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Rezensionen verfasst von
Michael Krautschneider "Filmfan & Musikliebhaber" (Scheiblingkirchen, Niederösterreich)
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Watumba
Watumba
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 24,99

5.0 von 5 Sternen Die "B-Sides" des Vorgängeralbums, die dieses musikalisch gesehen sogar übertrumpfen!, 26. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Watumba (Audio CD)
Zunächst mag einmal der recht durchmischte Charakter dieses Albums etwas irreführend, unkonventionell sein, der schon alleine deshalb gegeben ist, weil der letzte Teil der Platte mit Live-Material der damals aktuellen, sehr erfolgreichen Neppomuk-Tour 91 bestückt ist ("Erzherzog Jörgerl" z.B., für das die Band sogar wegen übler Nachrede vom mittlerweile verstorbenen Jörg Haider angeklagt wurde sowie "Alk-Parade" mit einem tollen (und damals neu hinzugekommenen) Andy Töfferl (R.I.P) in Höchstform).

Es ist zudem auch kein Geheimnis, dass WATUMBA quasi derselben Schaffensperiode wie der Vorgänger (NEPPOMUK'S RACHE) entstammt. "Der Würger" beispielsweise wurde bereits auf der Neppomuk-Tour gespielt und entstammt bestimmt denselben Sessions, aus denen auch sämtliche Songs des Vorgängeralbums hervorgegangen sind (in den Credits von NEPPOMUK'S RACHE ist der Song sogar explizit erwähnt, obwohl er auf besagtem Tonträger gar keinen Platz finden sollte). Erstaunlicherweise jedoch klingt die Produktion (Mastering, Mix) ein Stück weit frischer und lebendiger als eben vergleichsweise auf NEPPOMUK'S RACHE...

Und musikalisch ist WATUMBA nahezu gespickt mit Highlights, auch recht nüchtern gemessenen an der an Erfolgen ohnedies nicht armen EAV-Chronologie. Textlich gibt es wie bei allen älteren EAV-Werken sowieso nichts auszusetzen. Nun aber zu den Songs auf der Platte:

Schon der Start mit "Neandertal" ist perfekt - ein eingängiger Rock/Pop-Rhythmus, ausgeschmückt von fast schon ungewohnt harten, zynischen Textzeilen, wie "...Europa ist frei, Europa ist neu, bis auf eine kleine Balkanreiberei..." oder "...Sokrates, Plato, Hegl und Kant waren an der Börse nie genannt..." oder auch "...auch Zucht und Ordnung kehren wieder ein, in Deutschland brennt ein Ausländerheim..." machen diesen Track bis heute zeitlos und leider (immer noch) hochaktuell. Für mich überhaupt eine der besten EAV-Kompositionen ever!

"Jambo" hingegen bedient sich eines bereits im Vorfeld angenommenen Themas - es geht hier um Sextourismus (wie z.B. bei "Samurai" auf der Vorgängerplatte), nur spielt das ganze dieses Mal in Afrika und es geht um eine Frau, die sich auf erotische Abenteuersuche begibt. Musikalisch ist man nah und authentisch am Thema dran, der Refrain klingt hitverdächtig (war ja auch einer der Hits auf der Scheibe)...

"Die Ufos kommen" handelt von übermäßigem Alkoholkonsum und davon, dass man ab einer gewissen Promillegrenze jeden "Besen" hübsch und attraktiv findet. Schöne Songteile (Grundmelodie, Bridge, Refrain) finden hier gut zueinander...

"Der Würger" ist wie oben schon angesprochen ein Relikt aus der damals aktuellen Tournee und handelt von einem mordlüsternen Mann, der nachts durch die Straßen zieht, aber nie zum Zug kommt. Hier gibt's mal einen kleinen Ausflug in fast schon jazzige Gefilde (was live aber noch deutlicher herauszuhören ist). Ein sehr gelungenes, atmosphärisches Stück, das sehr gut auf dieses Album passt...

"Hildegard" handelt von einem Heiratsschwindler, der's nur aufs Geld abgesehen hat und präsentiert sich ebenfalls durchwegs ordentlich interpretiert.

Die B-Seite der Vinylplatte wird mit "Hip Hop" eröffnet, das sich über einfallslos produzierte Computermusik lustig macht und musikalisch auch mit zu den größten Leistungen der Band zählt. Ironischerweise macht man sich damit auch ein wenig über aktuell dargebrachte EAV-Platten lustig, die oft nur an schnöden Hitparaden-Abklatsch erinnern. Ihre musikalische Integrität hat die EAV spätestens seit IM HIMMEL IST DIE HÖLLE LOS (1997) verloren, als Anders Stenmo, Eik Breit (beides Urgesteine und Bandmitbegründer) und Günther Schönberger die Band verlassen hatten. Für den begnadeten Nino Holm (ebenfalls von Anfang an dabei) war ja bereits nach WATUMBA (also vorliegendem Werk) Schluss...

"Inspektor Tatü" macht sich schonungslos über an falscher Stelle gezeigten übereifrigen Polizeieinsatz lustig und wurde sogar als Single ausgekoppelt, soweit mir bekannt. Passt ebenfalls ganz gut auf dieses Chaos-Konzeptwerk und macht Spaß...

"Erzherzog Jörgerl" ist dann einer von zwei Live-Mitschnitten, die ja oben schon besprochen wurden. Angemerkt sei an dieser Stelle noch, dass die Feindschaft zwischen Haider und der Band noch länger bestehen sollte. Auch bei der Kunst Tour 95 bekam der mittlerweile verstorbene FPÖ/BZÖ-Politiker einiges ab...

"Dudelsack Dudu" ist im Grunde ein reiner Nonsens-Songs, so blöd, dass er schon alleine deswegen schon wieder Spaß macht. Auch die Reimspiele sind - gerade wegen des eigentlich nicht gegebenen Inhalts - beachtlich. Musikalisch ebenfalls ein kleines Ausrufezeichen...

Die "Alk-Parade", wo ein begnadeter Andy Töfferl (der seit der Neppomuk Tour 91 den ausgestiegenen Mario Bottazzi ersetzte) u.a. einen Elton John parodiert ist ein witziger und gefälliger Abschluss...

Zwischen den eben genannten Songs findet man immer wieder kurze (für die Band typische) Zwischensequenzen, die teils auch sehr lustig und unterhaltsam sind. Auch das Coverartwork weiß zu gefallen - alles in allerbester EAV-Manier!

Fazit: Mit "Neandertal", "Jambo" und "Hip Hop" enthält WATUMBA schon einmal 3 waschechte EAV-Hits bzw. Klassiker, die bis heute nichts an ihrem Charme, ihrer kritischen Schärfe und ihrer musikalischen Eingängigkeit (womit ich aber nicht flach oder glatt oder dergleichen meine) verloren haben. Auch die anderen Tracks wissen zu gefallen - wobei ich, wie schon gesagt, die Platte insgesamt für eines der musikalischen Highlights der Band (neben LIEBE, TOD & TEUFEL sowie SPITALO FATALO) halte. Einfach großartig!

Lediglich der Charakter der Platte insgesamt wirkt aufgrund der Live-Einstreuungen etwas eigenartig. Sieht man die EAV jedoch in ihrer Ur-Tradition als Rock-Kaberettisten (man höre z.B. CAFE PASSE), dann passt die Scheibe von ihrer Aufmachung her (musikalisch als auch textlich und grafisch) wie die vielzitierte Faust aufs Auge! Wenngleich ich mich immer im Bezug zur EAV ein bisschen gegen die Bezeichnung "Kabarett" wehre, da man der (alten) Band so ein wenig die musikalische Würde (also ihr Können, die Beherrschung ihrer Instrumente etc.) ein wenig abspricht, wie ich finde. Ich hoffe Sie verstehen, was ich meine...

Kurzum: Das letzte ganz große Ausrufezeichen der österreichischen Kult-Band - kommerziell als auch qualitativ, wobei das 1994 erschienene NIE WIEDER KUNST wenigstens streckenweise auch noch ganz gut war...
Um meine grundsätzlich positive Einstellung zu dieser Platte zu untermauern, möchte ich an dieser Stelle 5 Sterne vergeben, obwohl's streng genommen wohl doch eher "nur" 4,5 wären...

Viel Spaß mit WATUMBA bzw. hört mal wieder rein (vielleicht gemeinsam mit euren Kindern)!


Neppomuk's Rache
Neppomuk's Rache
Preis: EUR 21,99

4.0 von 5 Sternen Intelligente Ulk-Parade mit leichtem Tiefgang, musikalisch-soundtechnisch jedoch nicht gänzlich überzeugend!, 20. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Neppomuk's Rache (Audio CD)
Auch, wenn sich so etwas aus heutiger Sicht (was bitteschön wird uns da gegenwärtig als "EAV" präsentiert - hat denn das überhaupt noch irgendetwas mit den ambitionierten Wurzeln der Band zu tun??) albern anhören mag: Aber anno 1990, als an NEPPOMUK'S RACHE gearbeitet wurde, konnte die EAV, die gerade Multitalent Mario Bottazzi verloren hatte (er stieg aus der Band aus), mit dem Selbstbewusstsein ins Studio gehen, die größte und erfolgreichste Popband Österreichs zu sein! Nach den zwei riesengroßen und mehrfach ausgezeichneten Erfolgsalben GELD ODER LEBEN (1985) sowie LIEBE, TOD & TEUFEL (1987), auch die gelungene Jubiläumsausgabe KANN DENN SCHWACHSINN SÜNDE SEIN? (1988) sollte man nicht vergessen, war vorliegender Platte quasi von Haus aus ein gewisses Maß an kommerziellem Erfolg vorausbeschieden. Tatsächlich sollte dieses Album sich auch noch einmal so richtig gut verkaufen (wenn auch nicht ganz so toll wie zuvor besagte Vorgängerwerke), ebenso wie das nachfolgende WATUMBA (das eigentlich teils in den gleichen Sessions entstanden ist und irgendwie zu hiesigem Album dazugehört, wie ich finde), ehe es dann allmählich bergab gehen sollte... So gesehen nimmt NEPPOMUK'S RACHE, gemeinsam mit WATUMBA (das dann ein Jahr später veröffentlicht werden sollte) - freilich unfreiwillig - auch ein bisschen die Stellung eines "Ausläufers" (ist aber nicht böse gemeint) ein...

Textlich ist vorliegendes Album eine kleine Macht: Pointen zünden, Bissiges kommt reichlich bissig rüber und für eine ausgewogene, nicht aber übertriebene Prise Nonsens ist schließlich auch noch gesorgt. Etwas gewagter als anno dazumal gewohnt spricht man auch wieder mal ernstere Themen an - so wie einst bei den genialen, meines Erachtens nach hochunterschätzten Frühwerken al la CAFE PASSE oder SPITALO FATALO (teils auch noch A LA CARTE). Zwar hatte diesbezüglich auch das berühmt-berüchtigte "Burli", das sich mit Tschernobyl und seinen Folgen bitterböse-ironisch auseinadersetzte, vom Vorgänger LIEBE, TOD & TEUFEL einen eigentlich todernsten Hintergrund, aber Songs wie "s'Muaterl" oder "Es steht ein Haus (in Ostberlin)" (damals höchstaktuell, weil die Mauer und der Eiserne Vorhang gerade gefallen waren) versuchen eigentlich gar nicht witzig zu sein und sprechen ziemlich unverblümt unschöne Wahrheiten an (wofür man wie schon einst bei "Burli" wiederum mit Sendeboykotts belegt wurde - bei "s'Muaterl" wird z.B. der Papst bzw. die kath. Kirche sehr kritisch dargestellt, was einigen Sendestationen nicht in den Kram passte). Vielleicht ist auch dies nur eine Untermauerung meiner anfangs aufgestellten These, dass Mastermind Thomas Spitzer und Co. an jenen Tagen sehr selbstbewusst zu Werke gingen...

Die Hits, obwohl eigentlich gerade die weniger bekannten Songs für meine Begriffe dieses Album "richtig gut" machen, sind aber eher gewohnter Natur (schon schwärzlich gefärbt, allerdings in erster Linie dennoch eher lustig und blödelnd) und sind überdies (wie man's damals aber von dieser kunterbunten Supertruppe aber auch erwarten durfte) noch reichlich vorhanden: "Ding Dong", "Einer geht um die Welt" und "Samurai" gehören mit zu den bekanntesten Tracks, die die EAV jemals herausgehauen hat. Man könnte diese Songs wohl guten Gewissens auch als Klassiker der Band bezeichnen. Während "Ding Dong" einem witzig-skurril vor Augen führt, welch schicksalhaften Dinge einem durch unbedachtes Öffnen der Haustüre widerfahren können, ist "Einer geht um die Welt" lediglich ein Nonsens-Lied über den größten Ausbrechkünstler der Welt, der - wie's auch im Text heißt - jedem schon entsprungen/entflohen sein dürfte. "Samurai" nimmt sich - wiederum sehr lustig - einem eigentlich sehr ernsten (und moralisch höchst fragwürdigen) Thema an: dem Sextourismus. Gekonnt wird hier das Bild eines Herrn Maier gezeichnet, der zuhause unauffällig und verklemmt ist, in Thailand jedoch alle Register zieht und im wahrsten Sinne des Wortes die Puppen tanzen lässt (weshalb er dann mit einer Geschlechtskrankheit wieder nach Hause kommt). Auch heute noch ein sehr aktuelles und aufrüttelndes Lied, das auch musikalisch sehr gut umgesetzt wurde. Apropos Musik - zu der möchte ich jetzt ohnehin gleich kommen...

Die anderen Songs genießen - mehr oder weniger - Mitläuferstatus, wobei der Opener "Wo ist der Kaiser?" musikalisch für mich zu den interessantesten/gelungensten Tracks auf NEPPOMUK'S RACHE gehört, auch der genäselte Akzent (Klaus Eberhartinger in Bestform) ist spitze und passt prima zum Song. Lediglich die Produktion ist mir fast etwas zu "poppig". Ich kenne dazu auch eine Live-Version (von der "Neppomuk-Tour `91", die gab's mal auf VHS!), die mir weitaus besser gefällt. Heraushebenswert wäre dann meines Erachtens noch der Abschlusstrack "Vorbei", der melodisch-stilistisch Anleihen beim Wienerlied (also bei mehr od. minder typischen Heurigenliedern) nimmt und kontrovers-heiter das Sterben und den Tod abhandelt. Mich erinnert dieses Lied immer ein wenig an Arik Brauer, der ja einst mit "Geburn für die Gruabn" (unbedingt anhören, fallst Sie das noch nicht kennen sollten) ein Meisterwerk in ähnlicher Tradition geschaffen hatte.

"Arrivederci", das typische Italo-Schnulzen ein wenig musikalisch aufs Korn nimmt (und inhaltlich ziemlich belanglos bleibt, wenn man ehrlich ist), das stampfend-treibende (toller Snaresound) "Es fährt kein Zug" (im Grunde ein reiner Nonsens-Song) und das allerweltskritische "Würschtlstand" (hierin geht es ums Ozonloch, um die politischen Umwälzungen in Südafrika und plumpe, unverbesserliche Stammtischphilosophen) sind nettes Beiwerk und passen ganz gut auf das Album, um richtige Klassiker handelt es sich dabei aber sicher nicht.

Musikalisch und soundtechnisch ist auch alles im grünen Bereich, wobei mir die Produktion die ganze Scheibe hindurch ein bisschen zu "clean", glatt und poppig ist, um ehrlich zu sein. Dennoch spürt man hier in jedem Song noch ein Stück weit musikalische Integrität, wie sie ja leider auf aktuellen EAV-Alben (damit mein ich jetzt mehr od. weniger alles, was nach NIE WIEDER KUNST herausgekommen ist) überhaupt nicht mehr vorzufinden ist. Anders gesagt: Bei älteren EAV-Liedern merkt man auch vom Spielen, vom Sound her (abgesehen mal vom Gesang), dass es sich hierbei um die EAV handeln muss, während aktuelles Songmaterial größtenteils nicht mehr als billigen Abklatsch aktueller Radio-Hit-Popkultur (langweilig und austauschbar) darstellt - leider (und natürlich ist das lediglich meine Meinung!) Die EAV war/ist halt immer mehr als das begnadete Blödel-Duo Spitzer/Eberhartinger. Ein Anders Stenmo (Schlagzeug), Eik Breit (Bass) oder Nino Holm (Keyboards) waren halt auch ein beträchtlicher Teil EAV, der nicht einfach so ersetzbar ist (was jetzt aber keinesfalls die aktuellen Musiker heruntermachen soll - nur ist EAV halt nicht gleich EAV). Ironischerweise gibt's vom Produzieren billiger Computermusik ja sogar einen gelungenen EAV-Song namens "Hip Hop", der dann am Nachfolgealbum (WATUMBA) erscheinen sollte. Ich glaube aber nicht, dass die alte EAV-Kombo jemals damit gerechnet hätte, sich damit eines Tages ein Stück weit selbst zu karikieren (im Ernst: Hört euch ältere und neue EAV-Produktionen an und dann versucht dann mal diese These zu widerlegen). So, genug davon...

Fazit: NEPPOMUK'S RACHE ist der vorletzte große Wurf einer enorm einflussreichen und teils auch heute noch unterschätzten österreischischen Kultband und zugleich so etwas wie der erste Ausläufer (neben dem praktisch zeitgleich bzw. auf der Neppomuk-Tour entstandenen WATUMBA, das ein Jährchen später auf den Markt kommen sollte) einer großen Ära, die dann allerspätestens nach NIE WIEDER KUNST (1994/95) völlig zu Ende gehen sollte. Die Songs hierauf sind größtenteils sehr gut, teils durchschnittlich gut, die Produkion ist ziemlich glatt, aber dennoch bei weitem besser als alles, was uns da aktuell unter dem Deckmantel EAV" nachgehauen wird. Auch eine Art Konzeptcharakter (wie er aber für EAV-Alben eigentlich typisch ist) ist gegeben - schon alleine der teils sehr witzigen Zwischensequenzen (Z.B. "Intro-Nepp", "Moses & das Rote Meer" etc.) wegen. Und auch das wieder einmal sehr gelungene Coverartwork lässt keine Wünsche offen (tolles Booklet mit Karikaturen, Songtexten etc.).

Insgesamt macht das aus meiner Sicht verdiente 4 Sterne. LIEBE, TOD & TEUFEL gefällt mir alles in allem ein Stück weit besser (auch was Produktion und Musik betrifft). Musikalisch sind eigentlich auch WATUMBA und (wenigstens teilweise) NIE WIEDER KUNST zumindest nicht schlechter (eher besser sogar, würde ich meinen).

Und trotzdem: NEPPOMUK'S RACHE ist durch und durch ein Ur-EAV-Album und gehört zu den größeren Errungenschaften der Band. Deshalb traue ich mich auch eine Kaufempfehlung für alle Freunde des Austropop auszusprechen.
Kurzresümee: Intelligente Kritik, größtenteils verpackt in lustig-freche Wortgewandtheit und leicht zugängliche, nicht allzu aufregende Popmusik, wobei das eine oder andere Mal auch recht offen so manches heikle Thema angesungen wird. Es ist aber immer noch von Menschen gemachte, handgefertigte Pop-Musik (freilich von manchem Studiotamtam unterstützt), die die EAV für mich zumindest immer zu dem gemacht hat, was sie war - eine tolle, gut eingespielte Band mit viel musikalischem Feingefühl...

Als Österreicher (da ja eigentlich sowieso) oder Deutschsprechender sollte man die Platte wenigstens gehört haben. Eigentlich ist sie sogar ein Pflichtkauf. In jedem Fall handelt es sich hierbei um ein echtes Ur-EAV-Album, was ja an sich schon für ein gewisses Qualitätsmaß bürgt...


Liebe, Tod und Teufel Teil 1
Liebe, Tod und Teufel Teil 1
Preis: EUR 19,23

5.0 von 5 Sternen Eines der kommerziell erfolgreichsten Musikalben des Austropop überhaupt..., 17. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Liebe, Tod und Teufel Teil 1 (Audio CD)
...und das ist gewiss kein Zufall. Als LIEBE, TOD & TEUFEL anno 1987 veröffentlicht wurde, stürmte es im Nu die Charts. In Österreich und der Schweiz schaffte es die Platte auf Platz 1 und in Deutschland immerhin auf Rang 3. Bis heute ist dies eines der erfolgreichsten, wenn nicht das erfolgreichste österreischische Pop-Album überhaupt - zumindest im deutschen Sprachraum!

Günde für den fast schon unheimlichen Erfolg gibt es viele. Einerseits wurde vorliegender Scheibe mit dem ebenfalls äußerst erfolgreichen Vorgänger (GELD ODER LEBEN) quasi eine Art roter Teppich ausgerollt (gewiss waren viele neu hinzugewonnene Anhänger neugierig, was denn da nachgeliefert werden konnte), andererseits befand sich Mastermind und EAV-Kopf Thomas Spitzer wohl in seinem Zenit. Alle Pointen zünden - jede bitterböse schwarze Phrase trifft mitten ins Schwarze! Hinzu kommen noch die ziemlich eingängigen Melodien der Songs und eine dicke, fette, höchstprofessionelle Produktion (Mischung, Mastering betreffend). Ich glaube sogar, dass bis heute kein EAV-Album auf den Markt gekommen ist, das LIEBE, TOD & TEUFEL soundtechnisch in den Schatten stellen könnte.

Es ist dies auch jene Platte, auf der zum letzten Mal alle (wirklichen) EAV-Größen mitgewirkt haben. Neben dem damals dauerkreativen Spitzer, waren auch noch Meisterinterpret Klaus Eberhartinger, Nino Holm, Mario Bottazzi, Eik Breit sowie Anders Stenmo mit von der Partie. Nicht zu vergessen natürlich auch Günther Schönberger, der bei Live-Shows vor allem schauspielerisch in Erscheinung trat (und im Studio meist u.a. für Backgroundvocals sowie Saxophonparts zuständig war).
Herr Bottazzi, der mit Sicherheit eine Bereicherung für die bitterböse Blödelkombo darstellte, war am Enstehungsprozess des Nachfolgewerkes (NEPPOMUKS RACHE, 1990) bereits nicht mehr beteiligt, für die (sehr erfolgreiche) Tour anno 1990/1991 wurde dann Andy Töfferl (der leider schon verstorben ist) angeheuert. Aber das war ja damals noch Zukunftsmusik...

Jedenfalls nimmt LIEBE, TOD & TEUFEL (das hier als Teil 1 untertituliert wurde, obwohl es bis heute keinen 2. Teil dazu gibt) einen ganz besonderen Stellenwert in der EAV-Historie, aber ebenso in der Geschichte des Austropop ein!
Man kann sich das ja heutzutage eigentlich gar nicht mehr vorstellen. Die EAV wurde tatsächlich zu besten Sendezeiten auch im TV gezeigt - auch bei richtig großen Quotenkrachern wie z.B. WETTEN DASS... war die österreichische Monty-Python-Version geladen... Aber gut, besagte Show gibt's ja mittlerweile auch nicht mehr...

Vorliegende Platte kann mit Fug und Recht als Konzeptalbum bezeichnet werden. Zwar hängen die Songs nicht unbedingt thematisch eng zusammen, aber mit den durchwegs gelungenen Zwischensequenzen ("3 verliebte Pinguine" als Intro und Outro, "Yes, That's Jazz" gen Ende der A-Seite (was einem beim CD-Hören ja zunächst einmal gar nicht so richtig bewusst sein wird)) ergibt sich fast schon zwangsläufig so etwas wie ein roter Faden. Womit wir nun (endlich) bei den Songs angelangt wären...

Mit "Küss die Hand, schöne Frau" (wovon's im Anhang dieser CD netterweise auch noch eine unzensierte Maxi-Version gibt, als Zuckerl quasi) enthält LIEBE, TOD & TEUFEL schon einmal die erfolgreichste EAV-Singleauskopplung aller Zeiten. Bandklassiker wie "An der Copacabana" oder das einst sehr umstrittene "Burli" (das bitterböse Tschernobyl und dessen Folgen aufs Korn nimmt und im deutschen Rundfunk sogar boykottiert wurde) runden dieses Album sozusagen weiter gefällig ab.
Aber auch die vermeintlich nicht so populären Tracks, wie der Titeltrack (mit bösen, bösen Seitenhieben auf die manchmal fragwürdige Moral der kath. Kirche) oder "Der Tod" können mühelos begeistern.
Titel wie "Tarzan und Jane" oder das mittlerweile legendäre "Sandlerkönig Eberhard" (eine abgewandelte, tragisch-komische Romeo-und-Julia-Geschichte) bestechen durch ihre tollen, zeitlosen Melodien und die Prinz-Charles-Verapfelung Ohr-Troubles ist schon alleine ihres stampfenden Grooves und der tollen Soundästhetik wegen (kein Scherz - hören Sie sich vergleichsweise Produktionen internationaler Künstler aus dieser Zeit an!) ein Ohrenschmaus (im wahrsten Sinne des Wortes). Textlich kann man - wie schon anfangs erwähnt - sowieso nichts bekriteln. Einzig das sehr Umpapa-umpapa-artig-vorgetragende "Auf der Nepperbahn" hat mich bis inkl. heute noch nie so richtig überzeugen können (textlich aber auch top).

Hinzu zu dem bis hierin schon äußerst gelungenen Gesamtpaket kommt dann noch das liebevoll gestaltete Booklet, dass sich den neugierig nachlesenden Hörern als kunterbuntes Mini-Comic präsentiert - auch hier war ein Thomas Spitzer voll auf der Höhe seines Schaffens...

Fazit: Sogar nicht so eingefleischte EAV-Fans müssten LIEBE, TOD & TEUFEL eigentlich ihr eigen nennen. Hier trifft sehr gute Musik, verpackt in ein stimmiges Konzept, auf eine tolle Produktion (wohl die beste überhaupt bis dato - wenigstens was die EAV betrifft). Die Texte sind sowieso über jeden Zweifel erhaben...

Was mich einzig ein bisschen stört ist, dass man die EAV heutzutage stets in eine Art Kabarrett-Pop-Schublade stecken möchte. Natürlich machen sich Spitzer & Co. hier über vieles lustig und natürlich waren auch die aberwitzigen Bühnenshows immer ein zentraler Bestandteil des Programms. Dennoch glaube ich, dass man speziell die älteren EAV-Platten durchaus auch ganz einfach als Pop/Rock-Musik einstufen kann. Mir kommt es manchmal so vor, als würden die musikalischen Fähigkeiten der (einstigen) Gruppenmitglieder zu sehr in den Hintergrund gedrängt. Hören (oder sehen) Sie sich doch bitte einmal Ausschnitte der damaligen Tour an! Auch Auszüge der 91er-Tour oder der Kunst-Tour (1995), wovon's Gott sei Dank ja auch einen mehr als würdigen Live-Mitschnitt gibt, werden Ihnen sehr schnell vor Augen führen, welch großartige Musiker diese multitalentierten "Pop-Blödler" auch waren. Freilich hat sich seither so manches geändert. Für mich persönlich hat die eigentliche (Ur-)EAV ja mit NIE WIEDER KUNST (und der anschl. Tournee anno 94/95) zu existieren aufgehört (schade, dass man sich da - wenn man gewissen Berichten glauben darf - teils so böse zerstritten hat)... Manchmal sind die einzelnen Bestandteile eines Ganzen halt nicht einfach so wett zu machen. Und der alleinige Verbleib des Duos Spitzer/Eberhartinger reicht meines Erachtens eben nicht aus, um den Namen EAV würdig aufrechtzuerhalten. Vergleichen Sie aktuelle Show-Mitschnitte (z.B. via youtube) mit älteren - dann werden Sie schon verstehen, was ich meine...

LIEBE, TOD & TEUFEL ist für mich ganz klar nur mit dem Höchstbewertungsmaß beurteilbar - so gut war die EAV nachher eigentlich nie wieder (wenngleich gesagt werden muss, dass man auch die Nachfolgewerke (NEPPOMUKS RACHE, WATUMBA!, bis hin zu inkl. NIE WIEDER KUNST durchaus nicht verachten sollte)!

Auch, wenn ich lange gebraucht habe, um's zu kapieren (als Kind begeistert gehört, dann aus dem Bewusstsein gestrichen usf.) - die (Original-)EAV ist wirklich nichts, wofür man sich genieren müsste! Ganz im Gegenteil. Alben wie dieses hier sind der beste Beweis dafür!!

Schade, dass der heutige "EAV-Aufguss" mehr an ein Bierzeltunterhaltungsprogramm erinnert als an glorreiche Zeiten wie einst! Damals gingen Niveau, Humor, Musik und Unterhaltung tatsächlich Hand in Hand - aber hören Sie selbst...


Maiden England '88
Maiden England '88
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Authentisches Live-Feuerwerk mit vielen Highlights!, 16. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Maiden England '88 (Audio CD)
Hm. Im Falle von Iron Maiden ist es mittlerweile tatsächlich so, dass man die Live-Alben-Veröffentlichungspolitik fast schon als inflationär bezeichnen muss. Dennoch würde ich eher das Positive daran sehen und freue mich über die breite Auswahlmöglichkeit (hab schon in sämtliche Live-Tonträger reingehört und muss sagen, dass eigentlich kein Live-Audiodokument dabei ist, von dem ich sagen könnte, es sei mies od. dergleichen).

Für Unentschlossene und solche, die möglicherweise gerade dabei sind IM für sich zu entdecken und deshalb nicht so recht wissen, zu welchen Platten/CDs sie greifen sollen, kann ich an dieser Stelle gleich mal beruhigend anmerken: GREIFT BEDENKENLOS ZU!!

MAIDEN ENGLAND `88 (aufgezeichnet am 27. und 28. November 1988 in Birmingham) ist ein Gesamtkonzertmitschnitt (höchstens zusammengeschnippelt aus zwei zuvor besagten Abenden halt), klingt absolut authentisch, energetisch und besticht zudem durch eine tolle Setlist. Klar kann man über die Titelauswahl bei Live-Veröffentlichungen immer diskutieren - aber hiesige Songabfolge weiß durchaus zu begeistern! Nicht umsonst hat man große Teile dieses Sets auch bei aktuellen Shows zum Besten gegeben (man spricht dabei, soweit mir bekannt, auch von sogenannten "historischen" Sets)...

Man darf/sollte auch nicht vergessen, dass IM 1988 an einem (erneuten) Zenit angelangt waren: Seit dem 1984 erschienenen POWERSLAVE (wovon hier interessanterweise allerdings gänzlich kein Track vorzufinden ist - vermutlich hatte man sich von jenem Songmaterial aber ganz einfach schon ein bisschen "totgespielt" (Anm.: Man denke nur an die ausgedehnte WORLD SLAVERY TOUR der Mittachtziger!)) schien es stetig bergauf zu gehen (strenggenommen ging es eigentlich seit dem Debüt IRON MAIDEN von 1980 unaufhörlich bergauf, aber egal jetzt). War schon das 1986 veröffentlichte SOMEWHERE IN TIME ein großer kommerzieller Erfolg gewesen, so legte das damals aktuelle SEVENTH SON OF A SEVENH SON nochmal einen oben drauf - zum zweiten Mal Nr. 1 in Großbritannien (nach dem großartigen THE NUMBER OF THE BEAST von 1982), zum ersten Mal Nr. 1 in Deutschland und ein immerhin beachtlicher 12. Rang in den US-Charts beleg(t)en in nackten und nüchternen Zahlen, dass IM allerspätestens jetzt fixer Bestandteil der obersten Eliteliga des Rock (od. meinetwegen auch Heavy Metal) waren!

Nun aber wieder zu vorliegendem Produkt: MAIDEN ENGLAND `88 präsentiert sich (derzeit äußerst kostengünstig wohlbemerkt!) seinen Hörern frisch restauriert (2009 bzw. 2013 remastered, wenn man den Credist glauben darf) und vollständig auf zwei Discs. Ich für meinen Teil liebe authentische Konzertaufzeichnungen, vor allem dann, wenn so grandiose Musiker wie die Herren Dickinson, Smith, Murray, Harrison und McBrain wie eine Ladung Dynamit losgehen!! Man kann meines Erachtens alles (Instrumente, Gesang) schön heraushören, auch wenn beispielsweise McBrain's Bassdrum phasenweise ein bisschen dünn daherkommt oder aber auch kleinere (aber eben authentische) Schwankungen in Bruce Dickinsons Stimme wahrnehmbar sind. Dennoch haben IM für meine Begriffe LIVE (auch, wenn sie heute immer noch phantastisch sind) nie mehr besser, energetischer und entschlossener geklungen (na gut, ROCK IN RIO 2001 ist nah dran)! Man kann da wohl wirklich von einem Zenit bzw. einer ganz besonderen Ära in der Maiden-Chronologie sprechen. Noch dazu kommt die toll eingefangene Stimmung des Publikums, das voll und ganz mitgeht und dem ganzen Spektakel sozusagen noch zusätzliche Würze verleiht...

Auf die einzelnen Songs möchte ich hier nicht allzu genau eingehen, gespickt mit Live-Highlights ist dieses Live-Meisterwerk aber allemal! Schon die Eröffnung mit dem damals hochaktuellen "Moonchild" ist ein Hochgenuss, vor allem das Intro mit dem gut aufgelegten Publikum im Hintergrund schafft perfekte Einstiegsatmosphäre und lässt dem Hörer eigentlich gar keine andere Wahl, als sich voll und ganz der folgenden Dierbietung bzw. den folgenden Darbietungen hinzugeben...
Die beiden darauffolgenden "The Evil That Men Do" (ebenfalls aktuell damals, auch als Single in den Charts vertreten) sowie das damals schon als "Klassiker" titulierte "The Prisoner" (vom Erst-Meisterwerk, dem 3. Studioalbum THE NUMBER OF THE BEAST) können vollends überzeugen und machen Lust auf mehr... (Beim gesprochenen Intro-Teil von "The Prisoner" ist das Publikum fast lauter als das abgespielte Band im Hintegrund!)
So geht es schon auf CD 1 mehr oder minder eindrucksvoll (persönliche Geschmacksdifferenzen freilich inbegriffen) dahin, wobei ich das wunderbar dargebrachte "Infinite Dreams" (Nr. 6, CD 1) an dieser Stelle noch etwas hervorheben möchte.
Das Ende der ersten Disc stellt dann bereits einen ersten finalen Höhepunkt dar: "Can I Play With Madness", "Heaven Can Wait" und "Wasted Years" schaffen es dann nochmal einen oben draufzusetzen - auch das Publikum scheint jetzt völlig durchzudrehen... Mitunter sind dies (meines Erachtens halt) einige der allerschönsten Maiden-Kompositionen ever. Und ja: Für mich gehört da eben auch das vermeintlich "glatte" und "poppige" "Can I Play With Madness" dazu, das mir in hiesiger Livepracht (noch "rotziger", rockiger und mehr "dirty") fast noch besser gafällt als das ebenfalls schon sehr gelungene Studiooriginal (wiederum vom damals aktuellen SEVENTH SON OF A SEVENTH SON). Das hervorragende "Heaven Can Wait" vom Vorgängeralbum SOMEWHERE IN TIME ist überhaupt zu einem Synonym für dieses ganze Live-Paket geworden (äußerst anprechende Überschrift eines Vor-Rezensenten hier). Hier schaffen es Dickinson & Co. tatsächlich - wenigstens für Maiden-Fans - ein Stückchen Himmel hier zu uns auf die Erde zu holen (sodass wir mit dem Auffahren in den Himmel ruhig noch ein bisschen warten können), auch heute noch. Das begeisternde Anfangsriff von "Wasted Years" (ebenfalls von SOMEWHERE IN TIME) hat bis heute nichts an Elan und Schwung eingebüßt - macht einfach Spaß!

Die zweite CD setzt - die tolle Stimmung/Atmosphäre haltend - praktisch nahtlos fort. "The Clairvoyant" (mit seinem tollen Refrain), "Seventh Son Of A Seventh Son" (das längtes Stück hierauf) und "The Number Of The Beast" gehen weg wie ein Block Butter von der heißen Herdplatte. Der allerletzte Teil (also die restlichen 5 Tracks, der insgesamt 8 auf CD 2, auf CD 1 sind übrigens genau 10 Tracks vorhanden) begeistert mich persönlich nicht mehr so wie bisheriger musikalischer Sprengstoff. Die Klassiker "Hallowed By The Name" (das interessanterweise falsch hinten abgedruckt wurde) oder aber auch "Run To The Hills" zünden aber wie immer - ich glaube ja fast, dass diese Nummern in (fast) keinem Live-Set der Eisernen Jungfrauen fehlen dürfen!

Fazit: MAIDEN ENGLAND `88 ist wahrhaftig ein Live-Klassiker, der in hiesiges, vervollkommnendes und remastertes Gewand verpackt noch mehr Eindruck schinden kann. Die Darbietung ist duchwegs klasse und lässt keine Wünsche offen. Die Prdouktion ist authentisch - in keinster Weise steril, aber auch nicht schlampig oder dergleichen; ein kantiges, knackiges Live-Hörerlebnis also, das heute ebenso mühelos zu begeistern vermag wie vor über einem Vierteljahrhundert!

Ich persönlich besitze neben eben rezensierte(r) Scheibe(n) noch einige Studioalben der Maidens (ja, alle hab ich nicht!), ebenso das Live-Doppelalbum EN VIVO!, das mir ebenfalls sehr gefällt, interessanterweise bei alteingesessenen Fans jedoch nicht ganz so gut wegkommt. Vergleicht man dieses (momentan aktuellste) Live-Werk mit MAIDEN ENGLAND `88, so lassen sich wenigstens produktionstechnisch doch einige Unterschiede feststellen, wobei meines Erachtens der authentische, erdige Live-Charakter von MAIDEN ENGLAND `88 ebenso reizvoll sein kann, wie das vom Sound her etwas klarere, brillantere EN VIVO! Am besten legt man sich überhaupt gleich beide Live-Meisterwerke zu!!

MAIDEN ENGLAND `88 ist ein Live-Klassiker, der Iron Maiden vielleicht am Höhepunkt ihres Schaffens zeigt (auch, wenn sie auch heute noch wirklich, wirklich gut sind). Sound und Darbietungen lassen keine Wünsche offen und auch die Setlist (mit starkem Fokus auf die damals letzten beiden aktuellen Alben) vermag zu entzücken!

Man kann dieses Meisterwerk durchaus auf einer Ebene mit z.B. AC/DCs IF YOU WANT BLOOD, YOU'VE GOT IT oder aber auch (dem mittlerweile leider vergriffenen Bootleg) ATLANTIC CITY `89 von den Rolling Stones sehen. Auch etliche sehr gelungene Pearl-Jam-Bootlegs fielen mir da jetzt ein... Na ja, egal - Sie wissen schon, wie's gemeint ist ;)

Also: Ein 6-Sterne-Klassiker, mit dem auch Unentschlossene und Neuankömmlinge im Maiden-Terrain garantiert nichts falsch machen können!! Wenn man nur ein einziges Maiden-Live-Werk besitzen wollen möchte (aus welchen Gründen auch immer) und sich (ob der sehr breiten Auswahl) nicht entscheiden kann, dann MUSS es eigentlich unbedingt dieses hier sein!

Schlagt zu, liebe Leute - ach ja, und: UP THE IRONS!!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 18, 2014 11:10 AM MEST


Das Geheimnis hinter der Tür (Filmjuwelen)
Das Geheimnis hinter der Tür (Filmjuwelen)
DVD ~ Joan Bennett
Preis: EUR 12,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Langs "psychologischstes" und komplexestes Leinwandwerk..., 14. August 2014
...spaltete einst wie heute die Geister. Wie nicht wenige Filme des Wiener Meisterregiesseurs, der anno dazumal (1947 war's genau) nach seiner Flucht aus Nazi-Deutschland (trotz oder wegen Topangeboten und Schmeicheleien eines gewissen Herrn Goebbels) bereits seit über einem Jahrzehnt in Hollywood sesshaft war und sich dort auch einen Namen gemacht hatte (was er aber aufgrund seiner in Deutschland geschaffenen Meisterwerke ohnehin nicht hätte tun müssen) , wurde auch SECRET BEYOND THE DOOR von der Kritik nahezu vernichtet. Die Folge: Der Film konnte nur einen Bruchteil seines Budgets (nach heutigen Maßstäben eigentlich lächerlich 1,5 Mio. Dollar) wieder einspielen, kam in vielen Ländern gar nicht (z.B. Deutschland) oder nur stark gekürzt und verspätet (z.B. 1950 in Österreich) in die Kinos. Offenbar reichte das vollends aus, um den Film beinahe gänzlich ins Land des Vergessens zu katapultieren - erst 1970 (!) wurde der Film erstmals auch in Deutschland ausgestrahlt (gekürzt versteht sich), dann gar erst 36 Jahre später (2006 nämlich) wieder...

Für alle Technikfreaks gleich mal vorne weg: Bild und Ton sind absolut in Ordnung und erfüllen alle Standards tadellos. Dass man zwischendurch immer wieder mit der englischen Originaltonspur Vorlieb nehmen muss ist der Tatsache des unsäglichen Schnittwahns von einst geschuldet. Gott sei Dank - muss man sagen - bekommt man hier den gesamten Film zu sehen. Eigentlich ist es im Nachhinein gesehen nicht verwunderlich, dass dem Streifen im deutschen Sprachraum einst kein großer Erfolg beschieden war - nahezu ein Viertel der Gesamtspielzeit fiele bei der gekürzten (oder eigentlich eher verstümmelten) Fassung weg. Eins noch: Die DVD-Plastikhülle ist in einem ansehnlichen Pappschuber untergebracht, außerdem befindet sich ein aufschlussreiches Booklet in der Hülle, das Filmfreunde (und Fritz-Lang-Freunde im Speziellen) mit allen nötigen Fakten versorgt. Soweit, so gut...

DAS GEHEIMNIS HINTER DER TÜR ist ein außergewöhnlicher, einmaliger Fritz-Lang-Film, der schon alleine aufgrund dieser Tatsache den Weg ins heimelige DVD-Regal finden sollte.
Inszeniert ist eigentlich alles großartig, auch die Schauspieler vermögen allesamt zu überzeugen, alleine der Plot ist stellenweise holprig, was sich aber einfach daraus ergibt, dass Lang hier den unmöglichen Versuch wagte unterschwellige Gedanken (also das Unterbewusstsein) einer Person (nämlich der männl. Hauptfigur Mark) und freud'sche Theorien via Kamera anschaulich zu visualisieren, wobei quasi parallel dazu dennoch die Gedanken der beiden Hauptfiguren in Form von Off-Stimmen den Zusehern näher gebracht werden.... So einfach ist etwas kompliziert!

Aber kommen wir zuerst einmal zum Plot: Die aus gutem Hause stammende Celia (gespielt von Joan Bennett) macht Bekanntschaft mit Mark (Michael Redgrave) und heiratet diesen binnen kürzester Zeit. Schon bald kommt ihr einiges am neuen Göttergatten seltsam vor. Er distanziert sich recht bald, wirkt kühl, unnahbar und wird phasenweise leicht jähzornig. Mit von der Partie sind neben den beiden Hauptprotagonisten noch Caroline (Anne Revere) - Marks Schwester und Haushälterin - sowie die myteriös in Erscheinung tretende Miss Robey (Barbara O`Neil), die als Marks Sekretärin fungiert. Und nicht zuletzt ist da noch Marks Sohn aus erster Ehe, von dem Celia bis zur Ankunft in Marks Zuhause gar nichts gewusst hat, ebenso wenig wie von dessen verstorbener Ehefrau (so ist das halt wenn man quasi blind heiratet).
Jedenfalls scheint sich Mark immer mehr von seiner Frischvermählten zu entfremden, wohingegen diese hartnäckig und geduldig versucht an ihren Mann heranzukommen. Schließlich spielt auch noch Marks ausgefallenes Hobby (er ist übrigens Architekt) eine ausgewogene Rolle: Er sammelt Zimmer, so wie andere Menschen beispielsweise Breifmarken. Das Besondere an diesen Zimmern ist, dass sie alle originalgetreu im seit Generationen befindlichen Riesenwohnsitz wiederaufgebaut wurden und dass es sich (6 sind's genau an der Zahl) dabei um Räume handelt, in denen einst Morde begangen worden waren (eines der Highlights des Films ist sicher die Führung geladener Gäste durch sämtliche Räume, begleitet von Marks ausführlichen und gänsehauterregenden Erläuterungen zum darin Geschehenen). Dann ist da noch ein mysteriöser 7. Raum, der aber abgeschlossen ist und der unter keinen Umständen betreten werden darf. Eine einfache und andererseits dennoch umständliche (im Bezug zum Medium Film halt) Metapher für Marks innigste, unterschwelligste Gedanken, die nichts Gutes verheißen...
Da ich Ihnen, liebe Leser, den Spaß an der Freude nicht verderben möchte, werde ich hier einen Punkt machen.

Für Neugierige (Achtung SPOILER-Alarm) führe ich aber noch etwas weiter aus: Celia lässt nicht locker, betritt später gar den Raum und findet sich in einer Kopie ihres aktuellen Zimmers (im Haus) wieder, was sie darauf schließen lässt, bald Opfer eines heimtückischen Mordanschlags zu werden... Doch die entschlossene Frau bleibt, zwingt ihren Mann im Gespräch alte, längst vergessene schmerzliche Erinnerungen revue passieren zu lassen und befreit ihn so letztlich von seiner zwanghaften Mordvorstellung... (Grandios ist dazu noch im Vorfeld jene Szene, in der Mark in Gedanken sich selbst anklagt und seinem Ebenbild den Grund für den Mord (den er dann letzlich ja doch nicht begeht) erkären muss - das ist wirklich GROSSES Kino, bei dem Langs Genie mal kräftig aufblitzen kann!)
Schließlich gibt es noch ein kleines Hollywood-Finish, als das Haus in Flammen aufgeht (die eifersüchtige Miss Robey hat hier gezündelt) und Mark seine Angebetete und sich gerade noch aus dem Inferno retten kann... Dann: Ende gut, alles gut!

Es ist tatsächlich schwierig diesem Film mittels Worten gerecht werden zu wollen. Hierbei von einer Art Freud-Hitchcock-Melange zu sprechen, die insgesamt aufgrund schierer Nichtverfilmbarkeit leider verunglückt ist, reicht bei weitem nicht aus, um das auszudrücken, was sprichwörtlich HINTER diesem Schwarzweißklassiker steckt. In der Tat habe ich bislang (und ich schaue regelmäßig und gerne ältere Filme ähnlichen Formats) noch nichts Vergleichbares gesehen. Es mag sein, dass Lang hier stellenweise Anlehnungen an den Master of Suspence erkennen lässt, dennoch ist SECRET BEYOND THE DOOR durch und druch ein Fritz-Lang-Film - trotz (oder gerade wegen) seiner Eigenheiten und (mitunter auch) Schwächen.
Ich kann mich erinnern, den Film vor einigen Jahren (jetzt weiß ich ja, dass das nur 2006 (Zweitausstrahlungstermin (!) im deutschen Fernsehen) gewesen sein kann!) mal im TV "erwischt" habe, ausgerechnet als ich gerade in einer intensiven Fritz-Lang-Phase war - ich war seinen Filmen gerade über einen Freund via DVD-Boxen (sehr empfehlenswert und hier auf amazon immer noch erhältlich - siehe ggf. bei Interesse auch gerne meine Rezis dazu) begegnet, darunter Klassiker wie "Das Testament des Dr. Mabuse", "Metropolis", "M" oder aber auch "Frau im Mond" u.a. (allesamt Meisterwerke, die seinerzeit noch in Deutschland entstanden sind). Jedenfalls war ich von DAS GEHEIMNIS HINTER DER TÜR sehr angetan und wollte ihn mir deshalb auch unbedingt auf DVD zulegenen, was sich aber als gar nicht so einfach herausstellte, da der Streifen schlichtweg nirgendwo zu bekommen war.

Heute, also Jahre später, führe ich mir diesen Klassiker abermals zu Gemüte und habe offengestanden eher gemischte Gefühle. Zum einen ist SECRET BEYOND THE DOOR - wie zuvor bereits angesprochen - schon aufgrund seiner Einzigartigkeit etwas ganz Besonderes. Hinzu kommen noch die überaus interessante, vielversprechende Story und die durchwegs guten Schauspieler. Auch atmosphärisch vermag der Film zu überzeugen (aber das konnte Lang meines Erachtens halt wie kein anderer), nicht zu vergessen sind auch einige witzige Dialoge zwischen den beiden Frischvermählten (ziemlich am Beginn) bzw. jene, wo Celia's Freundin (Edith Potter, gespielt von einer großartigen Natalie Schafer) mal kurz (und intensiv) zu Wort kommt und sich dabei kein Blatt vor den Mund nimmt... Insgesamt sehr viele günstige Zutaten also.

Dennoch fehlt dem Streifen am Ende etwas! Irgendwie bleibt nach dem Schauen (also bei mir aus heutiger Sicht) das Gefühl zurück, etwas nicht gänzlich Ausgegorenes, ja fast schon Unfertiges gesehen zu haben. Mir (ist aber nur meine Meinung) kommt es gar ein wenig so vor, als hätte sich Lang (der ja Filme normalerweise von Anfang bis Ende mitbearbeitet hat, also in den gesamten Entstehungsprozess miteingebunden war) höchstambitioniert einem eigentlich unverfilmbaren Stoff angenommen, an dem er im Laufe der Zeit - als sich wohl auch herausstellte, dass man das Ganze nicht zu einem gänzlich runden Ende bringen könnte - aber nach und nach das Interesse verlor. Wahrscheinlich tue ich dem Filmmeister damit unrecht, aber irgendwie gelingt es mir nicht diesen Gedanken völlig aus meinem (Unter)bewusstsein zu verbannen... Was für ein unbeabsichtigt schlüssiges Rezi-Ende ;)

Fazit: Die Kritiker und Zuseher (die aber wohl überfordert waren bzw. nur mit verstümmeltem Material Vorlieb nehmen mussten) von einst lagen gewaltig daneben, als sie Langs ungewöhnlichen filmischen Ausflug auf Dr. Freuds Couch (in einem übertragenen Sinne freilich) besserwisserisch oder es eben nicht besser wissend verrissen bzw. ignorierten. Tatsächlich ist DAS GEHEIMNIS HINTER DER TÜR mitunter Fritz Langs außergewöhnlichster Film, der sich weder (direkt wenigstens) mit Maßstäben a la Hitchcock messen lässt (weil eben doch zu andersartig), noch ganz mit den eigenen frühen Glanzlichtern des Wiener Meisterregiesseurs mithalten kann. Dafür stehen sich die komplexen (und eigentlich unmöglichen) filmisch-psychologischen Erzählebenen letztlich zu sehr im Weg. Dennoch wird jeder, der das hier gesehen hat, sehr schnell begreifen, dass SECRET BEYOND THE DOOR einer der bemerkenswertesten Filme aller Zeiten ist - und wohl auch bleiben wird!
Die klassischen Noir-Geschichten (ich denke da jetzt konkret an THE BIG HEAT z.B.) der Marke "Lang" sind mir dann letzten Endes aber dennoch lieber, seine frühen Filmjuwelen eigentlich auch, einige Stummfilme (METROPOLIS z.B. od. aber auch SPIONE) miteingeschlossen.

Kurzum: Macht 4 Sterne aus meiner Sicht, wobei 5 dem Film wohl auch gerecht würden. Wer alleine der hineingesetzten Originalszenen (mit Untertiteln) wegen ernsthaft nur einen Stern vergibt (wie bitte sonst hätte man das lösen sollen??), der sollte das in einer Art Technik-Sonderkategorie tun (könnte man sowas vielleicht mal einführen, liebes Amazon-Team!?).
Gerecht wird man dem Film in Worten wohl ohnehin nie werden...


No Prayer for the Dying
No Prayer for the Dying
Preis: EUR 12,98

5.0 von 5 Sternen Zu unrecht verrissenes Maiden-Werk! Eigentlich "erstaunlich" stark, wenn man sich die Kritiken hierzu durchliest..., 14. August 2014
Rezension bezieht sich auf: No Prayer for the Dying (Audio CD)
Auch Prädikate wie "hochunterschätzt", "Geheimtipp" oder "ein weiterer Maiden-Klassiker" wären im Falle des 8. Studioalbums der britischen Heavy-Metal- bzw. Hard-Rock-Legenden angebracht.
Zugegeben: Ich bin erst verhältnismäßig spät auf Iron Maiden gekommen. Als ewig Suchender in der schier unüberschaubaren Pop/Rock-Musiklandschaft unserer Tage mag man mir das aber an dieser Stelle bitte gnädigst nachsehen. Seitdem mich Iron Maiden aber so richtig (also mit voller Wucht) gepackt haben, kann ich (zur Zeit wenigstens) gar nicht genug von ihnen bekommen...

Mit den "Mauerblümchenalben" (wobei das in diesem Falle schon ein sehr harter Ausdruck ist) großer und langlebiger Bands - und das sind die "Eisernen Jungfrauen" allemal - ist das immer so eine Sache. Natürlich wird es immer Leute geben, die stilistische Veränderungen bzw. leichte Umorientierungen im Sound od. bez. Songwriting etc. so ganz und gar nicht verkraften wollen/können. Und ich für meinen Teil glaube offengestanden nicht einmal, dass das unbedingt immer die berüchtigten Fans der sogenannten ersten Stunde sein müssen. Die haben ja schon das legendäre Drittwerk THE NUMBER OF THE BEAST (von 1982) vermutlich als "zu kommerziell" eingestuft. Allerspätestens seit dem 1986 veröffentlichten (und meines Erachtens großartigen) SOMEWHERE IN TIME werden treue Maiden-Jünger ob neu einsetzender Synthesizer-Technik etc. beleidigt und besserwisserisch ihre Nasen gerümpft haben. Wenn wir schon dabei sind: Ich persönlich verstehe ja sowieso nicht (aber das lässt sich im Nachhinein wohl meist leichter sagen), warum z.B. SEVENTH SON OF A SEVENTH SON (1988) von vielen "Fachexperten", Kritikern und auch Fans über dessen Vorgänger (also SOMEWHERE IN TIME) gestellt wird. Von der Feinabstimmung her (Klangbild, Konzeptcharakter, Kompositionen) halte ich beide Werke für absolut ebenbürtig, auch wenn dem später erschienenen SEVENT SON... ein etwas größerer kommerzieller Erfolg beschieden war. Doch jetzt genug davon...

Ich für meinen Teil halte das 1990 veröffentlichte NO PRAYER FOR THE DYING ebenfalls für zu sehr schlechtgeredet und verrissen. Mal ehrlich: Wenn man sich die Scheibe am Stück anhört, ein wenig auf die Lyrics achtet und wenigstens indirekte Vergleiche zu den beiden (zuvor kurz besprochenen) Vorgängerwerken anstellt, dann kann man doch bitteschön nicht allen Ernstes behaupten wollen, dass hier sei so etwas wie ein vorzeitger "Tiefpunkt" o.Ä. gewesen. Leute, habt ihr euch ernsthaft dieselben Alben angehört wie ich?!
Freilich merkt man (allerdings nur maginal(st)), dass der neue Gitarrenhero namens Janick Gers (der den Jungfrauen aber Gott sei Dank bis heute erhalten geblieben ist) in die riesenriesengroßen Fußstapfen seines Vorgängers (Adrian Smith - der Gott sei Dank später ja wieder zurückkehren sollte) getreten war, allerdings könnte ich - und ich hab mir alle zuvor angesprochenen Alben wirklich schon des öfteren zu Gemüte geführt - nicht ernsthaft behaupten, dass sich der Stil der Band in irgendeiner Weise markant od. nachhaltig verändert hätte. Kleinere größere Veränderungen gehören bei Bands ohnehin immer dazu. Aber ist das nicht die natürlichste Sache der Welt? Alles muss sich auf irgendeine Weise weiterentwickeln - ist doch logisch!

Was mir, als relativer Neuankömmling im Maiden-Terrain, auch nicht ganz klar ist, ist das ständige Daraufpochen, dass NO PRAYER FOR THE DYING wieder ein deutlicher Schritt zurück zu den Wurzeln der Band sei... Was schon stimmt: Das Album ist insgesamt (also thematisch und auch grafisch) recht düster angelegt - der Sound ist dem der beiden Vorgänger (siehe oben) aber nicht unähnlich, wie ich vorsichtig zu behaupten wage. Man sollte sich also nichts Ruppiges, Ungeschliffenes a la Debütalbum (IRON MAIDEN) oder Ähnliches in diese Richtung erwarten.

Wer - so wie ich - allerdings SOMEWHERE IN TIME und dessen Nachfolger, also SEVENTH SON OF A SEVENTH SON, schon gemocht hat, der kann, wie ich finde, von NO PRAYER FOR THE DYING eigentlich gar nicht enttäuscht sein - im Gegenteil. Das Einzige, was man der Platte ev. vorhalten könnte, ist, dass ihr so ein richtiger Maiden-Klassiker (also ein Hit) fehlt. Wobei man der Scheibe da auch schon wieder unrecht tun würde, da "Holy Smoke" (immerhin Nr. 3 in den britischen Charts) und das berühmt-berüchtigte "Bring Your Daughter... To The Slaughter" (das gar die Spitze erklimmen konnte) ja genau das Gegenteil bewiesen haben (und ja: Natürlich bin auch ich der Meinung, dass Chartplatzierungen im Allgemeinen nicht allzu viel über die Qualität eines Songs bzw. gar eines Albums aussagen).

Aber auch (oder eigentlich eher vor allem) insgesamt gefällt mir vorliegender Silberling sehr, sehr gut. Ich konnte eigentlich keinen wirklich schwachen Song ausmachen, höchstens "The Assassin" kommt phasenweise ein bisschen "dünn" und einfallslos daher - aber ansonsten: ALL KILLER, NO FILLER, so würde ich guten Gewissens meinen!!

Heraushebenswert erscheinen mir persönlich vor allem der Opener "Tail Gunner" (der von der Bombardierung Dresdens gegen Ende des 2. Weltkriegs erzählt und mit Textstellen wie "...The weather forecasts good for war... Cologne and Frankfurt? Have some more!..." aufzurütteln versteht, von der Musik mal abgesehen) ebenso das als Single erfolgreich ausgekoppelte "Holy Smoke" (das sehr zynisch mit geldheischenden Predigern und Heilsbringern abrechnet), der Titeltrack "No Prayer For The Dying" (mit seiner schönen Melodie) oder aber auch "Hooks In You" (mit seinen schönen Gitarrenmelodiebögen), das noch ein Mr. Smith mitkomponiert hatte, wenn man den Credits glauben darf. Auch der Abschlusstrack, "Mother Russia", ist ein sehr stimmiger Song, der aufgrund textlich-melodischer Harmonien absolut zu überzeugen vermag! Wie schon gesagt: Echte Schwachpunkte sucht man auf dieser Platte vergeblich, auch wenn euch das die ewig unzufriedenen Schlechtredner und Nörgler das immer und immer wieder einreden wollen...

Deshalb halte ich NO PRAYER FOR THE DYING mit 5 vollen Sternen keineswegs für überbewertet. Ich war offengestanden sogar positiv von diesem Werk überrascht (was teils aber auch an den eher zurückhaltenden Kritiken liegen mag) und sehe es recht "klassisch" in der Tradition seiner beiden (eigentlich auch nicht mehr "klassischen") Vorgängerwerke (nochmals zur Erinnerung: SOMEWHERE IN TIME & SEVENTH SON OF A SEVENTH SON) . Inhaltlich als auch optisch ist alles - wie schon vorher erwähnt - ziemlich düster gehalten, was aber meines Erachtens sehr gut zum dargebrachten Stoff passt. Sogar die Mitglieder sehen auf den Bandfotos ziemlich fertig und mitgenommen aus (erinnert mich irgendwie ans Coverfoto von BETWEEN THE BUTTONS von den Rolling Stones, falls das irgendwer hier auch schnell vor sein geistiges Auge setzen kann) - was aber bestimmt Absicht war (denke ich mal). Textlich hat mir bislang überhaupt kaum ein Maiden-Album besser gefallen, um ehrlich zu sein. Natürlich kommen einige Passagen reichlich zynisch und politisch inkorrekt rüber, aber genau dadurch gewinnen die Songs im Grunde genommen nur noch, wie ich finde...

Fazit: NO PRAYER FOR THE DYING ist ein atmosphärisch geglücktes Maiden-Gesamtwerk, das auch heute - gute 20 Jahre später - noch überraschend glaubwürdig und authentisch daherkommt. Musikalisch sehe ich - im Gegensatz zu vielen, vielen anderen Fans und Kritikern - keine allzu großen, bahnbrechenden Veränderungen, was ich jedoch positiv bewerte (wozu etwas komplett neu erfinden, wenn etwas schon so gut funktioniert??). Ähnlich wie bei beiden Vorgängern ist auch der Gesamtcharakter dieses Albums sehr flüssig und kompakt. Musikalisch (teils sicher aber auch textlich) kann man bei diesem Werk bestimmt von einem gelungenen Konzeptalbum sprechen. Schlecht bezüglich dieses Albums sind eigentlich nur (zu) viele Kritiken - und der Ruf, der diesem überaus gelungenen Machwerk bis heute anzuhaften und zu schaden scheint...

Deshalb ist NO PRAYER FOR THE DYING meines Erachtens ein Pflichtkauf - und das nicht nur für Fans! Ein (aufgrund der eher zurückhaltenden Kritiken) fast schon überraschend starkes Maiden-Album, dem die Untertitelung "Klassiker" eigentlich auch zustehen würde... Ist zumindest meine Meinung!!
Eigentlich enthält das Album viele Stücke, die es verdient hätten auch live öfter dargebracht zu werden - aber auch das ist (freilich) lediglich meine bescheidene Meinung...

Verdiente 5 Sterne - Up The Irons!

Abschließend noch einmal meine persönlichen Anspieltipps:
- Tail Gunner
- Holy Smoke
- No Prayer For The Dying
- Hooks In You
- Mother Russia
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 18, 2014 11:28 AM MEST


Zeit
Zeit
Preis: EUR 10,99

5.0 von 5 Sternen Mittlerweile ein Aushängeschild des steirischen Gitarren-Trios!, 6. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zeit (Audio CD)
Lang ist's nun schon wieder her (1995 war's genau) als das steirische Pop-Poeten-Trio STS mit ZEIT eine Platte vorlegte, die zum einen eine Weiterentwicklung der Band offenbarte und zum anderen (das sollte aber erst später deutlich werden) verblüffend viele kleinere und größere Hits enthält. Ich bin ja sogar der Meinung, dass nach ZEIT kein stärkeres STS-Album mehr nachgekommen ist!

Insgesamt befinden sich 12 Tracks auf der Scheibe. Thematisch dreht sich alles (wie so oft eigentlich) um Freiheit, Grenzenlosigkeit (u.a. auch grenzenlose Dummheit, Eitelkeit etc.), Krieg und Leid und natürlich auch um die Liebe und die Leidenschaft (in einem weiteren Sinne freilich)...

Musikalisch erfindet man das Rad hierauf nicht neu, allerdings ist es lächerlich, wenn man STS vorwirft, in irgendeiner Form einfallslos zu klingen! Im Gegenteil - das Zusammenspiel von Text und Melodie funktioniert praktisch die ganze Platte hindurch reibungslos, wobei ZEIT mit einem klassischen, in binnen kürzester Zeit totgespielten Mainstreamprodukt ebenso wenig zu tun hat, wie mit einem überkandidelten Selbstfindungsexperiment, das sich höchstens eingefleischten Alternativ-Gurus erschließen könnte.

Oder anders gesagt: Die Mischung auf ZEIT ist schlicht perfekt. Auch die Produktion lässt für meine Begriffe keine Wünsche offen und auch die Anordnung der Tracklist ist sehr glücklich gewählt. Egal, ob man den mitreißenden und textlich beißenden Start "I Bin Aus Österreich" (wo schonungslos mit Rassenwahn und hinrissiger Anti-Ausländer-Phrasenderscherei aufgeräumt wird) als exemplarisches Beispiel dafür hernimmt oder aber die butterzarten, jedoch nicht geschmalzenen Balladen a la "A Altmodischer Hund" (von Steinbäcker), "Zeit Für Uns" (lyrisch-musikalisch wunderbar umgesetzt, danke, Herr Timischl!) oder "Zeig Mir Dein' Himmel" (ebenfalls Steinbäcker). Weiters hervorhebenswert sind meines Erachtens das großartige - angenehm poppige (aber nie flache) - "I Pack's Ned", das verhältnismäßig rauhe "Wirf Du Einen Schatt'n" (was für großartige Basseinlagen!) sowie das abschließende "Nananana", das den beigeisterten Zuhörer mit einem wütenden Es-muss-sich-endlich-etwas-ändern-Gefühl zurücklässt ("...Ghandi und Jesus, i waß eh und wia's ausgeht, waß i a..." - um hier nur eine Textzeile zu zitieren).

Fazit: ZEIT ist tatsächlich eines jender "Austropopalben", dem man sich von Zeit zu Zeit regelmäßig widmet (mir geht's jedenfalls so). Es hat bis heute nichts an seiner textlich-lyrischen Qualität (das ist bei STS aber ohnehin so gut wie nie der Fall) eingebüßt und stellt meines Erachtens auch musikalisch einen neuen Höhepunkt (nach den erfolgreichen 80er-Jahre-Werken) dar, der bis heute eigentlich nicht mehr übertroffen wurde - und wohl auch nicht mehr wird, da sich ein Günter Timischl ja kürzlich erst vom bekanntesten, intelligentesten und virtuosesten Gitarrentrio made in Austria getrennt hat. Sehr schade!!

ZEIT ist für mich so etwas wie ein Klassiker des Austropop, der intelligente Texte mit guter, handgemachter Pop/Rock-Musik verbindet. Einen besonderen Stellenwert bekommt die Platte aber vor allem dadurch, dass sie fast schon unverschämt viele "Hits" enthält...

GROSSARTIG! Muss man eigentlich haben.


The Number of the Beast
The Number of the Beast
Preis: EUR 6,78

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DER Maiden-KLASSIKER schlechthin!, 6. August 2014
Rezension bezieht sich auf: The Number of the Beast (Audio CD)
Eigentlich könnte man das 3. Studioalbum der britsichen Metal-Legenden guten Gewissens auch als ein Early-Best-Of sehen. Tatsächlich ist auf keinem anderen IM-Werk eine derartige Dichte und Fülle an herausragenden Songs vorhanden (wobei's natürlich dennoch andere gute Maiden-Platten gibt, keine Frage!). Nicht ohne Grund ist das 1982 erschienene THE NUMBER OF THE BEAST einst zur Nummer 1 der britischen Charts aufgestiegen und gilt ungebrochen bis heute als KLASSIKER des Heavy Metal im Allgemeinen. Doch nun zu den einzelnen Tracks auf der Scheibe...

Der Start mit "Invaders" ist noch recht klassisch gehalten. Ich für meinen Teil kann in dieser Nummer noch sehr viel Punk heraushören - eher eine speedige, leicht trashige Angelegenheit und meines Erachtens eigentlich der schwächste Track auf diesem großartigen Gesamtwerk.

"Children Of The Damned" hingegen beginnt ungewohnt "ruhig" und getragen, entwickelt eben dadurch aber gewaltig Atmosphäre und steigert sich kontinuierlich, wobei der Refrain durch den damaligen Frischling Bruce Dickinson (Vocals) immer wieder zu einer Art Zwischenhighlight avanciert. Von hinten bis vorne eine fantastische Nummer.

"The Prisoner" beginnt mit einer Gesprächssequenz, in der es um Freiheit und Freisein ("...I'm not a number, I'm a free man..." - woraufhin schallendes Gelächter losbricht) geht, und überzeugt auch in weiterer Folge mit einem guten Text. Musikalisch finde ich den Track ganz ok, aber nicht herausragend.

"22 Acacia Avenue" ist offenbar eine Adresse zu der man sich begibt, wenn man(n) Frust (in all seinen unmöglichen Formen) abbauen möchte. Ein musikalisch gut umgesetzter Song, der duchaus auch zum Nachdenken anregt...

"The Number Of The Beast" ist ganz einfach ein bombastischer Track, ja geradezu sprichwörtlich ein Biest von einem Song, der sich unwiderstehlich zu immer neuen Höhepunkten schwingt - mit der Energie eines ganzen Atomarsenals! Textlich werden hier Albtraumsequenzen aufgearbeitet. Für mich nach wie vor der allerallerbeste Maiden-Song ever! Vielleicht eine Art "Satisfaction" der Band (man möge mir diesen gewagten Vegleich bitte gnädigst nachsehen!)

"Run To The Hills" ist ebenfalls ein Klassiker und auch heute noch häufiger Bestandteil von Live-Sets. Musik & Text passen wiederum hervorragend zueinander, wobei es diesmal sehr kritisch und unverblühmt um den Völkermord an den nordamerikanischen Ureinwohnern geht - mutig sich sowas zuzutrauen (auch für eine britische Band)!!

"Gangland" erzählt entsprechend "hektisch", nahezu atemlos musikalisch vorgetragen (aber sehr, sehr gut umgesetzt) vom harten Leben inmitten von Bandenkriegen. Ebenfalls sehr gelungen!

"Total Eclipse" lebt vor allem von seinem tollen Hauptriff, das immer wieder durchschimmert. Ein sehr atmosphärisches Stück, das wiederum durch großartige Interpretation seitens der Band besticht.

"Hallowed By The Name" kann man, denke ich, wohl auch getrost als Klassiker bezeichnen. Ebenfalls häufig in Live-Sets (jeweils gegen Showende) zu finden. Erzählt die Geschichte eines Verurteilten auf dem Weg zum Galgen. Beinhaltet viele interessante und geglückte Wechsel (die hier aber noch nicht zu vertrackt und verspielt wirken). Ist der längste Track auf dem Album.

Insgesamt setzt sich THE NUMBER OF THE BEAST also aus 9 Tracks zusammen, was eine Gesamtspielzeit von über 40 Minuten ergibt. Kleine Randnotiz dazu: Interessanterweise sind sämtliche Zeitangaben auf der CD-Rückseite falsch (bis auf einige wenige Ausnahmen) - ist das Absicht oder war das wirklich ein Versehen?? Manche Songs dauern tatsächlich gleich um ein bis zwei Minuten länger, als hier angegeben wird. Nun ja, macht ja nichts...

NEU auf diesem in vielerlei Hinsicht bahnbrechendem Album war neben Sänger Dickinson (der gleich furios einschlug - tolle gesangliche Darbietungen) auch der spürbare Versuch der Band, sich vom Speed-Trash-Metal-Punk (wenn ich das jetzt mal so nennen darf) der ersten beiden Werke ein Stückchen wegzubegeben und etwas mehr Atmosphäre und Leben und "Gediegenheit" in die Songs zu bringen. Offensichtlich hat man sich wirklich ernsthaft mit den jeweiligen Songinhalten und der dazugehörigen musikalischen Interpretation auseinandergesetzt. Man hat hier als Hörer tatsächlich stets das Gefühl, etwas (auf seine Weise) Vollkommenes zu hören - großartig!
ALT hingegen ist hierauf noch der Drummer, nämlich Clive Burr, der schon bald von einem gewissen Nicko McBrain ersetzt werden sollte. Mr. Burr macht hierauf allerdings einen Weltklassejob - Hut ab!!
Ums Songwriting hat sich größtenteils der "Bandvater" und Basser Steve Harris gekümmert, wobei ihm fallweise auch Smith (in erster Linie) als auch Dave Murray und Clive Burr zur Seite gestanden haben.

Fazit: Im Gegensatz zu seinen Vorgängern, wirkt THE NUMBER OF THE BEAST deutlich durchdachter und reifer (in einem positiven Sinn freilich), verfügt jedoch gleichzeitig noch über alle Ecken und Kanten, die den Songs hierauf spürbar Leben einhauchen und auch für ordentlich Dynamik und atmosphärischen Zündstoff sorgen. Auch produktiontechnisch wurde hier also Meisterhaftes geleistet!!
Mir gefallen ja beispielsweise auch die vermeintlich "kommerziellen" und "glatten" SOMEWHERE IN TIME (1986 erschienen) sowie SEVENTH SON OF A SEVENTH SON (1988 veröffentlicht) sehr gut (wirklich - kann man auch gerne bei hiesigen Rezis nachlesen, wenn man will), insgesamt aber gefällt mir THE NUMBER OF THE BEAST dennoch besser, weil es auf einzigartige und bisher unerreichte Weise den eigentlich bis dato unmöglichen Spagat zwischen technischer Perfektion und rauer Rockmusik spielerisch schafft, wobei ganz nebenbei einige der großartigsten Maiden-Kompositionen aller Zeiten hierauf das Licht der Rock-Welt erblicken durften.
Dieser Meilenstein des Metal (aber ebenso der Rockhistorie im Allgemeinen) machte quasi in einem Aufwisch klar, welche musikalisch-technischen Maßstäbe von nun an für harte Musik galten, ohne dabei aber jegliche Poesie außen vor zu lassen, die jedem der hierauf erschienenen Stücke sichtlich (oder mehr noch hörbar) innewohnt.

THE NUMBER OF THE BEAST ist eines jener Alben, das einem tatsächlich glatt die Schuhe auszieht - vor lauter Begeisterung versteht sich!!
Und ich - der ja eigentlich nicht einmal der riesenriesengroße Metalfan ist - würde der Scheibe ohne weiters auch 6 oder 7 Sterne zugestehen, wenn dies möglich wäre... Hier muss ich mich halt mit 5 begnügen!

Tatsächlich ist das 3. Studioalbum der Eisernen Jungfrauen ein in vielerlei Hinsicht nahezu historisches. Wohl eines der bedeutendsten, wenn nicht gar das bedeutendste Metal-Album aller Zeiten, das im Laufe der Zeit (über 30 Jahre ist das jetzt schon her - unglaublich!) NICHTS aber auch rein gar nichts von seiner Klasse, seiner Leidenschaft, seiner Originalität und Lebendigkeit eingebüßt hat!!
THE NUMBER OF... darf deshalb unter keinerlei Umständen einer ordentlich geführten Rock-Audiothek fernbleiben. Tun Sie sich selbst einen Gefallen, liebe Musikfreunde (und damit mein ich sämtliche Käuferschichten), und legen Sie sich alsbald diesen KLASSIKER (diese Bezeichnung ist hier ausnahmsweise mal völlig angebracht) der Rockgeschichte zu!!!

Einfach GRANDIOS und UNVERZICHTBAR!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 18, 2014 11:35 AM MEST


Asylum (Der phantastische Film Vol. 4)
Asylum (Der phantastische Film Vol. 4)
DVD ~ Patrick Magee
Wird angeboten von dvduncuteu
Preis: EUR 7,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Verunglückter Episodenhorror mit britischem Charme!, 5. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Asylum (Der phantastische Film Vol. 4) (DVD)
Ganz ehrlich: Den hohen Erwartungen, die ich im Vorfeld gehegt hatte, wird vorliegender Streifen bei weitem nicht gerecht (und dabei liest sich alles sooooo gut!). Das Positivste an ASYLUM (der Film stammt aus dem Jahre 1972) sind zum einen die passablen Darsteller und zum anderen sein britischer Charme, den der Film wenigstens phasenweise versprüht. Und, gleich vorne weg für alle Trash-Freunde: Für einen "Horror-Trash" nimmt sich vorliegender Streifen offensichtlich zu ernst - wenn, dann ist er unfreiwillig komisch und/oder schlecht...

Zuerst aber mal zu den technischen Belangen. Der Film wurde meines Erachtens ordentlich restauriert. Bild und Ton sind nicht berauschend, aber in Ordnung (obwohl ich da offengesanden nicht allzu anspruchsvoll bin). Die DVD-Hülle samt Schuber und Booklet sind sehr liebevoll und durchaus deatilreich ausgestaltet worden. Hierfür gebührt den Machern dieser DVD durchwegs Lob!

Das Problem des Films ist aber, wie oben bereits angesprochen, die magere Umsetzung eines eigentlich brisanten, aufregenden Stoffs.
Nur kurz zur Einführung: Der junge Dr. Martin (Robert Powell, der von seiner Statur her ein wenig an Stones-Ex-Bassisten Bill Wyman erinnert) wird in einer Psychiatrie vorstellig, wo er sich um einen Posten beworben hat. Zu seiner Überraschung trifft er dort, nicht wie angenommen auf den Arzt, dem er die Bewerbungsunterlagen zugesandt hat (also den eigentlichen Anstaltsleiter), sondern auf Dr. Rutherford (Patrick Magee, der mir schauspielerisch fast am besten gefällt), der im Rollstuhl sitzt. Dieser interessiert sich in erster Linie nicht für die theoretischen Qualifikationen des jungen Arztes, sondern stellt ihn vor eine praktische Aufgabe. Er soll mit den Patienten sprechen und herausfinden, bei welchem es sich um den ehemaligen Anstaltsleiter handelt, da dieser offensichtlich verrückt geworden ist.
Zunächst trifft Dr. Martin auf einen Aufseher, der ihn zu den Patienten führt. Schließlich erzählt jeder der Patienten (zwei Damen und zwei Herren) seine Lebensgeschichte, wobei diese jeweils mit eigenen Erzählsträngen (also Rückblenden) aufbereitet werden. Nachdem Dr. Martin zu wissen glaubt, bei welchem der Patienten es sich um den ehemaligen Leiter handelt, begibt er sich zurück zu Dr. Rutherford und erklärt diesem, auf den Posten zu verzichten, da seiner Ansicht nach zu wenig für die Patienten hier getan würde. Und dann beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen...

Im Grunde ist die Story ein interessantes Konzept, das allerdings an der eher dürftigen filmischen Umsetzung scheitert. Auch der Plot selbst nimmt zum Ende hin fast schon lächerliche Formen an - wobei die Bezeichnung "Der fantastische Film" (so wird die Reihe, in der vorliegender Streifen erschienen ist, ja genannt) letztendlich eigentlich gar nicht so schlecht zu dargebotenem Stoff passt.
Zu einem richtigen Horrorfilm oder Psychothriller wird ASYLUM allerdings nie!

Für meinen Geschmack hätte man den Zuseher mehr mitraten lassen müssen (so hätt ich's mir im Vorfeld auch vorgestellt gehabt). Es ist schlicht langweilig, wenn man, so wie ich, schon nach 15 Minuten weiß, wer denn der echte Anstaltsleiter ist. Aber auch, wenn man's nicht wissen sollte, würde die Story dadurch nicht spannender. Auch die wie Minifilmchen aufbereiteten Einzelgeschichten der Patienten sind großteils schwach umgesetzt. Am besten hat mir noch die Story der dritten Patientin namens Barbara (gespielt von Charlotte Rampling) gefallen, die offenbar an Schizophrenie leidet, was eigentlich recht glaubwürdig und gekonnt aufbereitet und erzählt wird. Die anderen Storys werden den heutigen Zuseher unweigerlich an die Mystery-Nachmittags-Serie "The X-Factor, das Unfassbare" erinnern, wobei's da teils fast glaubhafter und atmosphärisch gruseliger zugeht!

Man darf/sollte sich also weder vom vielversprechenden Klappentext auf der DVD-Hüllen-Rückseite, noch von den erstaunlich guten Bewertungen hier einlullen lassen - ist halt meine Meinung! Natürlich kann man ASYLUM einen gewissen Charme nicht absprechen und wie schon oben erwähnt sind eigentlich auch alle Schauspieler recht gut. Auch die Filmmusik ist eigentlich ein Pluspunkt, wenn man jetzt damit anfangen will, alles Positive herauszupicken.
Dennoch reicht dieser Film bei weitem nicht an andere Produktionen dieser Art heran. Wer sich z.B. hier ein bisschen Hitchcock erwartet (immerhin stammt die Story angeblich vom selben Mann, der auch das legendäre "Psycho" geschrieben haben soll), sollte unbedingt die Finger davon lassen - und das mein ich nicht böse, sondern soll lediglich ein gut gemeinter Rat sein!!

Bitte versteht mich nicht faslch! Mir soll's recht sein, wenn es Fans dieses Films gibt - warum auch nicht?! Trotzdem werden Filmgourmets und solche, die mit recht hohen (inhaltlichen) Erwartungen an ASYLUM herantreten, am Ende womöglich enttäuscht werden. Ich für meinen Teil wurde es jedenfalls!

Fazit: Ein teilweise interessanter Plot, der sich womöglich sehr gut liest (kennt jemand das Buch dazu?), wurde hier (leider) nur unzureichend auf Film gebannt (trotz einiger guter Momente freilich). Insgesamt mangelt es ASYLUM an notwendiger Glaubwürdigkeit (die nur sehr selten vorhanden ist), die es aber unbedingt gebraucht hätte, um dem Film eine würdige, wirklich gänsehauterregende Atmosphäre zu verleihen.
Auch, wenn ich zugegebenermaßen frisch enttäuscht (weil eben erst gesehen) hier und jetzt möglicherweise zu einer etwas zu harten Beurteilung tendieren könnte, halte ich 2 Sterne für einen Film, den ich mir vermutlich nicht mehr ansehen werde, wenigstens momentan für absolut gerechtfertigt. Nüchtern betrachtet kann man dem Streifen aus meiner Sicht ernsthaft eigentlich nicht mehr als maximal 3 Sterne verleihen... Jetzt bin ich aber schon ruhig!

P.S. Fans bitte nicht böse sein, aber ich bin stets an einem (aus meiner Sicht freilich) halbwegs objektiven Bewetungsmaß interessiert. Ich bitte dies bei der Bewertung dieser Rezension zu beachten! Also bitte nicht bloß "nicht hilfreich" anklicken, nur weil wir nicht einer Meinung sind (über dieses Alter sind wir ja hoffentlich schon hinaus)!
Über einen regen Gedankenaustausch, bei man mir gerne das Gegenteil meiner Meinung zu erklären versuchen kann, würde ich mich jedoch sehr freuen ;)


Seventh Son of a Seventh Son
Seventh Son of a Seventh Son
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen Der siebente Streich der "Eisernen Jungfrauen"..., 5. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Seventh Son of a Seventh Son (Audio CD)
...gibt grundsätzlich keinen Grund zum Meckern auf - das stimmt. Gewiss ist es kein Zufall, dass ausgerechnet das 7. Studioalbum von Iron Maiden den Titel SEVENTH SON OF A SEVENTH SON trägt. Überhaupt scheint man hierbei nichts dem Zufall überlassen zu haben...

Interessant finde ich (ja, ich habe ein wenig nachrecherchiert), dass dies als einziges echtes Konzeptalbum der Band gilt. Von den musikalisch "ineinandergreifenden" Titeln (vom Text mal abgesehen) und vom Sound her harmoniert das meines Erachtens etwas unterschätzte Vorgängerwerk (SOMEWHERE IN TIME) sogar noch ein wenig besser - wird vermutlich aber nur eine subjektive Wahrnehmung meinerseits sein!
Generell konnte ich einige Parallelen zum vorangegangenen Studiowerk feststellen - ein bisschen Synthy da wie dort (mich stört das aber nicht - why not, wenn's, wie in diesem Falle, so gut zur Musik passt), ein bisschen eine "glattere" (ist aber nicht bös gemeint) Produktion etc.

Der einzige - und womöglich deutlichste - Unterschied dieser beiden Chronologiebruderwerke (die übrigens aus den Jahren 1986 bzw. 1988 stammen) ist, dass SSOASS im Gegensatz zu SIT einige eingängigere Nummern enthält. Ich denke da speziell ans bei Fans teils umstrittene "Can I Play With Madness", das ich - trotz aller vermeintlichen "Poppigkeit" - für den herausragendsten Song der Platte halte. Nicht umsonst ist dieser Titel als Singleauskopplung bis auf Rang 3 der britischen Charts geklettert. Überhaupt wurden gleich 4 der insgesamt 8 Tracks auf SSOASS als Singles ausgekoppelt - mit Erfolg! Sie alle schafften es unter die Top 10 in jenen Tagen (ist das für eine Metal-Band nicht sogar Rekord?). Auch das Album selbst war kommerziell sehr erfolgreich, schaffte es - nach THE NUMBER OF THE BEAST (1982) - an die Spitze der britischen Charts, wurde auch in Deutschland Nr. 1 und in den USA immerhin Nr. 12! Man kann wohl von einem Zenit der Band sprechen, der erst nach Dickinsons Rückkehr anno 2000 in jener Form wieder annähernd erreicht werden konnte (und da kam ja dann gewissermaßen auch so ein bisschen der Kultfaktor rund um eine langbestehende und legendäre Metal-Band hinzu, den man bei Popularitätsfragen ja auch nie außer Acht lassen darf)!

Als Konzept funktioniert SSOASS also wirklich gut, was die Scheibe nicht zuletzt dem mehr oder weniger homogenen Soundbild zu verdanken hat. Neu ist, dass man hier und da auch eine akustische Gitarre zu hören bekommt (so etwa beim Intro von "Moonchild"). Hatte da ein Bruce Dickinson seine Bandkollegen diesbezüglich endlich weichklopfen können (beim Vorgängeralbum hatten dies seine Mitstreiter angeblich noch vehement abgelehnt)?
Aufgenommen wurde die Platte übrigens in München - ob darin aber mit ein Grund für den großen Erfolg des Albums in Deutschland liegt, wage ich nicht zu beantworten.

Was hat denn SSOASS sonst noch so anzubieten? Neben dem zuvor schon erwähnten "Can I Play With Madness" (das ich sehr mag, weil es einfach immer noch fantastisch klingt und ganz einfach Freude macht) würde ich persönlich noch den Opener "Moonchild" (mit seinem tollen Intro) hervorheben, ebenso "The Clairvoyant" (der vorletzte Track des Albums), das vor allem mit seinem kraftstrotzenden Refrain begeistern kann! Das allseits beliebte und durchaus hochgeschätzte "The Evil That Men Do" mag ich, halte ich aber nicht unbedingt für einen Knaller. Selbiges gilt für den Rest des Albums - gute, solide Maiden-Ware, die geschickt in ein Konzept gepackt wurde, den Ausnahmestatus eines THE NUMBER OF THE BEAST kann SSOASS - trotz aller Stärken und Vorzüge und trotz seines Konzeptcharakters - aber (freilich) dennoch nicht erreichen (wie sollte das aber auch möglich sein?).

Was gibt's sonst noch zu sagen? Ach ja: Das Booklet und das Artwork sind wie immer bestechend, die Extras (Videos, Bandbiographie, Fotogalerie etc.) sind ebenfalls nicht zu verachten - mehr darf und kann man zum hiesigen Kaufpreis eigentlich nicht erwarten.

Fazit: SSOASS gilt nicht allein seines kommerziellen Erfolges wegen als Klassiker der Band. Neben (ist halt meine Meinung) SOMEWHERE IN TIME ist es außerdem eines der (eher wenigen) Konzeptwerke von IM. Nicht umsonst wurden auch viele Albumtitel bei den letzten Live-Auftritten der Band gespielt (man sehe z.B. Rock am Ring).
Ich persönlich mag die Platte auch, wobei ich wie schon gesagt den Vorgänger (also SOMEWHERE IN TIME) insgesamt nicht schlechter finde und THE NUMBER OF THE BEAST ganz einfach unerreichbar bleiben wird. Angehende Sammler und Interessierte können sich alle ebengenannten Scheiben bedenkenlos zulegen, wobei ich auch BRAVE NEW WORLD noch dringend mit dazu nehmen würde...

SEVENTH SON OF A SEVENTH SON - ein Klassiker seiner Zeit und auch heute noch ein Album, das Freude bereitet!!

Abschließend (nochmal in aller Kürze) meine persönlichen Anspieltipps:
- Moonchild
- Can I Play With Madness
- The Clairvoyant
(- The Evil That Men Do könnte man auch noch mit dazu nehmen...)

Macht insgesamt 4,5 Sterne - wobei ich in diesem Fall großzügig aufrunden möchte ;)
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 18, 2014 11:42 AM MEST


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