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Rezensionen verfasst von
his & her books
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Lost Places
Lost Places
von Johannes Groschupf
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen spannende, sehr real dargestellte Unterhaltung, die fesseln kann, 12. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Lost Places (Broschiert)
Zitat:
„Angst beginnt an den Haarwurzeln. Wie ein kühler Hauch weht sie einem über die Haut. Der Mund ist plötzlich trocken, das Herz schlägt schneller.“
(S. 29)

„Ich war eingetaucht in eine andere, fremde Welt. Angst hatte ich nicht mehr. Ich fühlte mich sicher und beschwingt.“
(S. 77)

„Ich wollte meine Ruhe haben. Aber die Klingel schrillte hartnäckig weiter, und schließlich ging ich doch an die Tür.“
(S. 126)

Inhalt:
Gemeinsam ziehen sie um die Häuser Berlins. Kaya, Chris, Moe, Steven und Lennart haben sich sozusagen gesucht und gefunden. Der Zwischenfall in der Diskothek schweißt sie noch mehr zusammen. Doch dann machen sie eine Entdeckung in einer alten verlassenen Fabrik. Dem anfänglichen Schock folgt Neugier.

Die Clique entdeckt eine neue Leidenschaft für sich. Nachts erkunden sie alte, sich selbst überlassene Häuser – Urban Exploring. Sie lieben es, die Atmosphäre der alten Krankenhäuser und Schulen in sich aufzunehmen und über die Vergangenheit der Gebäude zu spekulieren. Doch auch wenn es so scheint, die Häuser sind manchmal nicht so verlassen, wie man denkt!

Kurz darauf begeht Lennart einen großen Fehler. Die Versuchung war einfach zu groß. Und mit diesem bringt er nicht nur sich selbst in Gefahr!

Meinung:
Oftmals wird man ja tatsächlich von Büchern überrascht, die man eigentlich gar nicht auf dem Schirm hatte. Durch die Blogtour bin ich auf „Lost Places“ aufmerksam geworden. Nachdem mich das Cover und der Klappentext ziemlich neugierig gemacht hatten, musste das Buch einfach bei mir einziehen. So gespannt, wie ich war, habe ich nun auch gleich zu „Lost Places“ gegriffen.

Der Einstieg in diese Geschichte fiel mir leicht. Kaya, Chris, Moe, Steven und Lennart waren mir recht schnell vertraut. Durch kurze Erläuterungen wurden mir die wichtigsten Grundzüge von ihnen vermittelt, so dass ich mir alle Charaktere gut vorstellen konnte.

Der Plot selbst spielt in der heutigen Zeit. Einige Schauplätze der Handlung waren auch mir geläufig. Umso mehr fühlte ich mich Zug um Zug immer mehr in die Geschichte hineingesogen. Interessant waren aber auch die Schauplätze rund um die bekannten Ecken Berlins herum. Irgendwann war dann auch der Zeitpunkt erreicht, dass ich nur so durch die Seiten flog. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so sehr hat mich Johannes Groschupf von seiner Idee überzeugen können.

Gut, es gibt auch kleinere Schwächen. Gestört haben sie mich nicht wirklich. Vor allem im Mittelteil konnte ich einige Handlungen der Charaktere nicht unbedingt verstehen. Aber wenn man die Gegebenheiten akzeptiert, wie sie in die Geschichte einfließen, hat man jede Menge Freude an der Geschichte.

Seine Charaktere beschreibt Herr Groschupf nicht wirklich in der Tiefe. Aber das, was er von ihnen preisgibt, verlieh mir so viel Vorstellungsvermögen, dass ich genaue Bilder von ihnen im Kopf hatte. Manchmal ist weniger eindeutig mehr!

Der Protagonist Lennart kommt von Beginn an eigentlich als Verlierer daher. Gerade erst hat er sein Abi nicht geschafft und hat auch nicht wirklich Lust darauf. Viel lieber hängt er mit seinen Freunden ab und lässt mit ihnen die Nacht zum Tag werden. Die Enttäuschung seiner Eltern ist ihm völlig egal. Er lebt im Hier und Jetzt! Wozu sollte man sich auch anstrengen… Doch dann bekommt er verschiedene Anstöße. Genau das hat er gebraucht. Moe ist daran nicht ganz unschuldig. Denn sie hat einen bis jetzt unvorhersehbaren, aber großen Einfluss auf sein Verhalten.
Lennart durchläuft eine Entwicklung, die seinesgleichen sucht. Mit jedem Rückschlag im Laufe der Handlung entwickelt er sich positiver. Kleine Ausrutscher lasse ich hier mal außen vor. Dennoch wirkt er gereifter, überlegter. Lennart ist kein Superheld, definitiv nicht. Aber was er so alles über sich ergehen lassen muss, erfordert schon Kondition und Willensstärke.

Mein Liebling in diesem Buch ist eigentlich Moe. Ich habe so meine eigene Vorstellung von ihr im Kopf. Einerseits verletzbar und schutzbedürftig, wirkt sie dennoch stark. Sie hat so manches kleine Geheimnis, welches mir stückchenweise offenbart wurde. Eindeutig ist sie ein abgerundeter Charakter, den man auf jeden Fall ins Herz schließt. Doch auch Moe entwickelt Tendenzen, die man so bei ihr nie erwartet hätte. Moe ist jemand, den man einfach nur in den Arm nehmen möchte, um sie vor den Widrigkeiten der realen Welt in Schutz zu nehmen.

Johannes Groschupf präsentiert diese Geschichte in Vergangenheitsform aus der Sicht von Lennart. Die Perspektive ist aus meiner Sicht sehr gut gewählt, denn gerade Lennart treibt die Geschichte förmlich voran. Der Autor hat es geschafft, mit wenigen Mitteln eine permanente Spannung aufzubauen, die man aufgrund der vorherrschenden Szenen eigentlich gar nicht so erwartet. Die Ereignisse werden nüchtern beschrieben, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Allgemein mag ich ja tiefergehende Beschreibungen im seltensten Fall. Gern überlasse ich so manchen Entwicklungen meiner eigenen Fantasie. Und das war hier genau richtig angesetzt.

Sieht man von kleinen Unebenheiten ab, hat mich „Lost Places“ wirklich richtig, richtig gut unterhalten können. Die Geschichte war sehr real dargestellt, könnte aus meiner Sicht auch jederzeit so passieren und hat mich so gefesselt, dass ich wirklich durch die Seiten gerast bin.

Urteil:
Die Lesespannung in „Lost Places“ wurde mit kleinen Mittel so hoch gehalten, dass ich mich von diesem Sog kaum befreien konnte. Die schönen Lesestunden belohne ich deshalb mit sehr, sehr guten 4 Büchern.

Für alle Liebhaber realer Entwicklungen, die erzählte Handlungen einfach akzeptieren können und eine grundlegende nüchterne Spannung akzeptieren.

©his-and-her-books.blogspot.de


Leuchtendes Herz
Leuchtendes Herz
von Sophie Jordan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen großes Tempo und dennoch Raum für Emotionen - ein gelungener Abschluss, 11. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Leuchtendes Herz (Gebundene Ausgabe)
Zitat:
„Diese Worte, dieser tiefe Blick… mir bleibt die Luft weg.
Aber dann habe ich das Gefühl, dass ich so etwas wie Sauerstoff gar nicht brauche, wenn ich Will habe. Er nährt mich… haucht mir Leben ein. Bringt alles in Ordnung. Er hat alles mit mir durchgestanden: mein Verschwinden, meine Zwangsheirat mit Cassian… er hat mich immer über sich gestellt. Es ist ein Wunder, dass er nicht die Beine in die Hand genommen hat und in die entgegengesetzte Richtung davongelaufen ist.“
(S. 192)

Inhalt:
Der Plan ist riskant. Jacinda lässt sich als gefangene Draki von Will und Cassian zu den Enkros bringen. Hinter Plexiglas-Scheiben, in den Händen des Feindes, bekommt sie nicht nur einen Geschmack von der grausam kühlen Behandlung durch die Enkros. Nein, sie erhascht auch schnell einen Blick auf die gesuchte Miram, auch wenn sie insgeheim noch nach ihrem Vater Ausschau hält.

Schon bald trifft sie auf den „Grauen“, vor dem sie bereits von den anderen Drakis in den Zellen gewarnt wurde. Bei einem Freigang in einer Wald-Attrappe liefert sich Jacinda einen Kampf mit ihm, diesem uralten Draki, der mehr Drache als Mensch ist, sich seit Jahren der Gefangenschaft von seiner wilden Seite beherrschen lässt.

Nach nur wenigen Stunden Haft wird Jacinda geholt und zum OP gebracht. In letzter Minute kommt die Rettung. Doch die Enkros sind sehr gut auf einen Ausbruch vorbereitet – nun sitzen sie alle in der Falle und irgendwo im Gebäude befindet sich auch der Graue…

Meinung:
Nach dem fiesen und spannenden Ende von Band 2 musste ich natürlich sofort zu dieser Fortsetzung greifen.

Der Einstieg gelang mir richtig leicht. Sofort war ich mitten in den letzten Vorbereitungen für den riskanten Plan zur Rettung Mirams. Ich fieberte und zitterte mit Jacinda, fühlte mit ihr die Enge der freiwillig gewählten Gefangenschaft, um zu Miram zu können und sie so für Cassian durch das Band der Draki auffindbar zu machen.

Hier stieß ich auch auf den Grauen, dieses ganz besondere und sehr gefährliche Exemplar eines Drakis, mit dem Sophie Jordan ihrer Idee rund um die Nachfahren der Drachen eine neue Facette gegeben hat.

Jacinda war mir in diesem Band wieder sympathischer. Dieses Gefühlshin und –her hat sie größtenteils abgelegt. Sie weiß was und wen sie will. Doch es gibt neue Probleme. Das durch die Heirat geschaffene Band zu Cassian lässt sie seine Emotionen eins zu eins spüren. Sie kann ihn jedoch nicht trösten, ihm nicht helfen, ohne dabei wieder einmal Wills Gefühle zu verletzen. Und dann ist da ihre immer noch vorhandene Loyalität zum Rudel, oder besser gesagt zu ein paar Mitgliedern. Oftmals hätte ich Jacinda am liebsten eine gehörige Portion Egoismus zugeschoben, damit sie die Kraft hat, endlich damit aufzuhören, Will zu quälen. Aber genau diese Treue zu ihren Freunden macht Jacinda aus, macht sie zu der Person, die wir doch alle lieben.

Will geht in diesem Band wieder einmal an seine Geduldsgrenzen. Mir tut er schon so lange leid, dass er an Jacinda geraten musste. Aber wo die Liebe hinfällt… Will zeigt in „Leuchtendes Herz“ nicht nur wieder einmal außergewöhnliche Toleranz sondern auch seine besondere Stärke.

Cassian ist mir seit den ersten negativen Begegnungen in Band 1 doch richtig ans Herz gewachsen. Er tat mir genauso leid. Dass er an die Draki gebunden ist, deren Liebe einem anderen gehört. Aber man kann nicht immer gewinnen… Und so muss Cassian nicht nur mit diesem Schicksalsschlag klarkommen.

Der interessanteste Charakter war „der Graue“. Wild, voller neuer Eigenschaften, einer grollenden Sprache und der Unfähigkeit, sich als Mensch zu tarnen. Und mit diesem besonderen Blick auf Tamra, die genau das nicht zu stören scheint…

Was die Spannung angeht, hat Sophie Jordan wieder unendlich viel in dieses dünne Buch gepackt. Sie geht weder zimperlich mit ihren Charakteren um, noch lässt sie dem Leser Zeit, aufzuatmen. Eine Hürde folgt auf die andere, unser Liebespaar Jacinda und Will kommt nicht einmal in die Verlegenheit, allein zu sein. Von Stolperstein zu Stolperstein verspricht Jacinda, dass die baldige Zweisamkeit nahe ist – und dann rückt sie wieder in so weite Ferne, weil Jacindas To-Do-Liste wächst und wächst.
Immer wieder neue Erkenntnisse lassen ihr auch keine andere Möglichkeit und ich hoffte mit jeder Seite, dass Will weiterhin an ihrer Seite bleibt – denn irgendwann reißt auch der dickste Geduldsfaden.

Zum Schreibstil bleibt nicht mehr viel zu sagen: Die leichte und lockere Art, ohne aufplusternde Beschreibungen und allzu ausschmückende Details verleitet dazu, durch die Seiten zu rasen. Die Spannung tat ihr übriges und ließ mich das Buch in kürzester Zeit abschließen.

Das Ende ist Frau Jordan rundum gelungen, sie hat alle meine Fragen beantwortet und all ihren Charakteren eine Richtung gewiesen. Selbst Handlungsstränge, die im ersten Band gestrickt wurden, knüpfte sie mit ein oder löste sie auf. Somit konnte ich die Trilogie mit einem rundum zufriedenen Gefühl im Bücherregal platzieren und dort genieße ich nun immer die Sicht auf meinen ganz persönlichen Drachenschatz.

Urteil:
Seit ich Jacinda, die junge Draki, kennengelernt habe, bin ich in sie verliebt. Daran konnte auch ihr „seltsames“ Verhalten nichts ändern. Umso gespannter war ich, wie Frau Jordan alles zu Ende bringen würde. Heraus kam eine absolut spannende, atemlose Geschichte, die mit großem Tempo von einer zur nächsten Herausforderung jagt und doch Raum für Emotionen aller Art lässt. Die liebgewonnen Charaktere gaben noch einmal ihr bestes und so konnte ich die Trilogie für mich mit ganz ganz knappen 5 Büchern abschließen.

Die Reihe ist eine absolute Empfehlung für alle Fantasy-Fans, die ihren Charakteren viel zumuten können und verbotene Gefühle lieben. Rückblickend lässt mich die Entwicklung der Charaktere erstaunen, denn mit so ziemlich keiner von diesen zahlreichen Veränderungen hätte ich gerechnet – genau so muss es sein!

Die Serie:
1. Firelight - Brennender Kuss
2. Firelight – Flammende Träne
3. Firelight – Leuchtendes Herz

©his-and-her-books.blogspot.de


Clockwork Angel: Chroniken der Schattenjäger (1)
Clockwork Angel: Chroniken der Schattenjäger (1)
von Cassandra Clare
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 10 Jahre nach dem Bündnis - was vor den "Chroniken der Unterwelt" geschah..., 11. November 2013
Zitat:
„Ganz gleich, wie das äußere Erscheinungsbild eines Menschen ist“, sagte er gedehnt, „ob du männlich oder weiblich, stark oder schwach, krank oder gesund bist – all diese Dinge sind von geringerer Bedeutung als das, was dein Herz enthält. Wenn du das Herz eines Kriegers hast, dann bist du auch ein Krieger. Alle anderen Dinge sind nur wie das Glas einer Lampe, aber du bist das Licht, das darin scheint“, erklärte er versonnen, schien sich dann wieder zu fangen und lächelte leicht verlegen. „Das glaube ich zumindest.“
(S. 338)

Inhalt:
April 1878
Nach dem Tod ihrer Tante soll Tess zu ihrem letzten verbliebenen Verwandten, ihrem Bruder Nate, nach London reisen.
Anstelle von ihm erwarten sie am Anleger zwei düster aussehende Frauen, die behaupten, im Auftrag Nates zu handeln. Sie nehmen Tess gefangen und lehren sie, ihre Fähigkeit zu nutzen, sich in jegliche Person zu verwandeln. Als Tess sich auch in ein bereits verstorbenes Mädchen verwandeln kann, ist es so weit. Die dunklen Schwestern wollen sie an den „Magister“ zur Vermählung übergeben.
Mit Hilfe von Will, der der Spur des Mädchens folgt, dessen Leiche er gefunden und in das sich Tess zuletzt verwandelt hat, gelingt es ihr, in einem großen Kampf gegen die Schwestern zu fliehen.
Nun befindet sie sich im „Institut“ und wird von Will und der Leiterin Charlotte in die Welt der Schattenjäger eingeführt, wird aufgeklärt, dass sie selbst zu den Schattenwesen gehören muss. Charlotte hilft Tess, ihren Bruder Nate zu suchen.
Dabei stoßen sie auf Geheimnisse, die die gesamte alte Welt verändern könnten.

Meinung:
Lange, lange, laaaaange habe ich die „Chroniken der Schattenjäger“ gesammelt und auf dem SuB schmoren lassen. Da die Reihe nun komplett ist, konnte ich endlich mit dem Lesen beginnen, ohne fiese Cliffhanger befürchten zu müssen.

Der Prolog mit seiner kurzen Episode aus einem Kampf gegen einen Dämon und dem Mord an einem jungen Mädchen machte mich neugierig. Der Schwenk zu Tess und ihrer Ankunft in Southampton stimmte mich auf die weitere Geschichte ein.

Tess erzählt dem Leser von dem Klockwerk-Engel, wie sehr sie damit verbunden ist und von ihrem bisherigen Leben und wieso sie nach London möchte.
Anstelle ihres Bruders Nate findet sie am Anleger aber nur zwei Frauen, die behaupten, von Nate geschickt worden zu sein. Sechs Wochen später befindet sich Tess immer noch in Gefangenschaft.
Von da an ging es plötzlich recht schnell. Tess wurde beigebracht, die Gestalt zu wandeln und soll einem gewissen „Magister“ übergeben werden, der sie heiraten will. Beinahe in letzter Sekunde wird sie von Will gerettet und befindet sich kurz darauf in einer wilden Schlacht.
Wenig später bekommt Tess die ersten Einblicke in die Welt neben der der Menschen, von der sie als Gestaltwandler definitiv ein Teil sein muss.

Cassandra Clare schaffte erneut meisterhafte Charaktere, die eine (dunkle) Vergangenheit haben, in Geheimnisse gehüllt sind und so eine Vielschichtigkeit besitzen, die durchaus für Überraschungen sorgt.

Die Protagonistin Tess, aus deren Sicht - neben kurzen Schwenks auf andere Perspektiven – der Großteil des Buches im personalen Stil erzählt wird, ist auf den ersten Blick ein normales (menschliches) Mädchen. Doch schon nach wenigen Seiten wird klar, dass sie das aufgrund ihrer Fähigkeit nicht sein kann. Aber was ist sie? Darüber lässt die Autorin ihre Leser grübeln, während sie die Geschichte mit genügend Ablenkung vorantreibt.

Ablenkung in Form von Schattenjägern wie Will, dessen unterschiedliche Signale Tess nicht deuten kann und den ein großes Geheimnis umgibt. Oder in Form von seinem Kampfpartner Jem, der irgendwie anders ist, selbst für einen Schattenjäger.
Lesern von Cassandra Clares Büchern dürfte auch der Hexenmeister Magnus Bane ein Begriff sein, der bereits in der Vergangenheit der Schattenjäger auftaucht.

Da ich die „Chroniken der Unterwelt/City of“-Serie bereits gelesen habe, dachte ich, ich wäre mit den Wesen der von Frau Clare erschaffenen Welt vertraut. Doch auch hier konnte sie mich überraschen. Die europäische Vergangenheit der Schattenjäger hat es durchaus in sich. Das Abkommen zwischen Nephilim und Schattenweltler ist gerade mal zehn Jahre jung, ein Bruch zwischen ihnen fand noch nicht statt, man konnte noch vermeintliche Partner zu Nephilim „machen“. Alleine hierdurch konnte mich die Autorin wieder von ihrer Welt absolut überzeugen. Hinzu kommt ihre Idee, den Schattenjägern eine riesige Portion Emanzipation zukommen zu lassen. War es zu der Zeit allgemein verpöhnt, Frauen abseits von Kindererziehung und Herd zu sehen, steckt Frau Clare ihre weiblichen Schattenjäger in Hosen und lässt sie kämpfen wie alle anderen. Auch das Duzen untereinander und die Anrede mit Vornamen, waren sehr fortschrittlich.

Sehr futuristisch hingegen war der technische Teil des Buches: die Klockwerk-Maschinen, Mechanik, Wissenschaft. Diese Punkte waren mir etwas suspekt und sind wohl im Allgemeinen nicht so ganz mein Fall. Da es aber nur ein Puzzleteil des großen Ganzen war, hat es mich nicht weiter gestört.

Der Schreibstil von Cassandra Clare ist leicht und flüssig, lediglich mit den teils seitenlangen Beschreibungen der Szenerie konnte mich die Autorin weniger begeistern. So hatte ich oft das Bedürfnis, die erwähnten Seiten nur zu überfliegen, um meiner eigenen Fantasie etwas Raum zu lassen. Aus Angst, etwas Wichtiges zu verpassen, verkniff ich mir das Querlesen, was dann zu gefühlten Längen führte. Ein paar Stolperfallen verursachte auch die Übersetzung des „Clockwork Angels“ und anderer mechanischer Teile in „Klockwerk“-Engel und Co.
Was Spannung und Neugierde an der erzählten Geschichte angeht, kann man der Autorin nichts vorhalten. Sie schaffte es immer wieder, mich zu überraschen, baute Geheimnisse ein und ließ so manche Vergangenheit im Nebel Londons gehüllt.

Mit ihrem Ende hat die Autorin diese Geschichte wunderbar abgerundet, lässt aber noch zahlreiche Fragen offen, die der Epilog dann noch in eine ganz bestimmte Richtung drängt. Neugierig wie ich bin, muss ich wohl bald zum „Clockwork Prince“ greifen.

Urteil:
Cassandra Clare ist eine Meisterin darin, vielschichtige, interessante und überraschende Charaktere zu erschaffen, die in der von ihr entwickelten Welt mit all ihren Regeln und Hintergründen absolut authentisch sind. Spannungsmomente und Emotionen greifen wie Zahnräder ineinander, treiben die Geschichte gemeinsam mit unerwarteten Wendungen voran. Lediglich der für meinen Geschmack zu detailreiche Stil der Autorin schmälerte meinen Lesegenuss und ließ für mich Längen entstehen, wo vermutlich keine sind. Aber selbst diese Kritik würde keine Bewertung unter Höchstwertung rechtfertigen. Knappe 5 Bücher für „Clockwork Angel“.

Ein Muss für Fans der „Chroniken der Unterwelt“, die gerne in die Vergangenheit so manch eines Charakters blicken und ein völlig anderes Weltbild zu Gesicht bekommen wollen.

Die Serie:
1. Clockwork Angel
2. Clockwork Prince
3. Clockwork Princess

©his-and-her-books.blogspot.de


Zerstöre mich: Roman
Zerstöre mich: Roman
Preis: EUR 1,99

5.0 von 5 Sternen perfektes Warm-Up für den zweiten Band "Rette mich vor dir", 9. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Zerstöre mich: Roman (Kindle Edition)
Kurz vor dem Lesen von Tahereh Mafis zweitem Teil der Trilogie rund um Juliette griff ich zu dieser Zwischenepisode aus der Perspektive von Warner.
Ich hatte ihn als das absolute Ekel, das Böse in Menschengestalt abgespeichert. Doch „Zerstöre mich“ hat mich eines besseren belehrt. Die Vergangenheit von Warner war nicht einfach. Dem Druck seines Vaters, des Oberbosses, standzuhalten, seine Anerkennung zu erlangen, zehrt an ihm.
Er wünscht sich Freunde, aber die sind ihm nicht gegönnt. Er darf niemanden an sich heranlassen, um die Furcht unter seinen Soldaten zu schüren, um ihren Respekt zu verdienen.
Warner leidet unter Verfolgungswahn, sieht in vielleicht ganz normal dreinschauenden Gesichtern Unmut und Hass auf ihn. Oder ist es tatsächlich so?
Bis vor kurzem war seine einzige Möglichkeit, dem zu entkommen, absolute Reinheit. Waschzwang, Sterilität, in seinem Kopf und auch äußerlich. Doch nun gibt es da Juliette, die ihn fasziniert, die seine Gedanken durchdringt, deren Schicksal es das erste Mal schafft, ihn zu berühren, als er ihr Tagebuch liest. Juliette, die ihn hasst. Juliette, die laut seinem Vater getötet werden soll, weil sie ist, was sie ist: Eine von vielen Mutationen da draußen…
Warner muss sie beschützen.

Der typische Stil von Tahereh Mafi ist lediglich in den Tagebucheinträgen von Juliette zu erkennen, dennoch konnte mich auch die Kurzgeschichte in ihren sprachlichen und emotionalen Bann ziehen. Ich bin froh, dass ich sofort zum „richtigen“ zweiten Teil greifen kann, denn das Buch hat mir mehr als nur ein kleines bisschen Appetit gemacht.

Urteil:
Die kurze Zwischenepisode aus der Sicht von Warner hat mir sehr gut gefallen, ihn in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Trotz der wenigen Seiten war „Zerstöre mich“ spannend und aufschlussreich, bot eine gute Überleitung zum zweiten Band, der eine besondere Schlüsselszene dann noch von einer anderen Seite beleuchtet.

Volle 5 Bücher für den gelungenen Einblick in Warners Leben.


Der Fluch von Hollow Pike
Der Fluch von Hollow Pike
von James Dawson
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

3.0 von 5 Sternen spannende Ansätze mit vielen Klischees, 7. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Fluch von Hollow Pike (Broschiert)
Zitat:
„Sie zog die Vorhänge zu und ging zurück zum Bett, rückwärts, ohne die Terrassentür auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen. Nur zur Sicherheit.“
(S. 56)

„Sie wusste, dass sie es sich nur einbildete, aber sie konnte nicht anders, als dem Wald zu lauschen. Es kam ihr so vor, als würde er nach ihr rufen, als würde er sie begehren.“
(S. 88)

„Es war eine Warnung. Von jemandem, der wusste, dass sie an einem Ort gewesen war, an dem sie niemals hätte sein dürfen.“
(S.231)

Inhalt:
Lis wird an ihrer Schule gemobbt. Dazu kommt, dass sie schon seit Wochen diesen seltsamen Albtraum hat. Es ist immer der gleiche Traum. Nur ihre Details werden vielfältiger.

Durch einen Umzug zu ihrer großen Schwester Sarah nach Hollow Pike will sie all dem entfliehen. Und tatsächlich scheint es zu funktionieren! Sie wird in die Clique rund um das beliebteste Mädchen der Schule, Laura, aufgenommen. Und Danny, der Schwarm aus der Rugby-Mannschaft schlechthin, wird auf sie aufmerksam. Doch was haben ihre seltsamen Beobachtungen zu bedeuten? Was hat es mit den Vögeln auf sich, die immer wieder ihren Weg kreuzen? Die Ereignisse beginnen, sich zu überschlagen. Plötzlich ist Lis in einer Situation, in die sie nie geraten wollte…

Meinung:
„Der Fluch von Hollow Pike“ war eigentlich gar nicht auf meiner Liste. Dann kamen die ersten positiven Bewertungen befreundeter Blogger. Lange konnte ich das Buch also nicht unbeachtet lassen. Und wie durch Zufall lag es dann plötzlich vor mir. Natürlich habe ich sofort mit dem Lesen angefangen.

Nach den ersten Seiten war ich mit der Protagonistin Lis bereits bekannt. Sie erzählte mir sofort von ihren seit Wochen andauernden Albträumen, oder besser, diesem einen Albtraum. Es war immer dieselbe Abfolge. Das Gefühl von Hilflosigkeit überwog bei ihr. Bis sie aufwacht. Natürlich ist danach nicht mehr wirklich an weiteren Schlaf zu denken. Kommt der Traum von den ständigen Sticheleien ihrer ehemals besten Freundin? Eines ist sicher. Es muss ein Ende haben!

Schon auf dem Weg zu ihrer Schwester Sarah, bei der sie zukünftig wohnen wird, geschieht etwas Ungewöhnliches. Die Elster, die mitten auf der Straße sitzt, scheint sie nicht vorbeilassen zu wollen. Doch Lis denkt sich noch nichts dabei.

Lis selbst fühlt sich absolut aufgewertet, als sie nach kurzer Zeit direkt in den Kreis des beliebtesten Mädchens der Schule aufgenommen wird. Dort wird sie vom Opfer zum Täter. Und etwas in ihrem Inneren sagt ihr, dass sie nicht sie selbst bleibt, wenn es so weitergeht. Tatsächlich schafft eine unbeabsichtigte Handlung einen Abstand zu ihren neuen Freundinnen. Doch zieht sie hieraus wirklich einen Vorteil? Nun steht sie wieder am Anfang, bekommt jedoch Hilfe aus einer unerwarteten Richtung. Jetzt ist sie Teil von Kittys Clique. Und sie fühlt sich wohl dabei.

Plötzlich geschehen unvorhergesehene Dinge, die Lis nicht beeinflussen kann. Und dann gibt es die erste Tote. Lis gerät in immer größere Gefahr und wächst letztendlich über sich hinaus. Aber reicht es wirklich, um dieser geheimnisvollen Macht zu entkommen? Lis zweifelt an sich selbst. Innerlich wird sie förmlich zerrissen. Wird Lis es schaffen?

Danny war nicht immer der Junge, für den ihn nun viele halten. Geplagt von Selbstzweifeln hat er sich seinem Schicksal ergeben, um so zu erscheinen, wie ihn sein Vater letztendlich sehen will. Doch noch immer ist er nicht gut genug. Anerkennung hat er nie erfahren und so kann man ihn als absolut introvertiert beschreiben. Und dann trifft er auf Lis. Für Lis ist er bereit, seine Schwächen zu zeigen, jedoch Stärke zu bieten. Nicht immer geht er damit in die richtige Richtung. Und nicht immer zu seinem Vorteil…

James Dawson erzählt die Geschichte flüssig und präsentiert diese in Vergangenheitsform mit auktorialen Ansätzen aus Sicht von Lis. Der Autor versteht es, Spannung aufzubauen. Diese Spannung zu halten ist zwar mitunter nicht durchgehend gelungen, so dass ich oftmals schnell eine Verschnaufpause einlegen konnte.

Vielleicht war meine Erwartung auch eine andere… Hatte ich mich darauf gefreut, gruselige Erzählstränge zu erfahren, bei denen mir die Gänsehaut die Arme hoch und runter erscheint, wurden diese oftmals von den klassischen High-School-Geschehnissen in den Hintergrund gedrängt. Kaum klebte ich an den Seiten aufgrund der sich entwickelnden Spannung, fand ich mich plötzlich in den wechselnden, und aufgrund der beherrschenden Hormone nicht immer nachvollziehbaren Emotionen pubertierender Teenager wieder. Klischee folgte auf Klischee, nichts wurde ausgelassen. Die neue Schülerin an der Schule trifft auf Mädchenschwarm, dieser verliebt sich in sie, zweifelt jedoch an sich selbst usw… Auch die verregnete Umgebung der Schule kam mir sehr vertraut vor. Ein geschilderter Vergleich in den Seiten selbst gab mir Aufschluss darüber, dass dies sogar gewollt war.

Das Ende der Geschichte ist durchaus abgerundet und hat mich für einiges entschädigt. Nach einem Show-Down, der nochmals alles aus der Geschichte herausgeholt hat, konnte mich James Dawson doch noch auf seine Seite ziehen. Im Endeffekt denke ich, dass das Buch auf jeden Fall seine Fans finden wird.

Urteil:
„Der Fluch von Hollow Pike“ war insgesamt ein angenehmes Lesevergnügen, das mit vielen Klischees behaftet daherkommt und die Zielgruppe vereinnahmen kann. Meine Lesestunden mit Lis und Danny belohne ich an dieser Stelle mit sehr guten 3 Büchern.

Für alle Fans guter Unterhaltung, die keinen permanenten Spannungslevel benötigen, um eine Geschichte genießen zu können und abgerundete Abschlüsse lieben.

©his-and-her-books.blogspot.de


Jake Djones - In der Arena des Todes: Roman
Jake Djones - In der Arena des Todes: Roman
von Damian Dibben
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Top Unterhaltung für junge Zeitreise- und Abenteuer-Fans, 5. November 2013
Zitat:
„Allein weil Topaz existierte, wollte er besser sein in allem, was er tat. Er wollte ein furchtloser Held sein, ein Teufelskerl, am besten gleich der Retter der Menschheit.
Retter der Menschheit? Jake schüttelte den Kopf. Woher hab ich bloß all diese Gedanken auf einmal?“
(S. 111)

Inhalt:
Vor knapp einem Monat wurde Jake Djones in London entführt und mit der Wahrheit konfrontiert. Nun darf er an einem ungefährlichen, jedoch für die Geschichtshüter ausgesprochen wichtigem Einsatz teilnehmen: Er soll gemeinsam mit Nathan und Charlie eine Lieferung Atomium im 18. Jahrhundert entgegennehmen.

Doch jemand hat von der Übergabe Wind bekommen und will das Atomium stehlen. Nur knapp können die jungen Geschichtshüter entkommen. Kurz vor dem rettenden Ziel begeht Jake jedoch einen folgenschweren Fehler und das Atomium gerät in die Hände der Verbrecher.

Ohne das notwendige Atomium kehren sie zum Nullpunkt zurück, wo kurz darauf eine Nachricht von der verschwundenen Topaz eintrifft: aus dem Jahr 27 nach Christus, unweit von Italien, in dessen Gegend eine hohe Aktivität von Agatha Zeldt dokumentiert wurde.

Die Mission der wenigen tauglichen Agenten scheitert und da die Zeit drängt, müssen neue Wege gefunden werden. Und somit begibt sich Jake gemeinsam mit seiner Tante Rose auf die Rettungsmission. Endlich kann er beweisen, was wirklich in ihm steckt.

Meinung:
Ich habe Damian Dibbens Zeitreiseroman erst spät gelesen, wodurch die Wartezeit auf diesen zweiten Teil natürlich sehr verkürzt wurde. Dennoch konnte ich es mir nicht verkneifen, sofort zu der Fortsetzung zu greifen.

Für all diejenigen, die sich nicht mehr ganz mit der Zeitreisematerie, dem Atomium, dem Nullpunkt und Co. vertraut fühlen, hat der Autor einen wunderbaren Einstieg geschaffen und gezielte Rückblenden eingebaut. Somit fällt es leicht, wieder in die Seiten und durch die Zeiten zu tauchen.

Jakes Traum hat sich erfüllt. Er begleiten Nathan und Charlie auf eine wichtige Mission, die sogleich die Hintergründe der Zeitreisen etwas genauer erläutert.
Doch obwohl keiner etwas von der Übergabe wusste, fallen die Geschichtshüter einem Verbrecher namens „Leopard“ in die Arme. Beinahe gerettet, glaubt Jake in dessen Kollegen seinen verschollenen Bruder Philip zu erkennen – ein fataler Fehler, der einfach alles bedroht, wofür die Organisation der Geschichtshüter kämpft.

Damian Dibben brachte mir die Erlebnisse und Emotionen seiner Charaktere trotz der gewählten Perspektive des allwissenden Erzählers gekonnt nahe. Ich litt insbesondere mit Jake, dessen Schuld an ihm nagt und droht, ihn zu überwältigen, wenn er keine Wiedergutmachung leisten kann. Jake lernt in diesem zweiten Band etwas mehr über seine eigene Vergangenheit kennen und auch seine wahre Stärke kommt zum Vorschein.
Sein Glaube ist stark. Er ist sich sicher, dass Philip noch irgendwo da draußen am Leben ist.

Nathans Überheblichkeit ist größtenteils gewichen und er setzt sich sogar für Jake ein. Dass aus den beiden einmal Freunde werden könnten, die sich beinahe auf Augenhöhe befinden, hätte ich niemals erwartet. Natürlich musste ich auf die Sticheleien und Nathans Faible für Mode und Accessoires nicht verzichten. Darüber hinaus lernte ich sogar die Angst des sonst so angstlosen Geschichtshüters kennen.

Océane war mir schon im 1. Teil unsympathisch, wenn man bedenkt, auf welchem Wege sie zu ihrem Verlobten kam. Dieses negative Empfinden für sie konnte dieser zweite Band definitiv noch verstärken.

Der Autor hat seine Grundidee rund um die Geschichtshüter und die Antagonisten-Familie Zeldt auf fantastische Weise weitergesponnen. War in Band 1 noch Prinz Zeldt der Böse, nimmt diesen Platz nun Agatha ein, die grausamste Frau auf dem Planeten.

Mit seinem einfachen und flüssigen Schreibstil machte Damian Dibben ein Folgen der Geschichte sehr leicht. Der teils vorhandene Humor lockerte auch nervenaufreibendere Szenen ein wenig auf, um die Spannung für die Zielgruppe nicht unaushaltbar zu machen.

Die Zeitreise in das Jahr 27 nach Christus glich einer Reise in die Mythologie. Zahlreiche Details flossen ein und machten auch diesen zweiten Band wieder authentisch und sogar lehrreich. Zwischendurch genoss ich das eingewobene Indiana Jones Feeling und ließ mich von ihm durch die Seiten tragen. Abenteuer pur für die Zielgruppe!

Dadurch kam auch die Spannung niemals zu kurz! Zahlreiche Zwischenhochs rissen mich mit, der von Nervenkitzel explodierende Showdown glich einem antiken Spektakel, das einem keine andere Wahl lässt, als mitzufiebern und um die Charaktere zu zittern. Atemlos hastete ich durch die Seiten, bangte gleich mit zwei Gruppen und hoffte auf ein „gutes“ Ende.
Dieser letzte Höhepunkt wurde durch zahlreiche Perspektivenwechsel so geschickt eingefädelt, dass die Spannung immer noch weiter anstieg.
„Circus Maximus“, wie der Originaltitel lautet, findet zu einem runden Ende, der weitere Verlauf ist jedoch bereits absehbar und ich freue mich schon auf einen Besuch im China vergangener Zeiten.

Urteil:
Mit „In der Arena des Todes“ hat Damian Dibben das Niveau des Vorgängers nicht nur gehalten, sondern in Sachen Spannung und Hintergründe noch etwas drauf gelegt. Ganz knappe 5 Bücher für diese top Unterhaltung der jungen Zeitreise-Abenteurer.

Ein Muss für Fans des Vorgängers. Alle interessierten Zeitreise-Fans der Zielgruppe sollten Jake Djones unbedingt kennenlernen.

Die Serie:
1. Jake Djones und die Hüter der Zeit
2. Jake Djones in der Arena des Todes


Du. Wirst. Vergessen.: Roman
Du. Wirst. Vergessen.: Roman
von Suzanne Young
  Broschiert
Preis: EUR 14,00

5.0 von 5 Sternen absolut real wirkender Reihenauftakt mit einschüchternder Atmosphäre und Gänsehaut-Effekt, 2. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Du. Wirst. Vergessen.: Roman (Broschiert)
Zitat:
„Wir alle hoffen, dass es schnell vorbei ist. Hoffen, dass wir einen weiteren Tag überstehen, ohne ausgesondert zu werden.“
(S. 12)

„Ich sterbe, alles in mir zerreißt, blutet. Ich bin schon so weit fortgegangen, dass ich nicht sicher bin, ob ich je wieder zurückkehren kann.“
(S. 108)

„Wir haben so viele Geheimnisse geteilt, und nun gehören sie nur noch mir. Ihr Gewicht drückt mich nieder.“
(S. 133)

Inhalt:
Die Selbstmordrate unter Jugendlichen steigt stetig. Es heißt, dass man sich anstecken kann. Die Suizide breiten sich aus wie eine Epidemie. Niemand kann diese traurige Entwicklung erklären.

Zur Eindämmung und Prävention dieses Phänomens wurde ein Pilotprojekt ins Leben gerufen: „Das Programm“. Aufgabe des „Programms“ ist es, auffällige Jugendliche zu identifizieren, sie zu isolieren und ihre Gedanken zu reinigen. Die Schule, die Sloane und James besuchen, nimmt an diesem Projekt teil. Die Jugendlichen haben Angst. Angst, ihre Vergangenheit und Identität zu verlieren! Ist diese Angst berechtigt?

Vor zwei Jahren hat sich Sloanes Bruder umgebracht. Nur mit Hilfe ihres Freundes James konnte sie diese schwere Zeit überstehen. Gefühle kann sie sich auch nicht erlauben. „Das Programm“ ist wachsam. Die Betreuer lauern überall!

Durch ein unerwartetes Ereignis gerät James aus der Bahn. Sloane gibt ihr Bestes, um die Anzeichen einer Ansteckung von James zu verbergen. Doch das Unvermeidliche passiert dennoch. Die Betreuer werden auf James aufmerksam, „Das Programm“ holt ihn ab.

Sloane ist verzweifelt. Als sie Wochen später auf den „geheilten“ James trifft, kann er sich nicht an seine große Liebe erinnern. Für Sloane bricht eine Welt zusammen. Und nun ist auch sie in großer Gefahr!

Meinung:
„Du.Wirst.Vergessen.“ stand erst wenige Tage in meinem Regal. Die Geschichte übte eine immense Anziehungskraft auf mich aus, so dass ich natürlich nicht lange umhin gekommen bin, das Buch zu lesen.

Suzanne Young gab mir nicht viel Zeit, geruhsam in ihre Geschichte einzutauchen. Gleich von Beginn an war ich Teil des Ganzen. Kaum an der Seite von Sloane angekommen, erlebte ich auch schon kurz darauf schockiert, wie Betreuer des „Programms“ eine Mitschülerin abholten. Die vermeintlich positive Fassade des Projektes fing damit gleich an zu bröckeln, nach und nach bildeten sich für mich sogar richtige Risse darin.

Der Autorin gelang es mit wenigen Mitteln, eine bedrückende und einschüchternde Atmosphäre zu schaffen, die mich von Anfang bis Ende total in ihren Bann ziehen konnte. Suzanne Young lässt ihre Protagonistin Sloane die Geschichte durchgängig aus deren Sicht in Gegenwartsform erzählen. Immer wieder geschickt eingebaute Passagen mit kurzen Sätzen erhöhen kurzfristig das Tempo, ohne dass ich in eine rasante Entwicklung geriet. Die Autorin konnte damit zielsicher eher ein anderes Gefühl erzeugen: Angst. Angst vor Entdeckung. Angst, dass ein Betreuer aufmerksam wird und ich mich an der Seite von Sloane im „Programm“ wiederfinde. Denn was würde man uns dort antun? Die Rückkehrer, also die geheilten Jugendlichen, machten zumindest nur auf den ersten Blick den Eindruck, wirklich genesen zu sein. Bei näherem Hinschauen hatte ich dann doch so manchen Zweifel.

Sloane war für mich von Beginn an eine sehr sympathische Protagonistin. Sie ließ mich sofort an ihren Gefühlen teilhaben, auch wenn sie diese nicht offen zeigen durfte. So teilte sie das ein oder andere Geheimnis mit mir, ohne dass ihre Umwelt irgendetwas von Sloanes Gedankenwelt mitbekam. Ich durchlebte mit ihr einige schöne Erlebnisse, litt mit ihr in schwierigen bis ausweglosen Situationen. Oftmals hatte ich den unwiderstehlichen Drang, einfach Gestalt in der Geschichte anzunehmen, um Sloane zu beschützen. Sie wirkte zeitweise so ausgeliefert. Möglichkeiten zur Gegenwehr waren nicht immer vorhanden. In solchen Situationen fühlt sich auch eine noch so selbstbewusste Person wie Sloane hilflos und zerbrechlich.

In James hat Sloane einen Halt gefunden, der sie nach dem Tod ihres Bruders wahrscheinlich davor bewahren konnte, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Er vermittelt Ruhe und Selbstbewusstsein, geht mitunter aber auch so manches nicht kalkulierbare Risiko ein. Und plötzlich gerät ausgerechnet James in das Visier der Betreuer. Nach der Rückkehr aus dem „Programm“ ist er auf jeden Fall ein völlig anderer Mensch. Und Sloane verliert damit ihren Rettungsanker.

„Du.Wirst.Vergessen.“ hatte eine unglaublich fesselnde Wirkung auf mich. Dieser Bann wurde mit Sicherheit nicht durch rasante Action und temporeiche Szenen hervorgerufen, die in dem Buch auch gar nicht in der Form vorhanden waren. Die Anziehung der Geschichte resultierte eindeutig aus dieser realistischen Darstellung einer Welt, deren weitere Entwicklung langsam aber sicher aus der Bahn gerät. Vermeintlich Gutes mutiert zu einem nicht beherrschbaren Faktor und so mancher Charakter, der mir hier begegnete, hatte sein eigenes Geheimnis.

Insgesamt hatte ich viele schöne Lesestunden mit dem Buch. Der angenehme Schreibstil machte es mir einfach, mich in der Geschichte zurechtzufinden und an diese zu binden. Ich konnte diese nah an einer möglichen Realität handelnde Geschichte wirklich genießen. Das Ende macht mich neugierig auf die Fortsetzung. Dennoch kann ich nun beruhigt und zufrieden das Buch zuklappen.

Urteil:
„Du.Wirst.Vergessen“ besticht durch seine einschüchternde Atmosphäre, die mir so manches Mal eine Gänsehaut bescherte. Für diese real wirkende Darstellung und einen hohen Lesegenuss vergebe ich deshalb 5 Bücher.

Für alle Fans realistisch dargestellter Welten, die Geschichten mit einer besonderen Atmosphäre lieben, und sich von einer beklemmenden Stimmung nicht einschüchtern lassen.

Die Serie:
1. Du.Wirst.Vergessen
2. Originaltitel: The Treatment
Voraussichtlicher Erscheinungstermin: April 2014

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Forever - Das ewige Mädchen
Forever - Das ewige Mädchen
von Rebecca Hamilton
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

3.0 von 5 Sternen "klassische" Fantasy-Wesen in neuer Verpackung, 31. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Forever - Das ewige Mädchen (Broschiert)
Zitat:
„Es begann als Gewitter mit Regen, aber das Wasser strömte von den Hochebenen in die Schluchten, und auf einmal wurde aus einem schmalen Rinnsal ein reißender Sturzbach. Und ich stand im Moment genau da, wo jeden Moment eine regelrechte Springflut auf mich treffen würde. Genau vor einer solchen Flutwelle stand ich und wartete ab, was als Nächstes geschehen würde.“
(S. 136)

Inhalt:
Die 22-jährige Sophia ist Ablehnung und Getuschel der anderen Kleinstadtbewohner gewohnt, seit ihre Mutter bei einem Überraschungsbesuch ihren Wicca-Altar entdeckt hat. Ihr wird Verhexen der erkrankten Kinder nachgesagt oder auch das Aufsprühen „teuflischer“ Symbole.
Das ist aber nicht Sophias größtes Problem. Denn das Rauschen, Fauchen und Zischen in ihrem Kopf übertönt einfach alles. Auch wenn sie nicht gerne Magie anwendet, will sie das allseits präsente Geräusch mit einem Ritual loswerden. Nun wird das Rauschen dadurch zu Stimmen, die wild durcheinanderreden und die Sophia nicht verstehen kann.

Nach einer sehr gruseligen Tierbegegnung im Wald, wo sie nur das uralte Buch ihrer Wicca-Freundin Paloma lesen wollte, lässt sich Sophia zum Ausgehen überreden.
Doch im Club Flesh begegnet sie einem aufdringlichen Mann, der sie unbedingt einladen will, Marcus, und auf Charles, dessen Anziehungskraft sie nichts entgegenzusetzen hat. Kurz bevor es zu einem Kuss kommt, rät Charles ihr, zu verschwinden. Kurz darauf sind die beiden gemeinsam auf der Flucht. Nur knapp entkommen sie Markus‘ Häscher.

Es ist Zeit für die Wahrheit. Warum ist Marcus hinter ihr her? Sophias Weltbild verändert sich von einer Sekunde zur nächsten. Mehr noch als zuvor muss sie etwas über die Vergangenheit ihrer Familie erfahren. Die Geheimnisse, auf die sie stößt, sind noch schockierender als alles andere.

Meinung:
Der Klappentext, vor allem der innere, hat mich sofort angesprochen und neugierig gemacht. Eine Welt voller Vampire, Gestaltwandler und Hexen. Ich hoffte auf ein klassisches Fantasy-Abenteuer mit neuen Hintergründen und machte mich begierig ans Lesen.

Der Einstieg machte mich zwar neugierig, konfrontierte mich aber schnell mit dem ausgeprägten „berichtsartigen“ Schreibstil der Autorin, die wirklich JEDE noch so kleinste Kleinigkeit im Tagesablauf ausgiebig notiert hat. Hier unterlag ich sehr oft der Versuchung, einfach über diese Absätze zu fliegen. So lernte ich die Ich-erzählende Protagonistin Sophia vor allem durch ihre Handlungen kennen. Die erhaltenen Droh-Briefe, die gehörten Stimmen, ihr Wicca-Glaube (wo doch im Klappentext Hexe stand), verwirrten mich ein wenig – vielleicht hatte ich auch ein Problem, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen und herauszufiltern. Dann ist da noch die Sache mit Sophias Großmutter, deren Ableben Sophia unbedingt erforschen muss, weil mehr dahinter stecken muss, als bisher angenommen.

Schnell trifft Sophia dann aber bei einem gemeinsamen Club-Besuch mit ihrer besten Freundin Ivory auf Charles, der umgehend zu ihrem Love-Interest wird und die klassische unnahbare Art an den Tag legt, dabei aber auf den typischen Beschützerinstinkt nicht verzichtet. Nach einer rasanten Flucht erfährt sie endlich die Wahrheit – zumindest einen Bruchteil davon. Denn es tauchen immer weitere Überraschungen auf und keiner scheint derjenige zu sein, für den er sich ausgibt.

Bei Sophia konnte ich mich anfangs nicht wirklich entscheiden, ob sie mir sympathisch oder einfach nur suspekt war. Ich konnte ihren Gedankengängen und Taten nicht immer sofort folgen, sie legte teilweise Prioritäten an den Tag, deren Hintergründe sie vor mir verbarg und mich einfach in der Luft hängen ließ, insbesondere was ihre Beziehung zu ihrer Großmutter angeht. Sie ist der Überzeugung, nichts Gutes verdient zu haben, obwohl sie es nicht war, die diesen Mann damals ermordet hat, was ihr von allen anderen nachgesagt wird.

Sophia ist eine Wicca, eine an Rituale glaubende Person, eine „gelernte“ Hexe sozusagen. Dafür muss sie hart kämpfen, denn nicht zuletzt ihre Mutter hat sich gegen sie gewandt, von den zahlreichen Droh-Briefen einer anderen Stadt-Bewohnerin ganz zu schweigen. Dass sie sich nachher als mehr entpuppt, was ja bereits der Klappentext vorweg nimmt, war für mich irgendwie unpassend. Aber sie ist noch viel, viel mehr.

Denn die Autorin hat einen wirklich guten Hintergedanken bei der Entwicklung ihrer Fantasy-Gestalten. Die Idee, das Übernatürliche von einer höheren Macht in Bezug auf die Elemente entstehen zu lassen, gefiel mir wirklich gut. Hierüber habe ich viele Details von Frau Hamilton bekommen, dennoch blieben einige Fragen offen und es traten mit der Zeit kleinere Logikprobleme auf.

Frau Hamiltons Schreibstil ist einfach und leicht zu lesen. Die sehr detaillierten Handlungsverläufe störten aber des Öfteren meinen Lesefluss. Insbesondere in der ersten Hälfte des Buches ist mir dies stets negativ aufgefallen und so kroch die Handlung für mich trotz kleinerer Spannungsaufheller dahin und konnte mich lange nicht mitreißen. Richtig interessant wurde es erst, als die Autorin die Erzählperspektive gewechselt und eine ganz andere Sicht auf die Dinge gab. Von diesem Moment an konnte mich die Autorin mehr und mehr fesseln, ich hatte keine Zeit mehr, mich von den kurzen „Berichten“ nach unten ziehen zu lassen.

Erwähnenswert sind die erotischen Momente, die zwar nicht überdetailliert, aber doch mehrmals vorhanden sind. Von daher ist es eindeutig nicht dem Young Adult, sondern dem New Adult-Bereich zuzuordnen.

Rebecca Hamilton hat ihre Geschichte nach einem großen Showdown ruhig ausklingen lassen, es wird in der Fortsetzung jedoch noch einiges auf Sophia zukommen.

Urteil:
Mit dem Serienauftakt „Forever – Das ewige Mädchen“ konnte mich Rebecca Hamilton nur zum Teil überzeugen. Mir gefiel die andere Herleitung ihrer Fantasy-Wesen, die Ausgestaltung und Hintergründe jedoch waren oft etwas schwammig. Der insbesondere in der ersten Buchhälfte ausgeprägte „berichtsartige“ Schreibstil verursachte ein sehr zähes Vorankommen, was auch die vielen Überraschungsmomente nicht ausgleichen konnten. In Summe macht dies knappe 3 Bücher für Sophia, „das ewige Mädchen“.

Eine Empfehlung für ältere Fantasy-Fans, die sich schon lange eine neue Sicht auf die Dinge wünschen, einige Längen dabei durchaus verzeihen können. Cruor, Strigoi, Hexen und viele elementare Kräfte warten auf euch.

Die Serie:
Forever – Das ewige Mädchen
Originaltitel: Come, the Dark
?

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BZRK 1
BZRK 1
von Michael Grant
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

4.0 von 5 Sternen Nanobots und Bioten gehören zur Science-Fiction? Muss nicht sein..., 29. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: BZRK 1 (Gebundene Ausgabe)
Zitat:
„Ihre Mutter, oder vielleicht war es auch ihre ältere Schwester, stand da, die Hände vor den Mund geschlagen, weinte und wiederholte die Worte, die das Mädchen gesprochen hatte.“
(S. 7)

„Ihr Gehirn brauchte einen Moment, um einzusehen, dass das Unmögliche zugleich das Unausweichliche war.“
(S. 29)

„Doch seine Wut verrauchte und wurde durch stärkere Empfindungen ersetzt. Stolz. Neugier. Der Rausch des Überlebenskampfes.“
(S. 99)

Inhalt:
Plötzlich werden Leute von einem auf den anderen Tag unzurechnungsfähig. So ist es auch Noahs Bruder ergangen. Und Noah findet einfach keine Erklärung dafür.
Kurz darauf stürzt ein Privatjet in ein vollbesetztes Stadion. Es war das Flugzeug eines Multimilliardärs. Sadies Vater. Sie saß mit einem Verehrer zwischen all den Menschen im Stadion. Von jetzt auf gleich ist sie die einzig Überlebende in der Familie. Denn auch ihr Bruder, der zusammen mit ihrem Vater im Jet war, hat diesen Anschlag nicht überlebt.
Hinter all dem scheinen geheime Organisationen zu stehen. Und diese fechten den Krieg auf der Nano-Ebene mit Makrorobotern aus. Nur… wer ist hier tatsächlich gut und wer ist der böse Gegenspieler?

Meinung:
„BZRK“ ist mir schon des Öfteren über den Weg gelaufen. Ich bin sozusagen neugierig geworden, war mir dann doch nicht ganz sicher, aber letztendlich kann man seinem Schicksal ja doch nicht entrinnen. Das Buch hat wie mich ein Magnet angezogen! Ich bin froh, dass es diese unsichtbare Anziehungskraft gab, denn sonst wäre mir eine wirklich gute Geschichte entgangen!

Schon auf den ersten Seiten stachelt Michael Grant die Spannung gekonnt an, so man das Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand legen will. Zielsicher führte seine Handlung zu den entscheidenden Punkten und hat mich als Leser dabei mitgenommen. Die eine oder andere Unebenheit konnte ich beim Lesen locker verzeihen und mein Lesefluss wurde davon auch nicht wirklich beeinträchtigt.

Die handelnden Personen lernte ich im Verlauf der Geschichte immer besser kennen, auch wenn man nicht von wirklich tiefen Charakteren sprechen kann. Charaktertiefen waren für diese fesselnde Geschichte auch gar nicht notwendig, da die Spannung aus meiner Sicht auch durchweg durch diese neue und interessante Grundidee getragen wurde.

Nanotechnologie war bisher nie meine Stärke bzw. Inspiration und wird es wohl auch nicht mehr werden. Aber Michael Grant ist es gelungen, mir ohne viele Umschreibungen, dennoch für mich bildhaft, die Geschehnisse im menschlichen Körper durch die Augen von Nanobots und Bioten zu beschreiben, so dass ich oftmals mit offenem Mund lesend an den Seiten klebte.

Denn immerhin konnte mich diese Idee des Autors in den Bann ziehen. In eine Welt aus Kleinstrobotern, die in den menschlichen Blutbahnen und Organen als Teile unterschiedlich interessierter Gruppen gegeneinander kämpfen. Per Gedanken gesteuert kann man mit den Bioten und Nanobots so gut wie jede Stelle im menschlichen Körper erreichen. Faszinierend und abstoßend zugleich. Lange konnte man nicht unterscheiden, wer die vermeintlich Guten sind. Und ob die offensichtlich Bösen tatsächlich Ziele verfolgen, die den Menschen schaden. Ich erlebte hier ein schönes Wechselspiel verschiedener Emotionen, deren Puzzleteile erst fortlaufend zueinander passten und dann jedoch zu einem Gesamtwerk verschmolzen.

Noah, dessen Bruder über Nacht wahnsinnig geworden war, kann anfangs mit seiner Situation schwer umgehen. Er will die Schuldigen finden und sich rächen. Rache ist bekanntlich ein starkes Gefühl und als er die Chance geboten bekommt, will er sie natürlich ergreifen. Doch vorerst ist er überwältigt von den Möglichkeiten und kann sich nie ganz seiner Verwirrung entziehen. Seine Stärke kommt somit nie vollständig zur Entfaltung. Mitunter wirkte er auf mich aus nicht ersichtlichen Gründen gehemmt, konnte aber dennoch oftmals zum Fortlauf der Geschichte beitragen. Seine Fähigkeiten nutzt er für die Sache und insgesamt war mir Noah schon sympathisch.

Sadie ist das Bad Girl schlechthin. Natürlich weiß sie im Innersten, wem sie ihr Leben zu verdanken hat. Aber immer wieder revoltiert sie gegen ihren Vater. Doch der ist plötzlich nicht mehr da. Tot. Von einen auf den anderen Tag! Glaubt man, sie wird dauerhaft aus der Bahn geworfen, täuscht man sich. Sadie ist stark!
Diese Protagonistin hatte es mir richtig angetan. Trotz des seit ihrer Kindheit gewohnten Reichtums schien sie mir am nächsten real zu sein. Sadie, später wird sie aus nachvollziehbaren Gründen einen anderen Namen tragen, ist eindeutig charakterstark, selbstbewusst und intelligent. Sie kann über ihren Schatten springen und bringt Opfer für ihre Sache. Sadie habe ich nach kurzer Zeit ins Herz geschlossen und gerade ihren Weg interessiert verfolgt.

Doch sind sie nicht vielleicht alle Marionetten in einem Spiel, das sie nicht durchschauen können…?

Mr. Grant hat seine Handlung in Vergangenheitsform aus wechselnder Sichtweise der handelnden Personen dargestellt, die mit wörtlicher Rede unterstrichen und teilweise sarkastischen Ansätzen gewürzt wurde. Diese Darstellung war immer wieder ein Vergnügen und pushte meinen Lesefluss.

Insgesamt hat Michael Grant eine erschreckend real wirkende Welt geschaffen, die mich mitreißen konnte und gefesselt hat. Kleine Schwächen und Unebenheiten konnte ich übersehen und haben meinen Lesedrang nicht beeinflussen können. Die tragende Grundidee war einfach zu fesselnd und zudem wurden an den richtigen Stellen entsprechende Verstärker, die das Interesse am Weiterlesen entfacht haben, eingebaut.

Die Geschichte endet so, wie sie begonnen hat! Spannend und Neugier weckend. Ich konnte viele schöne Lesestunden mit „BZRK“ verbringen, die mich teils in eine erschreckende Welt, mitunter aber in eine durchaus vorstellbare Realität entführt haben.

Urteil:
„BZRK“ ist eine etwas andere Geschichte, die durch ihre Grundidee einfach mitreißen und fesseln kann. Kleine Unebenheiten haben den Genuss an diesem Buch kaum beeinflusst. Bioten und Nanobots bekommen deshalb von mir gute 4 Bücher mit der Option zur Steigerung im nächsten Band.

Für alle Interessenten definitiv anderer Welten, die sich von fremdartigen Umgebungen nicht bedrängt fühlen, Spannung lieben, dennoch über kleine Unebenheiten hinwegsehen können. Für Fans spannender Geschichten ein klares „Daumen hoch“.

Die Serie:
BZRK
BZRK reloaded
Originaltitel: BZRK Apocalypse?

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Erwacht: Band 1
Erwacht: Band 1
von Jessica Shirvington
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen hervorragende Charaktere und spannende Kämpfe - ein gelungener Auftakt, 26. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Erwacht: Band 1 (Taschenbuch)
Meinung:
Der Klappentext macht wunderbar neugierig und so startete ich gespannt in die Geschichte und erlebte gemeinsam mit der Protagonistin Violet Eden, die in Ich-Perspektive/Vergangenheit erzählt, den Tag vor ihrem 17. Geburtstag. Ihr Vater überreicht ihr eine mysteriöse Schatulle, die er seit dem Tag von Vi(olet)s Geburt aufbewahrt hat. Ein Geschenk ihrer verstorbenen Mutter mit einem geheimnisvollen Brief.

Kurze Zeit später findet Vi heraus, dass sie die ganze Zeit nur getäuscht wurde. Ihr leider-nur-bester-Freund-Freund Lincoln hat ihr jahrelang die Wahrheit vorenthalten: Violet ist eine Gregori, ein Halbengel, mit ihrem 17. Geburtstag erwachsen. Nun muss sie sich entscheiden, ob sie ihre Engelkräfte annehmen und zu einem Beschützer werden will oder nicht. Aber es toben Kräfte in ihr, die ihre Feinde anlocken werden, ganz gleich wie sie sich entscheiden wird.

Mein Charakter-Favorit war der Gefallene Phoenix, jener düstere Bad-Boy-Charakter, der Vi so oft zur Hilfe eilt. Die Gründe hierfür zu ergründen, bannten mich mehr als das Buch als die Protagonistin oder ihr Love-Interest Lincoln, wenngleich auch diese einiges zu bieten hatten.

Die Autorin hat, von ihrem einfachen und doch gleichermaßen tiefgründigen Schreibstil abgerundet, eine Welt erschaffen, die einen ganz anderen Blick auf die Engelswesen wirft, in der ein ewiger Kampf tobt und Gutes nicht sofort von Bösem unterschieden werden kann.
Es tun sich immer neue Abgründe auf, Violet bekommt immer tiefere Einblicke in ihre und die gesamte Vergangenheit der Gregori.

Dieser erste Band las sich für mich ein klein wenig wie eine Einleitung. Stets hatte ich das Gefühl, das genau jetzt etwas passieren sollte, die Entscheidung oder der entsprechende Moment aber immer noch weiter hinausgezögert wurde. So stieg die Spannung – abgesehen von ein paar Wow-Momenten – nur sehr langsam an. Ich hätte eine schnellere Annäherung an das Niveau des Showdowns gewünscht.

Das Ende lässt noch ein paar Fragen zu Violets Vergangenheit offen, die somit neugierig auf Band 2 machen.

Urteil:
Das Info-Dumping zur Erklärung der Geschichte überforderte mich kurzzeitig, was die neue Sicht auf zahlreiche Bibelstellen, hervorragende Charaktere, ein Fiebern um Entscheidungen und spannende Kämpfe beinahe wettmachten. Sehr sehr gute 4 Bücher für den ersten Teil der Violet Eden Chapters „Erwacht“.

Wer an Engelsgeschichten und den ewigen Kampf von Himmel gegen Hölle Gefallen findet, den wird Jessica Shirvingtons Idee begeistern.

Die Serie:
1. Erwacht
2. Verlockt
3. Gebannt
4. Entbrannt
5. Originaltitel: Empower (Erscheinungstermin November 2013)

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