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Beiträge von Volker M.
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Rezensionen verfasst von
Volker M.
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)   

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Dual NR 5 DAB Digitalradio mit Bluetooth (DAB+/UKW-Tuner, Sendersuchlauf & -speicherung, Audiostreaming, Weckfunktion, Uhrzeit, Kopfhöreranschluss, AUX-IN, Fernbedienung) weiß
Dual NR 5 DAB Digitalradio mit Bluetooth (DAB+/UKW-Tuner, Sendersuchlauf & -speicherung, Audiostreaming, Weckfunktion, Uhrzeit, Kopfhöreranschluss, AUX-IN, Fernbedienung) weiß
Wird angeboten von conrad_electronic
Preis: EUR 170,69

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Moderne Technik im Retro-Look, 13. Juli 2014
DAB gibt es in Deutschland eigentlich schon seit 1995 - allerdings anfangs nur mit mäßigem Erfolg. Erst seit dem Neustart in 2011 mit DAB+ sorgen die höhere Verbreitung sowie die besseren Codierungs- und Kompressionsverfahren auch für mehr Akzeptanz. DAB+ ist aber auch heute noch nicht überall problemlos zu empfangen. Wir liegen in unserer Region im Grenzbereich, aber die Empfängertechnik hat sich offenbar auch verbessert. Die neuen Geräte finden deutlich mehr Sender als die alten von vor ein paar Jahren. Wer sich vorab informieren will, ob sich ein DAB+-Radio für ihn lohnt, findet übrigens eine aktuelle Programmübersicht mit Empfangsprognose unter digitalradio.de.

Das NR 5 DAB Digitalradio kann sowohl DAB+ als auch UKW-Sender empfangen - ist also in zwei Welten zu Hause und somit zukunftssicher.

Folgende Vor- und Nachteile halte ich für erwähnenswert:

+ Ansprechendes Design im Retrolook der Sechziger.
+ Die Verarbeitung ist sehr gut und vor allem präzise. Das weiß lackierte Holzgehäuse macht einen hochwertigen Eindruck, die Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt, alle Teile sitzen sehr passgenau, ohne erkennbare Mängel.
+ Intuitive Bedienung. Ich habe für die Inbetriebnahme keine Hilfe gebraucht. Eine gedruckte Bedienungsanleitung liegt aber für den "Notfall" bei.
+ Die Einrichtung geht einfach und schnell. Nach dem automatischen Sendersuchlauf können den gefundenen Sendern bequem und schnell Speicherplätze zugewiesen werden - für UKW und DAB+ jeweils 10 Stück. Am Gerät werden die Sender über Drehknöpfe und auf der Fernbedienung über Stationstasten ausgewählt.
+ Gute Ausstattung
• DAB+/UKW -Radio mit Sendersuchlauf
• Kopfhöreranschluss
• Anschluss externer Quellen entweder per 3,5mm-Klinkenstecker über AUX-In oder drahtlos über Bluetooth inkl. Audiostreaming (Die Kopplung mit meinem iPod ging schnell und problemlos.)
• Uhr und Wecker (2 Alarme) mit Sleep-Funktion - funktioniert mit voreingestelltem Sender oder alternativ auch mit einem Weckton. Die Uhrzeit wird automatisch über das DAB-Signal eingestellt.
• Automatischer Standby: Gerät schaltet nach einiger Zeit ohne Wiedergabe in den Stromsparmodus mit einem Verbrauch unter 1 W.
+ Sehr guter Empfang über eingebaute Stabantenne (die man immer komplett herausziehen sollte). Die DAB+ Abdeckung ist im ländlichen Raum noch nicht ganz optimal, dennoch hatte ich mit diesem Radio - im Vergleich zu älteren Geräten - einen signifikant besseren Empfang. Das zeigt schon die tatsächliche Signalstärke. Der UKW-Empfang mit RDS-Senderkennung und Radiotext ist übrigens auch hervorragend.
+ Im Lieferumfang ist eine Fernbedienung mit Batterien enthalten. Sie ist übersichtlich aufgebaut und liegt gut in der Hand.

+/- Guter Stereoklang. Die Sprachwiedergabe sehr gut, lediglich bei Musikwiedergabe zeigt das Radio leichte Schwächen in den Mitteltönen.
+/- Die LCD-Anzeige wird nicht automatisch gedimmt, es gibt aber 2 Helligkeitsstufen zur Auswahl (im Standby kann die Beleuchtung auch abgeschaltet werden).

- Es gibt keinen Ein-/Ausschalter am Gerät, sondern nur einen Standby-Modus, der aber mit 1 W sehr sparsam ist.
- Alarmzeiten sind nur am Gerät, aber nicht auf der Fernbedienung einstellbar bzw. zu aktivieren.

Das NR5 DAB leistet sich keine wesentlichen Schwächen. Es ist sehr gut verarbeitet, bietet hervorragende Empfangsleistungen, bindet externer Quellen bequem ein und hat für die Gerätegröße einen guten Stereoklang. Im Standby ist es außerdem mit 1 W Leistung ausgesprochen energiesparend.


Duracell Plus Power Batterie AA (MN1500/LR6) 15+5 Pack Special Offer
Duracell Plus Power Batterie AA (MN1500/LR6) 15+5 Pack Special Offer
Wird angeboten von Vitamed Matthias Quinger,Preise inkl. MwSt
Preis: EUR 13,99

5.0 von 5 Sternen Sparpack mit langer Lagerfähigkeit, 12. Juli 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Ich verbrauche relativ viele Mignonbatterien und da lohnt sich dieses Sparpack, zumal der Hersteller eine Lagerfähigkeit von 10 Jahren verspricht und ich mit Duracell bisher nur gute Erfahrungen gemacht habe (langlebig, ausdauernd und auslaufsicher).

Neben der Batteriequalität hat mir die wiederverschließbare Pappverpackung gefallen. Insbesondere auf Reisen fliegen die Batterien nun nicht mehr ungewollt durch Koffer und Rucksack.

Schade ist nur, dass Duracell bei den "Plus Power"-Batterien auf den PowerCheck verzichtet, mit der man die aktuelle Kapazität jeder einzelnen Batterie testen kann. Dennoch gibt es 5 Sterne.


Pilze. Sicher bestimmen, lecker zubereiten
Pilze. Sicher bestimmen, lecker zubereiten
von Renate Volk
  Broschiert
Preis: EUR 9,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nimmt die Angst, 12. Juli 2014
Ich muss gestehen, dass mir Pilze, obwohl ich sie sehr gerne esse, immer einen Heidenrespekt eingeflößt haben. Außer Champignons habe ich bisher noch nie Pilze in der freien Natur gesammelt, aus Angst, mich zu vergiften.
"Pilze sicher bestimmen" ist dazu geeignet, diese Angst weitestgehend zu beheben, ohne die Gefahren zu trivialisieren oder zu übergehen. Im Buch werden etwas mehr als 80 Pilzarten vorgestellt, jeweils mit einer fotografischen Abbildung, die den Pilz von mehreren Seiten zeigt, sowie einer textlichen Beschreibung, die anhand der Kategorien "Hut, Lamellen/Röhren, Stiel, Fleisch, Geruch, Geschmack, Fruchtreife und Vorkommen" alle wichtigen Merkmale aufführt. Besonders charakteristische Eigenschaften sind noch einmal farblich markiert, was im Zusammenhang mit Verwechslungen bedeutsam ist. Zum Thema Verwechslungen gibt es immer einen gesonderten Eintrag, in dem auf ähnliche und vor allem giftige Vertreter hingewiesen wird. Alle giftigen Arten, mit denen essbare Pilze verwechselt werden können, sind in der gleichen Ausführlichkeit beschrieben wie die Speisepilze, allerdings habe ich kleinere Ungenauigkeiten entdeckt. So wird beispielsweise beim Wald-Champignon auf den giftigen Perlhuhn-Champignon hingewiesen, der im Artenportrait dann aber als Karbol-Champignon bezeichnet wird (ohne Querverweis auf den alternativen Namen). Zumindest sind schon im Artenportrait des Wald-Champignons die sicheren Unterscheidungsmerkmale genannt.
Die Autoren überfordern auch Anfänger wie mich nicht. Es gibt Pilze, die sind auch für Newbies absolut sicher zu bestimmen und man sollte auf jeden Fall mit solchen Arten anfangen. Wer sich an heikle Familien wie die Trichterlinge wagt, sollte zumindest am Anfang auf den Rat einer Pilzberatungsstelle zurückgreifen und verschiedene Naturschutzorganisationen bieten auch Fortbildungen an.

Eine Pfanne voll Speisepilze bekommt - zur richtigen Jahreszeit - mit diesem Buch in der Hand wohl jeder zusammen und an leckeren Rezepten mangelt es auch nicht. Hauptgerichte, Suppen, Salate oder Snacks, die Auswahl ist sehr abwechslungsreich und bedient Geschmäcker von deftig bis asiatisch. Für mich persönlich hätte nicht unbedingt das Rezeptbuch mit dem Bestimmungsbuch kombiniert sein müssen: Den Pilzführer nehme ich mit ins Gelände und er wird dabei natürlich schmutzig (Pilze muss ich nun mal aus der Erde drehen). Ein schmutziges Buch lege ich mir wiederum ungern auf meine Küchenarbeitsplatte, wenn ich koche. Nicht ganz durchdacht, aber das ist meine persönliche Meinung.

Insgesamt ist der Aufbau übersichtlich und sinnvoll. Die Hinweise sind erkennbar von sehr erfahrenen Pilzexperten verfasst, die gerade Anfängern die Angst vor Fehlbestimmungen nehmen, ohne die Risiken zu verharmlosen. Und im Zweifel gilt immer noch die alte Pilzsammlerregel: Lieber mal stehen lassen!


"Einen Spiegel hast gefunden, der in allem Dich reflectirt": Briefe an Graf Louis Batthyány Szent-Ivanyi 1802-1803
"Einen Spiegel hast gefunden, der in allem Dich reflectirt": Briefe an Graf Louis Batthyány Szent-Ivanyi 1802-1803
von André Weibel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 59,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Avatar im 19. Jahrhundert, 11. Juli 2014
Es war DER Skandal im Wien des Jahres 1803. Unter dem Namen "Hartenberg-Affaire" kam ein Betrug ans Licht, der eher in unsere Zeit passen würde: Fritz von Hartenberg, ein verarmter Spross des niederen Adels, gaukelte seinem Förderer, dem Historiker und Staatswissenschaftler Johannes von Müller fast ein Jahr lang durch eine umfangreiche Korrespondenz die Existenz des ungarischen Magnaten Graf Louis Batthyany Szent-Ivanyi vor, mit dem dieser eine Lebensgemeinschaft zu bilden beabsichtigte. Es war Liebe auf den ersten Brief, denn persönlich kennengelernt haben sich von Müller und sein fiktiver Liebhaber nie. Fritz von Hartenberg, selber mit von Müller sexuell liiert, war praktischerweise auch gleich mit der Übermittlung der Briefe betraut. Heute würde man Batthyany wohl als Avatar bezeichnen.
Ans Licht kam die Affäre, als von Hartenberg seinen Avatar dafür benutzte, von Müller systematisch auszuplündern. Nicht etwa, indem er ihn mit seinem Wissen erpresste, sondern indem er sich selbst als zukünftigen Adoptivsohn der beiden (im Übrigen deutlich älteren) Herren ins Spiel brachte, der natürlich standesgemäß ausgestattet werden musste. Von Müller zahlte die Ausgaben für Kleidung, Reisen und andere Statussymbole, in der Hoffnung, dass Batthyany die Kosten übernehmen würde, sobald man sich gemeinsam in Italien auf einen einsamen Landsitz zurückgezogen hätte. Dazu kam es selbstverständlich nie. Ein Prozess brachte von Hartenberg zwar für einige Monate hinter Gitter, von Müller war aber nachhaltig diskreditiert und flüchtete nach Berlin, wohin ihm sein zweifelhafter Ruf jedoch vorausgeeilt war. Er lebte nur noch sechs weitere Jahre, ohne jemals wieder die politische Bedeutung zu erlangen, die er früher einmal hatte.

Erhalten sind fast alle Briefe von Müllers an Batthyany, dagegen nur ein einziger der von Batthyany an von Müller gerichteten. Die Wissenschaft hat diese einzigartige Sammlung bisher weitgehend ignoriert, dabei ist sie eine der frühesten und dabei äußerst umfangreiche Quelle über das homosexuelle Leben in authentischen Selbstzeugnissen. Andre Weibel hat von Müllers Briefe nun erstmals vollständig editiert und ausgesprochen sorgfältig kommentiert.
Allgemeine gesellschaftliche Homophobie ist eine Erfindung des frühen 19. Jahrhunderts, wie Weibel in einem seiner aufschlussreichen Beiträge im Kommentarband klarstellt. Um 1800 und auch davor war mehr oder weniger offen gelebte Homosexualität im Adel weit verbreitet und durchaus akzeptiert, wenn auch nicht goutiert. Im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts breitet sich die im kirchlichen Umfeld immer schon ausgeprägte Homophobie dann in der gesamten Gesellschaft aus. Schon deshalb war der Blick auf die Hartenberg-Affäre bisher meist verzerrt und diente oft nur der Unterstützung einer bestimmten Intention des jeweiligen Autors. Weibel nähert sich dem Thema wissenschaftlich neutral und analysiert die Briefe auch im Licht von Zeitzeugen, die sich zu von Müller oder Hartenberg geäußert haben. Mit detektivischer Akribie hat Weibel eine ungeheure Zahl von Originalquellen konsultiert, die teilweise auf Französisch verfassten Briefe übersetzt und in editorischen Anmerkungen präzise die Hintergründe geklärt. So entwickelt sich langsam das Bild von Müllers als innerlich zerrissenen Menschen, dem es nie gelungen ist, sein gesellschaftliches und sein Gefühlsleben in Einklang zu bringen. Er träumt von einem "griechischen" Ideal, einem Arkadien, in dem er seine Sexualität nicht verstecken muss, gleichzeitig zerstört sein dann doch mehr oder weniger offen ausgelebter Trieb (auch vor Hartenberg hatte von Müller zahlreiche Liebhaber) zuerst seine Karriere und dann seine Existenz. So vielversprechend wie sie begann, so schmählich endet sie. Von Müller wird eines der ersten Opfer der sich ändernden öffentlichen Moral und ist vielleicht als Untersuchungsobjekt gerade deshalb so besonders interessant.

Ausgesprochen lesenswert sind auch Weibels Anmerkungen zu den Lebensläufen von Müllers und von Hartenbergs, die einen Blick auf sonst eher verschlossene Bereiche der Gesellschaft am Übergang vom 18. in das 19. Jahrhundert erlauben. Eine oft erstaunliche Toleranz kommt da zum Vorschein, aber die Vorboten kommender Veränderungen sind nur zu offensichtlich. Von Müllers Briefe offenbaren schonungslos dessen wahren Seelenzustand, ganz im Stil des Freundschaftkultes der Goethezeit triefen sie manchmal vor Emotion und Pathos. Die Tragik liegt darin, dass von Müller seine echten Gefühle einer fiktiven, nur für ihn geschaffenen Kunstfigur offenbart. Und das ist wiederum im Zeitalter von Internet, Kontaktbörsen und Social Networks ein erstaunlich modernes Phänomen.


Post-it 654ENDRP Notes, 76 x 76 mm, 12 Blöcke (3 Gratis), 100 Blatt, neon-/pastellfarben
Post-it 654ENDRP Notes, 76 x 76 mm, 12 Blöcke (3 Gratis), 100 Blatt, neon-/pastellfarben
Preis: EUR 16,96

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verpackungs-Matroschka, 10. Juli 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Ich nutze die Post-Its vorwiegend für meine Aufgabenplanung am Whiteboard und dafür ist die Standardgröße von 7,5 x 7,5 cm optimal. Die Klebeeigenschaften sind ausgezeichnet: Die Zettel haften gut, fallen nicht nach ein paar Tagen von selbst herunter und können sogar mehrfach geklebt werden. Kleberückstände gibt es keine. Die verschiedenen Farben bieten sich besonders zur Priorisierung und Kategorisierung an.
Nur die dreifach verschachtelte Cellophanverpackung ist etwas übertrieben und erinnert mich an russische Matroschkas.


CorelDRAW Graphics Suite X7
CorelDRAW Graphics Suite X7
Preis: EUR 489,77

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufgeräumter Klassiker, 9. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: CorelDRAW Graphics Suite X7 (DVD-ROM)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
CorelDraw ist mein persönlicher Klassiker unter den Vektor-Grafikprogrammen. Ich nutze es seit ca. 1994, habe aber nicht alle Updates mitgemacht. Zuletzt habe ich die Version 9 (erschienen 1999) genutzt, die aber auf Windows 8 leider nicht mehr lauffähig ist. Mit Umstellung stand also ein Zwangsupdate an, nicht zuletzt, weil das Corel-eigene Format CDR nicht von anderen Herstellern weiterbearbeitet werden kann und man somit mit den Altdaten an CorelDraw gebunden ist. Der Umweg über Exportformate hat zumindest bei mir nicht zufriedenstellend funktioniert. Dies sollte man auch beachten, wenn man sich dieses Paket erstmalig anschafft.

Die Graphics Suite X7 enthält neben dem Hauptprogramm CorelDraw noch einige andere, sehr nützliche Programme wie z. B. Photo Paint zur Bildbearbeitung, Capture zur Erstellung von Screenshots oder den Website Creator, den man sich aber auch auf der Corel-Webseite nach einmaliger Registrierung kostenlos herunterladen kann. Das Programm Power Trace zur Vektorisierung von Bitmaps, dass es früher separat gab, wurde nun in CorelDraw integriert.
Auf die einzelnen Funktionen einzugehen, würde an dieser Stelle zu weit führen - hier verweise ich auf die umfangreichen Produktinformationen. Für Einsteiger und Fortgeschrittene hat die Version X7 alles was notwendig ist, um Vektorgrafiken für Broschüren zu gestalten, Logos zu entwerfen, Digitalbilder zu bearbeiten, Webseiten umzusetzen und vieles mehr. Insbesondere die aufgeräumte und konfigurierbare Arbeitsoberfläche hat mir an der neuen Version gefallen. Eine klasse Idee finde ich die Möglichkeit, sich geänderte Funktionen seit X5 und X6 anzeigen zu lassen. Die Cloud-Funktionen werde ich aber auch bei diesem Programm nicht nutzen. Schon aus Prinzip lagere ich meine Daten nicht auf fremden Servern.

CorelDraw X7 ist lauffähig ab Windows 7 (32/64 Bit). Ich habe es auf einem Windows 8.1 (64-Bit)-System problemlos installiert und direkt das vorhandene Update aus dem Internet eingespielt. Programmabstürze gab es bei mir bisher keine. Etwas lästig ist der - gefühlt ewig dauernde - erstmalige Start von CorelDraw nach dem Hochfahren des PCs. Alle weiteren Programmstarts gehen dann schnell und das Arbeiten mit dem Programm (und das ist die Hauptsache) geht flott und ohne Verzögerungen.

Sowohl Neueinsteiger als auch Umsteiger sollten sich auf dem "Willkommensbildschirm" nach dem Programmstart die ersten Schritte und Neuerungen anschauen, um die grundsätzliche Bedienung des Programms zu verstehen. Als Umsteiger haben mir die Hilfestellungen zur neuen Arbeitsoberfläche sehr geholfen. Es gibt aber auch eine sehr gute Online-Hilfe oder ein umfangreiches PDF-Handbuch zum Download (hierzu einfach auf der ersten Seite der Online-Hilfe auf den Link "PDF-Format" klicken). Darüber hinaus gibt es zahlreiche Video-Tutorials in deutscher Sprache. In allen Fällen ist aber eine Internetverbindung notwendig. Hier hätte ich mir eine vollständige "Offline"-Lösung gewünscht, die ein Nachladen aus dem Internet überflüssig macht und alle Komponenten von der DVD auf der Festplatte installiert.

Der Bildschirmaufbau von CorelDraw ist übersichtlich und die Bedienung nach kurzer Einarbeitungszeit intuitiv. Viele Symbole und Menüpunkte sind aus älteren Corel-Versionen oder anderen Grafikprogrammen bekannt und im rechten Bildschirmbereich werden ausführliche Hinweise zur ausgewählten Funktion angezeigt. Trotzdem sollte man sich mithilfe des Handbuchs (Online oder PDF) oder der Videos mit der Bedienung sowie den Begrifflichkeiten vertraut machen. Das erspart am Anfang viel Frust und Zeit.

Für Fragen gibt es im Internet viele Quellen, wie Benutzerforen oder ein eigener Youtube-Kanal. Auch der Corel-Support steht zur Verfügung. Dieser ist leider nur innerhalb der ersten 30 Tage nach Kauf und auch nur einmalig für ein Installations- oder Aktivierungsproblem kostenlos. Jede weitere Anfrage lässt sich Corel mit heftigen 19 Euro vergolden. Kundenfreundlichkeit sieht anders aus.

Einen Punkt möchte ich nicht unerwähnt lassen: Wer weniger Funktionalität benötigt, sollte sich mal bei den Freeware-Programmen (z.B. InkScape) umschauen - oder prüfen, ob nicht die Home-Version von CorelDraw ausreichend ist.

Fazit:
Die CorelDraw Graphics Suite X7 ist ein ausgereiftes und funktionsstarkes Programmpaket mit einer intuitiven und aufgeräumten Arbeitsoberfläche und sehr guten Hilfeunterstützung, das kaum Wünsche offen lässt. Die kundenfeindliche Supportpolitik sowie der Zwang zur direkten Internetverbindung sind dagegen echt ärgerlich. Ich habe lange mit 4 Sternen gerungen, gebe aber dennoch 5 Sterne, weil die Funktionalität wirklich top ist.


Der Malayische Archipel: Die Heimat von Orang-Utan und Paradiesvogel
Der Malayische Archipel: Die Heimat von Orang-Utan und Paradiesvogel
von Alfred Russel Wallace
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nach 150 Jahren erstmals wieder vollständiger Klassiker, 8. Juli 2014
Alfred Russel Wallace hat als Erster das Grundprinzip der Evolution veröffentlicht. Er wäre damit Darwin zuvorgekommen, wenn nicht die Vertreter der Royal Society Charles Darwin gewarnt hätten und dieser in aller Eile eine eigene Publikation zum selben Thema zusammengeschrieben hätte, die dann zeitgleich mit Wallaces wegweisender Erkenntnis vorgetragen wurde. Heute würde man so etwas "scientific misconduct" nennen, zumal sich Wallace zu diesem Zeitpunkt im fernen Indonesien aufhielt und sich nicht wehren konnte.

Diese Reise, die Alfred Russel Wallace acht Jahre in die entferntesten Winkel der tropischen Inselwelt trug, war das Schlüsselerlebnis in dem an Ereignissen nicht gerade armen Leben des englischen Naturforschers. Hier kam ihm nicht nur die Eingebung zur Evolution, sondern hier entdeckte er auch eine biologische "Wetterscheide", die die australische von der asiatischen Tier- und Pflanzenwelt trennt und die mitten durch den malayischen Archipel verläuft. Sie heißt noch heute "Wallace-Linie" und stellt den Beginn der Biogeografie dar.

Sechs Jahre nach der Reise veröffentlichte Wallace den zugehörigen Bericht, der bis heute als einer der besten Reiseberichte gilt, die je geschrieben wurden. Nicht nur die wissenschaftliche Leistung Wallace' war enorm, sondern sein ausgesprochen lebendiger Stil, die Detailfülle seiner Beschreibung und die abenteuerlichen Erlebnisse machen "Der Malayische Archipel" zu einer Ikone der Reiseliteratur. Seit 150 Jahren wird das Buch immer wieder aufgelegt, dabei aber im Deutschen immer stark gekürzt - oder wie ich es sagen würde - verstümmelt. Soweit ich weiß ist die Ausgabe der Edition Erdmann tatsächlich seit 1869 die erste vollständige und alleine schon deshalb ein "Jahrhundertereignis". Der Text wurde nicht neu übersetzt, sondern folgt dem Original von 1869, die Originalillustrationen und Karten wurden übernommen und nur die Orthografie wurde an die heutigen Regeln angepasst.

Wallace, der fast 70 Einzelreisen auf die unterschiedlichsten Inseln unternahm, gliedert seine Beschreibung nicht nach dem tatsächlichen zeitlichen Ablauf, sondern nach den Reisezielen und der Ökologie. Viele Orte hat Wallace mehrfach aufgesucht, zu unterschiedlichen Jahreszeiten, um vor allem Insekten, aber auch Wirbeltiere zu sammeln. Der sukzessive Verkauf dieser enormen Sammlung wird übrigens nach seiner Rückkehr lange Zeit die Grundlage für seinen Lebensunterhalt sein. Durch die sinnvolle Struktur kann der Leser nicht nur die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der einzelnen Regionen erkennen, sondern es entfallen auch Dopplungen, die ansonsten unumgänglich gewesen wären.

Der Text liest sich immer noch frisch und keinesfalls antiquiert, was vor allem an Wallace' klarer Sprache liegt, die Fachvokabular (bis auf die lateinischen Artnamen) vermeidet und auf Verständlichkeit Wert legt. Sein Buch ist gleichzeitig Naturkunde, Länderkunde und ethnologischer Bericht. Ein Universalgelehrter kommt da zum Vorschein, der nie einen akademischen Abschluss besaß. Ein echter Selfmade-Man. Mutig und belastbar bis zur absoluten Schmerzgrenze. Diese acht Jahre im Dschungel, denn damals waren große Teile Indonesiens und Malaysias noch dicht bewaldet, erbrachten die unglaubliche Ausbeute von über 100 000 naturkundlichen Sammlungsobjekten und das unter unvorstellbar schwierigen Bedingungen.

Dass Alfred Russel Wallace heute ein Schattendasein führt, ist ungerecht und wohl die Folge seiner Verirrung in spirituelle Kreise im Alter. Damit war er wissenschaftlich diskreditiert und erst in den letzten Jahren habe ich ein wiedererwachendes Interesse der Öffentlichkeit festgestellt. Publikationen wie "Der Malayische Archipel" sind da ausgesprochen nützlich und eine spannende Bereicherung für jeden Freund alter Reiseliteratur.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 11, 2014 3:10 PM MEST


Stolz und Vorurteil: Roman
Stolz und Vorurteil: Roman
von Jane Austen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heiratszirkus, 7. Juli 2014
Das sind Sorgen: Die wohlhabende Familie Bennet ist mit fünf Töchtern gesegnet und einem leider sehr ungünstigen Erbvertrag. Die auskömmlichen Ländereien und Besitztümer der Bennets dürfen nur in der männlichen Linie vererbt werden, sodass mit dem Tod des Vaters seine Töchter und Frau ziemlich mittellos dastehen würden. Also setzt Mrs. Bennet alles daran, die fünf Kandidatinnen wohl versorgt zu wissen - schon alleine zur eigenen Altersversorgung. Als dann im Nachbaranwesen die beiden ledigen und noch dazu steinreichen Freunde Bingley und Darcy mit familiärer Entourage einziehen, sieht Mrs. Bennet die ersehnte Chance gekommen und beginnt gleich mit ihren mehr oder weniger plumpen Anbahnungsversuchen, begleitet vom zynischen Spott ihres Ehemannes, der generell keine hohe Meinung vom Verstand der Frauen hat und im speziellen eine besonders geringe vom Verstand seiner Frau. Nur die Selbständigkeit und Intelligenz seiner Tochter Elisabeth genießt Bennets Achtung. Doch Intelligenz alleine führt einen Menschen nicht unbedingt auf den richtigen Weg. Elisabeth verabscheut zunächst den neuen Nachbarn Darcy aufgrund von vorgefestigten und anschließend sauber zementierten Meinungen und Vorurteilen. Auf der anderen Seite besticht Mr. Darcy anfangs durch einen offen zur Schau gestellten Dünkel, der ihn nicht gerade liebenswürdig erscheinen lässt. Bis diese beiden starken Charaktere zueinanderfinden, wird es noch viele Irrungen und Wirrungen geben, die dem Leser die Welt des Großbürgertums und des englischen Landadels der Zeit um 1800 sehr anschaulich vor Augen führen. Es ist eine Welt, die geprägt ist von Standesdünkel (und das erheblich ausgeprägter als im auch heute noch vergleichsweise dünkelhaften englischen Adel), unproduktivem Zeitvertreib und Konversation. Der Small Talk ist die soziale Klammer, die diese Gesellschaft zusammenhält und niemand beherrscht die Kunst des Small Talk so vollendet, wie Jane Austen. Ihre Dialoge sprühen vor Witz und sind Musterbeispiele für die unterschwellige Andeutung. In gehobenen Kreisen werden Beleidigungen mit Stil ausgeteilt und in "Stolz und Vorurteil" ist Mr. Bennet der absolute Meister des Zynismus. Er genießt es geradezu, seiner tumben Ehefrau die eigene intellektuelle Überlegenheit um die Ohren zu hauen und das auf eine derart witzige Weise, dass er schon nach den ersten Seiten zu meiner persönlichen Lieblingsfigur im Buch wurde. Er ist keineswegs ein liebloser Vater, der sich nicht um das zukünftige Wohl seiner Töchter kümmert, er ist auch kein Frauenverächter, sondern er animiert seine Töchter konstant zu einem selbstbewussten und selbstbestimmten Leben. Und das ist letztlich auch die Botschaft Jane Austens, denn sie geißelt besonders gerne Standesdünkel und reinen Materialismus, den sie als Hauptgrund für eine lieblose Ehe erkennt. Wie in einem Liebesroman nicht anders zu erwarten (zumal in einem von Jane Austen), finden die Protagonisten am Ende doch zueinander, aber natürlich ist der Bruch der gesellschaftlichen Konvention ("morganatische Ehe") nicht so drastisch, dass er das traditionelle Gefüge durcheinanderbringen würde. So sehr sich Jane Austen, die selber aus dem niederen Landadel stammte, für die Aufstiegschancen ihrer Gesellschaftsschicht stark macht und gegen den Dünkel der noch Reicheren und Höherstehenden stichelt, so wenig hat sie eine Antenne für die gleichen Ambitionen aus dem niederen Volk. Sie ist keine Revolutionärin, sondern "nur" eine feine Beobachterin ihrer Zeit und ihrer gewohnten Umgebung.

Neben den göttlichen Dialogen, deren subtile Zwischentöne die ausgezeichnete Übersetzung wunderbar einfängt, ist es vor allem dieser authentische Blick in den Alltag der gehobenen Gesellschaft, die den Leser über 600 Seiten gefangen hält. Es ist eine Welt des Müßiggangs, in der körperliche Arbeit verabscheut wird, eine Welt in der vollendete Umgangsformen mehr zählen als Gefühle, eine Welt der unsichtbaren Lakaien und des dezenten Luxus. Jane Austen ist dabei nie unmodern geworden, denn ihr lebendiger Stil, die kontrastreichen Figuren und ihre geradezu filmreifen Dialoge sind auch heute noch höchst lesenswert. Selbst nach 200 Jahren lässt Jane Austen da manchen aktuellen Autor ganz schön alt aussehen.


Duracell Ultra Power Batterie AA (MX1500/LR6) 12er mit Powercheck
Duracell Ultra Power Batterie AA (MX1500/LR6) 12er mit Powercheck
Preis: EUR 11,84

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Innovativer Leistungscheck, 7. Juli 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Ich bin mit Duracell-Batterien sehr zufrieden: Sie sind langlebig, ausdauernd (besonders diese "Ultra Power"-Variante) und laufen nicht aus. Mit der neuen Duralock-Technologie verspricht der Hersteller sogar eine Lagerfähigkeit von 10 Jahren.

Die aktuelle Kapazität lässt sich bei diesen Batterien leicht testen: Man drückt einfach auf die beiden am Gehäuse aufgedruckten weißen Punkte und am Ladebalken der Batterie kann direkt man ablesen, ob sie noch was taugt. Echt innovativ!

Eine praktische Einrichtung ist die wiederverschließbare Pappverpackung. Insbesondere auf Reisen fliegen die Batterien nun nicht mehr ungewollt durch Koffer und Rucksack.


Roadtrip mit Guru: Wie ich auf der Suche nach Erleuchtung zum Chauffeur eines Gurus wurde
Roadtrip mit Guru: Wie ich auf der Suche nach Erleuchtung zum Chauffeur eines Gurus wurde
von Timm Kruse
  Broschiert
Preis: EUR 12,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Manchmal geht einem ein Licht auf, noch bevor man erleuchtet wird., 6. Juli 2014
Manchmal geht einem ein Licht auf, noch bevor man erleuchtet wird. Timm Kruse hat einen gewissen Hang zur Spiritualität, oder sagen wir es in der Sprache der Psychologen, er ist ziemlich "suggestibel". In Blaubeuren schlägt dann im übertragenen Sinn bei ihm der Blitz ein, als ihn der Vortrag eines indischen Gurus völlig aus der Bahn wirft, er Job, Beziehung und Kind zurücklässt und nach Indien in Gurujis Ashram zieht. Einfach so. Weil es nun mal sein muss und Guruji eine geradezu hypnotische Anziehungskraft auf ihn ausübt. Timm lernt das Leben im Ashram kennen und bemerkt zunächst nicht, wie er manipuliert wird und der Schein-Heilige Guru ihn und andere Jünger nach Strich und Faden ausnutzt. So wie Timm Kruse ihn beschreibt, muss Guruji eine wahrhaft eindrucksvolle Persönlichkeit sein, jemand, der besonders Menschen ohne festen Halt das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit bieten kann, sie anzieht wie ein Rattenfänger. Ein exzellenter Menschenkenner - nur leider kein Menschenfreund. Timm Kruse gewinnt schon bald das Vertrauen des Gurus und reist als sein Chauffeur mit ihm um die Welt. Quer durch Europa, in die USA und nach Kanada, immer auf der Suche nach reichen und steinreichen Gönnern, die sich an windigen Immobiliengeschäften oder geplanten spirituellen Heilzentren finanziell beteiligen. Die Blauäugigkeit macht auch vor den großen Portemonnaies nicht Halt. Aber Timm beschleichen langsam Zweifel und irgendwann kommt der große Knall, an dem er tatsächlich erleuchtet wird. Nur ganz anders, als er es sich gedacht hatte.

Das Buch schreibt Timm Kruse mit einem Abstand von einigen Jahren, nachdem er "seinen" Guru verlassen hat. Die Wunden sind erkennbar noch nicht verheilt und das ist vielleicht auch gut so, denn so gelingt es ihm sehr eindringlich, die Faszination zu beschreiben, die von Guruji ausgeht. Wie dieser seine ganze Umgebung nur durch seine Anwesenheit elektrisiert, wie er scheinbar Gedanken lesen kann, die tiefsten Geheimnisse seiner Jünger kennt. Aber auch, wie er manchmal ganz schamlos seine wahren Absichten offenlegt, ohne dass irgendjemand an ihm zweifelt. Geldgier, Eitelkeit, Hybris - alle Eigenschaften, die er in seinen Vorträgen so vehement geißelt, die vereint er in mustergültiger Weise auf seine eigene Person. Der Sri Wat Ashram ist eine kleine Sekte, wie es sie zu Tausenden in Indien gibt, aber sie ist genau wie jede andere Religion letztlich nur ein Mittel zur Machtausübung und Bereicherung. Unter Gurujis Jüngern finden sich nur Europäer. Indische Geldbeutel sind ihm nachweislich zu klein.
Es ist alles so offensichtlich, dass Timm rückblickend den Kopf schüttelt, es nicht früher bemerkt zu haben. So viele kleine und große Begebenheiten, so viele spöttische Bemerkungen über seine Jünger, die noch den größten Unsinn als göttliche Eingebung feiern. Timm Kruse seziert klarsichtig das Sozialgefüge im Ashram, die Hierarchien, die Boshaftigkeit des "Inner Circle" und die fast stasihafte Überwachungsmentalität. Und er zeigt auch den Blick der Außenwelt auf die Sekte, das Unverständnis, die Sorge um verlorene Angehörige. Die drei intensiven Briefe, die zwischen Timm und seinem Vater während der Ashram-Zeit gewechselt wurden, kondensieren die Lehre der Geschichte auf wenigen Seiten. Sie sind einfach brillant formuliert, ein intellektueller Schlagabtausch auf hohem Niveau. So präzise zusammengefasst habe ich den Zusammenstoß zwischen spiritueller und materieller Weltanschauung noch selten gelesen. Wohl dem, der so einen Vater hat. Und wohl dem, der so einen Sohn hat. Beide Seiten haben aus diesen Briefen etwas gelernt, da bin ich sicher.

In geschliffenem Stil und mit dramaturgischer Raffinesse konstruiert Timm Kruse seine wahrhaftig erlebte Geschichte, mit jeder Menge Selbstironie, aber auch geschrieben mit der Wut eines enttäuschten Liebhabers. Er war blind, jetzt kann er sehen. Auch eine Art Wunder. Und wer dieses Buch gelesen hat, der ist hoffentlich davon kuriert, sein Heil im Schlepptau eines Gurus zu suchen und erkennt die gefährlichen Mechnismen des Selbstbetrugs rechtzeitig. Denn Gurus laufen nicht nur in wallenden weißen Gewändern herum, sondern diese Typen stecken auch in Maßanzügen und bevölkern dann die Büros von Hedgefonds und Banken...


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