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Rezensionen verfasst von
Ulrich A. (Köln)

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Miles Davis - The Miles Davis Story
Miles Davis - The Miles Davis Story
DVD ~ Miles Davis
Wird angeboten von mario-mariani
Preis: EUR 25,97

32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beste Dokumentation über Miles Davis!, 26. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Miles Davis - The Miles Davis Story (DVD)
Aufgrund der negativer Kundenrezensionen zu dieser DVD bin ich mit etwas Zögern an diese Neuerscheinung herangegangen. Zwar sprechen die Namen Mike Dibb und Ian Carr für sich, doch oft treffen Amateur-Rezensenten genau ins Schwarze - sind sie ja schließlich genauso „Endverbraucher" wie ich.
Nun gut - um es auf den Punkt zu bringen: Nach dem erstmaligen Sehen und Hören der DVD bin ich restlos begeistert! Ich habe schon viele Portraits, Würdigungen und ähnliches über Miles Davis gesehen. Dieser Film ist mit Abstand der gelungenste. Folgende Punkte sprechen für diese Produktion:
Ein großes Können als Dokumentarfilmer (Mike Dubb), eine übergroße Fülle an „Zeitzeugen" kommen zu Wort - ex-Frauen, Geliebte, die Tochter, viele Bandmitglieder und befreundete Musiker (D.Holland, J. De Johnette, J. McLaughlin, Gil Evans, Bill Evans (Sax), C, Corea, Keith Jarrett, C.Terry, P.Michelot usw.), eine hervorragende Tonqualität (für mich unverständlich, dass andere Rezensenten diese als minderwertig bezeichnen - TV-Aufnahme von 1956 klingt eben nicht besser, der Rest ist allererste Sahne!), eine sehr gelungene Mischung aus gesprochenem und musikalischem Material, so dass nie Langeweile aufkommt.
Jedem Miles-Interessierten, der auch an Ian Carrs Biographie gefunden hat, wird an dieser sorgfältig recherchierten u. gestalteten DVD viel Freude haben.


Midnight Morning
Midnight Morning
Preis: EUR 14,83

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Professionelle Hintergrundmusik. Mehr leider nicht., 7. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Midnight Morning (Audio CD)
Bereits nach den ersten Takten dieser CD frage ich mich, was diese Art von Musik im Blue Note-Katalog zu suchen hat. Der Name Blue Note steht seit ca. 50 Jahren für einen hohen Anspruch an Musiker und Produktion sowie für einen bestimmten Stil, der speziell durch die Ikonen des Hard-Bop geprägt wurde. Schon immer gabe es stilistische Querschläger - doch die waren meist durch ihre besonders hohe künstlerische Qualität begründet. Seit der Wiederauferstehung von Blue Note geht das Label den Kurs, einige Top-Seller anzustreben, die dann den "Rest" finanzieren. Ansich eine gute Idee - wie sollte sich sonst ein Jazz-Label auf Dauer noch behaupten. Gerade der verdiente Erfolg von Norah Jones dürfte vielen unbekannteren Musikern den Weg in die Studios ebnen.
Nur das, was auf Greg Adams' CD "Midnight Morning" geboten wird, ist schlichtweg inkompatibel zum Konzept von Blue Note. Hier scheint nur Kommerz zu zählen. Die Musik besteht im wesentlichen aus allerlei programmiertem Drum-Geklöppel sowie einigen Instrumentalfüllern von James Wirrick (Keyboards, Bass, Gitarren). Über diesen soften Klangteppich legt sich Adams' Trompete, die klingt, als wäre sie ein Sample von Miles Davis' Klang auf dessen Album "Siesta". Adams hat nichts zu sagen - die "Soli" sind belanglose Dudeleien ohne Richtung und ohne sich auf irgendein melodisch-motivisches Material zu beziehen. Das Ganze ist unglaublich seicht, monoton und ohne jegliche Phantasie zubereitet. Unweigerlich drängt sich der Vergleich zu den schlechteren Alben der Pat Metheny Group auf. Man darf nicht vergessen, daß der Markt für "Smooth Jazz" in den USA groß ist (kein Wunder, daß sich Dauer-Scheicheldudler Kenny G dort so gut verkaufen läßt).
Professionalität kann man der CD allerdings nicht absprechen - das Klangbild ist wunderbar transparent und die Trompete ist hervorragend eingefangen. Der Klang hat Dynamik und Tiefe. Nur leider steht das alles nicht im Dienste einer künstlerischen Aussage, sondern seiner selbst. Die Musik ist nur Kulisse - eine Kulisse, die wunderbar geeignet ist zum weghören. Ich denke, diese Scheibe wird bald in vielen Bars und Cafés auftauchen. Dort erfüllt sie ihren Zweck ebenso wie die leider auch bei Blue Note erschienen CDs von Marc Moulin oder St.Germain.
Fazit: Wer hier "Blue Note-Jazz" im klassichen Sinne erwartet, wird enttäuscht - wer eine unauffällig, softe und makellose Hintergrundmusik erwartet, ist bestens bedient. Jazz ist das meiner Meinung nach nicht.


Psycho
Psycho
DVD ~ Anthony Perkins
Wird angeboten von maniacvideofreak
Preis: EUR 24,37

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hitchcocks Klassiker technisch einwandfrei präsentiert, 31. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Psycho (DVD)
Diese DVD bietet fast alles, was man bei DEM Hitchcock-Klassiker erwartet: Gute Bild- und Tonqualität, die Originaltonspur (Anthony Perkins sollte man selbst dann, wenn man nicht gut Englisch versteht, im Original hören), einfache Navigation. Zusätzlich gibt's noch den Original-Trailer und Produktionsnotitzen (also Texte zu den Schauspielern und anderen an der Herstellung des Film beteiligten Personen).
Zum Inhalt des Film mußt wohl nichts mehr gesagt werden. Wer den Film noch nicht kennt, zählt zu den Glücklichen. Ich hatte vor kurzem die Gelegenheit, den Film einem Freud vorzuspielen, der ihn tatsächlich noch NIE gesehen hat. Nach anfänglich noch heiterer Stimmung war ich überrascht zu sehen, daß die Duschszene auch nach über 40 Jahren seine Wirkung nicht verfehlt.
Die Filmmusik zu Psycho gehört zum Besten, was je ein Filmkomponist geleistet hat (Bernard Herrmann). Trotz außergewöhnlicher schauspielerischer Leistung von Anthony Perkins und trotz Hitchcocks genialer Kameraarbeit - ohne die Musik, wär der Film nicht das, was er ist.


Revolutionary Road (Vintage Contemporaries)
Revolutionary Road (Vintage Contemporaries)
von Richard Yates
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,26

32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker des Realismus, 30. Januar 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als ich mit der Lektüre von Richard Yates erstem und berühmtesten Roman begonnen habe, dachte ich, eine Schilderung des amerikanischen Mittelstandes in 50er Jahre würde mich erwarten. Daß die Handlung in und in der Nähe von New York spielt, erhöhte für mich den Reiz noch mehr - war dies doch einer der spannendsten Abschnitte der Musik u. Literatur im 20. Jahrhundert.
Meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern um ein Vielfaches übertroffen. Sicher, der Roman spielt in den 50ern, aber die wirklich zentralen Themen des Werkes sind zeitlos. Das Ehepaar Wheeler lebt in einem Vorort von New York, in die sich diejenigen zurückziehen, die nicht wohlhaben genug für ein Leben in Manhatten oder weit draußen auf einem "Landsitz" sind. Dementsprechend langweilig und steril ist das Leben dort. Nachbarn stehen in einem ständigen Konkurrenzkampf um das größte Ansehen, das sie auf lächerliche Art z.B. durch Schilder am Haus mit Inschriften wie "The Millers" erlangen wollen.
Frank Wheeler und seine Frau April haben zwei kleine Kinder, ein in den Augen der Immobilienmaklerin (Mrs. Givings) eher schäbiges Haus (Anwesen). Frank fährt täglich nach New York, um einen durch und druch langweiligen Job auszuüben - in der Knox Company. Er schaltet sein Hirn um 9 Uhr ab und um 17 Uhr wieder an. Zu tun hat er kaum etwas - er fällt nicht auf und vegetiert ilusionslos vor sich hin. Das für ihn aufregendste an seinem Job ist die Affaire mit einer arglosen Sekretärin. Sein Frau lebt das monotone Leben einer Vorstadt-Mutter. Ihr Versuch, durch die Teilnahme an einer Laienschauspielgruppe etwas Farbe in ihr Leben zu bringen endet in einem Fiasko. Ihr Resignation ist allerdings nicht so starr wie die ihres Mannes. Sie schlägt Frank einen radikalen Wandel ihres gemeinsamen Lebens vor: Die gesamte Familie soll nach Frankreich auswandern und sie verdient Geld als Sekretärin - Frank soll sich Zeit nehmen und herausfinden, was ihn wirklich interessiert. Frank stimmt diesem Angebot zögernd zu und die beiden leiten alles in die wege, um das "Aussteigen" zu schaffen.
Ab hier beginnt das eigentlich Drama des Romans. Die Umwelt reagiert befremdend - nur der in der Psychiatrie lebende Sohn der unsäglich seichten Maklerin Mrs. Givings zollt Annerkennung. Nach und nach gerät der Traum ins Wanken - bis er schließlich aufrund einer ungewollten Schwangerschaft komplett kippt.
Viel wurde darüber geredet, daß Yates einer der großen Realisten in der amerikanischen Literatur sei. Sinn und Unsinn dieser Annahme erörtert Richard Ford in seinem sehr fachkundigen und interessanten Vorwort zu dieser Augabe. Sicher haben viele Vertreter dieser Literaturform von Yates gelernt (zuletzt sehr deutlich Jonathan Franzen in seinen "The Corrections"). Die Hauptfiguren sind vielschichtig und lebensecht. Gerade der Weg der beiden Eheleute heraus aus der Leere und einem unendlich langweiligen Dasein läßt den Leser mitfiebern und es gibt viele Gelegenheiten, in denen der Roman dem Leser Reflektionsflächen bietet. Diese Art von Realismus ist tatsächlich sehr wirkungsvoll, und das Buch bietet weitaus mehr als nur einen gekonnten Umgang mit Sprache und Plot - Figuren aus Fleisch und Blut, die einen (zumindest mich) lange nicht loslassen.
Ein aufwühlendes Buch, voll sprachlicher Eleganz und Direktheit, satirischem Witz (überspitzte Ausgestaltung der Nebenfiguren) und einem spannenden und überraschenden Verlauf.


Steamin With...
Steamin With...
Wird angeboten von der_Bibliothekar
Preis: EUR 12,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Beste vom ersten Miles Davis Quartet, 30. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Steamin With... (Audio CD)
Eine Besprechung dieser CD ist nicht vollständig, ohne zu erwähnen, daß sie eine von vier CDs ist, die als eine feste Einheit zu sehen sind. Diese vier CDs sind: WORKIN', COOKIN', RELAXIN' und STEAMIN' (jeweils: "With the Miles Davis Quartet").
Einige Jahre hatte Miles Davis für Bob Weinstocks Label Prestige erfolgreich aufgenommen und fast alle Aufnahmen seines "ersten" Quintetts (John Coltrane, Red Garland, Paul Chambers, "Philly" Joe Jones) sind dort erschienen. Doch Mitte der 1950er Jahre war es soweit - die Anziehungskraft der Columbia war zu groß, um sich ihr zu widersetzen - der Wechsel war perfekt, noch bevor Davis seine vertraglichen Pflichten erfüllt hatte. Um diesen Vertrag bei Prestige jedoch zu erfüllen, mußten noch vier Alben aufgenommen werde. Sie wurden in (fast) einem Durchgang Ende 1956 aufgenommen (van Gelder) und in den folgenden Jahren zeitversetzt veröffentlicht, zu einer Zeit, als Davis schon lange erfolgreich bei Columbia andere Aufnahmen veröffentlicht hat.
Was hier vorliegt, ist das Vermächtnis des historisch äußerste bedeutsamen "ersten" Miles Davis Quintetts. Jeder der fünf Musiker zeigt sich hier in Top-Form: Davis ist DER Balladen-Musiker schlechthin und seine Soli auf "My Funny Valentine", "It Never Entered my Mind" oder "When I fall in Love" sind Prototypen einer Art von Trompetenspiel, die richtungsweisend für alle Trompeter nach ihm wurden. Coltrane (der auf fast allen Balladen der vier Alben nicht spielt) ist eine ideale Ergänzung zum introvertierten und eleganten Davis: Sein Ton ist rau und seine Soli suchend und zerklüftet, wenn auch noch lange nicht so sehr, wie sie es in den 60er Jahren noch werden sollten, als sich Davis' und Coltranes Wege schon lange getrennt hatten. Garland ist ein souverän agierender Begleiter, der in seinen Soli single-line Improvisationen mit großer Sicherheit und Eleganz abliefert. Chambers am Baß ist, obwohl hier noch Teenager, sicher swingend und im Zusammenspiel mit "Philly" Joe Jones eines der besten Bass/Drums-Teams aller Zeiten. Solistisch treten beide nur sporadisch in den Vordergrund.
Das Repertoire ist auf allen vier CDs eine Mischung aus Balladen und up-tempo Stücke, einiges entstammt dem Standard Repertoire ("When I fall in Love", "My Funny Valentine", "If I were a Bell" etc.), anderes dem Bop-Repertoire ("Well, You Needn't", "Oleo", "Airgin", "Woody'n You" etc.) und anderes wiederum Davis' Feder ("Tune Up", "Four", "Blues By Five", "Half Nelson", "The Theme"). Die Aufnahmequalität ist wie bei fast allen van Gelder (Mono-) Aufnahmen aus der Zeit sehr transparent und ausgewogen. Alle Instrumente kommen gut zur Geldtung, nur das Klavier klingt teilweise etwas substanzarm.
Wer sich für eine der Aufnahmen entscheidet, wird an den anderen drei nicht vorbeikommen.


Complete Quartets
Complete Quartets
Preis: EUR 14,99

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weiterer Schatz aus den Blue Note Archiven, 28. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Complete Quartets (Audio CD)
Der Gitarrist Grant Green gehört zu den wenigen seines Instruments, die sich in den Zeiten des Bebop und des Hard-Bop als Solist behaupten konnten und auch immer wieder unter eigenem Namen Aufnahmen machen konnte; erfreulich viele davon beim Blue Note Label, da dieses Label nach und nach Schätze aus den 50er und 60er Jahren wieder - und dies meist hervorragend überarbeitet - auf den Markt bringt.
Diese Doppel-CD vereint alle Quartett-Einspielen des Gitarristen bei Blue Note, die er unter eigenem Namen gemacht hat. Begleitet wird er von zwei hochkarätigen Klaviertrios mit Sonny Clark am Klavier, Sam Jones am Baß sowie Art Blakey und Louis Hayes an den Drums (Blakey an Tracks 1-7 der CD 1 und Hayes an allen restlichen Tracks). Namen, die für sich sprechen - allesamt mit die Hauptakteure der Hard-Bop Szene.
Die Stückeauswahl ist erfreulich abwechslungsreich und läßt alle Musiker voll zur Geltung kommen: Mal Klassiker des Bop-Repertoires (Airegin, On Green Dolphin Street, Oleo), mal ältere Standards (I Concentrate on You, The Song is You, My Favourite Things), mal Eigenkompositionen von Green (Hip Funk, Gooden's Corner, Two for One). Egal in welchem Tempo und ich welcher Stilregion - Greens Soli sind immer elegant und riff-orientiert. Er war kein Pyrotechniker der 6 Saiten, konnte aber immer "grooven" (man lausche nach Blakeys begeisterten Zwischenrufen - Kopfhörer auf!) und wußte, wie man Soli eine Richtung gibt. Über Clark als Pianist sei hier nichts weiter gesagt, außer daß er ein absolut ebenbürtiger Partner für Green war (wer es noch nicht getan hat, sollte schnellsten Clarks Blue Note Aufnahmen hören!!).
Die Aufnahmequalität, bzw. das remastering sind allererste Güte für eine Aufnahme aus den frühen 60ern! Auch sehr erfreulich ist, daß beide CDs fast randvoll sind mit Musik. Absoluter Höhepunkt der CDs ist "It Ain'T Necessariliy So" - was die vier Musiker dabei an Stimmung und improvisatorischer Phantasie aus dem Gershwin-Klassiker herausholen, ist atemberaubend. Hören und kaufen oder umgekehrt!


Clark, Terry - Live [UK Import]
Clark, Terry - Live [UK Import]
DVD ~ Clark Terry

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine der wenigen sehenswerten Jazz-DVDs., 20. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Clark, Terry - Live [UK Import] (DVD)
Schon seit der Zeit der VHS-Videos stellt sich immer wieder die Frage, inwiefern sich das Medium Film zur Darstellung von Musik, also einer rein akustischen Kunstform, eignet? Bzw. welche Art von Musikfilm ist die geeignete - das abgefilmte Konzert, die inszenierte Aufführung ohne Publikum (z.B. Yo-Yo Mas Bach-Suiten) oder gar der gänzliche Verzicht auf die Darstellung der Musiker. Nachdem ich viele Musik-DVDs aus verschiedenen Genres gesehen habe, muß ich feststellen, daß das Medium DVD in den seltensten Fällen etwas bieten kann, was die reine Audio-CD nicht auch bietet. Nur dann, wenn "Filme" um die Musik gemacht werden, also wenn die Musik zu EINEM von mehreren Bestandteilen wird, lohnt sich die Anschaffung. Ein Beispiel dafür ist Alanis Morissettes "Feast on Scraps", in der ein Video-Tagebuch parallel zu den Konzertausschnitten präsentiert wird, daß neue Einblicke in die Künstlerpersönlichkeit biete.
Die C.Terry-DVD gehört zur ersteren Art - den abgefilmten Konzerten. Dennoch ist dies eine der wenigen Jazz-DVDs, die öfters in meinem Player wandern. Der Grund ist die hervorragend eingefangene Stimmung bei diesem Konzert im Hyatt-Hotel auf der (Karibik-)Insel St.Lucia. Allein Terrys gesprochenen Beiträge, die weit mehr sind als nur Songankündigungen, lohnen die Darstellung im Film. Terry strahlt Souveränität und Lockerheit aus jeder Pore. Er motiviert seine junge Band zur Höchstform und macht aus diesen knapp anderthalb Stunden Film ein Highlight des Jazz-DVD Kataloges. Die Soli sind inspiriert und das Zusammenspiel glänzend.
Das Repertoire ist ein Querschnitt durch die Jazz-Geschichte der 40er bis 60er Jahr: Moten Swing, "Love, Love, Love", All Blues, Take the 'A' Train, Bye bye Blackbird u.a. Die Band um Terry feiert einen unbekümmerten, fröhlichen, aber auch sehr virtuosen Jazz - ganz wie es dem Naturell des legendären Trompeters entspricht. So wird sich kaum ein Zuschauer/-hörer der guten Stimmung des Konzerts entziehen können!
Klanglich läßt diese Aufnahme nichts zu wünschen übrig. Das Bild ist in Ordnung, wenn dem ganzen aber auch anzumerken ist, daß es nicht als aufwendige DVD-Produktion gedacht war. Der eine Minus-Punkt ist begründet durch das (fast schon zur Regel gewordene) Fehlen nennenswerter Extras und das nicht-Ausschöpfen der Techniken, die DVD bereithält.


That Shearing Sound
That Shearing Sound
Preis: EUR 13,60

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker in neuem Glanz, 9. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: That Shearing Sound (Audio CD)
Der Name George Shearing bürgt wie kaum ein anderer für einen bestimmten „Sound" - eben den Shearing-Sound. Der Engländer ist ein Meister der Eleganz und des geschliffenen Spiels. Sein Repertoire bilden primär Klassiker des American Songbooks, aber auch Eigenkompositionen, die durchaus das Zeug zum Standard haben, es teilweise auch schon erlangt haben (Lullaby of Bildland). Seine bevorzugten Bandinstrumente sind allesamt keine Blasinstrumente - Gitarre und Vibraphone neben der Rhythm Section. In den 60ern waren dies öfters die Montgomery Brüder. Das verleiht seiner Musik eine dezente Note, die gut in einen Club zur Cocktail Hour paßt.
Wer Shearings Eleganz und Zurückhaltung schätzt, wird hier nicht enttäuscht. Die Bandmitglieder sind keine Stars des Jazz, sondern teil wesentlich jüngere Musiker, die aber allesamt das Zeug haben, die von Shearing gewünschten Atmosphäre zu erzeugen. Keiner sticht besonders hervor - das Ganze ist eher wie eine stark durchkomponierte Kammermusik angelegt. Das Ensemblespiel ist perfekt. Lange ausufernde Soli gibt es nicht - wie überhaupt Shearings Vorstellung von Jazz sicher nicht die einer revolutionären Kunst ist, in der sich das Individuum im Solo entfaltet und freispielt.
Die einen mögen dies als antiquiert ansehen - andere, wie ich, haben Spaß daran, eine Legende des Jazz in absolut mustergültiger Aufnahmequalität zu erleben. Spaß hat George Shearing immer noch an „seiner" Musik, das ist der CD in jedem Takt anzumerken.


Smile
Smile
Preis: EUR 10,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Inspiriert, abwechslungsreich - einfach unterhaltsam, 7. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Smile (Audio CD)
Auf seinem neuen Album "Smile" bei Blue Note präsentiert Jacky Terrasson sein neues Trio: Am Baß Sean Smith und an den Drums Eric Harland; verstärkt wird die Truppe von Rémi Vignolo am elektrischen Baß in 3 Stücken.
Terrasson scheint sein musikalisches Idiom nach einigen eher unsicheren frühen Aufnahmen gefunden zu haben. Es ist einerseits geprägt durch den französischen Chanson (Terrasson ist Wahl-Amerikaner französischer Herkunft), also melancholisch liedhaften "Miniaturen", und andererseits durch Standards des amerikainschen Jazz/Soul (Autumn Leaves, Nardis, My Funny Valentine, Isn't she lovely, Parisian Thoroughfare, Mo Better Blues).
Terrassons großes Stärke ist seine überbordende Phantasie. Seine Improvistationen wirken nie angestrengt oder ohne Ziel. Stets findet er überraschende Arrangements und seine melodische Begabung ist phänomenal. Mit etwas Bedenken habe ich mich an Chaplins Dauerklassier "Smile" herangewagt. Unbegründet - Terrasson ist ein Meister der Verfremdung und Weiterentwicklung. Schon kurz nach dem Thema bringt er neue Motive ins Spiel und wandelt das Stück in ein swingendes Uptempo.
Die 13 Tracks des Albums bilden eine abwechslungsreiche Folge von Stimmungen und Stilrichtungen. Bei Terrasson hat man eher den Eindruck, er läßt weg, als daß er aus wenig viel macht (wie leider bei Brad Mehldau immer wieder der Fall). Dementsprechend kurz sind die einzelnen Tracks. Man mag das als französische Zurücknahme deuten oder einfach als Vorliebe für überschaubare Formen.
Klanglich ist die Aufnahme sehr transparent, etwas trocken vielleicht, aber alle drei Instrumente heben sich klar.


Reine Nervensache
Reine Nervensache
DVD ~ Robert De Niro
Wird angeboten von McThai
Preis: EUR 17,96

18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Komödie!, 3. Januar 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Reine Nervensache (DVD)
Dieser Film vereint zwei große Namen des amerikanischen Films: Robert De Niro und Billy Christal - letzterer nicht nur als Darsteller, sondern auch als Co-Producer. Die Geschichte ist den beiden auf den Leib geschrieben:
Mafia-Boß Paul Vitti (De Niro) wird geplagt von Panikattacken und diversen psychosomatischen Störungen. Durch Zufall gerät er an den nur mäßig brillanten Psychiater Ben Sobel (Christal). Dieser wird gegen seinen Willen zum "Leibeigenen" des Mafiosi gemacht. Dadurch droht die geplanten Hochzeit des Psychiaters mit der unglaublich seichten ex-Wetterfee (Lisa Kudrow) zu platzen und es ergeben sich diverse Verwicklungen, die nicht weiter geschildert werden sollen, um die Überraschungen nicht vorweg zu nehmen.
Das Ganze lebt vom äußerst originellen Wortwitz der beiden Hauptakteure (wer es versteht, sollte die Original-Tonspur hören, obwohl die Synchronisierung auch sehr gut ist). De Niro mimt den soverän selbstbewußten Mafiaboß, der zwar ungebildet ist, aber mit seiner Bauernschläue und seiner direkten Art, Probleme anzugehen, der Welt des "Shrinks" diametral entgegensteht. Sobel ist der in den USA verbreitet Typ des Gesprächspsychologen, der seine "Patienten" endlos reden läßt und sich auf einige mitfühlende Kommentare beschränkt. Er ersetzt soziale Kontakte und zeigt Verständnis für jeden auch nur so geringen Sellenschmerz - es ist ja schließlich sein Einkommen. Zufrieden ist er nicht in seiner Rolle, zumal sein eigener Vater ein wesentlich erfolgreichere Psychiater ist. Vitti auf der anderen Seite ist ebenso unzufrieden mit seiner Welt. Der dauerhafte Streß der Gewalt und das ewige Kräftemessen mit seinen Rivalen hat ihn krank gemacht. Am Ende der Geschichte werden beide voneinander gelernt haben und ihr Leben entsprechend verändert haben. Das versöhnliche Ende ist zwar etwas sentimental, aber es tut der Qualität des Films keinen Abbruch.
"Reine Nervensache" ist ein Film, den man immer wieder sehen kann; ich habe schon erlebt, wie der Film den schlecht gelauntesten Zuschauer fesselt und gut gelaunt entläßt. "Großes" Kino ist es sicher nicht - das dürfte aber auch nicht der Anspruch gewesen sein.
Das Filmvergnügen wird abgerundet durch den "Gag Reel" - also Szenen vom Dreh, die daneben gegangen sind und in denen man sieht, wieviel Spaß die Darsteller neben der "harten" Arbeit auch haben. Das ist fast genauso lustig wie der Hauptfilm.
Die technische Qualität der DVD ist einwandfrei! Die DVD ist zweiseitig: Eine im Bildformat 4:3 und einen in 16:9.


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