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Rezensionen verfasst von
Winfred Reuter

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Sketches on Sea
Sketches on Sea
Preis: EUR 14,99

37 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu strahlend, um schüchtern zu sein, 14. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Sketches on Sea (Audio CD)
Sophie Hunger Sketches on sea

Das erste der drei bisher von Sophie Hunger erschienenen Alben habe ich aus eher zufälligen Gründen als Letztes kennen gelernt. Es ist bekanntlich in Eigenproduktion bei ihr zu Hause in Zürich aufgenommen worden. Der produktionstechnische Unterschied zu Monday's Ghost und 1983 ist natürlich hörbar. Sophie Hunger hat anlässlich des im Frühling 2010 erschienenen 1983 selbst darauf hingewiesen, dass sie sich damals noch keine Gedanken darum gemacht hat, wo ein Mikrofon aufgestellt wurde. Von ihren Rockqualitäten zeugt hier nur das Anfangsfragment von The tourist (Vollversion auf Monday's Ghost). Dafür kommt man in den Genuss, Sophie Hunger gleich vier Mal auf Schwyzerdütsch hören zu können, der Sprache, von der sie sagt dass sie sie als einzige zu 100% beherrsche und in der sie beim Singen am besten die Wahrheit sagen könne. Noch gibt es nicht das Dream-Team Fleury/Prader/Hunger zu bestaunen, trotzdem nicht von ungefähr den Booklet-Hinweis: Meet my breathtaking, lovely companions!"
Bereits auf Sketches on sea ist alles (nicht nur im Kern) enthalten, was Sophie Hunger und ihre Musik auszeichnet:
- Ihre Stimme, die für jedes Stück den richtigen Ton findet: Klarheit verbreitet, wärmt, energisch wird, übersprudelt, sich zurück nimmt, die Kangfärbe ändert, nach dem nächsten Wort, der nächsten Silbe sucht, auf Nüchternheit besteht, Zärtlichkeit riskiert, sich verletztlich macht, indem sie Gefühle offenlegt.
- Ihre Kunst, Melodien zu schreiben, deren volle Schönheit sich bei mehrmaligen Hören erschließt, bei denen man erst beim dritten, vierten Mal anfängt mitzusingen und das nur passagenweise schafft; in denen die Stellen, an denen man anfangs denkt, "oh, jetzt wird's aber arg künstlerisch wertvoll" nicht als Spaßbremsen fungieren, sondern unentbehrlicher Bestandteil des Ganzen sind; Melodien, die sich ihren Weg bahnen und ins Ziel treffen, in Hirn, Bauch, Herz und Dich verändert zurücklassen.
- Ihre Fähigkeit, Texte zu schreiben, in denen es keine überflüssigen Worte gibt, die knapp und genau beschreiben, analysieren, wiedergeben; Mut haben, zu benennen, was sie von dem, den anderen trennt; die aussprechen, worin sie Gründe für Hoffnung sieht; die sich trauen, mit einer einzigen Zeile das Ganze zuvor Gesagte noch mal in Frage stellen, ins Gegenteil zu kehren ("we might be wrong", "Helsinki running for life" "but this ain't Nashville"), die bevor es zu klar und eindeutig wird einen Satz einstreuen, an dessen Mehrdeutigkeit, Schwerverständlichkeit ich mir die Zähne ausbeisse ("Züri").
- Dass sie Respekt für, Liebe zu musikalischen Vorbildern, Genres erst gar nicht zu kaschieren versucht, ohne dass man sich bei dem Gedanken ertappt, "ach, jetzt versucht sie sich an Jazz, Country, Blues, Folk...". Am Ende sind es immer unverwechselbar Sophie Hungers Songs. Vielleicht besonders anrührend, wie sie sich im einzigen Cover Walter Liethas "Dia Fahrende" anverwandelt.
- Gleichzeitig mit Überzeugung Weltbürgerin und Schweizerin zu sein, im Bewusstsein, dass die Identität eines Landes im Fluss ist und bleibt und sie selbst eines der Rädchen, die darauf Einfluss nehmen.
- Ihr Humor, ihre Fähigkeit über sich selbst zu lachen, wissend, dass sie nicht der Mittelpunkt der Welt ist. (Und diese Selbstironie nochmals als kluges Statement über ihre Position als Schweizer Weltbürgerin zu verpacken, "Before you say...)
-Ihre Freude über die Begabungen, mit denen sie gesegnet ist (ihr Glücksgefühl darüber, was die Musik mit ihr selber macht), die bewirkt, dass man beim Zuhören ihre Augen strahlen sieht.
Komisch, dass es tatsächlich Menschen gibt, die die verhinderte Schweizer Abfahrsseriensiegerin für schüchtern halten.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 2, 2013 10:49 AM CET


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