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Rezensionen verfasst von
Nathan "Johnny" (Hessen)

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Distant Relatives
Distant Relatives
Preis: EUR 9,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entfernt Verwandte..., 16. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Distant Relatives (Audio CD)
...so kann man Hip-Hop und Reggae durchaus bezeichnen, denn beide haben ihre Ursprünge in der karibischen/afroamerikanischen Kultur. Doch genug der Geschichtsstunde!
Distant Relatives ist der Titel des neuen Projekts von Damian "Jr.Gong" Marley und Nasir "Nas" Jones. Wer sich jetzt fragt, was der Sohn der Reggae-Legende Bob Marley mit dem Sohn des Jazzmusikers Olu Dara zu tun hat, der sollte sich schleunigst "Road to Zion" von Damians Album 'Welcome to Jamrock' aus dem Jahre 2005 anhören, denn derjenige hat einen der besten Tracks der letzten Jahre verpasst. Wer den Track kennt, dem wird schnell klar, warum die beiden Musiker sich zu einer erneuten Zusammenarbeit entschieden haben - die Beiden harmonieren perfekt miteinander. Aus der Anfangs geplanten EP wurde letzendlich ein ganzes Album.
Doch nun zum Album selbst. Den Anfang macht das grandiose Cover, dass die beiden Interpreten und zwischen ihnen ein Umriss von Afrika zeigt. Allein dafür könnte ich dem Album schon 5 Sterne geben. Weiter geht es mit dem Titel "Distant Relatives", der die Verwandtschaft von Hip-Hop und Reggae nur auf musikalischer Ebene wiederspiegelt. Die eigentliche (lyrische) Botschaft des Albums ist die Verwandtschaft aller Menschen unserer Welt, wie Nas selbst erwähnte. Doch um die Botschaft wirklich verstehen zu können, muss man das Album gehört haben.
Die musikalische Grundlage des Albums kreierten die beiden Interpreten in Zusammenarbeit mit Stephen Marley.

Das Album beginnt mit dem Song "As We Enter", der bereits seit einiger Zeit im Internet seine Runden macht und somit den meisten Fans und einigen anderen (neugierigen) Musikfanatikern bekannt sein dürfte, daher nur ein kurzes Fazit: großartiger Track.
Mit "Tribal War" geht es dann gleich mit afrikanischen Elementen und einem energiegeladenen K'naan richtig zur Sache. Nas und Jr.Gong müssen sich jedoch keinesfalls hinter K'naan verstecken, alle drei glänzen hier mit ihrem lyrischem Können. Der Song zeigt in dramatischer Stimmung wie sich Menschen gegenseitig umbringen und dabei oftmals zum selben "Stamm" gehören. Sehr gut dargestellt durch K'naan's Part, der den "Stammeskrieg" in 5 Schritte unterteilt oder auch Damian Marley der einige Gründe aufzählt ("Over Colors/Over Money, over land, and over oil, and over God/And over Idols, and even lovers") um nur Einige zu zeigen. Und schnell wird einem klar, in welch kranker Gesellschaft wir eigentlich leben. Schön, dramatisch, erschreckend. So kann man dieses Lied beschreiben.
Den nächsten Song kennen vermutlich auch schon einige, weswegen ich hier nicht sehr darauf eingehen werde. "Strong Will Continue" ist einfach nur eine Bombe epischen Ausmaßes. Einer der besten Tracks überhaupt!
"This one's for all the leaders..." ist die Botschaft die uns der Raggamuffin Stephen Marley mit dem Refrain von "Leaders" an den Mann, oder besser gesagt an unsere Leaders bringen will. Hier geht es etwas ruhiger zu als bei den ersten Songs und man kann sich zu diesem wunderbaren Beat einfach nur zurücklehnen und seine Gedanken schweifen lassen. Oder aber man konzentriert sich auf den Text und lauscht was Nas und Damian über unsere "Oberschicht" zu sagen haben und sich Fragen warum man anderen Menschen folgt ("Who do I follow?/Who do I copy?/Look in to the mirror/And it's you I see look at me"). Sehr schöner Track.
Ein schleppend wirkender Beat unterlegt den nächsten Titel: das geniale "Friends". In diesem Lied geht es um wahre Freundschaft. Das Lied fühlt sich an wie ein schwerer Weg, der nur mithilfe wahrer Freunde gegangen werden kann. Wirklich überragende Arbeit. Die beiden Künstler harmonieren einfach perfekt zusammen, so dass man immer noch das Gefühl hat auf der Straße nach Zion zu sein. Wirklich geniale Atmosphäre.
"Count Your Blessings" ist wieder ein heiterer Song, der es versteht den Hörer aufzubauen. Nas zeigt auch hier, dass er ein wahrer Poet der Straße ist "You're wishing/You were sitting/In the top position/Picture perfect/Nothing less cause you deserve it". Damian übernimmt den etwas längeren Refrain und zeigt uns, was er kann "And I've got somewhere to dress for/And I've got no need to stress for/And so I'll always put my best forth/And count my blessings".
Hart geht es mit "Dispear" weiter. Ein genialer Track, der wie eine afrikanische Hymne über Krieg und die damit verbundenen Ängste und Hoffnungen wirkt. Nicht zu letzt trägt der afrikanische Chor im Intro des Songs zu dieser Stimmung bei. Ein Meisterwerk.
In "Land of Promise" wird der verstorbene Reggae-Artist Dennis Brown gesamplet. Heraus kommt ein reggaetypischer Beat, der nicht reggaetypischer sein könnte - chillig. Doch auch hier hat es der Text wieder einmal in sich. Jr.Gong und Nas schwelgen hier in Träumen. Wie wäre ein Amerika in Afrika? Ja richtig gehört. "Johannesburg would be Miami/Somalia like New York". Das hier ist keine (verrückte) Vorstellung im Kopf, nachdem man Marihuana konsumiert hat. Hier wird der Wunsch nach einem geeinten Afrika aufgegriffen, ein Traum der Afrikaner, das "versprochene Land". Die von mir etwas vernachlässigten lyrischen Fähigkeiten von Mr.Jones, finden hier berechtigt Erwähnung "Promise Land no fables/This where the truth's told/Use them two holes/Above your nose/To see the proof yo!". Hier der Beweis, dass der Mann aus Kingsbridge nichts verlernt hat!
In 'In His Own Words' bildet das Instrumental eine Gitarre, wodurch das Lied gleich eine ganz andere Stimmung mit sich bringt. Hier wird für Abwechslung gesorgt. Ein Song, der dank des genialen Refrains von Stephen Marley, durchaus auch für die breite Masse an Hörern geschaffen ist. Doch auch die Botschaft sollte nicht vergessen werden.
Der nächste Track ist eine Klasse für sich. 'Nah Mean' hat ein durchaus seltsames Instrumental, dass irgendwie an ein Kinderlied erinnert, aber dann wieder doch nicht. Ich gebe zu, es kann ziemlich nerven. Achtet man aber auf die Texte, merkt man bald, dass es sich hier um ein geniales Musikstück handelt.....oder auch nicht. Hier ist es echt Geschmacksache. Mehrmals hören!
Mit 'Patience' kommt eine weitere Perle auf uns zu. Ein sehr ergreifender, philosophischer Titel. Ich glaube kaum, dass ich je einen so tiefgründigen/nachdenklichen Song gehört habe. Hierzu will ich nicht zu viel sagen. Jeder muss es mit eigenen Ohren gehört haben. Gesamplet wird 'Sabali' von Mamadou & Mariam. Für diesen Song allein lohnt es sich die Platte zu besorgen!
Unsere Generation ist Inhalt des nächsten Tracks 'My Generation'. Damian und Nas zeigen hier mit der Hilfe von Lil Wayne unserer Generation, dass sie das Zeug dazu haben eine Veränderung zu bewirken. R&B Sängerin Joss Stone singt hier mit Unterstützung eines Kinderchors den Refrain und vermittelt das Gefühl, dass wir alle Zusammengehören. Die drei Hauptinterpreten stehen sich in Nichts nach und verbreiten wahre Botschaften. So heißt es laut Nas 'Education is real power', während Jr.Gong der Ansicht ist dass wir trotz Wirtschaftskrise eine Veränderung herbeiführen können 'Because we rising up despite of the economy' und Lil Wayne ruft zum Zusammenzuhalten auf 'If we all come together/Then they can't divide one/Don't worry 'bout it/Just be about it'.
Den Schluss macht das emotionale 'Africa Must Wake Up'. In erster Linie scheint das Lied nur für Afrika und seine Bevölkerung bestimmt zu sein. Jedoch sprechen die drei Künstler, K'naan wieder mit im Boot (diesmal auf Somali (?)), die komplette Menschheit an und stellen klar, dass wir alle miteinander Verwandt sind. Schöner könnte ein Abschluss nicht sein.

Die musikalische Untermalung trotz nur so vor Abwechslungsreichtum, sei es ein eher hip-hop-angehauchter Track ('As We Enter'), ein Reggae Song ('Land of Promise') oder ein exotischer Track ('Tribal War'), dieses Album hat es. Die Botschaft, die hier rübergebracht wird, betrifft jeden Menschen. Sie ist sehr kritisch verpackt und regt zum Nachdenken an, auf das es der Letzte endlich verstanden habe, wo es mit uns hingeht, wenn wir so weitermachen.
Dieses Album ist Musik für die Welt. Deswegen ist es für mich musikalisch als auch lyrisch gesehen DAS Album überhaupt.


B.O.B Pres.the Adventures of Bobby Ray
B.O.B Pres.the Adventures of Bobby Ray
Preis: EUR 25,69

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen the Adventures of... (Hip-Hop), 29. April 2010
...Bobby Ray, auch bekannt als B.o.B liefert uns nach einigen sehr bemerkenswerten Mixtapes nun endlich sein erstes Soloalbum mit dem Titel "the Adventures of Bobby Ray".
Der Newcomer aus Atlanta versteht es nicht nur gute Texte zu schreiben sondern diese auch noch mit (teilweise selbstproduzierten) einzigartigen Beats zu kombinieren und scheut dabei auch keinesfalls selbst zum Instrument zu greifen. Sei es das Klavier oder die Gitarre, dieser Mann beherrscht sie ebenso gut wie seine Stimme. Aus diesem Grund würde ich Bobby Ray Simmons nicht als Rapper sondern als Musiker bezeichnen - er macht dem heimlichen Spitznamen "Andre 1500" alle Ehre, denn er kommt tatsächlich wie eine kleine Version des großartigen Outkast Members herüber.
Bevor ich mich dem Album widme:
1. ich musste mich an den neuen Sound erst gewöhnen und finde das Album erst nach mehrmaligem hören wirklich gut.
2. diese Musik ist keine stupide Mainstream-Gangster-Musik, sondern kreativ, abwechslungsreich und innovativ.

Doch nun zum Album selbst. Wie bereits erwähnt stammen einige Beats aus seiner eigenen Hand, unterstützt wurde er zusätzlich von Jim Jonsin, The Smeezingtons, Crada uvm. Hochkarätige Featuregäste kann das Album ebenfalls aufweisen, unter ihnen: Eminem, Lupe Fiasco, Hayley Wiliams (Paramore) und T.I.
Den Beginn macht "Don't Let Me Fall", das von B.o.B selbst produziert wurde. Das Zusammenspiel der Instrumente passt hier perfekt und spätestens beim Einsatz der Gitarre ist man Fan des ersten Tracks, der auch in Sachen Lyriks überzeugen kann. "So here I go B.O.B, Bobby Ray, I don't know, need I know/But I know, That I float, Rack em up knock em down, Dominos" Zeilen wie diese, zusammen mit seiner Stimme und einem von ihm selbst gesungenen Refrain zeigen einen Vorgeschmack auf die 11 anderen Tracks. Ein guter Einstieg ins Album.
Weiter geht es mit der ersten Single "Nothing On You", das in den USA schon ordentlich abgeräumt hat. Während Bruno Mars uns hier einen traumhaft schönen Refrain bietet, beweist Bobby Ray mit Passagen wie "And so I lost more than I had ever won/And honestly, I ended up with none" und einer richtig guten Bridge sein können auch dem Letzten. Wenn dieser Song in Deutschland nicht einschlägt, dann muss irgendetwas falsch sein in diesem Land.
"Past My Shades" zusammen mit Lupe Fiasco geht nach den ersten beiden Tracks leider etwas unter, obwohl sich auch hier wieder ein guter Track finden lässt.
Die zweite Single "Airplanes" ist vielleicht sogar noch größer als "Nohing On You". Hier geht einem der Refrain der Sängerin von Paramore, Hayley Williams wirklich unter die Haut. Auch wenn der Refrain vermutlich der Grund für die Klasse dieses Songs liefert, sollte das lyrische Genie von B.o.B keinesfalls vergessen werden ("Yeah, I could use a dream or a genie or a wish/To go back to a place much simpler than this")
Spätestens nach diesem Lied ist einem klar, dass B.o.B einer der nächsten richtig Großen sein wird.
T.I., seines Zeichens Labelchef von B.o.B lässt sich hier zusammen mit Kollege Playboy Tre auf "Bet I" natürlich keinesfalls die Gelegenheit entgehen seinen Schützling zu unterstützen. Leider handelt es sich hierbei um den schwächsten Track des Albums, der sehr stark an die restliche Musik aus Atlanta angelehnt ist und meiner Meinung nach nicht wirklich zu Bobby passt. Schade.
Dafür erlangt B.o.B mit dem nächsten Track wieder zur vorherigen Qualität zurück. "Ghost In The Machine" ist der zweite selbstproduzierte Track und gehört auf jeden Fall zu den Stärksten (wenn nicht sogar dem Stärkstem) seines Debuts. Zum Beat: das Lied beginnt langsam und recht ruhig, nur mit Klavieruntermalung. Dann setzen Gitarre und futuristische Klänge ein, bevor das Lied mit dem Refrain richtig beginnt. Zu erwähnen sei noch die kurze Pause nach jedem Refrain, diese trägt nämlich maßgeblich zur Stimmung des kompletten Tracks bei. Der Text ist wie bereits gewohnt auf hohem Niveau "So I grab my bags and go, as far away as I can go/Cause everything ain't what I used to know" "You say I look fine, if only you knew what's on my mind".
Etwas lebensfreudiger geht es dann mit "The Kids" zusammen mit Janelle Monae weiter. Ein weiterer Track, der die Vielfältigkeit von B.o.B zeigt. Janelle verleiht dem eher elektrisch angehauchtem Track eine ganz perönliche Note.
Rockig geht es auf dem "Magic" betitelten Song zusammen mit Rivers Cuomo (einem Teil der Band Weezer) zu. E-Gitarre gepaart mit elektrischem Beat verbreiten definitiv gute Laune und zeigen nebenher auch, das man Hip-Hop gut mit anderen Musikrichtungen kombinieren kann. Auch hier scheut sich unser Newcomer nicht seinen Hörern intelligente ("Well take a journey into my mind/You'll see why it's venom I rhyme") und amüsante ("I break all the rules like Evel Knievel/It's a spectacular show, 'cause my heart pumps diesel") Texte um die Ohren zu hauen.
Der nächste Titel "Fame" ist wieder langsamer und entspannter und bietet so gute Abwechslung nach "Magic", kann dennoch nicht gänzlich überzeugen. Einer der schwächeren Tracks.
Mit "Lovelier Than You" schlägt Bobby Ray eine ganz andere Richtung ein. Hier bekommt man einen ruhigen akustischen Beat zu hören, auf den B.o.B jedoch überraschend gut passt. Sehr schöner Track.
Auf "5th Dimension" bekommen wir dann einen seltsamen Beat zu hören, der jedoch nach gewisser Zeit durchaus als guter Beat bezeichnet werden kann. Sehr vielseitig und trägt zur Abwechslung auf dem Album bei.
"Airplanes (die Zweite) Part 2" bildet einen würdigen Abschluss des Albums und greift den Track "Airplanes" noch ein mal (mit minimal verändertem Beat) auf, diesmal jedoch mit der Unterstützung von Eminem. Beim zweiten Hören kommt die Tragik, die in diesem Lied steckt nochmals zum Vorschein und man ist sich nicht sicher, ob das Lied traurig oder fröhlich rüberkommen soll.

Als Fazit lässt sich sagen, dass Bobby Ray (Simmons) aka B.o.B ein vielversprechender Newcomer ist. Er zeigt, dass Hip-Hop mehr ist als nur stumpfe, bassunterlegte Beats. Im Gegenteil, er zeigt, dass es richtig gut klingt, wenn man Einfluss von 'außerhalb' in diese Musik fließen lässt.
Das Album selbst ist sehr abwechslungsreich und bringt neue Elemente mit sich. Vor allem Tracks wie 'Don't Let Me Fall', 'Ghost In The Machine', 'Magic' und 'Lovelier Than You' bringen ein Maß an Abwechslung in dieses Album, wie ich es selten zuvor gehört habe.
Dieser Interpret ist eine Innovation in Sachen Black Music und benötigt Unterstützung.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 16, 2010 1:35 PM MEST


Boy Meets World.
Boy Meets World.
Preis: EUR 13,89

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frischer Westwind, 12. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Boy Meets World. (Audio CD)
Vornweg möchte ich betonen, das dieses Album jede Menge frischen Wind mit sich bringt und somit nichts für Hörer von chartorientiertem Hip-Hop ist.
Ich bin durch 'Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch...' auf dieses Album gekommen. Diese Funktion finde ich einfach nur einsame Klasse, so bin ich schon auf sehr viel Musik gekommen, die ich vorher gar nicht kannte. Danke Amazon.
Doch nun zum Thema.

Boy Meets World ist was komplett Anderes als dieser Chart-Pop-Hip-Hop a la 50Cent, Lil Wayne mit Autotune usw. Hier bekommt man freshe Lyriks gepaart mit einzigartigen (teils jazzlastigen/gesampleten) Produktionen von Exile um die Ohren gehauen. Ich finde es toll, dass es heut zu Tage auch noch vorkommt, dass ein Album komplett von einem Produzenten durchproduziert wird und dann auch noch Abwechslung mit sich bringt. An dieser Stelle: much respect to Exile.
Die meisten Beats sind eher ruhig und eignen sich zum Chillen auf der Couch oder dem gemütlichen Autofahren nach der Schule/Arbeit. Alles in allem eher entspannt, wobei Liebhaber von härterem Tobak und clubtauglichen Tracks auch auf ihre Kosten kommen. Die Featureliste lässt sich auch mit einigen bekannten Künstlern wie Evidence und Mistah F.A.B. gut lesen und noch besser anhören. Im Folgenden werde ich die einzelnen Tracks auflisten und auf einige etwas näher eingehen.
Nach einem Intro startet das Album direkt mit einem Spitzentrack:
"Freedom" trumpft mit einem Sample von Talib Kweli im Refrain auf, das dem Ein oder Anderen eingefleischten Hip-Hop Fan durchaus bekannt sein dürfte. Schön finde ich hier, dass Fashawn die eigene Kultur samplet und auch im Hip-Hop allseits bekannte "Floskeln" wie "you are now about to witness the strength of street knowledge" (N.W.A.) oder "sucka MC's might as call me a sire" (Run DMC) vollkommen lässig und unverbraucht rüberbringt. Einfach nur grandios.
Weiter gehts mit dem ruhigen und entspannten "Hey Young World". Hier wird Fashawn von dem Sänger Aloe Blacc und dem mir unbekannten Devoya unterstützt. Alles in allem ein sehr stimmiger Titel, der zum Nachdenken anregt. Auch hier wieder ein Zitat aus der Hip-Hop Welt "the world is yours" (Nas).
Es folgen "Stars", meiner Meinung nach der schwächste Track und dann "Life As A Shorty" mit J.Mitchell, dem ersten Highlight des Albums. Hier gehts um Fashawns Kindheit, die er mit sehr gutem Wortspiel seinen Hörern näherbringt. Das alles auf einem Beat der irgendwie an Kinderlieder erinnert (ohne dabei albern zu wirken) und auch noch eine schöne Botschaft transportiert. Ich verweise nur auf die Lyriks: "mama, I'll be alright, just let me do my thing/followin' my dreams, this is me". Einer der schönsten Tracks der letzten Jahre, Video kann ich auch nur empfehlen.
"The Ecology" ist der wohl härteste Track des Albums. Hier zeigt Fashawn zum ersten Mal, dass er auch anders kann und Exile, dass er auch harte Beats auf Lager hat. Ein rundum gut gelungener Track, der zu gefallen weiß.
Der nächste Track "Our Way" bietet mit Evidence den ersten "großen" Gast des Albums. Zusammen mit dem bereits bekannten und vielerorts gefeierten Dilated Peoples MC liefert Fashawn hier eine wahre Westcoast-Hymne ab, die sich keinesfalls vor den großen Klassikern von 2Pac, Ice Cube & Co. verstecken muss. Fashawn weiss auf ganzer Linie mit seinen Reimen zu überzeugen ("out of town niggas get took out the frame/just for thinkin' every hood's the same") und auch Evidence zeigt was er kann "another two days, the sun set, they lose like touche/too bad, I was off the head like toupees". Der Track ist ebenso wie sein Vorgänger düsterer und das Instrumental passt wie die Faust aufs Auge, wenn es heisst "but we can say we saw enough/survive when the times got rough".
Dem folgt "Why", wieder ein ruhigerer Track mit sehr schönem Instrumental, in dem Fashawn viel über sich selbst erzählt "I do what I do/live how I live/it is what it is". Erneut ein Highlight auf diesem Album.
Als ob das noch nicht reichen würde folgt mit "Samsonite Man" in Zusammenarbeit mit Blu ein weiterer Song erster Klasse. Sehr jazzig das Ganze, meines Erachtens haben wir es hier mit einem (sehr tollem) Sample zu tun. Der Song verbreitet einfach nur gute Laune. Gute Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Ein guter Track scheint hier geradezu den Nächsten zu jagen. Das Album geht wirklich sehr gut voran. "Father" ist wieder ein ruhigerer Song, in denen Fashawn aufblüht und einen schon fast zwingt nachzudenken. Hier redet/betet Fashawn zu seinem Vater, was gewiss zweideutig interpretiert werden kann."father why everybody complaining bout what they got?/ungrateful, they don't see what you gave um?". Das Sample kombiniert mit den schönen Bläsern im Hintergrund verleiht dem Song zusätzliche Stärke, vielen Dank an Exile für dieses tolle Instrumental.
"Sunny CA" mit Coss und Mistah F.A.B. ist der versprochene Clubtrack des Albums, wobei gesagt werden muss, dass dieses Lied eine ganz andere Klasse ist als die üblichen stumpfen Clubbanger von heute. "and they say that it never rains in Central California..." ist alles was man hierzu sagen kann, einfach genießen.
"Bo Jackson" hat nun wirklich einen gewöhnungsbedürftigen, stark auf Bläsern basierenden Beat, der durchaus Gefallen findet (wenn auch erst nach mehrmaligem Hören). Exile greift hier auch mal zum Mic und zeigt, dass er nicht nur produzieren kann.
Das stark lateinamerikanisch angehauchte "Lupita" bringt Abwechslung und zeigt auch eine andere Seite von Fashawn und seinem Produzenten. Sehr schön.
Das wunderschöne, durch seinen Beat schon traumhaft wirkende "When She Calls" behandelt eines der größten Themen der Musik, die Liebe. Exile schafft es hier allein schon mit dem Instrumental einen zu verzaubern, hinzu kommen noch die sehr genialen Lyriks jungen MC's aus Californien "see I just quit my job/sick of flippin brugers and livin in my aunts garage". Dieser Track hat es wirklich in sich, die Frauenstimme im Refrain harmoniert sehr gut mit dem Instrumental und macht diesen Track zum Sahnehäubchen auf dem ohnehin schon gutem Album.
Das ca. 10 minütige "Boy Meets World" lässt das Album sanft ausklingen und das Team aus Rapper (Fashawn) und Produzent (Exile) zeigt noch mal was sie in Zusammenarbeit alles leisten können. Ein perfekter Abschluss für ein perfektes Album.

Fazit:
Eines der Alben die niemand kennt, aber besser sind als (fast) Alles was man so heut zu Tage zu hören bekommt. Wer auf entspannten, intelligenten Rap steht sollte sich diese Scheibe allemal zulegen. Einer der Geheimtipps die es auf dem Hip-Hop Markt gibt und durchaus berechtigter Anwärter auf den Titel 'Album des Jahres 2009'.
Fashawn steht für neuen qualitativ hochwertigen Westcoast Sound.


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