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Sarah O. "Sarahs Welt der Bücher" (NRW)
(TOP 500 REZENSENT)   

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Grüße aus meiner Küche: Leckere Geschenke selbst gemacht
Grüße aus meiner Küche: Leckere Geschenke selbst gemacht
von Lisa Nieschlag
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ideen für das Mitbringsel aus der eigenen Küche, 25. Februar 2014
Länge:: 1:00 Minuten

„Grüße aus meiner Küche“ von Lisa Nieschlag und Lars Wentrup ist ein Kochbuch, das zusätzlich Verpackungsideen und Kopiervorlagen für Etiketten und Bastelmaterialien liefert, um die zubereiteten Kleinigkeiten aus der eigenen Küche als nette Geschenke und Mitbringsel herzurichten.

Natürlich habe ich vor dieser Rezension einige Rezepte aus dem Kochbuch ausprobiert und auch – mit den eigenen Möglichkeiten – ein wenig geschenktauglich verpackt. Dabei habe ich mich an das gehalten, was die Autoren des Buches selbst vorschlugen: „charmant und mit wenig Aufwand verpacken“, und dabei „viele Utensilien aus dem Haushalt“ verwenden. Um anschaulicher darzustellen, wie das funktioniert hat, habe ich mich dazu entschlossen, meine Umsetzung von fünf Rezepten in Bildern festzuhalten beziehungsweise diese als kleine Diashow in einem Video zusammenzustellen und dieser Rezension beizufügen.

Die Rezepte des Buches sind unterteilt in „süß“ und „salzig“ – wobei „salzig“ in dem Zusammenhang natürlich etwas wortentfremdet für Herzhaftes steht. Der Schwierigkeitsgrad der Rezepte ist im Großen und Ganzen nur als einfach zu bezeichnen. Wirklich raffinierte, ungewöhnliche Dinge sind eher nicht dabei, stattdessen viele Kleinigkeiten, die auch Küchenanfänger ohne großen zeitlichen Aufwand umsetzen können. Auch der Wareneinsatz hält sich in Grenzen. Die Zutaten sind in jedem Supermarkt erhältlich, die Rezepte fast ausschließlich vegetarisch. Für ambitionierte Hobbyköche, die sich vielleicht etwas ausgefallenere Mitbringsel-Ideen erhoffen, bietet dieses Kochbuch zumindest kulinarisch also wahrscheinlich wenig Inspiration, für Anfänger dagegen ist es – mit kleinen Einschränkungen – sehr gut geeignet. Vielleicht hätte man sich hier noch um eine ausgewogenere Rezeptvielfalt bemühen können, die auch höhere Schwierigkeitsgrade mit einschließt.

Die Präsentation der Rezepte ist sehr auf die Darstellung fokussiert. Schöne Bilder und graphische Details dominieren die Seiten, die Anleitungen der Rezepte dagegen sind oft kurz. So sehr ich die unkomplizierte Auswahl der Zutaten aber beispielsweise schätze, muss ich doch sagen, dass die Beschreibungen ab und an ausführlicher hätten sein dürfen. Spricht das Rezept für „Zwiebel-Chutney“ beispielsweise von „Essig“ ist das ziemlich allgemein gehalten und liefert vielleicht gerade einem Anfänger nicht gerade die Sicherheit bei der Auswahl der Zutaten, die wünschenswert wäre. Ein kleiner Hinweis, welchen Essig die Autoren sich darunter vorstellen, ob Weißwein-, Himbeer-, Apfelessig…, wäre da doch hilfreich. (Ich habe zur Hälfte Weißwein- und zur Hälfte die Reste eines selbstgemachten Ingwer-Vanille-Essigs verwendet, was sehr gut schmeckte.)

Auch die teilweise rein graphische Darstellung einfacher Rezepte, in Form kleiner Zeichnungen, finde ich nur optisch gelungen. Keine Zutatenliste, verschiedene Schriften, Zutaten hineingeschrieben in die Bilder – da übersieht man doch zu schnell mal was. Es ist hübsch, aber weniger praktisch.

Auch bei den Verpackungsideen dominiert die Optik. Der Stil ist dieser leicht rustikale, etwas verspielte Look mit gedeckteren Farben und nur wenigen intensiveren in Kombination mit Naturtönen, fotografiert meist auf Holz in älterem Zustand, wie er schon eine ganze Weile modern ist. Was das angeht, erfindet „Grüße aus meiner Küche“ das Rad also nicht neu, aber die Verpackungsideen sind durchaus süß und vor allem zu Hause nachvollziehbar. Auch zum Glas mit Tierchen vom Titelbild gibt es eine Anleitung.

Leider sind einige Präsentationen in meinen Augen als Geschenkverpackung nicht wirklich brauchbar. Ein Bändchen um die Kekse oder ein Pappvögelchen in den Muffin gesteckt – das ist hübsch anzusehen aber, sofern sich der zu Beschenkende nicht im selben Haushalt aufhält, wenig praktisch. In der Regel steht ja vorm Verschenken der Transport und dazu muss der Mensch zumeist das Haus verlassen, bei Wind und Wetter über die Straße oder gar das Auto oder andere Verkehrsmittel nutzen. Der Aspekt der transportierbaren Verpackung – nicht nur schön anzusehen, auf einem Foto, sondern auch praktisch, nutzbar – hat mir daher mehrere Male gefehlt.

Die beigefügten Kopiervorlagen für Etiketten und Gruß-Anhänger haben mir insgesamt sehr gut gefallen. Sie eignen sich zum Verzieren, sind abwechslungsreich genug, um für jeden Anlass passendes zu finden, und schön gestaltet.

Auch die getesteten Rezepte konnten insgesamt überzeugen. Bei den Umsetzungen gab es keine Probleme, abgesehen von den bereits erwähnten Bedenken bezüglich Darstellung und Ausführlichkeit mancher Rezepte. Persönlich hätte ich mir weniger gängige Dinge wie Kekse, Kuchen oder Muffins gewünscht und stattdessen vielleicht mehr ausgefallene, pfiffige Rezepte in der Kategorie „salzig“, da dies einfach seltenere und somit überraschendere Mitbringsel sind.

Fazit: "Grüße aus meiner Küche" ist ein nettes Kochbuch mit einigen schönen Verpackungsideen. Die Rezepte sind größtenteils einfach und für Anfänger geeignet, die Verpackungsideen sind einfallsreich, die Kopiervorlagen sehr hilfreich und die Küchenergebnisse schmecken. Etwas weniger Augenmerk auf die optischen Aspekte für die Fotos und dafür eine stärkere Berücksichtigung der praktischen Umsetzbarkeit wäre für mich ebenso wünschenswert gewesen wie mehr Raffinesse bei den Rezepten. Der erfahrene Selbstmacher findet hier eher wenig. Insgesamt vergebe ich 4 Sterne für ein Buch mit schönen Ideen und einer hübschen Gestaltung, das gut, aber eben nicht perfekt ist.


Stolperherz
Stolperherz
von Britta Sabbag
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Netter Jugendroman für Zwischendurch, 20. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Stolperherz (Gebundene Ausgabe)
„Stolperherz“ von Britta Sabbag ist ein Jugendbuch aus dem Bereich Coming-of-Age von vergleichsweise sparsamen 200 Seiten, das nicht nur junge Leser ab 12 Jahre ansprechen kann.

Zum Inhalt: Sanny leidet nicht nur unter einem angeborenen Herzfehler, der ihr so manche Kreislaufprobleme beschert, sondern auch unter einer überfürsorglichen Mutter und ihrer eigenen Schüchternheit, die sie in der Schule zur Außenseiterin macht. Als dann ausgerechnet der gutaussehende Schulband-Bassist Greg, ihr heimlicher Schwarm, sie einlädt, in den Sommerferien mit der Band auf Tour zu gehen, ist Sanny zwar skeptisch, aber vor allem auch glücklich. Für die 15jährige beginnen abenteuerliche Wochen…

Was mir an dem Buch besonders gefallen hat, ist neben der Grundidee vor allem der Schreibstil. Dass das Buch ab 12 Jahren empfohlen ist, merkt man hier kaum. Er ist nicht nur flüssig, sondern auch abwechslungsreich und gespickt mit kleinen amüsanten Spitzen seitens der Ich-Erzählerin Sanny, die – wenn sie will – durchaus sarkastisch bis zynisch sein kann. Daher bin ich davon überzeugt, dass neben jungen jugendlichen Lesern auch ältere Freunde der All-Age- und Jugendliteratur in diesem schlanken Büchlein eine gelungene Unterhaltung finden können. Vorausgesetzt – und das gilt für alle Altersgruppen – man kann sich für Geschichten dieser Art begeistern.

„Stolperherz“ zeichnet sich nämlich auch dadurch aus, dass sich einige Situationen zu übertrieben positiv oder überraschend entwickeln, um noch als glaubwürdig oder authentisch bezeichnet werden zu können – ein Zufall jagt den nächsten, bis alles perfekt zusammenpasst. Mich erinnerte dies etwas an das Chick-Lit-Genre aus der Erwachsenenliteratur, das meinen Vorlieben bei einer Geschichte oft ebenfalls nicht gerecht werden kann. Von der Grundidee her hätte ich mir vielleicht ein wenig mehr Dramatik und Ernsthaftigkeit erhofft, dafür etwas weniger aus dem Bereich der glücklichen Zufälle, die dafür sorgen, dass der schon bald gar nicht mehr schüchternen Sanny so ziemlich alles in den Schoß fällt. Von ihrem kranken Herzen hängt in der Geschichte letztendlich wenig ab. Es ist eine Randnotiz, die viele Hintergründe erklärbar macht, aber kein wesentlicher Kern der eigentlichen Handlung. Das Gefühl, die emotionale Einbindung des Lesers, hat mir leider gefehlt.
Des Weiteren braucht Sanny, das – angeblich – grauste aller grauen Mäuse, nur drei oder vier Tage auf Tour mit der Band und schon ist alles Graue verflogen. Neuer Style, neue Freunde, neue schlagfertige Antworten, neues Selbstbewusstsein – Sanny, die Retterin der Welt, die immer eine Lösung findet. Mir ging das dann doch ein wenig zu schnell.

Auch abgesehen von dieser leicht übertriebenen Entwicklung fiel es mir schwer, mit dem Charakter der Ich-Erzählerin warm zu werden. Der Versuch sie reif und erwachsen wirken zu lassen, war in meinen Augen schon sehr bemüht und hier stolperte die Handlung – im Gegensatz zum Herzen - gelegentlich ein wenig. Ich empfand es für Sanny, das schüchterne Mädchen, nicht als passend, dass sie ihre Mutter mit Vornamen ansprach, und darüber hinaus kann ich einerseits nur schwer Sympathie für einen Charakter entwickeln, der sich gerne ungefragt selbst profilieren muss. Hier sind es die Vampirbücher, die für sie längst nicht gut genug sind. Dass sie dabei interessanterweise selbst Hauptfigur eines Romans ist, dessen Schwerpunkt eine klischeehafte Liebesgeschichte zwischen dem unfassbar gutaussehenden Jungen und dem schüchternen, fast unsichtbaren Mädchen ist, wie sie in unzähligen Vampirbüchern vorkommt, kann man dabei wohl nur als Ironie bezeichnen.
Andererseits konnte ich für Sannys Rolle als Außenseiter auch kaum Verständnis aufbringen. Oberflächlich genug, sich nicht mit jedem als Freund sehen lassen zu wollen, der mit ihr befreundet sein möchte, ist sie nämlich. Gerade gegenüber meinem Lieblingscharakter des Buches, dem pummeligen, absolut nerdigen, aber sehr lustigen Simon alias Flocke, der eben nicht – wie sie – ständig darauf bedacht war, was die anderen dachten, verhielt sie sich manchmal doch recht unfair.

Ansonsten war der Plot, obwohl, wie schon erwähnt, manchmal deutlich übertrieben, ganz unterhaltsam erzählt, die Handlung gut aufgebaut. Die Liebesgeschichte war weniger kitschig als befürchtet, sondern ebenfalls schön und teilweise romantisch. Nur das Ende hat mich enttäuscht. Es ging schnell und war zudem noch nicht einmal besonders einfallsreich – die hier präsentierte Idee kennt man einfach schon aus zu vielen ähnlichen Geschichten und wirkt reichlich abgegriffen.

Fazit: „Stolperherz“ ist eine Geschichte über eine Jugendliebe. Wer sich an mehr oder weniger starken Übertreibungen nicht stört, findet hier eine leichte Unterhaltung für zwischendurch. Für junge Leser ab 12 sicher geeignet, aber auch für ältere unterhaltsam. Dennoch hätte die Erzählung trotz eines guten Unterhaltungswertes ausgewogener und emotionaler sein können. Daher vergebe ich aufgrund mehrerer kleiner Kritikpunkte, auch bezogen auf die Hauptfigur, knappe 4 Sterne.


Zeitsplitter - Die Jägerin: Roman
Zeitsplitter - Die Jägerin: Roman
von Cristin Terrill
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zeitreise - eine gefährliche Erfindung, 19. Februar 2014
„Zeitsplitter – Die Jägerin“ von Cristin Terrill ist ein All-Age-geeigneter Jugendroman, der dem Genre Science-Fiction mit dem Schwerpunkt Zeitreise zuzuordnen ist. Obwohl für das amerikanische Original "All Our Yesterdays" bereits eine Fortsetzung angekündigt wurde, lässt sich „Die Jägerin“ als Einzelband lesen und muss durch die in sich abgeschlossene Geschichte nicht zwangsläufig als Auftakt zu einer mehrteiligen Reihe betrachtet werden.

Zunächst einige Worte zum Inhalt: Marina ist ein reiches, verwöhntes Mädchen aus Washington D.C. und heimlich verliebt in ihren Nachbarn und langjährigen besten Freund, den hochintelligenten James.
Vier Jahre in der Zukunft hat sich alles verändert. Em ist in einer dunklen Zelle eingesperrt. In der Zelle neben ihr sitzt ihr Freund Finn. Die Situation scheint aussichtslos, bis sie eines Tages unter dem Abflussdeckel einen Zettel findet, eine Nachricht, die sie sich selbst aus der Vergangenheit geschickt hat. Bereits vierzehnmal sind andere Versionen von ihr und Finn aus den Zellen entkommen und haben versucht, durch eine Zeitreise in die Vergangenheit die Zukunft zu verändern. Em und Finn planen es ein weiteres Mal zu versuchen, doch es scheint nur noch einen Weg zu geben, um die Zukunft zu verhindern. Jemand muss sterben…

Es ist wohl schon an den Namen der beiden Protagonistinnen, die sich in diesem Roman als Ich-Erzählerinnen abwechseln werden, zu erahnen und wird auch in der Geschichte schon nach wenigen Seiten (und darüber hinaus bereits im Klappentext) offengelegt, sodass ich jetzt nicht zu viel verrate, wenn ich schreibe, dass Em und Marina ein und dieselbe Person sind. Vier Jahre trennen sie. Vier Jahre, in denen sich ihr Leben in den USA grundlegend verändert hat. Ursächlich dafür war eine Erfindung, die es für Em nun in der Vergangenheit zu verhindern gilt: Die Zeitreise.
Dass sie dies ausgerechnet dadurch zu erreichen versucht, dass sie eben diese Erfindung nutzt, um in die Vergangenheit zu reisen und dort entsprechende Veränderungen vorzunehmen, scheint zunächst paradox – der Autorin gelingt es aber weitestgehend für ihre Zeitreise logische und in sich stimmige Erklärungen zu finden.

Nichtsdestotrotz, Zeitreisen sind in Romanen immer eine heikle Angelegenheit. Zwar sind sie meist spannend und als Element der Science Fiction nicht nur etabliert sondern aktuell, gerade im Bereich der Jugendbücher, mit zunehmender Häufigkeit als Gegenstand der Handlung anzutreffen, doch insbesondere durch die Vermischung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft muss der Autor auch ein hohes Maß an Achtsamkeit in die logischen Zusammenhänge seiner Geschichte investieren. Fehler in der Zeitreiselogik, Ungenauigkeiten in der Definition von Möglichem und Unmöglichem oder unüberlegte Wendungen führen nur allzu schnell zu einer Irritation des Lesers und können die gesamte Geschichte unglaubwürdig werden lassen.

Obwohl die Autorin die Handlung in der Zeit, in der sie hauptsächlich angesiedelt ist, Marinas Gegenwart, zu einem logischen Ende führt, gelingt es ihr meiner Meinung nach dennoch nicht, alle Elemente ihrer Erzählung damit zu vereinen. Hält sie zunächst noch einige Details recht schwammig, sind es doch die Ereignisse ganz am Ende, welche die Logik der Zeitreise endgültig definieren und zwar auf eine Art, die rückblickend betrachtet entweder nicht mit Teilen der Erzählungen und Handlungen der aus der Zukunft stammenden Protagonisten, bedauerlicherweise auch eine nicht unwesentliche Wendung gegen Ende, in Einklang zu bringen ist oder große Lücken in den Informationen offenbart, welche die Autorin dem Leser zur Verfügung stellt – so jedenfalls meine Einschätzung zur Zeitreiselogik.
Da diese Kritik nicht direkt den Hauptstrang der Handlung betrifft, ist es nur ein kleiner Störfaktor, aber perfekt durchdacht ist der hier präsentierte Zeitreise-Ansatz höchstens zu Hälfte.

Besser gelungen sind der Autorin da schon der Aufbau und die Charaktere ihres Romans. Auch wenn Em zwischenzeitlich eine leicht nervtötende, angesichts ihrer prekären Lage irrationale, widersprüchliche und vorhersehbare Verhaltensweise an den Tag legt und Finn ihr bedauerlicherweise dabei keine große Hilfe ist, so macht insbesondere der große Unterschied zwischen Marina und Em, die Entwicklung und Veränderung die diese Figur in den vier, dem Leser zunächst weitgehend unbekannten Jahren absolviert hat, den Reiz der Geschichte aus. Marina, das unbeschwerte naive Mädchen, gegen Em, abgehärtet nach vier Jahren, in denen sich die Erde grundlegend wandelte. Auch James und Finn sind interessante Charaktere – ersterer mehr als letzterer – und stellen gelungene Nebencharaktere dar, die auch für leichte, aber nicht zu dominante Liebesgeschichten taugen.

Der Wechsel zwischen Em und Marina als Ich-Erzählerinnen in den einzelnen Kapiteln ist stilistisch gut gewählt, um dem Leser in beide Handlungsstränge Einblick zu gewähren und den Leser wie auch die Figuren selbst immer wieder mit der Zeitreise-Thematik zu konfrontieren, indem die Geschichte regelmäßig aus beiden Perspektiven erzählt und die Überschneidungen gezeigt werden. Der Schreibstil ist gut, der Aufbau der Geschichte sehr spannend, auch wenn das Gefühl bleibt, dass vor allem die zukünftige Welt nur in kleinen Auszügen, aber lange nicht als greifbares Gesamtbild vermittelt wurde.

Fazit: „Zeitsplitter – Die Jägerin“ ist ein spannender Zeitreiseroman, der mit einer interessanten Idee und einer guten Umsetzung beim Lesen Freude bereitet. Kleine Logikfehler bleiben allerdings nicht aus und ausgerechnet eine Hälfte der beiden Ich-Erzählerinnen schwächelt nicht nur gelegentlich in ihrer Entscheidungsfreudigkeit. Insgesamt empfinde ich „Zeitsplitter“ als lesenswert und unterhaltsam und vergebe aufgrund der leichten Einschränkungen solide 4 Sterne. Ein empfehlenswerter Roman.


Frostblüte
Frostblüte
von Zoë Marriott
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schuld, Krieg und Liebe..., 26. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Frostblüte (Taschenbuch)
„Frostblüte“ von Zoë Marriott ist ein Fantasy-Roman – High-Fantasy, um genau zu sein – der mit einer Altersempfehlung ab 14 Jahren als Jugendroman einzuordnen ist, sich jedoch nicht darauf beschränken muss. All-Age-geeignet erzählt die britische Autorin eine Geschichte von persönlichen Schicksalen, Krieg, Schuld und Liebe…

Inhalt: Frost zieht trotz ihrer jungen Jahre allein durch ein fremdes Land. Sie trägt einen Wolfsdämon in sich, der sie zur Gefahr für jeden in ihrer Umgebung macht. Als sie auf ihrer Reise jedoch den jungen Hauptmann Luca trifft, kann sie sich seiner einnehmenden Art kaum entziehen. Er bietet ihr an, als Soldatin bei seinen Leuten zu bleiben, die in den Bergen nach einer grausamen Bande Abtrünniger suchen. Doch kann Frost ihren Wolf beherrschen, vor allem, wenn Gefühle ins Spiel kommen?

„Frostblüte“ hat mich wirklich überrascht – in einem ausnahmslos positiven Sinne. Die Geschichte erwies sich als deutlich weniger fokussiert auf die Fantasy-Elemente, als ich angenommen hatte. Sicherlich sind sie vorhanden. Im insgesamt für die High-Fantasy typisch-mittelalterlichen Setting, das sich stark auf das Leben einer kleinen Gruppe von Kriegern in den Bergen konzentriert, sind sie aber weit weniger vordergründig als erwartet. Vielmehr waren sie Ausdruck von Frosts Innerem und verliehen dem ansonsten auch sehr actionreichen, kämpferischen Roman eine tiefgründig-nachdenkliche Seite, die überzeugen konnte.

Die Charaktere sind neben der schlüssigen, interessanten Handlung, die abgesehen von dem Kampf gegen Frosts Dämon und der – obligatorischen, aber romantischen – Liebesgeschichte vor allem aus der Suche nach den raubenden und mordenden Aufrührern besteht, das tragende Element des Romans. Gleich mehrere Figuren finden sich, auf deren Schultern ein schweres Schicksal lastet. Vor allen anderen ist da natürlich Frost, das Mädchen mit dem Wolf in sich, das gefährlich werden kann, kämpft wie ein wildes Tier und ohne Unterschied zwischen Freund und Feind, wenn sie die Kontrolle verliert. Nach langer Einsamkeit ist sie zurückhaltend und sucht ihre Rettung in der Flucht vor anderen Menschen. Die Ich-Erzählerin macht – fast – einen sehr durchdachten, ausgereiften Eindruck. Fast, denn an einigen Stellen fehlte dem Charakter der letzte Schliff. Das Verhalten war in Anbetracht der geschilderten Erfahrungen des Mädchens in der Vergangenheit manchmal doch ein wenig zu rund, zu einfach, zu angepasst. Man hätte mit mehr Konflikten rechnen können, stattdessen formte sich der Charakter gelegentlich eine Spur zu schnell um und verbog sich dabei ein wenig.

Gleiches gilt auch für andere Charaktere wie Luca und Arian, beide ebenfalls ausgestattet mit wenig erträglichen Vergangenheiten. Spannende Charaktere, die manchmal doch eine Spur zu sehr überzeichnet waren oder sich zu sehr veränderten - nicht entwickelten, sondern regelrechte Sprünge machten.
Was ansonsten in den Charakteren steckt, hat allerdings das Zeug den Leser mitzureißen. Ausdrucksstarke Interaktionen, gefühlsintensive Momente und viele ruhige, tiefgründige Passagen überzeugen zwischen Kampfszenen. Behandelt werden Fragen nach Schuld, aber auch eine zarte Liebesgeschichte fehlt nicht. Das alles ist sehr gelungen und auch der Umgang und die Darstellung von Frosts Wolf stechen als hervorragend eingebrachte Elemente heraus.

Für Spannung sorgt vor allem der Aufbau des Romans, der Frosts Geschichte in der Gegenwart sowie in der Vergangenheit durch Rückblicke parallel erzählt. So wartet der Leser auf die Einzelheiten von Frosts Leben vor dem Zusammentreffen mit der Armee in den Bergen – was hat sie zu dem Menschen gemacht, der sie dort ist, woher kommen ihre Unsicherheit und ihr Fluchtinstinkt? Da überzeugt die Autorin durch den Wechsel, der immer genau den richtigen Punkt für die richtigen Informationen findet, die den Leser weiterbringen ohne zu viel zu verraten und die Spannung zu nehmen.

Auch der Schreibstil machte einen ausgereiften, im richtigen Maße anspruchsvollen Eindruck, kollidierte für mein Gefühl aber an einigen Stellen durch zu moderne Begriffe mit den doch eher mittelalterlich anmutenden Beschreibungen des Lebens und der Umgebung. Außerdem hatte der Roman noch einen weiteren kleinen Wermutstropfen: Wiederholungen. Bei aller Einfühlsamkeit der Erzählung, bei aller Tiefgründigkeit der Charaktere, das ein oder andere Mal wiederholen sich Gedankengänge zu oft.

Fazit: Im Großen und Ganzen konnte mich „Frostblüte“ begeistern. Meistens. Leider schlichen sich Kleinigkeiten ein, kleine Unstimmigkeiten bei den Charakteren und der Sprache, die erst in ihrer Summe meine Euphorie immer wieder ein wenig dämpften. Daher kann ich „nur“ wirklich gute 4 Sterne vergeben – auch wenn über lange Abschnitte mehr drin gewesen wäre, ist das immer noch eine klare Leseempfehlung.


Es wird keine Helden geben
Es wird keine Helden geben
von Anna Seidl
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hat mich nicht immer berührt..., 18. Januar 2014
„Es wird keine Helden geben“ von Anna Seidl ist ein Jugendbuch, das sich mit der Trauerbewältigung nach einem denkbar schockierenden Ereignis auseinandersetzt: Einem Amoklauf.

Darum geht es: Miriam ist 15, als an einem normalen Schultag plötzlich die Hölle losbricht. Der Amoklauf eines Mitschülers verändert von einem Moment zum nächsten ihr Leben. Sie versteckt sich und überlebt, doch Tobi, ihre erste große Liebe, hat weniger Glück. Miriams unbeschwertes Leben endet und sie muss sich mit der Trauer, aber auch mit der Frage nach der Schuld auseinandersetzen, denn sie kannte den Amokläufer…

Ich bin wirklich zwiegespalten bei „Es wird keine Helden geben“. Es ist ein Buch über ein wirklich schockierendes Thema, es behandelt ein schwieriges Schicksal. Trauer, Leid und Schuld, viele zerstörte Leben, eine unfassbare Tragödie, die weltweit leider schon zu oft Realität wurde. Manchmal habe ich das Gefühl, dass es schwieriger ist, sich selbst zu erlauben, auch einem Buch mit einer solchen Thematik kritisch gegenüber zu stehen. Viele loben dieses Buch und auch mich hat es gelegentlich berührt – trotzdem wäre es nicht fair den vielen anderen Bücher gegenüber, wenn ich hier über Kritikpunkte hinweg sehen würde, die ich ohne diesen alles überschattenden Schwerpunkt „Amoklauf“ anbringen würde.

Miriam, die Ich-Erzählerin, konnte ich oft verstehen. Ihren Trotz, ihren Schmerz, ihre Leere, ihre Wut, ihre Schuld – das alles sind Abschnitte eines Trauerprozesses, den ich nach einem solchen Schicksalsschlag nachvollziehen kann. Ich habe mich gut in sie hineinversetzen können, selbst dann, wenn es schwer war, wenn sie ungerecht, unausstehlich und vorwurfsvoll war – das alles passt meiner Meinung nach in das Bild der Traumatisierten. Die Entwicklung durch diese Phasen habe ich teilweise allerdings leider vermisst. Vielleicht liegt es auch daran, dass das Buch mit 250 Seiten alles andere als umfangreich ist, doch mir war es häufig zu sprunghaft. Nicht, dass ich der Protagonistin nicht jede Sprunghaftigkeit zugestehen würde. Der Autorin und der Erzählweise kann ich dies nur nicht zugestehen. Ich möchte als Leser das Gefühl haben, Miriam bei ihrem Prozess begleitet zu haben.

Doch dann waren Miriams Gefühle plötzlich wieder fort oder ganz anders und das hat mich als Leserin regelrecht aus der Figur heraus katapultiert, da ich den Eindruck hatte, eine Entwicklung zu verpassen. Vieles schien mir doch zu oberflächlich, ich möchte fast sagen, auch recht plakativ. Das Einfühlsame, das Leise, Nachdenkliche hat mir gefehlt. Miriams Familie zum Beispiel schien deutlich fürsorglicher, als sie sie in ihrem Trotz beschrieb – trotzdem ließ sie eine 15-Jährige in den grenzwertigsten Momenten vollkommen allein, erlaubte ihr nicht nur die Trauer, was ich verstanden hätte, sondern auch einen Hang zur Selbstzerstörung, wo ich mir schon früher eine Intervention gewünscht hätte.

Ein großes Thema ist auch die Beziehung zwischen Miriam und ihrer Mutter – eigentlich die einzige, die näher beleuchtet wird, dabei hätte ich mir das bei einigen anderen auch gewünscht. Aber tiefgehend war auch das leider nicht. Ich bin auch keine moralische Instanz oder lebe hinter dem Mond – Jugendliche trinken gelegentlich Alkohol, obwohl sie keinen dürfen. Aber wenn die Aufarbeitung einer schwierigen Beziehung aus zwei Flaschen Wein und Frauenfilmen besteht, finde ich das nicht nur ein wenig bedenklich, es bleibt mir auch zu sehr an der Oberfläche. Andere Beziehungen erfahren überhaupt keine weitere Entwicklung. Stattdessen tauchte am Ende noch eine Figur auf, deren Rolle mir zu offensichtlich war, die mir zu glatt und „nett“ war. Gerade mit dem Schluss habe ich daher große Schwierigkeiten.

Genug der Kritik, „Es wird keine Helden geben“ lässt sich an vielen Stellen auch gut lesen, es berührte mich auch, wenn ich mich nicht gerade zu sehr über einige Entwicklungen gewundert habe. Gut gelungen fand ich auch die psychotherapeutische Begleitung – als die dann vorhanden war. Eine Hilfe zur akuten Traumabewältigung habe ich am Anfang vermisst.
Auch sprachlich konnte der Roman überzeugen, vor allem, wenn man berücksichtigt, dass die Autorin dieses Buch selbst in sehr jungen Jahren geschrieben hat. Dafür scheint mir das Buch sehr realistisch und es lässt vielleicht über den einen oder anderen Sprung in der Handlung hinwegsehen. Die eingebauten Rückblicke bildeten den Kontrast zwischen Miriams altem Leben und ihrem neuen gut ab – eine interessante Lösung.

Fazit: Ein gutes Jugendbuch zum Thema Amoklauf, das aber aufgrund einer gewissen Sprunghaftigkeit der Hauptfigur nicht immer berühren konnte. Manchmal zu oberflächlich, am Ende ein wenig zu offensichtlich. Nicht schlecht, aber auch nicht überwältigend. Ich vergebe gute 3 Sterne.


Die gestohlene Zeit: Roman
Die gestohlene Zeit: Roman
von Heike Eva Schmidt
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Steife Charaktere in einer vorhersehbaren Handlung, 16. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Die gestohlene Zeit: Roman (Taschenbuch)
„Die gestohlene Zeit“ ist nach dem Jugendthriller „Schlehenherz“ und der Zeitreise-Fantasy „Purpurmond“ mein dritter Roman der deutschen Autorin Heike Eva Schmidt. Leider konnte mich dieser Roman aus dem Bereich zeitgenössische Fantasy, erneut kombiniert mit Zeitreise-Elementen, nicht immer überzeugen.

Inhaltlich geht es um Emma, die sich 1987 als Studentin mit einer Schulklasse auf Bergwanderung befindet. Sie findet abseits des Weges einen geheimnisvollen Ring, der ihr jedoch von zwei Schülern gewaltsam entrissen wird. Sie lassen Emma zurück, die kurz darauf in die Fänge der Zwerge gerät, die unter dem Berg in einer geheimen Parallelwelt leben und dort von ihrem König Laurin regiert werden, dem Besitzer des magischen Rings. Zusammen mit dem einzigen anderen Menschen in der Zwergenwelt, einem jungen Mann namens Jonathan, gelingt Emma die Flucht. Zurück in der Zivilisation muss Emma aber feststellen, dass während ihres kurzen Aufenthalts in Laurins Reich in der Menschenwelt Jahrzehnte vergangen sind – für Jonathan sogar noch deutlich mehr. Zudem hat der König der Zwerge die Fliehenden mit einem Fluch belegt, den sie nur brechen können, wenn sie ihm den Ring zurückbringen…

Neben der bezaubernden Gestaltung der Klappenbroschur, überzeugte mich der angekündigte Inhalt zunächst sehr. Im Gegensatz zu den meisten anderen Zeitreiseromanen ist hier unsere Gegenwart das Ziel der Reise und Emma entdeckt die Unterschiede zu den späten 80er-Jahren, wie sie die Welt vor ihrem Verschwinden in das Zwergenreich noch kannte. In der Umsetzung waren die irritierenden Berührungspunkte für Emma dann aber recht vorhersehbar. Das Internet, Handys, die Technik im Allgemeinen. Nichts davon entwickelte sich wirklich spannend. Obwohl noch deutlich weiter von der heutigen Zeit entfernt aufgewachsen verhält es sich bei Emmas Begleiter Jonathan nicht wirklich anders.

Teilweise strapazierten die beiden Figuren sogar erheblich meine Nerven, denn ich vermisste die Lernfähigkeit. Einmal unangenehm durch eine überraschte Reaktion auf für andere Menschen Alltägliches aufgefallen, sollte man meinen, dass sie verstanden hätten, dass sich in der Welt während ihrer Abwesenheit einige Veränderungen vollzogen haben, und sie somit beim nächsten Mal dezenter reagieren würden – aber es blieb eher ein leicht klischeehaftes Übertreiben. Der Humor hinter dieser Begegnung mit dem Unbekannten, eine durchaus vorhandene Situationskomik, konnte dadurch oft nicht zünden.

Leider fehlte mir zudem besonders zur Ich-Erzählerin Emma der Zugang. Sie war ein eher glatter Charakter, der sich selten seinen Emotionen hingab und stattdessen so häufig abgeklärt die perfekte Lösung präsentierte, dass es auf mich nicht glaubwürdig wirkte. Immer so, wie es die Geschichte „zufällig“ gerade brauchte, aber oft eher unnatürlich und ein wenig hölzern. Dadurch war alles ein wenig vorhersehbar, zwar manchmal spannend, dann aber stellenweise auch wieder sehr zäh. Davon, dass ich dieses Buch nicht aus der Hand legen konnte, kann keine Rede sein – es war eher so, dass ich es eine ganze Zeit lang nicht mehr in die Hand nehmen wollte, weil es mich absolut nicht fesseln konnte.
Trotz vorhandener Liebesgeschichte hat es mich gefühlsmäßig fast vollständig kalt gelassen.

Vermutlich haben dazu auch der Schreibstil und der Aufbau der Geschichte beigetragen. Perspektivwechsel zwischen der Ich-Erzählerin Emma und anderen Figuren wie dem Zwergenkönig Laurin oder dem Ringbesitzer Udo konnten mich nicht überzeugen. Gerade diese Passagen waren oft sehr langatmig geschrieben und machten die Geschichte durch das Zusatzwissen des Lesers noch vorhersehbarer und langweiliger.
Sprachlich war zu merken, dass die Autorin durchaus versucht hat, den unterschiedlichen Wortschatz der jeweiligen Zeit zu berücksichtigen. Jedoch wirkte mir die Sprache bei Emma oft deutlich zu steif, die von Jonathan dagegen gelegentlich schon zu angepasst. Insgesamt fehlte der Geschichte für mein Gefühl die Natürlichkeit. Ein natürliches Verhalten der Figuren, auch in der Liebesgeschichte, die schnell, kitschig, aber wenig emotional verlief. Auch den Schreibstil im Allgemeinen fand ich oft zu holprig, die Handlungsführung zu vorhersehbar und die Spannungskurven durch die zu glatte, abgeklärte Ich-Erzählerin zu flach.

Fazit: Eine gute Grundidee scheitert an der Umsetzung, zumindest teilweise. „Die gestohlene Zeit“ ist vorhersehbar und hat leider keine Charaktere zu bieten, die mir im Gedächtnis bleiben werden. Mir fehlte die Natürlichkeit, die Figuren wirkten steif. Daher kann ich nur drei Sterne vergeben. Trotz interessanter Geschichte nur ein durchwachsenes Lesevergnügen.


In guten wie in toten Tagen
In guten wie in toten Tagen
von Gina Mayer
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Psychothriller für Jugendliche, 2. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: In guten wie in toten Tagen (Broschiert)
„In guten wie in toten Tagen“ von Gina Mayer ist ein deutscher Psychothriller für eine junge Zielgruppe.

Darum geht’s: Caras ältere Schwester Helena heiratet – ihren ehemaligen Lehrer Tom. Cara organisiert den Junggesellinnenabschied für Helena und ihre Freundinnen. Eine Woche vor der Hochzeit steigt die ausgelassene Feier mit viel Alkohol und sogar einigen Pillen. Am nächsten Morgen folgt für Cara die böse Überraschung. Die Polizei steht vor der Tür: Tom wurde ermordet und Helena ist die Hauptverdächtige. Die Erinnerungen an die letzte Nacht sind verschwommen, doch an Helenas Schuld glaubt Cara keine Sekunde. Auf eigene Faust versucht sie die Wahrheit herauszufinden…

Ein Blackout nach einer durchfeierten Nacht, ein Mord, eine Verdächtige ohne Erinnerungen – „In guten wie in toten Tagen“ bietet insgesamt ein durchaus passendes Szenario für einen spannenden Psychothriller. Die Protagonisten sind einerseits nicht mehr – wie bei Jugendbüchern ansonsten üblich – unter 18 Jahren, andererseits aber nur unwesentlich älter und auch der gesamte Aufbau und die Thematik erinnern eher an einen Thriller für Jugendliche. Der Thriller ist zwar durchaus spannend und verfügt über zumindest eine überraschende Wendung, so dass sicher auch erwachsene Leser (wie ich selbst) oder ganz im Allgemeinen Leser, die nicht zu sehr auf das Erwachsenen-Thriller-Segment festgelegt sind, gut unterhalten werden können, wenn sie denn eben berücksichtigen, dass sie es hier mit einem Buch an der Grenze zum Jugendbuch zu tun haben, aber insgesamt sind die Thriller-Elemente weniger stark ausgeprägt, als sie es sein könnten, und, obwohl auch ich meine Erwartungen eigentlich angepasst hatte, dominierte zwischenzeitlich eher der Eindruck von Coming-of-Age für Frauen.

Das lag vor allem daran, dass vorhandene Merkmale eines Psychothrillers vergleichsweise selten und eher im Hintergrund eingebaut wurden. Verschwommene Erinnerungen, darauf wartet man doch bei einer Blackout-Idee in einem Thriller. Eigentlich waren sie auch vorhanden, es waren aber Einschübe, die in ihrer Bedeutung sogar erst am Ende wirklich ersichtlich wurden, während des Lesens dagegen oft untergingen, weil sie zu schnell erzählt, zu undeutlich in die Handlung eingebunden waren und zu kurz in den Köpfen der Figuren verblieben. Das führte dazu, dass der „Thriller“ oft nicht zu finden war – dieser Genre-typische Nervenkitzel blieb zu Gunsten eines klassischen Ermittlungskrimis häufig aus, auch das Liebesleben der Hauptfigur schien oft vordergründiger. Wirklich vor lauter Spannung an das Buch gefesselt zu bleiben war daher schwierig. Die Handlung plätscherte gelegentlich eher dahin und eine eher brachial als subtil vorgehende Cara als Ermittlerin für die Unschuld ihrer älteren Schwester agierte häufig zu offensichtlich, um einen echten Spannungsbogen erzeugen zu können.

Das war eigentlich sehr schade, denn an sich hatten sowohl die Figurenkonstellation als auch die Grundidee einiges zu bieten. Cara, die zurückhaltende kleine Schwester; Helena, die angehimmelte, „perfekte“ ältere. Tom, ihr zukünftiger, der als gut aussehender Lehrer nicht nur Helena bereits zu Schulzeiten den Kopf verdreht hat. Vitali, Caras Arbeitskollege, der gerne mehr hätte als eine freundschaftliche Beziehung, und Helenas Freundinnen, die alle sehr unterschiedlich und jede auf ihre Art schwierig ist.
Auch Cara ist kein einfacher Charakter – um ehrlich zu sein, besonders gemocht habe ich sie oft nicht. Sie lebt im Schatten ihrer glorifizierten Schwester und will keinen Kratzer an deren Heiligenschein zulassen. Sie ist trotzig, oft noch sehr kindlich.

Im Laufe des Thrillers findet eine Entwicklung statt, bei der Hauptfigur und anderen, die mit einem überraschenden Ende für vorher entgangene Spannung entschädigen kann. Auch eine gute Sprache und viele interessante Nebenfiguren tragen dazu bei. Insgesamt hätte der Spannungsbogen für einen Psychothriller höher sein können oder sogar müssen – die Szenen waren da, verloren sich aber zu sehr hinter Caras dominanter Ermittlungsarbeit. Nur kurze Kapiteleinleitungen, wie kleine Verse, gaben Hinweise und hatten einen etwas deutlicheren Psychothriller-Charakter.

Fazit: Für einen Thriller aus der Grenze zum Jugendbuchbereich ist „In guten wie in toten Tagen“ von Gina Mayer gut gelungen, wenn auch nicht immer überzeugend. Das Spannungsniveau ist vergleichsweise niedrig, die Figuren sind dafür umso interessanter. Für wirkliche Fans von Psychothrillern, die den echten Nervenkitzel suchen, vielleicht ein wenig blass, ansonsten aber gute Unterhaltung. Ich vergebe knappe 4 Sterne.


Boy Nobody: Ich bin dein Freund. Ich bin dein Mörder.
Boy Nobody: Ich bin dein Freund. Ich bin dein Mörder.
von Allen Zadoff
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Eine Einleitung für den Killer, 28. Dezember 2013
„Boy Nobody“ mit dem Beititel „Ich bin dein Freund. Ich bin dein Mörder.“ ist ein Geheimagenten-Thriller für Jugendliche, mit dem der amerikanische Autor Allen Zadoff den Grundstein zu einer viel versprechenden Reihe legt.

Inhaltlich geht es um einen namenlosen Jungen, der im Alter von 12 Jahren von einer geheimen Organisation als Attentäter rekrutiert wurde. Mittlerweile ist er 16 und erschleicht sich unter falschen Identitäten das Vertrauen seiner Zielpersonen, bevor er zuschlägt. Ein eiskalter Mörder, so scheint es. Doch sein neuer Auftrag stellt seine Loyalität auf eine harte Probe. Es sind Gefühle im Spiel, die er bisher nicht kannte…

Die Idee an sich macht diesen Roman als Thriller schon sehr spannend. Gerade im Bereich der Jugendbücher sind die Rollen des Helden und des Bösen doch oft recht eindimensional, offensichtlich und scharf getrennt dargestellt – eine solche klare Definition gibt es hier nicht. Der Junge, vorerst ohne Namen, der Ich-Erzähler dieses Auftakts, ist kein guter Mensch. Ohne Frage ist er ein Mörder. Für wen er allerdings arbeitet, wer seine Auftraggeber sind, wie er zu dem wurde, der er heute ist – das alles wird erst im Laufe der Geschichte in zahlreichen Rückblicken immer weiter aufgedeckt, vieles aber doch nicht vollständig aufgeklärt. So bleibt es spannend, die Figur des Hauptprotagonisten und sein Umfeld bleiben facettenreich. Der Leser kann spekulieren, zwischen vielen Möglichkeiten auf der gesamten Bandbreite zwischen dem „Bösen“ und dem „Guten“ wählen.

Unser Nobody ist nicht unsympathisch, doch ein Charakter zum bedingungslosen Gern-Haben ist er auch nicht unbedingt. Sympathie allein ist hier aber auch nicht das Entscheidende, denn insgesamt wirkt der Charakter durch seine zwiespältige Grundstruktur einfach authentisch. Der Rolle als Attentäter wird seine kühle und berechnende Art gerecht, die zunehmende Emotionalität spiegelt den Anfang seiner Zweifel wider, die den Kern der Entwicklung des Protagonisten ausmacht. Das Abweichen von seinem „normalen“ Weg ist das Interessante an diesem Thriller, gleichzeitig allerdings auch eine der kleineren Schwächen.

Denn den Zweifel ausgerechnet durch die übliche 3-Sekunden-Blitz-Liebe unsterblichen Ausmaßes einzuleiten wirkt nicht besonders durchdacht. Ganz im Gegenteil: Es wirkt ein wenig platt. Leider läuft es aber genau auf dieses Klischee hinaus. Die große Liebe auf den ersten Blick – da hätte der Autor auch ein bisschen weniger dick auftragen können. Nichtsdestotrotz schafft er es, sich und seine Hauptfigur durch geschickte Wendungen selbst aus der Kitschfalle zu retten und dem Buch ein rundes, stimmiges Ende zu verpassen, bei dem die Spannung bis zur letzten Seite aufrecht erhalten wird.

Sprachlich ist „Boy Nobody“ eine perfekt an die Hauptfigur angepasste stilistische Umsetzung aus kurzen Sätzen, schnellen Beobachtungen und einem hohen Lesetempo. Das Buch kommt ohne große Ausschmückungen aus, vermittelt dadurch die Atmosphäre eines Agententhrillers mit kalkulierendem Attentäter umso besser.

Kleine Schwächen bleiben aber. So scheint das Alter des Protagonisten und sein Wissen wie auch seine geistige Verfassung in Anbetracht seiner Ausbildungszeit von maximal zwei Jahren (mit anschließenden zwei Jahren im Einsatz) oft ein wenig überzogen – hier wäre „mehr“ definitiv mehr gewesen. Ein paar Jahre zusätzlich hätten der Glaubwürdigkeit sehr geholfen.
Außerdem ist „Boy Nobody“ von Anfang an klar erkennbar auf Fortsetzungsbasis geschrieben. Man spürt es als Leser recht schnell: Dieser eine Band wird kaum zu großer Erkenntnis führen. Eine abgeschlossene und nicht wenig spannende Teilhandlung mildern diesen Eindruck zwar ab, aber dennoch fühlt sich der erste Band eine Spur zu sehr nach Einleitung an.

Fazit: „Boy Nobody“ von Allen Zadoff ist ein sprachlich überzeugend umgesetzter Jugendthriller, der mit einem – fast – authentischen Charakter und spannenden Wendungen aufwartet. Einen leichten Anflug von Kitsch kann der Autor gekonnt umgehen, den Eindruck einer Einleitung statt eines ersten Bandes nicht ganz. Man muss sich darauf verlassen, dass die Fortsetzungen die Aufklärungsarbeit übernehmen. 4 Sterne.


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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die perfekte Schutzfolie, 8. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe schon wirkliche Qualen mit Schutzfolien erlebt, auch für das S3 mini. Schlecht aufzutragen, bei genauem Hinsehen sichtbar und damit störend vor dem ansonsten so klaren Display, unangenehmes raues Gefühl am Finger bei der Bedienung des Touchscreens - einfach schreckliche Schutzfolien, die diesen Namen nicht verdient hatten.

Umso erleichterter war ich, als diese Bestellungen vor einigen Wochen bei mir eintraf. Aufgrund meiner Erfahrungen hatte ich ja extra ein Set mit mehreren Folien geordert, begründet mit der Sorge, dass ich erst 1-7 Folien zerstören würde, bevor ich eine anständig aufgelegt bekomme. Durch das System mit den zwei Trägerfolien auf Vorder- und Rückseite inklusive leicht verständlicher Beschriftung war die Anwendung allerdings kinderleicht - ein beiliegender kleiner Rakel half, die letzten Bläschen zu entfernen. Gleich die erste Folie saß und sitzt auch nach Wochen heute noch ohne einen einzigen Kratzer oder verschmutzte Ränder.

Die Folie ist auch tatsächlich wie versprochen absolut unsichtbar auf den Display. Außerdem ist sie einwandfrei glatt, stört nicht bei der Bedienung und verzögert auch die Touch-Funktion nicht. Genauso sollte eine Schutzfolie sein. Sie erfüllt ihren Zweck und beeinträchtig den Nutzer des Smartphones nicht im Geringsten. 5 Sterne


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Preis: EUR 8,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbare Hülle, 8. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe dieses Flipcase in dunkelrot mit Blumenprint innen jetzt seit einigen Wochen in Gebrauch und bin sehr zufrieden, gerade in Anbetracht des Preis-Leistung-Verhältnisses kann man hier überhaupt nichts aussetzen.

Die Samsung Galaxy S3 Mini sitzt stabil in der Form, die Aussparungen für die Bedienelemente passen genau. Die Verarbeitung ist einwandfrei, sowohl die des Plastikgehäuses, in das das Handy eingesetzt wird, als auch die der Nähte in Stoff und Leder. Auch die Aussparungen auf der Rückseite für Kamera und Lautsprecher sind sauber und wirken wertiger, als ich es für den günstigen Preis zunächst erwartet hatte. Zwar hatte ich im ersten Moment, nach dem Öffnen der Umverpackung, einen chemischen Geruch in der Nase, dieser verfliegt aber sehr schnell, die Hülle roch schon nach einem Tag nicht mehr.

Die Hülle lässt sich leicht öffnen und schließen und behindert die Bedienbarkeit nicht. Auch beim Telefonieren behindert sie nicht, beim längeren Halten, zum Beispiel zum Lesen, erweist sie sich des Weiteren als überaus praktisch, da sie mit Handy aufgeklappt gehalten werden kann wie ein Buch, was sehr angenehm und stabil in der Hand liegt.

Die Kartenfächer nutze ich nur gelegentlich, aber auch wenn sie gefüllt sind, lässt sich die Hülle noch gut verschließen. Diejenigen, die magnetempfindliche Karten mitführen möchte und daher skeptisch bei ähnlichen Hüllen sind, möchte ich übrigens darauf hinweisen, dass diese Hülle ohne Magnetverschluss auskommt - sie wird allein durch die Lasche geschlossen.

Mein Fazit also: Die Hülle ist sauber verarbeitet, schön, funktional und wirkt insgesamt deutlich wertiger, als der Preis von unter 10 Euro vermuten ließ. Ich bin zufrieden.


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