Profil für hisandherbooks.de > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von hisandherbooks.de
Top-Rezensenten Rang: 581
Hilfreiche Bewertungen: 1198

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
hisandherbooks.de
(TOP 1000 REZENSENT)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Schattenmonster: Ein Such-Pop-Up
Schattenmonster: Ein Such-Pop-Up
von Felicitas Horstschäfer
  Pappbilderbuch
Preis: EUR 19,95

4.0 von 5 Sternen ein Buch für all die Entdecker, die Mutigen, die sich auf die Monstersuche begeben wollen, 19. Oktober 2014
Meinung:
Welches Kind macht nicht gerne Schattenspiele?
Wie viele Kinder haben nicht schon im einen oder anderen Winkel des Zimmers vermeintliche Monster entdeckt?

Als ich „Schattenmonster“ entdeckt habe, musste ich zugreifen. Das Pop-Up-Buch kommt in ganz spezieller Aufmachung daher. Vor der gemeinsamen Monstersuche wird ein Hintergrund aufgebaut, auf dem sich die Schattenmonster dann zeigen.

Hier ist zu empfehlen, eine dunkle Nische zum Entdecken und Buch-Erkunden aufzusuchen. Die mitgelieferte und wundervoll ins Buch integrierte LED-Taschenlampe besitzt nicht allzu viel Leuchtkraft, um gegen das Tageslicht anzukommen.

Nach den Vorbereitungen geht es los. Wir blätterten uns von Raum zu Raum, „hörten“ seltsame Geräusche – ein Klackern, ein Heulen – und suchten nach dem Verursacher: Schattenmonster, die urplötzlich hinter den alltäglichen Gegenständen und Möbeln hervortraten. Mein Sohn (4) war begeistert und begab sich nach dem ersten Vorlesen noch einige Male auf Monsterjagd.

Im Anschluss an die Räumlichkeiten mit all ihren Schattengestalten werden die „Monster“ vorgestellt. Bilder, die den Kindern das „Monster“ in voller Gestalt zeigen, lassen sie vergleichen, ob man auch das richtige Monster gefunden hat.

Zum Schluss animiert ein bis dato unbekanntes Monster, selbst im Haus/in der Wohnung auf Schattenjagd zu gehen.

Auch wenn hier stets von Monstern gesprochen wird, ist „Schattenmonster“ in keiner Weise gruselig oder Angst einflößend. Im Gegenteil: Ich denke, dass es ängstlichen Kindern, die schon die eine oder andere „Monsterbegegnung“ hatten, helfen kann, die Schatten in der Ecke als das zu sehen, was sie sind: Schatten der Möbel und Alltagsgegenstände, die nur bei Dunkelheit gruselig wirken können.

Das wirklich eindrucksvoll hergestellte Buch bietet ein ganz besonderes „Lese“erlebnis. Das Lesen rückt eindeutig in den Hintergrund und wird zum Abenteuer. Einziges Manko: Schon nach wenigen Tagen setzte die mitgelieferte LED-Lampe schon kurzfristig aus. Aufgrund ihrer Verarbeitung ist ein Austausch der Batterien/Knopfzellen nicht möglich. Für den Fall der Fälle sollte die eigene Taschenlampe in Reichweite stehen.

Urteil:
„Schattenmonster“ ist ein Buch für all die Entdecker, die Mutigen, die sich auf die Monstersuche begeben wollen. Das großartige Layout des Buches wird auch bei nicht-Vorlesewilligen auf großes Interesse stoßen. Lediglich die mitgelieferte Taschenlampe sorgt für ein wenig Kritik. 4 Spielsachen für dieses ganz besondere Pop-Up-Buch.

©hisandherbooks.de


Endgame: Die Auserwählten
Endgame: Die Auserwählten
von James Frey
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Intrigen, Kämpfe, Actionszenen und kühle Brutalität vor der Kulisse eines Endzeit-Szenarios, 19. Oktober 2014
Zitat:
"Ihr seid die ahnungslosen Milliarden. Ihr seid die unbeteiligten Zuschauer. Ihr seid die glücklichen Verlierer und die unglücklichen Gewinner. Ihr seid das Publikum bei einem Spiel, das über euer Schicksal entscheidet.
(S. 11)

Inhalt:
Seit Anbeginn der Menschheit trainieren Abkömmlinge der ersten Zivilisationen für das Spiel um Leben und Tod Tausender Menschen. Denn jeder der Spieler kämpft um das Überleben seines Geschlechts. Seit Hunderten von Generationen kommen und gehen die Spieler, stets darauf wartend, dass "es" beginnt: Endgame.

Nun ist es so weit. 12 Kometen fallen auf die Erde, töten Tausende Menschen richten Millionenschäden an. Jeder von ihnen bringt einen Stein - das Gegenstück zu dem, das jeder einzelne Spieler trägt. Der erste Hinweis der Spielleiter: den Treffpunkt aller Spieler für die Spielanweisungen.

12 Jugendliche zwischen 13 und 20 machen sich auf den Weg nach China, zum Treffpunkt mit dem Überirdischen keppler22b. Mittels Telepathie wird ihnen allen die Aufgabe in den Kopf gepflanzt, zusammen mit einem individuellen Hinweis, der sie zum Ziel führen kann.

"Endgame" beginnt mit einem Kampf, Verbindungen und dem ersten toten Spieler - der erste Gegner ist ausgeschaltet. Und es wird nicht der Einzige bleiben.
Die Jagd nach dem Schlüssel beginnt, das Spiel nimmt seinen Lauf...

Meinung:
Ein goldenes Buch, weltweit zum selben Termin veröffentlicht, ein versprochener Schatz, ein Rätsel zwischen den Seiten eines Endzeit-Abenteuers versteckt... Da konnte ich nicht nein sagen. Nachdem ich bereits neugierig jede kleine Leseprobe in mich aufgesogen hatte, begann ich mit "Endgame", das auch optisch ein wahres Highlight ist.

Die Geschichte beginnt mit der Vorstellung des ersten Spielers: Marcus Loxias Megalos. Zahlreiche Informationen, Adjektive, Zahlen begleiten den Moment, als Endgame beginnt - mit dem Absturz des Meteoriten in das vollbesetzte Stadion von Fenerbahce.
Dieser Infodump wiederholt sich bei allen anderen 11 Spielern - sobald man sie kennenlernt, und auch bei jeder neuen Begegnung.
In jedem Kapitel verliert man sich erneut in der Informationsflut, was mich sehr irritierte. Informationen, die die Rätselnden, die Schatzsucher des 500.000$-Gewinnes, verwirren sollen - mich aber von der eigentlichen Geschichte ablenkten.
Ich stemmte mich gegen die vielen Beschreibungen, um den Überblick über die 12 Charaktere nicht zu verlieren, ließ Rätsel Rätsel sein, um der Geschichte folgen zu können.

Schnell entwickelte ich Sympathien und Antipathien, ärgerte mich über das Verhalten, die Niederträchtigkeit mancher Spieler, freute mich über Annäherungen und Bündnisse - und über einen Charakter, der auf ganz besondere Weise mit Endgame verbunden ist…

Durch das Hin- und Her-Zappen fiel es mir anfangs und bei jedem Wiedereinstieg schwer, in die Geschichte zu finden - mein größter Kritikpunkt an Endgame neben dem erwähnten Infodump.

Als ich all die Hürden überwunden hatte, konnte ich mich an der durchdachten und gut inszenierten Idee erfreuen. Eine Idee, die auf so vielen "echten" Elementen beruht und die doch fantastischer und fiktionaler nicht sein könnte. "Aliens" klangen im ersten Moment so kühl, so unpassend - da konnte ich mich mit der Theorie von Sarah Alopays "Geschlecht" mehr arrangieren. Der nach Sintflut klingenden Erklärung für das Spiel: Endgame beginnt, wenn die Menschheit nicht mehr würdig genug ist, nicht menschlich genug. Das Himmelsvolk lässt die Spieler dafür kämpfen, dass ihr Geschlecht zukünftig die Erde bewohnen darf.

Darin eingeflochten klangen die Erklärungen für die alten Gebetsstätten, Mysterien der Archäologie, absolut plausibel.

Die anderen Charaktere besitzen unterschiedliche Backgrounds, glauben an Götter, die selektieren, an eine Belohnung usw.
Jeder der 12 bringt Geheimnisse, Talente, verborgene Fähigkeiten in die Geschichte ein und es war interessant, ihr Spiel zu verfolgen. Wie Intrigen gesponnen werden, geplant, eingegriffen wird. Ich folgte gebannt der emotionalen Entwicklung, dem stetigen Aufeinander-zu-driften der Handlungsstränge, wurde überrascht, freute mich, spürte das Kribbeln, als sich mehr als nur platonische Verbindungen entwickeln.

Der Schreibstil von James Frey selbst ist kühl, emotionslos, oftmals von kurzen Sätzen bestimmt - und bescherte mir dennoch Gänsehaut. Die Spannung steigt stetig an, niemand weiß, was die Gegner im nächsten Moment machen, niemand kann sich sicher sein, in der nächsten Minute noch zu leben. Die Spieler sind mit technischen Highlights ausgestattet, die eine gegenseitige Jagd rund um den Erdball ermöglichen. Ich war den einzelnen Charakteren oftmals um einen Hauch Wissen voraus, kämpfte mit ihnen, dachte, ich könnte sie einschätzen... Aber ich bin keine Spielerin. Und so hat mich James Frey am Ende eiskalt erwischt, mir ein weiteres Mal gezeigt, dass ich meine Zuneigung zu Charakteren beherrschen sollte, wie die Spieler ihre Emotionen beherrschen sollten.

Denn am Ende kann nur einer gewinnen. Das ist Endgame.

Urteil:
Mit "Endgame" hat James Frey ein außergewöhnliches Buch erschaffen, das nur so vor Intrigen, Kämpfen, Actionszenen und kühler Brutalität strotzt. Ein gut durchdachtes Setting, eingeflochtene Mythen und Legenden vermischen sich mit vielschichtigen Charakteren, die einen immer wieder überraschen können. Lediglich der Infodump und die für mich schweren Wechsel zwischen so vielen Charakteren schmälerten meinen Lesegenuss etwas. 4 Bücher für "Endgame - Die Auserwählten".

Mein Tipp: Schnappt euch das Buch, verschwindet irgendwohin und taucht erst wieder auf, wenn ihr es beendet habt. "Endgame" ist nicht für nebenbei und viele Unterbrechungen geeignet.

Die Reihe:
1. Endgame – Die Auserwählten
2. Endgame ?
3. Endgame ?

©hisandherbooks.de


Dancing Jax - Finale
Dancing Jax - Finale
von Robin Jarvis
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen blutiger und brutaler Höhepunkt einer außergewöhnlichen Trilogie, 19. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Dancing Jax - Finale (Broschiert)
Zitat:
„Für ein kleines Mädchen, dessen Name übersetzt Schmetterling bedeutete, hatte sie großen Gefallen an allem Grausigen.“
(S.65)

„Ein Schwall eiskalter Luft war vom Korridor hereingeweht. Sie hörten eine Tür zuknallen, gefolgt vom Echo schlurfender Schritte.“
(S.110)

Die Menschen und Zwerge waren kriechende Scheußlichkeiten, mit der Gabe elementarer Sprache versehen, sodass aus ihren Mündern nun gegrunzte Drohungen und abscheuliche Flüche drangen.“
(S.139)

Inhalt:
Dancing Jax hat die Welt im Griff. Es gibt nur noch wenige Abtrünnige. Und selbst in dem abgeschotteten Staat Nordkorea können sie sich nicht in Sicherheit wiegen. Auch in der Zuflucht dürfen sich Lee & Co. nicht frei bewegen.
Das Schicksal, welches ihnen zugedacht wurde, rückt auch hier unaufhaltsam näher. Doch welche Wahl haben die Kinder? Das böse Buch scheint allmächtig. Und der Ismus plant eine raffinierte Strategie. Das zweite Buch „Fighting Pax“ steht kurz vor der Vollendung. Und die Menschheit damit vor ihrem Untergang…

Meinung:
„Dancing Jax“ - man liebt es oder man kann gar nichts mit der Geschichte anfangen. Dazwischen scheint es nur wenig zu geben. Ich selbst gehöre zu der ersten Gruppe. „Auftakt“ und „Zwischenspiel“ habe ich förmlich inhaliert. Es war wie eine Droge für mich, die Wartezeit auf Teil 3, „Finale“, offenbarte diverse Entzugserscheinungen jeder Art bei mir. Nun war es endlich soweit. Der dritte Teil lag vor mir. Ich spürte die extreme Anziehungskraft dieses Buches. Und konnte ihr nicht widerstehen. Ich gestehe: Die Reihe hat mich wahrhaftig infiziert!

Gleich zu Beginn wurde ich ohne Vorwarnungen mit Grausamkeiten förmlich überhäuft. Da ich dies jedoch bereits aus den Vorbänden gewohnt war, war ich auf alle diese Möglichkeiten gefasst gewesen. Der Einstieg selbst fiel mir wirklich einfach. Auch nach dieser langen Pause zwischen den Bänden konnte ich die Charaktere gut zuordnen und vorhandene Sympathien oder Antipathien lebten erneut auf.

Robin Jarvis lässt seine Geschichte eine dritte Person in Vergangenheitsform erzählen. Verschiedene Perspektiven brachten mir dabei jederzeit die Gedankengänge der Charaktere näher. Auch auktoriale Ansätze sind hier definitiv vorhanden; diese werden jedoch oftmals nur zaghaft angedeutet.

Der Autor geht mit seinen Charakteren alles andere als zimperlich um. Hier kann ich wirklich nur den Ratschlag geben: Egal, wie sehr ihr euch an eine Person gewöhnt habt und evtl. sogar gewisse Gefühle entwickelt habt: Lasst es! Es ist definitiv nicht vorhersehbar, welche Abschiede man im Verlauf der Geschichte verkraften muss. Bindet euer Herz nicht an bestimmte Personen. Denn ich kann euch garantieren, dass ihr enttäuscht werdet, weil genau dieser Charakter Schlimmes erleiden wird oder sogar stirbt. Robin Jarvis zeigt hier eindeutig wenig Mitgefühl mit dem Leser und bleibt seiner Linie treu. Letztendlich ist es aber auch genau diese Strategie, die „Dancing Jax“ so anziehend wirken lässt.

Mit den Punchinellos hat der Autor wirklich eine Charakterart erschaffen, wie sie sadistischer kaum sein könnte. Gleich von Beginn an erlebte ich die ganze Bandbreite an Grausamkeiten, zu denen die Punchinellos ohne mit der Wimper zu zucken fähig sind. Der nett klingende Name scheint da nur wie eine Karikatur. Vor den Punchinellos muss man gewarnt sein, man darf sie trotz ihres Aussehens nicht unterschätzen. Die Punchinellos sind wahre Ausgeburten der Hölle!

Die von Dancing Jax bisher verschonten Kinder und Jugendlichen wägen sich in scheinbarer Sicherheit. Doch was haben die Nordkoreaner wirklich mit ihnen vor? Auch die Grenzen der sicheren Insel beginnen zu bröckeln. Dancing Jax rückt näher. Unaufhaltsam! Und die Pläne der Nordkoreaner selbst sind sehr undurchsichtig.

Lee, seines Zeichens der Castle-Creeper, von Zweifeln geplagt, hat einen festen Plan. Wenn er erfolgreich ist, bekommt er Charm zurück. Dafür jedoch muss er eine ungeheure Gegenleistung erbringen, die sehr viele Menschen ins Verderben stürzen könnte. Ist er dazu in der Lage?

Martin Baxter, der größte und gefährlichste Feind des Ismus, rechnet sich minimale Chancen für die Menschheit aus. Doch das angespannte Verhältnis zu Lee, dem Castle Creeper, könnte Baxterns Plänen im Weg stehen. Kann das eigentlich gemeinsame Ziel erreicht werden?

Mit gesellschaftspolitischer Kritik geizt Robin Jarvis auch in seinem finalen Teil der Serie nicht. Mehr noch, er zeigt überdeutlich offensichtliche Missstände im gesellschaftlichen Umgang auf und macht auch vor religiösen Verwerfungen keinen Halt. Grenzen kennt er hierbei kaum.

Gekonnt gelang es dem Autor, mich mit einer zum Ende des Buches hin bizarren multimedial gestalteten Variante einer Reality-Show an den Seiten zu halten. Natürlich wie gewohnt ein bisschen übertrieben dargestellt, wurde ich dennoch durch diesen Showdown getrieben, konnte kaum die nächsten Seiten erwarten und fieberte mit den Charakteren. Zumindest mit denen, die letztendlich übrig blieben…

Insgesamt konnte Robin Jarvis mit „Dancing Jax – Finale“ einen gelungenen Abschluss präsentieren, der an das Niveau der Vorbände nahezu anknüpft. Ich fühlte mich durchgehend gut unterhalten und konnte eintauchen in diese abstrakte Welt. Für mich war die Reihe eindeutig ein Highlight meines bisherigen Leselebens.

Urteil:
„Dancing Jax – Finale“ ist blutiger und noch brutaler als seine Vorgänger. Gewagte Aktionen und bizarre Charaktere konnten mich wiederum überzeugen. Dem Ismus und seinen Widerparts gestehe ich deshalb eindeutige 5 Bücher zu.

Alle, die gut durchdachte Vernetzungen mögen, dabei bei blutigen und gewalttriefenden Szenen nicht das Handtuch werfen und Charaktere leiden sehen können, sind hier absolut richtig. Fans von „Dancing Jax – Auftakt“ und „Dancing Jax – Zwischenspiel“ haben sowieso keine Chance, „Dancing Jax – Finale“ zu entkommen!

Die Reihe:
1. Dancing Jax – Auftakt
2. Dancing Jax – Zwischenspiel
3. Dancing Jax – Finale

©hisandherbooks.de


Salziger Tod
Salziger Tod
von Kate Harrison
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein würdiges Ende für eine fantastische Trilogie, 19. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Salziger Tod (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:
Alice ist sich sicher, dass sie verfolgt wird. Die Kälte umgibt sie an den seltsamsten Orten, doch wenn sie sich umdreht, ist niemand zu sehen. Aber sie hat Sahara bereits einmal erwischt, die "zufällig" in einem solchen Moment in der Nähe war. Wirklich Zufall? Alice ist sich sicher, dass die verwirrte junge Frau die Täterin ist - sowohl die Stalkerin, als auch die Mörderin ihrer Schwester. Und Alice ist gewillt, es zu beweisen. Ganz gleich, wie gefährlich es für sie selbst ist.

Von ihren Eltern bekommt sie Internetverbot, wie ein Junkie krallt sie sich jede Möglichkeit, sich am Strand einzuloggen. Bis es dann passiert: Als sie bei Lewis surft, betritt er den Raum. Der Strand verdüstert sich, ein Unwetter zieht herauf. Ist dies das Ende der Kontaktmöglichkeit? War es ihr nicht gegönnt, noch ein letztes Mal einen Blick auf ihre Schwester zu werfen, einen letzten Kuss von Danny zu stehlen? Sie muss mehr über den Strand herausfinden!

Meinung:
Zwei Bände lang war ich mir gefühlte Tausend Mal sicher, ich hätte den Mörder entlarvt - und stets warf ich meine Überzeugung wieder dahin. Wie sehr brannte ich daher darauf, zu diesem letzten Teil der Reihe zu greifen, ein letztes Mal den "Soul Beach" zu besuchen.

Schnell hatte ich mich wieder im Setting eingefunden und die letzten Geschehnisse waren wieder präsent. Nach der Rettung von Javier hat Alice ein neues "Privileg" erhalten, wenn sie den Soul Beach besucht. Sie erlebt die letzten Momente des Verstorbenen, wenn sie ihn berührt. Manche der Bewohner sind jedoch nach wie vor sehr zurückhaltend - wie Tim, der vielleicht nicht will, dass Alice seine letzten Momente sieht.

Noch bevor ich auf Seite 20 angekommen bin, begann ich bereits wieder mit dem frohen Täter-Raten. Kate Harrison hat ein enormes Talent dafür, immer genau so viel zu sagen, dass sie mich täuschen konnte, auch wenn ich der Protagonistin Alice mit ihrem "Sahara muss der Täter sein" nicht zustimmte. Dennoch gab es so viele kleine Hinweise, versteckte Meldungen, die mich persönlich in eine ganz bestimmte Richtung drängten. Ob dies die richtige war, werde ich natürlich nicht verraten. Nur so viel: Es wurde spannender und spannender und mein "Ja" wurde wieder zu einem "Nein!", wenngleich der Täterkreis sich doch so langsam einschränkte.

In gewohnt lockerem Schreibstil führte mich die Autorin durch die Seiten. Neben der Tätersuche, kleinen eingestreuten Ich-Perspektiven von diesem und der Hilfe für die Strandbewohner setzte Kate Harrison in ihrem Abschlussband auch den Fokus auf den Soul Beach selbst. Fragen, die ich mir insbesondere in Band 1 gestellt hatte (bevor das muntere Täterraten begann), wurden versucht, so plausibel wie möglich beantwortet zu werden. Und hier lag auch mein "Problem“: Es ist kein Kritikpunkt, weil man das Gesagte akzeptieren muss, wie man es unter normalen Umständen nicht einmal kritisiert hätte (ich lese viel Fantasy und schließlich gibt es nicht gerade wenige Bücher, die das Leben nach dem Tod thematisieren) - durch diese besondere Welt, die Kate Harrison erschaffen hatte, eine so technische Version des Nimbus, war es nur ein wenig schwieriger. Ich hoffe, das klingt jetzt irgendwie logisch und ihr versteht, auf was ich hinaus will.

Dafür hatte es das Setting dann wieder in sich. War ich schon begeistert von den feurigen Nächten in Barcelona in Band 2, geht die Reise in "Salziger Tod" noch ein Stückchen weiter. Die Bilder, die Kate Harrison vor meinem inneren Auge zauberte, passten perfekt zu der Geschichte.

Nicht nur der Mörder und das Leben nach dem Tod wurden in dem finalen Band thematisiert. Die Autorin lässt Alice eine klare Botschaft übermitteln, die zwischen echtem Leben und wunderschönem Strand hin- und hergerissen wird. Ihre Entwicklung ist deutlich zu spüren, insbesondere was Beziehungen angeht. Diese Ebene der Geschichte fand ich sehr gut eingeflochten und so konnte ich die Charaktere langsam ziehen lassen. Nicht jedoch, ohne den grandiosen Showdown mitzuerleben (der mich zahlreiche Nerven gekostet hat), ehe es zu einem passenden Ende kam.

Urteil:
"Soul Beach - Salziger Tod" ist ein würdiges Ende einer fantastischen Trilogie. Die Auflösung des Täters, Antworten und eine Prise Moral hinterließen einen bleibenden Eindruck bei mir. Auch wenn ich tief im Herzen ein klein wenig mehr Antworten auf Grundsatzfragen erhofft hatte, kann ich diesen Abschluss gut akzeptieren. Für den spannenden, überraschenden und tiefgründigen letzten Besuch am Soul Beach kann ich nur 5 Bücher vergeben.

©hisandherbooks.de


Moses 90217 - Fliegende Zeilen Spiel
Moses 90217 - Fliegende Zeilen Spiel
Wird angeboten von mecodu
Preis: EUR 19,44

4.0 von 5 Sternen ein optisches Highlight und eine klare geistige Herausforderung, 17. Oktober 2014
Inhalt:
1 Vers-Verzeichnis
30 Bewertungskarten
6 Notizblöcke
5 Aufgabenkarten
1 Würfel
1 Sanduhr

Meinung:
Die bestechende Optik und der Werbeslogan „literarische Abenteuerreise“ haben uns neugierig gemacht. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass eine offensichtlich angebrachte Spieleranzahl (mindestens 3, maximal 6) und auch Altersempfehlung (laut Amazon 12) fehlt. Dennoch nahmen wir die Herausforderung an und zogen auch unseren ältesten Sohn (9) hinzu.

Zur Spielvorbereitung gehört die Ausgabe der Notizblöcke und die Verteilung der Bewertungskarten abhängig von der Teilnehmerzahl. Es sollte auch vorab vereinbart werden, wie viele Runden gespielt werden.

Das Spiel läuft in drei Phasen ab.

Die Auswahlphase:
Es wird eine der 5 Aufgabenkarten gezogen (die Expertenkarte sollte man jedoch erst verwenden, wenn man echter Profi ist), die Aufgabe selbst wird mit dem Würfel bestimmt.
Die Aufgaben reichen von „einen Reim für die Zeile finden“, über „formen Sie aus der Zeile eine Tragödie“ bis zu „finden sie einen zu der Zeile passenden Songtitel“.

Die Zeile wird mit drei Würfelschritten aus dem beiliegenden Versverzeichnis bestimmt.

Die Kreativphase:
Nach Umdrehen der beiliegenden Sanduhr hat jeder der Spieler 90 Sekunden Zeit, seine Aufgabe zu erledigen und seinen Text auf dem Notizblock zu notieren.

Die Bewertungsphase:
Nach Vorlesen der eigenen kreativen Texte folgt die Punktevergabe. Jeder Spieler erstellt eine Rangliste mit dem besten, dem zweitbesten… Text und ordnet die Bewertungskarten verdeckt entsprechend zu. Am Ende deckt jeder Spieler die Karten auf und addiert seine Punkte und notiert sie.

Die nächste Runde beginnt.

Wir empfanden die Aufgaben als teilweise sehr schwierig, vor allem innerhalb der kurzen Zeit. Auch hätten wir uns ein paar mehr Aufgaben gewünscht, da sich so nach ein paar Spielrunden schnell Wiederholungen einschleichen können.

Glücklicherweise lässt sich das Spiel an eigene Bedürfnisse anpassen und wir haben beispielsweise verschiedene gewürfelte Zeilen erst gereimt, dann zu Schlagzeilen verarbeitet oder Lautsprecherdurchsagen gemacht – einfach mündlich, ohne Notizen und Sanduhr. Auf diese Weise konnten auch unsere Söhne problemlos mitspielen und „Fliegende Zeilen“ bietet einen ganz besonderen Ansatz, um sich mit der Sprache auseinanderzusetzen.

Urteil:
„Fliegende Zeilen“ ist nichts für traditionelle Spieleabende. Es ist eine geistige Herausforderung, die aufgrund des Zeitdrucks alles andere als einfach ist. Optisch ein Highlight, hätte ich mir mehr Aufgabenkarten, evtl. auch Karten für jüngere Mitspieler, gewünscht – denn die Spieleranzahl und die Altersangabe sucht man auf der Verpackung vergeblich.

©hisandherbooks.de


Hope - Fluchgebunden
Hope - Fluchgebunden
von Tine Armbruster
  Broschiert
Preis: EUR 13,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ein Stand-Alone, das keine Meerjungfrauenwünsche offen lässt, 12. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Hope - Fluchgebunden (Broschiert)
Inhalt:
Hope führt als Prinzessin des Königshauses Ocean Mayrin ein gutes Leben. Doch ihre Neugierde treibt sie oft an die Wasseroberfläche, hin zu den Menschen. Dorthin, wo ihre Tante verschwunden ist.
Eines Tages sieht sie ihn: Gabriel. Der erste Mensch, der sie völlig in seinen Bann zieht, für den sie es wagt, den Zauber zu sprechen und an Land zu gehen.

Gabriel ist völlig fasziniert von diesem neuen Mädchen, Hope. Und das liegt nicht nur an der geheimnisvollen Aura um sie herum. Sie scheint ihn magnetisch anzuziehen. Selbst die Stimme in seinem Kopf flüstert ihm ein, zu ihr zu gehen - bis sie ihn auffordert, sie zu töten.

Meinung:
Ich bin schon lange um das Buch herumgeschlichen, zu fasziniert bin ich von den Unterwasserwesen. Der Fluch machte mich neugierig und so startete ich in die Geschichte.

Der Prolog gab mir einen kleinen Vorgeschmack auf die späteren Geschehnisse, erwähnte Dinge, die ich noch nicht erahnen konnte und schürte meine Neugierde.
Mit dem ersten Kapitel bekam ich dann einen ersten Einblick in die Unterwasserstadt von Ocean Mayrin im Jahre 1609 und der Aussprache des Fluches. Nur wie sich dieser äußerte, blieb mir die Autorin schuldig.

Im Anschluss lernte ich Hope kennen. Die Prinzessin der Unterwasserstadt, die sich sehr für die Menschenwelt interessiert. Unwillkürlich schoss mir eine höchst bekannte Meerjungfrau in den Kopf, die dieselbe Begeisterung über Zweibeiner und allerhand menschliche Dinge hegte. Auch Hope verguckt sich in einen Menschen, von dem sie wie magisch angezogen wird. Dann jedoch unterscheiden sich ihre Wege.
Denn für Hope läuft zunächst alles sehr gut. Ihr "Mensch" Gabriel fühlt sich mindestens genauso zu ihr hingezogen wie sie sich zu ihm.

Durch die Perspektivenwechsel bekam ich als Leserin viele Einblicke in seine Gedankenwelt. Und hörte die "Stimme", die ihm Dinge zuflüstert, seit er Hope kennengelernt hat. Gerade diese Stimme machte mich neugierig und trieb mich durch die Seiten, unaufhaltsam dem Punkt entgegen, den ich schon zu Beginn des Buches gelesen hatte.

Der Klappentext verrät mehr als das erste Drittel und so zog sich der "Anfang" gefühlt etwas in die Länge. Als ich dann aber in der Welt von Hope und Gabriel gefangen war, gab es kein Halten mehr.

Die Idee von Tine Armbruster fand ich äußerst gelungen. Ich lernte gemeinsam mit der Nixe Hope die Menschenwelt kennen, genauso unwissend wie sie, was auf sie zukommen würde. Amüsant waren hier auch die vielen "verwirrenden" Dinge, denen Hope so begegnet. Insgesamt kam der Humor nie zu kurz. Unter der Wasseroberfläche wartet Hopes beste Freundin Mia mit zahlreichen Sprüchen auf, die mir ein Lächeln aufs Gesicht zauberten. Und auch die "Unterwassersprache" mit ihren angepassten Sprichwörtern hat mir sehr gut gefallen.

Den Schreibstil der Autorin fand ich sehr angenehm und flüssig zu lesen. Die Spannung stieg nach den bereits erwähnten ersten "Längen" kontinuierlich an und ich wurde von der einen oder anderen unerwarteten Wendung überrascht. Im Showdown holte Tine Armbruster dann noch alles aus ihren Charakteren und dem Fluch heraus, ehe sie ihre Geschichte zu einem rundum gelungenen Ende bringt.

Urteil:
Mit "Hope - Fluchgebunden" hat Tine Armbruster ein Stand-Alone geschaffen, das keine Meerjungfrauenwünsche offen lässt. Eine toll skizzierte Unterwasserwelt, eine nicht zu kitschige Lovestory und eine Prise Humor ließen mich über den etwas längeren Einstieg hinwegsehen. 4 Bücher für Hope und Gabriel.

Wer Meerjungfrauen und die Unterwasserwelt ihrer wohl berühmtesten Vertreterin liebt, wird auch Gefallen an Hope und ihrer schicksalhaften Beziehung finden.

©hisandherbooks.de


Fearless: Ich bin dein Freund. Ich bin dein Verräter. (Boy Nobody, Band 2)
Fearless: Ich bin dein Freund. Ich bin dein Verräter. (Boy Nobody, Band 2)
von Allen Zadoff
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen rasante Action und ein wirklich hoher Spannungslevel, 12. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zitat:
„Ich habe Menschen sterben sehen. Ich war es, der sie getötet hat.“
(S.9)

„Plötzlich spüre ich, wie sich tief in mir ein Spalt auftut. Erinnerungen strömen auf mich ein, reißen mich mit sich, an einen anderen Ort, in eine andere Zeit.“
(S.76)

Inhalt:
Sein letzter Auftrag beschäftigt ihn noch immer. Das Programm konnte bisher immer auf ihn zählen. Der Auftrag wurde erledigt.
Noch nie hat er die Regeln gebrochen! Doch nun nimmt er sich eine Auszeit. Ohne Absprache, ohne Zustimmung. Er taucht einfach unter.
Aber das Programm spürt ihn auf. Vater zeigt deutliches Misstrauen. Vaters Tests jedoch kann er bestehen. Er erhält einen neuen Auftrag. Unter der Identität Daniel Martin soll er Eugene Moore, der ein Militärcamp für Jugendliche führt, ermorden. Doch seine Pläne geraten schnell durcheinander.

Meinung:
Bereits der erste Teil der Reihe, „Boy Nobody“, hat mir wirklich sehr gut gefallen. Ich liebe ja temporeiche actionlastige Geschichten. So war es natürlich keine Frage für mich, dass ich schnell zu „Fearless“ greifen würde.

Schon beim Einstieg wurde ich mit ungeheurer Geschwindigkeit in die Geschichte geworfen. Ich hatte keinerlei Probleme, in dem von Allen Zadoff inszenierten Setting wieder Fuß zu fassen. Gebannt raste ich förmlich durch die Seiten und sprang von einem Spannungsbogen zum nächsten. Verschnaufpausen vergönnte mir der Autor selten, trieb mich stetig an.

Der Protagonist, ich nenne ihn entsprechend seiner Identität in der Geschichte Daniel, beginnt am Programm zu zweifeln. Sein letzter Auftrag ist ihm sehr nahegegangen. Doch seine Pflicht hat er erfüllt. Er muss das Programm schützen.
Erinnerungen, die nun in ihm aufbrechen, wirken zudem sehr verwirrend auf ihn. Langsam beginnt er zu begreifen, dass etwas an dem, was man ihm erzählt hat und woran er glaubt, nicht stimmen kann. Emotionen kann sich Daniel nicht leisten, und doch wird er zunehmend mit widersprüchlichen Gefühlen konfrontiert. Er ist hin und her gerissen. Seine obersten Maxime vergisst er dennoch nie. Mehr und mehr konnte ich nun hinter seine Fassade schauen und sein Handeln nachfolgend immer besser nachvollziehen.

Sein vermeintlicher Gegenspieler, Eugene Moore, zeigt keine Schwächen. Mit eiserner Hand führt er die ihm Untergebenen. Sein Streben und seine Ziele sind nicht unbedingt erkennbar. Was treibt diesen undurchsichtigen Mann wirklich an? Wie weit wird er wirklich gehen?

Das Programm selbst kann man nicht durchschauen. Gut oder böse? Diese Frage stellt man sich beim Lesen permanent, muss sich hier jedoch eine eigene Meinung bilden. Fakt ist, dass vor brutaler Gewalt eindeutig nicht zurückgeschreckt wird und für den Erfolg alle Mittel recht erscheinen.

Allen Zadoff präsentiert seine Geschichte aus der Sicht von Daniel in der Gegenwartsform. Kurze Sätze, kurze Kapitel – das sind die Mittel, mit denen er das Tempo stetig erhöht. Eingebaute Actionszenen ließen die Spannungskurven erheblich ansteigen. Enthaltene Dialoge der Charaktere verstärkten die Eindrücke der jeweiligen Szenen und gaben Einblicke in die Gedankenwelt der handelnden Personen.

Für das Ende hat sich der Autor einen Showdown aufgespart, der sich explosionsartig entlädt und die Spannung nochmals ins Unendliche trieb. Einerseits aufgewühlt, anderseits dennoch beruhigt, konnte ich das Buch nun wirklich zufrieden ins Regal stellen.

Urteil:
„Fearless“ glänzt mit rasanter Action und einem wirklich hohen Spannungslevel. Atemlos glitt ich durch die Seiten, konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Meinen Lesegenuss für diese spannungsgeladene Geschichte belohne ich deshalb mit 5 Büchern.

Für alle, die spannende Geschichten ohne Kompromisse genießen können, Gefühle dabei ausblenden und Handlungen einfach akzeptieren. Für Fans des ersten Teils „Boy Nobody“ definitiv ein Must-Read!

Die Reihe:
1. Boy Nobody
2. Fearless

©hisandherbooks.de


iX - Mission Schrottplatz
iX - Mission Schrottplatz
von Ina Krabbe
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,90

4.0 von 5 Sternen eine spannende Geschichte für Jungleser, 5. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: iX - Mission Schrottplatz (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:
Milo und Jannis sind unzertrennlich. Die Abenteuerlust drängt sie oft zu dem alten Schrottplatz von Geronimo. Doch nur aus der Ferne, denn der alte Besitzer des Schrottplatzes vertreibt alle Eindringlinge auf seinem Grundstück sofort.

Eines Tages beobachten sie, wie ein Mann über den Platz rennt und in einem VW Bus davonbraust. Beinahe zur selben Zeit umflattert sie ein roter Schmetterling, der den kühlen Temperaturen zu trotzen scheint. Neugierig auf diesen sonderbar wirkenden Flattermann folgen sie ihm auf den Schrottplatz. Dort jedoch finden sie Geronimo, der verletzt unter einem Reifen liegt. Noch während Hilfe kommt, bittet der alte Mann, dass die Jungs nach iX und den anderen sehen.

Erst am nächsten Tag wagen sich die beiden in Geronimos Werkstatt und finden heraus, um wen es sich bei iX und den besagten anderen handelt: Roboter, denen der alte Mann Leben eingehaucht hat. Doch das ist nicht genug: Denn sie fügen die Hinweise zusammen und stoßen auf eine Intrige von Geronimos eigener Familie. Nun sind Milo und Jannis die Einzigen, die den Robotern noch helfen können.

Meinung:
Allein das tolle Cover mit dem Roboter war Grund genug, „iX“ lesen zu wollen. Gemeinsam wagten meine Kinder und ich uns also an die „Mission auf dem Schrottplatz“.

Nach einem kurzen Kennenlernen der Freunde Milo und Jannis wurden wir auch schon mit dem geheimnisvollen Schrottplatz und der Flucht eines Mannes konfrontiert. Die Neugierde wuchs gleichermaßen mit der Spannung, als ein roter Schmetterling auftauchte – trotz des kalten Wetters.
Schnell vergaßen wir jedoch alles, als wir auf dem verbotenen Schrottplatz den verletzten Besitzer Geronimo fanden, der eine Bitte formulierte: iX und den anderen zu helfen.

Mit einem Mal gab es viele Fragen zu beantworten, die jedoch aufgrund der Tatsache, dass Milo und Jannis Kinder sind und familiäre Verpflichtungen haben, warten mussten. Dieser Umstand machte die Geschichte greifbar, wenngleich die Tatsache, dass Milo zwei Väter hatte, etwas ungewöhnlich war und bei den Kindern für Fragen sorgte. Ina Krabbe hat diese Tatsache jedoch so alltäglich geschildert, dass es schnell von ihnen akzeptiert wurde.
Jannis lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter zusammen, so bietet sich alleine aufgrund der familiären Bedingungen Gesprächsstoff, der von der Autorin immer wieder aufgegriffen wurde.

Uns drängte es jedoch nach Abenteuer, das wir dann auch bekamen: In Form von zusammengebauten Schrottteilen – ganz besonderen Charakteren. Robotern, denen Leben eingehaucht wurde und die ihren ganz eigenen Charakter hatten. Insbesondere die „Spinne“ Muffti hat es uns angetan, wenn sie auf Schlagwörter hin ihr Lexikon-Wissen herunterratterte. Auch den Umstand, dass sich die Roboter von Geschichten nähren, fanden wir toll. Doch ihnen droht das Ende, wenn ihre sichere Hütte vom Sohn des Besitzers zerstört werden soll.
Milo und Jannis müssen ihnen helfen!

Die Spannung steigerte sich immer weiter, ehe das drohende Unheil in einem spannungsgeladenen Showdown abgewendet wird.
Fragen blieben jedoch offen, insbesondere die Hintergründe zu den „Lebewesen“ hätten uns sehr interessiert, die Roboter kamen meinen Jungs ein wenig zu kurz.
Fotos der einzelnen Charaktere – inklusive Roboter - in Form von zahlreichen schwarz-weiß-Illustrationen mit Namen ergänzten die Beschreibungen sehr gut und rundeten die Geschichte ab. Der Erzählstil von Ina Krabbe war gewohnt locker, altersgerecht und mit Humor durchzogen.
So genossen wir gemeinsam das Abenteuer und malten uns die Hintergründe von iX und Co. selbst aus.

Urteil:
„iX – Mission Schrottplatz“ ist eine spannende Geschichte für Jungleser, die sich „ganz nebenbei“ noch mit besonderen familiären Verhältnissen auseinandersetzt. Aufgrund der ruhigeren Phasen und der offenen Fragen zu den Robotern, die wir gerne beantwortet hätten, schaffen es iX und Co. auf sehr sehr gute 4 Spielsachen.
Wir freuen uns schon auf das nächste Werk von Ina Krabbe.

©hisandherbooks.de


Die Liebe der Göttin: Band 2
Die Liebe der Göttin: Band 2
von Aprilynne Pike
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen ein rasantes Abenteuer, das stets für Überraschungen sorgt, 5. Oktober 2014
Inhalt:
Das Leben für Tavia, die Erdgebundene, hätte perfekt verlaufen können. Sie hat Logan gefunden, sie selbst ist erwacht. Doch ihre Macht wird sich erst vollständig entfesseln, wenn auch ihr "diligo", erwacht. Doch alles, was Tavia auftreibt und in bester Stalkermanier in Logins Hände legt, vergrößert nur die Distanz zwischen ihnen.

Doch plötzlich fliegt Logans Haus in die Luft und die beiden werden gefangengenommen. Von den Reduciata, die ein Virus in die Welt gesetzt haben, der sie mittlerweile ebenso zerstört wie ihr Angriffsziel. Und diese denken, Tavia kenne die Lösung, weiß von dem Geheimnis.
Während der Gefangenschaft fasst Logan etwas mehr vertrauen zu Tavia und ihnen gelingt die Flucht... Nur um direkt in die Fänge der Curatoria zu gelangen. Vor dessen Führer Daniel Tavias Zieheltern gewarnt haben.

Tavia bleibt keine Zeit zu grübeln. Endlich erfährt sie die Wahrheit über ihre Fähigkeiten. Und während die Welt aus den Fugen gerät und Tausende Menschen an dem Virus sterben, muss sie ihre göttliche Gabe entfesseln und das scheinbar Unmögliche schaffen.

Meinung:
"Der Kuss der Göttin" hat mich mit seiner andersartigen Geschichte begeistern können und so musste ich zum Dilogie-Abschluss greifen. Leider gelang mir der Einstieg alles andere als leicht.
Aprilynne Pike geizte mit Rückblicken, warf mit Tatsachen und Namen um sich und ich erinnerte mich nur sehr schwer an die letzten Ereignisse aus Band 1.

Glücklicherweise gestaltete sich der Anfang von "Die Liebe der Göttin" etwas ruhiger und spätestens während der Gefangenschaft von Tavia und Logan hatte ich mich wieder in der Geschichte eingefunden - keinen Moment zu spät! Denn die Ereignisse darauf folgten Schlag auf Schlag. Neue Entwicklungen und altes Wissen quollen aus den Seiten und die Bedrohung der Menschheit, ja der ganzen Welt, wird immer größer.

Mit ihrem leichtgängigen Schreibstil hat es mir die Autorin leicht gemacht über die Seiten zu fliegen. Ohne tiefergehende Beschreibungen war mir das Geschilderte präsent. Die Emotionen wirkten zeitweise etwas kühl auf mich, passten jedoch zum Rest des Buches.

Schon während des für mich schwierigen Einstiegs stieg die Spannung parallel zur Bedrohung von außen. Rückschläge und vermeintliche Enttäuschung heizten die Stimmung an. Aprilynne Pike legte ein hohes Tempo vor, gönnte mir kaum Erholung oder Zeit, das Gelesene und die daraus gewonnenen Erkenntnisse zu verarbeiten. Tavias Erzählung in Ich-Perspektive/Präsens verstärkt den Eindruck noch, durch die Geschichte "gehetzt" zu werden, was ich sehr schade fand.

Die Autorin hat ihrem Weltentwurf mehr Tiefe verliehen, die Folgen des spontanen Todes von "Schöpfern der Erde" sind fatal und wirken sich auf beängstigende Weise auf die Welt aus. Und zu allem Überfluss erfährt sie von einer alten Bekannten von dem vermeintlichen "Geheimnis" - und das emotionale Chaos ist perfekt. Welche Erinnerungen fehlen Tavia noch? Was aus ihren vielen vergangenen Leben könnte die Welt retten?

Auch der Liebesgeschichte gab Aprilynne Pike mit Tavias Entwicklungen einen neuen Dreh. Eine Liebe durch Jahrtausende verbindet sie mit ihrem "diligo" Logan. Doch für Tavia gibt es nahezu nur dieses eine Leben, an das sie sich erinnern kann. Und dieses wurde von einem ganz bestimmten Menschen geprägt: Benson. Durch seinen Auftritt ändert sich wieder alles und früher oder später muss Tavia sich entscheiden.

Mit jedem Kapitel bannte mich die Autorin mehr zwischen die Seiten. Ich wurde gemeinsam mit Tavia getäuscht, fand zu neuen Erinnerungen und puzzelte das Bild rund um das Geheimnis Stück für Stück zusammen. Im Showdown gab es dann kein Halten mehr und alle Erkenntnisse stürzten im wahrsten Sinne des Wortes über mir zusammen. Dann ging alles Schlag auf Schlag. Beinahe zu schnell für meinen Geschmack war es wieder vorbei und die Autorin ließ die Dilogie zufriedenstellend, aber doch recht offen ausklingen.

Urteil:
Auch der Dilogie-Abschluss „Die Liebe der Göttin" ist ein rasantes Abenteuer, das stets für Überraschungen sorgt. Geheimnisse, Intrigen, düstere Pläne - all das ließ mich nahezu über den schwierigen Wiedereinstieg hinwegsehen. 4 Bücher für die Erdgebundene Tavia und ihre Lieben.

Wer den „Kuss der Göttin" mochte, wird von Band 2 genauso überzeugt sein.

Die Reihe:
1. Der Kuss der Göttin
2. Die Liebe der Göttin

©hisandherbooks.de


Ich brenne für dich: Roman
Ich brenne für dich: Roman
von Tahereh Mafi
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ein emotionales und stilistisch besonderes Meisterwerk, 5. Oktober 2014
Inhalt:
Omega Point ist zerstört, alle Bewohner ebenso. Die Rebellion ist erledigt.
Als Juliette zu sich kommt, befindet sie sich bei Warner, der ihr die niederschmetternde Nachricht überbringt. Doch es gibt noch Hoffnung...

Meinung:
Dem Ende von Trilogien sehe ich immer mit gemischten Gefühlen entgegen. Lange hat man mit seinen Charakteren gebangt, gezittert, im Fall von Juliette Männer kennengelernt, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Bei „Ich brenne für dich“ überwog für mich die Spannung, wie Tahereh Mafi die Geschichte rund um Juliette auflösen wurde.

Der Einstieg war sehr ruhig. Eigentlich ruhig genug, um ein paar kleine Rückblicke einzubauen, die meine Erinnerungen wieder auf den aktuellsten Stand bringen würden. Doch damit ging die Autorin alles andere als spendabel um. Juliette ist ein emotionales Wrack, als sie von der Vernichtung von Omega Point erfährt, von den vielen Menschen, die dort ihr Leben gelassen haben.
Beinahe das erste Drittel des Buches befasst sich mit Juliettes Emotionen. Gedanken. Gefühlen für Adam, ihren Gefühlen für Warner. Und Seite für Seite lernt sie Letzteren noch mehr von einer ganz anderen Seite kennen. Doch auch Juliette hat sich verändert. Als sie auf Überlebende von Omega Point, ihre Freunde trifft, wird der Entschluss in ihr stärker. Sie muss kämpfen. Sie muss den Obersten töten, die Menschen vom Reetablishment befreien.

Die Autorin hat ihren Charakteren insbesondere auf zwischenmenschlicher und emotionaler Ebene zahlreiche Pflastersteine in den Weg gelegt. Juliette steht zwischen Warner und den anderen. Doch nur gemeinsam können sie etwas bewirken. Ihre Gefühle Warner gegenüber beißen sich mit denen gegenüber Adam. Oder liegt sie völlig falsch? Wie kann jemand, der so lange isoliert war, der nie jemanden berühren konnte, wissen, was Liebe ist?

Der Schreibstil von Tareheh Mafi ist gewohnt bildgewaltig, "abgehackt" und emotional, von Adjektiven getränkt. Doch mit Juliettes Veränderung ist auch der Stil etwas verändert. Keine durchgestrichenen Worte oder Sätze mehr, keine Ziffern, was schon nach wenigen Kapiteln auffällt. Doch hier verband die Autorin Charakterentwicklung und Erzählweise perfekt. Denn schließlich erzählt Juliette alles in Ich-Perspektive in Gegenwartsform. So wird die Veränderung spürbar.

Neben den zahlreichen Auseinandersetzungen innerhalb der Gruppe konnte Tahereh Mafi nach dem ruhigen Einstieg dennoch die Spannung stets erhöhen. Training, Kämpfe, Pläne, den Obersten zu töten. Unaufhaltsam trieb mich die Autorin durch ihre Geschichte, dem unausweichlichen Ende entgegen. Der Showdown, so spannend er auch war, kam mir jedoch etwas zu kurz. Dafür wurde ich mit einem absolut passenden Ausklang der Trilogie belohnt.

Urteil:
Mit ihrem Trilogieabschluss "Ich brenne für dich" hat Tahereh Mafi erneut ein emotionales und stilistisch besonderes Meisterwerk erschaffen. Ich hätte mir einen schnelleren Einstieg in die Handlung und ein Auskosten des Showdowns gewünscht, bin jedoch mit dem Gesamtergebnis mehr als zufrieden. 4 Bücher für Juliette, Warner, Adam und die anderen.

Die Reihe:
1. Ich fürchte mich nicht
2. Rette mich vor dir
3. Ich brenne für dich

©hisandherbooks.de


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20