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Beiträge von Volker M.
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Rezensionen verfasst von
Volker M.
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   

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Taschenlexikon der Wildbienen Mitteleuropas: Alle Arten im Porträt
Taschenlexikon der Wildbienen Mitteleuropas: Alle Arten im Porträt
von Erwin Scheuchl
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Große Erkenntnislücken, 6. Juni 2016
Leider reicht dieses Taschenlexikon nicht an die inhaltliche Qualität anderer Bücher aus dem Q&M Verlag heran. Die Autoren haben mit ihrem Ziel, alle Wildbienenarten Europas darzustellen ein sehr großes Rad gedreht, aber die systematische Vollständigkeit ging leider auf Kosten des Praxisnutzens.
Für mich muss ein Artenlexikon auch immer eine Möglichkeit bieten, eine mit dem Bestimmungsschlüssel identifizierte Art "rückzubestätigen", aber das geht in diesem Fall nicht, denn sämtliche Artenportraits verzichten auf eine morphologische Beschreibung. Außerdem sind weniger als die Hälfte der Tiere abgebildet und die Fotos zeigen meistens auch nicht alle bestimmungsrelevanten Merkmale. Von vielen Arten konnten wegen ihrer Seltenheit auch nur Sammlungspräparate gezeigt werden, außerdem gibt es in den Portraits keinerlei Hinweise auf verwechselbare Arten.
Dafür setzt das Lexikon seine deutlichen Schwerpunkte bei der Verbreitung und der Verhaltensbiologie, die auch sorgfältig recherchiert sind. Ebenfalls sehr interessant sind die Angaben zum Parasitismus. Trotzdem gibt es diesbezüglich bei vielen Arten noch keine gesicherten Erkenntnisse, obwohl man berechtigt annehmen darf, dass es keine Solitärbienen ohne Parasitismus gibt. Auch hier zeigt sich, wie wenig wir immer noch über Wildbienen wissen.
Die Verbreitungsangaben sind sehr ausführlich und spiegeln den derzeitigen Kenntnisstand präzise wieder, im Zuge des Klimawandels kann es allerdings zu deutlichen Verschiebungen kommen. Sehr vereinzelt finden sich Hinweise zur allgemeinen Populationsentwicklung und Angaben zur allgemeinen oder lokalen Häufigkeit sind ebenfalls selten.

Insgesamt bleibt bei mir der Eindruck, dass dem Buchprojekt während der Arbeit "die Luft ausgegangen ist". Als Lexikon ist es nicht zur Artbestimmung gedacht, aber inhaltlich zeigen sich insgesamt doch zu viele Lücken, als dass es für mich einen Praxisnutzen hätte. Das ist nicht in allen Fällen die Schuld der Autoren, sondern meistens das Resultat von insgesamt unzureichend belegtem Wissen über die Wildbienen Mitteleuropas.


Im Reich der Pflanzen 3D - mit David Attenborough  (inkl. 2D-Version) [3D Blu-ray]
Im Reich der Pflanzen 3D - mit David Attenborough (inkl. 2D-Version) [3D Blu-ray]
DVD ~ Martin Williams
Preis: EUR 14,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weltreise auf 120 Hektar, 4. Juni 2016
David Attenborough muss nicht immer um die Welt reisen, um gute Filme zu machen (wobei er bei dieser Produktion "nur" Moderator ist). Diesmal bewegt er sich in einem Areal von 120 Hektar und zeigt trotzdem die ganze Welt der Pflanzen in all ihrer Pracht und Vielfalt. Dieser besondere Ort ist Kew Gardens, der mit großem Abstand bedeutendste Botanische Garten der Welt. Hier werden permanent 30000 Arten in Kultur gehalten, darunter auch extrem seltene und in der Natur ausgestorbene, zu deren Erhaltungszucht Kew Gardens wesentliche Beiträge liefert. 90% aller Pflanzenarten der Welt befinden sich in Kews Herbarium, es besitzt die größte Samenkollektion der Welt und betreibt botanische Forschung auf höchstem Niveau. Die riesigen Gewächshäuser stellen (fast) alle Klimazonen der Erde nach und die Präsentation ist mit "malerisch" nur unzureichend beschrieben. Wenn Attenborough durch die viktorianischen Tropenhäuser wandelt, dann glaubt man zeitweise, dass das alles nicht wahr sein sein kann, so wunderschön sind diese Anlagen. Für den Film sind sie auch so perfekt ausgeleuchtet, dass man sich manches Standbild an die Wand hängen möchte.
Aber wie immer verbindet Attenborough schöne Bilder mit interessantem Inhalt, den er lehrreich vermittelt, ohne je belehrend zu werden. Ob das nun raffinierte Bestäubungsstrategien, botanische Superlative oder evolutionäre Anpassungen an Extemstandorte sind, bei näherem Hinsehen erweisen sich oft die unscheinbarsten Pflänzchen als echte Hochleistungsorganismen. Und mit "näherem Hinsehen" meine ich Superzeitlupen und Zeitraffer, Aufnahmen in besonderen Spektralbereichen und extreme Vergrößerungen, alles gefilmt mit der besten Kameratechnik, die derzeit verfügbar ist - natürlich in HD. Die 3D Version konnte ich leider mangels 3D-Fernseher nicht ausprobieren.

Die Miniserie hat insgesamt drei Folgen. Die erste widmet sich den Pflanzen, die in den Feuchtregionen der Erde leben, also Sümpfe und vor allem Tropenwälder. Hier leben 80% aller Arten, obwohl sie weniger als 2% der Landfläche ausmachen. Entsprechend vielfältig sind die Themen, die von den Täuschungsmanövern der Orchideen bis zu komplexen Symbiosen von Kannenpflanzen reichen. In der zweiten Folge zeigt Attenborough, mit wieviel Geduld und Einfallsreichtum Forscher die Geheimnisse der Pflanzen lüften. Da kommen oft sehr verblüffende Fakten zutage und es scheint wirklich nur die eine Regel zu geben: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Die dritte Folge thematisiert noch einmal schwerpunktmäßig die Überlebens- und Fortpflanzungsstrategien an Extremstandorten, aber auch die Tätigkeiten und Aufgaben von Kew Gardens. Das Making-of im Bonusmaterial zeigt den hohen filmischen Aufwand bei dieser Produktion. Die Aufnahmen sind nicht nur sehr ästhetisch, sondern stellen das Maximum dar, was man derzeit technisch erreichen kann. So was habe ich selten gesehen und wenn, dann eigentlich nur bei der BBC (diese Produktion kommt dagegen von Sky). Ich kenne mich in der Welt der Pflanzen recht gut aus und doch hatte ich ab und zu echte Aha-Erlebnisse. Aber ich habe auch ein paar Übersetzungsfehler entdeckt: z. B. sind Lebermoose keine Leberblümchen und Roscoea ist keine Rosacea. David Attenborough erklärt aber auf seine sympathische Art selbst komplizierte Sachverhalte einfach und doch wissenschaftlich korrekt. Die "Pannen" passieren tatsächlich erst bei der Übersetzung ins Deutsche.

Diese Miniserie ist eine grandiose Werbung für Kew Gardens und bietet eine ganze Weltreise auf 120 Hektar. Ein Botanischer Garten, der sogar den Originalschauplätzen die Show stiehlt.


Handbuch IT-Systemmanagement: Handlungsfelder, Prozesse, Managementinstrumente, Good-Practices
Handbuch IT-Systemmanagement: Handlungsfelder, Prozesse, Managementinstrumente, Good-Practices
von Ernst Tiemeyer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 69,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verständlich und umfassend, 2. Juni 2016
IT-Systeme sind vielfältig und komplex - nicht zuletzt wegen immer neuer Technologien wie Cloud-Computing und der Integration mobiler Endgeräte wie Smartphones und Tablets in die bestehende Unternehmens-IT. Um so wichtiger ist es, sich diesem Thema ganzheitlich, effizient und strategisch zu nähern.

In seinem Handbuch zeigt Ernst Tiemeyer zusammen mit 10 Experten aus Praxis und Hochschule, wie erfolgreiches IT-Systemmanagement aussieht. Die Zielgruppen des Buches sind dabei vor allem IT-Systemverantwortliche und -manager, interne und externe Berater sowie Informatikstudenten.
In 20 unabhängigen Kapiteln beleuchten die Autoren alle relevanten Themen rund ums IT-Systemmanagement. Auf das Grundlagenkapitel, in dem zunächst alle Handlungsfelder skizziert werden, folgt eine detaillierte Darstellung: Wie dokumentiert man eine IT-Landschaft? Wie werden IT-Systeme kostengünstig geplant und weiterentwickelt? Welche bewährten Methoden gibt es bereits? Wie sieht der Support bzgl. Organisation und Prozess aus? Wie wählt man die richtigen Anwendungen aus und verwaltet Lizenzen? Was ist bei der IT-Infrastruktur zu beachten (Desktop, Server, Storagesysteme)? Welche Handlungsfelder sind bei Netzwerken zu berücksichtigen? Wie muss ein erfolgreiches Risikomanagement aussehen und wie können Datenschutz- und Datensicherheitsaspekte gewährleistet werden? Ist eine IT-Notfallplanung erforderlich? Wie muss das Qualitätsmanagement aussehen und welche Standards gibt es?

In verständlicher, sachlicher Sprache und mit vielen Tabellen, Grafiken und Infoboxen gelingt es den Autoren, die trockene Materie systematisch zu vermitteln. Jedes Kapitel enthält am Ende eine Zusammenfassung sowie Empfehlungen für weiterführende Literatur (die aus meiner Sicht ruhig umfangreicher hätten ausfallen können). Zusammen mit dem ausführlichen Indexregister kann man so gezielt interessierende Themen herauspicken. Gewünscht hätte ich mir allerdings noch Checklisten, Musterdokumente und Beispiele, die für das Verständnis und bei der praktischen Umsetzung sicherlich hilfreich wären.

Mit dem kostenlosen E-Book (Download-Code im Buch) kann man auch am PC bequem auf den Inhalt zugreifen, ohne das 700 Seiten starke und 1,4 kg schwere Buch mitschleppen zu müssen.

Die besonderen Stärken des Buches liegen in der umfassenden, verständlichen und praxisnahen Darstellung des Themas. Alle Kapitel sind eigenständig, und auch wenn verschiedene Autoren mitgewirkt haben, wirkt das Buch insgesamt homogen und die Kapitel fügen sich zu einem einheitlichen Bild zusammen. Auch wer sich gezielt mit einem bestimmten Thema beschäftigen will, erhält mit den Fachbeiträgen jeweils eine abgeschlossene Darstellung.


It's teatime, my dear!: Wieder reif für die Insel
It's teatime, my dear!: Wieder reif für die Insel
von Bill Bryson
  MP3 CD
Preis: EUR 17,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Loblied auf die Vergangenheit (Hörbuch), 31. Mai 2016
Von den letzten 40 Jahren seines Lebens hat der geborene Amerikaner Bill Bryson etwa 30 in England verbracht. Er liebt das Land, das seine Wahlheimat geworden ist und 1995 war diese Liebe bereits Thema seines Bestsellers "Reif für die Insel". Nun, 20 Jahre später, unternimmt er wieder eine Reise quer durch Großbritannien, vom tiefen Süden bis zum äußersten Nordzipfel. Er besucht Orte, die ihn vor 20 Jahren begeisterten und solche, die er bisher nur aus Empfehlungen anderer kennt. Er stellt dabei fest, dass sich vieles verändert hat und das meiste leider nicht zum Vorteil. Besonders bedauerlich ist, dass sich das Land zunehmend entsolidarisiert. Die Umgangsformen sind ruppiger, die Menschen insgesamt unfreundlicher und vielerorts hat sich Armut in der Bevölkerung ausgebreitet. Brysons vergleicht die Gesellschaften von früher und heute allerdings meist ohne Ursachenforschung. Es sind Feststellungen, keine Gesellschaftskritik, die er zu Papier bringt und das ist auch die größte Schwäche des Buches, denn Bryson ist innerlich mittlerweile so sehr Brite, das er auf offene und direkte Kritik weitgehend verzichtet. Er liebt Großbritannien und will sich diese Liebe nicht selber zerstören, indem er schlecht über das Land redet. Bedauern ja, kritisieren (meistens) nein. So gerät sein Bericht oft zur Lobpreisung der englischen Landschaft, der englischen Kultur und der englischen Lebensart, er versammelt interessante, ungewöhnliche und unterhaltsame Anekdoten aus Vergangenheit und Gegenwart und manchmal blitzt tatsächlich der trockene, britische Humor auf, der sich besonders durch perfekt platzierte Selbstironie auszeichnet. Ich will die Pointe nicht vorwegnehmen, aber Brysons Besuch in einer Marks&Spencer Filiale ist so ein wunderbares Beispiel dafür. Da muss man einfach mitlachen. Aber diese Momente sind leider viel zu selten, und wenn Bryson auch eine Reihe wirklich interessanter Orte aussucht, die man auf klassischen Reiserouten ganz sicher nicht (mehr) finden wird, und in spannenden Hotels und B&Bs der unterschiedlichsten Kategorien übernachtet, so bleibt seine überschwängliche Begeisterung manchmal nicht ganz verständlich. Ich hatte des Öfteren den Eindruck, dass er seine Wehmut über das Vergangene durch diese Begeisterung für das noch Erhaltene kompensiert und dass das gegenwärtige England viel weniger seine Wahlheimat ist, als das England von 1995 oder 1973, als er erstmals als Rucksacktourist auf die Insel kam.
So traurig der Verlust der alten englischen Werte ist, aber England steht in dieser Hinsicht nicht alleine da. Die Zeit bleibt nicht stehen und läuft auch nicht rückwärts. Brysons Reisebericht wird dadurch allerdings auch zu einem Dokument, das belegt, wie schnell gesellschaftliche Errungenschaften und relativer Wohlstand verlorengehen können. Bei aller positiven Grundhaltung, die Bryson einnimmt, stimmen solche Beobachtungen insgesamt eher besorgniserregend.

Oliver Rohrbeck liest für meine Begriffe ein wenig nachlässig, und wenn auch seine englische Aussprache makellos ist, so unterlaufen ihm doch zahlreiche Fehler bei der Satzmelodie, die teilweise nicht zum Inhalt passt oder den Zusammenhalt innerhalb eines Absatzes durch falsche Stimmhebung auseinanderreißt. Etwas weniger "rheinischer Singsang" (und das bei einem Berliner...) würde der Sache sicher guttun. Trotzdem eine insgesamt passable Leistung.


Atlas der unentdeckten Länder
Atlas der unentdeckten Länder
von Dennis Gastmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mythos trifft Realität, 29. Mai 2016
Mutig ist er wirklich. Eine Reise nach Pitcairn ist keine Kaffeefahrt, absolut nicht. Ich übertreibe keineswegs, wenn ich behaupte, eine Reise nach Pitcairn ist sogar lebensgefährlich. Genauso lebensgefährlich wie eine Reise nach Karakalpakstan, wenn währenddessen herauskommt, dass man Journalist ist. Das sind nur zwei Beispiele aus Dennis Gastmanns Extremtourismus, wenn auch sicher die krassesten. Es gibt auch weniger spektakuläre Ziele, ja sogar welche, die man gefahrlos ohne Leibwache besuchen kann, aber zumindest ungewöhnlich sind sie alle. Über manchen Orten liegt Resignation und Bitterkeit, wie über der ehemaligen Insel Moynak, die heute hundert Kilometer von den letzten Resten des Aralsees entfernt, langsam vom Wüstenstaub verschluckt wird, über anderen schwebt bereits der Tod als finaler Schlussstrich unter einer kuriosen Randnotiz der Geschichte, wie in Akhzivland, dessen sterbenden, geistig umnachteten "König" Dennis Gastmann besucht und wo er nicht zum ersten Mal die Diskrepanz zwischen Mythos und Realität erlebt. Alle seine Ziele sind Länder, deren internationaler Rechtsstatus mehr oder weniger zweifelhaft ist. Einige haben große Teile ihrer Autonomie freiwillig abgegeben, wie das Zwergemirat Ras al-Kaimah, andere versuchen seit Jahrzehnten vergeblich echte Autonomie zu erlangen, wie Palästina. Es gibt Länder, die ökonomisch niemals autark und auf ewig von Hilfslieferungen abhängig sein werden, darunter z. B. auch Pitcairn, andere sind operettenhafte Länderinseln, umzingelt von übermächtigen Nachbarn, die sie gönnerhaft in ihrer "Unabhängigkeit" gewähren lassen, solange sie nur keine territoriale Gefahr darstellen.
Dennis Gastmann ist auf eigene Faust in diese Enklaven gereist, oft genug unter widrigsten Umständen und er trifft dabei regelmäßig auf zwielichtige Gestalten. Ich habe mich mehr als einmal gefragt, was ihn zu so gefährlichen Touren treibt, aber ich glaube, er vertraut einfach nur darauf, dass er so unendlich harmlos aussieht und damit eine Beißhemmung bei den bösen Jungs auslöst. Bisher ist es zumindest gutgegangen.

Dass hinter dem Milchgesicht ein blitzgescheites Gehirn steckt, das habe ich schon bei seinen Fernsehbeiträgen "In 80 000 Fragen um die Welt" gemerkt. Scheinbar harmlose Fragen entlarven gnadenlos Lebens-, Staats- und Gesellschaftslügen. Und mit dieser Beobachtungsgabe, die jede sich bietende Gelegenheit nutzt, hinter Vorhänge zu schauen, mit dieser Beobachtungsgabe ist Gastmann auch in den Pseudostaaten dieser Welt unterwegs. Dabei erweist er sich als hervorragender Stilist, der mit bissigem Humor und einer Prise Selbstironie Wahrheiten ausspricht, die andere lieber unter dem kühlen Rasen halten würden. Seine Metaphern sind manchmal so großartig gelungen, dass sie in einem einzigen Satz ganze Realitäten erschaffen und wieder zerstören. Diese Reportagen sind unterhaltsam und intelligent zugleich und nehmen den Leser eben nicht nur auf eine ungewöhnliche Reise mit, sondern sie führen ihn gleichzeitig hinter die Kulissen. Und Kulissen aufstellen, darin sind manche Staaten wirklich Weltmeister. Ich bin sicher, Dennis Gastmann hätte gerne auch noch Nordkorea in den Reiseplan aufgenommen, aber einen wie ihn werden sie dort niemals reinlassen. Und wenn doch, dann lassen sie ihn nicht wieder raus.

Dadurch, dass er alleine reist, begegnet Gastmann ständig mehr oder weniger skurrilen Menschen, die er mit Wohlwollen, aber nicht mit grenzenlosem Wohlwollen beschreibt. Es gibt durchaus Vertreter, die er nicht mag oder vor denen er sich fürchtet. Kein Wunder. Aber unabhängig von Sympathie versucht er in jedem Fall das Menschliche in seinem Gegenüber zu entdecken und das gibt seinen Reportagen eine positive Grundhaltung, die selbst dann noch erkennbar bleibt, wenn die Umstände reichlich tragisch werden.

In seinen besten Momenten reicht dieses Buch an die Qualitäten eines Paul Theroux heran und zeigt, dass Gastmann mehr drauf hat, als der nette Junge mit seinen harmlos-klugen Fragen erahnen lies.


Liebe 6: WortArt
Liebe 6: WortArt
von Hagen Rether
  Audio CD
Preis: EUR 11,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Weltenheiler, 27. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Liebe 6: WortArt (Audio CD)
15 Jahre lang ununterbrochen Liebe machen, hinterlässt das eigentlich Spuren, Herr Rether? Sicher, sagen Sie im neuen Programm, irgendwann handelt man eben auch so, wie man spricht. Wenn man es nur lange genug tut. Hass macht auf Dauer hässlich, Liebe macht auf Dauer, nein, nicht lieblich, sondern liebevoll. Sie mögen die Menschen, das ist mehr als offensichtlich, und Sie sind das, was man im besten Sinn einen Humanisten nennt. Jemand mit klarem Verstand, der an das Gute im Menschen glaubt. Aber reicht das in einer Welt, in der das Böse aus allen Ritzen zu kriechen beginnt? Reicht "Liebe" als Antwort auf Islamismus, Größenwahn und die globale Entmachtung der Demokratie? Sie sind da ziemlich optimistisch in Ihrem neuen Programm. Sie sagen, dass jeder mit seinem Verhalten ein Vorbild sein kann für die Welt, in der er lebt. Brauchen wir SUVs im Großstadtverkehr? Wohl kaum. Müssen wir uns von sozialen Medien psychisch abhängig machen? Es ging Jahrtausende lang auch ohne. Müssen wir unbedingt Lebensmittel konsumieren, die unter ressourcenraubenden Umständen hergestellt wurden? Da wird es bereits schwierig, denn das ist schon ein Luxusproblem und bei Tests schneiden die von Ihnen bevorzugten Bioprodukte qualitativ regelmäßig schlechter ab als konventionelle Lebensmittel. Bio-Eier haben beispielsweise immer noch einen höheren Dioxingrenzwert als "normale", weil man sie sonst gar nicht herstellen könnte. Und ist die Flüchtlingskrise wirklich nur eine Frage von Geld und Organisation, von denen wir Deutschen nun wirklich genug hätten? Wenn es mal so einfach wäre... Der islamische und der europäisch-christliche Humanismus sind in vieler Hinsicht nicht ganz deckungsgleich. Fragen Sie ruhig mal einen irakischen oder ägyptischen Christen nach seinen Erfahrungen. Und Flüchtlinge kommen auch nicht zu uns, weil sie gerne ihr Weltbild verändern möchten, sondern weil sie aus ihrer Heimat fliehen müssen. So etwas lässt sich auch mit noch so viel Geld und Organisation nicht erzwingen.
Sie merken sicher bereits, dass ich nicht in allen Fragen Ihren Optimismus über die Gestaltungsfähigkeit unserer Welt teile. Ich teile allerdings sehr wohl Ihre Skepsis gegenüber unserem Staat, der nur noch auf Lobbyisten und Einflüsterer hört. Der ist in der Tat nur noch der Erfüllungsgehilfe für Großindustrie, Banken und die 0,1% der Superreichen, denen 80% des Weltvermögens gehören. Sie gehören in jedem Fall zu der Art Kabarettisten, die bei mir nicht zum einen Ohr hinein- und zum anderen hinausplätschern. Ihre gesellschaftlichen Beobachtungen gehen mir immer noch sehr lange durch den Kopf und sie hinterlassen Spuren.
Glauben Sie mir, ich mag die unaufgeregte Art, wie Sie die Probleme beim Namen nennen. Ich täte nichts lieber, als Ihren inneren moralischen Kompass zu 100 Prozent zu teilen und wäre weit weniger besorgt, wenn ich wüsste, dass der Rest der Welt denselben Kompass besäße. Ich liebe es, wenn Sie Klavier spielen, denn dann glaube ich für einen Moment tatsächlich an das Gute im Menschen. Aber ich fürchte, dass nicht jeder für sich im Kleinen die großen Probleme der Welt lösen wird. Man schläft vielleicht mit ruhigerem Gewissen, aber für das grundlegende, alles beherrschende Problem unserer Zeit liefert es leider keine Lösung: Was tut Toleranz, wenn sie auf Intoleranz trifft? Reden? Klavierspielen? Klein beigeben? Ich bin gespannt. Vielleicht bekomme ich ja die Antwort in "Liebe 7". Bis dahin, alles Gute.


Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder: Die wichtigsten mitteleuropäischen Arten im Portrait
Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder: Die wichtigsten mitteleuropäischen Arten im Portrait
von Ruprecht Düll
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit Schmökerfaktor, 25. Mai 2016
Zunächst ein kurzer Hinweis: Es handelt sich hierbei um ein Lexikon, also keinen Bestimmungsschlüssel. Zwar lassen sich mit Geduld (oder einem ausreichenden Vorwissen, was die Pflanzenfamilien angeht) auch Arten mit diesem Buch bestimmen, aber das ist nicht der Zweck. Vielmehr stehen die sehr ausführlichen Pflanzenportraits im Vordergrund, die neben einer Kurzbeschreibung des Aussehens (Habitus) und des Biotops auch sehr interessante Seitenaspekte betrachten. Hierzu gehören die etymologische Bedeutung des Namens, die arzneiliche oder volkstümliche Verwendung der Pflanze oder ihrer Teile, aber auch Details wie spezielle Bestäuberinsekten, außergewöhnliche Verbreitungstaktiken oder pflanzensystematische Informationen. Gerade was die Systematik angeht, berücksichtigt das Buch auch neuere Entwicklungen. Zu jeder Pflanze gibt es eine Abbildung im blühenden Zustand.

Neben der heimischen Flora sind auch Gartenpflanzen mit Tendenz zur Verwilderung, sowie eingebürgerte Neuankömmlinge (Neophyten) mit aufgenommen, was den Praxisnutzen sehr vermehrt. Außerdem sind gerade die "Gartenpflanzen" vor dem Hintergrund ihrer Verwendung oft besonders interessant. Selbst wenn man nicht auf der Suche nach einer bestimmten Art ist, entdeckt man beim Lesen immer wieder unerwartete Details, und ich habe mich selber dabei ertappt, wie ich von einem Artikel zum nächsten gesprungen bin, weil fast immer etwas Überraschendes dabei ist.
Im Anschluss an das Pflanzenportrait werden ähnliche und verwandte Arten vorgestellt, sodass hier eine Abgrenzung möglich ist, ggf. mit Hilfe eines weiterführenden Bestimmungsschlüssels.

Eine gute Übersicht über die häufigsten Pflanzen in unserer Natur und der "Schmökerfaktor" des Buchs ist erstaunlich hoch.


Exotismus und Globalisierung: Brasilien auf Wandteppichen: die Tenture des Indes
Exotismus und Globalisierung: Brasilien auf Wandteppichen: die Tenture des Indes
von Gerlinde Klatte
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 48,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Tentures des Indes: Kulturen verwebt, 23. Mai 2016
Wandteppiche waren im 17. und bis ins 18. Jahrhundert wertvolle Ausstattungsstücke oder Geschenke für hochgestellte Persönlichkeiten, wobei die mit großem Abstand kostbarsten Objekte aus den königlichen Gobelin-Manufakturen Ludwigs XIV. stammten. Hier wurde auf unvorstellbar hohem Niveau produziert und Exemplare aus dieser Quelle erzielen, trotz insgesamt rückläufiger Konjunktur für Wandteppiche, immer noch Spitzenpreise. Zu den großen Raritäten gehören die Gobelins mit brasilianischen Bildthemen, deren Grundidee auf den Verwalter Nordost-Brasiliens, Johann Moritz von Nassau-Siegen zurückgehen, der 1679 Ludwig dem XIV. eine Serie von Webvorlagen, sogenannte Kartons, mit brasilianischen Motiven aus der Hand des Malers Albert Eckhout schenkte. In den Jahren von 1687 bis 1730 entstanden aus diesen Vorlagen mehrere Folgen sowie einige Sonderanfertigungen von insgesamt acht Szenen, die als die "Anciennes Indes" in die Kunstgeschichte eingegangen sind. Um 1735 wurden die Vorlagen, die mittlerweile verschlissen waren, durch Entwürfe von Alexandre-Francois Desportes ersetzt, die allerdings weiter als die Anciennes Indes von einer realen Darstellung der brasilianischen Natur abweichen und sich eher an der Erwartungshaltung des zeitgenössischen Publikums zum Thema "exotische Natur" orientieren. Diese, mehr an der herrschenden Mode und der in königlichen Menagerien gehaltenen Tierwelt orientierten Tapisserien kennt man unter dem Namen "Nouvelles Indes", um sie von der ersten Serie zu unterscheiden.

Es gibt nur noch einen Ort, an dem man die gesamte Serie der Anciennes Indes bewundern kann, nämlich im Palast des Großmeisters des Johanniterordens auf Malta, von den Nouvelles Indes hängt nur noch eine vollständige Serie im Erzbischöflichen Palais in Prag, allerdings nicht für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich. Die restlichen Exemplare ruhen über die ganze Welt verstreut in Museen, dort oft in Magazinen und einigen Privatsammlungen. Eine kunsthistorische Gesamtschau der Tenture des Indes hat es bisher nicht gegeben, sicherlich auch begründet durch die starke Fragmentierung des Gesamtbestandes. Der vorliegende Band ist somit das Ergebnis einer akribischen Arbeit einer großen Anzahl von Experten auf den unterschiedlichsten Fachgebieten.

Neben einem biografischen Artikel über Fürst Johann Moritz von Nassau-Siegen beleuchtet ein Beitrag zur Kolonialgeschichte und die Ökonomie in Niederländisch-Brasilien zur Mitte des 17. Jahrhunderts den geschichtlich-ökonomischen Hintergrund und zeigen Querreferenzen zu den Bildinhalten der Tentures. Zuckerrohr, das als produktionstechnisch günstige Zuckerquelle bald die Zuckerrübe ablöste, findet sich ebenso in den Wandteppichen wie z. B. Färberpflanzen, aus denen sich Brasiliens Reichtum nährte.

Gerlinde Klatte hat in einem geradezu detektivischen Beitrag den Werdegang und die Provenienzgeschichte der bekannten Anciennes Indes untersucht und dabei auch einen besonders interessanten Fall von interkontinentalem "Austausch" dokumentiert. Die Spuren führen von Paris über Peking bis nach Oxford in einem Zeitraum von fast 200 Jahren und sind beredtes Zeugnis sowohl von frühem Kulturtransfer als auch geschichtlicher Ereignisse.

Gleich mehrere Artikel behandeln die auf den Tentures gezeigten zoologischen und botanischen Inhalte. Es lassen sich fast alle Pflanzen- und die meisten Tierdarstellungen durch Zeichnungen Albert Eckhouts und anderer identifizieren, die bis heute in den sogenannten Libri Picturati und den "Petersburger Wasserfarbenzeichnungen" erhalten geblieben sind. Fürst Johann Moritz von Nassau-Siegen war ein begeisterter Naturenthusiast und gab umfangreiche naturhistorische Werke über Brasilien in Auftrag, darunter auch die genannten Sammelbände mit Originalzeichnungen. Insbesondere in der Fauna gibt es bei den Tapisserien allerdings einige "Exoten" im bereits exotischen Bilderkanon. Elefanten gehören ebenso wenig nach Brasilien wie Panzernashörner, aber hier kommt wieder die Erwartungshaltung der Auftraggeber ins Spiel. Überhaupt sind inhaltliche Bezüge zu Europa zahlreicher, als es auf den ersten Blick scheint. Den Tentures, so gewinnt man zunehmend den Eindruck, ging es auch darum, "Kulturen zu verweben", wie es Monika Lodderstaedt-Dürr treffend formuliert.

Zum Schluss werden auch noch die Nouvelles Indes behandelt, weniger umfangreich, da zum einen gewisse Aspekte für beide Serien gelten, zum anderen, weil sich der naturgeschichtliche Fokus aus den bereits genannten Gründen bei den Nouvelles Indes zugunsten der "Dekoration" verschoben hat. Hier ist einfach nicht mehr so viel Nektar zu saugen, wie bei den Anciennes Indes.

Der Tafelteil zeigt neben den Gesamtansichten beider Serien zahlreiche Details sowie begleitende Dokumente, wie zeitgenössische Zeichnungen und Drucke, aber auch die künstlerische Wiederaufnahme von Motiven der Tentures in späterer Zeit. In einigen Fällen gibt es auch Rückbezüge der Tentures auf noch ältere Vorlagen.

Mehrere thematische Indizes und Register, sowie eine Bibliografie runden den Band ab.

Jeweils ein Beitrag ist in französischer bzw. spanischer Sprache verfasst, allerdings stehen, wie auch für die deutschen Beiträge, jeweils kurze englische Abstracts zur Verfügung, die den Inhalt allgemein zugänglich machen.

Eine sehr gut strukturierte, umfangreiche und vollständige Monografie der Tenture des Indes im historischen, kunstgeschichtlichen, zoologischen, botanischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Kontext. Nicht nur wegen der herausragenden Qualität der Tapisserien absolut lesenswert.


Die Bücherdiebin
Die Bücherdiebin
von Markus Zusak
  Audio CD
Preis: EUR 10,79

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Tod ist auch nur ein Mensch, 17. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin (Audio CD)
Liesel Meminger ist Waise und hat das große Glück, in eine liebevolle Adoptivfamilie aufgenommen zu werden. Ihre offene, herzliche Art und ihr unbeirrbarer, innerer moralischer Kompass leiten sie durch die schwere Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs, wobei ihr immer wieder Bücher den Weg weisen. Bücher, die sie findet, stiehlt oder "ausleiht". Durch diese Bücher begegnet sie wiederum Menschen, deren Schicksal sie direkt oder indirekt beeinflusst und deren Herz sie gewinnt. Aber der Tod kreuzt oft ihren Weg, wenn er die Seelen von Verstorbenen einsammelt, die in Liesels Biografie eine Rolle spielen und so wird der Tod Liesels ständiger Begleiter. Der Clou der Geschichte ist nun, dass der Tod tatsächlich zum Erzähler wird und nicht einfach nur berichtet, was passiert, sondern auch darüber, was er selber dabei fühlt. Eigentlich mag er die Menschen und empfindet seine Arbeit als psychische Belastung. Liesel wird so etwas wie ein Anker für ihn, da sie ihn nicht als ein menschenverschlingendes Monster wahrnimmt, denn obwohl sie im Lauf der Geschichte ihre ganze Familie und fast alle Freunde verliert, wird Liesel darüber niemals verbittern. Bei aller Traurigkeit, die sich durch das Buch zieht, ist es eben ihr leiser Optimismus, der die ganzen Schicksalsschläge erträglich macht. Sowohl für Liesel als auch den Leser. Und natürlich den Tod.

"Die Bücherdiebin" wandelt irgendwo zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur. Die Sprache ist einfach, die Geschichte mehr oder weniger linear erzählt und die Figuren entwickeln sich insgesamt kaum weiter. Liesel ist von Beginn an der seelisch gefestigte Mensch, der alle Schicksalsschläge bewundernswert meistert, es gibt gute Menschen, die immer gut bleiben und es gibt (wenige) schlechte Menschen, die immer schlecht bleiben. Das spricht eher für ein Jugendbuch. Andererseits ist die Persönlichkeit des Todes sehr komplex, manchmal ironisch angelegt, und hier steckt wiederum viel subtiler Witz und intellektuelle Raffinesse in der Geschichte. Der Tod ist eben auch nur ein Mensch.

Leider sind durch die Kürzungen der Hörfassung ein paar dieser psychologischen Aspekte des Todes etwas in den Hintergrund getreten. Ich kann es jetzt nicht an einzelnen Szenen festmachen, aber ich hatte vor ein paar Jahren beim Lesen des Buches den Eindruck, der Tod und seine Gewissensnöte wäre irgendwie klarer hervorgetreten. Dadurch verschiebt sich aus meiner Sicht das Hörbuch insgesamt weiter in Richtung Jugendbuch und verlässt das Genre Erwachsenenroman, was kein grundsätzlicher Mangel ist, aber man sollte es halt wissen.

Boris Aljinovic liest routiniert, mit angenehmer Stimme und ich habe ihm gerne zugehört. Sein unaufgeregter Vortragsstil passt gut zur melancholischen Ader des Todes und macht auch die oft ziemlich traurigen Wendungen erträglich. Kein Gute-Laune Buch, aber eine Geschichte, die eine positive Grundhaltung gegenüber schweren Schicksalsschlägen erzeugt.


Garmin DriveLuxe 50 LMT-D EU PKW-Navi (12,7cm (5 Zoll) Touch-Glasdisplay, lebenslange Kartenupdates, Verkehrsfunklizenz, Premium Design)
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Preis: EUR 359,99

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen ZUERST das Navi kaufen und DANN den Wagen., 15. Mai 2016
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Heute übernehmen in der Regel Smartphones die Funktion von Navigationsgeräten - und das sogar häufig mit kostenfreien Apps. Den Navis droht also der gleiche Konkurrenzkampf wie den Kompaktkameras und den MP3-Playern, es sei denn, sie bieten einen besseren Service oder bessere Navi-Routinen.
Das DriveLux empfängt Verkehrsfunkdaten über das digitale DAB+ oder über die Kopplung mit einem Smartphone, womit sich die Frage stellt, ob man dann das Garmin noch braucht. Aber in meinem Fall hat sich diese Frage gar nicht erst gestellt, denn der Steckeradapter passt nicht in den Zigarettenanzünder meines Wagens. Direkt hinter dem Stecker hat ein genialer Designer einen voluminösen Klotz angebracht (wofür ist derzeit noch unklar), wodurch er für den Schacht im Zigarettenanzünder leider zu kurz wird. Kein Kontakt, kein Ladestrom, kein Verkehrsfunk. De facto ist dieses Navi für mich unbrauchbar, denn nach etwas mehr als einer Stunde ist der Saft alle und dann, ja richtig, dann brauche ich doch wieder mein Smartphone für die Navigation.

Trotzdem, für alle Anwender, die das Glück haben, dass der Stecker bei ihnen passt (ich habe es in einem anderen Auto ausprobiert, sodass ich sicher bin, es gibt auch solche Anwender), hier eine kurze Pro- und Contra-Analyse.

+ Hochwertige Verarbeitung - Metallgehäuse, Glasoberfläche.

+ Großes und gut lesbares Display.

+ Sichere magnetische Befestigung des Navis auf der Haltung.

+ Saugnapfhaltung hält bombenfest auf der Windschutzscheibe.

+ Intuitive Bedienung: Wer bereits Navis - egal von welchem Hersteller - bedient hat, findet sich auch auf dem Garmin sofort zurecht.

+ Schnelle Routenberechnung und übersichtliche Routenführung.

+ Lebenslange Kartenupdates für Gesamteuropa.

+ Sprachsteuerung, die auch funktioniert.

+ Speichererweiterung über eine microSD möglich (vom internen 16 GB-Speicher sind knapp 7 GB frei).

+ Kopplung mit Android-Smartphones problemlos: Smartphone Link installieren, Bluetooth-Kopplung herstellen und schon dient das Navi als Freisprecheinrichtung. Mit der Kopplung an das Smartphone gibt es von Garmin aber auch kostenlos Live-Verkehrsdaten, das Wetter und eine Preisliste der Tankstellen in der Umgebung. Kostenpflichtig wird es bei Radarinfos in Echtzeit, aktuellen Parkinformationen und erweiterten Wetterfunktionen. Zu beachten ist aber, dass beim Mobilfunkanbieter Gebühren für die Mobildaten anfallen - es sei denn, man hat eine Datenflat.

- Ganz kostenfrei ist der Empfang der Verkehrsfunkdaten, wenn das Navi über den Kfz-Ladeadapter angeschlossen ist. Wie schon gesagt, funktioniert das nur nicht in meinem Wagen. Da der Verkehrsfunkempfänger im Navi selbst eingebaut ist, sollte jeder handelsübliche Kfz-Adapter funktionieren - so jedenfalls die Aussage des Garmin-Supports. Aber leider Fehlanzeige: Auch mit meinem alten Kfz-Adapter erhalte ich keine Verkehrsfunkdaten. Verschiedene Tests haben letztlich ergeben, dass diese nur mit dem Original-Kfz-Adapter von Garmin übertragen werden.

Fazit: Tolle Verarbeitung, einfache Bedienung, schnelle Routenplanung - eigentlich hätte das Navi 5 Sterne verdient. Da aber in meinem Auto der Kfz-Ladeadapter nicht passt und ich auch keinen voll funktionsfähigen alternativen Adapter verwenden kann, muss ich auf Verkehrsfunkdaten und die Wiederaufladung während der Fahrt verzichten. Das sind absolute KO-Kriterien, die zur Abwertung führen.

Mein Praxis-Tipp: ZUERST das Navi kaufen und DANN den Wagen.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 3, 2016 10:57 AM MEST


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