Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren calendarGirl Prime Photos Sony Learn More Bauknecht Kühl-Gefrier-Kombination A+++ Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego Summer Sale 16
Profil für Nina R. > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Nina R.
Top-Rezensenten Rang: 13.562
Hilfreiche Bewertungen: 745

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Nina R. (Wien)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9
pixel
Requiem (Star Trek: The Next Generation)
Requiem (Star Trek: The Next Generation)
Preis: EUR 7,47

3.0 von 5 Sternen Does not live up to expectations, 14. März 2016
Maybe it's because of the overall excellent reviews that I expected so much of this book, therefore I was rather disappointed. As Picard is on his way to negotiate peace with the Gorn, he once again falls victim to his curiosity, examines a mysterious spacial artefact (which turns out to be a time travelling device) and finds himself transferred to the Starfleet Colony on Cestus III, several decades before his time and only a few days away from the infamous Gorn attack.
Since Picard studied the fight between Captain Kirk and the Gorn thoroughly at the beginning of the storyline, I expected him to somehow become a live witness to the outcome of this fight, to which Starfleet has no recordings, but which would have helped him in his own upcoming encounter with the Gorn. Instead, we get a typical man-from-the-future-must-prevent-changing-history-plot along with all the emotional conflicts. Picard must avoid interfering with the timeline, at the same time he feels the need to help the colonists. In the end, he joins in the hopeless fight against the Gorn, ignoring the Prime Directive, but of course gets rescued just in time even to finish his diplomatic job.

What bothered me was that there was absolutely no interaction with the historical Gorn so that Picard might have learned something that could have helped him in his later negotiations. There was only the mindless fight in which he built up a lot of aggression and hate towards the Gorn, but nothing else. In my point of view, a waste of opportunity and therefore, while not a bad story, only a mediocre denouement.


Stefan Zweigs brennendes Geheimnis
Stefan Zweigs brennendes Geheimnis
von Ulrich Weinzierl
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erschütternde Moralcodices, 13. November 2015
In dem Buch wird anhand fremder Zeugnisse, aber auch Zweigs eigener Tagebücher offenbart, dass er bereits als junger Mann Gefallen daran fand, sich vor jungen Frauen und Mädchen öffentlich zu entblößen. Diese Zwangskrankheit galt damals als nicht akzeptabel, und dabei muss man wissen, dass die Gesellschaft keineswegs so prüde war, wie wir zu glauben meinen - zumindest nicht hinter vorgehaltener Hand. Mehr als die Erkenntnisse über Zweigs Hang zum Exhibitionismus schockiert daher die inoffizielle Salonfähigkeit der Päderastie und Pädophilie im Fin de siècle.

Peter Altenberg war bekennender Liebhaber 8-12-jähriger Mädchen, von Adolf Loos gibt es sogar einen diesbezüglichen Gerichtsakt. Und von Zweig über Mann über so gut wie fast jeden Autor scheint die Vorliebe für Knaben weit verbreitet gewesen zu sein. Das altgriechische Ideal griff um sich: Einzig die reife Liebe zwischen gleichaltrigen Männern galt als degoutant, an Juvenilen jeglichen Geschlechts hingegen durfte man sich ergötzen bis vergehen.

Ich erkenne, dass ich wohl allzu ahnungslos war, was die genannte Epoche betrifft. Natürlich war mir bewusst, dass viele Künstler der Jugend huldigten und von "Jünglingen" oder "zarten Mädchen" schwärmten. Jedoch habe ich das wohl mit heutigen Augen betrachtet, wo ein(e) 17-jährige(r) durchaus in das Altersschema passt, man hingegen bei 10 - 12-jährigen an Kinder denkt.

Es ist dem Buch also hoch anzurechnen, dass es dezidiert den Finger auf diese unschönen Tatsachen legt. Was sagt uns das über unsere heutige Gesellschaft? Scheinbar ist sie durch die Entwicklung des Internets und einschlägiger Webseiten nicht plötzlich abartig geworden, sie war es bereits in der "guten alten Zeit".


The Woman with a Worm in Her Head: And Other True Stories of Infectious Disease
The Woman with a Worm in Her Head: And Other True Stories of Infectious Disease
von Pamela Nagami
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,01

3.0 von 5 Sternen Informative, yet soap-opera style, 13. November 2015
I expected a compilation of stories about parasitic/infectious deseases, which this book actually provides, but what I did not expect was the combination of medical records with the private life of the author. Nagami does not only give us a report of what happened in her clinic, but also how her family life developed parallel to her work in the hospital, how she felt, how her children felt, and, most of all, what each and every person she mentions in her recounts looked like. For some reason, the height and hair color of people are of immense importance, occasionally also the sound of their voices and the size of their hands. This annoying ER-soap-opera-style is the reason why - despite all the interesting and informative facts on infectious deseases and how to be aware of the first signs - I am not inclined to read another book of the author.


Buddhismus kurz und bündig: Prinzipien und Praxis
Buddhismus kurz und bündig: Prinzipien und Praxis
von Steve Hagen
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig, jedoch nicht als Erstkontakt mit Buddhismus, 24. Juni 2015
Eigentlich wollte ich dieses Buch ausführlich loben und jedem ans Herz legen. Dann las ich die negativen Kritiken, und ich muss gestehen: Sie haben recht. Insofern, als die Bücher Steve Hagens nichts für völlige Neulinge in Sachen Buddhismus sind. Was auf keinen Fall wertend gemeint ist, sondern als guter Ratschlag.

In beiden Büchern, die ich vom Autor bislang las (das vorliegende sowie Buddhismus im Alltag: Freiheit finden jenseits aller Dogmen ) bedient sich dieser des Stilmittels der kontinuierlichen Wiederholung, dass man "nur sehen" müsse. "Buddhismus im Alltag" war mein Erstkontakt mit dem Autor, jedoch nicht mit dem Buddhismus, und etwa bis zur Hälfte des Buches ging es mir ähnlich wie den Negativ-Kritikern. Ich dachte: "Ja, nur sehen, das hat er schon mehrfach geschrieben." Nach dem gefühlten hundertsten Mal machte es dann aber "Klick" und ich sah, was er meinte.

In diesem Sinne sind beide Bücher wirklich Perlen für Buddhismus-Interessierte, die zumindest schon eine Ahnung von den Grundprinzipien des Buddha-Dhamma/Dharma haben. Wer dies noch nicht hat, wird von Hagens mantraartigen Wiederholungen gelangweilt und überfordert sein. Und im schlimmsten Fall abgeschreckt. Was den Büchern nicht anzulasten ist, ich würde sie jedoch unbedingt nur Lesern empfehlen, die zumindest schon einmal über das Prinzip der Ich-Losigkeit und der 4 edlen Wahrheiten Bescheid wissen.


Q-Space: The Q Continuum #1 (Star Trek: The Next Generation)
Q-Space: The Q Continuum #1 (Star Trek: The Next Generation)
Preis: EUR 7,33

2.0 von 5 Sternen Kaum eigene Ideen, schwache Handlung, 17. Februar 2015
Da ich die Geschichte auf Englisch gelesen habe, schreibe ich auch unter dieser Rubrik, wenn auch auf Deutsch, und zwar bezüglich aller 3 Bände, die diese Mini-Buchserie umfasst. Jedem Buch eine eigene Rezension zu widmen, wäre Zeitverschwendung, weil es eine kontinuierliche Handlung ist. Wieso diese in 3 schmale Bände aufgesplittet wurde, weiß ich nicht, aber damals war wohl gerade die Hochzeit der Star-Trek-Romanveröffentlichungen.

Es gibt 2 große Kritikpunkte, die ich anzubringen habe, und die mir persönlich die Lektüre zur reinen Abschlussübung gedeihen haben lassen. Es folgen hier einige massive SPOILER sowie die Voraussetzung der Kenntnis einiger Trek-Trivia.

Der erste Kritikpunkt ist nicht die Schuld des Autors, weil er seine Geschichte zu einem Zeitpunkt schrieb, da die ST-VOY-Folge "Q 2" noch nicht ausgestrahlt worden war. Laut Serienkanon zeugen Q und Q zwar in der Folge "The Q and the Grey" ein Kind, wie sich dann aber in "Q 2" herausstellt, kommt der Sohn charakterlich wohl sehr nach seinem Vater und wird zur Schande für die Mutter, woraufhin sie sich sowohl von Q als auch ihrem Sohn abwendet. Ich muss gestehen, ich fand die Entwicklung Qs in der Voyager-Serie überaus unerfreulich, die ganze Ich-will-ein-Kind-Geschichte war wohl der Tiefpunkt überhaupt, und auch "Q 2" war bestenfalls eine mediokre Episode. Die einzige Idee, die ich einigermaßen schlüssig fand, war eben der Umstand, dass eine Q-Mutter einfach so ihr Kind verlässt. Die Q sind keine treusorgenden Familienkuschler, wie sie - Themenbogen! - Greg Cox in seiner Geschichte darstellt. Außerdem erfolgt das Heranwachsen eines Q zur adulten Form schneller, nicht langsamer als die von Menschen, wie bei Cox dargestellt.
Wie gesagt: Dem Autor ist die Entwicklung der Serie, die im Widerspruch zu seiner Sicht der Dinge steht, nicht vorzuwerfen. Genervt haben mich die schmusige Übermutter Q und der verantwortungsvolle Vater Q dennoch. Die Szenen waren mitunter die schlimmsten der ganzen Geschichte.

Kritikpunkt 2 ist Cox sehr wohl anzurechnen, nämlich jener, dass er so gut wie keine eigenständigen Ideen einbringt. Lediglich der Mad Scientist Lem Faal sowie die neue Sicherheitschefin der Enterprise (Worf ist ja schon auf DS9) sind seine Kreation. Alles - und ich meine wirklich ALLES - andere hat Cox aus den unendlichen Weiten der Trek-Requisitenkiste zusammengeklaubt und zu einem großteils faden Brei vermischt. Der Oberbösewicht erinnert mit seinem Hinkebein fatal an den Teufel, das ist der einzige Beitrag aus einer anderen Kiste.
An sich ist das Verweben von Trek-internen Details durchaus begrüßenswert, aber nicht in solchem Ausmaß und vor allem nicht so einfallslos. Die "Markoffian Sea Lizard" und der "Belzoidian Flea" werden zitiert, weil Q die beiden in der Episode "Déjà Q" erwähnte. Alle Q die vorkommen, kennt man aus TV-Episoden, mit Ausnahme eines einzigen, der aber wie Picard aussieht. Wir haben "Gott" aus dem 6. Trek-Kinofilm, wir haben die Gorgonen aus den "Invasion"-Romanen, die Galaktische Barriere, den Guardian of Forever, die Calamarain... es ist einfach zu viel zusammengewürfelt und zu wenig Eigenes dabei. Wenn man die Handlung aller "cleverer" Querverweise befreit und auf ihre Grundstruktur reduziert, kommt man auf Folgendes:
Der Satan (namens 0) wurde dereinst von Q in einem Anfall von pubertärem Leichtsinn in die Milchstraßen-Galaxie geholt und hat sich dann so verhalten, wie es ein Teufel eben tut (fies). Er wurde vom Q-Continuum besiegt und aus der Milchstraße ausgesperrt. Seitdem sind Milliarden von Jahren vergangen. In der Zeit hätte der auf Lichtgeschwindigkeit reduzierte 0 längst eine andere Galaxie erreichen können, aber nein, er hockt außerhalb der Galaktischen Barriere und hegt einen Groll auf Q. Dabei wird er wahnsinnig, was ihm gleichzeitig irrsinnige Kräfte verleiht (so wird das erklärt, don't ask me!). Mithilfe eines todgeweihten Wissenschafters bricht er durch die Barriere und jagt Q hinterher, bis dieser ausgerechnet von den Calamarain Unterstützung erhält, was als NOCH irrsinniger zu gelten hat, weshalb Q den Satan letztlich besiegt. The end.

Nein, tut mir leid, das war zu wenig.


Europas Dichter und der Erste Weltkrieg
Europas Dichter und der Erste Weltkrieg
Preis: EUR 22,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein bisschen zu spezifisch, 8. November 2014
Ich hatte mir von dem Buch doch etwas mehr erwartet, konkret: Ein breiteres Spektrum. Der Autor meint aber, was er sagt, wenn er von "Dichtern" schreibt. Er meint tatsächlich Poeten, keine Prosaisten, keine Dramatiker und schon gar keine Philosophen. Ich muss es mir also als eigenen Fehler zuschreiben, wenn ich mir hier mehr erwartet hatte, insofern gebe ich ehrlich zu, dass meine Bewertung überaus subjektiv ist. Aber welche Bewertung ist das nicht?

Ich gestehe, die Poesie war nie mein Interessenschwerpunkt, und damit ergab sich für mich ein weiteres Problem: Ich kenne kaum einen der Dichter, von denen im Buch die Rede ist. Mit Ausnahme von Gabriele D'Annunzio und R.M. Rilke (der aber lediglich kurz zitiert, auf dessen Erlebnisse nicht näher eingegangen wird), sagten mir die Namen nichts, und hier mag eine kleine gerechtfertigte Kritik angebracht sein: Der Krieg wurde doch nicht nur von der 2.-4. Reihe von Dichtern erlebt, da müssen doch auch einige darunter gewesen sein, die dem unbedarften Leser geläufiger sind. Bestes Beispiel wären die Mann-Brüder (Thomas und Heinrich), deren unterschiedliche Einstellungen zum Kriegsausbruch in der Entzweiung endete, welche auch öffentlich ausgetragen wurde. Wenn man schon davon ausgeht, dass dieses Thema schon ausführlich in anderen Arbeiten behandelt worden sei, und dass die Manns eben keine Dichter, sondern Schriftsteller waren, so hat deren Bruderzwist doch sicher auch Reaktionen innerhalb der Literatenkreise hervorgerufen.
Mir geht in dem Buch die gegenseitige Beeinflussung durch die Meinung des jeweils anderen ab. Die Dichter werden zwar porträtiert und ihr Lebenslauf sowie ihre Arbeiten teilweise detailliert dargestellt, doch eben nur jeder für sich, als wären sie alle kleine Inselchen gewesen, die einander nicht beeinflussten.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 6, 2015 12:24 AM CET


The Examined Life: How We Lose and Find Ourselves
The Examined Life: How We Lose and Find Ourselves
Preis: EUR 7,32

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Quantität der Geschichten auf Kosten der Auflösung, 15. Mai 2014
Prinzipiell gut geschrieben, interessante Fallgeschichten aus der Praxis eines Psychoanalytikers. Allerdings begeht Grosz für meinen Geschmack den Fehler, dass er bei den meisten Geschichten am Höhepunkt aufhört - sprich, bei der Aufdeckung des Problems - und nicht erzählt, wie es weiterging. Sicherlich ist die Findung eines Problems immer eine wichtige Sache, mich hätte darüber hinaus aber interessiert, wie es angepackt wurde oder wie die Patienten überhaupt auf die Erkenntnis reagierten. Nicht jeder von ihnen wird sich mit der Hand auf die Stirn geschlagen und gesagt haben "Ach, stimmt, DAS ist die Ursache meiner Depression!" und fortan geheilt und sorglos durchs Leben gewandelt sein. Nach dem Aufdecken kommt der Lösungsansatz, und der fehlt leider überwiegend.


Krankheit und Tod 1918: Zum Umgang mit der Spanischen Grippe in Frankreich, England und in dem Deutschen Reich
Krankheit und Tod 1918: Zum Umgang mit der Spanischen Grippe in Frankreich, England und in dem Deutschen Reich
von Marc Hieronimus
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Doktorarbeit über die Spanische Grippe, 10. Mai 2014
Das Buch ist, wie im Rezensionstitel vermerkt, eine Dissertation zum Thema Spanische Grippe, dementsprechend sollte der Leser keine populärwissenschaftliche Lektüre erwarten, sondern sehr viele Fußnoten und sehr strukturierten Gesamtaufbau. Für eine derartige Arbeit ist es dem Verfasser aber durchaus gelungen, einen gut lesbaren und bisweilen auch spannenden Schreibstil anzuwenden.
Es sind freilich keine "spannenden Geschichten aus dem Schützengraben", die Quellen stellten in erster Linie diverse ausgewählte zeitgenössische Printmedien sowie behördliches Dokumentationsmaterial dar. Die Hauptfrage ist dabei: Wie wurde der Ausbruch der Spanischen Grippe ab 1918 und die nachfolgenden erneuten Ausbruchswellen seitens der Tagespresse, der medizinischen Fachjournale sowie der gesundheitlichen Behörden reagiert. Geringeres Augenmerk wird auf die private Berurteilung Betroffener gelegt, da die Feldpost zwischen Soldaten und Angehörigen massiver Zensur unterlag. Private Tagebücher wurden kaum berücksichtigt und hätten wohl auch den Rahmen der Doktorarbeit gesprengt.

Das interessante Fazit des Autors ist: In allen 3 Ländern (Frankreich, Großbritannien, Deutsches Reich) wurde die Grippewelle zunächst verharmlost wenn nicht gar ins Lächerliche gezogen, an ihrem Höhepunkt dann durchaus ernst genommen, unterm Strich aber nicht als ähnlich große Gefahr betrachtet wie der Krieg an sich oder gefürchtetere Epidemien wie zB die Cholera oder Geschlechtskrankheiten. Vor allem an der Front konnte man der Grippe, die in ihrer Ausprägung ja wie ein bloßer "Schnupfen", nur sehr viel massiver, daher kam, einfach nicht so ernst nehmen wie eine Krankheit, die mit Beulen, Ekzemen oder anderen körperlich auffälligen Merkmalen in Erscheinung trat. Dennoch wurde besonders in der zweiten Welle ab Oktober 1918, die die intensivste war, vor allem in Frankreich, aber auch in den USA, deren Zivilbevölkerung am stärksten betroffen war, oft und gerne über mysteriöse Viren spekuliert, die vom Deutschen Reich bewusst verbreitet worden wären, um die Gegner zu schwächen. Auch wurde in der Bevölkerung, angestachelt durch entsprechende Medien, gemutmaßt, dass es sich gar nicht um eine banale Grippe handle, sondern in Wahrheit um die Lungenpest.

Da es zu diesem Thema kaum Publikationen gibt, muss man für dieses Büchlein dankbar sein, auch wenn es sich für Laien natürlich sehr akademisch liest. Mein einziger wirklich massiver Kritikpunkt ist das scheinbar nicht vorhanden gewesene oder sehr schlampig durchgeführte Lektorat. Im Schnitt findet man auf jeder zweiten Seite einen Rechtschreibfehler, eine Wortauslassung oder -doppelung, was das Lesen nicht unbedingt angenehmer macht. Auch die direkte Übernahme des Schriftbildes aus Word wirkt ein wenig linkisch.


Der falsche Krieg: Der Erste Weltkrieg und das 20. Jahrhundert
Der falsche Krieg: Der Erste Weltkrieg und das 20. Jahrhundert
von Niall Ferguson
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

12 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sehr subjektiv und tw. ungenau geschrieben, 12. April 2014
Ich kann die Begeisterung über dieses Buch nicht teilen. Zum einen ist da der Stil. Überaus wortreich bombardiert der Autor seine Leser mit allzu vielen statistischen und wirtschaftsmathematischen Daten - und zwar nicht in Form von Tabellen oder Histogrammen, sondern in Form von Fließtext. Spätestens nach 100 Seiten ermüdet da der interessierteste Leser bzw. hat die Übersicht verloren.

Schwerwiegender scheint mir aber die allzu subjektive Herangehensweise des Autors. Ich hatte den starken Eindruck, dass Ferguson sich zum Ziel gesetzt hat, eine bestimmte Aussage zu treffen, und daraufhin alle historischen Quellen auf dieses Wunschziel hin gedeutet hat. Dazu einige Beispiele:

Einmal sind Sätze wie "Die marxistische Interpretation der Ursachen des Krieges gehört gemeinsam mit den politischen Regimes, die sie am eifrigsten hegten und pflegten, auf den Schutthaufen der Geschichte." (Zitat S. 68) nichts, was ich in einem Sachbuch lesen will. Dem Autor ist seine persönliche Meinung gestattet, aber als Historiker hat er diese nicht so plakativ dem Leser vor die Füße zu werfen. Ein Historiker soll Tatsachen darlegen, keine politischen Reden schwingen.

Dann finde ich seine Argumentation auch nicht immer stichhaltig. Er scheint sich zum Ziel gesetzt haben, alle gängigen Ansichten über die Ursachen des 1.WK auf den Kopf zu stellen. Laut Ferguson waren die deutschen Politiker alle gegen den Krieg und der Anti-Militarismus war in Deutschland im Vormarsch. Die Industrie habe gar kein großes Interesse am Krieg gehabt. In Großbritannien habe eine mehrheitliche Deutschfreundlichkeit geherrscht. Die Bevölkerung der kriegsteilnehmenden Länder habe bei Ausbruch des Krieges gar nicht so begeistert reagiert. Die Mittelmächte waren der Entente und den Alliierten waffentechnisch und militärisch weit überlegen.
Wenn man all diesen Argumenten glauben soll, muss man sich ernstlich fragen, warum der Krieg überhaupt stattgefunden hat und warum er so endete, wie er es tat.

Ein großer Dorn ist Ferguson die Theorie, der Imperialismus habe Mitschuld am Krieg gehabt. Dies will er folgendermaßen widerlegen: Deutschland sei als Kolonialmacht im Vergleich zu Großbritannien vernachlässigbar gewesen. Es sei also Unsinn anzunehmen, Großbritannien habe Deutschland deshalb den Krieg erklärt, weil es den imperialistischen Konkurrenten ausschalten wollte.
Gut, das mag so sein. Aber wenn man die Sache umgekehrt betrachtet, nämlich in dem Sinne, dass Frankreich sehr wohl ein imperialistischer Faktor war und es somit für die Kolonialmacht Großbritannien wesentlich sinnvoller war, sich auf dessen Seite zu schlagen als auf die Seite Deutschlands, so ist der Imperialismus sehr wohl wieder von Belang.

Als letztes Beispiel für die Ungenauigkeit des Autors sei seine Interpretation einer deutschen Karikatur von 1917 erwähnt. Die darauf abgebildeten Piloten mit langen Ohren und Stummelschwänzchen interpretiert er als "Esel", die ihre Flugzeuge statt mit Bomben mit "faulen Eiern" belüden. Nun, Esel haben keine Stummelschwänze, und wie der Titel des Bildes - Ostern 1917 - klar darlegt, sollen das keine Esel, sondern offensichtlich Hasen sein. Die deutschen Flieger bringen dem Gegner also als Osterhasen ganz besondere "Ostereier". Ob die Satire nun Richtung deutscher Flieger (i.e. ineffiziente Bomben) oder Richtung Gegner (i.e. tödliche Ostereier) zu interpretieren ist, kann man so nicht beurteilen, auf keinen Fall handelt es sich aber um Verballhornung der deutschen Flieger als Esel.

Aufgrund dieser offensichtlichen Subjektivität will ich zwar nicht gänzlich von der Lektüre des Buches abraten, würde aber schon empfehlen, das ganze cum grano salis zu konsumieren. Da legt ein Autor sehr viel mehr eigenes Denken an den Tag, als es einem historischen Werk zukommt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 10, 2015 6:14 PM CET


Der Buddhismus: Eine kurze Einführung
Der Buddhismus: Eine kurze Einführung
von Damien Keown
  Broschiert

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr fassbare Einführung, 1. Februar 2014
Ich habe dieses Büchlein parallel zu Der Buddhismus aus der C.H.Beck-WISSEN-Reihe gelesen und muss sagen, dass es sich wesentlich verständlicher liest, als Helwig Schmidt-Glintzers doch sehr akademische Abhandlung. Wobei ich annehmen muss, dass letztere historisch und vielleicht auch faktisch präziser ist - ermangels sinologisch-historischer Kenntnisse kann ich hier aber nur spekulieren.

Es kommt also darauf an, welche Erwartungshaltung der Leser mitbringt.
Wer eine erste Erklärung des Buddhismus, seiner Entwicklung und seiner Ausprägungen sucht, ohne dabei von einer übertriebenen Anzahl an Fachausdrücken aus Pali, Sanskrit, Chinesisch und Japanisch überrollt zu werden, ist mit dem Reclam-Heft meines Erachtens gut bedient. Die Lektüre ist weniger für akademische Studien geeignet, denn für das grundsätzliche Verständnis der Lehre.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9