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Rezensionen verfasst von
"jan-schneider"

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Solaris
Solaris
DVD ~ George Clooney
Wird angeboten von Movie-Star
Preis: EUR 16,97

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk? - schon möglich!, 7. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Solaris (DVD)
Solaris ist ein Film den man sich vermutlich mehrmals anschauen muss, um seine Qualitäten zu erkennen, und seine Aussage voll zu verstehen. Er erinnert insofern sehr stark an Stanley Kubricks 2001, einen Film der anfänglich auch von vielen verkannt wurde. Gemeinsam ist diesen Filmen das Philosophieren über das Leben bzw. das Leben nach dem Tod. Eine Disziplin die zweifelsohne nicht jedermanns Sache ist. Der Film ist ruhig, geradezu meditativ, was viele schlicht langweilig finden werden. Auch hier tun sich Parallelen zu 2001 auf.
Die Extras auf der DVD sind nicht überragend, aber okay: Zwei Making ofs und Soderberghs Solaris-Drehbuch. Die Bildqualität des Filmes ist allerdings exzellent.
Steven Soderbergh ist dafür bekannt, dass er sich nach kommerziell erfolgreichen Filmen (wie z.B. Oceans Eleven) auch gerne etwas unpopuläreren Themen zuwendet. Die Umsetzung von Stanislaw Lems Roman ist faszinierend. Der Score wunderschön.
Der Untertitel des Films scheint aber Programm zu sein: Es gibt Begegnungen für die der Mensch noch nicht bereit ist! Der fünfte Stern wird daher vielleicht irgendwann ergänzt...


Simone
Simone
DVD ~ Al Pacino
Wird angeboten von Eliware
Preis: EUR 19,90

19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Selbstkritische Hollywood-Satire, 7. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Simone (DVD)
Al Pacino spielt den abgehalfterten Filmemacher Victor Taransky, der seit Jahren keinen Hit mehr landen konnte und über Nacht zum gefragtesten Mann Hollywoods wird. Genaugenommen avanciert seine computergenerierte Aktrice Simone (Simunlation One) zu dem Superstar schlechthin. Alle lieben Sie - und niemand weiß, dass sie ein virtueller Star ist. Taransky wird die Geister die er rief nun nicht mehr los und ist dazu verdammt sein ganzes Leben mit seiner Schöpfung zu verbringen...
Mit dieser Mediensatire gelang Drehbuchautor Andrew Niccol nach "Die Truman Show" ein weiterer großer Wurf. Dieser Film ist keineswegs eine Komödie (als die er offensichtlich von einigen missverstanden wird). Hier reiht sich nicht ein Lacher an den nächsten. Niccol, gleichzeitig auch Regisseur des Filmes, findet eine ausgewogene Balance zwischen Spott über den amerikanischen Celebrity-Kult, Witz und einer gewissen Portion Melancholie, die Al Pacino in schon bekannter Weise ausstrahlt. Gewiss ist dies nicht Pacinos beste Rolle, er steht bei diesem Film aber auch eigentlich gar nicht im Vordergrund.
Ironischerweise ist der Film den Mechanismen Hollywoods zum Opfer gefallen, die er anprangert. Filme mit einer Aussage, die nicht den Mainstream-Publikums-Geschmack treffen, haben an der Kinokasse schon verloren: Der Film floppte in den USA und erscheint in Deutschland deshalb nur auf DVD. Auf dieser DVD sind zwei recht interessante Making ofs und 19! entfallende Szenen enthalten. Tipp: Den Abspann des Filmes unbedingt zu Ende schauen!


The Disco Boys - Vol. 3
The Disco Boys - Vol. 3
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 31,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Tanzbein schwingt nur bedingt, 28. Juli 2003
Rezension bezieht sich auf: The Disco Boys - Vol. 3 (Audio CD)
Ganz originell ist das Konzept der „Disco Boys" ja: House-Tracks mit 80er-Jahre Hits wie „Wild Boys" von Duran Duran, Camouflages „Great Commandment" oder „Es geht voran" von den Fehlfarben zu mischen. Ganz zu schweigen von dem noch älteren „Rapture" von Blondie. Und live sollen die Jungs ja auch richtig gut sein und Party-Stimmung verbreiten. Aber auf CD geht die Party gar nicht so richtig ab. Gerade die eigenwillige Mischung führt dazu, dass man das Tanzbein nicht richtig schwingen kann. Will man mal anfangen, wird man durchs nächste Lied bestimmt runtergebracht. Wer will schon zu Duran Duran tanzen? Allenfalls Sentimentalität wecken ist da drin. Und zum nebenbei laufen lassen ist die Scheibe dann doch zu stressig. Aus dem Club-Bereich sind aber auch ein paar Knaller wie zum Beispiel „Make Luv" von Room 5, „Young Love" von Kid Alex und „Release your Mind" auf der CD enthalten. Durchlaufen lassen sollte man die Tracks 6-8 auf CD 2. Überhaupt ist die zweite CD deutlich besser als die erste. Das liegt auch an den beiden Goldstücken „8:15 to Nowhere" von Vicious Pink und dem Club-Klassiker „Jaguar". Die Doppel-CD krankt aber an dem alten Sampler-Problem: Ein paar Stücke gefallen, der Rest ist zum Auffüllen. Wer auf stilistischen Mischmasch steht, der wird daran vielleicht sogar seinen Gefallen finden. Ansonsten sollte man vom Kauf eher Abstand nehmen, deshalb auch nur 2 Sterne.


Tattoo
Tattoo
DVD ~ August Diehl
Wird angeboten von cvcler
Preis: EUR 6,97

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sieben Variationen, 16. Juli 2003
Rezension bezieht sich auf: Tattoo (DVD)
Tattoo ist sicher kein schlechter Film. Auch wenn er aus allerlei aus anderen Filmen entlehnten Versatzstücken besteht. Das Vorbild zu finden fällt nicht schwer. Alter desillusionierter Polizist und junger - von Party und Drogen gezeichneter - Polizist bewegen sich in düsterer Atmosphäre und ebenso düsteren Berliner Umfeldern. Plattenbauten, graue Häuser und Vorgärten, schwarze Autos, die die Traurigkeit der Seele der Beteiligten zum Ausdruck bringen sollen.
Parallelen zu "Sieben" sind sicher nicht nur zufälliger Natur. Sieben ist jedoch "atmosphärisch dicht", was man von diesem deutschen Film nicht unbedingt sagen kann. Gegen Ende des Films werden Kaufhaus-Erpresser Dagobert und "Der dritte Mann" in einer Szene zitiert. So viel zum Ideenreichtum des Drehbuchautoren.
Die Musik im Club ist viel zu leise, die Musikrichtung undefinierbar. Die DJane, gleichzeitig Freundin und Mitbewohnerin des jungen Polizei-Protagonisten legt die Platten auf, als stünde sie in einem Jugendclub der FDJ. Die Authentizität dieser Szenen lässt doch zu wünschen übrig.
Warum wählt der alte Cop ausgerechnet diesen Ecstasy-schluckenden, sich durchlavierenden jungen Cop als seinen Partner? Vermutlich weil er in seinen jungen Jahren schon genauso deprimiert ist und an der Bürde des Lebens leidet. Brüder im Geiste gewissermaßen. Die Charaktere sind überzeichnet, ohne dabei allerdings sehr differenziert zu wirken. Vieles bleibt so blass wie die Gesichtsfarbe des jungen Polizisten. Es wird lapidar erklärt und zu dick aufgetragen. Frau tödlich verunglückt, Kind weggelaufen und anschließend bestialisch ermordet, Polizisten-Vater erschießt sich, gähn.
Die wirklich guten Szenen des Films sind jene, in denen wenig gesprochen und dem Gruseln und dem Grauen das Feld überlassen wird.
Alles in allem eine DVD die man sich durchaus leihen, aber nicht unbedingt kaufen sollte.


No Logo! Der Kampf der Global Players um die Marktmacht
No Logo! Der Kampf der Global Players um die Marktmacht
von Naomi Klein
  Taschenbuch

36 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brilliante Kritik an Markenwahn und Globalisierung, 11. Januar 2003
Es ist beeindruckend zu sehen (oder besser zu lesen) über welch hervorragenden Marketing-Kenntnisse Naomi Klein verfügt. Vor allem mit dem Phänomen „Marke" hat sie sich ganz offensichtlich sehr ausführlich und tiefgehend auseinandergesetzt. Und das ohne auf die etablierte Marketing-Literatur zum Thema zurückzugreifen, sieht man einmal von David A. Aakers Standardwerk "Building Strong Brands" ab.
Einerseits nicht verwunderlich, da die gesamte Argumentation des Buches auf dieser Grundlage aufbaut, andererseits aber sehr respektabel, da sie die Wirkungsweise des Marketing und die dahinter stehenden Philosophien besser identifiziert und durchschaut als dies in manchem Marketing-Lehrbuch und bei dem einen oder anderen (Fach)Hochschul-Lehrer in Deutschland der Fall ist. Das Prinzip „Marken keine Produkte" wird von letzteren mitunter noch heute nicht verstanden. Die "Times" sprach in diesem Zusammenhang von einem "faszinierenden Ritt durch die Geschichte des Marketing". Dieser erfolgt in den ersten Kapiteln gewissermaßen als Grundlegung für die im weiteren Verlauf des Buches formulierte Kritik an den Auswüchsen der "Globalisierung".
Insofern ist dieses Buch auch für Marketing- und Marken-Befürworter und -kenner absolut lesenswert. Gleichwohl ist die Absicht des Buches eine völlig andere.
Eine der Kernthesen von Klein lautet, dass sich die Welt der Wirtschaft willenlos ausgeliefert hat. Auch die Politik sei vielfach nur noch ein verlängerter Arm der Global Player.
Klein benutzt die überragende Bekanntheit weltweit führender Markenartikler wie Nike, Starbucks, Virgin, Gap, Wal-Mart und Tommy Hilfiger dazu, um damit verbundene Probleme wie bspw. "Sweatshops" in Dritte Welt-Ländern auf die politische Agenda zu setzen.
Derartige Niedriglohn-Produktionstätten in Asien, in denen Arbeiter für 37 Pfennig Stundenlohn 11 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche Nike-Schuhe zusammenkleben, die anschließend für 150 Euro verkauft werden, sind eine Ausgeburt der schönen neuen Markenwelt wie sie Klein kritisiert.
Markenvernichtung ist dagegen nicht - wie man möglicherweise vermuten könnte - das Ziel der Autorin. Jedoch verurteilt sie das immer weitere Vordringen der Lifestyle-Marken in den öffentlichen Raum, wie Schulen und Universitäten, Innenstädten usw. Die Kulturelle Szene wird bekanntlicherweise schon seit längerem durch die sogenannten "Superbrands" okkupiert.
"No Logo" ist eine brillante Mischung aus Journalismus, Marketing-Lehrbuch, Theorie, Sachbuch, moralischer Empörung und subjektiven, autobiografischen Einsprengseln. Statt zu moralisieren und zu agitieren, lässt Klein jedoch die Fakten für sich sprechen.
Globalisierung, Marketing und Werbung sind per se sicherlich nicht schlecht. Die damit verbundenen Auswüchse sind es mitunter allerdings schon, weswegen eine moralische Überprüfung wie Klein sie praktiziert mehr als Not tut. Eine gewisse Bereitschaft sich mit "linken Thesen" auseinanderzusetzen ist eine Grundvoraussetzung zur Lektüre des Buches. Für intelligente und aufgeschlossene Menschen sollte dies allerdings kein Problem sein. Also: unbedingt lesen!


Markenmanagement. Grundfragen der identitätsorientierten Markenführung. Mit Best Practice - Fallstudien
Markenmanagement. Grundfragen der identitätsorientierten Markenführung. Mit Best Practice - Fallstudien
von Heribert Meffert
  Gebundene Ausgabe

53 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Überflüssig, 4. Januar 2003
Meffert (und der Gabler-Verlag) hat sein neues Buch an alle Hochschulprofessoren in Deutschland verschickt. Mögen diese seine Lehre unter ihren Schülern verbreiten. Vielleicht auch besser nicht...
Meffert erklärt den Ansatz der Verhaltenwissenschaftlichen Marketingforschung kurzerhand zu einem Paradigma des „Modernen Markenmanagements", das Mitte der 70er bis Ende der 80er Jahre Bedeutung gehabt hätte. In den 90er Jahren dagegen seien „fraktales Markenmanagement" (!!!) und das „integrierte identitätsorientierte Markenmanagement" bestimmend.
Bereits an dieser Stelle, auf Seite 19 des Buches, sträuben sich dem Marketing-kundigen Leser die Haare. Und es geht in ähnlicher Form weiter.
Dass Meffert einem - erwiesenermaßen - Scharlatan der Branche, dem selbsternannten „Guru" Gerd Gerken mehrere Seiten in seinem neuen Werk widmet ist nicht nachvollziehbar. Fraktale Markenführung widerspricht in jeder Hinsicht den Prinzipien erfolgreicher Markenführung. Die fraktale Zeit der Zigarettenmarke West, für die Gerken als Berater fungierte, belegt dies eindrucksvoll.
Die beiden seit langem im Strategischen Management bekannten Konzepte des „resource based view" und „market based view" als Fundament für das Selbst- bzw. Fremdbild einer Marke heranzuziehen ist abenteuerlich. Überhaupt ist die Frage zu stellen, inwieweit das Selbstbild einer Marke den Erfolg derselben wirklich beeinflusst.
Dass die Unverwechselbarkeit und Einzigartigkeit einer Marke eine Voraussetzung für den Erfolg einer Marke bzw. die Voraussetzung für den Aufbau einer starken Marke darstellt ist nicht neu. An dieser Stelle ist das Konzept der Markenidentität alter Wein in neuen Schläuchen.
Einfach nur peinlich ist die Tatsache dass die wissenschaftlichen Mitarbeiter der „Marke Meffert" nicht in der Lage sind, etablierte und bekannte Markennamen richtig zu schreiben!
So wird aus Benetton „Bennetton", aus der Beratungsgesellschaft Ernst &Young „Ernest & Young", aus Merrill Lynch „Meril Lynch" und Bang & Olufsen wird in Bang & Olufsson (isländische Schreibweise!?) abgewandelt.
Diese falschen Schreibweisen werden auch konsequent durchgehalten, sind demnach also keine Flüchtigkeitsfehler. Unverständlich, dass dieser Fauxpas niemandem beim Redigieren des Manuskripts aufgefallen ist.
„Die Marke ist das Megathema schlechthin - zurecht" (Esch). Meffert konnte eben nicht umhin ebenfalls ein Werk zu diesem Thema zu publizieren.
Dass der Reader „Moderne Markenführung" von Esch derzeit die deutschsprachige Referenzquelle zur Thematik darstellt, ist daran erkennbar wie häufig er von den Autoren zitiert wird. Da viele Kapitel im „Markenmanagement" fast identische Inhalte haben, stellt sich hier wirklich die Frage warum man zu diesem Buch greifen soll, wenn es doch bereits Besseres gibt.


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