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Rezensionen verfasst von
Michael Krautschneider "Filmfan & Musikliebhaber" (Wr. Neustadt, NÖ)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Odds and Sods
Odds and Sods
Preis: EUR 10,98

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Komplettiert die Sammlung und gefällt..., 2. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Odds and Sods (Audio CD)
...ein echtes MUSTHAVE ist "Odds & Sods" - wie ich finde - jedoch nicht geworden.
Soll heißen: Leidenschaftliche Plattensammler und wahre Who-Fans werden an vorliegender Scheibe zweifelsfrei ihre Freude haben. Diejenigen, die sich aber mit lückenhaften Who-Sammlungen zufrieden geben (wobei ich offengestanden die 80er-Jahre-Alben auch nicht besitze) werden wohl auch ganz gut ohne "Odds & Sods" auskommen.

Für mich - ich habe diesen Silberling erstanden, als ich bereits die wichtigen Studioalben und ein Live-Werk besaß - ist "Odds & Sods" eine nette Ergänzung meiner persönlichen Who-Chronologie. Einerseits kann es bis dato erschienenen (erstmals wurde diese Scheibe 1974 veröffentlicht, also zu einem Zeitpunkt, als The Who noch voll im Saft waren) Studiowerken nicht das Wasser reichen, andererseits aber ist es aus heutiger Sicht (im Nachhinein gesehen also) ein wertvolles Mosaiksteinchen, das den (bisherigen) musikalischen Nachlass der ultimativsten Rockband aller Zeiten ohne Frage aufwertet.
Es ist schön quasi eine Dekade (ziemlich genau ein Jahrzehnt nämlich) Musikgeschichte (von 1964 weg) so noch einmal revue passieren lassen zu können. Ich jedenfalls bin Mr. Entwistle sehr dankbar dafür, dass er es sich einst nicht nehmen ließ, "Odds & Sods" (damals noch mit 11 Tracks bestückt) zu veröffentlichen - und ich denke, dass es da zig anderen Who-Verehrern weltweit ebenso gehen dürfte...

Die heutige Version von "Odds & Sods" wurde noch mal um eine beträchtliche Fülle an Songs erweitert. Mit dabei sind nun so bekannte Songs wie etwa "Long Live Rock", das man wohl so ein bisschen als heimlichen oder kleinen Klassiker bezeichnen kann. Ansonsten befinden sich viele Tracks auf der Scheibe, die man möglicherweise von Livedarbietungen her kennt, wie etwa das oft dargebotene "Summertime Blues" o.ä.
Mehr Seltenheitswert dürfte da die Coverversion "Under My Thumb" haben, die ich von The Who ehrlich gesagt auf einem anderen Tonträger noch gar nicht gehört habe. Zum einen mutig, diesen Stones-Klassiker im Who-Gewand zu präsentieren (ans Original kommen sie freilich nicht ganz ran), andererseits aber würde ich den Stones (die ich übrigens hoch verehre) eine Who-Covernummer aber noch weniger zutrauen - bei allem Respekt...

"Odds & Sods" komplettiert in gewisser Weise also das Gesamtbild dieser britsichen Ausnahmeband und zeigt auch, welch andere Einflüsse sich bei der Arbeit der Band nachhaltig auswirken sollten. Es ist doch immer wieder schön, wenn so großartige Bands, wie sie eben auch The Who zweifelsohne war/noch ist, preisgeben, dass sie das vielzitierte Rad quasi nicht im Alleingang neu erfunden haben, sondern dass da noch eine Schar anderer großartiger Musiker war, die ebenso ihren Teil dazu beigetragen haben.
Das The Who heutzutage wiederum oftmals von aktuellen, ganz großen Bands (wie etwa Pearl Jam) als Idole gepriesen werden, ist der Schluss des Kreises, in dem sich - vor allem auch Popularmusik - bewegt (gegenseitige Beeinflussung, Rückbesinnung auf Altes, Vermischung von versch. Stilen usw.).

Man könnte "Odds & Sods" insgesamt auch so ein bisschen als Zwischendurchappetithappen für Freunde guter, alter Gitarrenrockmusik sehen. Ich denke, dass es Kritikern sehr schwer fallen dürfte, Gründe zu nennen, warum man sich denn "Odds & Sods" nicht zulegen sollte...
In diesem Sinne mache ich hier einen Punkt und vergebe alles in allem 4 Sterne für dieses gefällige "Crossover"-Werk, das man bestimmt nicht als klassisches Who-Album bezeichnen sollte, aber dennoch (da stimme ich zu) wohl mehr Sammlerwert haben dürfte, als beispielsweise das (ist nun auch schon wieder länger her) letztveröffentlichte (Studiowerk) "Wire & Glass".

P.S. Wenn man genau aufs Cover schaut, wird man feststellen, dass die Namen, die man auf den Helmen lesen kann, nicht denen der jew. Träger entsprechen. Sollte wohl eine Art Gag sein... (Oder hat's damit etwas anderes auf sich? Bin gerne bereit, etwas Neues dazuzulernen!).

Fazit: Preiswertes und gefälliges Ergänzungsprodukt für Fans und Sammler!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 21, 2012 12:06 AM MEST


13
13
DVD ~ Sam Riley
Preis: EUR 6,15

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unerwartet starker Streifen, der mit Atmosphäre und "Charme" punkten kann!, 2. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: 13 (DVD)
Vorweg: Ursprünglich haben meine Freundin und ich diesen Film als Geschenk gekauft und ihn später von beschenkter Person geliehen bekommen, um ebenfalls mal reinzuschauen. Ganz ehrlich muss ich sagen, dass ich ihn mir selber wohl eher nicht gekauft hätte. Der Klappentext und auch die Aufmachung an sich konnten mich nicht vollends überzeugen...

Aus heutiger Sicht weiß ich, wie falsch ich gelegen habe! Was bin ich froh, ihn wenigstens als Geschenk erworben zu haben und quasi auf Umwegen über "13" gestolpert zu sein.
Mag sein, dass die Handlung des Streifens teils ein wenig vorhersehbar ist (aber dann will man garantiert wissen, wie denn das WIE zu dem WAS passieren wird aussieht!!) und man es nicht mit einem Megablockbuster-Specialeffect-Feuerwerk zu tun hat. Was Kritik übende Nörgler meines Erachtens dabei jedoch völlig übersehen, ist die "stimmige" Atmosphäre, die der Film jederzeit versprüht. Egal, ob die Hauptfigur des Films (Vince) zuerst im beschaulichen Heim zufällig darauf aufmerksam wird, dass sie es zu Reichtum bringen kann (nur wie, weiß sie dabei noch nicht), oder als sie im Pate-Stil zum heimlichen Austragungsort (eines tödlichen Glücksspiels) geführt wird (mehrmals gefilzt und mit verbundenen Augen natürlich) - die Inszenierung von "13" ist sehr gelungen. Schnitttempo, Umfeldwechsel, Musik und ja, auch der Plot an sich fügen sich für meinen Geschmack letztlich zu einem gefälligen Ganzen.
Highlight ist für mich zum einen die "Einführungsphase" Vince' ins Spielgeschehen, als praktisch auch dem Zuseher erklärt und nach und nach bewusst wird, dass es sehr schwer wird, als Sieger (also Überlebender) aus diesem menschenverachtenden Spektakel hervorzugehen. An dieser Stelle wirkt der Streifen "herrlich" dekadent. Ein paar skrupellose Superreiche setzen Geld auf ausgewählte Spieler, die sich im russischen Roulette beweisen müssen. Es wird darauf gesetzt, wer es in die nächste Runde schafft, wobei von Runde zu Runde eine zusätzliche Patrone in die Revolvertrommel jedes Teilnehmers kommt. Dadurch sinken die Überlebenschancen der einzelnen Spieler freilich drastisch, aber die Wetteinsätze erhöhen sich somit natürlich auch...
Gibt es denn eine direktere, offenere Anspielung auf unsere grenzenlose Marktwirtschaft mit all ihren Tücken und Schlupflöchern und Spekulanten?? Welch toll inszenierte Metapher (wenngleich freilich gewissermaßen von Oberflächlichkeit geprägt), ohne erhobenen Zeigefinger, sondern vielmehr im Zuge eines "Gangsterfilms", dessen Inszenierung mir - wie schon gesagt - sehr zusagt und gefällt.

Letztlich - wie könnte es anders sein - geht Vince u.a. als Sieger dieses Todesspiels hervor. Ihm winkt eine ansprechende Gewinnbeteiligung (natürlich trotzdem nur ein kleiner Teil dessen, was insgesamt gesetzt und verwettet wurde - der Kreis schließt sich, wie Sie sehen). Natürlich ruft das auch Neider auf den Plan, die ihn auf seiner Heimreise verfolgen. Schleunigst versucht Vince deshalb sein Geld (in einer Tasche befindlich) loszuwerden bzw. es irgendwie mit der Post nachhause zu seiner in sehr einfachen Verhältnissen lebenden Familie bringen zu lassen.
Als man glaubt, alles sei gut gegangen, tut sich nochmal ein dramatisches Finale auf... Mehr aber möchte ich an dieser Stelle nicht verraten!

Fazit: Ein Film lebt - wie ich finde - wie schon seit fast hundert Jahren vor allem von seiner Atmosphäre. Ich kann Leute, die das "Kunst- und Unterhaltungsmedium" Film immerzu an technischen Verspieltheiten und/oder intelligenten Dialogen und/oder derben Witzen messen ehrlich gesagt nicht verstehen.
Ich finde "13", eben gerade WEIL er in gewisser Weise mit relativ einfachen Mitteln eine mitreißende, spannende und atmosphärisch meisterhaft inszenierte Geschichte erzählt toll. DAS hätte ich mir von vorliegendem Streifen offen gestanden in keinster Weise erwartet!

Mag sein, dass auch meine relativ geringe Erwartungshaltung dazu beigetragen hat, so viel Lob über diesen Streifen zu schütten. Dennoch möchte ich "13" abschließend herzlich an andere Filmbegeisterte, die Filme eben auch aufgrund ihrer "Machart" lieben (aber keine Angst: Thrill/Spannung kommt keinesfalls zu kurz), weiterempfehlen!
Das ist/war wieder mal etwas Herzerfrischendes aus dem Gangstergenre. So ein bisschen kommt mir "13" ja auch wie eine (gewollte) Hommage an die guten, alten Noir-Klassiker vor - nur in Farbe halt!

Packend, charmant und liebevoll inszeniert und - nicht zuletzt - auch glaubwürdig gespielt.

KLASSE! Und das soll aus meiner Warte auch mit 5 Sternen belohnt werden - Punkt.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 18, 2013 5:23 PM MEST


Helge Schneider - Komm hier haste ne Mark!/Live [Blu-ray]
Helge Schneider - Komm hier haste ne Mark!/Live [Blu-ray]
DVD ~ Helge Schneider
Preis: EUR 8,97

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leider die (bislang) einzige Veröffentlichung ihrer Art!, 1. Juli 2012
Selbst, wenn man sich mit den Tonträgerveröffentlichungen eines Helge Schneider trösten kann, bleibt ein kleines Vakuum vorhanden, denkt man als Freund der Schneider'schen Komik des Unvorhersehbaren an die vielen, vielen nicht veröffentlichten Auftritte in TON und BILD!
Und, ja: Einen Helge Schneideer live erleben zu dürfen ist nochmal etwas ganz anderes als sich seine Lieder per CD reinzuziehen oder einen seiner abgedrehten Filme, die zwar teils auch urkomisch sind, aber dennoch nur einen sehr beschränkten Teil dessen zum Ausdruck bringen können, wozu ein Superhelgi-Multitalent tatsächlich imstande ist.

Die Qualität der Bluray finde ich in Ordnung - Bild und Ton sind jeweils deutlich bzw. scharf und ich könnte hieran ehrlicherweise nichts bekriteln.
Das Programm, durch das man hier als Zuseher geführt wird, ist - wie üblich - bunt gemischt und zeigt Herrn Schneiders unvergleichlich groteske Art Geschichten zu erzählen ebenso, wie auch das feine Gespür, das dieser für Musik (insbesonders Jazz natürlich) mitbringt. Kurzum: Dies ist das perfekte Helge-Gasamtpaket!

Die gut Eineinhalbstunden Laufzeit vergingen - für mich wenigstens - wie im Flug. Und ich war offengestanden sehr froh über die Extras, die noch zusätzlich abruftbar sind und den Mitschnitt letztendlich abrunden (alle Extra-Szenen sind rausgeschnittene Passagen aus dem Gesamtliveprogramm aus Berlin, wohl vom gleichen Abend!).
Highlights sind auf vorliegender Bluray zur Genüge zu finden. Mein persönlicher Favorit ist hierbei "Radiospektakel: Nordpol", bei dem sich die Pointen drastisch zuspitzen und es Helge immer wieder gelingt noch etwas oben draufzusetzen (und das eine ganze Viertelstunde lang!). Weiters hervorhebenswert finde ich "Helge und Gäste", wobei Herr Schneider Herbert Grönemeyer ebenso gekonnt parodiert wie (gewohnt) Udo Lindenberg. Auch die abschätzigen, aber nie todernst zu nehmenden Anspielungen auf Peter Maffay finde ich immer wieder köstlich und höchst unterhaltsam.
Was die Extras angeht, so kann ich jedes einzelne nur sehr lobend erwähnen. Eigentlich ist es ja ein Skandal, dass man sämtliche Extra-Menüpunkte nicht gleich im Gesamtshowkonzept (also diese Aufzeichnung betreffend halt) gelassen hat. Sie wären nämlich - quasi als natürlicher Bestandteil der Show (ungeschnitten) - vielleicht sogar noch besser zur Geltung gekommen. Egal. Jedenfalls ist "Es gibt Reis, Baby" ebenso unterhaltsam und komisch wie "Disco, Disco" oder "Rache-Huhn". Das hervorragend eingespielte "Take The A-Train" ist meines Erachtens sogar der musikalische Höhepunkt auf KOMM, HIER HAST NE MARK...

Um abschließend noch auf den Titel des Bluray zu sprechen zu kommen: Was hat er denn mit dem Programm eigentlich zu tun? Nun: Im Grunde überhaupt nichts. Ebenso wenig wie die Klappentexte auf der Bluyrayhülle selbst oder die hiesigen Fachrezensionen hierzu auf amazon. Aber die Nonsense-Comedy (sinnfrei ist dennoch nicht dasselbe wie UNsinnig und Helge Schneider ist Meister des UNSINNS!!) dieses Allroundkünstlers und Genies wäre ohnehin kaum in aussagekräftige Worte verpackbar. Dazu ist uns ein Helge Schneider alias SUPERHELGI (jemanden, der sich selbst so nennt oder nennen lässt, kann man nur mögen, oder??) immer ein bis zwei Schritte zu weit voraus...

Was die Kritiken angeht, dass Helge früher besser gewesen sein soll: Dem kann ich nur bedingt zustimmen. Zwar kenne ich Herrn Schneiders ältere Live-Errungenschaften (wie viele andere wohl auch) lediglich von Tonträgern (und da bin ich offengestanden auch noch am Hören) und bin ebenfalls der Meinung, dass es auch dazu Bild-Ton-Dokumente (also DVDs bzw. Blurays) geben müsste, dennoch würde ich sagen, dass die Art seiner Darbietung(en) generell etwas mehr an "Reife" und Souveränität in einem weiteren Sinn gewonnen hat. Ich könnte hier und jetzt jedenfalls nicht ernsthaft behaupten, dass mir ein Helge Schneider vor 10 oder 20 Jahren (im Nachnhinein gesehen bzw. gehört) wirklich besser oder schlechter gefallen hätte...
LIVE ist dieser Ausnahmekünstler IMMER ein GENUSS!!

Deshalb, liebe Leser und Freunde grotesker Unterhaltungskomik, greift zu und lasst euch den Abend versüßen, wenn ein Helge Schneider höchst gefällig durch sein Programm KOMM, HIER HAST NE MARK! führt.

GENIAL!!

Es wäre wohl eine Überlegung wert, über weitere Live-Veröffentlichungen nachzudenken, liebe Fernsehprodzuenten, lieber HELGE!!

Bitte weitermachen und brav weiter- oder auch nachveröffentlichen (vielleicht liegen ja noch wo 'n paar Bänder rum...)!!!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 15, 2013 9:40 PM MEST


Live in Italy
Live in Italy
Wird angeboten von cd-shop-zimmer-rodgau
Preis: EUR 19,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eher nur für eingesessene Lou-Reed-Fans und Live-Sound-Puristen ein Muss!, 1. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Live in Italy (Audio CD)
LIVE IN ITALY, das vor kurzem noch als LOU REED live IN CONCERT verkauft wurde (und zwar mit einem Track mehr, nämlich "Some Kinda Love/Sister Ray" - das aber eh nicht zu den Höhepunkten der Scheibe gezählt hat, aber wurscht) ist nun also wieder - mehr oder weniger - im Originalformat erhältlich und scheidet - wie es scheint - so ein bisschen die Geister.

Nun, was kann ich - durchaus ein Lou-Reed-Sympathisant, aber dennoch nicht der Überdrübermegafan - dazu sagen?
Verglichen mit der neueren Live-Ausgabe ANIMAL SERENADE ist diese Veröffentlichung eher enttäuschend, muss ich sagen. Zum einen liegt das natürlich am Sound, der zeitgemäß (die Aufnahmen stammen aus den Mittachtzigern) klingt und somit sehr "ruppig" daherkommt. Für diejenigen, die auf "echte" Liveaufzeichnungen stehen, kann diese Aufnahme also durchaus auch ein Gewinn sein - denn selbst, wenn hier im Studio nachgebessert worden ist, so wurde der Original-Livecharakter offensichtlich kaum abgeändert. Der "Echtheit" dieser Scheibe tut das in gewisser Hinsicht natürlich sehr gut - wozu kauf ich denn sonst schließlich Produkte mit "Live-Siegel"??
Dennoch, so glaube ich, sind wir als Hörer heutzutage schon so verwöhnt - vor allem auch, was Liveaufnahmen betrifft -, dass hier selbst treue Lou-Reed-Anhänger nicht lechzend vor Begeisterung aufjaulen werden, wenn sie sich LIVE IN ITALY erstmals zu Gemüte führen... Es gibt wohl auch Live-Aufzeichnungen aus jenen Tagen, und auch schon welche, die noch weiter als diese hier zurückliegen, die besser klingen als diese hier. Ich möchte da z.B. ans Springsteen-Monsterwerk (1975-1985) erinnern, an etliche Stones-Bootlegs, an Bob-Dylan-Live-Veröffentlichungen, wie etwa das 1974 erstmals erschienene BEFORE THE FLOOD...

Insgesamt ist es aber dennoch schwer, diese Aufnahme(n) (Verona und Rom, wenn man dem Booklet glaubt) völlig schlechtzureden. Mr. Reed ist nämlich einer von denen, die gerade bei Livedarbietungen zur Hochform auflaufen. Zwar würde ich generell keinen Einzeltrack auf LIVE IN ITALY über eine Studioversion stellen (die Velvet-Underground-Alben miteinbezogen), dennoch versprühen manche der hiesigen Live-Tracks einen sehr nahbaren, authentischen, liebevollen Charakter, dem man fast nicht entgehen kann, selbst beim schlechtesten Willen nicht - wie z.B. "I'm Waiting For The Man", "Martial Law", "Satellite Of Love", "Kill Your Sons" oder "Walk On The Wild Side"...

Alles in allem ist LIVE IN ITALY also eine durchwegs authentische Live-Platte aus den 80er-Jahren. Genauso klingt sie auch. Die Band spielt gut (Standardbesetzung mit 2 Gitarren, Bass und Schlagzeug) und klingt, gemessen an anderen Liveaufnahmen, nicht gerade üppig. Lou Reeds Drahtbürstenstimme ist eigentlich immer schön herauszuhören, auf dem neueren ANIMAL SERENADE sind seine Phrasierungen und Schwankungen aber deutlicher und gefälliger heerauszuhören, wie ich meine. Mag sein, dass es auch die Tracklist ist, die mir bei ANIMAL SERENADE einfach mehr zusagt als bei LIVE IN ITALY...

Fazit: Diese Live-Veröffentlichung ist für solche, die auf unverblühmten Live-Sound abfahren wohl eine schöne Bereicherung. Eingefleischte L.-Reed-Fans dürften dieser Scheibe wohl auch etwas abgewinnen können. Allgemein Musikbegeisterten und Sammlern würde ich zunächst zum Kauf vom zuvor mehrmals erwähnten ANIMAL SERENADE (2 Live-Discs) raten, das neben einigen Reed-Klassikern auch mehrere Stücke aus der Velvet-Underground Zeit enthält und insgesmat einfach "atmosphärischer" klingt.

Mein nüchternes Gesamturteil: 3 Sterne geradeaus! Meines Erachtens kein Live-Meilenstein, aber andererseits auch kein Flop. Solides Mittelmaß eben.

P.S. Der Preis (gute 15 Euro) kommt mir (vgl. mit anderen Produkten dieser Art) ehrlich gesagt etwas überhöht vor.


Lcd Soundsystem (Repackage)
Lcd Soundsystem (Repackage)
Preis: EUR 10,79

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Macht sogar nicht eingefleischte Elektropop-Hörer wunschlos glücklich...., 1. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lcd Soundsystem (Repackage) (Audio CD)
...denn so trocken hingeschmissene Partyanheizer wie "Daft Punk Is Playing At My House" machen es sogar Rock- und/oder Bluespuristen so gut wie unmöglich nicht wenigstens im Takt mit dazu wippen zu wollen. Ehrlich: Da bleibt kein Bein ruhig und brav am Boden kleben...
Aber auch sonst hat James Murphy alias LCD SOUNDSYSTEM so einiges anzubieten. Das eher ruhige, besonnene "Never As Tired As When I'm Waking Up" z.B. könnte ebenso gut ein neuinszenierter Beatles-Song sein. Und eigentlich kann man - wenn man es möchte wenigstens - jedem, der 10 hierauf enthaltenen Tracks mühelos etwas Positives abgewinnen.
Dazu muss ich vielleicht noch sagen, dass ich im Grunde gar kein Kenner und/oder Fan elektronischer Musik bin. Eigentlich fühle ich mich eher in klassischen Blues-, Rock-, Country-, Grunge- und/oder Alternative/Indie-Gefilden beheimatet. Und genau darin liegt ja für mich der eigentliche Kunstkniff: James Murphy schafft es mühelos, eine Art "Crossover"-Werk hinzulegen, das sämtliche Musik- und Käuferschichten anzusprechen scheint. Vorliegende Scheibe ist jedenfalls ein Beweis dafür, wie schön auch elektronische One-Man-Show-Musik sein kann, wenn sie mit Liebe, Leidenschaft und Herzblut fabriziert wurde - und das ist beim Debüt LCD SOUNDSYSTEM in jedem Fall der Fall!

Schade eigentlich, dass Mr. Murphy mittlerweile keine eigenständigen Projekte wie dieses hier mehr verfolgt. Zwar bastelt er noch eifrig an allerlei "fremden" Soundbaustellen herum (wie z.B. beim eben erschienenen Neuling von Arcade Fire namens "Reflecor"), aber LCD SOUNDSYSTEM scheint nun tatsächlich endgültig der Vergangenheit anzugehören...

Macht aber nix, wenn wir uns mit Hinterlassenschaften wie dieser hier trösten können, die uns locker so manch verhunzten Tag vergessen lassen und uns derart mühelos und unbeschwert die Schönheit des Jetzt vor Augen führen.
Noch besser als hiesiges Werk - bezogen auf LCDSS-Werke und ähnliches Anderes halt - gefällt mir eigentlich nur das offizielle letzte Album ("This Is Happening"), weil es vielleicht in gewisser Hinsicht noch leichter hörbar und vielleicht noch eine Spur ausgefeilter wirkt (aber so soll's bei Nachfolgewerken ja auch sein)!
Von mir aus gibt's aber auch für LCD SOUNDSYSTEM klare 5 Sterne - einfach eine tolle Platte, die man sich immer wieder gerne anhört!

Fazit: Ein mehr als gelungenes, abgebrühtes, vielschichtiges Debüt, das stellenweise zwar relativ "kommerziell" sein mag, aber andererseits "Schubladendenkern" eine 0/8/15-Kategorisierung unmöglich macht. Zudem ist der Sound der Scheibe schlichtweg herzerfrischend und belebend - egal wie "innovativ" das Album dann letztlich in einem musikgeschichtlichen Sinne immer auch tatsächlich sein mag!

P.S. Mit Bezeichnungen bzw. Vergleichen wie (mit) 80er-Jahre-Discomusik hab ich so ein bisschen meine Schwierigkeiten, weil da diese Platte meines Erachtens viel zu viel "Bandbreite" anbietet und ohne Frage auch musikalische Einflüsse hierin mitverarbeitet wurden (die sozusagen also quasi als Inspirationsquell dienten), die's in den 80ern so eigentlich noch gar nicht gegeben hat. Für mich ist LCD SOUNDSYSTEM eher die INDIE/ALTERNATIVE-SPARTE der Elektronik-Pop-Rock-Musik schlechthin. Es ist ja generell nicht immer so einfach Musik in Kategorien zu zwängen... Aber wer will das auch schon? Hauptsache, es gefällt - und das ist hier eben 100%ig der Fall!

Eine Scheibe, die sich jeder musikinteressierte Mensch einmal zu Gemüte führen sollte, wenn dies nicht ohnehin eh schon der Fall gewesen sein sollte. Oder anders gesagt: Das LCDSS-Debüt sollte eigentlich in keiner ordentlich geführten Musiksammlung fehlen (aber bitte auch für "This Is Happening" noch einen Platz im Regal freihalten ;))... Lässige Sache! Punkt.


Bring 'em in
Bring 'em in
Preis: EUR 7,49

5.0 von 5 Sternen Bluesexperimente from the Godfather of Blues!, 30. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bring 'em in (Audio CD)
Zwar finde ich Buddy Guys Letztveröffentlichung "Living Proof" offen gestanden ein wenig zugänglicher und auch erdiger, authentischer und knackiger als "Bring 'Em In", dennoch sind hierauf so viele verspielte Details und großartig produzierte Tracks zu hören, dass ich dem Ganzen letztlich nur mit 5 Sternen begegnen kann...

Aber eins nach dem andern. Was erwartet einen auf "Bring 'Em In"?
Nun: Mr. Guy hat - wie üblich - den elektrifizierten Blues, bedient sich aber haupstächlich fremdkomponierten Materials (wenn man den Eintragungen des Booklets glauben darf) und mischt (mehr oder minder) "klassische" Bluesstrukturen mit verschiedenartigen anderen Formen bzw. Einflüssen. Wahrscheinlich trifft die häufig verwendete Bezeichnung "Crossover-Experimente" den Geist des Scheibe ganz gut...

Dennoch ist alles in allem letztendlich Blues vom Feinsten zu hören, wobei ich persönlich den Anfangstracks - die noch sehr gewohnt und etwas weniger verspielt als der Mittelteil des Albums klingen - am meisten abgewinnen kann. Schon das zartmelancholisch vorgetragene "Now You're Gone" lässt das Eis von der Seele schmelzen. Vor allem aber das darauffolgende "Ninety Nine And One Half" ist eine echte Meisterleistung und meines Erachtens (ok, ich habe bislang lediglich drei Buddy-Guy-Scheiben in meine Sammlung integriert) eine der schönsten Interpretationen, die ein Buddy Guy jemals (bis dato) auf Tonträger gebannt hat.

Das vielseits oft gelobte "I Put A Spell On You", das gemeinsam mit einem gewissen Carlos Santana aufgenommen und produziert wurde, sagt mir hingegen weniger zu. Insgesamt wirkt es für mich ein bisschen zu verspielt und ein bisschen zu sehr "Santana" und ein bisschen zu wenig bluesig. Ist halt Geschmackssache...

Ansonsten ist aber alles mehr als gefällig und noch dazu in supertolles Soundgewand gepackt. Wirklich: Die Produktion lässt keinerlei Wünsche offen. Kritische Anmerkungen zu einer "Überproduktion" würde ich höchstens bei zuvor erwähntem "I Put A Spell..." teilen. Ansonsten klingt alles sehr authentisch, wie ich finde... (Klar, mit Originalaufnahmen eines Robert Johnson braucht man hier keine Vergleiche anzustellen - aber wo führte das auch hin??)

Weiteres Highlight - obwohl mir das Original offen gestanden trotzdem eine Spur lieber ist - ist Mr. Guys groovig-bluesige Interpretation des Dylan-Klassikers "Lay Lady Lay", das einem mühelos ein Lächeln ins Gesicht zaubert...
Übrigens: Bei "The Price You Gotta Pay" ist sogar Keith Richards zu hören. Dies sei aber nur am Rande bemerkt...

Fazit: Insgesamt ist "Bring 'Em In" ein sehr experimentierfreudiges, aber dennoch authentisches Album geworden, das - trifft zumindest für meine Wenigkeit zu - gerade an heißen Sommertagen ein erfrischender, cooler Begleiter ist, egal, ob ich am Wohnzimmersofa herumliege oder ob am See liegend via Mp3-Player.

Für Blues-Freunde - so würde ich meinen - ein absolutes Muss! Auch allgemein Musikinteressierte können eigentlich beruhigt zur vorliegender Scheibe greifen!
Insgesamt sehr gelungen, toll produziert und (grötenteils) klasse interpretiert!

Super!!


Who (The) - The Kids Are Alright
Who (The) - The Kids Are Alright
DVD ~ WHO
Wird angeboten von Tolle Unterhaltung
Preis: EUR 17,87

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der ULTIMATIVE Rockfilm über das fetzigste Quartett aller Zeiten!, 29. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Who (The) - The Kids Are Alright (Blu-ray)
Selbst die oft gebrauchte Selbstbetitelung (als Unterüberschrift) als "Maximum R & B" reicht nicht vollends aus, um Pete Townshend, Roger Daltrey, John Entwistle und Keith Moon - wenn sie ihrer Arbeit nachgegangen sind - gerecht werden zu können.
Auf "The Kids Are Alright" (dieser Song kommt übrigens nur im Abspann vor) bekommt man genügend Gelegenheit, um eben aufgestellte These als unumstößlichen Fakt begreifen zu können.
Ehrlich: Da kann einen glatt der Neid fressen, wenn man sieht und mehr noch HÖRT, wie diese 4 Jungs aus London eine Show abziehen und einen Krach machen, als ob es kein Morgen mehr gäbe. Erstaunlich wie dicht geballt und voll der Sound dieser Band klingt - und live bekommt man das noch mehr zu spüren, als auf den Studioalben... Ein weiterer Beweis dafür, dass Technik beim Musikmachen nur ein (kleiner) Teil des Ganzen ist. Viel mehr noch kommt es dabei nämlich auf Gespür und Leidenschaft an - und das hat sich bis heute nicht geändert, auch, wenn Soundpuristen da möglicherweise anderer Meinung sein könnten...

Who-Fans hab ich bis hierhin wohl nichts Neues verraten. Wir wissen, warum und was wir an dieser Band lieben!
"The Kids Are..." ist aber in jedem Fall eine lohnende Investition. Eingesessene Verehrer werden hierbei ebenso auf ihre Kosten kommen wie auch diejenigen, die mal in ein starkes Stück Rockmusikhistorie hineinschnuppern möchten.
Unchronologisch, aber durchwegs liebevoll und (eben dadurch) authentisch dargestellte Live-Clips (von den frühen Sechzigern bis zur Mitte der Siebziger), Interviews, Show-Auftritte (die teils auch urkomisch sind) zeichnen ein - freilich grobes, unvollständiges - aber herzbluterfrischendes Bild der vermutlich "rockigstens" aller UK-"Klassik"-Rock-Bands (was für `ne bescheurte Bezeichnung eigentlich, aber egal...).
Nach gut einer Stunde und vierzig Minuten Laufzeit, kramt man sämtliche Who-Scheiben aus dem CD-Regal hervor, um sie so schnell als möglich nochmal aufzulegen!

Der Fokus ist bei hiesiger Rock-Film-Halb-Doku vor allem auf die frühe Phase der Band sowie die frühen Siebziger gerichtet. Das Album "Tommy" wird im Grunde nur am Rande seziert und - Gott sei Dank - nicht stundenlang musikwissenschaftlich durchgekaut. Dafür aber bekommt man eine Version von "Barbara Ann" in Ton und Bild geliefert, die im Zuge des Aufwärmens vor einer Studiosession zum Besten gegeben wurde. Keith singt hierbei Lead-Vocs und Pete kreiert ein bombastisches Solo dazu - dabei nehmen The Who weder den Song noch sich selbst allzu ernst dabei - und das ist gut so!
Eigentlich zeichnet der ganze Film ein eher leicht ironisches Bild der Band, lediglich Pete T. versucht in einigen Interviewsequenzen ernsthaft über Sinn und Bedeutung der Rockmusik zu philosophieren...
Kurzum: "The Kids Are.." ist ein ausgezeichneter, kurzweiliger Dokumentarrockfilm, der von "My Generation" (das offenbar Playback in einer Show dargeboten wurde - witzig, wie sich vor allem ein Keith Moon über sein Schlagzeug hermacht, ohne einen einzigen Ton dabei zu spielen) bis "We don't Get Fooled Again" (live) reicht und - so würde ich behaupten - den wesentlichsten Teil der Who-Biographie unterhaltsam widerspiegelt.

Wem das alleine noch nicht genügen sollte (kann leicht sein, dass man nach Konsum dieses Films mehr über The Who herausfinden möchte), dem möchte ich - neben den Tonträgern, versteht sich - "Amazing Journey - The Story Of The Who" außerdem noch wärmstens ans Herz legen. Hier erzählen die verbliebenen Mitglieder der Band ihre Geschichte aus eigener Sicht, ebenfalls begleitet von Live-Ausschnitten etc. Außerdem sind da auch jüngere Teile der Bandbio beleuchtet und dargestellt.

Das Schöne an "The Kids Are..." ist für mich vor allem der Fluss des Films. Ich habe keinerlei Überlängen o.ä. ausmachen können - im Schnittraum wurde hier jedenfalls ganz hervorragende Arbeit geleistet! Was ich auch mag, ist der authentische Live-Sound bei den Live-Sequenzen. Das trägt sehr zur "Echtheit" und Glaubwürdigkeit des gezeigten Videomaterials bei - gut jedenfalls, dass hier nicht zuviel unnötig am Originalsound (denke ich zumindest) herumgefuhrwerkt wurde - auch dafür großes Lob!!

Großes Highlight sind für mich die Schwarweiß-Livedarbietung von "Can't Explain" (sehr trocken und knackig gespielt), der Auftritt beim Rock `n` Roll Circus (Rolling Stones - gibt's übrigens auch als Tonträger), bei dem die erste Mini-Rockoper "A Quick One" dargeboten wird (meines Erachtens ist dies der Höhepunkt des R&R-Circus, vgl. mit den Beiträgen der anderen Künstler, ok Mrs. Faithfull war auch ganz gut...) sowie die Live-Aufzeichnungen von "Baba O'Riley", "Magic Bus" und "Don't Get Fooled Again". Aja: Den Studiomitschnitt von "Who Are You" hätte ich an dieser Stelle fast vergessen - ebenfalls sensationell (dürfte wohl die neuste Aufnahme im Rahmen des Films sein, das Album stammt ja aus den Endsiebzigern, soweit mir bekannt)!

Ihren hiesigen Kaufpreis ist vorliegende Bluray in jedem Fall wert. Erwähnen sollte man vielleicht noch, dass (zumindest bei meiner Version) keine deutschen Untertitel vorhanden sind, was jedoch kein allzu großes Manko darstellt, da man notfalls (bin auch kein Englisch-Experte und darf das deshalb ruhig sagen) die engl. Untertitel mitlaufen lassen kann und so eigentlich keine Probleme haben dürfte, dem ganzen Spektakel zu folgen.

Das ist es auch im wahrsten Sinne des Wortes: Ein buntes, explosives Spektakel für alle Freunde waschtrockener Rockmusik vom Feinsten. Jeder, der behauptet, etwas auf Rockmusik zu halten, "muss" diesen Film auf jeden Fall gesehen haben!

GROSSARTIG und BEGEISTERND!! (YEAH)
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 14, 2012 5:39 PM MEST


American VI: Ain't No Grave
American VI: Ain't No Grave
Preis: EUR 20,98

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bye, bye Johnny! ODER Eine angemessene Dosis Abschied!, 25. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: American VI: Ain't No Grave (Audio CD)
So plump, unangemessen und gefühlsfrei von mir gewählte Überschrift auf den ersten Blick auch immer sein mag - für mich trifft sie genau das, was mir nach dem ersten Gesamthördurchgang von AIN'T NO GRAVE durch den Kopf ging, als Mr. Cash den melancholischen, hawaiianischen Traditionssong "Aloha Oe" mit den Worten "We'll meet again..." (da scheinen sich gleich mehrere Kreise auf einmal zu schließen) beendet hatte.

AIN'T NO GRAVE ist tatsächlich eine mitunter recht "schwere" Platte, eine, die man sich eher mal abends alleine zu Gemüte führt als dass man sie unter Freunden o.ä. mal auflegt. Aber insgesamt passt das schon ins Bild - was ich wie folgt verstanden wissen will: Dies ist nun wirklich der allerallerletzte Teil der (größten)teils hervorragenden American-Recordings. Und es ist gleichzeitig Johnny Cashs oder vielleicht mehr noch Rick Rubins (Produzent der Reihe) Abschiedsgeschenk an eine breite Hörerschaft, die hiermit ehrfurchtsvoll und traurig, aber auch glücklich darüber, DAS noch hören zu dürfen, LEBEWOHL zu einer der größten Musikikonen des letzten Jahrhunderts sagt - wobei man streng genommen ja auch den Beginn des 21. Jahrhunderts mit dazu rechnen muss (ich möchte nur an die Teile III und IV der American-Reihe erinnern!).
Mr. Cash selbst war ja bei der Veröffentlichung der letzten drei Teile, der mittlerweile legendären American-Serie nicht mehr am Leben. Er verstarb während an Teil IV ("The Man Comes Around") gearbeitet wurde (studiotechnisch halt - die Songs waren freilich schon eingespielt). Nr. V und eben dieser Teil hier wurden also posthum veröffentlicht und besitzen deshalb auch einen ganz eigenen Charakter, wie er auf den Vorgängern meiner Meinung nach eben nicht vorzufinden ist. Nr. IV hat noch eher den Charakter seiner Vorgänger inne, wenngleich ebenfalls quasi posthum veröffentlicht (vielleicht hatte Mr. Cash hier doch noch seinen Senf dazugegeben, was Songabfolge etc. anbelangt (?)).

Um nun genauer auf AIN'T NO GRAVE einzugehen: Generell ein würdiger Abschluss mit großteils - wie schon oben erwähnt - recht melancholischen, düsteren Depriliedern über Sterben, Tod, Erlösung usw. Nicht, dass das bei den Vorgängern nicht auch schon der Fall gewesen wäre, aber auf hiesiger Platte sind eigentlich ausschließlich solche Tracks zu finden. D.h.: Wer nach mitreißenderen Stücken der Marke (z.B.) "I've Been Everywhere" u.ä. sucht, sollte lieber die Finger davon lassen!
Oder anders und noch "unverschämter" ausgedrückt: AIN'T NO GRAVE ist im Grunde ziemlich depressiv stimmender Einheitsbrei, ein trauriges Adieu eines alten Mannes, der bei hiesigen Songinterpretationen (auch eine Eigenkomposition ist wieder dabei) wahrscheinlich schon weiß, dass es seine letzten Studiosessions sind... Wahrscheinlich hätten Kritiker - wäre es nicht die letzte offizielle Cash-Platte - dieses Werk, ob seiner "Einheitlichkeit" sogar ein wenig verrissen!
Dennoch scheint der Charakter trotzdem angemessen und auch die recht kurze Gesamtspieldauer trägt dazu bei, dass sich eigentlich nie Überlängen auftun. Die zehn Tracks, beginnend mit dem Titelsong bishin zu "Aloha Oe", bilden insgesamt ein stimmiges, sentimentales - aber doch nicht wirklich kitschiges - Gebilde, das - so würde ich meinen - einen runden und alles in allem würdigen Abschluss einer tollen Karriere, eines bewegten Lebens und - nicht zuletzt - einer ganz, ganz starken letzten Alben-Serie darstellt!

Mr. Cash - da ziehe ich - wie so viele andere auch - aufrichtig und ehrfürchtig meinen HUT!
R.I.P.

Eins noch: Obwohl ich die Scheibe generell nicht unbedingt an ihren "Brüdern" messen würde, nimmt sie gewiss nicht den ersten Platz in der sehr starken American-Reihe ein. Mit UNCHAINED (II), SOLITARY MAN (III) oder THE MAN COMES AOUND (IV) kann sie meines Erachtens jedenfalls nicht wirklich mithalten - hauptsächlich eben aufgrund des eher geringen Spektrums, das hierauf abgedeckt wird.
Dennoch - so denke ich - "muss" man AIN'T NO GRAVE ein wenig als Sonder-CD (auch dieser Reihe) sehen, um sie letztlich richtig "zuordnen" zu können. Und alles in allem ist eben doch ein sehr stimmiger Abschluss und ein nachdenklich stimmendes Adieu (ohne ironisches Augenzwinkern) gelungen, das dem Vermächtnis eines Johnny Cash wohl einigermaßen gerecht wird.

Großes Lob an dieser Stelle auch an den phantastischen Rick Rubin, der riesengroßen Anteil an der ganzen American-Reihe trägt.
BRAVO!!

Fazit: Im direkten Vgl. hinkt die letzte ihrer Art ein bisschen hinter den Vorvorgängern (Nr. V der Reihe fand ich offen gestanden auch nicht so toll) her, weshalb ich 4 STERNE für ein angemessenes Bewertungsmaß halte.
Man "muss" nicht 5 STERNE hergeben, nur weil es die letzte Johnny-Cash-Veröffentlichung (vorerst) aller Zeiten ist!

Zuletzt noch meine persönlichen Favoriten auf AIN'T NO GRAVE:
- Ain't No Grave
- Redemption Day (obwohl stellenweise fast schnulzig und leicht überladen - für meinen Geschmack halt)
- Satisfied Mind (mein persönlicher Liebling - wunderbar vorgetragen!)
- Aloha Oe (kindlich-lieblich zum einen, so unendlich sehnsüchtig-melancholisch zum anderen - welch großartiger Abschlusstrack!)

For The Good Times (orig. v. Kris Kristofferson) find ich eigentlich auch ganz gut, aber so ganz hab ich mich in diesen Song noch nicht verlieben können... Mag auch sein, dass ich womöglich noch die eine oder andere Entdeckung mache.

Fans der American-Recordings sollten die Scheibe wohl besitzen, Johnny-Cash-Verehrer sowieso!
Ich selbst habe (bislang) lediglich Nr. I und Nr. V der American-Reihe weggelassen und bin bis dato sehr zufrieden mit meiner Mini-Sammlung. (Daneben steht noch "Ring Of Fire - The Legend Of Johnny Cash" im CD-Regal, das auch dann und wann mal rausgeholt und aufgelegt wird...)

Insgesamt ein würdiger, solider Abschluss!


New Morning
New Morning
Preis: EUR 14,41

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht mein Lieblingsalbum, aber..., 25. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: New Morning (Audio CD)
an dieser Stelle zu sagen, Bob Dylan hätte hier geschwächelt wäre schlichtweg gelogen.
Es stimmt schon: Verglichen mit vielen anderen Meilensteinen, die His Bobness im Laufe seiner verblüffenden Karriere zu Tage gebracht hat, ist NEW MORNING kein Überdrüberalbum. Allerdings hat es meines Erachtens einen spürbaren und angenehmen Touch an "Lässigkeit" oder nennen wir's "Unbeschwertheit" inne, der die positiven Aspekte dieses Werkes mühelos in den Vordergrund stellt.

Highlight und zugleich auch bekanntester Track hierauf dürfte wohl das legendäre "The Man In Me" sein, das im Grunde all die hübschen Vorzüge dieses Albums ziemlich genau auf den Punkt bringt.
Den direkten Vorgänger "Self Portrait" besitze ich offengestanden gar nicht, weshalb ich hier und jetzt auch keine Vergleiche dazu anstellen will und kann. Dennoch dürfte NEW MORNING eine Steigerung hierzu gewesen sein. Ehrlich gesagt habe ich "Self Portrait" ja auch deshalb nicht erstanden, weil es mich (vom Reinhören her) noch nicht so richtig vom Hocker gerissen hat.
Bob Dylan ist (wie immer eigentlich) bei NEW MORNING auf der Suche nach a. sich selbst, b. Wahrheit und c. guter Musik.

Und - wie eingangs erwähnt - so unbeschwert und locker dürfte ihm das, schenkt man dem, was man zu hören bekommt Glauben, tatsächlich nur selten gefallen sein!

Ich persönlich finde ja das zu jenem Zeitpunkt (wir sind gerade am Beginn der 70er) noch kommende, vielseits gerühmte "Blood On The Tracks" auch nicht sooooooooo besonders toll, wie offenbar ein Großteil der Dylan-Fangemeinde. Dennoch wage ich mich selbst guten Gewissens als echten Bob-Dylan-Fan zu bezeichnen!

Fazit: NEW MORNING ist wohl so ein Album, das man sich jederzeit zulegen kann. Zwar bezeichnet es keinen außergewöhnlichen Wende- oder Höhepunkt in der Laufbahn des großartigen Songwriters und -interpreten, aber andererseits ist es mit Sicherheit auch kein Schwachpunkt der üppigen Dylan-Chronologie.
Fans sollten diese Platte schon besitzen, finde ich!

Für Einsteiger würde ich zunächst eher mal andere Alben empfehlen, wie etwa "The Freewheelin' Bob Dylan", "Another Side Of Bob Dylan", "Birnging It All Back Home", "Highway 61 Revisited", "Blonde On Blonde", "Oh Mercy!", "Time Out Of Mind", "Love & Theft", "Modern Times"... Sogar "Slow Train Coming" oder "Together Through Life" würde ich noch vor NEW MORNING reihen...

Dass es aber eben trotzdem eine hörens- und besitzenswerte Platte ist, unterstreicht ein weiteres Mal (würde ich meinen) die außergewöhnlichen Fähigkeiten eines Bob Dylan.

P.S. Auch einige der Bootleg-Series würde ich noch vor eben rezensierte Platte stellen. Ist halt (wie immer) sicher auch Geschmackssache!

Whatever - jedenfalls: Viel Spaß beim Hören, Sammeln und Entdecken!!


Live at the Royal Albert Hall
Live at the Royal Albert Hall
Preis: EUR 15,79

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Maximum R&B aus der Konservendose!, 25. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Live at the Royal Albert Hall (Audio CD)
The Who LIVE - aufgezeichnet in der altehrwürdigen Royal Albert Hall, hier und da unterstützt von so prominenten Gastmusikern bzw. Sängern wie Eddie Vedder (Pearl Jam), Noel Gallagher oder Bryan Adams.
Hinzu kommt noch, dass dies der letzte (offizielle) Live-Tonträger ist, auf dem das Original-Trio Townshend, Daltrey, Entwistle zu hören ist. Letzterwähnter sollte ja schon kurze Zeit später (leider) aus dem Leben scheiden - und der legendäre "Moony" und seine unnachamliche Spielweise gehörten ohnedies schon längst der Vergangenheit an - zumindest was Live-Auftritte anbelangt!

Nun, was lässt sich denn über dieses kleine Monsterwerk generell sagen?
Zunächst einmal kann man durchaus Lob über vorliegendes Projekt schütten. Im Grunde sind die "wichtigsten", "größten" Hits von THE WHO mit dabei. Hinzu kommt noch, dass vorwiegend klasse gespielt wurde. Dass etwa CAN'T EXPLAIN ein wenig langsamer, aber dafür wuchtiger interpretiert wurde oder MAGIC BUS mit einem neuen Rhythmuspart vorgetragen wird ist meines Erachtens als interessant oder bereichernswert einzustufen und keineswegs störend. Meine persönlichen Favoriten auf den Tonträgern sind PINBALL WIZARD, THE KIDS ARE ALIGHT (das mir sogar ein wenig besser gefällt als die gar ultralässig-leichte Studiooriginalversion), WHO ARE YOU (für mich der gelungenste Track auf dem Gesamtpaket) sowie BABY O'RILEY, BEHIND BLUE EYES und WON'T GET FOLLED AGAIN (das ich neben "Who Are You" als zweitgelungensten Live-Track hierauf bezeichnen würde).
Kurzum: Keine großartigen Überraschungen also.

Dennoch muss ich nun auch ein paar kritische Bemerkungen los werden: Irgendwie merkt man dem Ensemble das eine oder andere Jährchen und graue Härchen doch schon an. Einzig Roger Daltrey brüllt und gröhlt mit seiner tiefen, rauhen Membran ins Mikro, dass einem das Herz aufgeht. Tonwshends Zugesang wirkt oft etwas altmännerlastig - dennoch rundet er das Gesamthörbild der Scheiben authentisch ab, wie ich meine. Mr. Entwistles Lead-Bass-Stil ist phasenweise schön herauszuhören, geht manchmal jedoch im Gesamthörbild etwas unter (musste aber vermutlich so gemacht werden, um ein schönes, sauberes Gesamtklangbild zu erhalten).
Und, tja: Das vermeintlich größte "Manko" (ist nicht böse gemeint) ist wohl das schmerzlich-spürbare Fehlen eines Keith Moon, den ich mir persönlich (als Hobbyschlagzeuger) halt immer wieder heimlich dazugewünscht hätte. Zwar versteht es auch ein Zak Starkey hervorragend mit seinem Set umzugehen, aber Herrn Moons oftmals untypischer Spielstil ist schlichtweg nicht zu ersetzen! In diesem Sinne - R.I.P. Mooney!!

Zweiter - leicht störender - Faktor: der SOUND. Ich weiß nicht recht, wie es da anderen Who-Fans und Besitzern dieser Aufzeichnung gegangen ist, aber irgendwie klingt es am Ende fast schon zu "clean" was man da zu hören bekommt. Freilich ist dies bestimmt auch der modernen Aufnahmetechnik etc. geschuldet, dennoch können einige Klassesongs hierbei nie so recht zu 100% ihre wahre, ursprüngliche, erdige Schönheit und Kraft entfalten. Ich denke da z.B. an BABA O'RILEY (das mir dennoch ganz gut gefällt) oder MY GENERATION oder auch an den Eröffnungstrack CAN'T EXPLAIN. Vergleicht man jene Aufnahmen mit den Studiooriginalen, so müssen sie - für meine Begriffe wenigstens - ein wenig hinten anstehen. Mit Sicherheit mag das auch daran liegen, dass die alten Who-Aufnahmen vermutlich größtenteils "live" (also zusammen) eingespielt wurden, wie's in den Sechzigern halt noch üblich war... Und ehrlich gesagt mag ich diese ursprüngliche Version des Aufnehmens sehr - vor allem wenn so brilliante Live-Bands wie THE WHO zu Werke gehen!!
Wie auch immer. Für meinen Geschmack könnte der Sound letztlich etwas mehr Wärme vertragen.

Insgesamt ist dieser im Jahr 2000 aufgenommene Live-Mitschnitt mit Sicherheit eine sinnvolle Bereicherung fürs CD-Regal. Who-Fans dürften damit ziemlich sicher auf ihre Kosten kommen!
Für nicht gar so eingefleischte Fans behalte ich es mir vor, zunächst einmal ein Reinhören zu empfehlen und dann abzuwägen, was einem wichtiger ist - einige der wichtigen Alben (da gibt's im Falle von THE WHO einige) oder ein Quasi-Best-Of-Live-Ausschnitt der grandiosesten und kraftstrotzendsten Rockband aller Zeiten, der einzig in Puncto Atmosphäre und/oder Soundwärme leichte Defizite erkennen lässt.

Alles in allem halte ich vorliegendes Produkt mit 4 STERNEN für halbwegs gerecht bewertet!

Ob das legendäre LIVE AT LEEDS (eine Live-Aufzeichnung aus den frühen Siebzigern) insgesamt wirklich besser ist, wage ich an dieser Stelle offen in Frage zu stellen. Zwar kommt bei jener Aufzeichnung die Energie und Wärme besser rüber, andererseits aber lässt hier wiederum der Sound an sich (ist auf die ältere Aufnahmetechnik zurückzuführen) für meinen Geschmack Wünsche offen. Optimal gewesen wäre wohl (soundtechnisch gesehen) eine Mischung aus beiden Live-Werken! Aber was nicht machbar ist, geht halt nicht - und damit PUNKT.


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