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Rezensionen verfasst von
Thomas Raatz

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Donizetti: Lucia di Lammermoor (Gesamtaufnahme) (ital.)
Donizetti: Lucia di Lammermoor (Gesamtaufnahme) (ital.)

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiespältiges Vergnügen, 17. Dezember 2003
Edita Gruberova hat bereits drei Mal die Lucia eingespielt. In allen drei Aufnahmen ist sie sehr gut. Auch in dieser Gesamteinspielung enttäuscht die profilierte Könnerin nicht. Hier handelt es sich um die erste Gesamtaufnahme dieser Oper mit Edita Gruberova in der Titelpartie. Da Gruberova zum Enstehungszeitpunkt der Aufnahme noch recht jung war, klingt ihre Stimme stellenweise etwas unkontrolliert und scharf. Dennoch überzeugt sie mit grandiosen Koloraturen und herrlichen Spitzentönen. Sie hat weder mit der Tessitura, noch mit den hohen darstellerischen Anforderungen Schwierigkeiten. Ich denke, auch wenn viele Kritiker anderer Meinung sind, daß Gruberova besonders in dieser Aufnahme dramatische Darstellungsgabe und überzeugendes Schauspieltalent beweist. Deutlich wird dies sowohl an ihrer ersten Arie "Regnava nel silenzio" als auch bei der Wahnsinnsarie "Il dolce suono", welche besonderes Können verlangt. Die Cabaletta ist ebenfalls wunderschön und ist eine absolute Spitzenleistung dieser Ausnahmekünstlerin. Selbst in stratosphärischer Höhe vermag die Gruberova wunderschöne Pianissimi zu singen, außerdem ist ihre Diktion klar, was besonders in diesen Höhenlagen äußerst selten ist.
Alfredo Kraus mag vor langer Zeit einmal einer der besten und gefragtesten Tenöre der Welt gewesen sein, doch in dieser Aufnahme enttäuscht er stark. Seine Stimme klingt alt und verbraucht, somit ist von dem leidenschaftlichen Liebhaber Edgardo keine Spur mehr zu merken. Die Höhe klingt stark forciert und selbst in den mittleren Lagen wirkt er angespannt und unsicher. Es klingt, als würde er um jeden Ton bangen. Seine Stimme klingt ungemein verhalten und schwerfällig. Er kann neben der Gruberova nicht bestehen. Selbst im wunderschönen Liebesduett zwischen Lucia und Edgardo ist bei Alfredo Kraus keine Spur von Leidenschaft zu verspüren. Das selbe gilt für die letzte Arie der Oper. "Tombe degli avi miei" klingt wie auswendig gelernt und aufgesagt. Ich mag Alfredo Kraus sehr gerne, besonders in der umwerfenden Traviata mit Maria Callas, doch von der einstigen stimmlichen Brillianz ist in dieser Aufnahme nichts mehr zu merken. Renato Bruson hingegen ist ein bezaubernder Enrico. Seine Darstellung wirkt echt und überzeugend. Seine Stimme klingt jung und unverbarucht. Besonders im zweiten Akt der Oper wird klar, um welch ein außergewöhnliches Talent es sich hier handelt. Bruson ist eine absolute Idealbesetzung für diese Rolle. Das selbe gilt für Robert Lloyd, welcher hier die Rolle des Raimondo gestaltet. Der Rest der Darsteller wirkt ebenfalls überzeugend.
Nicola Rescigno leitet schwungvoll und ausdruckstark sein Orchester. Das Royal Philharmonic Orchestra steht hier unter seinem Dirigat. Es spielt packend und mitreißend. Hervorragende Musiker und Instrumentalisten sorgen für eine spannende Atmosphäre. Auch der Ambrosian Oper Chorus unter der Leitung von John McCarthy ist brilliant.
Wenn sie besonderes Gewicht auf die Rolle des Soprans legen, dann sollten sie bei dieser Aufnahme zugreifen. Wenn allerdings ihr Hauptaugenmerk auf der Rolle des Edgardo liegt, sollten sie besser zu der Aufnahme mit Neil Schicoff greifen. Auch hier steht Gruberova an seiner Seite. Allerdings könen sie bei diesem Preis ja nicht viel falsch machen!


Französische Opernarien
Französische Opernarien
Wird angeboten von karlnapf
Preis: EUR 6,59

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Natalie Dessay - Eine Ausnahmekünstlerin, 15. Dezember 2003
Rezension bezieht sich auf: Französische Opernarien (Audio CD)
Natalie Dessay hat bereits mit ihren grandiosen Aufnahmen von Delibes "Lakmé" und Donizettis "Lucie de Lammermoor" die Welt in Staunen versetzt. Dies gelingt ihr mit diesem Recital erneut.
Auf dieser wunderschönen Arienzusamenstellung finden sich sowohl Arien aus bekannten französischen Opern, wie zum Beispiel Massenets "Manon" oder Gounods "Roméo et Juliette", aber auch Arien aus unbekannten Werken, welche leider in Vergessenheit geraten sind.
Die ersten drei Arien dieser Cd gehören den bekanntesten Arien aus Jules Massenets "Manon". Dessay singt dieser Arien mit einer strahlenden Stimme und mit viel Ausdruck. Die Spitzentöne klingen unwahrscheinlich leicht und zart, daß mich ihre Interpretation der Manon ein wenig an die von Beverly Sills erinnert. Schade, daß es keine Gesamtaufnahme dieser Oper mit Dessay in der Titelrolle gibt. Weitere Höhepunkte auf dieser Cd sind die Wahnsinnsarie aus "Hamlet" von Ambroise Thomas. Koloraturen der Spitzenklasse werden hier geboten, wie sie selbst Joan Sutherland nicht besser hätte singen können.
Auch die große Arie der Marie aus Donizettis Regimentstochter ist ein absolutes Highlight. Auch hier klingen die Koloraturen und die Spitzentöne aus der dreigestrichenen Oktave mühelos und sauber. Auch viele Arien aus unbekannten Werken werden hier auf einmalige Weise interpretiert. Dessay singt unter anderem eine betörend schöne Arie aus "Le comte Ory" von Rossini und eine Koloraturarie aus Offenbachs "Robinson Crusoe". Dies sind Werke, von denen ich zuvor noch nie etwas gehört habe, und Dessay hat mich neugierig gemacht. Weshalb gibt es von solch einmaligen Werken keine Gesamtaufnehmen? Natalie Dessay jedenfalls wäre für beide Rollen eine absolute Idealbestzung.
Chor und Orchester machen ihre Sache sehr gut. Ich habe selten ein derartig mitreißendes Dirigat erlebt. Michel Plasson ist ein grandioser Dirigent, der es versteht Natalie Dessay auf einmalige Weise zu unterstützen. Das Orchestre National du Capitole de Tolouse spielt sauber und meistert seine Sache bravourös. Das selbe gilt auch für den Chor. Diese Cd sollte in keinem Regal fehlen. Weder Liebhaber der französischen Oper, noch Liebhaber von Dessay könen auf diese herrliche Cd verzichten.


Beatrice Di Tenda (Gesamtaufnahme)
Beatrice Di Tenda (Gesamtaufnahme)

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen unbekanntes Meisterwerk, 3. Dezember 2003
Rezension bezieht sich auf: Beatrice Di Tenda (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Beatrice di Tenda ist eine der weniger bekannten Opern des Komponisten Vincenzo Bellini. Meiner Meinung nach sollte diese Oper erneut auf den Spielplänen der international führenden Opernhäusern vertreten sein. Wunderschöne Koloraturarien und herrlich elegische Melodien bilden den Grundcharakter dieser Oper. Besonders anspruchsvoll ist die Rolle des Soprans, denn viele Spitzentöne und schwere Koloraturpassagen sorgen dafür, daß nur wenige Sängerinnen, wie zum Beispiel Lucia Aliberti oder Joan Sutherland sich an die Interpretation der weiblichen Hauptrolle heranwagen.
In dieser Aufnahme wird die weibliche Titelrolle von der grandiosen Koloraturkönigin Edita Gruberova gesungen. Sie ist für mich ebenfalls eine der herausragendsten Künstlerpersönlichkeiten dieses Jahrhunderts. Sie versteht es der Beatrice Leben einzuhauchen. Durch die Interpretation der Gruberova wird diese Oper vor der völligen Vergessenheit bewahrt. Besonders schön ist die erste Arie der Beatrice.
"Respiro io qui" heißt die erste Arie, die wohl kaum gefühlvoller und ausgeglichener dargeboten werden kann. Die anschließende Cabaletta "Ah! la pena in lor piombo" wird mit einem Ton aus der dreigestrichenen Oktave beendet. Die Koloraturen sind fließend und ausdrucksstark. Der Applaus dieses Live-Aufnahme spricht für sich. Das gleiche gilt auch für die Finalszene "Ne fra voi" aus dem ersten Akt. Am schönsten ist jedoch das Ende der Oper. In der abschließenden Cabaletta "Ah! la morte" zeigt die Gruberova erneut, welche stimmlichen Fähigkeiten ihr in die Wiege gelegt wurden. Natürlich wird auch diese Arie mit einem stechenden Spitzenton, welcher dem Hörer eiskalte Schauer über den Rücken laufen läßt, beendet. Auch die Mezzo-Sopranistin Vesselina Kasarova glänzt mit Spitzentönen und einer hinreißenden Charakterdarstellung. Besonders im Duett mit Orombello (Don Bernadini) stellt sie ihre herrliche Stimme und ihre grandiose Darstellungsgabe unter Beweis. Sie gestaltet die Rolle der Agnese del Maino mit viel Fingerspitzengefühl und Dramatik.
Filippo wird in dieser Aufnahme von Igor Morosow gesungen. Er macht seine Sache hier sehr gut. Obwohl er eher unbekannt ist, kann er neben der Gruberova und ihrem sehr guten Tenorpartner Don Bernandini bestehen. Er besitzt sowohl stimmliche als auch darstellerische Qualitäten. Besonders deutlich ist dies erkennbar an seiner ersten Arie, der Liebeserklärung für seine Angebetete Agnese. "Oh divina Agnese" heißt die Cabaletta seiner ersten Arie. Er glänzt hier vor allem durch seine glaubwürdige Gestaltung. Don Bernadini ist ein sehr guter Tenor. Bis auf einige winzige Kleinigkeiten gibt es eigentlich nichts zu kritisieren. Er besitzt ein sehr schönes Timbre und ist auch für Koloraturen geeignet. Besonders schön ist die zweite Szene des ersten Aktes. Sein Duett mit Vesselina Kasarova wird zur beispielhaften Interpretation. Auch die weiteren Rollen sind mit Branko Robinsak und Daniel Suegi gut besetzt, obwohl ihre Darstellungen nicht weiter ins Gewicht fallen. Neben der beispielhaften Darstellung der Gruberova verblassen so wie so die restlichen Darsteller.
Auch das Orchester und der Chor leisten eine solide Arbeit. Der Wiener Jeunesse-Chor macht seine Sache sehr gut und singt mitreißend. Das ORF-Symphonieorchester spielt sehr gut. Unter der Leitung von Pinchas Steinberg wird das Orchester zu Höchstleistungen angespornt.
Wenn diese Oper für sie unbekannt ist, dann zögern sie nicht eine der drei führenden Aufnahmen zu bestellen. Obwohl ich im Notfall immer zu der Gesamtaufnahme mit Lucia Aliberti greifen würde, können mit dem Kauf dieses Meisterwerkes nicht das geringste falsch machen. Ich verspreche ihnen, sie werden begeistert sein!


Verdi: La Traviata (Gesamtaufnahme)
Verdi: La Traviata (Gesamtaufnahme)

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bravissimo!, 20. Oktober 2003
La Traviata ist das wohl beliebteste Werk von Giuseppe Verdi. Es gibt hunderte von guten Interpreten, doch ich persönlich würde immer zu dieser Aufnahme greifen. Nicht nur die Darsteller von Weltrang, sondern auch hervorragende Tonqualität und ein mitreißendes Orchester-Ensemble machen diese Aufnahme zu einer der besten überhaupt.
Lucia Aliberti ist eine grandiose Violetta. Der zarte Klang und der schmelzende Ton ihrer Stimme sind ideale Vorraussetzungen für eine außerordentlich gut gelungene Charakterdarstellung. Schon beim berühmten Trinklied entfalten sich ihre enorme Darstellungsgabe und ihre Stimmgewalt, der niemand wiederstehen kann. Ihre große Arie am Ende des ersten Aktes tut sein übriges.
Ich habe "E'strano" nie zuvor so virtuos und strahlend gehört.
Die Koloraturen sind beschwingt und leicht, als würden die Triller und Koloraturläufe ihr nicht die geringsten Probleme bereiten. Zum Ende dieser Arie brilliert die Aliberti mit einem strahlenden dreigestrichenem "es". Die Stimme an sich klingt jugendlich, frisch und dramatisch. Ganz besonders fällt dies auch im letzten Akt dieses Meisterwerkes auf. "Addio del passato" heißt eine der berühmtesten Arien der Operngeschichte. Aliberti interpretiert diese Arie dermaßen anrührend und herzzerreißend, daß selbst ein gefühlskalter Mensch um das Schicksal der Traviata weinen muß. Das Finale dieser Oper ist für den Sopran noch einmal eine gute Gelegenheit alle stimmlichen Mittel unter Beweis zu stellen. Genau das tut Aliberti hier. Sie legt noch einmal alle Kraft ihrer göttlichen Stimme in die letzten Takte dieser Oper. Ihr ist hier ein wirklich beeindruckendes Charakterportrait gelungen.
Peter Dvorsky singt in dieser Einspielung die Rolle des Alfredo. Auch er ist ein begnadeter Sänger und ein hervorragender Darsteller. Er hat weder Probleme mit den hohen Stellen, noch mit der dramatischen Darstellung seines Charakters. Die Auftrittsarie des zweiten Aktes "Lunge de lei per me" ist ihm besonders gut gelungen. Hier hat er Gelegenheit alle Vorzüge seiner Stimme zu präsentieren. Auch das herrliche Duett mit Violetta ist umwerfend. "Parigi, o cara" ist besonders gefühlsbetont gesungen. Dvorsky holt hier die Sterne vom Himmel und liefert eine mehr als solide Darstellung ab.
Auch Peter Dvorsky legt sich im Finale der Oper noch einmal richtig ins Zeug. Er ist für den Alfredo die absolute Idealbesetzung und kann meiner Meinung nach durchaus mit Pavarotti und Domingo mithalten.
Giorgio Germont wird hier von dem begnadeten Renato Bruson gesungen. Er ist nicht nur ein grandioser Künstler, sondern auch einer der besten Darsteller dieser Rolle. Seine Stimme ist zart und seine Diktion ist klar. Er hat sich eine sehr gute Gesangstechnik angeeignet, mit der er selbst die schwierigsten Passagen und Arien meistert. Seine Leistung ist wirklich bewundernswert. Die große Szene zwischen Giorgio Germont und Violetta ( Lucia Aliberti ) ist grandios. "Madamigella Valéry?" heißt das große Duett, in dem Brusons Darstellungsgabe und seine gewaltige Stimme besonders auffallen. Aber auch die berühmte Arie "Di Provenza il mar" ist einmalig gesungen und interpretiert. Auch er ist für mich eine der wenigen Idealbesetzungen für diese Rolle. Der Rest der Darsteller ist mittelmäßig. Aber sie fallen ja auch nicht besonders ins Gewicht. Shigeru Sawa, welche die Rolle der Annina singt, legt zwar eine solide Leistung ab, aber ihre Stimme ist nicht sonderlich interessant.
Der Fujiwara Opera Chorus und das Tokyo Philharmonic Orchestra machen ihre Sache sehr gut. Sowohl der Chor, als auch das Orchester reißen den Hörer regelrecht mit. Am Pult steht hier Roberto Paternostro. Er mag eventuell nicht jedem bekannt sein. Dies sollte niemanden scheuen, denn ich habe selten Aufnahmen mit einem solch mitreißendem Dirigat erlebt.
Ich würde ihnen raten, bei dieser Aufnahme schleunigst zuzugreifen.


Edita Gruberova Edition Vol. 1 (The Queen Of Belcanto)
Edita Gruberova Edition Vol. 1 (The Queen Of Belcanto)
Preis: EUR 18,99

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wahnsinn!, 17. Oktober 2003
Edita Gruberova beweist mit diesem Recital einmal mehr, daß sie zu den führenden Koloratursopranistinnen unserer Zeit gerhört. Die berühmtesten Arien und Szenen aus den Werken von Bellini und Donizetti werden hier auf einmalige und anrührende Weise interpretiert. Gruberova erstellt hier vier Rollenportraits, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Die ersten 15 Minuten dieser Cd gehören der Wahnsinnsarie aus Lucia di Lammermoor. Gruberova überzeugt durch grandiose Spitzentöne und makellose Koloraturen. Sie besitzt eine unverkennbare Darstellungsgabe und haucht der Lucia Leben ein. Nach dem sie die Arie mit einem leuchtenden dreigestrichenen "es" abgeschloßen hat, stürtzt sie sich in die grandiose Cabaletta, welche ebenfalls mit dem "es" beendet wird. Ich denke hier handelt es sich um die beste Aufnahme der Wahnsinnsarie mit Edita Gruberova. Weder ihre Gesamtaufnahmen dieser Oper, noch diverse Konzertmitschnitte können hier mithalten. Das selbe gilt für die Cavatina aus Anna Bolena. Hier ist die charakterliche Darstellung ebenfalls gelungen. Ihre Amina in La Sonnambula ist einfach unglaublich. Ich habe mir diese Aufnahme gleich 12 mal nacheinander angehört, da mich der melancholische Klang und die Zartheit ihrer Stimme nicht mehr loslassen wollten. Über jedem Ton dieser Arie liegt ein Hauch von Traurigkeit und Schwermut. Ich kenne keine Darstellerin außer der Callas, der die Darstellung dieser Figur so gut gelungen ist. In der anschließenden Cabaletta " Ah! non giungi" hat die Hauptdarstellerin noch einmal die Gelegenheit, ihre stimmlichen Mittel und ihre Koloraturgeläufigkeit zu beweisen. Gruberova phrasiert und verziert die Cabaletta mit einem Höchstmaß an Virtuosität. Die Spitzentöne sind wie üblich grandios. Die Wahnsinnsszene der Elvira ist meiner Meinung nach der Höhepunkt auf dieser Cd. Gruberovas Stimme gleicht einer Nachtigall. Perfekt positionierte Spitzentöne und Koloraturgeläufigkeit stehen im Zentrum dieser Aufnahme. Nach der herrlichen Arie "O rendetemi la speme" folgt eine mit Spitzentönen und Koloraturketten übersähte Cabaletta. Sie bildet mit ihrem berühmten hohen "es" ein blendendes Schlußlicht. Sie arbeitete hier mit grandiosen Dirigenten und Orchestern zusammen. Friedrich Haider und Marcello Viotti haben die Gruberova bei der Enstehung dieser Aufnahmen am Pult begleitet. Bei einigen dieser Aufnahmen handelt es sich um Live-Mitschnitte aus Konzerten. Trotzdem ist die Tonqualtität hervorragend.


Maria Callas
Maria Callas
von Jürgen Kesting
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Offenbarung, 12. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Maria Callas (Taschenbuch)
Dieses Buch ist für jeden Fan der größten Sängerin dieses Jahrhunderts ein absolutes Muss. Jürgen Kesting beschreibt eindrucksvoll und mit viel Fingerspitzengefühl die vielen verschiedenen Faccetten ihres Lebens. Besonders gut gefällt mir, daß Kesting sich nicht nur auf ihre Lebensgeschichte beschränkt, sondern auch ausführlich über ihren Gesang und ihre Aufführungen berichtet. Wenn man zwischen den Zeilen liest, kann dieses Buch sehr hilfreich für angehende Sänger sein, denn Kesting gebraucht viele wichtige Fachbegriffe und zieht Vergleiche mit anderen Sängern und Sängerinnen die eine große Rolle in der Geschichte der klassischen Musik spielten. Kesting stellt außerdem viele Mißverständnisse, welche immer noch den Ruhm der Callas beflecken richtig und sorgt für Aufklärung.
Kesting hat meiner Meinung nach, eine der bedeutendsten Biographien über die größte Künstlerin unserer Zeit geschrieben.
Zahlreiche Abbildungen zeigen die Diva assoluta in ihren größten Jahren. Dieses Buch läßt keine Wünsche offen und ist wirklich jeden einzelnen Cent wert.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 11, 2008 11:28 AM MEST


Donizetti - Lucie de Lammermoor / Dessay, Alagna, Tézier, Opéra National de Lyon, Pidò
Donizetti - Lucie de Lammermoor / Dessay, Alagna, Tézier, Opéra National de Lyon, Pidò
Wird angeboten von thebookcommunity
Preis: EUR 54,61

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen geht so, 12. Oktober 2003
Bei dieser Gesamtaufnahme von Donizettis Meisterwerk handelt es sich um eine französische Bearbeitung. Diese Aufnahme wirkt ganz anders als die gewohnte italienische Fassung.
Natalie Dessay ist eine grandiose Lucie. Sie singt mit einer unglaublichen Sicherheit und mit engelsgleicher Stimme. Außerdem ist sie eine sehr gute Darstellerin, die es versteht dem Hörer das Schcksal der armen Lucie glaubhaft zu vermitteln. Ich finde es schade, daß Lucies Auftrittsarie "Regnava nel silenzio" durch eine andere ersetzt wurde. Das ist wahrscheinlich die Macht der Gewohnheit. Dessays wahres Gesangs und Darstellungsgenie wird jedoch erst bei der Wahnsinnsszene deutlich. Dessay jagt dem Hörer durch ihre grandiose Ausdruckskraft eiskalte Schauer über den Rücken. Ihre Stimme ist lupenrein. Frei von jeder Unsauberkeit oder Anstrengung singt sie sich unaufhaltsam dem Ende der großen Arie entgegen. Sie legt hier eine sehr souveräne Leistung ab. Dessay brilliert mit grandiosen Spitzentönen und mit einer bestechenden Musikalität. Die Koloraturen und Läufe sind fließend und glasklar. Ihr Gesang ist kein seelenloses Gezwitscher, sondern wahre Kunst.
Roberto Alagna ist hier mein Problem. Ich kann mich einfach mit seiner Darstellung nicht anfreunden. Er singt seelenlos und langweilig. Das mag eventuell sehr hart klingen, aber Alagna vergißt ganz einfach, daß er hier einen Charakter und eine Rolle darzustellen hat. Stellenweise klingt seine Stimme sehr schön, aber was nützt die schönste Stimme, wenn sie ausdruckslos und ohne jede Dramatik erklingt? Alagna hat eine sehr schmale Stimme, die in der Höhe herrlich klingt. Doch sobald er in die Bruststimme geht, klingen die Töne stark gequetscht und forciert. Er ist bei weitem keine Idealbesetzung für den Edgard.
Der Rest der Darsteller ist grandios. Besonders gut gefällt mir Ludovic Tézier. Er gestaltet die Rolle des Henri Ashton mit Fingerspitzengefühl und geht richtig auf in seiner Rolle. Das gleiche gillt für Marc Laho und Nicolas Cavallier. Beide erstellen interessante Charakterportraits. Herrliche Stimmen und umwerfende schauspielerische Leistungen zeichnen diese Sänger aus. Den Taktstock bei dieser Aufnahme schwingt Evelino Pidò. Er dirigiert mitreißend und macht diese Einspielung interessant. Er hat sein Orchester gut im Griff. Zwar überstrahlt das Orchester das Ensemble teilweise ein wenig zu stark, aber ich persönlich finde dies nicht weiter störend. Orchester und Chor der l'Opera National de Lyon sind phantastisch.
Diese Aufnahme ist mal ein guter Gegensatz zu den anderen Gesamtaufnahmen dieser Oper mit Edita Gruberova, Maria Callas, Joan Sutherland, Roberta Peters, Andrea Rost, Beverly Sills oder Montserrat Caballe. Der Kauf lohnt sich allein schon wegen der Einmaligkeit durch eine Interpretation in französischer Sprache.


Bellini: La Sonnambula (Gesamtaufnahme)
Bellini: La Sonnambula (Gesamtaufnahme)
Preis: EUR 31,99

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen The Queen of Belcanto, 29. September 2003
Hierbei handelt es sich um eine äußerst bemerkenswerte Aufnahme dieser selten gespielten Oper von Vincenzo Bellini. Neben herrlichen elegischen und melancholischen Melodien gibt es Belcanto auf höchster Ebene.
Die Hauptrolle wird von einer der bedeutendsten Koloratursopranistinnen unserer Zeit verkörpert. Edita Gruberova ist in dieser Rolle einfach umwerfend. Sie versteht es, den Charakter der Amina lebensnah darzustellen. Mit ihrer göttlichen Stimme läßt sie den Hörer in eine andere Welt eintauchen. Sofern der zarte Klang ihrer Stimme ertönt sind für einen Augenblick alle Alltagsprobleme vergessen und man kommt aus den Staunen nicht meht heraus. "Care compagne" heißt ihre erste große Arie. Sie verlangt ein hohes Maß an Sicherheit und virtuosität. Edita Gruberova meistert alle Hürden ohne Probleme und beendet die Arie mit einem grandiosen Ton aus der dreigestrichenen Oktave. Der absolute Höhepunkt ist die Finalszene der Oper, in der alle Aufmerksamkeit auf die weibliche Hauptdarstellerin gerichtet ist. Nach einem wunderschönen melancholischen Rezitativ beginnt die unheimlich fordernde Szene. "Ah! non credea mirarti" heißt eine der schönsten Arien der Operngeschichte. Durch Gruberovas Interpretation legt sich ein zarter Schleier der Traurigkeit und der Melancholie über das Gemüt des Hörers. Sie vermag ausschließlich durch den Klang ihrer Stimme Gefühle deutlich zu machen, wie keine andere Sängerin unserer Zeit.
Ich kann für diese Gesamtaufnahme dennoch keine fünf Sterne vergeben, denn eine Oper besteht nun mal aus mehreren Personen.
José Bros ist weit von den Maßstäben die Edita Gruberova setzt entfernt. Er hat zwar eine schöne Stimme die in der Höhe sicher ist, aber er kann den Charakter des Elvino nicht überzeugend gestalten. Im ersten Akt hat er große stimmliche Probleme. Die Töne sind dünn und hauchig, außerdem neigt er dazu die Töne in der Mittellage zu sehr in die Bruststime zu quetschen. Sein Gesang wirkt teilweise gekünstelt und unnatürlich. Ich habe den Eindruck, als würden seine Probleme im zweiten Akt ein wenig besser sein. Die Stimme ist voller und die Töne klingen natürlicher.
Roberto Scandiuzzi ist ein hervorragender Darsteller. Er identifiziert sich gut mit seiner Rolle. Ich persönlich nehme ihm die Gestaltung des Rodolfo vollkommen ab. Er präsentiert dem Hörer eine gute Stimme und ein dramatisches Schauspieltalent. Das gleiche gilt für Dawn Kotosi und Gloria Banditelli. Obwohl diese Namen weitestgehend unbekannt sind, haben diese hervorragenden Mezzo-Sopranistinnen einen Platz in der ersten Reihe an der Sängerfront verdient.
Der Chor des Bayrischen Rundfunks macht seine Sache hervorragend. Sie reißen den Hörer regelrecht mit und bieten ein Feuerwerk aus schönen Stimmen und guten Solisten.
Marcello Viotti leitet bei dieser Aufnahme das Münchner Rundfunkorchester. Er ist einer der profiliertesten Dirigenten für den Belcanto. Einfühlsam und mitreißend leitet er das wunderbare Orchester.
Dies ist meiner Meinung nach die beste Aufnahme von Vincenzo Bellinis La Sonnambula. Ich finde durchaus, daß die Gruberova problemlos mit Joan Sutherland mithalten kann. Es ist schade, daß ihr hier nicht Carreras oder Domingo als Partner zur Seite stand, aber man kan eben nicht alles haben. Dies ist jedenfalls eine Referenzaufnahme und sollte in keiner Opersammlung fehlen.


Opera Arias
Opera Arias
Preis: EUR 14,02

27 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen gutes Mittelmaß, 29. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Opera Arias (Audio CD)
Lange haben Opernliebhaber auf das erste Recital von Anna Netrebko gewartet. Nach einer grandiosen Violetta in der Wiener Staatsoper war ein neuer Star geboren. Frau Netrebko hat einen sehr zarten und schmelzenden Sopran von hoher Agilität und breitem Umfang. Das Repertoire ist sehr gut ausgesucht. Sie zeigt, daß sie sowohl für die schweißtreibende Auftrittsarie der Lucia als auch für den Walzer der Musetta aus La Bohème geeignet ist. Die Arien sind bunt durcheinander gewürfelt, denn es ist fast aus jeder Stilrichtung der Oper etwas dabei.
Wunderschön ist ihre Interpretation von dem Lied an den Mond aus Rusalka. Sie singt es mit viel Gefühl und mit gutem Ausdruck. Dennoch finden sich einige unüberhörbaren Schwächen in ihrem Instrument. Leider neigt Anna Netrebko dazu, den Ton in der Höhe zu forcieren. Außerdem sind einige rhytmische Schwierigkeiten zu erkennen. Dennoch lohnt sich der Kauf dieses Recitals, denn von dieser doch sehr schönen Stimme werden wir sicher noch einiges zu Hören bekommen.


Verdi: Don Carlos
Verdi: Don Carlos

12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Recording of the Century, 27. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Verdi: Don Carlos (Audio CD)
Hier handelt es sich meiner Meinung nach, um die Beste Gesamtaufnahme von Verdis Meisterwerk. Neben einer hervorragenden Tonqualität wird dem Hörer ein Feuerwerk aus grandiosen Stimmen und göttlicher Musik geboten. Einige der größten Sänger dieses Jahrhunderts machen diese Aufnahme zu einem Abenteuer, welches mit keiner anderen Gesamtaufnahme dieser Oper zu vergleichen ist. Neben drei Cds findet man in der edlen Box ein sehr informatieves und attraktiv gestaltetes Beiheft.
Die Rolle der Elisabetta ist mit Montserrat Caballe besetzt, welche für ihre schwebenden Pianotöne gerühmt wird. In dieser Rolle hat sie viel Gelegenheit ihre herrlichen Pianissimi unter Beweis zu stellen. Sie vermag die Rolle der Elisabetta lebensnah darzustellen. Neben ihrer hinreißenden Stimme stellt sie durchaus auch ein gewisses Maß an dramatischer Darstellungsgabe unter Beweis. Wenn die Caballé sich vom Piano in den Fortebereich steigert, wirkt die Stimme zeitweise ein wenig angestrengt. Dies ist jedoch in keinster Weise störend, sondern belebt den dramatischen Wert der Oper.
Spätestens wenn die Caballé " Tu che le vanità ", die große Arie der Elisabetta aus dem fünften Akt anstimmt, schmelzen alle Herzen in Sekundenschnelle dahin. Ich habe diese Arie nie so gefühlsbetont und hingebungsvoll gehört.
Placido Domingo macht seine Sache wie gewohnt makellos.
Seine herrliche Stimme überstrahlt mühelos das gesamte Ensemble.
Er vermag sowohl in den Duetten als auch in den einzelnen Arien eine hochwertige Leistung abzuliefern. Grandios ist sowohl sein Duett mit Elisabetta aus dem ersten Akt, als auch die Finalszene der Oper. Durch seine hervorragende Darstellungskraft und seine überwältigende Stimme hält er den Hörer bei Laune.
Shirley Verrett ist eine phantastische Eboli. Ihre Stimme ist hell und glasklar. Sie hat weder Probleme mit der Höhe, noch mit den Ausdrucksnuancen, welche für die Rolle der Eboli besonders wichtig sind. Verrett bietet einen guten Gegensatz zu Agnes Baltsa, welche ebenfalls eine gute Darstellerin ist, deren stimmliche Mittel aber mehr als begrenzt sind. Dies ist bei Shirley Verrett ganz anders. Bei ihrer Interpretation von
" O don fatale " spürt man das Lodern der Flamen. Sie ist in einem Wort perfekt geeignet für diese Rolle.
Die restlichen Rollen sind ebenfalls sehr gut besetzt. Bei dieser Aufnahme stimmt eben einfach alles. Das Orchester der Covent Garden Opera wird hier zu Höchstleistungen angespornt.
Carlo Maria Giulini ist ein grandioser Dirigent. Er hat sein Orchester voll im Griff und geht gut auf die Darsteller ein.
Diese Gesamtaufnahme sollte in keinem Regal fehlen. Weder Verdi-Fans, noch Liebhaber von Caballé oder Domingo können auf diese Aufnahme verzichten. Für diesen Preis können sie hier ein wahres Schnäppchen machen, also greifen sie zu!


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