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Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist. Eine Gebrauchsanleitung
Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist. Eine Gebrauchsanleitung
von Stefan Klein
  Gebundene Ausgabe

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gutes Sachbuch, 2. Januar 2007
Vorab: Der Untertitel "Eine Gebrauchsanleitung" führt mögliche Interessenten vielleicht in eine falsche Richtung. Das vorliegende Buch ist nämlich kein Buch zum Thema Zeitmanagement. Zum Umgang mit der eigenen Zeit und deren gefühlter Knappheit enthält es zwar ein paar wenige Seiten, diese machen aus dem Buch aber keine "Gebrauchsanleitung" im Sinne eines Ratgeberbuches.

"Zeit" ist sicher auch kein Buch für Wissenschaftler, sondern für interessierte Laien, die sich mit dem Phänomen Zeit auf Sachbuchebene beschäftigen möchten.

Der erste und umfangsreichste Teil des Buches widmet sich dem Erleben von Zeit und den daran beteiligten Hirnregionen. Dass die Wahrnehmung von Zeit eng mit dem Erinnern zusammenhängt und dass sich auch die Wahrnehmung als solche im Lauf der Jahrhunderte verändert hat, wird hier ebenso behandelt wie Auswirkungen von Hirnverletzungen auf unser Zeitgefühl oder etwa die Frage, warum wir mit zunehmendem Alter gleichbleibende Zeiträume immer kürzer wahrnehmen.

Der zweite Teil beschäftigt sich damit, wie wir mit Zeit umgehen. Dabei klärt Stefan Klein kleinere und größere Irrtümer auf in Bezug auf die Frage, was Stress tatsächlich ist und dass wir oft genau dort Zeit verlieren, wo wir meinen, besonders effizient mit ihr umzugehen.

Der dritte Teil beschäftigt sich mit der (physikalischen) Definition von Zeit im Sinne der Relativitätstheorie Albert Einsteins.

"Zeit" ist ein gut strukturiertes, interessantes Sachbuch, das sich mit einem Phänomen beschäftigt, mit dem jeder seine ganz eigenen Probleme hat. Woher diese rühren, welche unvermeidlich, welche behebbar sind, hat Stefan Klein in seinem Buch bestens dargestellt. Seine Sprache ist klar und verständlich, die Beispiele zur Verdeutlichung eines Sachverhaltes stets gut gewählt. Deshalb empfehle ich diesen Titel gerne weiter.


Serie Piper, Bd.1, Macht und Gewalt
Serie Piper, Bd.1, Macht und Gewalt
von Hannah Arendt
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gute Begriffsklärung, 29. Dezember 2006
Der längere Essay "Macht und Gewalt" klärt, ausgehend von den Studentenunruhen Ende der 60er Jahre, die beiden genannten Begriffe als voneinander getrennte Phänomene unseres politischen und gesellschaftlichen Lebens. Die Definitionen, die Hannah Arendt mittels ihres präzisen und scharfsinnigen Denkens findet, gehen über die Studentenrevolte hinaus und sind grundlegender Natur. Für jeden, der sich mit Macht als Phänomen und Gewalt als Mittel zum Zweck auseinandersetzen möchte, ist mit diesem einführenden Band als Grundlegung bestens bedient. Mithin gewinnt man en passant einen sehr guten Einblick in Hannah Arendts Denkungsweise, die sprachlich und intellektuell ein Hochgenuss ist. Die Klarheit ihres Denkens und die Qualität ihrer Aussagen bestechen auch heute noch und heben sich wohltuend vom heutigen verquasten und oft inhaltsarmen Diskurs ab.


Careless Love
Careless Love
Preis: EUR 7,97

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warm und weich, 29. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Careless Love (Audio CD)
Nicht nur für Jazz-Liebhaber ist "Careless Love" wunderschöne Musik. Madeleine Peyroux' Stimme ist so angenehm warm und weich, dass man ihr zu jeder Tageszeit lauschen kann bis in die späte Nacht hinein. Dabei umschmeichelt sie den Hörer und gibt ihm ein großes Stück ihrer Leichtigkeit, Ruhe und guten Laune ab. Wunderschöne und sehr zu empfehlende Mucke!


Beyond the Sea
Beyond the Sea
DVD ~ Kevin Spacey

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu wenig Wahrhaftigkeit, 14. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Beyond the Sea (DVD)
Ich bin guter Dinge an den Film herangegangen, weil ich Kevin Spacey als Schauspieler sehr schätze.

Nach den ersten 20 Minuten war mir langweilig, nach weiteren 20 hoffte ich bereits, es möge noch was kommen, was mich in den Film zieht. Es dauerte bis fast gegen Ende des Films, bis ich endlich drin war.

Woran liegt das? Zum einen am Drehbuch. Der Einstieg in das Leben von Bobby Darin ist derart kompliziert und verwirrend angelegt, dass man vor lauter roten Fäden gar nicht weiß, welcher derjenige sein wird, an dem man durch den Film geführt wird. Es wäre nicht verkehrt gewesen, das Leben von Bobby Darin einfach chronologisch zu erzählen, gerne reduziert auf die wichtigen Stationen. Stattdessen jedoch springt der Film stets zwischen Jugendjahren, Gegenwart, jüngster Vergangenheit und Jetzt-Zeit hin und her. Das nervt irgendwann gewaltig und wird erst besser, wenn die Rückblenden auf die Kindheit endlich aufhören, die Erzählung eines Lebens endlich beginnt.

Viel erfährt man nicht über Bobby Darin, dafür hört man sehr viel Musik und muss sich eher merkwürdig anmutende Tanzeinlagen ansehen. Den jungen Darin kauft man Spacey bei aller Begeisterung (der eigenen und der von Spacey für seine Figur) nicht ab. Spacey will viel zu viel in zu kurzer Zeit und mittels einer überladenen komplizierten Dramaturgie darstellen und an den Zuschauer vermitteln. Dabei hat er vergessen, dass man einen Zuschauer zunächst mal in den Film hineinziehen muss, um ihn sodann durch denselben hindurchzuführen. Spacey hingegen ist so verliebt in Darin, dass er den Zuschauer darüber vergisst.

Spacey ist ein hervorragender Schauspieler. In diesem Film jedoch kaufe ich ihm kaum etwas ab - außer, dass er von der Figur, die er spielt, begeistert ist. Diese Begeisterung kann er nicht in Wahrhaftigkeit umsetzen, und so wirkt dieser Darin in vielen Szenen eher unglaubwürdig, manchmal sogar hohl und leer. So verloren wie Spacey oft in die Kamera guckt, so verloren fühlte ich mich als Zuschauerin, fragte mich, wozu mich Spacey eigentlich braucht, denn seine Begeisterung springt nicht über zum Zuschauer. Die Figur Bobby Darin geht einem kaum nahe, selbst in den wenigen Momenten, in denen etwas Greifbares aus seinem Leben erzählt wird.

Ich verstehe nun gut, warum der Film in den Kinos floppte. Sehr schade, denn es steckt sicher viel Herzblut und Liebe darin. Aber vielleicht ist es gerade die mangelnde Distanz zur Hauptfigur, die dem Film schadet. Weniger Ambition hätte wahrscheinlich zu einem besseren Ergebnis geführt.


Haus aus Sand und Nebel
Haus aus Sand und Nebel
DVD ~ Jennifer Connelly
Preis: EUR 6,97

22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Niemand ist ohne Schuld, 13. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Haus aus Sand und Nebel (DVD)
Eine Frau verliert ihr Haus. Ein Immigrant kauft dieses Haus - und nichts ist in Ordnung, im Gegenteil: mit jedem Schritt, den die Protagonisten tun, steuern sie auf die Katastrophe zu.

Die erste Viertelstunde des Films dachte ich: ob das als Plot für 90 Minuten wohl ausreicht? Doch relativ schnell nimmt einen gerade dieser einfache schlichte Plot gefangen. Jede weitere Person, die in das Geschehen um dieses verkaufte Haus eingreift, verschlimmert die Situation. Dabei kommt in diesem Film die Katastrophe gerade nicht mit dramatischer Ankündigung daher, sondern ist die Folge von vielen kleinen einzelnen Fehlentscheidungen der Menschen, die später von ihr mitgerissen werden.

Das eigentlich Erstaunliche ist, dass man als Zuschauer keine Chance hat, Partei zu ergreifen. Jeder, der in diese Hausgeschichte verwickelt wird, hat für sich gesehen Recht, genau so zu handeln, wie er oder sie es tut. Und gerade weil jeder auf sein Recht besteht und nicht die Distanz zum und den Überblick über das Geschehen hat, ist das Desaster unausweichlich.

Ein Wort noch zu Ben Kingsley: obwohl er sich sehr zurück nimmt in seinem Spiel, ist seine Präsenz im Film fast übermächtig. Den Raum, den er für seine Mitspieler übrig lässt, nutzen diese jedoch auf das Beste.

Ein sehenswerter und kluger Film.


Der Kindersammler
Der Kindersammler
von Sabine Thiesler
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

67 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vor allem spannend, 8. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Kindersammler (Taschenbuch)
Ich vermute, dass "Der Kindersammler" aus zwei Gründen so weit oben in den Verkaufslisten steht: zum einen ist der Titel an sich ein gut gewählter Eye Catcher und weckt Interesse; zum anderen ist die Story spannend geschrieben.

Ein Kind wird getötet, und relativ bald ist klar, dass es sich um einen Serienmörder handelt. Dessen Herkunft und Geschichte wird in Rückblenden erzählt. Ob das, was ihm in seiner Kindheit widerfährt, ausreicht, um später zum Mörder zu werden, mag man bezweifeln. Die psychologische "Unterfütterung" aller Personen dieser Story, insbesondere natürlich die des Täters, bleibt an der Oberfläche und geht über das Niveau von Küchenpsychologie nicht hinaus. Überwiegend, und das wird einem allein schon anhand der Zahl der Getöteten deutlich, spielt dieser Krimi auf der Handlungsebene.

Auf dieser Ebene versucht die Autorin mehrere Geschichten miteinander zu verknüpfen und das über einen Zeitraum von gut 30 Jahren. Dies gelingt ihr meistens, nicht immer jedoch, wodurch logische Löcher und Irritationen entstehen, die nicht nötig gewesen wären, wenn sie ein einfacheres Erzählmuster gewählt hätte und dem Motto: "weniger ist mehr" gefolgt wäre.

Zusammengenommen gibt es schon einige Kritikpunkte, allerdings, und das sollte man sich vor dem Kauf überlegen, hängt die Beurteilung eines Buches auch davon ab, was man zuvor von ihm erwartet hat. Will man Spannung, also einen Titel, den man nicht mehr aus der Hand legt, weil man wissen will, wie es weitergeht, ist man mit dem "Kindersammler" bestens bedient: es ist gute Unterhaltungsliteratur - nicht mehr, nicht weniger. Man muss eben über ein paar Logiklöcher hinweglesen, was einem aber auch nicht schwer fällt angesichts der Spannung.

Erwartet man mehr als das, sollte man sich vielleicht nach einem anderen Titel umsehen.

Und wenn man Kinder hat, sollte man sich dieses Buch überhaupt nicht kaufen, denn es triggert massiv die Ängste aller Eltern.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 20, 2008 3:51 PM MEST


Hit me with your Klapperstock: Ein Vademekum für Deutschland
Hit me with your Klapperstock: Ein Vademekum für Deutschland
von Oliver Maria Schmitt
  Broschiert
Preis: EUR 12,00

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Humor und Witz, 1. Dezember 2006
Dieser Titel war die Empfehlung eines Freundes zum Zwecke der Aufmunterung an dunklen Wintertagen...

Und ja: ich habe bei der Lektüre dieses Buches mehr als einmal Tränen gelacht. Wer so viel humoristische Distanz zu sich selbst, seinen Landsleuten und seinem Geburtsland hat, darüber hinaus über eine derart ausgeprägte Beobachtungsgabe wie Herr Schmitt verfügt, dem gebührt an dieser Stelle eine lobende Erwähnung. Guten Gewissens werde ich dieses Buch demnächst im Freundeskreis verschenken. Drei Stunden amüsante Unterhaltung mittels Persiflage, Glosse und Satire garantiert dieses Vademekum für Deutschland auf jeden Fall.


Die Angst des Tormanns beim Elfmeter. SZ-Bibliothek Band 13
Die Angst des Tormanns beim Elfmeter. SZ-Bibliothek Band 13
von Peter Handke
  Gebundene Ausgabe

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwere Kost, 1. Dezember 2006
Der Auftakt und die ersten 50 Seiten des eher kurzen Romans haben mir gefallen. Handke konnte mich für das Schicksal seiner Hauptfigur Bloch interessieren. Im letzten Drittel jedoch wird die Sprache immer geschraubter, künstlicher und anstrengender. Manchmal dachte ich an Tippfehler, um dann festzustellen, dass es sich in diesen Fällen um Handkes eigene Auffassung von Syntax und Sprachverwendung handelt. Mal etwas gegen den Strich zu bürsten, Sprache, Bilder und Zeichen anders als gewohnt zu verwenden, kann spannend, interessant und kunstfertig sein, bei dem hier besprochenen Titel jedoch führt es zu Desinteresse und auf den letzten Seiten zu Langeweile. Einen weiteren Handke-Titel werde ich mir nach Lektüre dieses Bändchens nicht zulegen.


Traumnovelle. SZ-Bibliothek Band 12
Traumnovelle. SZ-Bibliothek Band 12
von Arthur Schnitzler
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf der Grenze zum Tabubruch, 12. November 2006
Schnitzlers "Traumnovelle" hat mich angenehm überrascht: Zum einen schreibt Schnitzler zu Anfang des 20. Jahrhunderts mit einer sehr aufgeklärten, ja emanzipatorischen Sicht auf die (verheiratete) Albertine und die Interaktion mit ihrem Mann Fridolin. Gleich zu Beginn der Novelle ahnt der Leser, dass diese Frau kein Anhängsel, sondern eine eigenständige, sich ihrer selbst bewusste Persönlichkeit ist - gleichauf mit ihrem Mann, den ihre Erzählung von einem Fremden, der sie im letzten Urlaub in ihren Bann schlug, ohne auch nur das Wort an sie gerichtet zu haben, aus seinem Gleichgewicht, seiner bis dahin stumpfen ehelichen Sicherheit bringt. Zum anderen versteht es Schnitzler wie kaum ein anderer, die Verkettung zwischen innerseelischen Vorgängen und ihrer Abbildung in realen Handlungen aufzuzeigen. Alles, was Fridolin widerfährt im Anschluss an diese Nacht der gegenseitigen Geständnisse ist Folge seines erschütterten Bildes seiner Frau, seiner Ehe, seiner Sicherheit. Wo seine Frau im Traum längst den Tabubruch begangen hat und dadurch sicherer in ihrer Liebe zu Fridolin wurde, da versucht er im Nachgang, sein verletztes Ego in der Realität durch reale ehebrecherische Erlebnisse zu heilen, was misslingt, ihn jedoch in ganz reale, fast kriminalistische Schwierigkeiten bringt.

Die "Traumnovelle" ist eine klassische und doch ganz moderne Novelle: klassisch, weil sie alle Stilelemente einer Novelle beinhaltet, modern, weil sie ein Thema behandelt, das jeden Menschen, jedes Paar angeht - damals wie heute: den schmerzlich-ehrlichen und offenen Umgang mit den eigenen Gefühlen und Wünschen und ihrer Erfüllung und auch ihrer Nichterfüllung durch die Partnerin/den Partner. Dies gelingt Albertine und Fridolin. Selten habe ich einen derart guten, stimmigen Schluss gelesen: "Nun sind wir wohl erwacht".


Das Geheimnis des Goldschmieds: Roman
Das Geheimnis des Goldschmieds: Roman
von Elia Barceló
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zur falschen Zeit am richtigen Ort und umgekehrt, 11. November 2006
"Das Geheimnis des Goldschmieds" ist eine kurze Geschichte (87 Seiten), die sich um das Thema Begegnungen zur richtigen oder zur falschen Zeit dreht. Ein junger Mann, dessen Herz noch unverwundet und offen für die Liebe ist, trifft auf eine ältere Frau, die ihn nach einer kurzen und heftigen Liebesgeschichte verstößt. Jahre später, er befindet sich zur falschen Zeit am richtigen Ort, verlässt er eine junge Frau, deren Herz dadurch verwundet und für die Liebe für immer verschlossen wird.

Die Idee, zwei Menschen in unterschiedlichen (persönlichen) Zeitaltern zwei Mal aufeinander treffen zu lassen, hat mir gut gefallen und mich neugierig darauf gemacht, wie die Autorin den von ihr geknüpften Zeitknoten auflösen würde. Auch die Frage, ob man als Zeitreisender in die eigene Vergangenheit die eine oder andere Stellschraube verdrehen würde, bekäme man die Gelegenheit dazu, ist interessant und ein Hinweis darauf, ob man mit dem Verlauf der eigenen Geschichte glücklich geworden ist oder nicht.

Die Autorin löst den Knoten jedoch nicht, sondern kehrt wie ein Eistänzer zum Ausgangspunkt zurück, nachdem sie zweimal eine Zeitschleife in Form einer Acht gefahren ist. Und so lässt diese Geschichte, deren zugrunde liegende Idee zu einem wirklich großen Roman hätte entwickelt werden können, den Leser mit der weidlich bekannten Weisheit zurück, dass sich die Liebe zweier Menschen nur entzündet, wenn beide zur richtigen Zeit am richtigen Ort aufeinander treffen.

Für mich liest sich dieses kleine Büchlein eher wie ein ausführliches Exposé zu einem Roman. Mir fehlte an vielen Stellen die Beschreibung des Zaubers, den diese zwei Menschen füreinander empfinden, das, was diese Liebe eigentlich ausmacht. Ein paar Blicke, ein paar Küsse - mehr gönnt die Autorin dem Leser nicht. Man fragt sich nach eineinhalb Stunden, nachdem man die Geschichte zu Ende gelesen hat, warum da zwei Menschenseelen eigentlich zugrunde gegangen sind. Die Größe von Liebe, ihre mitreißende Wucht, wird in der Geschichte nur über Filme wie etwa "Vom Winde verweht" zitiert, im Buch selbst findet sie nicht statt. Auch Sprache und Stil von Frau Barceló heben sich nicht besonders hervor oder bereiten beim Lesen einen besonderen Genuss. Und auch der Titel "Das Geheimnis des Goldschmieds" verspricht mehr, als die Geschichte zu halten vermag.

Insgesamt gesehen handelt es sich hier um eine gute Idee, dafür die drei Sterne, aber um eine nur durchschnittliche Umsetzung bzw. Entwicklung derselben.


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