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Rezensionen verfasst von
Michael Krautschneider "Filmfan & Musikliebhaber" (Scheiblingkirchen, Niederösterreich)
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   

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Between the Buttons
Between the Buttons
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 12,92

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Für mich der einzige Schwachpunkt der frühen Stonologie!, 20. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Between the Buttons (Audio CD)
Vorweg: Da ich vorliegendes Album schon zu Beginn meiner entdeckten Stones-Sammel-Leidenschaft erworben habe und ich mich damals bezügl. US-UK-Veröffentlichungen deshalb noch nicht so gut ausgekannt habe, besitze ich lediglich die US-Version (mit den beiden Superhits "Let's Spend The Night Together" und "Ruby Tuesday"). Als Stones-Fan kenne ich aber freilich auch alle Songs, die auf der UK-Version enthalten sind...

"Between The Buttons", das selbst Mick Jagger höchstpersönlich (angeblich) nie so recht zufriedengestellt haben soll, ist nach seinem überwiegend starken Vorgänger ("Aftermath") bestimmt keine Offenbarung. Denn anders als beim Vorgänger wirkt die Platte so, als hätte man in aller Eile ein paar Tracks aufgenommen, um sie möglichst schnell noch irgendwie unters breite Musikvolk mischen zu können. Dabei sind es nicht unbedingt die Kompositionen an sich, die sich für meine Ohren teils unausgegoren, lieblos und auch unfertig anhören - vielmehr liegt der vielzitierte Hund im "Wischi-waschi-Charakter" des Soundbildes dieser Platte begraben. Und daran haben auch sämtliche Remasters bis heute nicht wirklich etwas ändern können...
Ich gehe ja sogar so weit und behaupte jetzt mal frisch und frech, dass selbst der oft überkritisierte Nachfolger (das im selben Jahr veröffentlichte) "Their Satanic Maquesties Request" um einiges besser geworden ist. Immerhin lässt sich da ein zusammenhängender, wenigstens konzeptähnlicher Charakter erkennen... (Mir persönlichen gefallen ja sogar die meisten Songs darauf besser, um ehrlich zu sein - ist aber wiederum eine andere Geschichte!)

Um eins klar zu stellen: Ich bin aus tiefster Seele Stones-Fan und besitze auch alle Studioalben der Band (einzige Ausnahme: "Undercover" - das mich noch nicht überzeugen konnte) + einiger Live-Veröffentlichungen + der einen oder anderen Bootleg. Aber "Between The Buttons" ist eines der wenigen Stones-Alben - und eigentlich das einzige aus der früheren Dekade - mit dem ich mich nach wie vor nicht recht anfreunden kann.
Selbst die zuvor angesprochenen Superhits, die auf der US-Version zu finden sind, können das Eis nicht brechen. Und ich spreche hier immerhin von Kalibern wie "Let's Spend A Night Together" oder "Ruby Tuesday" (was ja wirklich schöne Songs sind)! Sogar mit dem recht gut interpretierten "Yesterday's Papers" sowie Keith' erstem Alleinversuch (Jagger hilft ihm hier gesanglich aber noch) namens "Connection" kann ich mich noch anfreunden. Aber das schwummrige, meines Erachtens eben unbeabsichtigt "schlampige" Studioherumgefuhrwerke hinterlässt noch auf den positivsten Eindrücken hierauf seine unschönen Spuren... Einzig "My Obsession" passt von der Art und Weise (hier klingt das verwaschene Klavier im Hintergrund unheimlich und aufregend) irgendwie wirklich authentisch auf diese Scheibe...

Fazit: Ja, ok - alles in allem könnte man der US-Version womöglich auch mit 3 Sternen gerecht werden, schon alleine der Superhits wegen. Insgesamt ist "Between The Buttons" aber nur ein Spiegelbild der damals größtenteils zerfahrenen Bandsituation: Mick und Keith wurden angeklagt, Brian Jones verfiel mehr und mehr seinem unsteten, von Drogen geprägten, Lebenswandel... Eigentlich kein Wunder, dass man da nicht großartig viel Zeit für das Abmischen und Mastern eines Albums aufbringen konnte oder womöglich auch wollte! "Between The Buttons" ist - nicht alleine vom Namen her - tatsächlich irgendetwas "dazwischen"... Weder Fisch noch Fleisch, weder wirkt es gewollt-konsequent andersartig (fast schon "grungy") gemischt (weil es eben größtenteils nicht zu den Kompositionen an sich passt, für meinen Geschmack zumindest), noch ist es als Konzept - also in seiner Gesamtheit quasi - überzeugend. Trotz einiger guter Kompositionen (aber auch derer sind eigentlich - nüchtern betrachtet - gerade mal eine Handvoll) vermag der Funke der Begeisterung bis heute nicht auf mich überzuspringen...
Man erlaube mir, abschließend noch darauf hinzuweisen, dass das selbstverständlich lediglich meine Meinung zu der Scheibe ist. Wenn andere das anders sehen (und andere sehen bekanntlich vieles anders), dann soll mir das recht sein!

Ich für meinen Teil würde Neuankömmlingen im Stones-Terrain und werdenden Sammlern jedoch raten, von diesem "Missgeschick" vorerst einmal abzusehen. Früher oder später kommt man als echter Stonologe freilich dennoch nicht an "Between The Buttons" vorbei...

Macht aus meiner Sicht 2,5 Sterne (aufgrund der paar wenigen Lichtblicke hierauf und teils auch aufgrund der speziellen (wohl aber unbeabsichtigten) "Andersartigkeit" dieses Albums) - wobei ich hier, um meiner Unzufriedenheit mehr Nachdruck zu verleihen, ausnahmsweise einmal (nochmals: ja, ich bin Stones-Fan!) zur schlechteren Bewertung tendiere!
Es mag mir gnädigst nachgesehen werden...

Solala - geht so - * *

P.S. Mit "Between The Buttons" geht auch der UK-US-Veröffentlichungsmischmasch endlich zu Ende. Dies ist die letzte "doppelte" Ausgabe! Angehenden Sammlern würde ich generell zu den UK-Versionen raten. Mit dem Singles-(und-B-Seiten-)Sampler "The London Years" bekommt man schließlich sämtliche Single-Veröffentlichungen (sprich viele Superhits) auf einmal nachgereicht. Im Falle von "Between The Buttons" bin ich mir aber offengestanden gar nicht mal so sicher, ob denn hier letztlich nicht dennoch mehr für den Erwerb der US-Ausgabe spricht... Muss man halt selber abwägen und entscheiden!


The Rolling Stones, Now!
The Rolling Stones, Now!
Preis: EUR 16,86

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen US-Songsammelsurium (mit wenigen Perlen) in hoher Soundqualität! Für Sammler (bis dato) dennoch ein Muss..., 18. November 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Rolling Stones, Now! (Audio CD)
"The Rolling Stones, Now!" ist die US-Version des englischen 'Bruderwerkes' "The Rolling Stones No. 2" und enthält - wie damals üblich - auch die Hitsingle "Little Red Rooster", die 1964 in England die Spitze der Charts erklimmen konnte (angeblich einer der ersten 3-Minuten-Songs, die das geschafft haben sollen).

Ich empfehle angehenden Sammlern und Stonologen ja immer zunächst zur UK-Version zu greifen, wenn man mit den Frühwerken der Steine liebäugelt. Kauft man sich nämlich den Singles-Sampler "The London Years" dazu, dann hat man praktisch alle (auf UK-Ausgaben eben ausgesparten) Hit-Singles + B-Seiten auf einen Schlag in seine Sammlung integriert. Ich persönlich wusste zu Beginn meiner Sammelphase diesbezüglich nicht wirklich Bescheid und so kommt's, dass ich nun einen Mischmasch an UK-US-Alben zuhause im Regal stehen habe (inkl. zuvor besagter Singles-Collection sowie mehrerer Live-Werke und Bootlegs, versteht sich) und mehrere Singles somit doppelt besitze. Nun, macht ja eigentlich nix...

Im Falle dieser Veröffentlichung ist es nun aber so, dass es das britische "Gegenstück" (das zuvor bereits erwähnte "The RS No.2") dazu aber nicht wirklich als CD-Version (im deutschen Raum zumindest) zu kaufen gibt, weshalb man - trotz einiger Überschneidungen (am britischen Nachfolger "Out Of Our Heads" sind dann nämlich wiederum ein paar hierauf vorab veröffentlichter Tracks zu finden) - als echter Sammler hieran nicht vorbeikommt. Es lohnt sich - wenn ich schon dabei bin - übrigens auch, die US-Asugabe "12x5" zu erstehen, die ihrerseits wiederum Songs von "The RS No.2" enthält. Nicht unkompliziert, ich weiß. Aber so war's halt und diesen Ganzen Hickhack haben wir der damaligen Marketingstrategie einiger Schlauberger zu verdanken, die gewissermaßen der damaligen Vormachtstellung der Singles (die ja in den 60ern, als die Kunstform Konzeptalbum noch nicht zum Standard geworden bzw. eigentlich noch gar nicht richtig geboren war, noch tüchtig gekauft wurden) geschuldet war. Bei den Beatles-Alben war's im Übrigen genauso, bis Mitte 1967 endlich eine Vereinheitlichung vollzogen wurde (also ab "Their Satanic Majesties Request" aus Stones- bzw. "Sgt. Peppers" aus Beatles-Sicht) und das unselige Doppelveröffentlichen von Alben dieseits und jenseits des Atlantik ein Ende gefunden hatte. Leider hat man es - im Gegensatz zu den Beatles-Remasters, wohl aufgrund rechtlicher Probleme - bis heute nicht geschafft alle UK- sowie US-Ausgaben gleichermaßen wiederzuveröffentlichen. Für "The RS No.2" im CD-Format wär's jetzt schön langsam wirklich allerhöchste Zeit, liebe Plattenindustrie!!...

Langer Rede kurzer Sinn: Ausnahmsweise ist diese Ausgabe für echte Stonologen ein Muss, vorausgesetzt freilich, man sammelt - wie meine Wenigkeit - CDs. Wie's mit den Vinylnachpressungen diesbezüglich ausschaut, weiß ich offengestanden nicht so genau.
Jedenfalls ist schon alleine die zuvor angesprochene Single "Little Red Rooster" ein unbedingtes Musthave, das eigentlich bereits im Alleingang den Kauf dieser Scheibe rechtfertigt (obwohl das auf der Singles-Collection auch drauf ist). Eine sehr entspannte und ebenso gekonnt interpretierte Cover-Nummer, die in neurestaurierter Fassung nahezu (quasi durch die Boxen hindurch) zu "atmen" scheint - so frisch und quicklebendig und (wohl auch) begeistert nahmen sich die jungen Steine hier ihrer Idole an!
Es gibt daneben aber noch so einiges zu entdecken, wobei die Gesamtkonzeption (obwohl's natürlich so oder so - wurscht ab UK- oder US-Version - kein echtes Konzeptalbum wäre) schon Wünsche offen lässt. "Now!" ist eher eine Art Songsammelsurium denn tatsächliches Konzeptwerk - was aber ganz einfach dem damaligen Zeitgeist entsprach und einzelne Songs ja deshalb nicht abwertet...

Wären wir schon bei den Songs an sich... Und da muss ich ganz offen und ehrlich zugeben, dass mir z.B. das auch schon zuvor genannte "12x5" (ebenfalls US-Ausgabe) vergleichsweise um einiges besser gefällt! Neben den Höhepunkten der Scheibe - meines Erachtens sind dies "Everbody Needs Somebody To Love" (wenngleich dies nur eine um 2 Minuten gekürzte Fassung gegenüber jener auf "The RS No.2" sein soll - aber das ist wirklich NUR HIER drauf!), das ohnehin allseits bekannte "Heart Of Stone" (das bereits die Songwriterfähigkeiten des Kreativduos Jagger/Richards zart untermauert) sowie eben "Little Red Rooster" und der Schlusstrack "Suprise, Surprise" - ist nicht wirklich allzu viel Aufregendes auf "Now!" zu finden.
Alles andere mag zwar freilich auch (ich möchte mich hier wirklich mit niemandem verfeinden - bin selber auch Stones-Fan mit Herz und Seele!) seine Existenzberechtigung haben - so richtig umgeworfen und/oder überzeugt hat micht dieser "Rest" aber dennoch nicht. Und ich bin gewiss ein geduldiger Hörer und gebe jeder Platte (im Falle der Stones sowieso) mehrere Chancen...

Das Positivste an hiesiger Veröffentlichung ist aus meiner Sicht bestimmt die großartige Restaurationsarbeit bezüglich Sound/Klangbild. Man kann wirklich hören, wie viel Herzblut und Knowhow hier hineingesteckt wurden. Die Songs haben allesamt ihren ursprünglichen Charme beibehalten dürfen, zeichnen sich jedoch durch eine klare Definition (einzelne Musikinstrumente sowie Gesang betreffend) aus. Zudem hat jeder Song eine Art "Räumlichkeitscharakter" (im positiven Sinne freilich) inne. D.h., dass - wenn man sich gut vor den Boxen positioniert hat - es einem fast so erscheint, als würden die Stones wahrhaftig im selben Raum (vielleicht in einer verrauchten Ecke) stehen und eben Gehörtes soeben live von der Leine lassen... Vielleicht mag mein dürftiger Erklärungsversuch bez. Sound ein wenig eigenwillig und lobhudelnd daherkommen, aber mir geht's bei diesem Silberling wirklich so...

Fazit: Obwohl "Now!" aufgrund der (mir unverständlichen) bisherigung Nicht-CD-Veröffentlichung der UK-Version "The RS No.2" für Fans eine Pflichtanschaffung ist und darüber hinaus der Sound wirklich keine Wünsche offen lässt, ist es ein verhältnismäßig "durchschnittliches" Gesamtwerk der frühen Stones.
Wie gesagt: "12x5" - obwohl ebenfalls "nur" ein US-Verschnitt - ist um einiges energetischer und stimmiger geworden. Aber auch der Erstling "England's Newest Hit Makers" sowie das (britische) Nachfolgewerk "Out Of Our Heads" (wohlgemerkt ohne die großen Superhits "Satisfacton" und "The Last Time") sind mindestens eine Stufe über "Now!" anzusiedeln. "Out Of Our Heads" ist überhaupt ein kleiner Meilenstein für mich - aber dazu bei jener Rezension gerne mehr...

Insgesamt jedenfalls halte ich vorliegende Scheibe mit 3 Sternen für gerecht bewertet. Stones-Zusammenstellungen gibt's mit Sicherheit bessere...

Sammlerstück mit Charme und einigen Perlen an Bord - insgesamt jedoch kein Meisterwerk!


The Rolling Stones: Sweet Summer Sun - Hyde Park Live [DVD+2CD]
The Rolling Stones: Sweet Summer Sun - Hyde Park Live [DVD+2CD]
DVD ~ Rolling Stones
Preis: EUR 17,99

63 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hiermit sind die Stones offiziell IN WÜRDE 50 geworden!, 16. November 2013
Vorweg: Mitunter das Schönste an Veröffentlichungen dieser Art ist vielleicht, dass sie dazu animieren, den hauseigenen Steine-Hör-Katalog wieder einmal zu durchforsten, um sich der einen oder anderen Perle nach längerem wieder einmal erfreuen zu dürfen. So auch geschehen in meinem Fall...

Nun zu vorliegendem Produkt:
Essenziell ist "Sweet Summer Sun" - nüchtern betrachtet - eigentlich nicht. Für den eingesessenen Stonologen sind höchstens die Live-Versionen vom Neuling "Doom & Gloom" sowie "Emotional Rescue" interessant, alles andere hat's im Grunde schon einmal auf einem der zahlreichen anderen Live-Tonträger gegeben.
Kritisch hinterfragen muss man bei diesem Gesamtwerk also (wieder einmal), ob es denn der Fan wirklich nötig hat nun die 5. Live-Version von Klassikern wie "Brown Sugar", "JJF" oder "Satisfaction" uva. auf Tonträger besitzen zu müssen. Die Antwort darauf: Jein!
Natürlich sind es einmal mehr die alten Hüte, die die Stones zu ihrem 50er im randvollen Londoner Hyde Park zum besten geben - missen möchte man (vor allem als Fan) die eine oder andere Live-Inszenierung dennoch nicht. Dazu aber ohnehin gleich mehr...
Und überhaupt: Welche Songs hätten die Steine denn zu gegebenem Anlass ansonsten spielen sollen? Freilich hätt's auch mich mehr gefreut, wenn man den einen oder anderen nicht so oft dargebrachten Klassiker ("unbekannteren" passt im Falle der Stones einfach nicht) gespielt hätte. "You Got The Silver" war ja bereits auf SHINE A LIGHT zu hören - und da hat's für meinen Geschmack irgendwie stimmiger geklungen, um ehrlich zu sein...
Immerhin wird man in den gelungenen Zwischensequenzen der DVD mit Backgroundsongs beglückt, die man nicht unbedingt obligatorisch bei Stones-Konzerten vorgesetzt bekommt (u.a. "Let's Spend The Night Tohether", "Moonlight Mile", "Hide Your Love" etc.).
Die Setlist ist im Allgemeinen mit vorwiegend älterem Material bestückt. "Satisfaction" (1965) ist der älteste Song, der neueste - neben dem Neuling "Doom & Gloom" - ist dann schon "Start Me Up" (1981), das ja mittlerweile auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat. Schön wäre seitens der Band vielleicht noch die Einstreuung eines alten Blues-Hadern gewesen sowie die Hineinnahme von 2 oder 3 neueren Tracks (ich denke da z.B. an STEEL WHEELS, VOODOO LOUNGE, BRIDGES TO BABYLON und A BIGGER BANG). Das ist aber gewiss Jammern auf sehr hohem Niveau und entspringt darüber hinaus den Gedankenspinnereien eines vor sich dahinsinnierenden Stonologen...

Eins möchte ich noch zu einem anderen Rezensenten-Kommentar sagen: Dass man SHINE A LIGHT guten Gewissens vergessen kann, wenn man SWEET SUMMER SUN gehört hat, halte ich offengestanden (bei allem Respekt) für eine sehr gewagte Aussage! SHINE A LIGHT zeichnet sich meines Erachtens vor allem durch die etwas differenziertere, alternativere Setlist aus und besticht zudem durch eine intimere, nahbare Atmosphäre!
Aber gut: SWEET SUMMER SUN bietet endlich, endlich einen offiziellen Gesamtmitschnitt eines Konzertes (höchstens zusammengeschnippelt aus zwei Abenden) und überzeugt durch tolle Live-Atmosphäre (besser authentisch als zu Tode gemixt, oder nicht??), eine spielgelaunte und konzentrierte Band (hat man da etwa mehr geprobt als sonst?) und eine - trotz aller verständlichen Einwände - tadellose Setlist, die mit "Start Me Up" eröffnet und mit "You Can't Always Get What You Want" und "Satisfaction" geschlossen wird. Zu den Songs im Einzelnen möchte ich jetzt aber sowieso kommen...

Eine Anmerkung sei mir bitte noch zum angeblich "schlampigen" Sound gestattet: Ja, stimmt - man hört Ronnie und Keith nicht immer schön heraus! Und GENAU DAS macht ja den berühmten Stones-Sound aus!! Dass die beiden Gitarristen ein ums andere Mal herumswitchen und sich Rhythmus- und Solierarbeit brüderlich teilen ist mitunter das Aufregendste an Stones-Arrengements. Noch dazu ist Keith so gut in Form wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr! Auch sonst könnte ich soundtechnisch nichts bekriteln! Ich verstehe ehrlich nicht, woher da manch andere Fans ihre Vergleiche herhaben. Überhaupt: Die Stones sind vielleicht die beste schlampigste Band der Welt - aber gerade dieses Aufeinander-Eingehen zeichnet die Musiker meines Erachtens aus. Hinzu kommt noch, dass Darryl Jones bei "Emotional Rescue" sowie "Miss You" zwei Bass-Soli beisteuern darf und dass ein gewisser Mick Taylor - ausgerechnet an jenem Spielort, an dem er anno 1969 als Brain-Jones-Nachfolger präsentiert wurde - bei "Midnight Rambler" und dem grandiosen Finale mit "Satisfaction" mitmischen darf! Schade nur, dass Bill Wyman für jene 2 Abende nicht für einen Gastauftritt zu haben war...

Die Bewertung der einzelnen Songs (gilt für die CDs) ist freilich subjektiver Natur und orientiert sich an der bewährten Amazon-Skala!

- CD 1 -

1. START ME UP *****
Wer hätte je gedacht, dass die Steine nochmals so eine knarrig-schöne und dennoch stimmige Version dieses Klassikers von der Leine lassen? Neben der Up-Tempo-Variante von FLASHPOINT ist dies mein absoluter Favorit. Klingt jedenfalls besser als die beiden Vorgängerversionen auf LIVE LICKS bzw. SHINE A LIGHT (wo der Song irgendwie zu "runtergenudelt" klingt). Super Sache - perfekter Einstieg!

2. IT'S ONLY ROCK & ROLL ****
Eigentlich ein Song, der nicht zu meinen persönlichen Stones-Favourites zählt, aber hiesige Darbietung besticht durch rollende Riffläufe und lässige Interpretation mit schön herausgearbeiteter Dynamik (Übergänge, Pausen etc.). Hier hört man mitunter am deutlichsten heraus, dass es sich doch lohnt, wenn man den einen oder anderen Hadern ein paar Mal vor seiner Live-Darbietung probt. Bei der Vorgängertour, als der Song auch einige Male an 2. Stelle im Set zu finden war, lähmte der Song die euphorische Anfangsstimmung ein bisschen. Hier ist dies löblicherweise aber keineswegs der Fall...

3. TUMBLING DICE ****
Nicht schlechter als sämtliche andere Live-Versionen. Vielleicht hätte aber anstelle dieses Tracks auch ein anderer, eben ausgefallener, gut getan. Ich denke da (ein bisschen wehmütig) etwa an "Sway", "Doo Doo Doo (Heartbraker)", "She's So Cold", "Ain't Proud Too Beg" uvva. Kleiner Tipp meinerseits an dieser Stelle: Bezüglich andersartiger Setlists kann man sich nun mit OFFIZIELLEN BOOTLEGS (auf der offiziellen Stones-Homepage) abhilfe schaffen. Ein Download ist recht günstig und funktioniert problemlos. Ich für meinen Teil kann da z.B. "The Brussels Affair" (von 1973) oder aber auch "Light The Fuse" (Toronto, 2005) wärmstens weiterempfehlen! Aber da muss man sich halt notfalls selber schlau machen... (Nicht zu vergessen: Die legendäre "Atlantic City"-Bootleg, die's leider aber immer noch nirgends legal als Download gibt - wirklich ärgerlich)...

4. EMOTIONAL RESCUE **
Hat offenbar unbedingt sein müssen. Zwar ist es generell begrüßenswert, dass man sich hier einer eher selten live dargebotenen Single annimmt, aber Jaggers Kopfstimme nervt binnen kürzester Zeit und auch der Song an sich ist (wie eigentlich schon am gleichnamigen Album) kein echter Aufreger... "She's So Cold" wäre mir z.B. weitaus lieber gewesen! Einziger Pluspunkt: Darryl Jones Basssolo + ein schön funkiges (aber auch monotones) Hauptriff. Naja...

5. STREET FIGHTING MAN ****
Wenn man Sir Jagger glauben darf, dann hat sich das Publikum diesen Song bereits im Vorfeld (via Internet-Voting) gewünscht. Auch diesen Track hat's bereits mehrmals als Liveversion gegeben. Kommt im Großen und Ganzen ziemlich trocken und scharfkantig rüber - passt also. Auch der Ausklang mit Chuck Leavell's Keyboard-Einlagen ist recht gelungen. Das Publikum macht brav mit, Mick klingt angriffslustig und Charlie verpatzt den Einstieg ein bisschen... OK!

6. RUBY TUESDAY ****
Mir gefällt die FLASHPOINT-Version offengestanden besser, weil Mick da ein bisschen tiefer und vermeintlich rauer singt. Aber auch hiesige Darbietung weiß zu gefallen. Schön und gefühlvoll interpretiert. Ein Track zum Runterkommen...

7. DOOM AND GLOOM *****
Funktioniert live überraschend gut! Mick brüllt sich die Seele frei (und singt den Refrain absichtlich leicht versetzt von den Background-Vocals), Ronnie und Keith rocken die Riffs knochentrocken runter und Charlie spielt die Übergänge mit überzeugender Dynamik, wobei's auch nichts macht, dass er die Rhythmuswechsel 'gen Songende nicht mehr wirklich mitmacht und stattdessen altbewährt auf seinem UFIP-China crashridet ;)...

8. PAINT IT BLACK ***
Im Gegensatz zur total missglückten Version auf SHINE A LIGHT eine klare Steigerung, dennoch gab's diesen Klassiker auf LIVE LICKS und FLASHPOINT schon mal wesentlich leidenschaftlicher und besser interpretiert. Nicht wirklich aufregend...

9. HONKY TONK WOMEN ****
Funktioniert eigentlich immer. Chuck Leavell leitet mit der Cowbell stimmig ein und darf am Ende sogar ein Solo mit Western-Piano-Sound beisteuern. Interessant ist vielleicht noch, dass Charlie hier vom typischen Rhythmus abweicht und Bassdrum-Snare-Kombis etwas freier spielt. Gelungen...

10. YOU GOT THE SILVER ****
Gab's wie bereits oben erwähnt schon auf SHINE A LIGHT und da hat der Song für meine Begriffe etwas stimmiger und natürlicher geklungen. Dennoch ist's natürlich eine Freude, wenn man Keith so leidenschaftlich ins Mikro krächzen hört...

11. BEFORE THEY MAKE ME RUN ****
Mitunter auch ein Grund, warum Sammler diese Scheibe haben sollten. Hab ich (mit Ausnahme einer Bootleg) ansonsten noch nie live gehört. Ordentlich gespielt, schön dirty von Mr. Richards interpretiert - passt also...

- CD 2 -

1. MISS YOU ***
Muss halt auch sein. Ich mag diesen Song einfach nicht, bin bis heute nicht so recht damit warm geworden (am ehesten geht dann noch die Studioversion auf SOME GIRLS). Interessant ist wiederum Mr. Jones Bass-Solo...

2. MIDNIGHT RAMBLER *****
Hier darf Mick Taylor erstmals an jenem Abend mitmachen. Schön interpretierte Version (genauso gut wie jene auf GET YER YA YAs OUT! oder ATLANTIC CITY '89) mit gefühlvoll aufgebauter Dynamik, klasse Brakes und tollen, stimmigen Tempi-Wechseln... TOP!

3. GIMME SHELTER ****
Kommt insgesamt (so wie aber die Scheiben im Allgemeinen) sehr natürlich rüber. Klingt deshalb auch nicht ganz so sauber wie etwa die Version auf NO SECURITY, macht aber insgesamt mehr Spaß - weil's am Ende einfach authentischer klingt. Super Duettleistung (wie gewohnt) von Mick und Lisa Fisher!

4. JUMPIN' JACK FLASH ****
Mein Stones-Liebling, zum gefühlten 50. Mal live interpretiert! Die kantige, knarrige Version auf SHINE A LIGHT gefällt mir ehrlich gesagt eine Spur besser. Das Tempo ist aber gut gewählt und auch die Riffs kommen ungewöhnlich sauber (aber andererseits auch nicht zu clean) rüber. Offenbar hatte Keith da einen Tag wie schon lange nicht mehr erwischt (oder lag's am Ende wirklich nur an der Konzentration?). Der Gesang passt auch. Klasse Song, gut interpretiert!

5. SYMPATHY FOR THE DEVIL ****
Auf der DVD erkennen wir, dass Charlie mit "Click" (siehe Kopfhörer) spielt, um nicht aus dem Takt zu kommen. Ansonsten recht lässig gespielt, ungewöhnlich "unpompös" dargeboten, was dem Song aber auch mal ganz gut tut. Die Version auf dem legendären YA YAs ist freilich besser, die auf FLASHPOINT aber auch... Trotzdem insgesamt gelungen!

6. BROWN SUGAR ****
Midtempi-Version mit gut aufgelegtem Publikum im Hintergrund. Läuft (no na) wie von selbst. Gab's halt auch schon x-Male... OK! Sehr gut und erwähnenswert ist Bobby Key's Saxophon-Solo - immer wieder schön!

7. YOU CAN'T ALWAYS GET WHAT YOU WANT *****
Erstmals mit Livechor im Hintergrund (Intro, Refrains, Ausklang), der mächtig Stimmung und Dampf macht. Meines Erachtens eine schöne Geste seitens der Steine, dass man andere Sängerinnen und Sänger mit auf die Bühne holt! Mick singt gefühlvoll, die Band groovt bzw. wuselt sich durch kantige Gitarrensoli - einige Fans (siehe DVD) sind an dieser Stelle zu Tränen gerührt - ich übrigens auch fast...

8. SATISFACTION *****
Grande Finale mit Mick Taylor an einer akustischen (!) Gitarre. Obwohl man auch hier festhalten müsste, dass dies die unzähligste unter unzähligen Live-Versionen ist, ist diese Interpretation ein unbedingtes MUSS - auch für Fans! So fetzig, rockig, schmissig und trocken in einem hat diese Legende eines Songs meines Erachtens bis dato noch nie (!) geklungen. Diese Satisfaction-Live-Darbietung (mit nochmals etwas ausführlicherem Ende als sonst, das aber dennoch nie fad wird - großartige Bläserhinterlegung) ist einer der Hauptargumente, die für diese Veröffentlichung sprechen. Man höre bitte unbedingt auf Mr. Richards Solo-Einlagen (!) alias Chuck Berry beim obligatorisch teilimprovisierten Schlussteil... Da bleibt einem vor Freude fast das Herz stehen - wirklich GRANDIOS und herzerfrischend!!

Fazit: Zu einem großen Teil besteht vorliegendes Set aus "Let It Bleed"-Tracks. Überraschungen sehen wahrlich anders aus. Dennoch ist SWEET SUMMER SUN schon alleine der Spielfreude seitens der Stones wegen eine Pflichtanschaffung für wahre Fans! So kritisch man dieser x-ten Neuveröffentlichung (immerhin das 5. offizielle Live-Album binnen 25 Jahren und da sind die legalen Bootlegs zum Downloaden sowie der SOME GIRLS LIVE IN TEXAS '78 - Mitschnitt noch nicht einmal miteingerechnet!) auch immer gegenüberstehen "muss" (von wegen Geld aus der Tasche ziehen etc.), so ehrlich muss man dann auch sein, um zugeben zu können, dass SWEET SUMMER SUN auf seine Weise ein gerechtfertigtes und würdiges Jubiläumszuckerl ist!
Neben authentischem Sound, tollen Live-Riffs (den interessantes womöglich seit GET YER YA YAs OUT!), einer grandiosen Atmosphäre (100 000 Besucher!) und der Tatsache, dass es sich bei hiesiger Veröffentlichung um einen (mehr oder weniger) Gesamtkonzertmitschnitt im Arenen-Format handelt (SHINE A LIGHT wurde ja bekanntermaßen im Beacon-Theatre eingespielt), lädt auch der äußerst geringe Kaufpreis (13 € für zwei Live-CDs + einer recht gelungenen DVD - geht's alllen Ernstes noch günstiger?!) zum Erwerb dieses Gesamtpakets ein!
Ich persönlich betrachte die DVD ja generell als Bonuszuckerl und sehe es nicht so schlimm, wenn 3 Songs als Bonustracks rausgeschnitten und als undankbare Extras hinten drangehängt wurden. Vermutlich haben sie laut Filmproduzenten halt ganz einfach ein bisschen den Fluss gestört. Schade ist bezüglich DVD lediglich, dass man keine Untertitel (weder Deutsch noch Englisch) aktivieren kann - dann könnte man wenigstens während der durchwegs gelungenen Zwischensequenzen (mit Stimmen der Stones aus dem Off) mitlesen und müsste nicht ständig raten, was Keith oder Charlie da gerade dahergenuschelt haben...
Ansonsten ist aber alles gut - mehr als gut eigentlich sogar!!

Auch, wenn ich allen 4-Sterne-Bewertern ebenso zustimmen würde, kann und muss ich an dieser Stelle ganz einfach die volle Punktezahl vergeben!

Im Prinzip hat mich SWEET SUMMER SUN positiv überrascht! Jedenfalls keine Investition, die ich in irgendeiner Weise bereuen würde oder dergleichen...

Eine würdige Jubiläumsausgabe zum Schnäppchenpreis!!

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Abschließend – in aller Übersicht und Kürze – noch einmal die Gründe, warum es denn letztlich doch lohnt SWEET SUMMER SUN sein eigen zu nennen:

+ Start Me Up (neben der Flashpoint-Version die beste Livedarbietung ever bislang)
+ It’s Only Rock & Roll (beste Live-Version bislang, lässig interpretiert)
+ Emotional Rescue (einzige mir bis dato bekannte Live-Darbietung)
+ Doom & Gloom (energetisch dargebotene Live-Premiere auf Tonträger – schade eigentlich, dass man den zweiten Neuling (Anm. "One More Shot“) nicht auch ins Live-Programm miteingebaut hat
+ Before They Make Me Run (kenn ich ansonsten auch lediglich von Bootlegs (Anm.: „It’s Good To Be Anywhere“, Keith Richards – bitte selber recherchieren!), für wahre Fans also ein Muss)
+ Midnight Rambler (sehr schöne Version, genauso gut wie jene auf GET YER YA Yas OUT! sowie die auf dem mittlerweile nur mehr schwer erhältlichen ATLANTIC CITY Bootleg, zudem darf Mick Taylor hier mitspielen)
+ You Can’t Always Get What You Want (erstmals live mit einem Chor aufgenommen, gänsehauterregendes Finish)
+ Satisfaction (für mich bisher die allerbeste Live-Darbietung dieses Klassikers, hervorragender & authentischer Sound, schöner Ausklang mit genialen & überraschend sauber gespielten Chuck-Berry-Soli-Riffs alias Keith, The Riffmaster!)
+ Daryll Jones darf bei zwei Songs recht ausführliche Bass-Solos spielen („Emotional Rescue“ bzw. „Miss You“)
+ generell hat das Album eine tolle Live-Atmosphäre inne
+ authentisches Konzert-Feeling, tolle Feinabstimmung bez. Sound/Klangbild (nicht zu sauber, aber auch nicht zu schlampig)
+ die Stones waren an den zwei Spielabenden im Hyde Park offensichtlich gut drauf und machen einen ordentlichen Job (sowie die ganze Band, samt Backgroundvocs)
+ man bekommt hier einen Gesamtkonzertmitschnitt geliefert (höchstens aus zwei Abenden zusammengeschnitten) und nicht zusammengehalftertes Stückwerk aus zig Shows
+ das Ganze hat gewissermaßen einen „ideellen“ Wert – die größte und dienstälteste Rock & Roll Band der Gegenwart feiert ihr halbes Jahrhundert und man hat immerhin die Platte dazu zuhause im Regal stehen
+ tolles Preis-Leistungs-Verhältnis (zur Erinnerung: 2 CDs + eine ordentlich gemachte DVD)
+ die CD-Hülle ist optisch ansprechend (Cover, Booklet) und darüber hinaus praktisch (leichtes Herausnehmen der Tonträger bzw. der DVD) gestaltet
+ Hat man die DVD gesehen, dann riecht es verdächtig nach Abschied von den ganz großen Bühnen – wer weiß, wie viel die in den 70ern angelangten Stones tatsächlich noch nachliefern werden...
+ das Hit-Sammelsurium weist eigentlich keinen einzigen Totalausfall auf (spielerisch gesehen, Kompositionen an sich sind halt eher Geschmackssache)

Nun zu den Punkten, die eher gegen einen Kauf sprechen:

- die Setlist weicht nur minimal vom bisherigen Standard-Reportiere ab und weist kaum Überraschungen auf
- alle oben nicht extra genannten Songs gab’s schon mal in besserer Live-Darbietung (kann gerne in anderen Rezis zu den jeweiligen Live-Steine-Veröffentlichungen nachgelesen werden, wenn’s interessiert)

Resümee: Wiegt man nun das Positive und das Negative (auch objektiv gesehen) ab, so spricht eindeutig einiges mehr für die Scheibe als dagegen.
Insgesamt – und ja, natürlich bin ich glühender Stonologe – bleibt mir gar nichts anderes übrig, als die vollen 5 Sterne für SWEET SUMMER SUN zu vergeben!
P.S. Ich möchte nur noch einmal daran erinnern, dass es auf der offiziellen Stones-Homepage eine ganze Menge legaler Downloads gibt, in die man als Fan zumindest mal reinhören sollte. Ich persönlich habe (bisher) „The Brussels Affair“ sowie „Light The Fuse“ erworben und bereue beide Käufe in keinster Weise – schaut/hört mal rein, liebe Leute!

Nun ziehe ich nochmal ehrfürchtig meinen Hut, ziehe zufrieden von dannen und zieh mir nochmal ein paar andere Stones-Hadern rein bzw. nochmal SWEET SUMMER SUN...

Vielleicht sieht/hört/schreibt man einander bei der einen oder anderen Stones-Rezi wieder – es wäre mir jedenfalls eine Ehre. In diesem Sinne: Bis dann und ROCK ON!!
Kommentar Kommentare (43) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 14, 2014 1:01 AM CET


Comedown Machine
Comedown Machine
Preis: EUR 17,16

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Strokes-Liebeserklärung an die (Sounds der) 80er!, 16. November 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Comedown Machine (Audio CD)
Eigentlich kam "Comedown Machine", das 5. offizielle Album der in der Vergangenheit vielgepriesenen Strokes, eher recht still, bescheiden und unauffällig in die diversen Musik- und Elektronikfachmärkte. Auch der "Run" auf den Strokes-Neuling dürfte sich offenbar in überschaubaren Grenzen gehalten haben - zumindest habe ich in meinem näheren Umkreis (und da wird durchwegs auch von neuen Musikerscheinungen gesprochen) nicht wirklich viel über diesen Silberling zu hören bekommen... Hierzu verfasste Kundenrezensionen (mit denen ich mich im Vorfeld natürlich auch ein bisschen vertraut gemacht habe) sind verhältnismäßig auch spärlich - an deren Zahl gemessen wenigstens (bis dato "nur" 20 zu einer Neuveröffentlichung einer doch durchaus begehrten Band unserer Tage) - ausgefallen...

Ich führe diesen Umstand zu allererst einmal auf eine gewisse Ratlosigkeit zurück. Ist das tatsächlich noch jene Band, die zu Beginn des neuen Jahrtausends als größte Newcomerband gefeiert wurde? Sind das dieselben Wuschelköpfe, die einst so lässig-schmissige Garagenrocksound-Songs von der Leine gelassen haben?
In der Tat: "Is This It" und "Room On Fire" sind schon eine Weile her... Spätestens seit dem Drittwerk ("First Impressions Of Earth") klingt nicht mehr alles, was Julian Casablancas & Co unter ihre Fittiche nehmen, frei, lässig und/oder ungezwungen. Wenngleich unmissverständlich im selben Atemzug gesagt werden muss, dass auch eben besagtes Werk sowie das nach langer, langer Wartepause veröffentlichte "Angles" durchwegs gute Scheiben geworden sind, die beweisen, dass die Welt die Strokes immer noch braucht...

Obwohl der Neuling nun eigentlich durchaus als mehr oder weniger "logische" Fortsetung des ebenfalls ausgetüftelten "Angles" gesehen werden kann, bleiben dennoch ein paar Unstimmigkeiten vorhanden, mit denen eben offenbar nicht jeder (ehemalige) Strokes-Freund so recht umzugehen weiß...
Kleiner Einschub zwischendurch: Man sollte Mr. Casablancas Solo-Veröffentlichung "Phrases For The Young" (das ich übrigens immer schon gemocht habe und immer noch gerne höre) nicht außer Acht lassen - das bestimmt auch maßgebend an der Weiterentwicklung bzw. Neuorientierung der Band beteiligt war - dazu aber gleich mehr...

"Comedown Machine" ist gewissermaßen ein kleines Rätsel oder vielleicht eine Art Denkaufgabe für all diejenigen, die sich vom etwas "verfremdenden" Ersteindruck des Neulings nicht haben abschrecken lassen. Die Platte klingt vorerst einmal nach Discosounds anno 80er-Jahre, monatelang im bombensicheren Studiobunker ausgetüftelt und musikalisch eben stark angelehnt an Julian Casablancas Solo-Werk...
Ob das generell gut oder schlecht ist, ist zuerst einmal freilich dem Musikgeschmack jedes einzelnen überlassen - von der Produktion her kann man der Scheibe jedenfalls nichts vorwerfen, hier wurde gewiss nichts, aber auch rein gar nichts dem Zufall überlassen.
Darin aber liegt für viele alteingesessene Fans vermutlich schon die Wurzel des Übels begraben - die Spontaneität, die Gedankenblitzeingabe, das (gewollt) "Schmissige" - kurz: all das, was eben gerade den ureigenen Charme der beiden Erstwerke ausgemacht hat - fehlt irgendwie und muss auf vorliegendem Silberling berechnender Kühle und Souveränität Platz machen. Kann natürlich auch funktionieren - tut es eigentlich auch. Nur wofür, fragt man sich teilweise - und auch das erscheint mir durchwegs berechtigt...
Freilich ist trotz allem unbestritten die Handschrift der Band (also der einzelnen Musiker) erkennbar - nicht nur am Gesang erkennt man als Hörer sofort, dass es die Strokes sind, die man hier zu hören bekommt. Dennoch kann man im Falle von "Comedown Machine" nicht wirklich von einer bahnbrechenden Innovation sprechen. Platten, die ein bisschen "Retro" Richtung 80er schielen, hat's in den letzten Jahren mehrere gegeben - und auch die waren zum Teil sehr gut (prominentestes Beispiel wäre da meines Erachtens z.B. LCD Soundsystem alias Mastermind James Murphy).
Zwar hat auch diese Strokes-Neo-Inszenierung Hand und Fuß, aber innovativ wie einst das überragende "Is This It" (dann hör ich aber schon auf mit nervigen Früher-war-alles-besser-Vergleichen) ist "Comedown Machine" sicher nicht. Fraglich ist auch, ob man mit dieser Veröffentlichung (beim Vorgänger "Angles" war man da noch weitaus vorsichtiger) nicht etwas zu weit ausgeholt hat und nun doch viele Fans vergrault, die die zuvor kurz angesprochenen "alternativen", rotzigen Ecken und Kanten an der Band so sehr mochten...

Fest steht für mich jedenfalls, dass den Strokes mit "Comedown Machine" ein sehr gutes Pop-Album gelungen ist, das in erster Linie durch seinen homogenen, wohldurchdachten Konzeptcharakter besticht und durchwegs musikalisches Feingefühl offenbart.
Contra: Mir haben die "alten" Strokes auch besser gefallen. Zwar enthält auch der Neuling einige Stücke, die sehr gut funktionieren (allen voran das für das Album eher untypische "All The Time", das auch zu Albumbewerbungszwecken herangezogen wurde und binnen zweieinhalb Minuten beweist, dass die Strokes nichts, aber auch rein gar nichts von all dem eingebüßt haben, was sie einst so groß gemacht hat), aber trotz aller Studiotüfteleien und trotz aller musikalisch-kompositorischer Qualität, will sich nicht so recht ein Herzenszugang meinerseits einstellen...
Dennoch muss ich für die Platte letztlich 4 (wennauch eher schwache) Sterne vergeben, weil Tracks wie z.B. der Opener "Tap Out" (mit starken melodiösen Anleihen aus dem 80er-Jahre-Klassiker "Big In Japan") oder "One Way Trigger" sowie "Chances" und das sehr experimentell anmutende "Call It Fate, Call It Karma" (das entfernt an 30er-Jahre-Aufnahmen erinnert), trotz aller möglicher Geschmacksdifferenzen, letztlich zu interessant bzw. zu herausfordernd bzw. zu tanzbar klingen, als dass man sie mittels schlechter Bewertungen oder einfachen Ignorierens einfach links liegen lassen könnte...

Kurzum: Obwohl ich zunächst auch nicht wirklich vom Strokes-Neuling angetan war und ich mir bewusst relativ viel Zeit bis zum Verfassen dieser Rezension gelassen habe, bleibt "Comedown Machine" nach wie vor ein kleines und interessantes Rätsel für mich. Zum einen ist es sehr gut gemachte Popmusik, verpackt in einer Art "Retroschale" im 80s-Style, andererseits jedoch stellt sich wohl jedem, der sich mit dem Werdegang der Strokes beschäftigt hat, unweigerlich die Frage, ob denn diese Band solch eine Veröffentlichung tatsächlich nötig hatte - vor allem, wenn man bedenkt, dass Julian Casablancas Soloprojekt "Phrases For The Young" eine ähnliche Sparte bereits abgedeckt hatte, die für mich größtenteils sogar innovativer, aufrüttelnder und entschlossener klang als eben diese Neuveröffentlichung...

Fazit: Für mich ist die Scheibe (also "Comedown Machine") bis heute interessant geblieben. Man kann "Comedwon Machine" durchaus mal zwischendurch auflegen oder einfach nur im Hintergrund mitlaufen lassen - funktioniert tadellos. Aber auch eine bewusste, "tiefergehende" Auseinandersetzung mit dargebotenem musikalischen Stoff(en) kann am Ende lohnend sein, vorausgesetzt freilich, man bringt die nötige Geduld und zumindest ein bisschen guten Willen mit ein...

Mehr als 4 Sterne sind aus meiner Sicht - trotz aller positiven Aspekte - aber nicht drinnen! ***/****

Nicht schlecht. Ironischerweise wohl auch gerade für Menschen geeignet, die den Strokes bisher eher nicht so viel abgewinnen konnten!

Abschließend noch einmal meine persönlichen Anspieltipps für vorliegendes Gesamtwerk (das man am besten aber trotzdem am Stück hören sollte!):
- Tap Out
- All The Time
- One Way Trigger
- 80s Comedown Machine
- Chances
- Call It Fate, Call It Carma

...soweit, so gut.


Stripped
Stripped
Preis: EUR 7,97

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochwertigster Live-Sound,..., 11. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Stripped (Audio CD)
der ohne Zweifel im Studio ein wenig >>aufgepuscht<< wurde, was >>Stripped<< aber keineswegs schadet, wie ich finde.
Live haben die Stones (auf einer Platte) niemals besser geklungen. Zudem ist die Setlist unglaublich stark.
Die meisten Songs auf >>Stripped<< stammen aus den 60er und 70er-Jahren. Nur >>Slipping away<<, das Richards mühevoll ins Mikro krächzt ist (wenn man so will) eine neuere Aufnahme (Jahrgang 1989).

Das Booklet enthält alle Songtexte und zeigt einige hervorragende Schwarzweißfotografien.

Nun möchte ich auf die einzelnen Nummern etwas genauer eingehen, um mein Lob (für diese Scheibe) anschaulich zu begründen:
* MIES
* * * * * HERVORRAGEND

1. STREET FIGHTING MAN * * * * *
Keith hämmert leidenschaftlich in seine Akustikgitarre, Charlie steigt locker-rockig mit der nackten Snare ein - was für eine Eröffnung!!
Street Fighting Man klingt hier absolut echt, nahe, direkt, energiegeladen - kurz: SPITZE!!

2. LIKE A ROLLING STONE * * * *
Wurde auch als Single ausgekoppelt. Die Stones covern hier die erfolgreichste Single im Rockgeschäft aller Zeiten. Wer Bob Dylans Originalversion kennt, wird feststellen, dass es die Band nicht ganz so toll hinkriegt, wie er einst. Allerdings kann man der Single, so wie sie Jagger und Co hier bringen, einen gewissen Charme (im Stones-Stil) nicht absprechen. Mir gefällt die Nummer jedenfalls!!

3. NOT FADE AWAY * * * *
Die erste Stones-Single vom 1. Album der Band ist ebenfalls eine Cover-Version. Ich persönlich finde die alte Studioaufnahme etwas besser. Not fade away klingt alles in allem aber trotzdem ganz nett und passt hervorragend auf diese Scheibe.

4. SHINE A LIGHT * * * * *
Diese Single vom legendären >>Exile On Main Street<<-Album wurde, soweit ich weiß, das erste Mal überhaupt Live wiedergegeben - mit Erfolg, wie ich nebenbei gleichzeitig erwähnen möchte - SUPER!!

5. THE SPIDER AND THE FLY * *
Dies war ursprünglich nur eine B-Seite. Ehrlich gesagt verstehe ich auch, wieso. Die Nummer ist nicht schlecht und passt auch gut zu den anderen Songs auf dem Album. Absolut Klasse ist sie allerdings nicht.

6. I'M FREE * * * * *
Besser geht's kaum. DANKE!!!!!!!!!

7. WILD HORSES * * * * *
Die Neuauflage des Klassikers von >>Sticky Fingers<< braucht sich hinter der Studioaufnahme (obwohl das hier ebenfalls eine Studioaufnahme ist) nicht zu verstecken. KLASSE!!!!

8. LET IT BLEED * * *
Ich hätte mich über >>You Got the Silver<< vom >>Let It Bleed<<-Album mehr gefreut. Trotzdem ganz OK!!

9. DEAD FLOWERS * * * *
Ein weiteres Mosaiksteinchen, das zum Gelingen der Platte insgesamt beiträgt!

10. SLIPPING AWAY * *
Da es Mr. Richards immer recht wenig geschert hat, was gerade >>in<< ist, passt diese Nummer von >>Steel Wheels<< irgendwie (mehr oder weniger) schon auf >>Stripped<<. Trotzdem ist es die schwächste Single auf der Platte, wie ich finde. Der Ausklang des Songs ist ganz gut. Die Studioversion ist aber um ein Vielfaches besser!

11. ANGIE * * * *
Genau so und nicht anders DARF dieser Klassiker live klingen. Der Song ist etwas kürzer als auf >>Goats Head Soup<<, was ihm aber keineswegs schadet!!

12. LOVE IN VAIN * * *
Zu Beginn haben Richards und Jagger Schwierigkeiten in den Song zu finden, was nach etwa 30 Sekunden zum Abbruch der Single führt. Anschließend hört man die Glimmer-Twins kurz miteinander reden. Dann legen sie nochmal los, wobei's diesmal klappt. Ich denke, dass dieser >>Fehler<< absichtlich eingebaut wurde, um zu verdeutlichen, dass die Stones hier tatsächlich Live spielen... Nun denn... Eigentlich wäre ein solcher Beweis nicht nötig gewesen. Das Album klingt auch dann gut, wenn man weiß, dass die Studiocrew hie und da ein wenig nachgebessert hat!!

13. SWEET VIRGINIA * * * *
Ein weiteres Juwel von >>Exile On Main Street<<. SCHÖN!!!

14. LITTLE BABY * * *
Dieses Cover ist der Abschluss dieser tollen Live-Platte. Der Song ist, wie ich finde, mittelprächtig. Er wertet das Album weder auf, noch macht er es schlechter. Ganz OK!

Dass die Stones auch Live-Platten machen können, haben sie leider nicht allzu oft unter Beweis gestellt. >>Stripped<<, das in einer Halle bzw. einem Club in Holland aufgenommen wurde zeigt, dass die >>größte Rock `n` Roll Band der Welt<< ihre Hausaufgaben eben in kleinen Clubs gemacht hat, bevor sie die Stadien und Megaarenen dieser Welt eroberte.

Meiner Meinung nach wurde >>Stripped<< (zumindest bislang) nie wieder übertroffen!!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 8, 2014 5:26 PM CET


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der kultigste aller Fensehdetektive hoch 10!, 8. November 2013
Da ich bereits jede Columbo-Box einzeln bewertet habe und ich mich im Zuge dessen auch über die jeweiligen Einzelepisoden ausgelassen habe (insgesamt sind's 69), möchte ich hier versuchen, einen nüchternen, aber für Fans & Interessierte vielleicht dennoch anschaulichen Überblick anzubieten, der - praktisch staffelübergreifend - die Tops & Flops (wobei's echte Flops in dieser Serie eigentlich gar nicht gibt) der gesamten Columbo-Chronologie hervorheben soll.
Umgekehrt möchte ich auch veranschaulichen, welche Staffeln - eben aufgrund der Einzelbewertungen - die womöglich besten, kultigsten ihrer Art sind...
Sehr freuen würde ich mich dann in weiterer Folge freilich über einen möglichen Gedankenaustausch mit anderen Fans der Serie. Kann ja durchaus sein, dass ich aus Ihrer Sicht, lieber Leser, eine Ihrer persönlichen Lieblingsepisoden zu harsch bzw. umgekehrt eine nicht so besondere Folge ev. zu euphorisch bewertet habe.

Dass Columbo selbst längst Kult ist und er - meiner Meinung nach - der beste, zeitloseste aller Fernsehdetektive ist, halte ich bei vorgenommenem Aufwand für selbstredend! Auch über die Marotten und Eigenheiten des Kultinspektors habe ich mich an anderer Stelle (siehe wiederum die einzelnen Staffeln, bei Interesse!) ausführlich genug mitgeteilt!

Wie gesagt: Genaueren Einblick in die einzelnen Plots kann man gerne bei meinen Rezensionen zu den einzelnen Staffeln nehmen, wenn man es möchte.
Auch Besonderheiten, die mir bei den einzelnen Staffeln insgesamt aufgefallen sind bitte ich bei Bedarf & Interesse jeweils bei dazugehöriger Rezi nachzulesen.

Der Übersichtlichkeit halber möchte ich hier recht trocken und nüchtern die Zahlen für sich sprechen lassen. Die Bewertung der einzelnen Episoden sowie in weiterer Folge der Staffeln erfolgt in Anlehnung an die Amazon-Sternenskala (also 1-5). Für die meiner Meinung nach besten 10 Episoden (was gar nicht so leicht zu entscheiden war) habe ich eine Sonderkategorie (mit 6 Sternen) erstellt. Zur Orientierung habe ich die Episoden - der besseren Lesbarkeit halber - untereinander gereiht, was aber keine weitere Wertung (innerhalb einer Kategorie) implizieren soll! Anders gesagt: Es gibt für jede Folge 5 Bewertungsmöglichkeiten (Ausnahme: Top-10-Sonderkategorie), ebenso für jede Staffel, wobei sich die Staffelbewertung aus dem Mittelwert der darin beinhalteten Einzelepisoden errechnet. Genug palavert, los geht's...

Erwähnt sei vielleicht noch, dass die 6. + 7. Staffel (im deutschen Sprachraum) auf einer gemeinsamen Box untergebracht sind, weshalb sie hier auch wie eine zusammengehörige Staffel bewertet werden!
Ich bitte mit aller Nachdrücklichkeit nochmals darum, folgende Bewertungen als subjektive Spinnerei eines Columbo-Verehrers zu sehen. Ich bin gewiss kein "qualifizierter" Filmkritiker o.ä.!
Sollten Sie feststellen, dass meine hiesigen Bewertungen mit jenen der einzelnen Staffelfeedbacks differieren, so liegt das daran, dass ich "Zwischenbewertungen" (konkret z.B. +++/++++, also z.B. 3,5 Sterne), wie ich sie dort einzeln vorgenommen habe, der Einfachheit halber auf- oder aber auch abgerundet habe, damit u.a. auch eine halbwegs leserfreundliche Übersichtlichkeit gewahrt bleibt! Es kann auch sein, dass ich die eine oder andere Episode nun generell etwas anders bewertet habe.

------ 1. Kategorie: GENIAL bzw. MEGAKULTFOLGE (Top-10-Ranking!) oder ++++++ ------

- MORD NACH REZEPT (Staffel 1); einzige 60er-Jahre- und Pilotepisode, die bereits sehr souverän den Grundstein für die Kult-Serie legte; großartiger Mörder; tolle Kameraeinstellungen; sehr gute Atmosphäre; überraschend: bereits (fast) alle mehr oder minder typischen Columbo-Marotten sind hier bereits vorhanden...

- ZWEI LEBEN AN EINEM FADEN (Staffel 2); für mich eine der besten Episoden ever, mit einem großartigen Mr. Nimoy in der Mörderrolle; toller Plot; hervorragend inszeniert; Columbo wird am Ende gar laut, ja fast aggressiv...

- WEIN IST DICKER ALS BLUT (Staffel 3); wohl eine der allerallerbesten Folgen überhaupt; hier stimmt alles - der Mörder, sein Wesen, seine Beweggründe, seine Interaktion mit dem Inspektor; zudem ein toller Plot...

- MOMENTAUFNAME FÜR DIE EWIGKEIT (Staffel 4); ein großartiger, nicht unkomplizierter, aber gut nachvollziehbarer Plot wird hier erzählt (ohne einen Logikfehler!); hinzu kommen tolle Schauspieler, perfekte witzige Momente, Columbos feines Gespür für den "einfachen" Menschen und eine tolle Täterüberführung; erzähltechnisch vielleicht die gelungenste Episode überhaupt...

- PLAYBACK (Staffel 4); Genius Oskar Werner verkörpert hier doch tatsächlich einen Columbo-Bösewicht - ein Hochgenuss; ansonsten viel technischer Firlefanz (innerhalb des Plots), eine solide Story und ebenso solide Nebendarsteller...

- ALTER SCHÜTZT VOR MORDEN NICHT (Staffel 6/7); die älteste Schauspielerin, die je eine Mörderin verkörpern durfte interagiert großartig mit dem schrulligen Trenchcoat-Träger, der hier einen seiner besten Auftritte hinlegt; makaber, aber dennoch kann man die Motive der Täterin nachvollziehen; relativ schlicht inszeniert, aber die Story (samt Auflösung) ist nahezu genial...

- MORD PER TELEFON (Staffel 6/7); tierische Instinkte werden hier zur tödlichen Waffe; zudem wird in dieser Episode der Filmklassiker "Citizen Cane" gewürdigt; eine brillante Story, geprägt von Psychospielchen und einem tierlieben Inspektor...

- BLACK LADY (Staffel 8); eine gehörnte Sexualtherapeutin & Autorin gehen die Sicherungen durch; sie riskiert alles, wird dem Zuseher fast sympathisch, hat gegen Columbo am Ende (der ebenfalls Gefallen an ihr zu finden scheint) aber keine Chance; zwei tolle erheiternde Momente: Columbo spielt Tuba + berät professionelle Therapeuten in Sachen Liebe - köstlich...

- RUHE SANFT, MRS. COLUMBO (Staffel 9); mal etwas völlig anderes und obwohl hier mit sämtlichen "Columbostandards" gebrochen wird, geht die Rechnung voll auf; natürlich kommt am Ende alles anders; wird man dieses Mal endlich einmal Mrs. Columbo zu Gesicht bekommen? - ich verrat's jetzt nicht; ein Klassiker der gesamten Serie...

- LUZIFERS SCHÜLER (Staffel 9); Columbo goes Campus und kommt bei der Jugend gut an; zwei überbehütete Wohlstandssprösslinge begehen einen heimtückischen Mord, verspotten den mittlerweile "überwutzelten" Inspektor gar; doch mit Lässigkeit und untrüblichem Gespür begegnet der Kultinspektor hier arroganter Überheblichkeit; eigentlich das letzte wirklich große Highlight...

------ 2. Kategorie: SEHR GUT bzw. KULTFOLGE oder +++++ ------

- ZIGARREN FÜR DEN CHEF (Staffel 1); gut gespielter Mörder; tolle List Columbos, mit der er den Täter überführt (in luftigen Höhen); außerdem sehr stimmig und gekonnt insziniert...

- ETÜDE IN SCHWARZ (Staffel 2); ein tolles Opening für Columbo Vol 2., das eigentlich restlos überzeugen kann; dennoch könnte die Rolle des Mörders letztlich noch "perfekter" sein; tolle Inszenierung; großartiger Plot...

- KLATSCH KANN TÖDLICH SEIN (Staffel 2); beginnt mittelmäßig, nimmt aber immer mehr Fahrt auf und gipfelt in einem brillanten, gänsehauterregenden Schluss; nur der Inspektor selbst wirkt am Ende unglaubwürdig defensiv...

- DOPPELTER SCHLAG (Staffel 2); hier geht es um zwei mörderische Zwillingsbrüder; recht schlicht inszenierte Episode, die in erster Linie von ihrer tollen Story und zweitens von den guten Charakterdarstellern zehren kann...

- EIN GRÜNDLICH MOTIVIERTER MORD (Staffel 3); hier lernen wir viel über das Medium Film und wie es genutzt werden kann, um die Massen damit zu verführen; psychologisch schön ausgearbeitete und aufbereitete Folge mit vielen Glanzpunkten...

- MEINE TOTE - DEINE TOTE (Staffel 3); Columbo als "Nestbeschmutzer" - er muss hier seinen eigenen Chef überführen; tolle Story, die sich sehr kritisch mit den Schattenseiten des "Systems Polizei" auseinandersetzt...

- DER SCHLAF, DER NIE ENDET (Staffel 4); psychologisch als auch atmosphärischer Hochkaräter mit einem sehr gelungenen Running-Gag; einzig Mord Nr. 2 innerhalb dieser Episode wird ein bisschen zackig und daher unglaubwürdig aufgedeckt; tolle, stimmige Atmosphäre...

- TÖDLICHES COMEBACK (Staffel 5); hier wird das Psychogramm einer alzheimerkranken alternden Diva, dir ihr Comeback im Showgeschäft feiern möchte, bedrückend und gekonnt via Film dargebracht; Columbo muss wider besseren Wissens am Ende ein "Opferlamm" einsperren lassen, die Schuldige hätte schließlich ohnehin nur noch wenige Wochen/Monate zu leben; ein sehr beachtlicher Staffeleinstieg und zugleich eine der stärksten Episoden der 5. Staffel...

- WENN DER SCHEIN TRÜGT (Staffel 5); eines der wenigen echten Highlights auf Staffel 5; ein Magier und allerlei faule Tricks können einem Columbo (und dessen jungen Assistenten) aber nicht hinters Licht führen; runde Story; toller, charismatischer Bösewicht; hätte es fast unter meine Top 10 geschafft...

- MORD A LA CARTE (Staffel 6/7); ein großartiger Mörder, der dem Publikum sowie dem Inspektor durchgehend unsympathisch bleibt; Columbo wuselt in einer italienischen Küche herum und darf zwischendurch freilich auch mal probieren...

- WAFFEN DES BÖSEN (Staffel 6/7); der letzte, und einzig wirklich rundum gelungene Versuch einen Columbo-Plot mit einem "globaleren" Thema zu verknüpfen; ein irisch-stämmiger Poet unterstützt insgeheim die IRA und verrät sich durch seine Trinkgewohnheiten; der Inspektor muss sich außerdem einem Saufgelage hingeben...

- TÖDLICHE KRIEGSSPIELE (Staffel 8); Columbo & Militär - nicht neu, aber gut erzählt und inszeniert; Mörder und Inspektor können einander sichtlich nicht leiden, ergänzen sich aber wunderbar; ein alter 4-Sterne-General tritt als moralische Konstante in Erscheinung...

- SELBSTBILDNIS EINES MÖRDERS (Staffel 8); ein verschlagener, durchtriebener und durchaus charismatischer Maler, der gleich mit drei Frauen zusammenlebt (unter einer Decke!), schmiedet einen eigentlich nicht raffinierten Plan; die Story ist mittelmäßig, aber die Inszenierung (Traumsequenzen Marke "Ingmar Bergman"!) ist spitzenklasse; für meinen Geschmack eine der unterschätztesten Episoden...

- NIEMAND STIRBT ZWEIMAL (Staffel 9); der Titel sagt eigentlich alles, darauf kommt man garantiert aber erst nachdem man diese Episode gesehen hat; sehr starke Story mit einer hervorragenden Charakterdarstellerin, die durchwegs in Erinnerung bleibt; war ebenfalls ein heißer Anwärter für die ersten 10...

------ 3. Kategorie: GUT bzw. GELUNGEN oder ++++ ------

- LÖSEGELD FÜR EINEN TOTEN (Staffel 1); die 2. Episode (und in Wahrheit die eigentliche Pilotfolge); erst drei Jahre nach der allerersten Episode entstanden und ebenfalls sehr kultig und "rund"...

- TÖDLICHE TRENNUNG (Staffel 1); ein gewisser Jungregisseur namens Steven Spielberg war hieran mitbeteiligt, was man stellenweise auch merkt; generell geht es um ein zerstrittenes Autorenpaar...

- MORD MIT DER LINKEN HAND (Staffel 1); großartig gestellte Falle des Inspektors, die am Ende zuschnappt; zudem toll inszeniert (Standbilder, psychedelische Verzerrungen)...

- SCHRITTE AUS DEM SCHATTEN (Staffel 1); Leslie Nielsen zum Ersten (als häufig in Erscheinung tretender Nebendarsteller); tolle und kaltblütige Vorgehensweise der Mörderin, die fallweise jedoch unglaubwürdig wirkt...

- EIN DENKMAL FÜR DIE EWIGKEIT (Staffel 1); Columbo kennt Motiv und Vorgehensweise des Mörders, jedoch die Leiche fehlt; die durchwegs gelungene Story spielt übrigens im Baugewerbe...

- SCHACH DEM MÖRDER (Staffel 2); eigentlich auch beinahe ein echter Klassiker; wieder toll inszeniert; allein der Mörder ist ein (leider) nicht wettzumachender Schwachpunkt - er nervt stellenweise geradezu...

- STIRB FÜR MICH (Staffel 3); nun geht's in die Politik, mitten in den Wahlkampf; tolle Überführung des Täters; hier und da aber mit hauchzarten Mängeln...

- SCHREIB ODER STIRB (Staffel 3); mit Autoren bekommt es Columbo hier nicht zum ersten Mal zu tun; der Mörder glaubt sich jedoch frühzeitig entlastet - und dann kommt wieder alles anders; tolle Story; durchwegs gute Schauspielerleistungen...

- SCHWANENGESANG (Staffel 3); Johnny Cash als Columbo-Widersacher - einmalig; hinzu kommt ein außergewöhnlicher Mord, eine ebenso eigenartige, unheimliche Sekte und eine solide Story; der Schluss (bei der Verhaftung) ist jedoch unschön "süßlich" geworden - als wolle man das Gutmannimage eines Mr. Cash für seine echten Fans aufrecht erhalten...

- GELD, MACHT & MUSKELN (Staffel 4); ein sehr solider Einstieg in Staffel 4; das Milieu der Folge und die Atmosphäre des Films passen hier wunderbar zueinander...

- TRAUMSCHIFF DES TODES (Staffel 4); Columbo ermittelt zum 2. Mal "außerhalb" - dieses Mal auf einem Kreuzfahrtschiff voller Snobs, Reicher und Möchtegerns - der Inspektor selbst und dessen Frau (die man natürlich wieder mal nicht sieht) haben diese Reise übrigens per Preisausschreiben gewonnen...

- MORD IM BISTRO (Staffel 6/7); William Shatner (Cpt. Kirk) als gerissener Widersacher und Film-Spürnase, der mittels (damals) modernster Technik (Videorekorder) dem Inspektor ein wasserdichtes Alibi unter die Nase zu reiben glaubt; in Summe gelungen...

- TODESSYMPHONIE (Staffel 6/7); Columbo inmitten einer Intellektuellenvereinigung; dementsprechend komplex geht auch der Mörder vor - was aber übertrieben und deshalb unglaubwürdig wirkt; toll ist aber die durchwegs bedrückende Noir-Atmosphäre, die einzig (und bewusst) durch einen Parkspaziergang unterbrochen wird; mittelmäßige Story, aber toll inszeniert...

- MORD IN EIGENER REGIE (Staffel 6/7); eine gekränkte Karrierefüchsin beseitigt ihren Konkurrenten; Columbo kann die gerissene (aber auch blasse) Mörderin nur mithilfe eines "Fakes" überführen; teils sehr gut inszeniert; trotz 90 Minuten sind hier keine wesentlichen Überlängen feststellbar...

- TÖDLICHE TRICKS (Staffel 8); ein für den Geheimdienst arbeitender Magier entledigt sich eines alten Knastkumpanen, als dieser dessen Vergangenheit aufzurollen droht; allerlei fauler Zauber (zum 2. Mal) - das Alibi des Mörders erweist sich letztlich als nicht unkomplizierter (aber fehlerloser) Logiktrick - wetten, dass Sie da nie draufkommen?; insgesamt eine gute Comeback-Episode nach über 10 (!) Jahren Abstinenz; an die 80er-Jahre-Atmosphäre muss man sich ev. noch ein bisschen gewöhnen...

- DIE VERGESSENE TOTE (Staffel 8); eine mit tollen Effekten ausgeschmückte Hollywood-Episode; der Mörder, ein junges, arrogantes Ekelpaket überzeugt und disharmoniert prächtig mit dem Inspektor; lediglich die Story selbst ist stellenweise dünn...

- WER ZULETZT LACHT (Staffel 8); hätte wohl besser zur nächsten Staffel gepasst; Columbo ist nun in den 90ern angekommen; sehr frisch inszenierte Jet-Set-Episode mit gefälliger Story, bei der sich der Inspektor mal kräftig blamiert; einzig der Schluss ist zu hektisch und gedrungen - hier wäre mehr Spielzeit vonnöten gewesen...

- EIN SPATZ IN DER HAND (Staffel 9); eigentlich eine sehr gute Folge mit vielen unerwarteten Wendepunkten und einer großartigen (dauerbetrunkenen) Nebendarstellerin; der Hauptwidersacher jedoch wirkt, als ob er einer Knight-Rider-Episode (bei allem Respekt) entsprungen wäre und hat kaum Charisma oder gar Charme; hier ist der (arme, arme) Gärtner übrigens einer der Ermordeten, wennauch unbeabsichtigt...

- DER TOTE IN DER HEIZDECKE (Staffel 10); Moment mal - einen Toten & eine Heizdecke? - das gab's doch schon einmal...; dennoch eine (überraschend) gelungene Episode mit einem ungewöhnlichen Mörderinnenduo; die Aufdeckung des Falles ist sehr Columbo-like und kultig...

- TODESSCHÜSSE AUF DEM ANRUFBEANTWORTER (Staffel 10); William Shatner als Bösewicht hat's auch schon mal gegeben - aber auch hier macht er seine Sache gut; solide Episode mit allenfalls leichten atmosphärischen Mängeln...

- MORD UNTER BRÜDERN (Staffel 10); sehr Columbo-like und gerade deshalb auch gut; ein ungleiches Brüderpaar gerät in Zwist und es kommt zum Äußersten; unabsichtlich ruft der Mörder aber auch die Mafia auf den Plan; Mafia & Columbo? - das passt nahezu wie die Faust aufs Auge, auch wenn sich der Inspektor (trotz Hilfe durch die Mafia) am Ende entschieden von den gängigen Methoden der Untergrundwelt abgrenzt...

- DAS ASCHENPUZZLE (Staffel 10); wirkt nach einem starken Finish vielleicht zunächst besser, als es wirklich ist; trotz eines guten Mördercharakters und einer brillanten Auflösung hat diese Episode auch ihre (kleinen) Schwachpunkte; insgesamt aber bestimmt eine der besseren späten Columbo-Folgen (deshalb auch aufgerundet)...

------ 4. Kategorie: PASSABEL oder +++ ------

- MORD UNTER SECHS AUGEN (Staffel 1); nicht übel, aber der Bösewicht wirkt stellenweise etwas blass...

- MORD IN PASTELL (Staffel 1); der Mörder (ein Kunstkritiker) muss jemanden belasten, ohne jedoch sich dabei selbst zu verdächtig machen zu dürfen - eine eigentlich unmögliche Gratwanderung, die auch nicht aufgeht; atmosphärisch insgesamt aber überzeugend; auch eine Heizdecke spielt hier schon eine Rolle...

- BLUMEN DES BÖSEN (Staffel 2); obwohl man hier (vor allem zu Beginn) einen der bestdurchdachten und aufregendsten Plots ever serviert bekommt, scheitert die Episode ein bisschen an der durchschnittlichen Interaktion der einzelnen Schauspieler; auch Columbo selbst kann hier nicht vollends überzeugen...

- WENN DER EISMANN KOMMT (Staffel 2); Football, ein Toter im Swimmingpool, ein Eiswagen, der Stundenschlag einer Uhr, der den Täter letztlich überführen wird; trotz vieler guter Grundbedingungen und einem tadellosen Plot, wirkt diese Folge stellenweise flach und uninspiriert...

- ALTER SCHÜTZT VOR TORHEIT NICHT (Staffel 2); Columbo ermittelt in London und das ist eigentlich schon das aufregendste an dieser Episode; trotz lustiger Momente und tollen Außenaufnahmen ist der Plot insgesamt keine Offenbarung...

- EIN HAUCH VON MORD (Staffel 3); Konkurrenzkampf in der Kosmetikbranche; teils großartige Inszenierungen; teils unterdurchschnittliche schauspielerische Leistungen; kein außergewöhnlicher Saisonstart, was aber täuscht...

- TEUFLISCHE INTELLIGENZ (Staffel 3); kratzt an der nächsthöheren Kategorie; inszeniert in einer eigenartigen James-Bond-Atmosphäre (die dieses eine Mal jedoch Spaß macht); größtenteils aber wirkt hier vieles abgehoben und unglaubwürdig; dennoch nicht uninteressant...

- DES TEUFELS CORPORAL (Staffel 4); Columbo übernachtet in einer Kaserne, obwohl er sich zunächst dort nicht einmal zurechtfindet; insgesamt nicht schlecht, manchmal jedoch (auch in Kennerkreisen) etwas überbewertet für meinen Geschmack; der General hat schauspielerisch auch seine Schwächen...

- TOD AM STRAND (Staffel 5); Leslie Nielsen zum Zweiten - dieses Mal aber nur ganz kurz; noch ein Versuch, Columbo in eine Art Spionagestory zu zwängen; der Inspektor unter Geheimagenten und im Visier des CIA; das kann im Grunde nicht reibungslos funktionieren - tut es, trotz guter Momente, auch nicht...

- DER ALTE MANN & DER MORD (Staffel 5); eine solide Story, die aber unschön in die Länge gezogen wurde (90 Min!); die Inszenierung bei der Fallauflösung ist eine Hommage an einen anderen Krimiklassiker - wirkt aber, obwohl's eigentlich Spaß macht, ziemlich übertrieben und aufgesetzt...

- BEI EINBRUCH MORD (Staffel 6/7); kommt bei Fans oft schlechter weg, als es tatsächlich ist; der Plan der Mörderin ist eigentlich genial; in Summe fehlt dennoch das gewisse Etwas; mit Sicherheit tendiert diese Folge aber eher nach oben als nach unten...

- MORD NACH TERMIN (Staffel 9); ein mäßiger Einstieg in die 9. Runde; voll schmieriger Anwaltklischees; am besten bleibt die kleine Nebenrolle einer überkorrekten Kanzleigehilfin im Gedächtnis haften; bestenfalls Durchschnitt mit Luft nach oben...

- SCHLEICHENDES GIFT (Staffel 9); macht Zahnarztbesuche künftig noch unangenehmer; wieder eine neue, frische, interessante Idee, die in der Praxis - so, wie hier erklärt - aber wohl nicht umsetzbar wäre; leider leichte Glaubwürdigkeitsmängel...

- DER ERSTE & DER LETZTE MORD (Staffel 9); eine "Allerweltsfolge", die genauso gut an jede andere Stelle der Gesamtchronologie gepasst hätte; nicht schlecht (Story ist ok), aber wenig innovativ und im Grunde austauschbar - eine Art "Lückenfüller" für offenbar ideenlose Autoren...

- TÖDLICHER JACKPOT (Staffel 9); Gier ist ansteckend; wiederum eine nicht allzu nachhaltige Folge, die zwar unterhaltsam ist, aber zugleich kaum "Kultfaktor" ausweisen kann...

- BLUTHOCHZEIT (Staffel 9); auch hier gilt: zu Unrecht verrissene Episode; noch ein Versuch, mit typischen Columboklischees zu brechen; dieses Mal ist's aber etwas zu viel des Guten; dennoch allemal Durchschnitt und besser als oftmals dargestellt; hier gibt's übrigens keine Leiche...

- ZWEI LEICHEN & EIN COLUMBO IN DER LEDERJACKE (Staffel 10); Columbo als Undercoverermittler in einem eher ungewöhnlichen Fall, der trotz typischem Anfangsmord zu einer Who-done-it-Folge wird; dennoch besser als es viele, viele Kritiker und Nörgler wahrhaben wollen...

------ 5. Kategorie: MÄSSIG oder ++ ------

- MORD IN DER BOTSCHAFT (Staffel 5); der erste Versuch, eine "globalere" Story zu konstruieren - mithilfe einer (fiktiven) afrikanischen Botschaft; nüchtern betrachtet nicht viel mehr als ein mäßig inszeniertes Kostümfest, das nur wenig authentisch rüberkommt; wirklich unterhaltsam ist allein Columbo selbst, der sich in der abgehobenen Diplomatenweld zurechtfinden muss...

- BLUTROTER STAUB (Staffel 5); nach Schauplätzen wie London und einem Kreuzfahrtschiff, der 3. Versuch, den Inspektor außerhalb seines gewohnten Ermittlungskreises Spuren nachgehen zu lassen; schwach inszenierte Episode mit einem seltsamen Finish in einer mexikanischen Stierkampfarena; mitunter die allerschwächste aller Columbo-Folgen...

- TÖDLICHE LIEBE (Staffel 9); eine ziemlich überschätzte Episode mit einem jungen Rockstar und einem Mörder, der umso unzeitgemäßer und deshalb deplatziert wirkt; teils gute Ideen; insgesamt jedoch schwach umgesetzt, vor allem "kühl" und distanziert" inszeniert; auch der Schluss wirkt gedrungen und letztlich einfallslos...

- KEINE SPUR IST SICHER (Staffel 10); trotz guter Ansätze keine befriedigende Gesamtleistung; unterdurchschnittliche Schauspielerleistungen + eine eigenartige, unbeabsichtigt wirkende (also gewissermaßen) künstliche Atmosphäre erweisen einem eigentlich soliden & interessanten Plot hier keinen Gefallen...

- MORD NACH TAKTEN (Staffel 10); könnte womöglich auch noch eine Kategorie höher durchgehen; letztlich bleiben aber zu viele Wünsche offen und das nicht allein deshalb, weil hier vieles "recycelt" rüberkommt...

- DIE LETZTE PARTY (Staffel 10); auch hier hätte man in Anbetracht der besonderen Stellung wohl aufrunden können; aber der Mörder (und seine werdende Komplizin) bleibt(/bleiben) fast durchgehend blass und kann(/können) es in keinster Weise mit dem Inspektor aufnehmen; Columbo konnte mit dieser allerletzten Episode leider kein gebührender Angang gewährt werden; auch die Atmosphäre wirkt gekünstelt und unecht - als ob diese 2003er-Episode in den Mittneunzigern (oder gar davor) gedreht worden wäre...

------ 6. Kategorie: SEHR SCHWACH oder + ------

- entfällt

Freilich muss zur Staffelbewertung noch gesagt werden, dass sie insofern ungerecht und wenig objektiv ist, als dass die Episodenanzahl zwischen den einzelnen Staffeln schwankt (6- max. 10 Folgen) und dass mitunter eine einzige schwächere Folge die Gesamtbewertung einer Staffel nachhaltig beeinflussen kann.

Nun aber zu den nüchternen Zahlen:

- STAFFEL 1: ++++ (4,1 Sterne); insgesamt 9 Episoden
- STAFFEL 2: ++++ (4,3 Sterne); insgesamt 8 Episoden
- STAFFEL 3: ++++ (4,3 Sterne); insgesamt 8 Episoden
- STAFFEL 4: +++++ (4,7 Sterne); insgesamt 6 Episoden
- STAFFEL 5: +++ (3,3 Sterne); insgesamt 6 Episoden
- STAFFEL 6/7: +++++ (4,6 Sterne); insgesamt 8 Episoden
- STAFFEL 8: +++++ (4,7 Sterne); insgesamt 6 Episoden
- STAFFEL 9: ++++ (3,8 Sterne); insgesamt 10 Episoden
- STAFFEL 10: +++ (3,1 Sterne); insgesamt 8 Episoden

(Anm.: Rein rechnerisch ergäbe sich hieraus ein Gesamtmittelwert von 3,96 Sternen fürs Gesamtpaket - aber eben nur rein rechnerisch!)

Daraus wiederum ergibt sich folgendes SUBJEKTIVES Staffel-Ranking:

1. Staffel 4, Staffel 8
2. Staffel 6/7
3. Staffel 2, Staffel 3
4. Staffel 1
5. Staffel 9
6. Staffel 5
7. Staffel 10

Anm.: Für mich ist die größte Überraschung, dass die 1. Staffel "nur" den 4. Rang belegt und die 8. Staffel insgesamt so gut abschneidet. So, und nun lasst uns drüber diskutieren, liebe - vor den Kopf gestoßene - Columbo-Freunde ;)...

Abschließend möchte ich noch loswerden, dass ich es generell gut finde, dass man das gesamte Columbo-Paket in hiesiger Form nun auch im deutschen Sprachraum endlich lückenlos genießen kann und dass es sich für Fans zweifelsfrei lohnt ALLE Staffeln (vor allem bei dem Preis!) zu besitzen. Und ja: Ich weiß schon, dass die Episodenaufteilung mit den engl. Originalstaffeln nicht übereinstimmt! Wie aber sonst hätte man - vor allem die letzten beiden Staffeln - befriedigend zusammenfassen sollen? Nein, es passt schon so, wie's ist!

In Summe kann man einfach nicht mehr erwarten. Erwartungen werden aber ohnehin meist übertroffen - selbst, wenn man meint, schon alle Folgen gesehen zu haben. Für mich immer noch die beste - und mit Abstand "kultigste" Krimiserie der Welt!
Kult - kultiger - Columbo...

Vielen Dank, Mr. Falk, dass Sie es in Ihrer Paraderolle immer wieder schaffen, schöne, unbeschwerte Fernsehmomente zu bescheren! In diesem Sinne: R.I.P.

Über alles andere als das Höchstbewertungsmaß kann ich an dieser Stelle eigentlich gar nicht nachdenken - indiskutable 5 STERNE für das Gesamtpaket!!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 8, 2013 7:30 PM CET


Live Anthology
Live Anthology
Preis: EUR 25,99

5.0 von 5 Sternen Stimmiges Live-MONSTER-Package!, 6. November 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Live Anthology (Audio CD)
Zig Songs (ganze 48 an der Zahl), aufgenommen an zig verschiedenen Orten (u.a. Portland, San Francisco, New York, Chicago, L.A, Toronto) zu zig verschiedenen Zeitpunkten (1980-2007)...
Oder anders gesagt: Da, wo außen "Live-Anthology" draufsteht, ist auch wirklich eine drin!

Und das Beste daran: Trotz der zuvor beschriebenen Vielfältigkeit ist das Gesamtpaket dennoch äußerst stimmig geworden. Geschickterweise hat man einige Aufnahmen, die dem gleichen Spielort und derselben Spielzeit entsprungen sind - teilweise wenigstens - aneinandergereiht, wodurch zwischendurch so eine Art Stückwerkharmonie bzw. -atmosphäre entsteht (was in diesem Fall aber ausschließlich positiv gemeint ist freilich).
Die Mixes sind jedenfalls allesamt sehr gelungen und Highlights gibt's auf jedem der insgesamt 4 Silberlinge zur Genüge zu finden. Einzig eine Liveversion des trocken-fetzigen "You Wreck Me" hätt ich mir persönlich noch dazugewünscht!

Einige der gelungensten Tracks sind meines Erachtens "I Won't Back Down" (mit tollen, "knurrenden" Gitarren), eine unverzichtbare Akustikversion von "Learning To Fly" (wo das Publikum am Ende lautstark mitsingen darf - Gänsehautfeeling pur!) sowie die atmosphärisch begeisternde hiesige Version von "Free Fallin'"!
Freilich gibt's aber noch viele, viele weitere Höhepunkte hierauf, die es sich zu erforschen (und das gilt nicht unbedingt nur für echte, eingefleischte Tom-Petty-Fans) mit Sicherheit lohnt.
Gut gefällt mir an diesem Tonträgersammelsurium auch, dass einige Coverversionen hierauf enthalten sind, wie etwa Bo Diddleys Blues-Standard "I'm A Man", das Instrumentalstück "Green Onions" oder z.B. aber auch "Good, Good Lovin'" (James Brown), die, neben anderen - hier nicht explizit erwähnten "Covers" -, das musikalische Können und Gespür sowie die enorme Bandbreite Tom Pettys und seinen Heartbreakers untermauern. Zwar war es mir (in dieser Form, wie's ein anderer Rezensent beschrieben hat) neu, dass die Heartbreakers schon seit jäher den Ruf einer ausgezeichneten Live-Truppe genießen, doch dieser wird hier ohne Frage bestätigt!

Eins vielleicht noch: Dass sich die hierauf enthaltenen älteren Aufnahmen (aus den frühen 80ern z.B.) freilich ein bisschen anders anhören, als jene, die in den 2000ern gemacht wurden, ist wohl logisch. Aber auch das kann seinen Reiz haben - der Vergleich der damaligen Heartbreakers mit den heutigen (wo ja u.a. z.B. ein genialer Steve Ferrone, aber eh schon seit längerem mittlerweile, für solide Groovearbeit zuständig ist).

Fazit: Insgesamt ist das hier wirklich das, als das es angepriesen und verkauft wird - eine (nahezu) komplette (freilich wird Fans dennoch der eine oder andere Track abgehen, aber das ist halt ein unvermeidliches Übel bei solchen Veröffentlichungen), stellenweise geniale, in jedem Fall aber sehr gute Live-Anthologie eines Meisters seines Fachs...
Ich finde ja sogar, dass ein Tom Petty mittlerweile gar ein wenig zu gering geschätzt wird. Er und seine Heartbreakers aber haben das letzte Stückchen Musikgeschichte mit Sicherheit signifikant mitgeprägt, was auf dieser kleinen Monstersammlung eindrucksvoll, stimmig und nachhaltig bewiesen wird.

Nicht nur für Fans eine interessante und gefällige Angelegenheit! Ich bin ja auch nicht unbedingt der größte Tom-Petty-Fan auf diesem Planeten, mit dieser Sammlung kann man aber eigentlich nichts falsch machen! TOP!!

Klare Sache: * * * * *

P.S. Die Aufmachung des Gesamtpakets ist eine Augenweide (Kartonhüllen, die an Mini-LPs erinnern, in einer Kartonbox, in der auch das dazugehörige Booklet untergebracht ist) und auch der gegenwärtige Preis geht insgesamt in Ordnung. Man darf nicht vergessen, dass man hier immerhin gleich 4 CDs auf einmal geboten bekommt!


Columbo - Die komplette zehnte Staffel [4 DVDs]
Columbo - Die komplette zehnte Staffel [4 DVDs]
DVD ~ Peter Falk
Preis: EUR 9,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zusammengehalfterte "Stückwerkstaffel" mit einem zarten Hauch Genialität und noch mehr Wehmut!, 5. November 2013
Obwohl mir schon am Beginn meines chronologisch korrekten Columbo-Staffelkonsums (ja, jetzt hab ich sie wirklich alle durch) bewusst war, dass es eine wehmütige, nahezu melancholische Angelegenheit würde, wenn ich beim Finale ankäme, was sich dann, als treuer Fan der Kult-Reihe, in allzu euphorisch-nostalgisch verklärten Bewertungsversuchen niederschlagen könnte, muss ich - ganz nüchtern betrachtet - ganz einfach die trockenen Fakten sprechen lassen, die aus meiner Sicht eine bessere Gesamtbewertung einfach nicht zulassen und da wären:

Ist es schon bei Staffel 9 schwer, von einer solchen zu sprechen (10 Episoden, Drehzeitraum 1990-1993), so ist das beim Columbo-Finalakt noch weniger der Fall. Ganze 8 Folgen, die in über 10 Jahren gedreht wurden, haben mit einer herkömmlichen Serienstaffel wohl kaum noch etwas zu tun.
Doch wäre das eigentlich noch egal, da die Folgen für sich ohnehin (wie eigentlich stets zuvor auch schon immer) abgeschlossen sind und es so etwas wie einen episodenübergreifenden Handlungsstrang eh nicht gibt.

Doch trotz aller tiefstempfundenen Sympathie gegenüber dem Kultinspektor, seinen Marotten und dem besonderen Flair, den Columbo mit sich bringt, ist es schwer, darüber hinwegzusehen, dass man es hier fast ausschließlich mit Durchschnittskost zu tun hat. Waren bei der Vorgängerstaffel noch solche Hochkaräter wie etwa "Ruhe sanft, Mrs. Columbo" oder "Luzifers Schüler" enthalten, so sucht man nach dieser Qualität bei der 10. und letzten Columbo-Sammlung vergeblich!

Der Inspektor wird immer älter, sein ganzes Umfeld (samt Widersachern, Handlangern etc.) immer jünger. Eine Tatsache, die freilich gewissermaßen der Natürlichkeit der Zeit geschuldet ist und die spätestens seit Staffel 8 (welch furioses Comeback!) unübersehbar immer mehr in den Vordergrund rückt. Zwar ist es generell bis hierher immer gut gelungen, den Inspektor sozusagen in "Würde" altern zu lassen, dennoch wirkt das ganze Drumherum mit steigender Episodenzahl immer weniger authentisch, echt und glaubwürdig. Atmosphärisch - und gerade die Atmosphäre hat Columbo für mich immer zu dem gemacht, was er ist - kommen die Plots gefühlsmäßig manchmal mit dem Charme einer 0/8/15-Durchschnittskrimiserie daher. Irgendwie hat man es im Verlauf dieser letzten Episoden immer weniger geschafft, ein stimmiges Verhältnis zwischen Fortschritt der Zeit, dem Inspektor selbst und eben dessen gesamten Umfelds zu schaffen. Und dass das generell aber machbar ist, haben ja gerade Staffel 8 und größtenteils auch Staffel 9 bewiesen... Schade drum!

Versteht mich bitte nicht falsch: Als Columbo-Verehrer kommt man selbstverständlich auch am Finale nicht vorbei! In Summe jedoch bleibt nicht allein aufgrund Columbos endgültigen Abgangs so etwas wie Wehmut zurück...

Nun aber zur Kurzbewertung der einzelnen Episoden der 10. Staffel. Die Bewertungsskala entspricht jener von Amazon (1-5 Sterne also)! Richtige KULTFOLGEN gibt es (erstmals) hier nicht! Dennoch sollen (!) andeuten, dass es sich hierbei um eine Episode mit überwiegend kultigem Faktor handelt...

- DISC 1 -

DER TOTE IN DER HEIZDECKE ++++ (!)
Eigentlich ein sehr souveräner Start in jene Staffel, in der der kultigste aller Inspektoren eine wirklich allerletzte Frage zum Besten gibt. Lauren wird von ihrem Mann betrogen. Dieser ahnt aber nicht, dass diese nicht nur von der Affäre weiß, sondern - mehr noch - gemeinsam mit seiner Liebhaberin einen teuflischen Plan schmiedet...
Nicht nur die Tatsache, das "Hörnende" und "Gehörnte" hier gemeinsame Sache machen, macht diese Folge interessant. Auch die Aufklärung des Falls ist dieses Mal sehr Columbo-like. Nichts weniger als die Putzgewohnheiten einer Reinigungskraft und ein Klodeckel werden die beiden Täterinnen letztlich überführen... Sehr gelungen! Zudem lassen auch die schauspielerischen Leistungen eigentlich keine Wünsche offen. Gewiss eine der stärkeren Episoden dieser Staffel!

TODESSCHÜSSE AUF DEM ANRUFBEANTWORTER +++/++++
Ein gewisser William Shatner alias James T. Kirk darf hier zum bereits 2. Male die Rolle eines Widersachers bekleiden und er macht seine Sache durchwegs ordentlich. Er verkörpert in dieser Episoden einen sehr eifersüchtigen und launischen Star-Radiomoderator, der - weil er nicht loslassen kann/will - den Freund seiner Tochter um die Ecke bringt. Wie schon der Titel verrät macht er sich zur Alibibeschaffung einen Anrufbeantworter zunutze, aber auch ein Autotelefon und der Quirks mit dem Empfang spielen am Ende eine entscheidende Rolle...
Obwohl es generell löblich ist, dass man hier wieder mal auf einen kultigen Alt-Star als Bösewicht zurückgegriffen hat, bleibt spürbar Luft nach oben vorhanden. Stellenweise wirkt diese Episode für meinen Geschmack jedenfalls etwas unausgegoren und unterkühlt... Dennoch eine insgesamt sehr passable Angelegenheit!

- DISC 2 -

ZWEI LEICHEN UND COLUMBO IN DER LEDERJACKE +++
Obwohl hier (nicht zum ersten Mal) der Mörder erst am Schluss entlarvt wird und Columbo sogar Undercover ermitteln muss (siehe engl. Originaltitel), stehe ich dieser Folge nicht gar so kritisch gegenüber wie viele andere Fans.
Gleich zu Beginn kommen ein Kleinkrimineller und jemand, der in seine Wohnung eingebrochen ist, bei einem Handgemenge zu Tode. Wie sich im Zuge der Ermittlungen herausstellt (als man auf ein Stückchen einer Fotografie stößt) ist dies aber erst der erste Puzzlestein eines nicht unkomplizierten Falles...
Bei diesem ohnehin schon recht ungewöhnlichen Fall arbeitet Columbo mit einem dubiosen Versicherungsfahnder zusammen, der einem auf Anhieb unsympathisch ist...
Columbo muss regelmäßig untertauchen, in verschiedene Rollen schlüpfen (was zwar grundsätzlich als Zuseher Spaß macht, aber teils auch sehr unglaubwürdig und verstellt rüberkommt) und sitzt sogar außergewöhnlich lange in seinem Büro, um über den Fall nachzugrübeln, wobei man sogar seinen Chef zu Gesicht bekommt. (Seine Dienstwaffe muss der Inspektor dieses Mal übrigens auch bei sich tragen.)
Das hier kann/muss man wohl als Versuch sehen, wieder einmal frischen Wind in die Serie zu bekommen. Und wie ich zugeben muss, überwiegt für meinen Geschmack insgesamt sogar der positive Eindruck... Das Zeug zum wahren Klassiker hat diese Episode aber freilich nicht! Kurzum: Eine sehr untypische Columbo-Folge, die meines Erachtens jedoch etwas zu kritisch abgeurteilt wird!

MORD UNTER BRÜDERN ++++ (!)
Diese Folge erdet - nach den leicht exotischen Anwandlungen der Vorgängerepisode - gewissermaßen wieder und erzählt in gewohntem Stil von zwei Brüdern - einem gewissenlosen Gutsbesitzer und einem Spielsüchtigen. Ersterer sieht das Familienerbe (hat man hier Anleihen beim legendären "Wein ist dicker als Blut" (3. Staffel) genommen?) gefährdet und entledigt sich des ungeliebten Blutsverwandten mithilfe einer tückischen Intrige, durch die er aber unbeabsichtigt auch die rachsüchtige Mafia auf den Plan ruft...
Eigentlich wenig Neues, Spektakuläres, auch die Schauspieler sind bestenfalls solider Durchschnitt - aber das macht nichts und bietet die Möglichkeit mehr Raum für das Mafia-Intermezzo zu lassen. Der Mafiaboss, der (als Italienischstämmiger) natürlich sofort Gefallen an Columbo findet und diesem auch Respekt zollt, bietet zuerst seine Hilfe an, lädt den Inspektor zu einer Unterredung bezüglich des Falles sogar zu sich nach Hause ein. Natürlich muss Columbo korrekterweise ablehnen, dennoch kommt ihm die Mafia bei der Überführung des Täters doch noch sehr gelegen, wenngleich Columbo am Ende des Streifens ein wenig abschätzig (gegenüber dem Mafiaboss) anmerkt, dass seine Methoden mit denen der Mafia rein gar nichts gemein hätten... Nichts als moralische Imagepolitur!? Wurscht. Alles in allem vielleicht sogar die stärkste Episode der Finalstaffel!

- DISC 3 -

KEINE SPUR IST SICHER ++/+++
Grundsätzlich ist die Grundintention dieser Folge nicht schlecht. Ein Spurensicherer und dessen Liebhaberin wollen an das Vermögen ihres Ehegatten kommen. Also macht sich besagter Lover sein Wissen zunutze und versucht alle Spuren unsichtbar zu machen...
Trotz dieser eigentlich großartigen Idee mangelt es dieser Episode spürbar am gewissen "Etwas". Nicht nur, dass mir die schauspielerischen Leistungen des Widersachers hier nur mäßig gefallen, kommt hier irgendwie auch der typische Columbo-Flair etwas zu kurz. Insgesamt wirkt die Gesamtdarbietung hier etwas unterkühlt, steril und glatt. War's am Ende gar beabsichtigt, weil man genau mit dieser "cleanen" Atmosphäre dem Job des Bösewichten (Einweghandschuhe, Pinseleien, Laborfeeling etc.) möglichst nahekommen wollte? Weiß ich nicht. Glaub ich aber nicht. Jedenfalls schaden alle Beteiligten hier irgendwie dem eigentlich gutdurchdachten Plot. In mir tat sich beim Schauen jedenfalls ein Eindruck auf, der sich irgendwie nach "zur falschen Zeit am falschen Ort" anfühlte... Ich hoffe, man versteht mich richtig!

DAS ASCHENPUZZLE +++/++++
Eine der wenigen "neuen" Folgen, die ich bereits aus dem Vorfeld kannte und die mir äußerst positiv in Erinnerung geblieben war. Beim wiederholten Schauen jedoch war ich von dieser Episode nicht wirklich nachhaltig angetan. Zwar ist die Überführung des Täters und auch dessen Vorgehensweise beim Entsorgen der Toten nahezu genial, dennoch tun sich zwischenzeitlich markante "Ungereimtheiten" auf. Der Mörder selbst nervt manchmal sogar, obwohl er phasenweise dann auch wieder richtig gut gespielt wird. In Summe eine Gratwanderung zwischen tollem "Mordsstoff" und unnötigen, aufgesetzt wirkenden Verzögerungsmomenten. Auch hier wurde ich das Gefühl nicht los, dass man viel mehr aus vorhandenem Stoff hätte herausholen können! Vielleicht lag's dieses Mal sogar am Kultinspektor selbst, dass die Folge ihr gefühltes Potenzial nie ganz entfalten kann... Guter Durchschnitt!

- DISC 4 -

MORD NACH TAKTEN ++/+++
Und wieder hat man Anleihen bei einer älteren Kultepisode genommen (man sehe "Etüde in Schwarz", 2. Staffel). Ein alteingesessener Komponist (wennauch im Filmmilieu) soll für sein jüngstes Werk den Oscar bekommen, dummerweise entstammt die Musik aber der Feder seines Schützlings...
Der um seinen Ruhm fürchtende Starkomponist denkt freilich nicht daran, den Jungspund am Erfolg teilhaben zu lassen und entledigt sich diesem mit dem Wissen ob dessen eigenartiger Gewohnheiten. Columbo kann er freilich so aber nicht hinters Licht führen...
Eine in eigentlich allen Belangen durchschnittliche Episode, die weder durch genial verkörperte Charakterrollen besticht, noch bezüglich Plot bzw. Atmosphäre zu überzeugen vermag. Der beste Moment der Folge ist jener, als Columbo in seiner Unbedachtheit mitten in die musikalische Aufnahmesession zu einer Filmsequenz platzt. Zuerst ungehalten macht der Komponist seinem Ärger Luft, doch dann kann der dem Drang nicht widerstehen, Columbo aufzuzeigen, wie "ungebildet" er doch auf dem Gebiet klassischer Filmkompositionen sei, indem er ihm im Zuge eines spontan erdachten Ratespiels kurze Tonsequenzen aus Filmklassikern, u. a. Hitchcock's "Psycho", vorspielt. Hier macht es als Zuseher kurz Spaß, mitraten zu dürfen...
Alles in allem nicht schlecht, zugleich aber auch nicht wirklich aufregend... Solala.

DIE LETZTE PATY ++/+++
Unglaublich, aber wahr: Die wirklich allerallerletzte Folge mit dem liebenswürdig-zerstreuten Zigarrenraucher! Dieses letzte Mal (die Folge entstand mit großem Zeitabstand gegenüber der letzten) ist es - trotz aller Nostalgie und Sympathie - vor allem die sehr kühle, jugendlich-arrogante Atmosphäre, die dieser Episode nachhaltig schadet. Am interessantesten und unterhaltsamsten sind noch Columbos Ermittlungen vor Ort (mit einem Becher Kaffee, den er überallhin mitschleppt) - als er emsig die Wohnung des Opfers nach Spuren durchsucht und nach und nach zu dem Schluss kommt, dass so ziemlich jedes Indiz gegen einen (wie zuvor angenommenen) Selbstmord spricht.
Die Story ist ok, die zwischenzeitlichen Verstrickungen jedoch sind meines Erachtens eher unnötig (als die Freundin des Täters eine gewichtige Rolle spielt) und machen den Plot letztendlich etwas zu gedrungen, hektisch (und das ausgerechnet in Columbos letztem Fall, den man in aller Ruhe und gemächlich genießen möchte) und nicht zuletzt auch platt und kühl!
Der Mörder - ein junger, selbstverliebter Clubbesitzer - lässt (hart gesprochen) eigentlich jeglichen Charme vermissen, kann es in keiner Situation mit einem Columbo (der seinerseits aber auch schon bessere Auftritte hatte, dies sei ihm in dieser besonderen Episode jedoch herzlichst nachgesehen) aufnehmen und wirkt die meiste Zeit über eigentlich farblos und blass.
Wäre das nicht ausgerechnet die allerletzte ihrer Art, so könnte man diese Folge wohl guten Gewissens als eine der schwächeren der gesamten Columbo-Chronologie bezeichnen. Geht so!

FAZIT: Columbo tritt ab und hinterlässt eine Lücke, die so und so nimmer mehr wieder geschlossen werden kann! Natürlich stimmt es den Fan (und ich liebe diese Serie wirklich - wie man bei Interesse gerne in sämtlichen anderen Rezensionen meinerseits zu dieser Serie nachlesen kann!) nachdenklich und traurig, wenn man zur Gewissheit gelangt, dass es nun definitiv keine weitere "allerletzte Frage" mehr geben wird!
In diesem Sinne möchte ich noch einmal bescheiden und ehrfürchtig meinen Hut ziehen und mich bedanken für die vielen wunderschönen und unterhaltsamen Momente, die mir ein Peter Falk in seiner Paraderolle da beschert hat. Es lohnt sich definitiv auch wirklich, ALLE Staffeln dieser Kultreihe sein eigen zu nennen!! Wirklich schwache Staffeln gibt es nicht, lediglich die 5., die 9. und eben diese letzte hier lassen insgesamt größere kleine Mängel erkennbar werden.
Das Hauptproblem dieser Finalstaffel ist halt (wie schon oben angesprochen), dass sie keine echte Megakultfolge beinhaltet, was aber bei ausnahmslos jeder (!) anderen Vorgängerstaffel zumindest 2-3mal der Fall ist.
Deshalb, liebe andere Columbo-Freunde, seid mir bitte nicht böse, aber irgendwie muss man ja ein halbwegs glaubwürdiges, "objektives" Gesamturteil - auch im Bezug auf ältere Folgen - abgeben. Und aus meiner Sicht sind dies eben 3 Sterne! Freilich verstehe ich auch die 4-Sterne-Bewerter, dennoch ist dies für mich insgesamt das schwächste aller Columbo-Gesamtpakete...

Zur Verpackung habe ich mich, glaube ich, schon ein anderes Mal geäußert. Auch ich muss sagen, dass mir die Kartonhüllen mit den dünnen Inlays lieber waren - hier waren die Discs praktischer rauszunehmen, weil nicht übereinandergelegt und auch optisch waren sie einfach schöner. Leider sind mittlerweile fast nur noch die dickeren Plastikhüllen erhältlich... Schade!

Ihr Geld ist auch diese Staffel aber mit Sicherheit wert - was für ein Schnäppchen derzeit, unglaublich!!

Abschließend: DANKE noch einmal für Columbo und die Möglichkeit ihn nun auch im deutschen Sprachraum vollständig und in gut aufbereiteter (also der Serie würdiger) Form genießen zu können!


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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen TBBT 5 hat endgültig bewiesen, dass..., 5. November 2013
...auch recht "klassisch" strukturierte Sitcoms (mit Hintergrundlachern und "Slapstickmomenten" etc.) in der Gegenwart sehr, sehr erfolgreich sein können und nicht zuletzt auch, dass Nerds in Wahrheit saucool sind!
Anm.: Ich fand letztens nur "King Of Queens" und das leider schon abgesetzte "My Name Is Earl" auf so durchgehend hohem Unterhaltungs-Level angesiedelt!

Eigentlich wollte ich ja eine "allgemeingültigere" Rezension zur ganzen (bisherigen) Serie verfassen, aber nachdem ich gesehen habe, wie viele sich hier über Inhalt und Entwicklung von TBBT den Kopf zermartern, möchte ich hier gleich quer einsteigen!

Es stimmt schon: TBBT ist nun mittlerweile mehr zu einer Art Beziehungskiste geworden. Wer hätte je gedacht, dass der Möchtegern-Macho Howard jemals eine feste Freundin hat, ja sich gar verlobt?
Wer hätte gedacht, dass Leonard zum Frauenhelden mutieren würde?

Fest steht, dass nun absehbar ist, dass das Serienfinale (zu dem hin es hoffentlich noch viele Staffeln dauern wird) wohl darin gipfeln wird, dass der zuerst eigentlich völlig beziehungsunfähige Sheldon mit seiner Amy eine - mehr oder weniger - "normale" Beziehung eingeht. Dennoch sind die einzelnen Plots der Folgen nach wie vor so witzig und pointiert ausgearbeitet, dass ich keine der "neueren" Folgen missen möchte! (Und überhaupt: Dass z.B. Penny und Leonard irgendwann zusammenkommen würden, hat sich eigentlich schon von Episode 1 weg abgezeichnet - oder etwa nicht??)

Staffel 5 beginnt im Prinzip mitten im Chaos - mit dem Staffel 4 ausgeläutet wurde. Raj und Penny kommen fast nackt bzw. zerzaust aus Leonards Schlafzimmer getaumelt - mit der Anmerkung gegenüber eines verdutzten Leonards, dass es nicht das sei, wonach es aussehe... Einzig Sheldon (aber wie auch) kann sich darauf nicht gleich so recht einen Reim machen...
Leonard fühlt sich daraufhin natürlich bestätigt, abseits von Pennys Bannaura (zu der er sich ja trotz bereits längerer Beziehung zu Pyria, Rajs Schwester, offensichtlich immer noch sehr hingezogen fühlt), nach möglichen Liebeskandidatinnen Ausschau zu halten, was aber nicht lange währt... Wäre nur noch zu erwähnen, dass Howard die Möglichkeit erhält, ins All zu fliegen, wovon Bernadette zunächst jedoch nicht sehr angetan ist...
Soviel einmal zum Haupthandlungsbogen oder mittelfristigen Staffelstrang. Ich halte diese Grundideen, die bei TBBT immer konsequent - Staffel für Staffel - abgearbeitet werden, für sehr schlau. Trotz aller möglichen Verrücktheiten, die sich aufgrund der seltsamen Beziehungsgeflechte fast schon von ganz allein zu ergeben scheinen, verliert das Produktionsteam nie die Gesamthandlung aus den Augen... Für eine typische Sitcom eigentlich ungewöhnlich und gleichermaßen genial, wie ich noch dazu anmerken möchte!

------Achtung, teils SPOILERGEFAHR!!------

Nun zu den Kritiken bezüglich Erweiterung der Haupthandlungsträger: Ich finde es sogar gut, dass man die Charaktere mit schwergewichtigen Rollen stets erweitert. Somit lastet nie nur auf einem Hauptprotagonisten die schwere Last des Alleinunterhalters (was nämlich schlimmstenfalls auch sehr schnell zu Abnützungserscheinungen und Verödung führen könnte)! Die Hinzunahme von anderen Frauen, neben Penny, die mehr und mehr dem Suff zu verfallen scheint (hat die in den ersten Staffeln auch schon so viel Wein in regelmäßigen Abständen konsumiert?), halte ich für konsequent und folgerichtig. Ein Weg, der wie bereits richtigerweise festgestellt wurde, schon ab Staffel 4 eingeschlagen wurde. Sehr amüsant ist dabei die daraus resultierende, komplizierte, zunächst konfliktgeladene Dreiecksbeziehung zwischen Howard, dessen stimmgewaltige Mutter und Bernadette (die witzigerweise auch eine Nervstimme, die in gewisser Hinsicht der Howard's Mutter ähnelt, besitzt).

Leonard beendet - Gott sei Dank - endlich seine Fernbeziehung zur Rays Schwester, die mir offengestanden meiste Zeit nur auf die Nerven gegangen ist, was natürlich zur Folge hat, dass sich er und Penny wieder näher kommen dürfen. Mich hat es vergleichsweise auch in der 3. Staffel nicht gestört, als die beiden zusammen waren. Eher hat es mich genervt, dass er zwischendurch immer wieder wechselnde Partnerinnen hatte, die noch dazu, fast wie "Fremdkörper", hilflos mit den durchwegs genial besetzten Hauptrollenträgern zu interagieren versuchten... Passt also auch!

Die beiden größten Konstanten der Serie bleiben weiterhin Sheldon und der liebenswürdige Raj. Wobei ersterer natürlich die immer noch dankbarste Aufgabe hat, den stetig aneckenden, unangepassten Ultra-Nerd verkörpern zu dürfen, während zweiterer immer verzweifelter ebenfalls sein Glück in der Liebe zu finden sucht (zuerst mit einer Taubstummen, dann gar mit einer sexy Handystimme). Zwar ist Amy stets bemüht, Sheldon "beziehungsfähig" zu machen (obwohl das, und da muss ich schon zustimmen, eigentlich so gar nicht zum ursprünglichen Charakter Amys passt), doch mehr als ein Vertrag mit fest vorgeschriebenen Beziehungs-Verhaltens-Parametern kommt dabei (vorerst) freilich nicht raus. Abgesehen davon vielleicht, dass Sheldon Amy jetzt offiziell "Freundin" nennen muss/darf.
Auch Raj hat - obwohl er als einziger immer noch Single ist - dennoch einige (wennauch vielleicht unscheinbarere) Wandlungen durchgemacht. Er ist auffallend sensibler und weinerlicher geworden und seine homoerotischen Züge nehmen teils ausufernde, unglaubwürdige Züge an. Allerdings wird er im Verlauf dieser Staffel mehr und mehr in den Hintergrund gerückt und kann so seinem alten Image wieder gerechter werden und näher kommen... Einzig mit dem jetzt Vollzeitverlobten Howard kann er nicht mehr ganz so herzerfrischend und köstlich interagieren, wie das vor allem am Beginn der Serie noch der Fall war...

Fazit: Ich verstehe das viele Herumgejammere offengestanden überhaupt nicht! Natürlich hatten - vor allem Staffel 1 und 2 - ihren ganz ureigenen Reiz und Charme, der vor allem darin begründet lag, dass 3 Vollnerds und einer, der sich auch für die "normale" Welt da draußen interessierte, mit "trivialeren", eher dem Konflikt mit dem Normalalltag entsprungenen, Problemen zu kämpfen hatten als mit typischen Beziehungskisten. So ganz 0/8/15-typisch sind die hier ohnehin schon zu ausführlich beschriebenen "Beziehungskisten" aber dennoch nicht. Die Anmerkungen, Gags und spitzfindigen Kommentare (vor allem in den jew. Episoden-Vorspännen) gefallen mir ehrlich gesagt immer besser! Aus Dialogen geht mehr Situationskomik denn je hervor. Einfach fabelhaft!
Und außerdem wäre es ja (jetzt mal Hand aufs Herz) schlichtweg fad, wenn Sheldon & Co. immer noch unverändert mit denselben Problemen zu kämpfen hätten, wie dies eben beispielsweise in jüngeren Episoden den Fall war...
Ich hoffe, man versteht mich richtig. TBBT hat sich zweifelsfrei verändert - meines Erachtens jedoch nicht unbedingt zum Schlechten. Ich finde sogar, dass diese 5. Staffel insgesamt eine kleine Steigerung zur Vorgängerstaffel darstellt, bei der ich - trotz einiger Highlights freilich - auch einige schwächere Folgen ausgemacht habe...

Langer Rede kurzer Sinn: 5 STERNE und basta. Ich sehe die jetzigen Tendenzen positiv und glaube, dass die Macher der Serie noch so einiges aus der Überraschungs-Zauber-Kiste hervorkramen werden, wenn man sie denn lässt!

Immer noch großartig, erheiternd, intelligent, witzig und genial! Die Marotten der einzelnen Charaktere könnten einander großartiger sich nicht im Wege stehen, also sprich: ergänzen.
TBBT ist Unterhaltung für die ganze Familie, für Weiblein und Männlein gleichermaßen und besticht durch fast schon ungeheuerliche Konstanz - womit ich natürlich die stets vorhandene Qualität der Einzelepisoden verstanden wissen will.

SUPER!!


The Who - Maximum Rock: Die Geschichte der verrücktesten Rockband der Welt
The Who - Maximum Rock: Die Geschichte der verrücktesten Rockband der Welt
von Christoph Geisselhart
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toll recherchierte Rock-Biographie mit vielen liebevollen Details!, 4. November 2013
Es ist in der Tat bemerkenswert, dass ausgerechnet jemand aus dem nicht-anglikanischen Sprachraum eine der vermutlich besten Rock-Biographien aller Zeiten geschrieben hat. Christoph Geisselhart ist Deutscher und Jahrgang '63, beschreibt die Außen- und Innenwelten der frühen bzw. werdenden The Who aber so verblüffend authentisch, als sei er selbst mit dabei gewesen in den Nachkriegswirren und den darauffolgenden aufregenden swingenden 60er-Jahren in London. "Maximum Rock" besticht durch Fachkenntnis, sprachliches Gespür sowie Liebe zum Detail, wie sie wohl nur ein echter Fan der Band zu offenbaren imstande ist.

Das eigentliche Meisterstück liegt meines Erachtens jedoch noch viel mehr darin begründet, dass es Herrn Geisselhart, der sich auch offen dazu bekennt Who-Fan mit Leib und Seele zu sein, nahezu mühelos gelingt immer wieder auch eine Art Vogelperspektive einzunehmen, die dem Leser - trotz aller Sympathie zu beschriebenem Stoff - einen außergewöhnlich objektiven Zugang zu zwischenmenschlichen Zerwürfnissen, internen Querelein und der unglaublichen, aber auch steinigen Erfolgsgeschichte einer der größten Bands des vergangenen Jahrhunderts ermöglicht.
Der Autor ist stets bemüht - obwohl man das im Lesefluss eigentlich gar nicht so merkt, weil's so selbstverständlich und natürlich geschieht - möglichst viele Aspekte für das Handeln bzw. Nicht-Handeln der hierin beschriebenen Personen darzulegen. Auch Milieus, Gruppierungen (z.B. die legendäre Mod-Bewegung) und soziale sowie politische Gegebenheiten werden nie außer Acht gelassen. Gleichzeitig bleibt trotz aller professionellen Sachlichkeit aber immer der Eindruck bestehen, dass dem Schreibenden diese Veröffentlichung wirklich am Herzen liegt. Ein äußerst gekonnter "Drahtseilakt", wenn man so will, also, der hier mit aller Leichtigkeit bewältigt wurde. Bravo!

Zum Inhalt des Schmökers - es ist der erste Band einer Triologie (den 2. hab ich übrigens auch schon gelesen) - möchte ich eigentlich gar nicht allzu viel sagen. Wie nicht anders zu erwarten beschäftigt sich dieses Buch vor allem mit dem frühen Werdegang von The Who, konkret vor allem mit dem Zeitraum von 1964-1971. Doch um eben diesen Zeitabschnitt mit all seinen eigenartigen, mitunter turbulenten Geschehnissen verstehen zu können, muss natürlich auch über die Zeit vor der Bandgründung ausführlich berichtet werden. Und es muss natürlich auch eine Auseinandersetzung mit den vier Hauptprotagonisten auf leicht psychologisch-philosophischer Ebene stattfinden. Wie konnte es je soweit kommen, dass vier so unterschiedliche Typen (und da kommen ja auch noch Manager, Produzenten etc. dazu!) ernsthaft gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten begannen? Da, Pete Townshend, der scheue, unsichere, in sich gekehrte, intellektuelle, ewig unzufriedene Kunst-Student mit seinem Riesenzinken (ist natürlich nicht bös gemeint, also nichts für ungut) im Gesicht; dort die mehr oder minder geerdete, "einfache" Verkörperung des Arbeitertypen in Form eines Roger Daltrey, der in seiner Jugend auch mal gerne die Fäuste in Konfliktsituationen sprechen ließ. Und dann noch der nach außen hin statische, aber durchaus lebenslustige "Brummbär", John Entwistle, der ob seiner Musikalität und seines unglaublichen Könnens und Gespürs den oftmals herabgewürdigten und belächelten Job des Rock-Bassisten in ganz neue Ebenen hievte. Und dann wäre noch die tragische, manische Figur Keith, alias "Moon The Loon", der trotz (vermutlich) unbeschwerter Kindheit zum Sorgenkind für seine Kollegen werden sollte und dessen Exzesse bereits - wenn auch nur ansatzweise & schemenhaft in diesen ersten Jahren - böse Vorboten in Form von dunklen Wolken am Horizont des strahlenden Rock-Star-Jet-Sets sein sollten; böse Vorboten für sein eigenes verkorkstes und jähes Lebensende.
Eigentlich erstaunlich, wie's die anderen geschafft haben, gerade noch rechtzeitig die Kurve zu kriegen... Aber eigentlich schweife ich da schon viel zu weit ab - darum geht's dann genauer in Band 2...
Natürlich wird auch etlichen Weggefährten (Manager, ausgetauschte Bandmitglieder von Vorgruppierungen etc.) gebührend Platz in dieser Who-Biographie eingeräumt, um das Gesamtbild (und das ist hier wirklich schon erstaunlich vollständig) würdig abzurunden...
Band 1 schließt - wie oben bereits erwähnt - mit dem Jahr 1971, also dem vermutlichen HÖHEPUNKT in der Karriere der Band, als das legendäre "Who's Next" für Furore sorgte...

Fazit: Als einer, der schon sämtliche großartige Dokus und Filme (z.B. "Amazing Journey: The Story Of The Who" oder auch "The Kids Are Alright") über die Band gesehen hat und sich generell gerne mit jüngerer Musikgeschichte auseinandersetzt (ja, ich hab z.B. auch Keith Richards "Life" u.a. gelesen), bleibt mir hier nichts anderes übrig, als eine unbedingte Leseempfehlung auszusprechen. Ein sehr lesenswertes, interessantes, detailreiches, aber kurzweiliges Buch, das man gewiss nicht so schnell und gerne wieder aus der Hand gibt, wenn man mal angefangen hat, darin zu lesen. Man freut sich als Leser wirklich schon immer auf die jeweils kommende Seite und trotz vieler tiefergehender Einblicke, ebbt diese Lesefreude nie ab. Einfach großartig! Sehr gut hat mir auch gefallen, dass Herr Geisselhart auf sämtliche andere Informationsquellen verweist (alte Weggefährten, das WWW etc.) und dass er zu den im Buch beschriebenem Zeitraum entstandenen Alben auch persönliche Verbalbeurteilungen abliefert - sogar zu den einzelnen Songs (inkl. Tipps für rare Aufnahmen)! Das rundet die Sache wunderbar ab und macht diesen ersten Teil (aber auch der darauffolgende ist sehr lesenswert - freuen Sie sich schon drauf!) somit noch authentischer, als er aber eigentlich ohnehin schon ist!

Nicht selten habe ich während des Lesens den Drang verspürt (dem ich teils auch nachgekommen bin), meine (nicht ganz komplette, geb ich zu) Who-Sammlung in chronologisch korrekter Reihenfolge nebenher aufzulegen! Die perfekte Band-Bio für eigentlich jeden, der etwas auf Rockmusik (auch durchaus modernere) und deren Herkunft hält...

Neben dem (allerdings autobiographischen und eigentlich nicht vergleichbaren) Dylan-Prunkstück "Chronicles Vol. 1" war "Maximum Rock" bisher die beste Rock-Biographie, die ich lesen durfte!
Vielleicht kann man die gesamte Triologie (Band 3 hab ich allerdings noch nicht gelesen, bin aber dennoch guter Dinge diesbezüglich) sogar als eine Art "Standardwerk" der Rock-Geschichte sehen. Ein Werk, auf das Christoph Geisselhart jedenfalls mit Fug und Recht stolz sein kann!

Phantastisch - das macht in Summe natürlich wohlverdiente 5 STERNE!!


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