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Der Rosie-Effekt: Noch verrückter nach ihr
Der Rosie-Effekt: Noch verrückter nach ihr
von Graeme Simsion
  Audio CD
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen auch in Sachen Baby-"Herstellung" kann man einiges falsch machen, 28. Dezember 2014
Inhalt:
Don und Rosie sind verheiratet und führen ein angenehmes Leben in New York. Don hat gelernt, seinen Kontrollzwang etwas zu zügeln, um sich besser mit Rosie zu arrangieren.

Ein Anruf von seinem besten Freund Gene bringt jedoch alles etwas durcheinander. Genes Ehefrau Claudia hat ihn rausgeworfen, also bietet Don ihm kurzfristig eine Bleibe bei ihm und Rosie in New York. Zusätzlich besorgt er ihm einen Platz in der Columbia University.
Als er Rosie vor vollendete Tatsachen stellen wollte, sagt Rosie den einen Satz, der Dons Leben für immer verändern wird: "Wir sind schwanger."

Wie kompliziert eine werdende Mutter sein kann, muss Don nun am eigenen Leib erfahren - um all die neuen Informationen zu verarbeiten, legt er in seinem gefliesten Arbeitszimmer eine Tabelle über Entwicklung und Probleme an.

Gene - bereits Vater - gibt Don hilfreiche Ratschläge, die diesen jedoch schnell nach Recherchen ins Polizeidezernat bringt. Ein Umstand, den Don Rosie unbedingt verschweigen muss, um ihren Kortisolspiegel nicht zu erhöhen, was das Ungeborene nachhaltig schädigen könnte...

Meinung:
"Das Rosie-Projekt" konnte mich überraschenderweise begeistern und so war die Fortsetzung ein Muss. Denn ich konnte mir nicht entgehen lassen, wie Don mit der lebensverändernden Nachricht einer Schwangerschaft zurechtkommen würde.

Durch die angenehme Erzählstimme von Oliver Kube, die Dons trockene Art wunderbar transportiert, war ich sofort wieder in Dons Leben gefangen. Seine soziale Dysfunktion war sofort wieder gegenwärtig, auch wenn er gelernt hat, teilweise mit Sarkasmus umzugehen.

Nach der schockierenden Nachricht von Rosie sieht sich Don mit Zweifeln konfrontiert, die er vorher nie gehabt hat. Wenig hilfreich ist die Tatsache, dass Don vor Monaten bereits von einer Sozialarbeiterin attestiert wurde, dass er besser niemals Vater werden sollte. Und exakt dieser Sozialarbeiterin begegnet er wieder, nachdem er dem Rat von Gene gefolgt war, Kinder zu beobachten - was in New York direkt zur Polizeidienststelle führt. Und nach Meinung der Sozialarbeiterin Lydia ist Rosie prädestiniert dafür, nach der Geburt an postnatalen Depressionen zu leiden. Don soll sie "testen", jedoch hat er den ganzen Vorfall vor ihr verschwiegen...
Das Lügenkonstrukt, um Rosie zu schonen, wird größer und größer und Don steigert sich in sein persönliches Projekt, Rosie "zu helfen", indem er sie in die für ihn beste Richtung drängt - was Rosie trotz Überforderung durch Doktorarbeit nicht honoriert.

In gewohnt analytischer Form führt Graeme Simsion seinen ungewöhnlichen Protagonisten von einem Problem zum nächsten, gespickt mit dem bereits im ersten Band trockenen, ungewollten Humor des Ich-erzählenden (Vergangenheit) Don. Ich genoss jede noch so kleine Begebenheit, in die Don hineinstolpert, die wissenschaftlichen Gedanken zu Ernährung in der Schwangerschaft bis hin zu Planung von Baby-Ausstattung und konnte mir ein Grinsen oft nicht unterdrücken.
Ich flog durch die CDs, die perfekt passende Erzählstimme machte es mir leicht, Dons Leben und den tückischen Problemen des Ehelebens und Vater-Werdens zu folgen, ehe die Geschichte nach einem nahezu dramatischen Showdown für mich rundum zufriedenstellend endete.

Urteil:
"Der Rosie-Effekt" steht seinem Vorgänger in Bezug auf unfreiwilligem Humor und Skurilität kaum nach. Auch in Sachen Baby-"Herstellung" kann man aus wissenschaftlicher Sicht so einiges falsch machen.
Die Erzählstimme von Oliver Kube spiegelt Graeme Simsions Protagonisten Don auf wunderbare Art und sorgt für ein locker-leichtes Hörerlebnis.
Sehr sehr gute 4 Bücher für Don und Rosie.

Die Reihe:
1. Das Rosie-Projekt
2. Der Rosie-Effekt

©hisandherbooks.de


Die Unbarmherzigen
Die Unbarmherzigen
von Danielle Vega
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

3.0 von 5 Sternen eine Szenerie aus Gewalt und Brutalität, die ich nicht erwartet habe, 28. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Unbarmherzigen (Taschenbuch)
Zitat:
„Ihre Worte entzünden eine Wärme in mir, die wie ein Streichholz flackert. Ich bin eine von ihnen.“
(S.31)

„Die oberste Stufe der Treppe stöhnt: noch ein Schritt. Da draußen ist jemand.“
(S.87)

„Zwischen uns breitet sich eine unangenehme Stille aus, die nur von den Flammen durchbrochen wird, die um die Dochte der Kerzen züngeln. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Sünden der anderen kennen möchte.“
(S.101)

Inhalt:
Mal wieder ist Sofia die Neue in der Schule. Ihre Mutter arbeitet in der Armee als Rettungssanitäterin und wechselt oft ihren Einsatzort. So kommt es, dass Sofia alle paar Monate eine neue Schule besuchen muss.

Doch diesmal scheint es anders zu werden. Alles verläuft positiv für Sofia. An der Adams High School in Friend findet sie gleich Anschluss an die Clique der beliebten Riley. Auch zu Brooklyn, einem Mädchen, das sich an keine Regeln hält, kann sie Kontakt knüpfen.

Doch Sofias Entdeckung auf Brooklyns Party ändert schlagartig alles. Die Dinge nehmen einen ungeahnten Lauf. Plötzlich befindet sich Sofia in einer schier ausweglosen Situation. Ihr Leben ist in größter Gefahr.

Meinung:
Normalerweise halte ich mich von Büchern in grellem Pink ja fern. Meist ist es hier äußerst unwahrscheinlich, dass die Geschichte meinen Geschmack treffen könnte. In der Buchhandlung habe ich auch nur spaßeshalber „Die Unbarmherzigen“ in die Hand genommen und mir den Klappentext durchgelesen. Und da mir dieser zugesagt und mich neugierig gemacht hat, habe ich alle Bedenken über Bord geworfen und bin mit diesem quietschpinkfarbenen Buch nach Hause gekommen.

Das Buch habe ich dann auch gleich am selben Tag begonnen. Ich wurde gut in die Geschichte eingeführt und konnte mich in Sofias Situation hineinversetzen. Ich las mich durch die Seiten und freute mich mit Sofia, dass die Dinge einen so guten Verlauf nahmen. Es ist aus meiner Sicht denkbar schwierig, ständig in neuen Schulen Fuß zu fassen und Freunde zu finden. Doch hier schien es tatsächlich zu gelingen.

Alles verlief für mich also so, wie man es sich vorstellt. Neugierig auf die weiteren Entwicklungen las und las ich. Doch urplötzlich hat Danielle Vega eine Wendung eingebaut, die mich völlig überrascht hat. Nun befand ich mich zusammen mit Sofia in einer wirklich gefährlichen Situation. Ab diesem Zeitpunkt musste Sofia um ihr Leben bangen, hatte Angst und wurde dennoch zu einer Mitläuferin. Jedoch ihr Mitgefühl bleibt ihr. Sie versucht zu helfen und gerät dadurch in noch größere Schwierigkeiten. Die Lage scheint aussichtslos, Sofias Chancen auf ein Überleben sinken überproportional.

Sofia ist eine Protagonistin, die mir grundsätzlich sympathisch war. Auch wenn ich einige Einblicke in ihre Gedankenwelt erhielt, wahrte sie dennoch eine gewisse Distanz. Letztendlich hatte ich diesen Eindruck aber von jedem Charakter im Buch. Die Charaktere besaßen keine wirkliche Tiefe, auch wenn ich bei ihren Erlebnissen und Handlungen natürlich dennoch gewisse Gefühle nachvollziehen konnte. Sie lebten eher von ihren Handlungen als von ihren beschriebenen Persönlichkeiten selbst. Eine Bindung konnte so nicht durchgehend hergestellt werden.

Der Schreibstil von Danielle Vega kann als einfach und gut lesbar beschrieben werden. Sofia erzählt ihre Erlebnisse in Ich-Perspektive in Gegenwartsform. Natürlich nutzt die Autorin auch die üblichen spannungserzeugenden Stilelemente – wie z. B. kurze Sätze mit Cliffhangern -, verläuft sich hierbei jedoch manchmal in überzeichneten Handlungen und kontrastüberbordenden Szenen. Hiervon wurde ich beim Lesen nicht ausgebremst, hatte dennoch meine Zweifel an der Glaubhaftigkeit einiger Geschehnisse.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich in dieser Geschichte nicht eine derartige Masse an roher Gewalt und Brutalität erwartet hätte. Die Charaktere werden zum Teil mit eigenen Ängsten konfrontiert und handeln entgegenwirkend. Mitunter ist ein derartiger vorauseilender Gehorsam feststellbar, den ich an manchen Stellen nicht wirklich nachvollziehen konnte, aber für das weitere Verständnis akzeptiert habe.

Das Ende der Geschichte wirkt für mich nicht befriedigend. Ich habe wirklich so einiges erwartet. Eine paranormale Entwicklung war zumindest für mich nicht eindeutig absehbar und das Geschehen verlief aus meiner Sicht auch zu schnell. Die vielen guten Ansätze in der Geschichte könnten in detaillierterer Form sicherlich so manchen Leser anziehen. Der Klappentext selbst gab diese Entwicklung jedoch nicht her. Insofern könnten so einige Interessierte durchaus enttäuscht werden.

Ein Schlusswort: „Die Unbarmherzigen“ wird für die Altersgruppe 14-17 Jahre ausgezeichnet. Aus meiner Sicht muss hier dringend der Hinweis – mindestens - „ab 16 Jahre“ angebracht werden. Zu brutal und skurril sind einige Szenen dargestellt. Auch über dieses unschuldige pinke Cover, das zwar von einem Blutfleck gesäumt wird, der jedoch nicht wirklich etwas aussagt, sollte dringend nochmals nachgedacht werden. Die Zielgruppe wird dafür dankbar sein!

Urteil:
„Die Unbarmherzigen“ überraschte mich auf eine nicht geahnte Art. Mit unschuldigem Cover daherkommend befand ich mich plötzlich in einer Szenerie aus Gewalt und Brutalität, die ich eindeutig nicht erwartet habe. Ein permanent vorhandener Spannungslevel verschaffte mir, trotz gefühlter Überzeichnung, ein Lesevergnügen, dem ich mich nicht entziehen konnte. Für die Lesestunden an Sofias Seite vergebe ich deshalb gern 3 Bücher.

Für alle, die nicht sofort zwischen Gut und Böse entscheiden wollen, Charaktere akzeptieren, wie sie sind, und von ungeahnten Entwicklungen gern überrascht werden.

©hisandherbooks.de


New World 3: Das brennende Messer
New World 3: Das brennende Messer
von Patrick Ness
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen der Höhepunkt der Reihe!!!, 18. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zitat:
„Während all das geschieht, denke ich: Ja.
Hier kommt es.
Das Ende.
Das Ende von allem.“
(S.10)

„Seine Stimme erfüllt alles um uns herum, sie tanzt um und in die Köpfe der Soldaten, erreicht auch den letzten Mann am Rand des Camps.“
(S.145)

„Überall ist Blut.
Auf dem Gras im Vorgarten, auf dem schmalen Weg, der zum Haus führt, auf dem Fußboden drinnen, überall.“
(S.219)

Inhalt:
Das Heer der Spackles rückt unaufhaltsam näher. Todd hat keine andere Chance, als den Bürgermeister freizulassen, um die Armee zu befehligen. Als Gegenleistung verlangt Todd jedoch die Sicherheit Violas.
Die erste Schlacht kann gewonnen werden. Die Spackle werden zurückgedrängt. Doch der scheinbare Sieg kann nicht über die Übermacht des Gegners hinwegtäuschen. Auch der Bürgermeister weiß, dass die Chancen gering sind. Denn ihnen gegenüber stehen unzählige Gegner. Ihr Ende scheint besiegelt zu sein. Es gibt keine Hoffnung, dass die Menschen auf diesem Planeten überleben werden.

Meinung:
Die ersten beide Teile der „New World“- Reihe haben mir wirklich gut gefallen. Ich war deshalb sehr froh, dass der finale Teil bereits in meinem Regal darauf wartete, gelesen zu werden. So nutzte ich nun die Gelegenheit, um wieder in New World einzutauchen.

Gleich zu Beginn erhielt ich eine wirklich gute, kurz gehaltene, Zusammenfassung des bisher Geschehenen. Dies ist definitiv ein Pluspunkt für alle, bei denen zwischen den Bänden bereits einige Zeit verstrichen ist. Aber auch ich konnte davon profitieren, selbst wenn ich die Reihe fast nahezu am Stück lesen konnte.

Patrick Ness zeichnet hier eine Welt, wie sie realer kaum erscheinen kann. Jedes Detail ist vorstellbar. Ich erlebte einerseits bedrückende Verzweiflung, andererseits punktet New World mit durchaus reizvollen, unerforschten Landschaften, die ich mir vor meinem geistigen Auge gut bildhaft vorstellen konnte. Dabei ist der Schreibstil des Autors keinesfalls ausschweifend. Präzise und ohne zu sehr ins Detail zugehen gelang es ihm, mich völlig in den Bann der Geschichte zu ziehen. Erleben konnte ich das Geschehen wiederum in Gegenwartsform. Todd und Viola wechselten sich hierbei in Ich-Perspektive ab. Doch in diesem dritten Teil baute Patrick Ness noch eine dritte Sicht ein. Ohne zu viel zu verraten kann ich dennoch bestätigen, dass die Geschichte damit insgesamt tiefgründiger wirkt und völlig neue Eindrücke gewährt. Zudem verspürte ich eindeutig Nuancen von Erbarmungslosigkeit und Gewaltbereitschaft, die beide Vorbände deutlich übertrafen.

Todd hatte mittlerweile, auch durch die Einwirkung des Bürgermeisters, gelernt, seinen Lärm zu kontrollieren. Auch wenn er vermeintlich immer noch derselbe ist, kann man eine gewisse Änderung nicht abstreiten. Zu gegensätzlich sind Handlungen und eigentliches Denken. Und doch überstrahlt die Sorge um Viola alles um ihn herum. Violas Sicherheit ordnet er alles unter, diese hat für ihn oberste Priorität. Ohne Wenn und Aber.

Auch Viola bleibt Todds Entwicklung nicht verborgen. Sie zweifelt, glaubt dennoch stets an ihren Todd. Sie selbst entwickelt sich zusehends. Viola wirkt reifer, trifft wohlüberlegte Entscheidungen. Selbst gesundheitlich schwer angegriffen, kämpft sie sich durch alle Hindernisse. Doch wird dieser unbedingte Wille belohnt werden? Bekommt sie Todd, IHREN Todd, zurück oder muss sie tatenlos zusehen, wie der Bürgermeister immer mehr Macht bekommt?

Der Bürgermeister ist der Antagonist schlechthin in dieser Geschichte. Prentiss vereint alle Boshaftigkeiten, die einen wirklichen Schurken ausmachen. Dabei gibt es tatsächlich spürbare Ansätze von Besserung. Und daran ist Todd nicht ganz unschuldig. Doch haben diese Änderungen Bestand? Kann sich der Bürgermeister tatsächlich ändern? Zu den Guten gehören?

Patrick Ness hat mit diesem dritten Teil einen wirklich passenden Abschluss geschafft. Das Ende, das er gewählt hat, könnte treffender nicht sein. Und ich kann auch mit Recht behaupten, dass es DIESEN EINEN Showdown nicht gab; das Finale ist vielmehr geprägt von einer Aneinanderkettung von Highlights und spannungsgeladenen Momenten. Einfach eine gute Mischung, die mich durchgehend auf hohem Niveau unterhalten konnte.

Urteil:
Mit „New World – Das brennende Messer“ hat Patrick Ness seiner Trilogie einen krönenden Abschluss verpasst. Eine Mixtur aus Gewalt, Intrigen und ehrlicher Hoffnung wird hier zu einer wirklich spannenden Geschichte vereint. Für mich ist dieser dritte Teil eindeutig das Highlight der „New World“-Trilogie. Auch wenn ich mich nun von einer einzigartigen Welt verabschieden muss, hinterlasse ich Todd und Viola für unsere gemeinsamen Stunden eindeutige 5 Bücher.

Alle, die gern in fremde Welten hineinschnuppern, dabei mögliche Gefahren, aber auch Gewohnheiten nicht außer Acht lassen, dabei zielstrebig ihr Ziel verfolgen, sollten hier einen Blick riskieren. Für alle Fans der ersten beiden Teile ist „New World – Das brennende Messer“ selbstredend ein Must-Read!

Die Reihe:
1. New World – Die Flucht
2. New World – Das dunkle Paradies
3. New World – Das brennende Messer

©hisandherbooks.de


Sternen-Trilogie, Band 2: Sternensturm
Sternen-Trilogie, Band 2: Sternensturm
von Kim Winter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

4.0 von 5 Sternen etwas schwächer als der Vorgänger, 18. Dezember 2014
Inhalt:
Acht Wochen nach Toms Befreiung und Mias Kopfverletzung scheint das Leben im ersten Moment wieder normal zu sein – doch mittlerweile 38 verschwundene Kinder hängen als untrüglich schlechtes Zeichen über der Stadt.

Doch auch Iason hat „Probleme“. Das Außenministerium von Loduun fordert eine Beziehung zu seiner empfohlenen Partnerin. Und das ist noch nicht das Schlimmste: Mia hört eine seltsame Stimme, sieht Dinge, die allem Anschein nach nicht da sind – und dann ist plötzlich ihre Freundin Barbara verschwunden und mit neuen Wendungen stürzt Mias Leben in sich zusammen.

Meinung:
Nach meiner Begeisterung für „Sternenschimmer“ musste ich direkt zu Band 2 greifen.
Gleich zu Beginn durfte ich einen Blick auf Loduun und dem bedeutungsschweren Tod eines Sehers werfen, der mich sofort neugierig machte.

Die einleitenden Kapitel bargen etliche kurze Rückblicke auf den letzten Band, damit vieles auch nach größeren Unterbrechungen wieder gegenwärtig wird.

Die Probleme für Mia werden mit jedem der weiteren Kapitel mehr und mehr und ihre Beziehung zu Iason steht alles andere als unter einem guten Stern. Eine loduunische Beziehung, eine verschwundene Barbara, seltsame Stimmen und nach dem Eklat ein total abweisender Iason, der scheinbar nur aufgrund seines Sinns noch an Mias Seite ist.

Für mich war dieser Teil – insbesondere die narrativen Parts über Mias innere Zusammenbrüche – beinahe zu dramatisch und ich fühlte mich nicht mehr ganz so sehr mit ihr verbunden. Lichtblick während dieser Zeit war der Neuankömmling Taria, eine Loduunerin, die ganz andere Einblicke in den Krieg und dessen Vorgeschichte gibt, sowie die kurzen Abschnitte in dritter Person auf Iason und Finn, die auf geheimnisvolle Art mehr als nur neugierig machten.

Die „Liebe“ zwischen Mia und Iason entwickelte sich im zweiten Band zu einer Story à la Romeo und Julia. Im Vergleich zu den Wächtern aus Loduun waren die Irden trotz ihrer abneigenden Haltung und den Hetzereien beinahe freundlich gesinnt.

Je weiter die Geschichte voranschritt, desto mehr offenbarte Kim Winter Hintergründe ihrer Kriegswelt, gab Charakteren eine Vergangenheit, die ich oftmals so nicht erwartet hatte, das ein oder andere Mal jedoch auch vorhersehbar war. Nichtsdestotrotz wurde ich durch die Geschichte getrieben. Nicht zuletzt, weil Kim Winter mir es durch wirklich fiese Cliffhanger am Kapitelende unmöglich machte, das Buch zuzuschlagen. So ging es rasant der finalen Gegenüberstellung entgegen, stets auf der Hut und nicht im Wissen, wer wirklich auf welcher Seite steht. Über den kampflastigen Showdown hinweg führte mich die Autorin dann zu einem ruhigen Ende, mit dem ich (vorerst) gut leben kann. Doch bald schon muss ich zum letzten Teil der Trilogie greifen.

Urteil:
„Sternensturm“ steht seinem Vorgänger in Sachen Spannung in nichts nach. Der dramatische Teil der Geschichte war mir für meinen Geschmack jedoch ein wenig zu viel. Die fantastische Story und die tollen Charaktere in der von Kim Winter so interessant gestalteten Welt konnten mich jedoch über die dadurch entstandenen Längen hinwegtrösten. 4 Bücher für „Sternensturm“.

Die Reihe:
1. Sternenschimmer
2. Sternensturm
3. Sternenstaub

©hisandherbooks.de


Atemnot
Atemnot
von Ilsa J. Bick
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Nachdenkliche und Bewusstsein öffnende Lesestunden, 18. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Atemnot (Taschenbuch)
Zitat:
„In meinen Ohren herrschte Gebrüll, und ich musste die Augen zumachen. Ich fragte mich, wie stark ich wohl drücken müsste, bis Blut kam. Nicht sehr stark vermutlich.“
(S.39)

„Genau so, immer weiter und immer weiter. Sie bewarfen sich gegenseitig mit Dolchen, und die Luft platzte auf und heulte.“
(S.68)

„Ich fühlte mich so verloren, er brauchte mich nicht allzu lange zu überreden. Ich wollte auf gar keinen Fall allein da im Dunkeln stehen.“
(S.97)

Inhalt:
Hinter Jenna liegt eine schwierige Zeit. Eine sehr schwierige Zeit. Der Aufenthalt in der Psychiatrie hat sie zusätzlich geprägt. Doch nun soll sich alles ändern. Türen darf sie zwar noch immer nicht hinter sich verschließen. Denn zu groß ist die Gefahr eines Rückfalls.
Nun jedoch soll Jenna auf die Turing-Highschool. So haben es ihre Eltern, oder besser gesagt ihr Vater, beschlossen. Ihr Lehrer, Mr. Anderson, hilft Jenna aufopferungsvoll bei ihrem Einstieg. Und tatsächlich scheint sich alles zum Guten zu wenden. Doch langsam weiß Jenna nicht mehr, was sie glauben soll. Der Unterschied zwischen Wahrheit und Lüge verschwimmt zusehends. Der Strudel dreht sich immer schneller und droht Jenna mitzureißen. Wenn sie nicht aufpasst, wird sie untergehen.

Meinung:
Einerseits stand „Atemnot“ ja schon auf meiner Leseliste. Andererseits konnte ich mich nicht wirklich entscheiden, ob ich zu diesem Buch greifen sollte. Kurzum, die Entscheidung wurde mir zum Glück abgenommen! Plötzlich lag „Atemnot“ nun also vor mir und verlangte, umgehend gelesen zu werden. Diesem Ruf konnte ich nicht lange widerstehen.

Und so schlug ich die erste Seite auf. Von da an war ich umgeben von depressiver Stimmung und Selbstzweifeln, die sich mehr oder weniger durch die gesamte Geschichte zogen. Anfangs fasziniert von dieser Stimmung, erreichte ich Perioden der Stagnation bis hin zur erneuten Faszination. Die Geschichte hielt für mich also eine ganze Bandbreite an Eindrücken bereit.

Trotz Einblicken aus Jennas Ich-Perspektive in Vergangenheit bleibt zumindest am Anfang eine gewisse Distanz gewahrt. Zu selbständig bzw. individuell sind Jennas Gedanken rund um ihr Leben. Lange Zeit war für mich nicht absehbar, wohin mich die Reise überhaupt führen würde. Doch irgendwann hatte ich den Punkt erreicht, an dem mir so einiges klar wurde. Durchdrungen von menschlichen Abgründen erhielt ich fortwährend so manche Antwort und konnte mich zunehmend mehr auf das eigentliche Geschehen konzentrieren. Ich fühlte des Öfteren einen gewissen selbstdarstellenden Touch, gewöhnte mich jedoch überraschend schnell daran und lernte, diesen zu akzeptieren.

Jenna selbst ist zumindest ganz, ganz tief in ihrem Inneren richtig stark. Die traumatischen Ereignisse, die sie durchlebt hat, lassen diese Stärke jedoch in den Hintergrund geraten. Sie zweifelt an sich selbst, denkt immer, dass sie der Auslöser für negative Entwicklungen ist. Doch wenn man genauer schaut, ist genau das Gegenteil der Fall. Nachdem ich mich in der Geschichte eingefunden hatte, war mir Jenna trotz ihrer distanzierten und teilweise provozierenden Art sympathisch. Ich konnte mich in ihre Gedankenwelt einleben, wenn auch nicht immer durchgehend verstehen. Definitiv hatte sie Gründe, genau dieses Verhalten an den Tag zu legen. Und im Nachhinein verstehe ich ihre Beweggründe auch immer besser.
Aus meiner Sicht sendet die Protagonistin mitunter wirklich drastische Hilfe-Rufe, die sich allein schon in der immer wieder eingeflochtenen Ansprache an eine bestimmte beteiligte Person äußern.

Ihre Geschichte präsentiert die Autorin in einer besonderen Form. Die Erinnerungen von Jenna wurden mir in einer Art Tagebuchstil vermittelt, so dass ich Vergangenheit und Gegenwart gut verknüpfen konnte.
Ilsa J. Bick hat mit dieser Geschichte gezeigt, dass sie definitiv überraschen kann. Nein, es ist keine durch Spannung ausgezeichnete Story, und nein, ich raste nicht atemlos durch die Seiten. Das alles kann man hier eindeutig nicht finden. Doch der vielbesprochene rote Faden zog sich durchgängig durch die Geschichte und ließ mich so manche kleine Länge übersehen. Die zwischenzeitlich eintretende Vorhersehbarkeit beeinflusste mich nicht wirklich und rundet das Gesamtkonzept insgesamt ab. Menschliche Interaktionen, bewusst neutral und ohne direkte Benennung des Guten oder Bösen wirkten hier einen gewissen anderen Reiz auf mich aus. Der Gesamtheit der in der Geschichte beschriebenen Handlungen war es zu verdanken, dass ich im Endeffekt dennoch in ziemlicher Atemnot – allein schon aufgrund der spürbaren Atmosphäre - zurückblieb.

Für das Ende sollten sich zartbesaitete Leserinnen und Leser tränenaufnehmende Textilien bereithalten. Ich fand das Finale, nachdem die Dramatik wirklich nochmals in Höhen getrieben wurde, durchaus passend zur vorangegangenen Geschichte und kann das Buch nun mit diesem für mich befriedigendem Ausklang zur Seite legen.

Urteil:
Tragödie und Realität, gemischt mit einer Protagonistin, die grundsätzliche Stärken aufweist, deren Schwächen jedoch immer wieder die Oberhand gewinnen. All das war für mich „Atemnot“. Ich konnte die innere Zerrissenheit spüren und ließ mich mit dieser forttragen. Nachdenkliche und Bewusstsein öffnende Lesestunden, in denen ich oft an den Sinn des Lebens denken musste, verschafften mir ein knappes 4 Bücher Leseerlebnis.

Wer sich nicht auf Gut oder Böse festlegen will, dabei mitunter vorausschauende Entwicklungen akzeptieren und sich bedingungslos auf eine Geschichte einlassen kann, ist bei „Atemnot“ genau richtig. Alle, die der Meinung sind, dass das Leben nicht gerecht ist, sollten hier definitiv einen Blick riskieren.

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Magisterium: Der Weg ins Labyrinth
Magisterium: Der Weg ins Labyrinth
von Cassandra Clare
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

3.0 von 5 Sternen ein durchwachsener Auftakt, 18. Dezember 2014
Inhalt:
Callum Hunt, kurz Call, wurde sein Leben lang auf diesen Moment vorbereitet. Sein Vater hat ihm stets eingebläut, bei dem Eignungstest zu versagen. Die Magie ist schuld daran, dass Calls Mutter gestorben ist und doch muss er zur Prüfung ins "Magisterium".
Und er versucht, zu versagen - er hat sogar Minuspunkte bei der Bewertung. Dennoch nimmt sich der Ausbilder Master Rufus Call an. Gemeinsam mit seinen Mit-Lehrlingen Tamara und Aaron lernt er, die Magie über die Elemente zu beherrschen.
Ein Gespräch mit seinem Vater wirft jedoch Fragen auf, die Call unbedingt beantworten sollte - wäre es wirklich besser, wenn er niemals mehr Magie anwenden könnte?

Meinung:
"Magisterium" besticht schon durch seine grandiose Optik. Der bronzefarbene Buchschnitt glänzt und reflektiert wundervoll, das Cover ist so gestaltet, dass es auch über Kopf gelesen werden kann - ein echter Schatz fürs Regal.

Schon vor dem Lesen habe ich oft davon gehört, dass vielen die Ähnlichkeit zu dem wohl berühmtesten Zauberlehrling aufgefallen ist - und anfangs ging es mir genauso. Mit dem großen Unterschied, dass Callum Hunt niemals in die unterirdische Magierschule "Magisterium" gehen wollte, ja regelrecht Angst davor hatte. Sein Leben lang wurde er darauf getrimmt, Magie zu hassen. Sein Vater, Alistair Hunt, hat der Magie abgesagt, nachdem seine Frau dem Krieg gegen den bösen Chaosmagier zum Opfer gefallen ist. Inwieweit dies mit Callums Verletzung zusammenhing, weiß nur der Leser (durch den Prolog, mit dem das Autorenduo mich sehr neugierig gemacht hat).

Direkt nach diesem Prolog wurde die Geschichte für mich zäher. Es ist eigentlich genug passiert, die Prüfung im Magisterium, das gegenseitige Kennenlernen… Aber dennoch hatte ich Startschwierigkeiten, was vielleicht auch an dem Protagonisten Callum Hunt selbst lag.
Mit ihm bin ich nie so richtig warm geworden. Er konnte noch so stark leiden, ich habe nie mit ihm mitempfunden. Diese Distanz hat es mir natürlich sehr schwer gemacht, mich von der Geschichte fesseln zu lassen.

Die Nebencharaktere mochte ich da schon wesentlich mehr. Tamara und Aaron sorgen beide für interessante und überraschende Entwicklungen, die letztendlich auch zu einer der Wendungen überhaupt führten – nur noch getoppt von einem Plotpoint, den ich so niemals erwartet hatte. So wurde ich spätestens ab der Mitte von Cassandra Clare und Holly Black mitgerissen und musste bis zum Ende durchlesen.

Die Welt, die das Autorenduo erschaffen hat, konnte mich vor allem durch die Beschreibungen des Labyrinths begeistern. Nicht zu ausufernd beschrieben, konnte ich mir die schillernde Welt der Kristalle und Elementarier sehr gut vorstellen. Der Aufbau der Magie auf die vier Elemente und dem klassischen „fünften Element“ (hier das Chaos) ist gut entwickelt und umgesetzt.

Die Spannung in diesem Auftaktband stieg zwar kontinuierlich an, wurde aufgrund einer längeren "Einführungsphase" jedoch erst später wirklich bemerkbar. Ab diesem Zeitpunkt fieberte ich mit den jungen Helden und bin auch sehr gespannt auf den nächsten Band und die Entwicklung der Charaktere.

Urteil:
"Magisterium - Der Weg ins Labyrinth" ist ein durchwachsener Auftakt einer neuen Reihe. Die nicht durchgehend vorhandene Sympathie gegenüber dem Protagonisten und der etwas zähe Einstieg konnten nicht vollkommen über das fantastische unterirdische Setting und die interessanten Wendungen hinwegtrösten. Sehr sehr gute 3 Bücher für den "Weg ins Labyrinth".

Die Reihe:
1. Magisterium - der Weg ins Labyrinth
2. Originaltitel: The Copper Gauntled
3. Originaltitel: The Cosmos Blade
4. Originaltitel: The Golden Boy
5. Originaltitel: The Enemy of Death

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Selection
Selection
von Kiera Cass
  Audio CD
Preis: EUR 19,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen klischeehaft, aber perfekt für nebenbei, 18. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Selection (Audio CD)
Inhalt:
America Singer lebt auch in der fünften Kaste ein glückliches Leben. Auch wenn es manchmal nicht genügend zu essen gibt, geht es ihr doch besser als vielen anderen. Wie Aspen, der stets um die nächste Mahlzeit bangen muss.
Auch wenn es nicht gern gesehen ist, einen Jungen aus einer niederen Kaste zu lieben, sie selbst ihren Rang verlieren würde, so ist er doch alles, was sie will: Aspen.
Nur ihm zuliebe meldet sie sich für das Casting an, das Prinz Maxon veranstaltet, um seine zukünftige Frau zu finden. Damit sie ihm später keine Vorwürfe machen könnte.
Dass sie zu den 35 Erwählten gehört, die (vorübergehend) in den Palast einziehen, hätte sie selbst nicht gedacht.
Plötzlich sieht sie sich einem Jungen gegenüber, der alles andere als der oberflächliche Typ ist, für den sie Prinz Maxon immer gehalten hat.

Meinung:
Wie oft wurde mir gesagt: "Du musst "Selection" lesen, es wird dir gefallen."
Weil ich mir unsicher war, griff ich irgendwann zum Hörbuch.

Die Ich-erzählende Protagonistin America, vertreten durch die Sprecherin Friederike Wolters, führt zu Beginn kurz in die Lebensumstände in Illeá ein. Die Hintergründe für dieses Zukunftsszenario, sowie tiefergehende Informationen blieben vorerst aus und ich wurde mit der erschreckenden Oberflächlichkeit des Castings konfrontiert.
Ganz nach dem Schema des "Bachelors" sucht Prinz Maxon von Illeá seine Zukünftige unter dem schlichten Volk. Da unter 35 zusammengepferchten Mädchen so einige sind, die mit Neid und Co. nicht so gut umgehen können, wird das Casting schnell zu einem Lehrpfad für Stutenbissigkeit und theoretisches Schlammcatchen.

America findet ein paar Bewerberinnen, die auf ihrer Seite stehen, Freundinnen unter den ganzen Biestern, und versucht, Prinz Maxon in Richtung dieser zu drängen. Aufgrund ihrer Liebe zu Aspen kann sie selbst sich Prinz Maxon nicht öffnen, was sie ihm schon am ersten Abend deutlich macht und sich ihm als "nur Freundin" anbietet. Der Prinz geht darauf ein - aber wie soll es anders kommen: America lernt eine ganz andere Seite von ihm kennen und ist einem "Mehr als Freundschaft" nicht mehr ganz abgeneigt.

Irgendwann während der dritten CD (von vier) ließ die Oberflächlichkeit der Geschichte etwas nach (oder ich habe mich daran gewöhnt???). Ich erfuhr von der Geschichte Illeás, den Kriegen, die stets angreifenden Rebellen und aus dem "Bachelor" ist ein wenig mehr geworden, das durchaus Spannungspotential hat. Da aber die Lovestory immer noch überwiegt, sorgen insbesondere hier neue "Konflikte" für einen Lesesog.

Der Schreibstil von Kiera Cass ist dem Stoff entsprechend einfach gehalten und leicht zu verstehen. Die Stimme von Friederike Wolters ist angenehm, ich hätte mir bei America jedoch eine "hellere" Stimme (ja, ganz dem Klischee!) vorgestellt. Durch die gekürzte Version beschränkte sich die Geschichte auf das Wesentliche. Gefühle kamen bei mir nicht immer an, der Umstand störte aber nicht wirklich. Genauso wenig wie die Dreiecksgeschichte, die von der ersten Seite an quasi erwartet wird.

"Selection" ist daher das Gegenteil von unvorhersehbar. Die Geschichte ist so einfach gestrickt (vielleicht lag es an der Kürzung?), dass man sie einfach wunderbar nebenbei genießen kann. Der zarte Lesesog zupft nur ab und an oder drängt, einen Track zu Ende zu hören - im Großen und Ganzen lässt sich die Geschichte genießen, ohne sich großartig Gedanken darüber zu machen.

Das Ende kam mir dann beinahe etwas zu schnell, es fand meinem Empfinden nach nicht einmal ein wirklicher „Höhepunkt“ statt. Dennoch bin ich fürs erste mit dem Abschluss zufrieden und freue mich schon auf das Hörbuch von Band 2.

Urteil:
"Selection" von Kiera Cass ist insbesondere anfangs wirklich zum Augenverdrehen. Ganz im Schema vom "Bachelor" besteht die Geschichte aus Oberflächlichkeit und Zickenkriegen. Erst nach der Hälfte wird es etwas tiefgründiger und ich bekam erste Antworten. Auch wenn die Geschichte sehr vorhersehbar ist - oder gerade deshalb? - ist sie perfekt für nebenbei und bekommt von mir 3 Bücher.

Wer auf den "Bachelor" und andere Casting-Shows à la "GTM" steht und sich nicht an Zickenkriegen oder der dort herrschenden Oberflächlichkeit stört, wird sehr viel Freude an Americas Seite erleben.

Die Reihe:
1. Selection
2. Selection - Die Elite
3. Selection - Der Erwählte (Erscheinungstermin: 19.02.2015)

©hisandherbooks.de


Bleib mir treu!
Bleib mir treu!
von Kasie West
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen mehr Talente, einfach mehr "paranormal" - besser als Band 1, 6. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bleib mir treu! (Broschiert)
Inhalt:
Es ist so weit. Addie weiß nicht mehr, warum sie sich für ein Leben bei ihrer Mutter entschieden hat, weil sie die Erinnerung an das Ausloten von ihrer besten Freundin Laila auslöschen hat lassen. Aber sie muss einen guten Grund gehabt haben.

Daher wird sie nur über die Ferien zu ihrem Vater nach "draußen" gehen. Dort trifft sie auf Trevor, der in ihr unerklärliche Gefühle hervorruft. Was ist beim Ausloten geschehen?

In der Zwischenzeit wächst Lailas schlechtes Gewissen. Addie hat ihr einen Brief gegeben, den sie ihr nach den ganzen Ereignissen und nach dem Löschen der Erinnerungen überreichen sollte. Doch Laila traut sich nicht. Als das genannte Datum überschritten ist, öffnet sie den Brief eigenmächtig und findet heraus, dass sie vielleicht Erinnerungen wiederherstellen kann - und dass Addie diese Fähigkeit dringend von ihr braucht.
Laila stürzt sich in die Suche nach allem anderen als legaler Hilfe beim mentalen Training und findet mehr über sich heraus, als sie vorher geahnt hat.

Meinung:
"Vergiss mein nicht" hatte mir außerordentlich gut gefallen und gehört leider immer noch zu den viel zu unbeachteten Büchern. Der Aufbau, die Fähigkeiten, das Setting - es war einfach toll.
Daher musste ich mir auch die Fortsetzung holen und war gespannt darauf, wie sich Addies Leben weiterentwickeln würde.

Der Einstieg gelang wie von selbst. Kleinere Rückblicke riefen mir die Geschehnisse aus Band 1 wieder ins Gedächtnis. Die Fakten wie Ausloten und Bewusstseinstraining wurden erwähnt, die Charaktere noch einmal kurz genannt. Zumindest diejenigen, an die sich Protagonistin Addie noch erinnern kann. Der größte Teil des ersten Bandes bestand aus den zwei unterschiedlichen Realitäten, die auf die Entscheidung von Addie folgten - ihrem Ausloten der Zukunft.
Da sie genau diesen Teil hat löschen lassen, war ich ihr in Sachen Wissen um Charaktere, mit denen sie "schon zu tun hatte" etwas voraus.

So macht sie sich auf zu ihrem Vater, übersteht die Sicherheitsinstruktionen für einen Außenaufenthalt und stößt dabei auf ein Geheimnis, das erst im Laufe der Zeit aufgeklärt wird und mit dem mich die Autorin überraschen konnte. Nicht nur mit diesen Brotkrumen hielt mich Kasie West bei der Stange. Denn Addie hat eine neue Fähigkeit entwickelt. Sie kann die Zeit dehnen und sich selbst dadurch mit übernatürlicher Geschwindigkeit bewegen. Und ausgerechnet Trevor beobachtet sie zweimal dabei.
Addie ist sich bewusst, dass irgendetwas zwischen ihnen beiden ist - kann sich jedoch an nichts erinnern. Ebenso wenig wie Trevor, der den Teil ja gar nicht erst miterlebt hatte.

Im Gegensatz zu Teil 1 besteht "Bleib mir treu" nicht aus zwei möglichen Realitäten, sondern aus wechselnder Ich-Perspektive von Addie und Laila.

Auch Lailas Perspektive war sehr interessant. Sie bekommt aus Addies Brief den Hinweis, dass sie ihre Gabe trainieren soll. Dadurch wird sie gepusht und findet sich schnell auf alles andere als legalen Wegen wieder. Dabei entwickelt sich auch in Lailas Leben eine "Beziehung", die mir außerordentlich gut gefallen hat und sämtliche Facetten von Laila zum Vorschein bringt. Nach einer gewissen Zeit fand ich ihre Perspektive fast sogar besser als die von Addie.

Meinen Kritikpunkt an Band 1, dass die Geschichte leider zu "normal" wurde, kann ich in Band 2 nicht einmal annähernd anbringen. Denn es wird nicht mit Talenten gegeizt. Im Prinzip ist eines der Talente der Jugendlichen immer für irgendetwas die Lösung. In Lailas Perspektive bekam ich eine außerordentliche Portion von Kasie Wests schöpferischer Kraft - und ich konnte nicht genug davon bekommen.

Kasie West konnte mich mit ihrer Grundidee wieder vollkommen überzeugen. Auch wenn der Aufbau in diesem Teil anders war, war er alles andere als langweilig. Zwischendurch gab es kurze, ruhigere Phasen, die ich aber leicht verschmerzen konnte. Denn ich wusste, dass sich das Tempo spätestens mit dem nächsten Kapitelwechsel wieder steigern würde und die Autorin mich vielleicht wieder mit etwas überraschen würde.

Der Schreibstil der Autorin war erneut kurzweilig. Die teils humorvollen Dialoge zauberten mir ein Grinsen ins Gesicht. So hielt mich Kasie West ständig bei Laune und "Bleib mir treu" endete nach überraschenden Wendungen und einem Showdown, der es in sich hatte, absolut zufriedenstellend und nicht so, wie ich zwischenzeitlich befürchtet hatte.

Urteil:
"Bleib mir treu" hat mir persönlich trotz des nicht mehr ganz so "besonderen" Aufbaus besser gefallen als der Vorgänger. Mehr Talente, einfach mehr "paranormal", boten mir einen außerordentlich hohen Lesegenuss. Die zart eingeflochtene Lovestory, die ich nicht erwartet hatte, die überraschenden Wendungen und ein gleichbleibendes Spannungsniveau kann ich mit haarscharfen 5 Büchern belohnen.

Die Dilogie ist eindeutig zu unbekannt, für die Geschichte, die dahintersteckt. Ich empfehle allen, sich einfach mal genauer mit Band 1 auseinanderzusetzen - lasst euch nicht von Titel oder Cover abschrecken. Es steckt so viel mehr drin.

Die Reihe:
1. Vergiss mein nicht
2. Bleib mir treu

©hisandherbooks.de


Die Bestimmung - Fours Geschichte
Die Bestimmung - Fours Geschichte
von Veronica Roth
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ein netter Zusatz für Fans der Trilogie, jedoch kein Muss, 6. Dezember 2014
Meinung:
Eigentlich hatte ich mit „der Bestimmung“ abgeschlossen – ganz gleich, wie ich mich doch zeitweise über das Ende geärgert habe (wie vermutlich auch einige andere).

Als „Die Bestimmung – Fours Geschichte“ überraschend seinen Weg zu mir fand, war ich lange hin- und hergerissen, ob ich überhaupt weiterlesen soll, weil mir – im Gegensatz zu vielen anderen Büchern – bei der „Bestimmung“ keinesfalls Erklärungen oder Erläuterungen fehlten. Dennoch wurde ich neugierig auf die vom Klappentext genannten Szenen…

Noch vor den eigentlichen Kurzgeschichten gibt Veronica Roth einen kurzen Einblick in die Entstehung von „Divergent“. Unter anderem erzählt sie, dass sie ursprünglich geplant hatte, „Die Bestimmung“ aus Fours Perspektive zu schreiben, es aber nach dreißig Seiten nicht weiter ging und Tris auftauchte… Diesen Umstand fand ich sehr interessant.

Die erste der Kurzgeschichten ist Fours Vorgeschichte. Wie er von seinem Vater behandelt, von ihm geschlagen und dazu getrieben wird, seine Fraktion aufzugeben und zu einer anderen zu flüchten. Wie er sich dort durch die Initiation kämpft und als Bester hervorgeht und für einen kurzen Moment sogar glaubt, seine Mutter gesehen zu haben.

Die zweite Geschichte erzählt von Fours Werdegang bei den Ferox. Die Konkurrenz mit seinem Mit-Initianten Eric und einem ersten Verdacht über die Zusammenarbeit der Ken und der Ferox. Außerdem gibt es das erste Treffen von Four und seiner Mutter.

Die Geschichte „Der Verräter“ spielt zeitlich etwas später und erzählt unter anderem DIE Szene aus der Bestimmung: Wie Four sich Tris öffnet und sie mit in seine Angstlandschaft nimmt.

Danach war ich sehr verwundert, dass es zeitlich einen Schritt zurückging und nicht chronologisch weiter.

Die nächsten (ultrakurzen) Geschichten handeln von Four und Tris‘ erstem Treffen, vom ersten Gespräch und Fours Erkenntnis, dass er etwas mehr Interesse an Tris hegt.

Durch den leichten Schreibstil von Veronica Roth wurde ich sehr schnell wieder in die Welt der Fraktionen hineingezogen. Insbesondere das Leben von Tobias Eaton vor der Bestimmung und seinem Kampf bei den Ferox fand ich äußerst gelungen. Es erklärt mehr seine Haltung und warum er sich gegenüber Tris und den anderen Initianten so verhalten hat, wie er es getan hat.
Ich mochte den schüchternen Altruan-Tobias, der immer wieder auftauchte, insbesondere, wenn es um Mädchen ging. Aber vor allem mochte ich, was er in Tris sah – ganz gleich wie „gefährlich“ es für ihn war, sich zu öffnen.

Natürlich kann man bei so kurzen Episoden nicht wirklich von Spannung sprechen – vor allem, da das Ende des Ganzen ja bereits bekannt ist. Dennoch waren vor allem die ersten Geschichten – der Teil, der zeitlich VOR der Trilogie spielte – durchaus spannend erzählt und drängte zum Weiterlesen wie auch die anderen Geschichten.

Nichtsdestotrotz muss ich unbedingt erwähnen, dass man nichts Elementares verpasst, wenn man „Fours Geschichte“ nicht liest. Es verändert keinesfalls den Eindruck des Charakters, wie es doch schon in mancher ergänzenden Geschichte, die ich gelesen habe, der Fall war.

Urteil:
„Die Bestimmung – Fours Geschichte“ ist ein netter Zusatz für Fans der „Bestimmung“, jedoch auch nicht mehr. Fours Werdegang zu verfolgen hat mir dennoch sehr viel Spaß bereitet, den ich mit haarscharfen 4 Büchern honoriere.

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Jake Djones - Die Dynastie des Bösen: Roman (JAKE DJONES UND DIE HÜTER DER ZEIT, Band 3)
Jake Djones - Die Dynastie des Bösen: Roman (JAKE DJONES UND DIE HÜTER DER ZEIT, Band 3)
von Damian Dibben
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen wieder eine wunderbar abenteuerliche Unterhaltung für Zeitreisefans, 1. Dezember 2014
Meinung:
Nach zwei Vorgängern sind mir Jake und die Geschichtshüter sehr ans Herz gewachsen und ich musste natürlich auch zur Fortsetzung greifen. Schon nach wenigen Seiten war ich wieder am Nullpunkt angekommen.
Direkt bei einer Hochzeit, die nicht stattfinden sollte.

Es ist einige Zeit vergangen, der junge Jake Djones ist gereift, steht seinen jugendlichen Kollegen in nichts mehr nach.
Nach dem Überfall auf die chinesische Zentrale befindet sich auch eine weitere Jugendliche am Nullpunkt: Die von beinahe allen verhasste Miss Yuting, von Jake Yoyo genannt. Lediglich Jake scheint mit ihr gut auszukommen und es könnte sich durchaus mehr daraus entwickeln - und auch auf Nathan hat Yoyo eine sehr interessante Wirkung.
Die drei geraten auf dem Festland in einen Tumult und Jakes Eltern sind alles andere als begeistert von seinem Verhalten. Daher erfährt er nicht, welches Geheimnis sie ihm über seine Vergangenheit anvertrauen wollten, ehe sie ins heutige London zurückkehren.

Ein unerwarteter Besuch beim Nullpunkt führt zu einem großen Auftrag für Jake, Topaz und Nathan - denn es tauchen vermeintliche Beweise auf, dass Jakes Bruder Philip noch lebt und mit Caspar, dem Doppelagenten, gemeinsame Sache mit Xi Xien macht, dem berüchtigsten Verbrecher der Weltgeschichte. Jake muss Philips Unschuld beweisen und die drei folgen den Brotkrumen, die Philip ausgelegt hat - und treffen unerwartet auf Hilfe.

Schnell war ich wieder vom lockeren Stil und den vielen fremdsprachigen Sätzen, die typisch für die Geschichtshüter und ihre Vielzahl an bunten und durch die Jahrhunderte gebrachten Charakteren mitgerissen. Das Geheimnis, das Protagonist Jake kurz davor ist zu erfahren, machte mich neugierig. Der Autor verstand sich darin, diese Neugierde immer wieder zu schüren. Erst auf der letzten Seite bekam ich endlich die entscheidende Erklärung.

Ebenso verhielt es sich mit dem Verbleib seines Bruders Philip, den zu finden Jake die Hoffnung seit Band 1 nie aufgegeben hatte.

So zog der Spannungsbogen immer weiter an, die Jagd auf Spuren durchs alte China gefiel mir ebenso wie die Interaktion der Charaktere. Gen Showdown stieg die Spannung erneut und nicht nur Jake und seine Freunde befanden sich in größter Gefahr – die ganze Menschheitsgeschichte drohte sich zu verändern.

Urteil:
Auch "Jake Djones - Die Dynastie des Bösen" ist wieder eine wunderbar abenteuerliche Unterhaltung für Zeitreisefans. Das alte China beeindruckte mich ebenso wie die Jagd nach Hinweisen. Gemischt mit dem kurzweiligen Stil des Autors kann ich sehr gute 4 Bücher vergeben.

Die Reihe:
1. Jake Djones und die Hüter der Zeit
2. Jake Djones in der Arena des Todes
3. Jake Djones – Die Dynastie des Bösen
4. ?

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