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Rezensionen verfasst von
T. Jannusch "rumble-bee" (Velbert)
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Mörderische Côte d'Azur: Der erste Fall für Kommissar Duval (KiWi)
Mörderische Côte d'Azur: Der erste Fall für Kommissar Duval (KiWi)
von Christine Cazon
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Frau Cazon, Sie haben sich verhoben, 15. Februar 2014
Nach der Leseprobe war ich schon skeptisch, bzw. nur mäßig interessiert. Ich hoffte darauf, dass das Buch als Ganzes noch etwas herausreißen könnte. Ich möchte der Autorin nun keineswegs zu nahe treten, und auch nichts unbegründet "verreißen". Tatsache bleibt aber, dass ich mich bei diesem Buch, so leid es mir tut, größtenteils einfach nur gelangweilt habe.

Mein erster Kritikpunkt: ich finde, die Personen werden durch die Bank ein wenig lieblos beschrieben. Jeder bekommt hübsch brav eine Macke angedichtet, und das war's dann. Und - natürlich! - hat der Kommissar ein privates Familienleben, das man nur als desaströs bezeichnen kann. Manchmal habe ich mir die Haare gerauft, etliche Sätze waren das reinste Klischee! Überhaupt hat mich insbesondere die Schilderung der Männer oft gestört, ja sogar verärgert. Es muss doch wohl mehr über französische Männer zu sagen geben, als dass sie anzügliche Witze über Frauen reißen, ständig "oh là là" sagen und hemmungslos flirten...?!

Der Fall an sich plätschert so dahin, und strotzt wieder nur so vor Klischees, die man allenthalben in Krimis schon gelesen hat. Der Vorgesetzte, der Druck macht. Der Bürgermeister, der wichtig tut. Die Akte, die "rein zufällig" verschwindet. Die Richterin, die verärgert ist. Gäääähn... Und der entscheidende Hinweis zur Lösung des Falles kommt nicht mal vom Kommissar, sondern von einer Journalistin. Eigentlich hat sie die wichtige Arbeit getan.

Über die Sprache habe ich mich auch oft gewundert. Aber das kann ja ein Problem der Übersetzung sein. Ich fand befremdlich, wie auf Teufel komm raus "französisiert" wurde. "Monsieur le commissaire", das geht ja noch. Aber "Commissaire Duval"? Und ständig diese französischen Begriffe in Kursivschrift, das sollte dem Ganzen wohl Flair verleihen. Flic, fric, oh là là, merde... wirkte alles sehr gewollt auf mich. Das hätte man "eindeutschen" können. Und dann auch noch diese ständigen Konjunktive! Im Französischen ist der Konjunktiv viel häufiger, ja, das stimmt. Aber im Deutschen wirkt das sperrig, vor allem, wenn gleich im nächsten Absatz Ausdrücke wie "sich verdünnisieren" oder "Dampf ablassen" vorkommen... nein, das hat alles nicht gepasst.

Halbwegs gefallen hat mir die Schilderung von Cannes, und dem ganzen Drumherum des Festivals. Das war fast schon interessanter als das Verbrechen! Ich habe ja einen Verdacht: die Autorin hat eigentlich "nur" ein Buch über ihre Heimatstadt verfassen wollen, und da ist dann mehr oder weniger zufällig ein Krimi draus geworden. Und auch noch einer mit einem - letztendlich - eher abgeschmackten Tatmotiv.

Nun gut - man kann dieses Buch wohl lesen, wenn man unbedingt möchte. Aber in der Liga wirklich guter Krimi-Autoren wird Frau Cazon, pardonnez-moi, noch länger nicht mitspielen.


EDGE
EDGE
Preis: EUR 9,57

5.0 von 5 Sternen Eigentlich nicht klassifizierbar - und gerade deswegen genial, 15. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: EDGE (Kindle Edition)
Bei Koji Suzuki ist es so, dass man ihn lieben oder - ich möchte nicht "hassen" sagen - mit völligem Unverständnis betrachten muss. Das war schon bei den "Ring"-Büchern so: schon diese Serie zeichnete sich durch sehr untergründigen, eher psychologischen Horror aus (der mit der reißerischen, amerikanischen Verfilmung nun wirklich nichts zu tun hat!). Koji Suzuki mag nicht sehr wissenschaftlich sein, und wild vor sich hin fabulieren. Aber: er schafft es, sich ganz in ein Thema hineinzuversetzen, und dem Leser eine Idee einzupflanzen. Es ist die sehr simple Frage "Was wäre, wenn ...?", die in Suzukis Büchern den Horror ausmacht.

Ein Buch wie "Edge" lässt sich beinahe unmöglich zusammenfassen oder nacherzählen. Denn sonst würde man dem Leser Entscheidendes vorwegnehmen. Ich möchte daher den Inhalt nur grob umreißen. Es beginnt mit einem Prolog voller rätselhafter Geschehnisse: mehrere Touristen verschwinden spurlos in der amerikanischen Wüste. Ein Weltraumteleskop verzeichnet das plötzliche und vollständige Erlöschen mehrerer Sterne. Und weltweit stürzen Supercomputer ab, die den Wert der Zahl "Pi" berechnen sollen...

Im Hauptteil haben wir es dann im Wesentlichen mit zwei Personen zu tun: der Journalistin Saeko, und dem Fernseh-Journalisten Hashiba. Beide geraten durch Zufall an die Erforschung derselben Geschichte: mysteriöse Fälle von spurlosem Verschwinden, sogenannte "missing persons". Saekos eigener Vater verschwand vor 18 Jahren spurlos, was der Geschichte besondere Würze verleiht.

Saeko und Hashiba verhalten sich eigentlich wie Detektive. Sie sammeln immer mehr Hinweise und Hintergründe. (Insofern ist "Edge" mit "Ring" vergleichbar.) Dabei "passiert" eigentlich über weite Strecken nichts, was man dem Buch sicher zum Vorwurf machen kann. Aber: wenn man sich auf diese sehr hintergründige Erzählweise einlässt, dann entfaltet sich die Handlung im eigenen Kopf, und lässt eisige Schauer den Rücken herabrieseln...

Man merkt durchaus, dass der Autor Jahre für die Recherche zu diesem Buch gebraucht hat: es werden alle möglichen wissenschaftlichen Themen angerissen. Geographie, Anthropologie, Frühgeschichte, das Aussterben der Dinosaurier, Entstehung der Arten, Zahlentheorie (scheinbar ein besonderes Steckenpferd des Autors!), theoretische Physik... und irgendwie scheint alles mit dem ursprünglichen Fall zu tun zu haben...

Ein klein wenig hat mich das Buch diesmal auch an alte Hitchcock-Filme erinnert. Denn die Dinge, die passieren, sind alle für sich genommen merkwürdig, aber kein Horror. Doch in der Gesamtschau beginnt man sich zu gruseln, was das Zeug hält...! Zuerst sind es Erdbeben. Dann Tiere, die sich merkwürdig verhalten, wie Möwen im Inland. Dann Lichterscheinungen. Und dann ... nein, das verrate ich nicht! Es steigert sich alles doch irgendwie, nur halt sehr, sehr langsam. Bis schließlich Saeko und Hashiba, beide getrennt voneinander, vor eine schreckliche Entscheidung gestellt werden.

Wer jetzt die Stirne runzelt, den kann ich verstehen! Das alles ist wirklich in keine einzige mir bekannte Schublade einzuordnen. Mich aber hat das Buch völlig fasziniert. Immer häppchenweise bekam ich wissenschaftliche Theorien serviert, und musste mir ganz grundsätzliche Fragen stellen. Was ist eigentlich Erkenntnis? Woher wissen wir, was wir wissen? Wie fest sind die Grundlagen unserer Wahrnehmung, ja, unseres Universums eigentlich? Und wie hätte ich mich in Saekos oder Hashibas Lage verhalten? Diese Fragen lassen mich einfach nicht los. Ich habe schon mit diversen Freunden diskutiert, und komme einfach zu keinem Ergebnis. Und genau das macht für mich ein gutes Buch aus: dass es Gedanken anstößt. Sicher ist "Edge" aus wissenschaftlicher Sicht anfechtbar. Aber einem Wissenschaftler würde ich es eh nicht empfehlen! Sehr wohl aber einem Leser, der Lust auf etwas völlig Neues hat, das ihn noch lange beschäftigt.


Die Toten im Schnee: Kriminalroman
Die Toten im Schnee: Kriminalroman
von Giuliano Pasini
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erster Auftritt für Roberto Serra, 9. Februar 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Der Autor ist Mitglied einer italienischen Online-Platform für Kriminalliteratur, und dies ist sein Erstlingswerk. Beides merkt man! Aber auf ausgesprochen positive Weise.

Giuliano Pasini hat einen sehr guten Riecher dafür, was Leser wollen, und was sie bei der Stange hält. Sein Kommissar, Roberto Serra, ist ihm wirklich gut gelungen: privat zwar ein wenig verknackst, wie derzeit viele Kommissare, aber nicht zu sehr. Er hat eine Vorliebe für italienische Liedermacher, und eine unglaubliche Musiksammlung. Des weiteren einen untrüglichen kriminalistischen Spürsinn, sowie eine - teilweise verhängnisvolle - übersinnliche Gabe. (Das fand ich persönlich sehr interessant!) Und - er kocht! Und zwar mit Leidenschaft, so dass dem Leser das Wasser im Munde zusammenläuft.

Das Gute an diesem Buch besteht aber aus mehr als der Summe seiner Teile, so dass ich mich nicht in Aufzählungen verlieren möchte. Für mich war einfach alles rund und hat gepasst. Die Handlung war nicht übertrieben reißerisch oder blutig - nur die Rückblicke, was bei dem Thema aber verständlich war. Denn das Motiv liegt weit in der Vergangenheit, im ausgehenden zweiten Weltkrieg verborgen. Als Leser hat man gleichzeitig eine überzeugende Geschichtslektion bekommen, was mir sehr gefallen hat (da nicht belehrend).

Der Spannungsbogen verläuft am Anfang eher gemächlich, wird zum Ende hin aber dann so rasant, dass es nahezu filmreif ist. Die letzten 50 Seiten habe ich wie unter Zwang verschlungen! Denn es hätte beinahe noch schiefgehen können. Zudem war nun wirklich unmöglich zu erraten, wer nun der Täter war. Die Überraschung ist dem Autor gelungen!

Das Buch hat seine besondere Würze für mich durch diverse Details erlangt, die ich als sehr "italientypisch" empfinde. Erstens, die ständigen verbalen Frotzeleien unter Kollegen, durchaus auch mit ranghöheren! Sogar am Telefon. Da wird niemand mit Samthandschuhen angefasst. Zweitens, in einem Land wie Italien ist es ähnlich wie in England: da wird ein Mensch noch sehr nach Region und Dialekt beurteilt. Wo sonst hat man das - da lebt ein Rettungssanitäter schon seit über 30 (!) Jahren im Appenin, und von ihm heißt es, "für einen Sizilianer ist er ja ganz OK"...!

Der einzige Punkt, der bei mir beinahe zu einem Abzug geführt hätte, ist ausgerechnet die Schilderung der Frau, also der Immer-mal-wieder-Geliebten von Roberto Serra. Sie gerät phasenweise ein wenig klischeehaft, und sehr intolerant bezüglich Serras Gabe, die ja eigentlich etwas Gutes ist. Sie will ihm partout einreden, er sei "krank", was aber völliger Unsinn ist. Das weiß jeder halbwegs gebildete Leser.

Insgesamt habe ich mich aber wirklich wunderbar unterhalten gefühlt, und das auch noch mit Anspruch - wegen der geschichtlichen Aspekte. Ich freue mich auf weitere Teile mit Roberto Serra!


The Silence of the Library (Cat in the Stacks Mystery)
The Silence of the Library (Cat in the Stacks Mystery)
Preis: EUR 5,89

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Pfiffig und liebenswert - als Krimi aber eher Durchschnitt, 8. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Idee hatte mir schon vorab wunderbar gefallen: ein Bibliothekar, der mit seiner Katze in diverse Kriminalfälle verwickelt wird. In England scheint die Serie auch schon bekannter zu sein, und so manchen Fan zu haben. Katzen-Krimis kennt man hierzulande zwar, aber keine ermittelnden Leseratten...

Das, was ich letztendlich bekommen habe, hat mich zwar gut unterhalten, ist aber dennoch von meinen Erwartungen abgewichen. Der Krimi-Anteil war für mein Empfinden relativ niedrig, oder stand für mich nicht im Vordergrund. Der Spannungslevel der Handlung war eher durchschnittlich. Aber: die Personen, ihre Macken, und das ganze Umfeld sind wirklich mit Herz beschrieben!

Charlie Harris ist Witwer, Bibliothekar und Katzenliebhaber. In diesem Band soll er eine Ausstellungsreihe in seiner Bibliothek begleiten und eröffnen, und zwar geht es um alte Kinderbuch-Serien. Das ganze Drumherum dieses Handlungsteils fand ich wunderbar! Charlie gräbt alte Bücher seiner verstorbenen Tante aus, liest darin, findet Kisten auf Dachböden, verhandelt mit einer Autorin.

Und das Beste: als Leser bekommt man sogar Ausschnitte aus einem (fiktiven!) Kinder-Detektivbuch der 50er Jahre zu lesen, so richtig schmalzig und übertrieben. TKKG ist nichts dagegen! Das war für mich sozusagen ein "Buch im Buch". Besonders liebenswert: auf ihrer Website hat die Autorin das vollständige Manuskript dieses fiktiven Buches zum Download bereitgestellt...

Die Personen waren durchweg wunderbar exzentrisch, und eigentlich sehr englisch, obwohl das Buch in Amerika spielt. Eine 100jährige, ehemalige Autorin von Kinderbüchern. Die Leiterin der Bibliothek mit ihren Finanzsorgen. Die Kommissarin indischer Abstammung. Einen verrückten Sammler von Erstausgaben. Eine alte Jungfer, die einen Newsletter über ihre damalige Lieblingsautorin herausgibt. Und so weiter!

Der Ermittlungsanteil verläuft sehr gemächlich. Es wurde nämlich ausgerechnet die Herausgeberin des Newsletters ermordet! Die Ermittlung wird teils durch die Kommissarin, teils durch Charlie Harris weiter verfolgt. Die Auflösung verläuft insgesamt eher erwartbar, und ohne Blut oder Gewalt. Allerdings fand ich es einen netten Einfall, dass Charlie die entscheidende Inspiration zur Lösung des Falles ausgerechnet durch das Lesen dieses alten Kinderbuches kam...

Ein klein wenig geärgert habe ich mich über den Untertitel, und die Werbung. Es ist nämlich nicht das, was ich unter "Katzen-Krimi" verstehe. Die Katze ist in diesem Buch nichts weiter als Dekoration, sie trägt weder zur Ermittlung noch zur Auflösung bei! Außerdem hat es mich nach ein bis zwei Kapiteln doch genervt, da sich alles wiederholt: Katze schnurrt, will gekrault werden - freut sich über Besuche - will Leckerlis - und so weiter. Immerhin stimmt die Schilderung mit dem überein, was ich über Katzen so weiß.

Insgesamt würde ich dieses Buch und diese Reihe Liebhabern von gemächlichen "Häkel-Krimis" englischer Machart empfehlen. Fans von echten Katzen-Krimis dagegen weniger.


The Peculiar Case of Lord Finsbury's Diamonds (Casebook of Barnaby Adair) (English Edition)
The Peculiar Case of Lord Finsbury's Diamonds (Casebook of Barnaby Adair) (English Edition)
Preis: EUR 4,31

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Merkwürdiges kleines Fundstück, 3. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vermutlich muss man bei diesem Kurz-Krimi Verschiedenes berücksichtigen. Es ist kein eigentlicher Krimi in Buchlänge; die Print-Ausgabe hätte in etwa 150 Seiten. Und die Autorin sagt, diese Geschichte spiele eigentlich zwischen zwei Fällen aus dem "Casebook of Barnaby Adair". Außerdem in der präviktorianischen Zeit... als es noch Kutschen, Gaslaternen und Abende am Kamin gab.

Es ist schon ein eigenartiges Büchlein gewesen...! Man kann es sicher auf eine gewisse Art genießen, dafür muss man aber sehr langmütig sein. Die Handlung ist schon fast klischeehaft englisch: ein mysteriöser Fremder, der auf dem Grundstück eines Lords erschlagen aufgefunden wird, diverse Liebeswirren, und eine berühmte Halskette, die mal hier, mal dort aufzutauchen scheint...

Die Handlung besteht fast ausschließlich aus dem Sammeln von Indizien, und von Verhören, die Barnaby Adair, der Berater, und Inspektor Stokes auf dem Landsitz von Lord Finsbury führen. Sehr geruhsam, gemächlich. Dennoch mit gutem Blick für die damaligen Verhältnisse.

Was das Rätsel um die Halskette angeht - jeder halbwegs begabte Krimi-Leser wird es, wie ich, im ersten Drittel des Buches erraten haben. Der Rest des Falles wird relativ unerwartet gelöst - das Mordmotiv, das der Leser die ganze Zeit suggeriert bekommt, war es am Ende natürlich nicht...! Ich weise da nur ganz dezent auf ein Chanson von Reinhard Mey hin...

Gut gefallen hat mir die Rolle der Frauen in diesem Buch. Denn die beiden Gattinnen von Stokes und Adair sind - indirekt - an der Lösung beteiligt. Sie kombinieren, lassen sich berichten - und geben so manchen entscheidenden Denkanstoß. Auch die Tochter des Lords ist erfreulich unabhängig und gewitzt.

Gleichzeitig liegt hier aber auch ein Kritikpunkt. Die Damen Stokes und Adair sind beide hochschwanger, und diese Schilderungen entbehren nicht einer gewissen unfreiwilligen Komik, da sie doch allzu klischeehaft sind. Und auch die Kuss-Szenen der Tochter des Lords mit Mr. Culver... auweia, das war doch sehr schwülstig! Und als Barnaby Adair schließlich Vater wird, da hat die Autorin in emotionaler Sicht wirklich ein wenig dick aufgetragen, finde ich. Das nimmt heute doch kein Leser mehr ernst! Nun ja. Vielleicht war das damals so.

Ich weiß nicht so recht, wem ich dieses Büchlein empfehlen soll. Kennen "muss" man es sicherlich nicht. Es sei denn, man hat Lust auf einen geruhsamen Ausflug ins präviktorianische England.


The Devotion Of Suspect X (English Edition)
The Devotion Of Suspect X (English Edition)
Preis: EUR 7,49

5.0 von 5 Sternen Hat eindeutig internationales Format - aber auf die japanische Art, 2. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Erwarten Sie einen Krimi, einen klassischen "Whodunit"? Wollen Sie blutrünstige Action, spektakuläre Szenen, atemberaubende Wendungen? Und vor allem: eindeutige Bösewichter und Gutmenschen? Dann rate ich Ihnen: Finger weg von diesem Buch! Es hat zwar seine Lobeshymnen und Höchstwertungen eindeutig verdient - aber eben auf die typisch japanische Art. Und die schert sich hier wieder einmal weniger darum, was "erwartet" wird - sondern vielmehr darum, was man alles aus einer altbekannten Form machen kann.

Mörder, Tathergang und Motiv stehen von Anfang an fest. Yasuko hat in einer Notsituation, gemeinsam mit ihrer Tochter Misato, ihren Exmann ermordet. Der schon seit langem heimlich in sie verliebte Nachbar Ishigami findet dies heraus und bietet ihr an, ihr zu helfen. Insofern: alles erwartbar und verstehbar. Doch genau ab diesem Punkt verlässt das Buch ausgetretene Pfade und wird völlig unvorhersehbar. Man muss wirklich jede Seite, jedes Kapitel mit höchster Aufmerksamkeit lesen, weil sich die Sache zu einem Duell zwischen zwei kriminalistisch hochbegabten Gehirnen entwickelt: eben jenem verliebten Nachbarn, und dem Physiker Yukawa, einem alten Kollegen - der zu allem Unglück auch noch mit dem ermittelnden Polizisten befreundet ist...

Das Lesen erfordert schon allein deshalb höchste Konzentration, weil es eben keine (!) spektakuläre Action gibt. Menschen begegnen sich, unterhalten sich, spekulieren, rechtfertigen sich, werden verhört. Beinahe jeder Satz ist wichtig, weil sich für den Leser in den Gesprächen nach und nach herausstellt, wie es gewesen sein könnte - und ob Yasuko nun gefasst wird, oder nicht. Eines kann ich aber garantieren: das Ende wird jeden überraschen. Ich war beinahe sprachlos. Sehr genial gemacht, wenngleich auch ein wenig tragisch endend.

Die Sprache ist recht schnörkellos und klar, das trägt natürlich zur guten Lesbarkeit bei. Nachdenken muss man hier schon genug! Wundervoll getroffen sind auch die verschiedenen Charaktere: der Physiker Yukawa, der gerne einmal um die Ecke denkt (und schließlich als Einziger der Lösung nahekommt), Ishigami, der tatsächlich nur für die Mathematik und die Logik zu leben scheint, und der Polizist Kusanagi, der nichts anderes kann als dem bekannten Prozedere der Ermittlungsarbeit zu folgen - und der eben deshalb lange erfolglos bleibt...

Ein gewisses Händchen oder Faible für Japan sollte man schon haben, denn das Buch verzichtet weitestgehend darauf, sich einem "westlichen" Geschmack anpassen zu wollen. Dafür glänzt es mit hintergründiger Spannung, großartigen Charakteren, und einem wirklich stimmungsvoll geschilderten Tokyo. Sehr zu empfehlen für alle, die das Besondere lieben!


The Curious Incident of the Dog in the Night-Time (Vintage Contemporaries)
The Curious Incident of the Dog in the Night-Time (Vintage Contemporaries)
von Mark Haddon
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 23,72

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berührende Einblicke in eine Welt, die gar nicht so verrückt ist..., 2. Februar 2014
Eines vorweg: dieses Buch ist kein (!) Krimi. Auch wenn es so anfängt. Der Held ist ein 15jähriger Junge, völlig verstört vom plötzlichen Tod des Nachbarhundes. Der Pudel Wellington wurde mit einer Mistgabel auf dem Rasen aufgespießt. Da Christopher Boone Tiere liebt, macht er sich daran, diesen ominösen Fall aufzuklären. Und ahnt dabei nicht, dass der Tod Wellingtons sehr viel mehr mit seiner eigenen Geschichte zu tun hat, als er dachte...

Denken Sie immer noch, dies wäre ein Krimi? Mitnichten! Denn Sie wissen noch nicht, wer unser Held eigentlich ist. Er ist beileibe kein gewöhnlicher Erzähler. Christopher Boone ist Autist - das bedeutet, dass er die Welt völlig wörtlich nimmt. Menschliche Emotionen, Zwischentöne, Metaphern, Gesichtsausdrücke, versteckte Absichten - all das ist ihm fremd. Dieses Buch schreibt er auch nicht, weil er Autor werden will. Vielmehr rät ihm seine Förderlehrerin an der Sonderschule, Siobhan, das Buch zu verfassen, weil es eine gute Übung für ihn sei. Und weil er so den Tod des Hundes verarbeiten könne.

Dementsprechend gerät der "Fall" auch bald in den Hintergrund. Christopher Boone nimmt uns Leser mit in seine ganz eigene Welt, und die ist auf den zweiten Blick sehr viel weniger verrückt, als man denken könnte. Sicher, er hat teils schwerwiegende Verhaltensauffälligkeiten (die u. a. der Grund dafür waren, warum sich seine Eltern getrennt haben). Aber wenn man sich auf dieses Buch einlässt, wird einem klar, dass auch eine sehr "andere" Sicht der Welt ihre Berechtigung hat.

Mich hat dieses Buch wirklich sehr berührt, weil ich begann, über vieles nachzudenken. Warum glauben die Menschen an Mythen? Warum sagt man oft nicht direkt, was man eigentlich meint? Warum beruht ein Großteil unserer Alltagskultur auf Illusionen? Was soll Werbung? Was ist eigentlich Fortschritt? Und so weiter. Christopher hat zu all diesen Themen seine ganz eigenen Ansichten. Ich kam gar nicht mehr hinterher mit dem Unterstreichen von bedeutungsvollen Sätzen und markigen Zitaten. Es war teils sehr entlarvend, dieses Buch zu lesen!

Der bekannte Autor Nick Hornby, der selber einen autistischen Sohn hat, hat dieses Buch auch gelesen, und hat dem Autor Mark Haddon bescheinigt, er habe sehr gut recherchiert, und habe eine glaubwürdige Darstellung der Vorstellungswelt eines Autisten verfasst. Das ist für mich ein weiteres Gütesiegel...!

Und obwohl es kein Krimi im eigentlichen Sinne ist, hat das Buch eine Spannungskurve. Christopher findet - ungewollt - etwas über seine Vergangenheit heraus, und muss sich entscheiden, wie er damit weiterleben möchte. Eine unglaublich mutige Tat für einen Autisten, der noch nie etwas alleine entschieden hat! Das Ende finde ich grandios.

Mehr möchte ich über das Buch nicht sagen. Es ist wert, von möglichst vielen Menschen gelesen zu werden - die bereit sind, sich auf etwas völlig Neues einzulassen. Und die nicht nur Unterhaltung suchen.


Siebenschön: Thriller (dtv Unterhaltung)
Siebenschön: Thriller (dtv Unterhaltung)
von Judith Winter
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für meinen Geschmack (noch) zu viel verschenktes Potenzial, 31. Januar 2014
Damit keine Missverständnisse aufkommen: meine drei Sterne sind nicht als "Aburteilung" gemeint, sondern als Hinweis, dass da meiner Meinung nach "noch mehr geht". Ich habe das Buch zwar recht flott "heruntergelesen", und es als reinen Thriller als durchaus befriedigend empfunden. Dennoch hat es Schönheitsfehler.

Zunächst einmal ist das Buch ein recht konventioneller Thriller. Wie es so Mode ist, gibt es einen Prolog, in dem ein Opfer gerade stirbt, und sich fragt, warum. Daraufhin geht erst die Haupthandlung um die beiden Ermittlerinnen los. Diese Handlung hat einen recht guten Spannungsbogen, der sich stetig steigert, und in einem nahezu filmreifen Finale endet.

Warum bzw. wofür dann meine Kritik? Das Buch wird ja u.a. damit beworben, dass es einen Konflikt zwischen den beiden Ermittlerinnen gibt, die sehr unterschiedlich sind. Emilia Capelli, genannt Em, ehrgeizige deutsche Jung-Ermittlerin mit italienischen Wurzeln, und Mai Zhou, Halbchinesin, die sogar in Quantico studiert hat. Doch diese Konstellation ist für mich viel zu sehr im Hintergrund geblieben. Sie ist nicht viel mehr als ein "Aufhänger" für das Buch. Ganz klar im Vordergrund steht der Fall, und die reine Ermittlungsarbeit.

Für mich hat es fast keinen Konflikt gegeben - die bei weitem meiste Erzählzeit wurde auf das Ermitteln verwendet, und das fand ich schade! Jeweils nur eine jämmerliche Szene, in dem die jeweilige Ermittlerin mit ihrem privaten Umfeld vorgestellt wird. Und gefühlte zwei Szenen, in denen sich die beiden tatsächlich angiften. Das ist mir zu wenig! Und es werden so viele interessante Erzählansätze einfach fallen gelassen! Mai Zhou ist - peinlicherweise - gerade auf dem Damenklo, als sich genau dort Em mit ihrem Ex streitet. Und was passiert? Nie wieder ist davon im Buch die Rede! Oder Tom Ahrens, Ems Lieblingskollege und Kumpel, der eigentlich Mais Posten hätte bekommen sollen. Er kommt im weiteren Verlauf des Buches einfach nicht mehr vor! Enttäuschend! Und so geht das eben weiter.

Ich vermute beinahe, dass da ein Lektor im Spiel war, der das Buch auf seine jetzige Länge heruntergekürzt hat. Aus irgendwelchen verkaufstechnischen Gründen. Ich persönlich hätte jedoch gerne 50 oder von mir aus auch 100 Seiten mehr in Kauf genommen, und dafür mehr Privates und tatsächliche Konflikte gelesen.

Ferner hat sich für mein Empfinden die Autorin unterschiedlich gründlich mit ihren beiden Hauptfiguren befasst (oder auch hier ist wieder gekürzt worden...) Ich finde Mai Zhou einfach viel gelungener als Emilia Capelli. Ich habe eine ebenfalls halbchinesische Kollegin, und die hat mir bestätigt, dass Mai Zhou gut getroffen ist, besonders in ihrer kulturellen Zwiespältigkeit. Emilia ist hingegen für mich das reinste Klischee von "karrieregeiler, privat blockierter, ehrgeiziger Ermittlerin". In sie konnte ich mich wesentlich schlechter hinein versetzen.

Mein letzter Kritikpunkt betrifft die Tatsache, dass es etliche Rechtschreib- und Grammatikfehler im Buch gibt. Mich persönlich stört so etwas immens! Das hätte einfach nicht sein dürfen. So hat Mai Zhou beispielsweise von ihrem chinesischen Vater 36 berühmte Weisheiten mit auf den Weg bekommen. Im ganzen (!) Buch werden sie falsch geschrieben - es heißt "Stratageme" mit "a" und nicht "Strategeme"!! Um nur ein Beispiel zu nennen. (Ganz nebenbei bemerkt: die chinesischen Zitate zu Beginn der Kapitel waren mir auch ein wenig willkürlich gewählt, sie hatten nicht viel mit dem Buch zu tun, waren teilweise auch sinnentstellt. Wiederum mit Rückfrage bei meiner chinesischen Kollegin.)

Welches Fazit ziehe ich also? Sicherlich gibt es Thriller-Fans, die das Buch lieben werden. Dagegen ist auch weiter nichts zu sagen. Einem kritischen Leser wie mir wird aber auffallen, dass die Autorin eigentlich hinter ihren Möglichkeiten zurück bleibt.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 11, 2014 3:11 PM CET


Schnurr mir das Lied vom Tod: Kater Serrano ermittelt
Schnurr mir das Lied vom Tod: Kater Serrano ermittelt

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Da schnurrt auch das Leserherz vor Wohlbefinden, 31. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Große Hoffnungen hatte ich mir, ehrlich gesagt, bei diesem Buch nicht gemacht. Schon damals konnte ich diesen ganzen Hype um "Felidae" nicht verstehen, den seinerzeit so erfolgreichen Katzenkrimi, der eine ganze Welle auslöste. Irgendwie war es die Mischung aus Titel und Klappentext, die es mich dann doch versuchen ließ. Und ich wurde nicht enttäuscht!

Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass ich den Schreibstil einer Fred Vargas nicht unähnlich empfinde. Denn auch in diesem Krimi gibt es einen zeitweise ziemlich begriffsstutzigen Kommissar, der in alle möglichen Fettnäpfchen tritt - und den trotzdem alle mögen. Es gibt schräge Dialoge, und noch schrägere Szenen. Wie oft ich gelacht habe, kann ich schon gar nicht mehr zählen! Und doch hatte das Ganze Niveau und Spannung, sowie ein überraschendes Ende.

Besonders schön fand ich, dass es eben nicht nur die Katzen sind, die den Fall lösen. Insofern sind der Klappentext und der Untertitel natürlich gemogelt. Es ist vielmehr so, dass Kater Serrano die Hinweise seiner Katzenfreunde zusammenträgt, und dann versucht, Kommissar Liebermann (unseren tölpelhaften Fettnäpfchensucher und -finder) auf die richtige Fährte zu bringen. Es war herzallerliebst: man las immer eine Szene aus der Sicht der Katzen, dann wieder dieselbe Situation aus der Sicht der Menschen. Und jeder hat den jeweils anderen für verrückt gehalten... köstlich!

Sehr genossen habe ich auch die Eifersüchteleien unter den Katzen. Da geht es genauso um Beziehungsgerangel und Neurosenpflege wie bei uns Menschen! Nachfolger, Revierpräsidenten, Geliebte, und sogar übersinnlich begabte Katzen - wer hat sowas schon gehört? Ich nicht...!

Der Fall an sich hat alles, was ein guter Krimi braucht. Eine zunächst identitätslose Leiche. Verwirrende Spuren. Einen Tischler mit privaten Problemen, dessen Bruder verschwunden ist. Und auch noch einen Frauenmörder, der gleichzeitig die Gegend unsicher macht...

Die Autorin schafft das Kunststück, alle diese Stränge gleichmäßig im Auge zu behalten. Dem Leser wird wirklich keine Sekunde langweilig! Und sie lässt auch keinen Faden wieder fallen, wie es leider so oft geschieht. Alles wird am Ende schlüssig gelöst - aber auch so, dass ein wenig Überraschungseffekt bleibt.

Ich habe dieses Buch wirklich unglaublich genossen, sozusagen "weggeschnurrt". Ich werde ganz sicher auch die ersten zwei Bände dieser Reihe lesen - und Werbung für Kater Serrano & Co. machen! Dies ist nämlich kein Krimi, der nur der Werbewirksamkeit wegen von Katzen handelt. Die Autorin mag die Vierbeiner wirklich!


Suppen, die glücklich machen
Suppen, die glücklich machen
von Cornelia Schinharl
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Köstlich, handlich, exquisit, 19. Januar 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Cornelia Schinharl, wie sie leibt und lebt. Aus jeder Seite und jeder Zeile spricht hier die Liebe zum Kochen und zu den Suppen. Die bekannte und preisgekrönte Autorin macht mit diesem Werk ihrem Ruf wieder alle Ehre.

Wer hätte gedacht, dass Suppen so vielfältig sein können? Mich hat die schiere Phantasie begeistert und beflügelt. Hier werden Zutaten fantasievoll kombiniert, Geschmacksknopsen angeregt. Und das Ganze ist auch noch mit nützlichen Informationen verbunden!

Ich möchte einmal methodisch auflisten, was mich begeistert - aber auch kritisch gemacht hat. Denn so ganz uneingeschränkt ist meine Begeisterung für dieses Kochbuch nicht.

Sehr gut: die thematische Gliederung nach Jahreszeiten, verbunden mit Informationen, welche Zutaten welche Wirkungen auf den Organismus haben. Wundervolle Fotos runden den Genuss ab. Wichtige Extra-Informationen stehen genau bei demjenigen Rezept, wo sie gebraucht werden. Das Buch ist vom Format her griffig, und abwischbar. Sehr praktisch und handlich.

Auch gut: Eine reiche Fülle an möglichen Varianten, Sonderzutaten, und besonders nett: Würzmischungen, Beilagen, Brote, Toppings. Langweilig wird einem mit diesem Buch also so schnell nicht!

Passabel: die Mengen und Zeitangaben. Die einzelnen Schritte sind - meistens - zutreffend und leicht nachzumachen. Allerdings wird hierbei ein wenig außer Acht gelassen, dass die Meisten von uns weniger geübt sind als die Autorin. Die Zeitangaben halte ich teilweise für utopisch, weil zu niedrig. Und auch der Sättigungsfaktor (also die Menge) ist eher optimistisch angegeben. Wir sind vier Personen, aber meine drei Männer würde ich mit diesen Suppenmengen nicht satt bekommen.

Kritisch: wieder einmal werden manche Dinge (also Wissen) einfach vorausgesetzt. Es ist allerdings weniger stark ausgeprägt als in anderen Büchern dieser Reihe und dieser Autorin! Aber immerhin, vier- bis fünfmal bin ich schier verzweifelt, weil ich weder wusste, wie die betreffende Zutat aussieht, noch, wo ich sie bekomme. Was ist überhaupt "Pancetta"??

Ferner finde ich die vielen Informationen zwar gut, aber sie sind im Buch zu verstreut und zu unsystematisch. Ich hätte mir nicht nur ein Rezept-Register gewünscht, sondern auch einen reinen Informationsteil, in dem man gezielt nachschlagen kann.

Die Varianten und Extra-Beilagen sind zwar schön, und regen Hunger und Phantasie an. Die Kehrseite ist aber, dass dies einen zusätzlichen Zeitaufwand bedeutet, der nicht (!) angegeben ist. Und das alles "nur" für eine Suppe? Das muss wohl jeder selber wissen. Ich persönlich würde nicht für eine Suppe auch noch extra Brot backen...

Ich habe mich auch gefragt, wer bestimmt hat, zu welchem Rezept es Fotos gibt und zu welchen nicht. Teilweise konnte ich die Auswahl nicht nachvollziehen. Gemüsesuppe und Kürbissuppe sind ausführlich bebildert - aber ausgerechnet Borschtsch und Asia-Suppe nicht...? Hm!

Für mich persönlich kritisch war auch die Tatsache, dass im Herbst- und Winter-Teil die Rezepte in weißer Schrift auf dunklem Hintergrund gedruckt waren. Das war zwar stimmungsvoll und künstlerisch, strengte aber schon nach kurzer Lesezeit die Augen an.

Mein Fazit: immer noch ein schönes und tolles Buch. Aber man sollte es nicht unbedingt einem Anfänger in die Hand drücken. Eigenes Mitdenken ausdrücklich erwünscht!


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