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Zukunft der Arbeit: Wirtschaftliche Dynamik und Reformen
Zukunft der Arbeit: Wirtschaftliche Dynamik und Reformen
von Alexander Dilger
  Broschiert
Preis: EUR 19,80

4.0 von 5 Sternen Klappentext und Inhalt, 20. Januar 2006
Die Zukunft der Arbeit ist schon lange ein Thema, dessen Aktualität jedoch zunimmt, weil die wirtschaftliche Dynamik und der technische Fortschritt sich beschleunigen. Außerdem gibt es in Deutschland insbesondere hinsichtlich des Arbeitsmarktes einen Reformstau, der besser überlegt abgearbeitet als bis zum Zusammenbruch kultiviert werden sollte.
Dieser Band enthält dazu sieben Beiträge von jüngeren Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Ökonomen, die verschiedene Einzelaspekte beleuchten. Es fängt an mit noch lange nachwirkenden Problemen der Arbeitsmotivation im Rahmen der Transformation von der Plan- zur Marktwirtschaft. Der Faktor Arbeit im technologischen Wandel wird ebenso behandelt wie die Arbeitsmarktchancen von Frauen. Die Schwächen aktiver Arbeitsmarktpolitik und die Bedeutung der Arbeitskosten werden herausgestellt sowie Arbeitsmarktreformen vorgeschlagen. Es werden Neuerungen im Verlagswesen sowie ihre Auswirkungen auf den Personalbereich analysisert und schließlich marktwirtschaftliche Instrumente für den Umweltschutz diskutiert. Insgesamt sieht die Zukunft der Arbeit gut aus, wenn wirtschaftliche Dynamik genutzt statt gehemmt wird und der Mut zu Reformen besteht.
Vorwort
Heiko Burchert/Carsten Stark: Transformation der Arbeitsmotivation: Eine Problembeschreibung
Claudia Werker: Der Faktor Arbeit im technologischen Wandel
Carola Jungwirth: Die Zukunft von Frauen im Arbeitsmarkt: Verbessert das reformierte Bundeserziehungsgeldgesetz ihre Chancen?
Hubertus Bardt: Die Schwächen aktiver Arbeitsmarktpolitik und mögliche Alternativen
Alexander Dilger: Die Bedeutung der Arbeitskosten für die Zukunft
Frank Keuper: Die Digitalisierung der Wertschöpfung als strategische Herausforderung für Zeitungs- und Zeitschriftenverlage
Heinz Eckart Klingelhöfer: Kompensationslösungen und Zertifikate als marktwirtschaftliche Alternative in der Abfallpolitik


Nachts unter der steinernen Brücke
Nachts unter der steinernen Brücke
von Hans-Harald Müller
  Gebundene Ausgabe

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Magischer Realismus in Prag, 13. September 2003
Leo Perutz verwebt eine Reihe wundervoller Erzählungen zu einem grandiosen "Roman", der größtenteils im Prag des 16. Jahrhunderts spielt, aber im Grunde - wie alle großen Werke - zeitlos ist. So geht es um Macht und Liebe, den Widerstreit weltlicher und göttlicher Normen, Reichtum und Armut, die Vergänglichkeit alles Irdischen sowie ewige Weisheit.
Die Menschen werden differenziert in all ihren Widersprüchen dargestellt, vom Kaiser bis zum Bettler. Wie im wirklichen Leben gibt es schlechtere und bessere Menschen, aber keiner ist nur gut oder ausschließlich böse. Wirklich glücklich ist und wird auch keiner, am ehesten hilft noch melancholische Heiterkeit. Eine entsprechende Grundstimmung durchzieht das Werk, welches hier unmöglich nacherzählt werden kann, sondern von jedem selbst gelesen werden sollte.


Wie sollen wir leben?: Ethik in einer egoistischen Zeit
Wie sollen wir leben?: Ethik in einer egoistischen Zeit
von Peter Singer
  Taschenbuch

20 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sinn und Ethik, 9. September 2003
"Wie sollen wir leben?" Diese Frage kann rein moralisch verstanden werden oder als Frage nach dem Sinn des Lebens, so dass auch die folgenden Fragen sinnvoll erscheinen: Sollen wir moralisch leben? Wenn ja, warum? Singer will alles auf einmal beantworten: Wir sollen moralisch handeln, d. h. das Leid in der Welt nach Kräften verkleinern, weil dies unserem Leben einen Sinn gibt und uns deshalb glücklicher macht als ein direktes Streben nach dem eigenen Glück.
In dieser Antwort und Singers ganzem Buch stecken viel Weisheit, zugleich aber auch analytische Unschärfe. Vielleicht verfehlt der Egoismus das angestrebte Ziel, ist dann aber die Wahl eines Umwegs ihrerseits nur klügerer Egoismus oder tatsächlich ein ganz neues Ziel? Kann nicht auch ein glücklicher Mensch die Sinnfrage stellen oder sind Sinn und Glück identisch? Singer springt von Thema zu Thema ohne rechte Systematik oder Begründung seiner Thesen.
In meinen Augen ist bereits das Grundproblem falsch aufgestellt. "Ethik in einer egoistischen Zeit" geht davon aus, dass die wichtigste Entscheidung zwischen Egoismus oder Ethik fällt. Nur am Rande erwähnt Singer, dass einerseits viele Menschen nicht einmal zu einem rationalen Egoismus in der Lage sind und andererseits ganz unethische Normsysteme existieren. Terrorismus, Krieg und Völkermord werden sicher nicht von aufgeklärten Egoisten durchgeführt, sondern von gläubigen Anhängern schrecklicher Gruppenmoral.
Singer setzt sehr stark auf das veränderte Bewußtsein vieler Einzelner, die irgendwann eine kritische Masse erreichen, um die Welt zu verändern. Wie das passieren soll, wird nicht erklärt.


Fish. Ein ungewöhnliches Motivationsbuch
Fish. Ein ungewöhnliches Motivationsbuch
von Stephen C. Lundin
  Gebundene Ausgabe

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Arbeit macht soviel Spaß wie man selbst, 9. September 2003
Fish! ist ein Buch zur Selbstmotivation bei der Arbeit. Das Grundprinzip ist allerdings so simpel, dass es sich in jedem Lebensbereich anwenden lässt. Es lautet, dass wir unsere Einstellung selbst wählen. Wenn wir genervt zur Arbeit gehen, wird sie nerven. Gehen wir hingegen mit Spass an die Arbeit, wird sie entsprechend Spass machen.
Diese einfache Erkenntnis wird mit einigen weiteren Empfehlungen angereichert und in eine ganz nette Geschichte verpackt. Jeder kennt bestimmt etliche unzufriedene Mitmenschen mit eigentlich ganz passablen Jobs, denen man gerne dieses Buch schenken würde. Das erklärt vermutlich dessen Verkaufserfolg.


Diogenes: Die Gedanken und Taten des frechsten und ungewöhnlichsten aller griechischen Philosophen
Diogenes: Die Gedanken und Taten des frechsten und ungewöhnlichsten aller griechischen Philosophen
von Karl W Weeber
  Gebundene Ausgabe

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Freiheit als Frechheit und Bedürfnislosigkeit, 5. August 2003
Weeber gelingt es, aus den überlieferten Anekdoten ein sehr interessantes und in sich konsistentes Bild von Diogenes sowie seiner Philosophie zu entwerfen. Dabei geht es nicht um verstaubte Antike, sondern um stets, damit auch heute relevante Fragen der richtigen und glücklichen Lebensführung, also um Philosophie im besten Sinne. Da mögen die Fachwissenschaftler unter sich ausmachen, ob das gezeichnete Bild tatsächlich der historischen Wahrheit entspricht.
Diogenes geht es (gemäß Weeber) in erster Linie um die Freiheit, die er jedoch nicht als äußere, sondern innere Freiheit versteht. Auch als Sklave hätte er sich frei gefühlt und seinen Herrn mit Philosophie traktiert. Unter Räubern hat er nichts zu befürchten, auch Tyrannen trotzt er, dem Tod sieht er lachend entgegen. Seinen Trinkbecher schmeißt er weg, als er einen Jungen mit den Händen trinken sieht. Seine Bedürfnislosigkeit bezieht sich auf die irdischen Güter. Zugleich ist er kein Einsiedler, der nur für sich lebt, sondern versucht seine Philosophie anderen Menschen zu lehren. Dies tut er nicht für Geld, sondern weil es und sie ihm wichtig sind.
Diogenes ist nie um einen "coolen Spruch" verlegen und onaniert oder kopuliert auf dem Marktplatz. Aber diese Frechheiten sind Teil seiner Philosophie und sollen die Hohlheit seiner Gesprächspartner bzw. gesellschaftlicher Konventionen demonstrieren. Auch die Antwort "Geh' mir aus der Sonne!" an Alexander den Großen auf die Frage, welchen Wunsch dieser ihm erfüllen solle, ist mehr als ein Scherz. Reichtum oder Macht als Wunsch hätten nicht einfach nur seiner Philosophie widersprochen, sondern ihn ganz direkt alle Unabhängigkeit und vermutlich in kürzester Zeit sein Leben gekostet. Alexander der Große erkennt, zumindest der Sage nach, die Größe dieses Philosophen, wenn er bemerkt, er wäre am liebsten Diogenes, wenn er nicht Alexander wäre. Der Philosoph ist aber selbst hier schlauer und lieber gleich Diogenes und um keinen Preis ein maßloser Feldherr.
So konsequent und mutig wie Diogenes wird kaum einer sein. Aber etwas mehr Maßhalten und Besinnen auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind zumindest bedenkenswert. Dazu kann dieses empfehlenswerte Buch einen Anstoß geben.


Die Macht der Meme oder Die Evolution von Kultur und Geist
Die Macht der Meme oder Die Evolution von Kultur und Geist
von Susan Blackmore
  Gebundene Ausgabe

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es gibt eine Evolution der Meme - was immer sie sein mögen, 18. Juni 2003
Dawkins hat die Idee der Meme in die Welt gesetzt, nun wird sie repliziert und von Blackmore näher ausgeführt. Dabei gibt sie selbst zu, nicht exakt bestimmen zu können, was Meme genau sind, wie eines vom anderen abzugrenzen sei, wie aktiv unsere Rolle bei ihrer Auswahl ist etc.
Die Grundidee ist allerdings leicht verständlich, nämlich die Analogie mit der genetischen Evolution, die durch die Menschen um eine Evolution von Symbolen, Ideen, Handlungen etc. erweitert wurde. Diese memetische Evolution ist nicht einfach ein Anhängsel der genetischen, sondern eigenständig. Sie wird durch die menschliche Imitationsfähigkeit begründet und vorangetrieben, beeinflußt aber auch uns Menschen, unser Verhalten und sogar unsere genetische Evolution. So führt Blackmore z. B. die Größe des menschlichen Gehirns auf das Wirken der Meme zurück.
Mit dem Konzept der Meme läßt sich gut erklären, warum sich nicht immer nur richtige Theorien durchsetzen, sondern gelegentlich auch falsche bis völlig absurde. Andere Herleitungen wie die des Altruismus erscheinen weniger gelungen, da auf entsprechende Weise eigentlich jedes Verhalten (und somit keines) erklärt werden könnte. Zum Ende hin versucht Blackmore, die Idee des Ichs memetisch aufzulösen (Parfit erscheint mir in dieser Hinsicht allerdings überzeugender) und eine Art Buddhismus zu predigen. Das sind sicher nicht die schlechtesten Meme, zumindest wenn es auf Wahrheit nicht (mehr?) ankommt.


Power: Die 48 Gesetze der Macht
Power: Die 48 Gesetze der Macht
von Robert Greene
  Taschenbuch

46 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Macht und Moral, 30. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Power: Die 48 Gesetze der Macht (Taschenbuch)
Machiavelli hat es vorgemacht, wie man schonungslos ehrlich über Macht schreiben kann, nur um dann dafür als unmoralisch gebrandmarkt zu werden. Als wenn es moralisch wäre, in der Analyse nicht ehrlich zu sein! In diesem Spannungsfeld von Macht und Moral bzw. dem ehrlichen Bekenntnis zur Lüge bewegt sich auch Greene. Mit seinen 48 Gesetze der Macht sagt er uns die simple Wahrheit, dass wir nicht immer die simple Wahrheit sagen sollten, wenn wir a) etwas für uns (oder auch andere) erreichen (Macht) und b) unser Gegenüber nicht sinnlos vor den Kopf stoßen und verletzen (Moral) wollen.
Greene formuliert seinen Buchtitel und seine Gesetze so, dass sie unseren Egoismus, unseren Willen zur Macht ansprechen. Dabei arbeitet er jedoch selbst mit den geschilderten Tricks, um sein breites philologisches und historisches Wissen an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Schließlich ist die Hauptlehre, dass wir zum Erreichen unserer Ziele bzw. der Macht nett zu anderen sein sollen, zumindest so tun müssen. Zentral ist deshalb das mittlere Gesetz 24: "Spiele den perfekten Höfling"! Was immer wir erreichen wollen, wir müssen dazu nach außen höflich und gesittet auftreten und den Nutzen der anderen zumindest scheinbar, in deren Augen befördern (aber da Nutzen subjektiv ist, haben wir ihnen damit auch wirklich genutzt). In diesem Sinne werden Macht und Moral versöhnt.


Ökonomik betrieblicher Mitbestimmung: Die wirtschaftlichen Folgen von Betriebsräten
Ökonomik betrieblicher Mitbestimmung: Die wirtschaftlichen Folgen von Betriebsräten
von Alexander Dilger
  Broschiert
Preis: EUR 22,80

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurze Inhaltsangabe, 21. Mai 2003
Früher gab es eine Rubrik, unter der man sich als Autor zu seinem Werk äußern konnte. Da sie nun fehlt, wähle ich diesen Weg, um auf den Inhalt meiner Habilitationsschrift hinzuweisen (die Bewertung ist vielleicht weniger aussagekräftig, da ich als Autor einfach nicht umhin komme, fünf Sterne zu vergeben ;-)):
Mit der Novellierung des Betriebsverfassungsgesetzes von 2001 ist die grundlegende Kontroverse über die ökonomischen Effekte der betrieblichen Mitbestimmung erneut thematisiert worden. Zu deren Klärung will dieser Band beitragen.
Eingangs wird darüber reflektiert, woran die freiwillige Einführung selbst effizienter betrieblicher Mitbestimmung scheitern kann, z. B. an den Folgen asymmetrischer Informationsverteilung. Danach werden theoretische Ansätze zu den tatsächlichen ökonomischen Wirkungen von Betriebsräten entwickelt, die anschließend mit den bereits vorhandenen empirischen Befunden konfrontiert und ökonometrisch untersucht werden. Die Datenbasis bilden zwei repräsentative Befragungen im deutschen Maschinenbau (NIFA-Panel und Bochumer Betriebsräte-Befragung), die erstmals die Bildung unterschiedlicher Typen von Betriebsräten zur ökonometrischen Anaylse erlauben.
Die wichtigsten Ergebnisse verschiedener Hypothesentests: Betriebsräte verringern auf der einen Seite die Personalfluktuation, mindern auf der anderen Seite die Erträge; letzteres wird indes bei einer die Betriebsräte einbindenden Managementpolitik abgemildert. Am Ende stehen Handlungsempfehlungen für Betriebsleitungen und Beschäftigte.


Personalökonomie und Arbeitspolitik
Personalökonomie und Arbeitspolitik
von Dieter Sadowski
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,95

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das beste wissenschaftliche Buch zum Thema, 16. Mai 2003
Dieses Buch ist ein sehr gutes Buch, nein, es ist das beste (und bislang einzige ;-)) wissenschaftliche Buch zum titelgebenden Thema "Personalökonomie und Arbeitspolitik". Besonders gelungen ist die Verknüpfung des betrieblichen Personalbereichs (allein für diesen ist noch die zweibändige Übersetzung des Standardwerks zur Personalökonomik von Edward P. Lazear überaus empfehlenswert) mit den übergeordneten Arbeitsbeziehungen. So kann man z. B. Entlohnungsfragen nur dann wirklich verstehen, wenn die einzel- und die kollektivvertragliche Ebene zusammen betrachtet werden. Neben Entlohnungsfragen werden auch alle anderen relevanten Unterthemen behandelt.
Wer jedoch simple Check-Listen oder viele bunte Bildchen erwartet, sollte zu einem Praktikerband greifen, dieses Buch ist dezidiert wissenschaftlich, insbesondere ökonomisch ausgerichtet. Bei entsprechenden Vorkenntnissen oder auch nur Interessen ist es allerdings sehr gut lesbar und unbedingt zu empfehlen. Sie erwerben genug Wissen, um später selbst korrekte Check-Listen und passende Bildchen entwickeln zu können.


Liebesleben
Liebesleben
von Zeruya Shalev
  Taschenbuch

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichte mit Hintersinn, 22. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Liebesleben (Taschenbuch)
Vordergründig beschreibt Zeruya Shalev aus der Innenperspektive ihrer (Anti-)Heldin Ja'ara, wie diese einem alten Ekel namens Arie verfällt, sich von diesem hart rannehmen und schlecht behandeln lässt, für ihn Mann, Karriere, Würde und Obdach opfert, um ihn am Ende nicht mehr zu ertragen und zu sich selbst (oder der Bibel?) zu finden.
Allerdings wird in der Geschichte selbst die vordergründige Interpretation von Geschichten hinterfragt. Ja'ara eröffnet ihrem Dekan, für eine jüdische Erzählung die wahre Bedeutung hinter der scheinbar offensichtlichen gefunden zu haben. Das Buch schliesst mit dem Auffinden einer weiteren Erzählung mit solch einem bislang übersehenen Hintersinn.
Natürlich hätte ein echter Dekan darauf verweisen müssen, dass zu jeder Erzählung stets viele Interpretationen möglich sind und keine einen alleinigen Wahrheitsanspruch erheben kann. Doch wenn ich meine Interpretation zu "Liebesleben" anbieten darf, so lautet diese:
In "Wirklichkeit" liebt Ja'ara Arie gar nicht, sie lässt sich einfach nur gehen, von ihren Augenblicksgefühlen treiben (wozu auch die unruhige Sprache und die vielen Abschweifungen passen) und sucht eine Realität außerhalb ihrer selbst (dabei hat sie nur sich selbst im Kopf und schadet ausnahmslos jeder Person, mit der sie in Berührung kommt). Sie glaubt, in Arie und auch dem physischen Sex der Realität zu begegnen. Sie verlässt ihn dann schließlich, nicht weil er sie zu schlecht behandelt, sondern weil sie merkt, dass seine Souveränität nur gespielt ist, er sie in Wirklichkeit mehr braucht als sie ihn. Also geht die Realitätssuche weiter und endet an der Uni bzw. dem Aufspühren des wahren Sinns von Geschichten.


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