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Rezensionen verfasst von
T. Jannusch "rumble-bee" (Velbert)
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Der Tote vom Zentralfriedhof: Ein Fall für Sarah Pauli 4 - Ein Wien-Krimi
Der Tote vom Zentralfriedhof: Ein Fall für Sarah Pauli 4 - Ein Wien-Krimi
von Beate Maxian
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der abergläubische Mörder, 17. August 2014
Ich fand das Konzept ja spannend: es sollte in diesem Krimi vordergründig um Aberglauben und Symbole gehen. Und um die Stadt Wien natürlich. In meinen Augen ist das Konzept nicht ganz aufgegangen.

Zuerst einmal: das Buch hat gottlob keinerlei Ähnlichkeit mit dem Stil von Dan Brown, den ich einfach nur furchtbar finde! Beate Maxian schreibt erfreulich ungekünstelt, und hat einen sehr weiblichen Stil. Es geht vordergründig um die Figuren, ihr Verhältnis zueinander, um Rangeleien im Alltag. Und eben um einen Kriminalfall.

Das Buch hat mich vor allem deshalb nicht ganz überzeugen können, weil für mich der Erzählfluss immer wieder gestört wurde. Sicher, es sollte um Aberglauben, um Mystik und Symbole gehen. Immerhin ist die Heldin Sarah Pauli Journalistin, und schreibt eine dementsprechende Kolumne! Aber die Art und Weise, wie viele Informationen in den Text eingearbeitet wurden, fand ich doch manchmal umständlich. Erzählende Passagen wechselten sich ab mit zähen, faktenreichen Erläuterungen. Das war mir oft zu gekünstelt, und vor allem zu lang.

Auch der Spannungsbogen des Buches war in meinen Augen nicht ganz rund. Zum Ende hin wird es zwar wirklich rasant, aber es wird doch arg gerafft, und so manches Detail habe ich auch nicht wirklich verstanden. Ein eiskalter Auftragskiller - und dem kann die Journalistin mal eben so durch einen Schlag auf den Kopf entkommen? Mit Pumps und Handtasche? Na ja... Das wird vermutlich vom einzelnen Leser abhängen, wie er das bewertet. Sehr merkwürdig auch, dass im ganzen Buch die Polizei nur am Rande vorkommt. Das war für mich gewöhnungsbedürftig...

Das Buch hatte aber auch gute Seiten, keine Frage! Wirklich nett fand ich die Figur der Sarah Pauli "an sich". Sie wird in ihrer Redaktion als die "Hexe vom Dienst" bezeichnet. Und sie hat auch noch eine schwarze Katze! Wirklich ein netter Einfall. Mich hat auch interessiert, wie es in einer Redaktion so zugeht, wer wann über was berichten darf.

Viele Figuren waren mit glaubwürdigen und augenzwinkernden Details erdacht worden. Sehr gut gefallen hat mir z.B. der abergläubische Mörder, der Rumäne. Einerseits eiskalter Killer, andererseits fürchtet er sich vor dem "bösen Blick"... Er war für mich die Würze des Buches. Gut gezeichnet auch der alte General, der immer noch seine Beziehungen hat.

Unerwartet waren für mich manche Einblicke in die österreichische Mentalität. Ganz offensichtlich trauert das Land noch seiner einstigen Bedeutung als k.u.k.-Monarchie hinterher. Und Deutsche werden als "Marmeladinger" bezeichnet... herrlich!

Ich beende die Lektüre letztlich mit einer mittleren Bewertung. Dass das Buch Teil einer Reihe ist, hat man erfreulicherweise nicht gemerkt, es ließ sich relativ flüssig lesen. Als Gesellschaftsporträt, als Story über Sarah Pauli - OK. Als Krimi - noch ausbaufähig.


Totenleuchten: Ein Lappland-Krimi (KiWi)
Totenleuchten: Ein Lappland-Krimi (KiWi)
von Klara Nordin
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sympathisch und rundum überzeugend, 17. August 2014
Was für ein Jammer, dass dieses Buch bislang nur als Taschenbuch erschienen ist! Für mich ist es als reiner Roman genauso gut wie als Krimi, und hat von daher auf jeden Fall ein Hardcover verdient.

Wir befinden uns in Jokkmokk in Nordschweden, knapp oberhalb des Polarkreises. Hier hat sich zuerst ein verdächtiger Todesfall ereignet, danach ein handfester Mord: ein 19jähriger wurde wie ein Rentier abgestochen. In der 2000-Seelen-Stadt tummeln sich diverse Menschen, die irgendwie mit der Aufklärung der Angelegenheit befasst sind. So zum Beispiel die junge Julla, eine Journalistin, die ihre alte Freundin Satu besucht und eine Reihe von Zeitungsartikeln über die Samen schreiben will. Ferner die frisch nach Lappland versetzte Kommissarin Linda Lundin, sowie ihre ortsansässigen Kollegen Bengt und Margareta, sowie diverse liebevoll erdachte Nebenfiguren.

In der Tat sind es vor allem die Charaktere und die atmosphärischen Beschreibungen, die mir dieses Buch haben ans Herz wachsen lassen. Der Krimi kam für mich erst an zweiter Stelle! Man merkt auf jeder Seite, dass die Autorin selbst in dieser Region lebt. Ihr Herz schlägt für Lappland, und das Volk der Samen. Man lernt als Leser unglaublich viel, und fühlt sich förmlich in diese Gegend versetzt. Die unglaubliche Kälte und der Schnee scheinen zwischen den Buchseiten hervorzuquellen. Man besucht Märkte und Feste, lernt landestypische Gesänge kennen, isst Rentier-Eintöpfe, und nimmt an Husky-Rennen teil. Wirklich großartig, und mit viel Herzblut beschrieben.

Zweitens waren es die Figuren, die ich so sympathisch fand. Die Ermittler sind keine Übermenschen, aber auch nicht mit Problemen überladen wie beispielsweise ein Wallander. Ganz normale Leute eben, die man so auch irgendwie kennt. Die Samen sind starrköpfig und direkt. Der Bürgermeister ist geradezu herrlich von sich selbst eingenommen. Julla und Satu sind so liebevoll gezeichnet, dass man mit ihnen am Feuer sitzen und Kaffee trinken möchte! Der absolute Knaller waren aber sicherlich die zwei alten Damen, die sich ständig streiten, und sozusagen als "running gag" im ganzen Buch auftauchen. Ich habe wirklich selten so gelacht!

Besonders gut hat mir diesmal auch gefallen, dass die Erzählperspektive ständig wechselt. Linda Lundin ist nicht (!) die Hauptfigur, wie man es aus einem klassischen Krimi erwarten würde. Immer mal wieder wechselt man von Margareta über Bengt und Linda zu Julla. Aber jede Perspektive wirkt absolut authentisch, und vermittelt dem Leser das Gefühl, dass in Lappland die Uhren eben ein wenig anders laufen. Geruhsamer. Hier kennt jeder jeden.

Der eigentliche Krimi hat bei mir keine Wünsche offen gelassen. Es gab von der Autorin sparsam dosierte Hinweise, man hatte eine echte Chance, mitzuraten. Dennoch wartet das Ende mit einem spannenden Showdown und einem Knalleffekt auf der letzten Seite auf, der mir wirklich den Atem geraubt hat... Man hat das Gefühl, an diesem Ort sind noch lange nicht alle losen Fäden aufgerollt worden. Von daher hege ich die feste Vermutung, dass es weitere Fälle aus Jokkmokk geben wird! Das wäre wirklich wunderbar. Selten habe ich einen Krimi als so erfrischend anders, und dennoch spannend empfunden. Ganz große Klasse.


Das Einstein-Mädchen: Roman
Das Einstein-Mädchen: Roman
von Philip Sington
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Ein eher unaufdringlicher Roman, 26. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Einstein-Mädchen: Roman (Taschenbuch)
Ich hätte dem Buch gerne volle 5 Sterne gegeben, aber das fällt mir schwer. Für die volle Punktzahl ist es mir letztlich ein wenig zu sprunghaft, und zu schwer einzuordnen. Auch ist zu viel Spekulation dabei. Insgesamt allerdings besticht es durch die ruhige Erzählweise, die schöne Sprache, und gründliche Recherche.

Ich war vor langer Zeit schon auf dieses Buch aufmerksam geworden, weil es allenthalben als Krimi oder Thriller in historischem Gewand beworben wird. Thriller oder Krimi ist es aber für mich überhaupt nicht. Der historische Anteil überwiegt doch bei weitem. Der Autor hat sich einfach einigen Spekulationen über das Privatleben von Albert Einstein hingegeben, die auf gewissen, belegten Fakten beruhen. So soll Einstein tatsächlich in erster Ehe eine Tochter gehabt haben, deren Schicksal jedoch bis heute unklar ist. Um diese gewagte Theorie herum hat der Autor einen ansprechenden, ruhigen und gut recherchierten Roman geschrieben, der den Leser in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts entführt.

Verwirrt hat mich zum einen auch, dass der Roman keine einheitliche Erzählperspektive hat. Das Buch beginnt mit Alma, der Verlobten des Psychiaters Martin Kirsch. Im späteren Verlauf wechselt es immer mal wieder zwischen Martin Kirsch und seiner Patientin Maria. Es gibt Bücher, bei denen wechselnde Perspektiven unbedingt zum Erfolgsrezept dazugehören. Hier jedoch war ich manchmal kurz davor, den Faden zu verlieren.

Sehr begeistert hat mich aber das authentische "Feeling", die Zeitgeschichte, die 30er Jahre in Berlin kurz vor der Machtergreifung Hitlers. Großartig recherchiert sind weiterhin die Hintergründe zur Psychiatrie, zu damaligen Behandlungsmethoden, und zur gängigen Meinung über die Relativitätstheorie. Manche Abschnitte habe ich sogar meinem Mann vorgelesen, so prägnant waren sie.

Der Schluss macht das Ganze ebenfalls für mich ein wenig "unrund". Das Buch ist kurz davor, als Agententhriller zu verunglücken. Das tragische Element um Martin Kirsch hätte für mich überhaupt nicht sein müssen. Und auch die Art und Weise, wie Marias Amnesie sich löste, kam ein wenig plötzlich.

Insgesamt habe ich die Lektüre allerdings doch genossen. Als leisen, gut erzählten Roman, der mit viel Hintegrund aufwartet. Dem jedoch die Anbiederung an diverse Genres nicht immer gut getan hat.


Vegetarisch mit Leidenschaft: Aus eigenem Garten
Vegetarisch mit Leidenschaft: Aus eigenem Garten
von Andi Schweiger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eher Kunstwerk statt Kochbuch, 18. Juli 2014
Tja, was erwartet man, wenn ein extrovertierter Sternekoch ein vegetarisches Kochbuch schreibt? Sicher keine Allerweltsmenüs für den Otto-Normal-Verbraucher, der im Supermarkt einkauft. Von daher habe ich mich doch zu 4 Sternen durchgerungen, auch wenn die Alltagstauglichkeit dieses Buches eher beschränkt ist. Für mich ist es eben eher ein Kunstwerk als ein Werkzeug, das man tatsächlich gebrauchen könnte.

Das fängt schon mit dem Format an. Ein wirkliches Gebrauchs-Kochbuch hat für mich handlich zu sein, es muss offen auf dem Tisch liegenbleiben können, und muss pflegeleicht sein. Dieses Buch ist eher groß und schwer, eher wie ein Kunst-Bildband aufgemacht. Hochwertig ja, aber sicher weniger gegen alltäglichen Gebrauch und Soßenflecken gefeit. Ich müsste mir erstmal überlegen, wie ich es aufstelle und abstütze, damit ich wirklich danach kochen könnte...!

Für den Titel "Kunstwerk" spricht auch eher die Gestaltung und das Layout mit den Fotografien. Die Logik hinter der Bebilderung hat sich mir nicht immer erschlossen. Schön sind die Fotos ja alle. Aber nicht alle (teils doppelseitigen!) Bilder passen zu Rezepten. Sie sind einfach nur "da", nur "schön". Dann wieder fehlen zu genau den Rezepten, die mich am meisten interessiert hätten, die Bilder. Und: ich brauche in einem Gebrauchs-Kochbuch eigentlich kein Bild von einem Teller, der spartanisch wie in der "Nouvelle Cuisine" aussieht. Eine minimale Soßenspur, und Gemüse, das darauf eher "arrangiert" aussieht als zum wirklichen Essen gedacht. Aber, wie gesagt, man muss halt wissen, als was man das Buch betrachten will.

Als Selbstzeugnis eines begeisterten Kochs ist es wirklich toll. Auf jeder Seite schimmert durch, dass Andi Schweiger für seinen Beruf lebt, und mit Leidenschaft nach neuen Ideen sucht. Es hat ja niemand behauptet, dass wir alle Sterneköche seien, und das genauso könnten...!

Der Sinn des Untertitels ist für mich auch nur so erklärbar: aus eigenem Garten. Im Laden hätte ich angesichts dieses Titels gedacht, es handelt sich um Gemüse, das jeder selber ziehen kann oder griffbereit hat. Aber mitnichten. Es soll wohl bedeuten, dass eben seine Schwiegereltern begeisterte und auch erfahrene Gärtner sind, die so einiges ausprobieren. Nur so erkläre ich mir, wie Herr Schweiger an manche Zutaten für seine Rezepte kommt. Von manchen habe ich entweder nie gehört, oder sie noch nie zum Kauf irgendwo gesehen.

Und erst die versteckten Kosten... Das sind ja nicht nur die Zutaten. Freundlicherweise erklärt Andi Schweiger manche Käsesorten und extravaganten Gemüse. Dahinter schwingt aber mit, dass man diese entweder nur im Feinkostladen oder Reformhaus bekommt. Oder sonstwo! Und erst die Weine und Liköre, die er manchmal benutzt! Hinzu kommt die Tatsache, dass er anscheinend Küchengeräte besitzt, die den meisten von uns fehlen. Eismaschine, Gemüse-Spirelli, Entkerner, Entsafter, Käsehobel... all das habe ich zum Beispiel nicht.

Dies alles soll mitnichten wie ein Verriss klingen. Vieles war auch sehr gut! Die Informationen zu den jahreszeitlichen Gemüsen beispielsweise. Wie man welches Gemüse besonders zur Geltung bringt. Und die Hintergründe zu Andi Schweigers Biographie. Das alles habe ich schon sehr genossen, und war auch von mancher Geschmackskomposition sehr angetan. Nur mit dem Nachkochen wird es sicher eher schwierig. Schon allein wegen des oft immensen Zeitaufwandes. Erbsen schälen! Rosenkohl einzeln blättern...! Insgesamt halte ich das Buch für ein Luxusprodukt, das man sicher einem erfahrenen Hobbykoch schenken kann. Für die eigene Küche eher weniger geeignet.


genießen wie es mir gefällt: Das Kochbuch mit dem Schlank-Joker
genießen wie es mir gefällt: Das Kochbuch mit dem Schlank-Joker
von Alexander Dölle
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3.0 von 5 Sternen Originell, aber ein wenig "verkopft" geraten, 18. Juli 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Kosmos-Kochbücher haben einfach das "gewisse Etwas". So auch dieses Buch! Rein vom ästhetischen Blickwinkel her ist es wieder sehr gelungen: wunderschöne Fotos, griffiges, abwischbares Format, Lesebändchen (!!), wichtige Erklärungen an den ríchtigen Stellen, sinnvolle Register, erfreulich große vegetarische Abteilung.

Aber vollkommen überzeugen konnte mich das Konzept leider nicht. Die Idee mit dem "Schlank-Joker" scheint zuerst nett, und es wird sich in dieser Hinsicht viel Mühe gegeben: es gibt zu fast allen Gerichten "schlanke" Alternativen, Zubereitungstipps, und sogar ein Kapitel mit leichten Menüs für Gäste. Aber: das Schlank-Joker-System empfinde ich als ungeheuer kompliziert. Man wird total an das Buch gebunden, und bekommt suggeriert, nur mit diesem Werk könne man das Schlank-Konzept umsetzen. Ich hätte es besser gefunden, wenn das Buch allgemein (!) mehr Tipps zur schlanken Ernährung gegeben hätte. So aber wird gesagt: wenn Sie gesündigt haben, blättern Sie auf Seite XY. Oder schlagen Sie auf Seite Z nach.

Es war schon viel Originelles dabei, das will ich nicht bestreiten. Schnelle Lunches fürs Büro, Schüttel-Müslis, selbstgemachte Brotaufstriche... Aber vor allem der Zeitaufwand scheint mir illusorisch kalkuliert. ja gut, es mag ja sein, dass ein Profi-Koch eine Zubereitungszeit von 20 bis 25 Minuten als kurz empfindet. Aber: das schon fürs Frühstück? Gerade morgens hat man doch oft wenig Zeit! Und es gibt noch zwei weitere Mahlzeiten am Tag! Überhaupt haben bei vielen Joker-Rezepten die Zeitangaben völlig gefehlt. Und auch die Portionsgrößen lassen mich zweifeln.

Mein Fazit lautet: ich werde sicher vieles ausprobieren, bezweifle aber doch stark, ob man mit diesem Buch tatsächlich abnehmen bzw. schlank bleiben kann.


Das Wunder von Treviso
Das Wunder von Treviso
von Susanne Falk
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Don Camillo lässt grüßen, 12. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Wunder von Treviso (Taschenbuch)
Dieses Buch hat mir durchweg gut gefallen. Es war eine leicht zu lesende, herrlich entspannende und humorvolle Lektüre über ein Dorf in Italien, das versucht, den ganz großen Coup zu landen. Das hat mich irgendwie auch an einen meiner Lieblingsfilme erinnert, "Lang lebe Ned Devine". Dort ist es ein irisches Dorf, das versucht, einen Lottogewinn zu erschleichen. Auch nicht ganz legal...!

Bis zur Hälfte des Buches hätte ich glatt 5 Sterne verliehen. Es gab so herrlich ironische Episoden, wundervolle Porträts von schrullig-liebenswerten Charakteren. Besonders der Bürgermeister und der Pfarrer Don Antonio haben mir sehr gut gefallen!

Doch in den Teilen 4 und 5 hat das Buch meiner Meinung nach ein wenig nachgelassen. Der feinsinnige Humor sank ab auf das Niveau eines bayrischen Schwanks; es geschah zu viel, und vor allem zu viel Unwahrscheinliches. Sicher soll bei einem Stück Unterhaltungsliteratur nicht alles 1:1 realitätsnah sein. Aber ich hätte doch ein anderes Ende erwartet. Es war für meinen Geschmack nicht stimmig mit der Atmosphäre der ersten Hälfte. Alles wirkte auf mich so, als sei die Autorin beim Schreiben ein wenig überdreht geworden.

Und die Liebesgeschichten... es gab derer nämlich zwei im Buch. Sie waren zwar nett, hatten aber mit dem Wunder nur sehr indirekt zu tun. Das bestätigt mich in meinem vorigen Verdacht: dann hätte man das "Wunder" lieber gleich ganz weggelassen, und einfach ein Porträt eines italienischen Dorfes geschrieben.

Außerdem waren die Anklänge an "Don Camillo" nun wirklich nicht zu überlesen! Pfarrer Don Antonio unterhält sich zwar nicht mit Gott, sondern mit seinem verstorbenen Mentor, auch einem ehemaligen Pfarrer. Das entbehrt nicht der Komik, aber am Ende wird's mir eben zu abgedreht, als auch andere Menschen den Geist sehen können.

Insgesamt ist das Buch liebevoll geschrieben, und lässt sich mit Genuss innerhalb kürzester Zeit verspeisen. Lange nachklingen wird es allerdings eher nicht.


Das vermisste Mädchen (Sauerland Krimi)
Das vermisste Mädchen (Sauerland Krimi)
von Bettina Lausen
  Broschiert
Preis: EUR 9,90

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Brisantes Thema in ungeschickter Darreichungsform, 11. Juli 2014
Ich habe lange überlegt, und möchte doch ehrlich zu meiner Meinung stehen. Es handelt sich hier um ein Erstlingswerk einer neuen Autorin, da ist mir schon klar, dass keine "Weltliteratur" verfasst werden sollte. Zudem hat sich die junge Bettina Lausen ein sehr brisantes Thema im Zusammenhang mit afrikanischen Migranten in Deutschland ausgesucht. Aber das Buch hat mich auf rein schriftstellerischer Ebene (!) leider nicht überzeugen können.

Der Krimi ist als Transportmittel für Zeit- und Gesellschaftskritik ja sehr in Mode gekommen. Das mag sich auch Bettina Lausen gedacht haben. Sie lebt und arbeitet selber im Sauerland, so war die Wahl des Schauplatzes logisch. Aber warum dann ein Krimi? Denn dieser ist erkennbar ein Anfängerwerk.

Die Ermittlerin, Helena Briest, ist Privatdetektivin, und macht gerade ihr erstes eigenes Büro auf. Hier treffen, meiner Meinung nach, mehrere Merkmale unglücklich aufeinander: Helena ist eigentlich für diesen Beruf ungeeignet. Sie ist viel zu nervös und planlos. Zweitens ist sie viel zu gutherzig, und nimmt nicht einmal Geld für ihren ersten Fall! Und nimmt auch während der ganzen Zeit keinen neuen Fall an! Ferner hat sie ihr Diplom nur in einem mehrmonatigen Fernlehrgang (!!) erworben, und ermittelt derart ungeschickt, dass es mir oft weh getan hat. Nein, bei aller Achtung vor einer neuen Autorin, das kann ich so nicht ernst nehmen. Zumal sich im Verlauf des Buches dann auch noch - so im Nebensatz - herausstellt, dass Papi auch einst Detektiv gewesen ist. Und Helena selber einst Entführungsopfer... nein, da kam zu viel zu unausgegoren zusammen.

Der zweite Punkt, der Plot. Eine Handlung gibt es wohl, aber es plätschert alles eher vor sich hin. Es stimmt zwar, dass es im Sauerland eine rechtsradikale Szene gibt. Aber die Ermittlungen in diesem Umfeld sind einfach stümperhaft. Es findet auch keine wirkliche Zusammenarbeit mit der Polizei statt, was man bei einem Entführungsfall doch vermuten sollte. Und was mich wirklich aufgeregt hat - am Ende "hat Helena plötzlich eine Eingebung", und wir Leser erfahren, dass sie einen wichtigen Hinweis schon längst durch Internetrecherche gefunden hatte. Da wäre eigentlich das ganze Buch überflüssig gewesen!

Drittens, die Sprache. Manche Satzkonstruktionen waren wirklich sperrig, wie zum Beispiel "die Annahme seiner Täterschaft". Nur als Beispiel! So ging das laufend. Vieles war auch sehr bemüht. "Seine Augen waren so voller Hass." Mal ehrlich, solche Sätze sollte man von rechts wegen verbieten! Und Helenas innere Monologe, das Entführungsopfer betreffend, haben mich nach einer Weile ehrlich gesagt genervt. "Tshala, wo bist du? Was hat er dir angetan?" Meine Güte, sie kennt das Mädel doch gar nicht!

Ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich mit meiner Kritik selbstverständlich nicht (!) die "Botschaft" der Autorin meine. Sicher haben afrikanische Migranten in Deutschland ganz spezielle Probleme, erst recht, wenn es um eingefahrene Traditionen geht, die hierzulande rechtswidrig sind. Und sicher wird es auch unter Elternpaaren aus fremden Kulturen Spannungen geben, wenn das Kind im Ausland erzogen werden soll. Aber dann soll man doch lieber ein Sachbuch schreiben, als einen solch verquast geratenen Krimi.


Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm
Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm
von Selja Ahava
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,00

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Form und Inhalt in perfekter Symbiose, 11. Juli 2014
In letzter Zeit scheint es Mode zu werden, Bücher über Demenz und Gedächtnisstörungen zu schreiben. Vielfach wählen Autoren einfach die biographische Form, und beschreiben den Werdegang eines Erkrankten. Die finnische Autorin Selja Ahava ist einen anderen Weg gegangen. Sie erzählt die erfundene Geschichte der ebenfalls erfundenen Figur Anna - aber auf eine solche Art und Weise, dass sich der Leser genauso fühlt wie die Protagonistin!

Anna stammt aus Finnland, hat aber auch in England gelebt. Zum Zeitpunkt der Rahmenhandlung ist Anna alt und lebt im Heim. Von hier ausgehend, werden Episoden aus ihrem Leben vor dem Leser ausgebreitet. Das funktioniert sehr sprunghaft, eben so, wie es auch Anna erlebt: wie eine Flickendecke. Dem Leser wird die Perspektive eines Menschen mit Gedächtnisstörungen geradezu aufgezwungen, und das fand ich ausgesprochen faszinierend! Selten habe ich es erlebt, dass Form und Inhalt in einem derart stimmigen Verhältnis standen, wie bei diesem Roman.

Man muss als Leser wirklich mitarbeiten, um Anna zu verstehen. Das Buch zerfällt zwar in fünf Abschnitte, aber die sind nicht chronologisch. Und auch innerhalb der Abschnitte hat man als Leser Entscheidungen zu treffen. Was hat Anna wirklich erlebt, was hat sie sich eingebildet? Was folgt auf welches Ereignis? Was kann logisch erklärt werden, was ist eher unwahrscheinlich? Will Anna sich durch manche Erzählung nur schützen, oder enthalten die eher sperrigen Episoden doch eine "poetische Wahrheit"? Das Buch stellt auf ungemein subtile Art viele Fragen über Gedächtnis und Emotionen, die noch lange nachklingen. Und die nicht einmal unmittelbar mit Anna zu tun haben!

Hinzu kommt noch die unglaublich stimmungsvolle Sprache. Ein großes Lob ergeht hier an den Übersetzer! Besonders in den Naturschilderungen schlägt sich dies nieder. Man versteht sofort, warum sich Anna im eher rauen Finnland immer viel wohler gefühlt hat als im Moloch London. Und man bekommt einen sehr warmherzigen Eindruck davon, wie und warum Anna geliebt hat. Wirklich wunderschön.

Ich bin sozusagen selber "vom Fach", da ich mit alten und verwirrten Menschen täglich zu tun habe. Ich habe das Buch also - auch - aus einer ganz bestimmten Perspektive gelesen. Ich muss sagen, dass ich für mich viele Impulse für meine Arbeit mitnehme! Dies ist für mich tatsächlich das erste Buch über Demenz, das mich zu 100 Prozent überzeugt. Und dabei ist es eine erfundene Geschichte! Für mich beweist das wieder einmal, dass die menschliche Imagination der sterilen Wissenschaft überlegen ist.

Habe ich überhaupt Kritik an diesem Buch zu vermelden? Eigentlich nein. Schade ist es höchstens, dass die titelgebende Episode im Buch nur kurz vorkommt. Aber andererseits zeigt das wiederum, wie unsortiert das menschliche Gedächtnis eben arbeitet. Nicht alles, was wirklich viel Raum im Leben einnahm, gelangt im gleichen Maße ins Langzeitgedächtnis!

Ich kann das Buch wirklich nur wärmstens empfehlen. Und zwar auch solchen Lesern, die bisher bei derlei Themen eher zurückhaltend waren. Allerdings muss man Aufmerksamkeit, Zeit, und den Willen zu "verstehendem Lesen" mitbringen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 8, 2015 12:36 PM CET


Letzte Ernte: Ein kulinarischer Krimi. Xavier Kieffers dritter Fall (KiWi)
Letzte Ernte: Ein kulinarischer Krimi. Xavier Kieffers dritter Fall (KiWi)
von Tom Hillenbrand
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Gericht ist mir diesmal ein wenig zu trocken geraten, 11. Juli 2014
Schwierig, diesen "kulinarischen Krimi" zu beurteilen! Denn einerseits ist es ja der dritte Teil einer Reihe, kann aber durchaus auch als "Stand-alone" gelesen werden.

Ich persönlich bin, ehrlich gesagt, ein klein wenig enttäuscht. Xavier Kieffer ist zwar erkennbar derselbe liebenswerte Kauz geblieben, und auch alle seine Mitstreiter kommen wieder vor - der trinkfeste Finne, der exzentrische Argentinier, die Freundin Valérie Gabin, die den "Guide Gabin" herausgibt... Aber: der eigentliche Fall ist mir diesmal zu sehr von der kulinarischen Szene entfernt, und das hat dem Spannungsbogen des Buches einfach nicht gut getan.

Die kulinarische und die kriminalistische Seite des Romans wollen diesmal nicht so recht zueinander finden. Das Kulinarische beschränkt sich darauf, dass Kieffer auf der Luxemburger Kirmes und in seinem Restaurant allerlei Spezialitäten zusammenbrutzelt. Originell war auch, dass er von seinem Freund, dem Argentinier, als Juror zu einer Kochshow ins Fernsehen eingeladen wird! Allerdings kommt das dann viel zu kurz. Hierüber hätte ich gerne mehr gelesen!

Der Fall aber hat mit dem Kochen gar nichts zu tun. Es geht in weiten Teilen um Börsenspekulationen, um Großhändler, um einen autistischen Wirtschaftsexperten, um Computer und Verschlüsselung... es wirkte auf mich einfach unglaubwürdig, dass sich Kieffer in diesen Fall gestürzt hat, als Außenseiter. Da er in weiten Teilen keine Ahnung hatte, wurde alle paar Kapitel ein neuer "Bekannter" hinzu erfunden, der ihm weiterhalf. Das wirkte ein wenig bemüht, und auch ermüdend zu lesen.

Der Autor hat dabei durchaus gut recherchiert, das will ich nicht bestreiten. Dennoch konnte ich der Logik der Handlung manchmal nicht recht folgen, einfach weil ich auf mehr "Kulinarisches" gewartet habe. Das ganze Informatik-Gehampel hat mich eher überfordert. Zudem fand ich, dass der Showdown ein wenig übertrieben war - da passierte zu viel, und zu viel Dramatisches, um noch in den Rahmen eines gemütlichen kulinarischen Krimis zu passen. Es wirkte eher wie ein James-Bond-Verschnitt - der Xavier Kieffer nun mal nicht (!) ist. Und noch eine Kleinigkeit: diesmal ist mir extrem das ständige Rauchen aufgefallen, und das finde ich in der heutigen Zeit eigentlich in einem Roman ein No-Go.

Insgesamt würde ich sagen, dass man als Fan von Xavier Kieffer dieses Buch wohl lesen kann, aber nicht muss. Als Krimi-Fan kann man sich wahrscheinlich einfach überraschen lassen...


Glücklich die Glücklichen
Glücklich die Glücklichen
von Yasmina Reza
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Braucht den Vergleich mit "Short Cuts" nicht zu scheuen, 11. Juli 2014
Würde man mich nach meinem spontanen ersten Eindruck zu diesem Buch fragen, so würde ich wahrscheinlich bei einem cineastischen Meisterwerk landen: "Short Cuts" von Robert Altman. Weder von der Qualität, noch von der Machart her, braucht "Glücklich die Glücklichen" den Vergleich zu scheuen.

Das Buch ist ein Episodenroman, und zwar einer der besseren Art. Jede Szene wird von einer anderen Person geschildert, und dauert nur wenige Seiten lang. Kaum jemand kommt mehrfach vor. Aber: die Szenen sind unglaublich verdichtet, und auch die scheinbar zunächst wahllos aneinander gereihten Personen haben Gemeinsamkeiten. Erst nach und nach enthüllen sich die Verbindungen: da ist jemand eines anderen Geliebte oder Geliebter; die Sprechstundenhilfe der krebskranken Mutter verliebt sich in den und den; ein Patient im Wartezimmer ist ein alter Freund von XY; und so weiter und so fort.

Es wäre in der Tat hilfreich gewesen, sich Notizen zu machen und sozusagen eine Art "Stammbaum" anzulegen. Ich habe mich aber einfach durch das Buch treiben lassen, habe die Situationskomik und die tragisch überzeichneten Momente genossen, und habe im letzten Kapitel still vor mich hin geschmunzelt - als nämlich fast alle Personen des Romans sich auf einer Beerdigung treffen. Und der Leser versteht auf einmal viel besser die ganzen Untertöne und Vorgeschichten!

Das Buch ist allerdings sehr französisch, das muss ich sagen. Wahrscheinlich muss man das als Leser einfach mögen! Es herrscht schon eine recht spezifische Stimmung. Wie die Menschen mit Liebe und Seitensprüngen umgehen. Wie sich verheiratete Paare gesellschaftlich bewegen. Das Verhältnis von Müttern und Töchtern. Das Verhältnis zum Alkohol sowieso! Und die recht eigenwilligen Ansichten über Tod und Bestattung.

Wirklich grandios wird das Buch aber überall dort, wo die Tragikomik Einzug hält! Die allererste Szene zählt dabei für mich zu den besten: wie viel ein Streit an der Käsetheke doch über ein Paar verraten kann... ich habe selten so gelacht. Oder wie peinlich es sein kann, wenn ein Kind aus der Art schlägt, und man das vor den Freunden zu verbergen sucht. Oder wie Männer sich über ihre Frauen unterhalten, wenn sie unter sich sind. Oder... oder...! Das Buch war voller köstlicher und köstlichster Momente, voller denkwürdiger Sätze.

Ich würde es wirklich ohne Einschränkung weiterempfehlen. Allerdings mit der Anmerkung, dass man - trotz der scheinbaren Kürze des Büchleins - Geduld und den Willen zu analytischem Lesen mitbringen sollte. Vieles erschließt sich erst bei bewusstem Lesen. Dies ist definitiv kein "Häppchen", das man verschlingen sollte.


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