biographie wohl doch auch irgendwie dazu...
Interessant hingegen ist (für mich halt), dass ein Bud Spencer - für meine bescheidenen Begriffe - sehr genau über das Filmgeschäft Bescheid weiß, auch hinsichtlich filmgeschichtlicher Details, die z.B. dann zur Sprache kommen, als Herr Spencer über italienische Filmregisseure berichtet, die seines Erachtens erheblichen Anteil am Aufstieg der vielberüchtigten "Spaghettiwestern" und der darauffolgenden "Hau-Drauf-Filme" hatten, heute jedoch nahezu unbekannt sind - weil sie (ungerechtfertigter Weise) nicht denselben kommerziellen Erfolg wie berühmtere Kollegen einheimsen konnten...

Fazit: Diese Autobiographie ist für jeden Fan und jeden, der Spencer&Hill-Filme liebt eigentlich ein Muss. Wie gesagt ist das Ganze sehr ansprechend geschrieben und mühelos seitenweise lesbar, ohne dass sich gähnende Langeweile einstellt. Auch ein gewisses schriftstellerisches Talent (des Schreibers) kommt hierbei immer wieder zum Vorschein.
Dennoch hätte ich mir als Fan noch das eine oder andere Detail mehr gewünscht, vor allem natürlich was seine Beziehung zu seinem jahrelangen Filmpartner Terence Hill betrifft bzw. lustige oder erwähnenswerte Geschichten, die er mit ihm gemeinsam bei so manchem Dreh erlebt hat...
Nun hoffe ich halt darauf, dass in zuvor besagtem zweiten Teil (Anm.: "In 80 Jahren um die Welt") davon mehr zu erfahren sein wird.

Für diesen ersten Teil seiner Biographie vergebe ich erst einmal 4 STERNE an den AUTOR Bud Spencer!

LESENSWERT und kurzweilig!


Life
Life
von Keith Richards
  Gebundene Ausgabe

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Authentisches Dokument des Rock&Roll. This is the Life. Believe it or not..., 10. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Life (Gebundene Ausgabe)
...I haven't forgotten any of it. So lautet der Eintrag auf der vorderen Umschlaginnenseite dieser heiß ersehnten und viel diskutierten Rock-Biographie.

LIFE ist alles in allem sehr umfangreich geworden. Kritiker meinen, weniger Seiten hätten es auch getan, während leidenschaftliche Keith-Anhänger sich noch mehr Details gewünscht hätten...
Ich selbst - übrigens ein großer Stones-Fan - habe Licht und Schatten innerhalb dieses Werkes gefunden und bin letztlich damit zufrieden. Klar: Über das Zustandekommen einzelner Steine-Alben etc. hätte auch ich gerne noch viel mehr gewusst (vor allem eben aus der Sicht eines Bandmitgliedes). Was hingegen seine zweifelhafte "Drogenkarriere" betrifft, so könnte ich gut und gerne auf sämtliche Schilderungen (und Widerlegungen von Gerüchten) verzichten. Aber gut: So etwas gehört zu einer mehr oder weniger "vollständigen" Biographie wohl halt auch dazu. Und wenn so ein (äußerlich-oberflächlich betrachtet) liebenswürdiger, zerknautschter Rock-Hero wie Mr. Richards über sich und seine Mitmenschen erzählt, dann sei es ihm (und gerade und NUR ihm) denn bitteschön auch gestattet hiervon zu berichten...
Auf die einzelnen Kapitel möchte ich jetzt eigentlich nicht genauer eingehen. Im Prinzip ist alles Wesentliche hierzu schon gesagt worden. Zudem kann man bei Interesse ja selbst nachlesen (der Preis erscheint mir sehr fair).

Dennoch möchte ich der Vollständigkeit halber noch einmal ein bisschen aus persönlich-subjektiver Sicht auf LIFE eingehen:
Mr. Richards berichtet zunächst (logischer Weise) von Kindertagen. Er erzählt von bescheidenen Verhältnissen (Armut wäre viell. übertrieben), von anderen Jungs, die ihm in Kindertagen auflauerten, um ihn zu verprügeln. Schließlich geht Keith zur Schule, schließlich hat er genug davon. Dazwischen berichtet der Schreiber von einem Chor, in dem er gesungen hat, von einem faszinierenden London, das vor über 50 Jahren noch ganz anders war und ausgesehen hat als heute.
Dann endlich kommt er (aber auch schon in Kindertagen) mit dem Rock & Roll und dem Blues in Berührung. Er würdigt sämtliche Musiker und Idole (u.a. Howlin' Wolf, Chuck Berry etc.) und deren faszinierenden Sound(s). So ein bisschen spricht Herr Richards sogar über seine Gitarrenabstimmung und wie er sie zu spielen pflegt (ist vermutlich für Gitarristen sehr interessant).
Aber alles der Reihe nach: Er trifft Mick, befreundet sich mit ihm. Sie stehen auf dieselbe Musik. Und ab hier wird Mick Jagger immer wieder auch kritisiert. Man kann recht deutlich herauslesen, dass Keith irgendwann so ein bisschen der Draht zum Steine-Frontman abhanden gekommen ist. Ich selbst glaube ja, dass das vor allem mit Keith Drogensucht zusammenhängt, die gegen Ende der 70er beinahe der ganzen Band zum Verhängnis geworden wäre.
Jedenfalls kommt (für mich halt) recht klar heraus, dass Mick in früheren Tagen ein sehr offenherziger Mensch gewesen sein muss (Keith gegenüber zumindest) und er erst nach und nach immer distanzierter und "kühler" wurde... Vielleicht auch ganz einfach eine Sache des Älterwerdens, würde ich jetzt mal meinen...
Aber nun zu sagen, ein Keith Richards wäre nicht erwachsen geworden, wäre falsch. Im Gegenteil: Durch seine Direktheit in Ausdruck und Sprache und mithilfe seines analytischen Gespürs hat Mr. Richards hier ein Lebenswerk geschaffen, das durchaus als authentisches Zeitdokument einer wichtigen Dekade der Rockgeschichte im Langzeitgedächtnis der Mitwelt haften bleiben dürfte.
Natürlich kommt in weiterer Folge auch die Geschichte der Rolling Stones (no na) ausführlich zur Sprache. Dabei wird offensichtlich, dass Keith offenbar eine Menge mit Saxophonist Bobby Keys (gleicher Geburtstag) verbindet. Auch andere Musiker, Einflüsse etc. kommen immer wieder zur Sprache und werden lobend oder weniger lobend erwähnt...
Ein bisschen schade finde ich persönlich, dass Keith nicht noch ein bisschen mehr über sein Verhältnis zu Charlie Watts erzählt hat. Aus dem 2002/03 erschienenen Schmöker ("According to The RS"), wo ja die 4 Steine in Kurzinterviewform die Geschichte der RS in eigenen Worten nacherzählen (im übrigen ein Musthave für jeden Fan!!), geht nämlich mehrere Male hervor, dass die beiden (zumindest) tiefer Respekt verbindet - man könnte auch schon fast von Freundschaft sprechen.
In LIFE jedoch kommt Mr. Watts - für meinen Geschmack - sehr kurz. Vielleicht ist das aber auch eine Art des Respektzollens gegenüber der Privatsphäre jenes Mannes - wie auch immer. Für meinen Geschmack hätt's diesbezüglich ruhig noch etwas mehr und etwas ausführlicher sein können. (Dann wart' ich halt auf die Charlie-Watts-Bio. Ist eh der Einzige, der noch nicht seinen Senf abgegeben hat - warten wir's ab...).
Am Ende geht es natürlich um gegenwärtige Projekte und Ideen, wie etwa die "Wingless Angels" und deren Musik. Auch diverse Geschichten aus Familie Richards kommen natürlich zur Sprache. Erstaunlich dabei ist, auf welche Details sich der Riffmaster dabei teils noch erinnern kann (und man nimmt sie ihm durchwegs ab, weil eben authentisch geschildert).
Von seinen Kindern gibt Keith verständlicher Weise nicht allzu viel preis, außer (freilich), dass er sehr stolz auf sie ist. Bemerkenswert finde ich in gewisser Hinsicht auch, dass Mr. Richards offenbar nie ein allzu großer Frauenheld war. Er hat es jedenfalls nicht nötig, dies an die große Glocke zu hängen und damit herumzuprahlen - vielleicht aber auch deshalb, weil er mit seinem jetzigen Umfeld nicht in Streit geraten möchte. However.
Letztendlich muss/kann ich im Großen und Ganzen Lob über dieses Mini-Monumentalwerk der Rockgeschichte schütten. Mr. Richards Sprache ist tatsächlich so ein bisschen wie seine Riffs: teils rauh, teils schmeichelnd, teils schlampig, teils "tight" - aber alles in allem fügt sich eben alles zu einem glaubwürdigen Ganzen zusammen.
Und ja, meine Damen und Herren, genau aus diesem Grund ist LIFE meines Erachtens eine gelungene Biographie, die auch nicht so eingefleischte Stones-Fans (wie mich) interessieren könnte...

Ich jedenfalls habe das Buch relativ schnell gelesen. Aktuell befasse ich mich ja mit der Mick-Jagger-Biographie, die ich (bis jetzt zumindest) ebenfalls für sehr informativ und besitzenswert halte...

LIFE = die Geschichte eines Rockveteranen, der Rock&Roll gelebt und mehr noch ÜBERlebt hat. Dies ist die erählte Form einer Lebensphilosophie, die man beim Lesen sofort spüren und erahnen kann. Keith zerknautschtes Gesicht hat selten würdiger ausgesehen (außer im Rampenlicht vielleicht) als am Buchrückenumschlag seiner Biographie - wenn man alles gelesen hat!

Meine Bewertung: LIFE könnte für meinen Geschmack noch eine Spur ausführlicher sein, vor allem was die Beziehung (auch aktuell) zu Bandkollegen betrifft. Ansonsten sind inhaltlich keinerlei Mängel feststellbar. Eine durchgehend authentisch verfasste Biographie, chronologisch korrekt, und dabei immer wieder mit interessanten Details ausgeschmückt.
Sprachlich ist es so, wie man es sich wahrscheinlich erwarten durfte - direkt, offen und immer kommt zum rechten Zeitpunkt ein augenzwinkender Kommentar daher, der die Erzählungen des Keith R. authentisch abrundet. Grammatikalisch gesehen ist es aber in jedem Fall schlüssig und zusammenhängend, sodass der Lesefreude diesbezüglich kein Abbruch getan wird.

GELUNGEN und deshalb auch EMPFEHLENSWERT!!

P.S. LIFE sollte aus oben genannten Gründen auf jeden Fall in jeder ordentlich geführten Rockbibliothek stehen. Mit Bob Dylans "Chronicles Vol. 1" (wann kommt da endlich eine Fortsetzung?) kann dieser Schmöker vergleichsweise jedoch nicht wirklich mithalten. Aber wie (und warum) sollte man denn auch Keith Richards und Bob Dylan an dieser Stelle ernsthaft miteinander vergleichen?? Es passt so, wie es ist - und damit (endlich) Punkt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 14, 2012 4:25 PM MEST


Columbo - Die komplette 6. & 7. Staffel [3 DVDs]
Columbo - Die komplette 6. & 7. Staffel [3 DVDs]
DVD ~ Peter Falk
Wird angeboten von filmrolle
Preis: EUR 17,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Große (vorläufige) Finalstaffel!, 4. Juli 2012
Das ist sie nun also: Die vorerst letzte Staffel - oder genauer gesagt die vorerst letzten beiden Staffeln -, bevor der kultigste, zerknautschteste und pfiffigste aller Fernsehdetektive seinen ewig zerknitterten Trenchcoat für lange Zeit (für immer war's ja Gott sei Dank nicht) an den vielzitierten Nagel hängen sollte.
Wahrscheinlich ist es müßig im Nachhinein nach Gründen zu suchen, ob es gerechtfertigt und/oder sinnvoll war, COLUMBO vorläufig zu einem Ende zu bringen. Vermutlich hatte man ganz einfach das Gefühl, dass es an der Zeit war, neue Formate im TV auszuprobieren. Wie schon ein Vorrezensent bemerkt hat, waren Ende der Siebziger gerade Soaps auf dem Vormarsch ins alltägliche Unterhaltungsprogramm. Hinzu kommt wohl noch, dass die guten Drehbücher offenbar wirklich allmählich rar wurden. Man merkt der einen oder anderen Folge durchaus an, dass sie nicht geradezu vor neuen Einfällen strotzt. Manchmal hatte ich beim Schauen der Folgen der 5., 6. und 7. Staffel unweigerlich auch so ein bisschen das Gefühl, dass alte Ideen oftmals nur neu variiert wurden - was z.B. Motive, die Überführung des Täters etc. betrifft.
Soll heißen: Auch, wenn es damals eine Schar an Columbo-Anhängern schmerzte, so war es vermutlich letztlich doch eine vernünftige Entscheidung, einen vorläufigen Schlussstrich zu ziehen. (Soll aber nicht bedeuten, dass ich die neueren Folgen nicht auch schätzen würde...).

Jedenfalls ist mit dieser Staffel ein würdiger, ja fast bombastischer Schlusspunkt gesetzt worden. Zwar sind speziell die ersten Folgen hierauf (also jene der 6. Staffel, da gab's ja angeblich nur 3 an der Zahl) nicht gänzlich überzeugend - gemessen an den Höhepunkten der bisherigen Columbo-Folgen freilich! Leider waren ja auch in der direkten Vorgänger-Sammelbox schon einige schwächere Einzelepisoden auszumachen...
Trotzdem muss man vorliegendem Gesamtpaket zugute halten, dass im Grunde keine Ausfälle bzw. schwache Folgen beinhaltet sind. Lediglich die eine oder andere durchschnittliche Einzelepisode ist mit dabei. Und in Anbetracht dessen, dass hier einige phantastische Folgen (und das in Folge) zu sehen sind, sind diese locker verschmerzbar, wie ich meine...
Nun aber zu den Folgen im Einzelnen...

Bewertungsschema: + mies ++ naja +++ passabel ++++ gelungen/Kultfolge 2. Grades +++++ grandios/Kultfolge 1. Grades
(!) sollen anzeigen, dass es sich bei der jew. Episode um eine der besten ihrer Art handelt.

- DVD 1 -

MORD IM BISTRO
William Shatner (Cpt. Kirk) ist Columbos gerissener Widersacher in diesem Streifen. Er verkörpert einen berühmten Fernsehdetektiven, der auch im wahren Leben viel kriminalistisches Feingefühl beweist. Dennoch findet er in Columbo am Ende freilich seinen Meister...
Eine Folge, die - wie ich finde - in erster Linie vom sehr guten William Shatner zehren kann. Atmosphärisch hat diese Episode für meinen Geschmack jedenfalls noch etwas Luft nach oben. Die Alibibeschaffungstaktik vom gerissenen (aber auch stellenweise sensiblen Mörder) ist - dank technischer Hilfsmittel (er bedient sich eines Videorekorders) - etwas ganz Neues. Die Story liegt alles in allem im durchscnittlichen Bereich. Nicht schlecht, aber meines Erachtens auch kein Glanzpunkt.
Meine Bewertung: +++/++++

BEI EINBRUCH MORD
Um die Versicherung übers Ohr zu hauen und ihr finanziell angeschlagendes Antiquitätenmusem vor dem Ruin zu retten, lässt die Besitzerin einen Einbruch vortäuschen, bei dem es willkürlich zu einer minutiös geplanten Schießerei kommt. So braucht sich besagte Dame weder selbst die Hände schmutzig zu machen, noch muss sie sich den Kopf wegen eines Alibis zerbrechen. Aber da hat sie die Rechnung ohne Columbo gemacht...
Ich finde es ja interessant, dass diese Episode bei vielen Fans nicht so gut wegkommt. Und tatsächlich tun sich auch für meinen Geschmack immer wieder einige Langatmigkeiten auf. Dennoch finde ich den Plan der Mörderin und das Umfeld des Geschehens insgesamt überzeugend. Woher die zuvor kurz angesprochenen Langatmigkeiten rühren, vemag ich gar nicht zu beantworten. Irgendwie ist der Plot möglicherweise ungünstig zusammengeschnitten worden - ich weiß es ehrlich nicht...
Jedenfalls für mich keine schlechte Folge, nicht schwächer jedenfalls als der direkte Vorgänger...
Meine Bewertung: +++/++++

TODESSYMPHONIE
Ein Mord im Kreise einer Intellektuellenvereinigung, was bedeutet, dass des der Kultinspektor diesmal mit einem sehr gerissenen Mörder zu tun bekommt. Aber IQ schützt nicht zwangsläufig vor Fehlern...
Atmosphärisch ist diese Episode sehr dunkel, düster angehaucht. Lediglich ein Parkspaziergang (dazwischen) lockert die noir-Atmosphäre etwas auf. Generell eine sehr gut inszenierte Folge, sehr gut besetzt (wie aber immer eigentlich). Lediglich die Planung und Durchführung des Mordes selbst erscheint so komplex und teils auch unnachvollziehbar, dass es am Ende ein wenig an Glaubwürdigkeit mangelt. Ebenso wenig authentisch ist dann auch die Überführung des Täters. Licht und Schatten, wobei für mich letztlich der positive Gesamteindruck dennoch klar überwiegt (ich mag diese dunkle Atmosphäre irgendwie)...
Meine Bewertung: +++/++++

- DVD 2 -

ALTER SCHÜTZT VOR MORDEN NICHT (!)
Mrs. Mitchell, eine sehr erfolgreiche Krimiautorin, lässt den ehemaligen Liebhaber ihrer Nichte, die unter nicht geklärten Ursachen verstorben war, im verschlossenen Geldschrank elend zu Grunde gehen. So liebenswürdig und unbeholfen diese Dame auf den ersten Blick wirkt, so raffiniert und skrupellos ist sie dann auch...
Für mich - aber offenbar auch für viele andere Fans - eine absolute Kultfolge. Hier passt von der genial gespielten Mörderinnenrolle (angeblich die älteste Darstellerin, die jemals diese Rolle in einem Columbo-Streifen bekleiden durfte) bishin zum Mord und der Aufklärung des Falles alles zusammen. Sehr gut interagieren auch Columbo und die Mörderin. Hier treffen zwei Charaktere aufeinander, die einander nicht besser ergänzen könnten! TOP.
Meine Bewertung: +++++

MORD A LA CARTE (!)
Ein Gourmetkritiker bringt einen Restaurantbesitzer um. Motiv: Erpressung. Von Anfang an ist klar, dass der Mörder und Columbo einander nicht riechen können. Selten haben der Inspektor und ein Widersacher sich eine ganze Folge hindurch so klar und direkt die kalte Schulter gezeigt. Der Mörder stellt das, nachdem er überführt wurde, auch klar, als er sagt: "Ich konnte Sie von Anfang an nicht leiden..." und Columbo erwidert "Ich Sie offengestanden auch nicht". Dennoch gesteht der Täter Columbo am Ende sogar ganz passable Fähigkeiten als Koch zu und bedauert, dass er seine berufliche Laufbahn nicht dahingehend verfolgt hätte...
Insgesamt eine ganz großartige Folge. Columbo, der Italiener, der in einer italienische Restaurantküche herumwuselt und ermittelt. Das passt wie die Faust aufs Auge! Dazu kommt noch die Hassliebe zw. Mörder und Inspektor, die aufgrund der schauspielerischen Leistungen sehr authentisch rüberkommt. Die Art des Mordens ist auch einfallsreich, wenngleich ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen kann, dass dies technisch tatsächlich so umsetzbar wäre... aber gut.
Alles in allem eine starke Folge mit hohem Kultfaktor!
Meine Bewertung: ++++/+++++

MORD PER TELEFON (!)
Ein Starpsychologe trainiert seine Kampfhunde so, dass sie für ihn den "perfekten" Mord begehen. Das Opfer ist sein bester Freund und Assistent. Der Plan scheint aufzugehen, doch da kommt Columbo und sein untrübliches Gespür...
Eine wahrlich raffinierte Folge, mit dem vielleicht ungewöhnlichsten (oder einem der ungewöhnlichsten) Mord(e) in der gesamten Columbo-Chronologie. Tierische Instinkte werden zur tödlichen Waffe und ein Filmklassiker (nämlich "Citizen Kane") bekommt seinen würdigen Tribut ("Rosebud"). Viele stimmige Zusammenhänge machen diese Episode zu einem absoluten Klassiker!
Columbo weiß (wie so oft) von Beginn weg, dass er dem Mörder gegenübersteht. Dennoch erweist es sich dieses Mal als besonders schwierig, den Täter dingfest zu machen. Aber Columbo können selbst beiläufige Psychospielchen nicht aus dem Konzept bringen - im Gegenteil. Er macht sie sich selbst zunutze und schlägt mit denselben Mitteln zurück. Die dritte Kultfolge (dieser Box) am Stück!
Meine Bewertung: +++++

- DVD 3 -

MORD IN EIGENER REGIE
Durch seine Beförderung erhofft sich die Geliebte eines TV-Managers Chancen auf den eben frei gewordenen Posten. Als sie jedoch bitter enttäuscht wird, fasst sie einen tückischen Plan...
Generell ist alles stimmig inszeniert und auch die Rollen sind durchwegs gut gespielt. Allerdings hatte ich gerade bei dieser Episode sehr stark das Gefühl, stets an etwas bereits Dagewesenes erinnert zu werden. Zum einen ist da das Genre: Filmset und Kino. Zum anderen ist es das Ellbogentaktieren gekränkter Karrierefüchse. Außerdem kommt mir die Vorgehensweise der Mörderin (obwohl sie gut gespielt wird) nicht gerade originell vor.
Also: Eine gelungene Folge, die letztlich aber einen schalen Nachgeschmack hinterlässt. Erinnert mich irgendwie an ein Medley aus vielen anderen Folgen. Dass diese Episode rund 90 Minuten dauert schadet ihr (im Gegensatz zu so manchem Vorgänger - siehe z.B. Staffel 5) nicht. Ich konnte jedenfalls keine nervigen Überlängen feststellen.
Meine Bewertung: +++

WAFFEN DES BÖSEN (!)
In dieser 90minütigen Folge hat es Columbo mit einem irischen Poeten zu tun, der sich zwar offiziell für den Frieden zwischen GB und Irland einsetzt, insgeheim jedoch mit Spendengeldern die IRA unterstützt.
Endlich: Hier wurde erstmals gekonnt und restlos übezeugend ein trivial-politisches Thema im Rahmen einer Columbo-Episode verarbeitet! Im Gegensatz zu so manch vorher missglückten Versuchen (ich erinnere da z.B. an TOD AM STRAND oder MORD IN DER BOTSCHAFT, beide in Staffel 5 zu sehen) geht hier alles wunderbar auf. Im Vordergrund steht natürlich der Versuch des Täters sein Verbrechen zu leugnen auf der einen Seite und auf der anderen, die Mühen Columbos die Tat nachzuweisen - während es im Hintergrund um eine größere Waffenlieferung nach Belfast geht, um den blutigen Konflikt der beiden Länder (GB und Irland sind hier natürlich gemeint) weiter voranzutreiben...
Der Mörder wird hierbei fabelhaft gespielt. Ebenso sind seine Beweggründe, sein wahrer Charakter und sein Charme durch und durch authentisch dargebracht. Peter Falk brauchte hierbei "nur" mehr seine souveräne Rolle runterspielen - Mörder und Inspektor passen hier perfekt zusammen. Es kommt sogar zu einem kleinen Trinkgelage der beiden. Am Ende (aber wie könnte es bei einem irischstämmigen Täter anders sein) wird der Mörder ausgerechnet durch seine Trinkgewohnheiten überführt...
Eine ganz ausgezeichnete Folge und zugleich ein mehr als würdiger (vorläufiger) Schlusspunkt!
Meine Bewertung: +++++

Fazit (zur Box): Wenn das mit der eigenwilligen Staffelaufteilung stimmt, dann würde ich meinen, dass die kurze 6. Staffel die bislang durchschnittlichste ist, weil sie eben keine wahre Kultfolge beinhaltet. Staffel 7 hingegen macht das locker wieder wett. Hier folgt ja geradezu ein Highlight dem nächsten!
Schade natürlich, dass man danach Schluss machte und erst ein Jahrzehnt später wieder Bemühungen machte, Peter Falk zu einem Comeback zu überreden!
Wie auch all ihre Vorgängerboxen ist auch diese hier ein absolutes MUSTHAVE für Columbo-Freunde. 4 von insgesamt 8 Einzelepisoden mit absolutem Kultfaktor sprechen dabei wohl für sich! Hinzu kommt noch, dass kein einziger Totalausfall auszumachen war, schlechtestenfalls die eine oder andere durchschnittliche Episode! Und endlich, endlich ist mit WAFFEN DES BÖSEN auch eine Querverbindung zu größeren globalpolitischen Ereignissen geglückt - welch grandioser Abschluss!

Nun freue ich mich schon aufs Schauen der Achtzigerjahrefolgen (Staffel 8) und auf die letzten beiden Sammlungen (da kenne ich im Vorfeld vieles auch noch nicht wirklich - bin schon sehr gespannt!). Ein Ehrenplatz in meinem DVD-Regal ist ihnen bereits sicher!

PFLICHTKAUF!!


Helge Live
Helge Live
Wird angeboten von thomas-ruecker
Preis: EUR 14,89

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflaumenbaum across the sea..., 4. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Helge Live (Audio CD)
...ist nur ein Grund, warum man sich diese Liveaufzeichnung unter gar keinen Umständen entgehen lassen sollte. Helge Schneider, Meister vieler Musikinstrumente (in diesem Programm stellt er das am Klavier unter Beweis) und Meister einer fast nicht zu definierenden grotesken Erzählsituationskomik, wie nur er selbst imstande ist, sie auszuüben, ist in (einmal mehr) Topform!

Zudem mag ich "Helge Live" vor allem deshalb auch so gern, weil es sich dabei um einen durchgehenden Livemitschnitt handelt. Freilich wurde auch hier zwischendurch geschnitten, aber es sind diesmal keine Studiotakes dazwischengesetzt worden - und das tut der Gesmathöratmosphäre der Scheibe spürbar gut, wie ich meine.

Helge ist also live in Berlin, deshalb hat er sich für die Bookletfotografien auch am Wiener Stephansplatz (Dom, Fiaker, unter Leuten) mehrmals ablichten lassen und stolz "Helge beim Berliner Stefansdom" oder "...unter Berliner Bürgern" drübergekritzelt. Ein typischer Helge-Schneider-Schmäh (um beim Wienerischen zu bleiben), der vielleicht so ein bisschen Einblick gibt, in die Welt des helgetypischen Humors (obwohl's sowas wie "typisch" im Falle eines Helge Schneider ja eigentlich gar nicht gibt).

Im Gegensatz zu älteren Tonträgern, die ebenfalls Live-Material enthalten, sind es hier (für meinen Geschmack halt) in erster Linie eher die Songs, die mich begeistern, als die Erzählungen.
Highlights diesbezüglich wären meines Erachtens "Kocks Rhythmus" (eine aberwitzige und groovende Rock 'n Roll Nummer), das in meiner Rezi-Überschrift kurz zitierte "Pflaumenbaum" (das von einer textlichen Pointe in die nächste mündet - eine Erzählung mit Klavierbegleitung quasi) sowie das genial vorgetragene und ebenso grandios durchdachte "Mondscheinsonaten-Medley", mit dem Helge auf spielerischem Höchstniveau gewiss einem Ludwig van Beethoven Tribut zollt, indem er Auszüge mehrerer Beethoven-Stücke fließend aneinandergereiht vorspielt. (Auch die direkt zuvor dargebrachte Erzählung über Beethoven (heißt auch so wie der Komponist selbst) ist nicht von schlechten Eltern.) Dass zwischendurch u.a. kurz "Smoke On The Water" oder (am Ende) der "Flohwalzer" angespielt werden, sorgt zusätzlich noch für erfrischende Lacher. Ein Helge Schneider braucht also gar nicht viel zu erzählen, wenn er sein Publikum zum Lachen bringen möchte. Es geht auch anders...

Obwohl mir einzelne Passagen auf anderen CDs mitunter sogar besser gefallen haben (vor allem "New York, I'm Coming" und "Guten Tach!" finde ich ja großartig und möchte ich an dieser Stelle auch gleich herzlichst weiterempfehlen), ist auch "Helge Live" (von 1998) ein Tonträger, an dem man nicht vrobeikommen kann, so würde ich sagen.
Zum einen ist es - wie schon angesprochen - ein durchgehender Live-Tonträger, zum anderen offenbart er Herrn Schneiders Genie auf dem Klavier.

Fazit: KAUFEN, GENIESSEN, LACHEN, ERFREUEN (in beliebiger Reihenfolge freilich)!!


Guten Tach!
Guten Tach!
Wird angeboten von thomas-ruecker
Preis: EUR 29,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sind wir nicht Gene - oder vielleicht gar Genetiker?..., 4. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Guten Tach! (Audio CD)
...solchen und solch ähnlicher philosophisch schwerwiegender Fragen stellt sich ein Helge Schneider, während er durch sein Programm "Guten Tach" führt.
Dabei handelt es sich insgesamt nicht um einen Gesamt-Live-Mitschnitt, da hier und da die eine oder andere Studioaufnahme Platz auf diesem Tonträger gefunden hat, wie etwa "Ladiadiho", "I Am The House Of New Orleans" oder "Take Five", bei dem Herr Schneider den berühmten Saxophonpart stimmlich so perfekt imitiert, dass einem warm ums Herz wird. Aber - es wäre nicht Helge, würde er zwischendurch (also wenn's zu "perfekt" wäre) nicht loslachen... Auch Peter Thoms Schlagzeugpart ist vom Feinsten, aber musikalisch kann man Helge & Band bis heute sowieso nichts vorwerfen.

"Guten Tach" ist ein sehr abwechslungsreicher Silberling, der von Schlagermusik (teils sicher auch parodiert) bis Jazz, bishin zu seinen unnachamlichen Erzählungen reicht.
Höhepunkte gibt es dabei viele vorzufinden. Meine persönlichen wären da u.a. die Erzählung "Der Viereckige Hai", die sicher nicht zufällig auch Platz auf Helges Best-of, namens "29 sehr, sehr gute Erzählungen" gefunden hat. Dann wäre da noch die Erzählung "Pubertät", in der Helge erklärt, wie Pubertierenden Motorradausflüge und "Latten" am besten vergellt werden und welche zahlreichen Formen von Akne es gibt (Akne Funghi, Akne Tonno... bishin zur schlimmsten aller Formen, der Aktentaschen-Akne).

Die zuvor kurz angesprochenen musikalischen Beiträge halte ich mitunter für die besten eines Helge Schneider, die je auf wiederabspielbares Format gebannt wurden. Die teils gecoverten, aber dennoch merklich eigeninterpretierten Versionen (der Text ist sowieso jew. immer ein anderer) von eben "The House Of Rising Sun" oder "Take Five" oder auch "What A Wonderful World" (hier heißt es "Wundervolle Welt" und Helge singt von einem 200.000 Hektar-Grundstück und davon, wie Schlagzeuger Peter Thoms uneingeladen draußen warten muss, weil er es angeblich nur auf Helges Äpfel abgesehen hat) sind allesamt Highlights in Helges Songchronologie, würde ich meinen.
Weiters erwähnenswert erscheint mir noch das großartig dargebrachte "Texas", das schon (wie aber vieles andere hierauf auch) beim ersten Mal Hinhören begeistert!

Wichtige Empfehlung: Lesen Sie sich unbedingt das Booklet durch, am besten noch, bevor Sie "Guten Tach" zum ersten Mal auflegen. Ich habe genau das getan und dabei Tränen gelacht. Es ist, als ob Herr Schneider leibhaftig neben einem stünde und einem Aufgeschriebenes genauso wie's dasteht auf seine unvergleichliche Art näherbrächte.

Kurzum: Ich bin schwer beeindruckt und begeistert. Aufgrund der zahlreichen Höhepunkte zählt "Guten Tach" bestimmt zu einem der stärksten Veröffentlichungen im Helg'schen Comedyuniversum. Ich würde diese Scheibe deshalb auch Leuten, die gerne einen Tonträger erwerben möchten, sich aber womöglich nicht entscheiden können, raten, sich diesen hier umgehend zuzulegen!

Fazit: Ich finde Helge Schneider ja heute noch ebenso lustig wie früher (kann dabei aber lediglich aus heutiger Sicht sprechen, da mich Helge früher offengestanden nicht so sehr interessiert hat), aber "Guten Tach" ist wohl auch für nicht eingesessene Fans eine lohnende Investition.

Weitere Vergleichsversuche sind ohnehin überflüssig, weil Helges Kunst schlicht einzigartig ist. Aber hören Sie selbst und lassen Sie sich vom Superhelgi-Fieber anstecken...

GRANDIOS in vielerlei Hinsicht!!

Danke, Herr Schneider, dafür und für die vielen Stunden Unterhaltung, die mir bereits so manchen Tag versüßt haben!

LANGT ZU, liebe Leute!


One Last Hurrah for the Lost Beards of Pompeji
One Last Hurrah for the Lost Beards of Pompeji
Preis: EUR 19,22

4.0 von 5 Sternen Gute Radiobegleitmusik für heiße Sommertage..., 2. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
...wie wir sie z.B. aktuell durchleben müssen.
Erst heute habe ich vorliegende Scheibe wieder aufgelegt. Es ist mir dabei aber nicht wesentlich anders ergangen als bei gestrigem Hördurchgang Nr. 1: Der Anfang des Albums begeistert mich, allen voran natürlich die "Hitsingle" namens "Leave Me", die mich ja einst via Autoradio überhaupt erst auf diese Band aufmerksam gemacht hat.

Alles in allem ist "One Last Hurrah..." aber dennoch kein Überdrüberalbum geworden. Denn: Trotz einwandfreier Musik und trotz authentischer, sehr gelungener Produktion hört sich die Scheibe als ganzes für meinen Geschmack etwas eintönig an. Den zuvor gelobten Zweiergesang halte ich stellenweise sogar für überflüssig - zu viele Harmonien tun manchen Songs einfach nicht gut, wie ich finde. Mag sein, dass das wieder (einmal mehr) nur Geschmackssache ist, ABER ich bleibe dabei: Ein mit Sicherheit gut produziertes, liebevoll eingespieltes und gemachtes Album, das aber vermutlich nicht als großes Monumentalwerk in die Musikgeschichte eingehen wird.
Die punkigen Passagen liegen der Band, wie ich finde, mehr als die (zu) routinierten Dahinplätscherer. (Hat mich (bei den flotteren Tracks halt) stellenweise unweigerlich sogar ein bisschen an THE GASLIGHT ANTHEM erinnert, auch wenn dieser Vgl. ein bisschen gewagt sein mag.)

Fazit: Teils erfrischend, teils einschläfernd. Insgesamt aber überwiegt bestimmt der positive Gesamteindruck. UND: Das Coverart ist ganz große Klasse - gefällt mir ausgesprochen gut (und gehört zu einem ordentlichen Musikalbum ja doch auch irgendwie dazu).

Ich wäre bestimmt nicht abgeneigt auch in neuere (noch kommende?) Veröffentlichungen reinzuhören... (und bin für diesbezügliche Infos deshalb auch sehr dankbar!)

Solides und ambitioniertes RockPOP-Werk mit wenigen echten Highlights!


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