Profil für hisandherbooks.de > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von hisandherbooks.de
Top-Rezensenten Rang: 593
Hilfreiche Bewertungen: 1192

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
hisandherbooks.de
(TOP 1000 REZENSENT)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Das Labyrinth ist ohne Gnade
Das Labyrinth ist ohne Gnade
von Rainer Wekwerth
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein hoher Spannungslevel, handlungsintensive Szenen und glaubwürdige Charaktere, 19. August 2014
Zitat:
„Es war, als würde eine kalte Hand nach ihrem Magen greifen und ihn zusammenpressen. Weiße Punkte blitzten vor ihren Augen auf.“
(S.66)

„Sein Körper fiel auf das harte Metall. Kopfschmerzen jagten durch seinen Schädel und glitzernde Flecken zuckten hinter seinen geschlossenen Lidern.“
(S.98)

„Die Blitze tobten über den nachtschwarzen Himmel, zerrissen die dunklen Wolken mit ihrem gleißenden Licht und sorgten dafür, dass es im Sekundentakt fast taghell wurde.“
(S.137)

Inhalt:
Es geht tatsächlich noch schlimmer! Die überlebenden Jugendlichen trifft es hart in dieser neuen Welt. Jenna, Mary und Jeb finden sich mitten in einem Ozean wieder. Weder Land noch ein Schiff sind irgendwo auszumachen. Ringsum ist nichts als Wasser. Doch so ganz allein sind die Jugendlichen nicht. Ein riesiger Hai macht sich zum Angriff bereit! Mit Mühe und viel Glück können sie sich vorerst in Sicherheit bringen.

Das Frachtschiff, das doch noch eine Rettung verspricht, weckt in Mary schlimme Erinnerungen. Doch das bleibt nicht die einzige Überraschung.
Die Drei wissen nicht wohin, geschweige denn wie sie die Portale finden sollen. Nur eines ist sicher. Sie schweben nach wie vor in großer Gefahr. Und am Ende wird nur einer von ihnen überleben!

Meinung:
Ich denke mal, dass ich nicht der Einzige bin, der sehnlichst auf diesen Trilogieabschluss gewartet hat. Ich war unheimlich neugierig darauf, wie Rainer Wekwerth diese Geschichte zum Ende bringen wird. Die ersten beiden Teile habe ich ja wirklich genossen. Umso mehr fieberte ich nun dem letzten Band entgegen. Auch wenn ich wusste, dass ich damit von liebgewonnenen Charakteren Abschied nehmen musste. Und nun endlich war das Buch bei mir.

Wie gewohnt hat mich der Autor auch in diesem Teil wieder mitten in die Geschichte geworfen. Ich hatte kaum Zeit zur Eingewöhnung, mir wurde gleich das gesamte Spektrum abverlangt. So fängt man Leser ein!

Ich hatte tatsächlich das Gefühlt, dass nun der Punkt gekommen ist, an dem es nicht mehr weitergeht. Zu hoffnungslos erschien die Szenerie. Auswege boten sich nicht an, eher im Gegenteil, die Gefahren potenzierten sich. Dass dennoch eine scheinbare Sicherheit bietende Rettungsmöglichkeit auftaucht, kann man glatt für ein Wunder halten. Aber so ist das Labyrinth. Es ist bösartig, es spielt mit der Hoffnung, es ist ohne Gnade! Und niemand entkommt ihm.

In den letzten Bänden musste ich mich ja schon von liebgewonnenen Charakteren verabschieden. Wer würde wohl diesmal das Wettrennen verlieren?

Die Charaktere beweisen eindeutig Stärke. Man merkt ihnen definitiv an, dass sie die bisherigen Strapazen nicht ohne Grund überwunden haben. Doch nun werden sie an die Grenze der Belastbarkeit getrieben. Ängste der Vergangenheit nehmen immer mehr Gestalt an, Erkenntnisse und wiedererlangte Erinnerungen beeinflussen die Handlung. Jenna, Mary und Jeb wird alles abverlangt. Wie lange werden sie diesen Psychodruck aushalten? Wird überhaupt jemand das letzte Portal erreichen können? Bei diesen Entwicklungen kann man schon daran zweifeln.

Rainer Wekwerth führt mit diesem Band die Tradition der Reihe fort. Zum Verschnaufen wurde mir kaum Zeit gelassen, der Spannungslevel ist durchgehend hoch. Die Geschichte selbst wird in Vergangenheitsform aus verschiedenen Sichten der Charaktere an den Leser gebracht. Die Charaktere geben nach und nach noch mehr von sich preis und so kann man sich tatsächlich in der Geschichte verlieren.

Mit dem Ende der Geschichte hat der Autor wirklich eine erklärbare Begründung für das Geschehen. Der ganz große Showdown bleibt aus, dennoch kann Rainer Wekwerth sein Werk schlüssig zum Ende bringen. Lässt sich dabei aber aus meiner Sicht schon noch eine kleine Tür offen.

Urteil:
„Das Labyrinth ist ohne Gnade“ hält, was der Titel verspricht. Ein hoher Spannungslevel, handlungsintensive Szenen und glaubwürdige Charaktere runden die Geschichte ab. Für den gelungenen Abschlussband vergebe ich an dieser Stelle deshalb 5 Bücher.

Für alle, denen spannende Unterhaltung wichtig ist, Hintergründe nicht sofort erklärt haben müssen und sich einfach auf ein unbekanntes Terrain begeben können.

Die Reihe:
1. Das Labyrinth erwacht
2. Das Labyrinth jagt dich
3. Das Labyrinth ist ohne Gnade

©hisandherbooks.de


Im Herzen die Gier
Im Herzen die Gier
von Elizabeth Miles
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein würdiges Ende für eine geniale Trilogie, 19. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Im Herzen die Gier (Gebundene Ausgabe)
Zitat:
„Wir machen alle Fehler.“
Und manche büßen mehr dafür als andere.
(S. 239)

Inhalt:
JD schwört sich, für Emily Winters, in die er schon seit Jahren verliebt ist, da zu sein. Gerade jetzt, wo ihre Freundin Drea in dem Feuer ums Leben kam.

Doch wie soll er helfen, wenn Em so distanziert ist und sich stets mit diesem Crow abgibt, auf den JD mit Neid und Eifersucht reagiert?

Dann wäre da noch seine Schwester Melissa, die nach einem kleinen Unfall ein wirklich übernatürlich gut aussehendes Mädchen kennengelernt hat: Ali, die auf den Fotos von Em im Wohnzimmer von JD ihre Cousine Ty zu sehen glaubt – die sie JD noch am selben Tag vorstellt.

Währenddessen hat Em Momente, in denen sie die Dunkelheit übernimmt – wird sie wirklich zu einer von IHNEN? Auch Crow spielt im Spiel der Furien eine wichtige Rolle…

Meinung:
Es gibt wenige Bücher, die durch ihre besondere Art so herausstechen, dass sie trotz scheinbarer Normalität Gänsehaut bescheren können. Elizabeth Miles‘ Trilogie rund um die Kleinstadt Ascension und die Upper Class Kids, die hinter der Fassade alles andere als normal sind, gehört definitiv dazu.

So stürzte ich mich mit Spannung in das letzte Abenteuer in Ascension, um die Konsequenzen von Em Winters‘ Rettungsaktion in Band 1 zu verfolgen.
Nach einem kurzen Prolog aus Crows Perspektive beginnt der 1. Akt. JD nimmt sich vor Em endlich seine Liebe zu gestehen – aber ständig kommt etwas dazwischen. Meine Sorge um ihn steigerte sich von Seite zu Seite, als er erst Ali, dann Ty kennenlernt. Wir alle wissen, dass diese Begegnungen nie zufällig sind…

Em hingegen kämpft gegen die innere Dunkelheit. Sie spürt, dass Drea recht hatte: dass Em dabei ist, sich zu verändern. Aber wie genau passt Crow in diese Rechnung, die die Furien zu begleichen haben?

In Erwartung einer ebenso fesselnden Handlung hinter alltäglichen Taten raste ich von Seite zu Seite, stets das Schlimmste befürchtend, sobald eine Orchidee oder eines der „Mädchen“ auftauchte.
Doch schon nach wenigen Kapiteln wird klar, dass ich nicht mehr unter der Oberfläche suchen musste, denn die düstere Atmosphäre ist überall spürbar. Insbesondere JDs Perspektive war der reinste Nervenkitzel: ICH wusste schließlich Bescheid – er hingegen…
Auch der Trilogieabschluss versteckt den Fantasy-Anteil wieder unter dem Deckmantel des Alltags. Auch wenn der Alltag in Ascension mittlerweile von so vielen Todesfällen gepflastert ist. Für JD jedoch ist noch nichts Übernatürliches dabei. Auch wenn ich hinter jeder Ecke etwas davon erwartete, war es für ihn Alltag, der wie bereits in den Vorgängerbänden etwas an Tempo herausnahm.
Nichtsdestotrotz genoss ich die unterschwellige Bedrohung, die sich stets weiter aufbaute, je mehr sich JD zusammenreimte.

Der Schreibstil bleibt dabei leichtgängig, die Beschreibungen der Szenerie sind nicht überdetailliert, dennoch gut vorstellbar. Ende des 2. Akts zog das Tempo immer weiter an, neues Wissen kam hinzu und formte sich zu einer Zündschnur, zu der wenig später dann der eine Funke hinzukam, der alles zum Explodieren bringen würde – die Frage war nur, wann. Ich hangelte mich an dieser Schnur entlang und stürzte unaufhaltsam dem letzten Akt entgegen.

Und dieser hatte es dann in sich. Letzte Hoffnungen, letzte Hinweise und neue Erkenntnisse machten den Showdown zu einem Erlebnis, das ich gerne noch etwas länger ausgekostet hätte, ehe die Trilogie um die geheimnisvollen Mädchen in Ascension beinahe zu schnell endete.

Urteil:
Mit „Im Herzen die Gier“ setzte Elizabeth Miles ihrer Trilogie um die Rachegöttinnen ein würdiges Ende. Die gewohnte unterschwellige Bedrohung wird immer realer, ehe es nur noch einen Ausweg gibt. Haarscharfe 5 Bücher für diesen spannenden Trilogie-Abschluss.

Wem es nach Rache dürstet, wer Zorn verspürt oder der Gier anheimfällt, sollte sich unbedingt damit auseinandersetzen, welche Folgen das haben könnte… Jene, die im Herzen die Liebe haben, können sich beruhigt zurücklehnen und eine außergewöhnliche Reihe genießen. Denn letztendlich bekommt doch jeder, was er verdient.

Die Reihe:
1. Im Herzen die Rache
2. Im Herzen der Zorn
3. Im Herzen die Gier

©hisandherbooks.de


ALTERRA: Die Gemeinschaft der Drei (PAN)
ALTERRA: Die Gemeinschaft der Drei (PAN)
Preis: EUR 6,99

4.0 von 5 Sternen ein fesselndes Leseereignis, 12. August 2014
Zitat:
„Er hatte den Eindruck, als schwebte ein Riesenvogel über den Dächern, und sah zum Himmel: Eine schwarze Wolke bedeckte die ganze Stadt. Eine gewaltige Wolke.“
(S.33)

„Weit im Norden war der ganze Horizont schwarz. Es waren keine einfachen Wolken, sondern eine Wand aus Finsternis, die sich allmählich heranschlich.“
(S.60)

„Sie marschierten einsam durch eine verlassene Welt, ohne zu wissen, was sie suchten und ob sie jemals wieder in Frieden leben würden, und ihr einziger Anhaltspunkt war ein vages Gefühl.“
(S.104)

Inhalt:
Der Blizzard kommt überraschend. Doch es gab Vorzeichen. In den letzten Wochen war das Wetter trotz Winter überraschend gut und warm. Matts Vorahnungen scheinen sich zu bestätigen.
Der Blizzard trifft mit ungeheurer Wucht auf New York. Von jetzt auf gleich entsteht ein unglaubliches Chaos in der Stadt. Seltsame blaue Blitze erhellen die Dunkelheit und erobern die Gebäude. Wer nicht schnell genug reagiert, verpufft förmlich.

Nachdem Matt aus der Bewusstlosigkeit erwacht, hat sich die Welt verändert. Alle Bewohner seines Hauses sind verschwunden. Und die Haustiere scheinen seltsam aggressiv geworden zu sein. Außerdem haben sich die überlebenden Erwachsenen verändert. Sehr verändert.

Zusammen mit seinem guten Freund Tobias treten sie die Flucht aus New York an. Nachdem sie etliche Gefahren überstanden haben, wähnen sie sich in scheinbarer Sicherheit. Sie haben einen Zufluchtsort der Pans erreicht. Hier trifft Matt auf Ambre, die eine ziemliche Anziehung auf ihn ausübt. Doch die Gefahr ist noch nicht vorbei, sie können ihr nicht entfliehen.

Meinung:
Die „Alterra“-Reihe ist ein wirkliches Schmuckstück im Regal. Lange konnte ich diesem Funkeln dieser Bücher wirklich nicht widerstehen. Würde der Inhalt das Versprechen der Optik halten können? Und so griff ich nun zum ersten Band dieser Reihe.

Auf den ersten Seiten wurde ich ruhig und erklärend in Matts Welt in New York eingeführt. Ich erfuhr, dass sich Matts Eltern scheiden lassen würden und ein erster Kampf um das Sorgerecht begann aufzuglimmen. Dennoch liebt Matt seine Eltern. Aber die anstehende Scheidung droht ihn aus der Bahn zu werfen. Er hat sich verändert, ist in sich gekehrt. Nicht mehr er selbst.

Matt hat diese unglaublichen Vorahnungen, doch er behält sie für sich. Selbst seinen Freunden Newton und Tobias erzählt er nichts davon. Was hätte es auch bewirken können? Dieser unglaublichen Naturgewalt, die sie letztendlich getroffen hat, konnte man nichts entgegensetzen.

Und dann nimmt die Geschichte plötzlich unheimlich an Fahrt auf. Gefahren lauerten an jeder Ecke, der Tod schien unglaublich nah zu sein. Ein falscher Schritt, ein zu lautes Geräusch und schon wäre es um einen geschehen gewesen.

Ich hatte genau im Gespür, wohin mich Maxime Chattam lenken wollte. Fühlte es sich anfangs noch ein wenig holprig an, konnte ich mit steigender Seitenzahl mehr und mehr in der Geschichte versinken. Oftmals erhebt der Autor einen mahnenden Finger und appelliert an den Leser, sich seiner Umwelt und überhaupt seinem Verhalten in der Welt bewusst zu werden. Mit seiner Geschichte zeigt er die entsprechenden Konsequenzen aus unserem heutigen verschwenderischen Anwandlungen und dem fehlendem Respekt gegenüber unserer Umgebung immerhin eindrucksvoll auf.

Maxime Chattam erzählt die Geschichte in Vergangenheitsform und lässt mitunter kurze auktoriale Ansätze aufblitzen. Ich erlebte die Geschichte hauptsächlich aus der Sicht von Matt, wobei kurze Einblicke aus anderen Perspektiven eingebaut wurden. Ich denke, hier wollte sich der Autor noch eine kleine Tür offen lassen. Mit fortlaufender Erzählung konnte ich dieses Vorgehen auch so akzeptieren.

Ein paar kurze Worte muss ich auf jeden Fall noch zu meinem Lieblingscharakter erzählen. Und ja, wie man sich vielleicht denken kann, es war Ambre. Ambre ist der Typ Frau, sorry, hier in der Geschichte eher Mädchen, den man einfach mögen muss. Sie weiß in ihrem Inneren ganz genau um ihre Ausstrahlung und setzt diese auch ganz gezielt ein. Ambre ist sehr intelligent. Und das beste Beispiel dafür, dass sich Intelligenz und Schönheit definitiv nicht ausschließen. Ich kann es durchaus verstehen, dass man ihr verfallen kann!

Insgesamt hat Maxime Chattam eine Welt geschaffen, in der Bedrohungen quasi überhand nehmen, man sich niemals sicher fühlt und als Leser einfach nur dazu gezwungen wird, immer wieder von den Seiten aufzublicken, um die Gefahrenlage ringsum abzuchecken.

Mit dem Ende dieses ersten Teils setzt der Autor definitiv einen Appetizer. Auch wenn die große Gefahr bisweilen gebannt ist, heißt es ja nicht, dass man darauf warten muss, dass diese wieder vor der Tür steht. Vielleicht ist das eigene Handeln nützlicher? Ich bin definitiv gespannt auf die Fortsetzung!

Urteil:
„Alterra – Die Gemeinschaft der Drei“ ist ein solider Start in eine vielversprechende Reihe. Punktuell brutal und bluttriefend gemischt mit Freundschaft und Verantwortung gelingt es dem Autor ein fesselndes Leseereignis zu präsentieren, dem man nur schwer entfliehen kann. Meine angenehmen Lesestunden im Camp der Pans belohne ich deshalb mit guten 4 Büchern.

Für alle, denen apokalyptische Themen nicht fremd sind, kleine Unwägbarkeiten verzeihen, sich dabei jedoch voll auf spannende Geschichten einlassen können.

Die Reihe:
1. Die Gemeinschaft der Drei
2. Im Reich der Königin
3. Der Krieg der Kinder

4. Der Herr des Nebels

©hisandherbooks.de


Wo ein bisschen Zeit ist ...: Roman
Wo ein bisschen Zeit ist ...: Roman
von Emil Ostrovski
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

3.0 von 5 Sternen ein philosophischer Roadtrip der mit humorvollen Einschlägen, 8. August 2014
Meinung:
„Wo ein bisschen Zeit ist…“ hat überraschend den Weg zu mir gefunden und obwohl mir „unfantastische“ Geschichten nur selten liegen, wurde ich neugierig.

Im Prolog wurde ich mit dem Heute konfrontiert. Eine Rahmenhandlung, die mir zeigte, dass alles ein nicht ganz so schlechtes Ende nehmen konnte. Erst danach erfuhr ich, wie es Protagonist Jack damals ergangen ist.

Jack ist kurz davor, sich fast umzubringen, um Aufmerksamkeit zu erregen, als seine Ex-Freundin Jess anruft und ihm mitteilt, dass sie soeben seinen Sohn zur Welt bringt.

Anstatt seinen trübsinnigen Gedanken zu folgen, fährt Jack ins Krankenhaus und schließt seinen Sohn sofort ins Herz. Um noch ein wenig Abschied nehmen zu können, bevor er von den Adoptiveltern mitgenommen wird, entführt er den Kleinen und setzt sich in den Kopf, gemeinsam mit ihm seine senile Großmutter zu besuchen.
Kurzerhand begleiten ihn auch sein bester Freund Tommy und die Kindsmama Jess. Zu seinem Sohn, den er für sich Sokrates nennt, baut Jack eine ganz besondere Beziehung auf, indem er mit ihm „redet“ und philosophische Fragen über das Sein ausdiskutiert. Ihm ist bewusst, dass lediglich sein Unterbewusstsein diese Diskussion führt – er ist ja schließlich nicht verrückt – dennoch gefällt es ihm, mit seinem Sohn derartiges zu bereden, ihn auf die Zukunft vorzubereiten.

Ich muss gestehen, dass gerade diese Diskussionen für mich fehl am Platz waren. Der „lockere Roadtrip“ wird für jene Passagen definitiv durchbrochen und man läuft Gefahr, etwas Existentielles zu verpassen. Die Situationskomik war wesentlich mehr nach meinem Geschmack. Durch den Umgang der Jugendlichen mit einem Neugeborenen (das erstaunlich gut mitmacht für ein Neugeborenes – und hier rede ich nicht von den philosophischen Gesprächen) kommt es zu komischen Situationen, auch die vielen seitenfüllenden Dialoge bieten mehr als Umgangssprache und brachten mich teilweise zum Auflachen.

Wirkliche Spannung besteht trotz der stetigen Verfolgungsjagden und der „Bedrohung“ durch die Polizei nie wirklich, viel zu einfach entkommen die Jugendlichen den Gesetzeshütern, ganz gleich, wie nah dran diese sind und so stellte ich niemals infrage, wie es ausgehen wird (es steht ja auch auf dem Schutzumschlag des Buches). Mit dem Ende rundet Emil Ostrovski seinen besonderen Roadtrip dann perfekt ab – auf emotionale und philosophische Art.

Urteil:
„Wo ein bisschen Zeit ist…“ ist ein philosophischer Roadtrip der mit seinen humorvollen Einschlägen Leserherzen begeistern wird. Mir liegt das „unfantastische“ Genre nicht und ich hatte mit dem flachen Spannungsbogen und den platten Jugend-Dialogen zu kämpfen. Die Erörterungen der vielen großen Fragen der Menschheit und der oftmals daraus resultierenden Situationskomik genoss ich jedoch und so war der Ausflug über meinen Tellerrand doch nicht ganz so falsch. 3 Bücher für „Wo ein bisschen Zeit ist…“

©hisandherbooks.de


Die verborgenen Pforten: Jacobs Vermächtnis
Die verborgenen Pforten: Jacobs Vermächtnis
von Michelle Kaden
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

4.0 von 5 Sternen spannungsgeladene Geschichte mit vielen bekannten Fantasy-Figuren, 8. August 2014
Inhalt:
Neben unserer Welt existiert eine andere, die man über verborgene Pforten erreichen kann. Wächter wie Jakob schützen die Pforten vor dem, was aus der anderen Welt überwechseln könnte: Magier, Vampire oder Werwölfe. Doch nun ist Jakob tot und die Pforte, durch die die vier Jugendlichen treten, um wie so oft Jakob zu besuchen, verwehrt ihnen die Rückkehr. Irgendwas tut sich in der anderen Welt...

Meinung:
Schon auf den ersten Seiten wird der Jungleser direkt in die Geschichte gezogen. Aus der Perspektive der "Eindringlinge" Leila, Vincent, Roger und Clara erlebt er die Veränderungen in (unserer) Welt. Sie werden von einem fremden Menschen entdeckt: Janosch ist natürlich mindestens genauso überrascht, dass vier Kinder aus der kleinen Kammer heraustreten, einer davon allem Augenschein nach ein Vampir.

Die Grundidee von Michelle Kaden hat mir ausgesprochen gut gefallen. Durch sehr viele Perspektiven des Erzählers, der teilweise auktoriale Ansätze einbringt, bleibt man immer am Ball. Zug um Zug kommt Janosch gemeinsam mit den Neuankömmlingen einem alten Familiengeheimnis auf die Spur, das unbedingt weiter verfolgt werden will. Doch auch das Verschwinden der jungen Leute bleibt in ihrer Welt nicht ohne Folgen - und die Rückkehr ist unmöglich. Doch wie hängt alles zusammen?

Spannung ist von der ersten Seite an vorhanden. Der Stil der Autorin ist altersgerecht, die Dialoge und die Ausdrucksweise verständlich. Die neu erdachten Hintergründe zu den bekannten Fantasy-Wesen gefielen mir ausgesprochen gut.
Stellenweise empfand ich das Zusammensetzen der Hinweise für die Zielgruppe etwas zu schwierig und diese Anstrengung könnte durchaus ein wenig Lesespaß kosten.

Die eingefügten Illustrationen sind, wenngleich auch selten, äußerst gelungen und veranschaulichen so manch eine Szene, die ohne Bebilderung vielleicht schwerer zu verstehen gewesen wäre.

Zum Ende hin spitzen sich die Ereignisse zu. Neue Erkenntnisse schüren den Wunsch, das Buch nicht schon enden zu lassen - und doch ist es kurz danach zu Ende und lässt dem Leser nur eine Möglichkeit: Schnell zur Fortsetzung zu greifen.

Urteil:
"Die verborgene Pforte - Jacobs Vermächtnis" ist eine durchaus gelungene und spannungsgeladene Geschichte für die Zielgruppe ab 9. Bekannte Fantasy-Gestalten werden in die "Welt" der Autorin eingeflochten und lassen die teils schwierigeren Passagen vergessen.
Sehr gute 4 Spielsachen für Janosch, Leila, Roger, Vincent und Clara.

©hisandherbooks.de


Die Zwerge
Die Zwerge
von Markus Heitz
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,99

5.0 von 5 Sternen ein verheißungsvoller Reihenauftakt, 8. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Zwerge (Taschenbuch)
Zitate:
„Lange schwarze Haare peitschten über das Antlitz; einige Strähnen klebten auf der nassen, fast weißen Haut und wirkten wie Risse auf den Zügen eines kunstvoll gearbeiteten Elbenabbildes aus edelstem Marmor.“
(S.87)

„Alles, was er wahrnahm, war das laute Knistern der Flammen, das Knacken des brennenden Holzes und das Rumpeln der einstürzenden Dächer und Häuser. Im Dorf lebte niemand mehr.“
(S.108)

„Die einzigen Laute, die sie sonst noch vernahmen, waren das Knistern und Rascheln des verdorrten Laubs unter ihren Stiefelsohlen. Von den vielen Tieren fehlte jede Spur, kein einziger Vogel wagte es mehr, die Stimme zum Gesang zu erheben.“
(S.181)

Inhalt:
Gewaltige Steinflügel in Fels gehauen versperren monströsen Gestalten den Weg und schützen das Geborgene Land. Doch die Grenze bröckelt und das Böse findet seinen Weg. Das Tote Land streckt mit seinen Kreaturen die Finger nach den friedliebenden Völkern aus. Und die Gefahr wächst und wächst.

Tungdil, ein Zwerg, der unter Menschen aufgewachsen und dessen Herkunft ungewiss ist, erhält von seinem Magus einen Auftrag. Er soll zum Schwarzjoch reisen und etwas überbringen. Doch die Reise verändert sich ungeahnt und stellt Tungdil vor große Herausforderungen. Plötzlich liegt das Schicksal des Geborgenen Landes in seinen Händen. Von dem großen Verrat ahnt er lange nichts; doch er stellt sich der Herausforderung.

Meinung:
Vor High-Fantasy-Geschichten habe ich einen ziemlichen Respekt. Es lässt sich für mich immer schwer vorher einschätzen, ob die Handlung tatsächlich etwas für mich sein könnte, oder ich mich irgendwann festlese und nicht mehr von der Stelle komme. Insofern war „Die Zwerge“, die Geschichte wollte ich aus gegebenem Anlass wirklich gern lesen, ein weiteres Experiment für mich. Das Buch fand durch eine Verquickung glücklicher Umstände den Weg zu mir. Allein durch die Optik rief es den unnachgiebigen Wunsch in mir wach, endlich gelesen zu werden. Es wollte förmlich in das Regal der gelesenen Werke umgesiedelt werden und nicht länger in der Warteschlange stehen. Und diesem Ruf konnte ich nun nicht mehr widerstehen.

Skeptisch wie ich bei diesem Genre bin, las ich vorsichtig in die ersten Seiten hinein. Bereits hier fand ich den Schreibstil recht ansprechend und lesefördernd. Insofern war die erste Hürde überwunden. Ich wurde mit Regeln aus unterschiedlichsten Quellen vertraut gemacht, wie sich der Umgang mit Zwergen gestalten sollte, ohne in die Gefahr feindschaftlicher Verwicklungen zu geraten. Sofort war mir klar, dass ich mich besser daran halten sollte. Und ich fuhr gut damit!

Hatte ich anfangs noch den leisen Eindruck, dass ich von den unterschiedlichsten Charakteren übermannt werden könnte, schloss ich zusehends Freundschaft mit den meisten der wirklich sehr unterschiedlichen Wesen. Ich erlebte einen unglaublichen Stolz und eine Durchhaltekraft der physisch kleinen Bewohner dieser Welt im Gegensatz zum Zerstörungswillen der Kreaturen Tions. Die Bedrohung für das Geborgene Land wächst fühlbar stetig; mit steigender Seitenzahl spürt man diese förmlich in den Fingern, mit denen man das Buch hält. Die Geschichte ist extrem nah am Leser geschrieben und man fiebert mit. Ob man will oder nicht. Der Bann der beschriebenen Handlungen hatte mich irgendwann richtig im Griff.

Markus Heitz versteht es, geschickte Spannungsbögen zu knüpfen, dabei immer wieder Verschnaufpausen einzubauen, die man auch tatsächlich notwendig hat. Ich fühlte mich nie durch die Seiten gehetzt. Ich konnte jedes Detail der Handlung genießen, verlor dabei jedoch nie das große Ganze aus den Augen.

Der Autor verwendet für seine Darbietung der Handlung die Vergangenheitsform. Intelligent eingebaute Perspektivwechsel gestatteten mir jederzeit einen 360 Grad Blick. So konnte ich die Geschichte aus allen Richtungen beleuchten und war immer sehr nah am Geschehen, wusste mitunter sogar mehr als die beteiligten Personen selbst, was mir teilweise einen kleinen Vorsprung verlieh. Hierdurch konnte ich das Gesamtwerk eindeutig noch mehr genießen. Markus Heitz hat hier wirklich nicht an fantastischen Wesen gespart. Ich machte Bekanntschaft mit Orks und Ogern auf der einen, mit Zwergen und Elben auf der anderen Seite. Verziert wurde das Ganze dann noch mit der Steigerungsform der Elben, oder besser gesagt mit ihrem bösen Spiegelbild – den Albae. Eine wirklich gelungene Mischung!

Auch die Charaktere gestaltete Markus Heitz sehr vorstellbar. Man fühlte entweder sofort Sympathie oder auch Missfallen. Die gewählte Mixtur unterschiedlicher Schwächen und Stärken führt zu einer gelungenen Darstellung verschiedenster Handlungen. Ich wurde durchgehend mitgenommen, genoss den beschreibenden, dabei nicht überbordenden Erzählstil. Humorvolle bis sarkastisch angehauchte Zwergendialoge steigerten darüber hinaus mein Leseerlebnis.

Der Protagonist Tungdil durchläuft im Fortlauf der Geschichte spürbar einige Stadien der Reife. Bemerkt man anfangs noch deutlich Phasen der Verunsicherung gewinnt er mehr und mehr an Selbstvertrauen und entwickelt sich zu einem Anführer. Ein Anführer, der stets das Wohl der ihm Folgendem im Blick hat und dafür auch sein Leben opfern würde. Jederzeit konnte ich mich in seine Lage versetzen, litt mit ihm oder jubelte. Mit Tungdil ist dem Autor ein sehr authentischer, wenn auch nicht wirklich realer, eben ein fantastischer Charakter gelungen.

Kleinere Spannungslöcher konnte ich durchaus verzeihen, weil diese durch regelrechte Explosionen mehr als nur aufgefüllt wurden. Und trotz der permanent existenten Gefahr fühlte ich immer wieder Hoffnung wie ein Wetterleuchten am Horizont.

Zum Ende der Geschichte hin treibt Markus Heitz die Dramatik fast ins Unendliche. Nach einer sprichwörtlichen Supernova bringt der Autor sein Werk zu einem für mich wirklich befriedigendem Ende und lässt mich neugierig auf die Fortsetzung zurück.

Urteil:
„Die Zwerge“ ist ein verheißungsvoller Auftakt einer Reihe, die süchtig machen könnte. Gelungene Handlungen, intelligente Handlungsstränge bis hin zu authentischen Charakteren ließen mich die Geschichte so genießen, dass ich hier ruhigen Gewissens 5 Bücher vergeben kann.

Für alle Liebhaber, die sich dem Guten verschrieben haben, blutrünstige Gemetzel vertragen können, dabei so manche Niederlage verkraften, dennoch nie das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren. Alle, die mit dem High-Fantasy-Genre liebäugeln, sollten einen Versuch wagen; für Fans des Genres ein Must-Read!

Die Reihe:
1. Die Zwerge
2. Der Krieg der Zwerge
3. Die Rache der Zwerge
4. Das Schicksal der Zwerge
5. Der Triumph der Zwerge (Frühjahr 2015)

©hisandherbooks.de


Stigmata: Nichts bleibt verborgen
Stigmata: Nichts bleibt verborgen
von Beatrix Gurian
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen unvorhersehbar und spannend - mit Gänsehautgarantie, 27. Juli 2014
Zitat:
„Ich war nur noch ein atmender Haufen von Haut und Knochen, und das war auch gut so.“
(S.17)

„Das Leben ist ein Sterben. Es sind die vielen kleinen Tode, die dem Leben einen Sinn geben.“
(S.46)

„Ich höre ein merkwürdig rasselndes Geräusch, irgendetwas zwischen einem Wimmern und Röcheln, und in dem Moment, als ich registriere, dass es von mir kommt, wird mir schwarz vor Augen.“
(S.76)

Inhalt:
Nach dem Unfalltod ihrer Mutter gibt sich Emma die Schuld. Wie undankbar sie doch gewesen war. Emma zieht sich total von der Welt zurück und resigniert. Doch dann bekommt sie dieses Fotoalbum zugeschickt. Dem Album ist eine Nachricht beigelegt. Um die Mörder ihrer Mutter zu entdecken, soll sie sich zu einem Camp der Transnational Youth Foundation anmelden. In Emma wächst die Hoffnung. Ist ihre Mutter womöglich gar nicht tot?

Im Camp trifft sie auf drei weitere Jugendliche. Und jeder scheint ein Geheimnis in sich zu tragen. Doch auch bei den Betreuern kann man sich nicht sicher sein. Plötzlich geschehen seltsame Dinge. Emma befindet sich in großer Gefahr.

Meinung:
In letzter Zeit habe ich einige sehr positive Meinungen über „Stigmata“ gelesen. So langsam wurde ich wirklich neugierig auf die Geschichte. Und irgendwie hatte das Buch dann tatsächlich zu mir gefunden. Es war also so eine Art Vorhersehung. Natürlich habe ich mich auch sofort in die Seiten gestürzt.

Gleich zu Beginn traf ich auf eine ziemlich traumatisierte Emma. Erst kürzlich ist ihre Mutter bei einem Unfall gestorben. Und kurz vorher hatte sich Emma noch mit ihrer Mutter gestritten. Seit dem Unfall hat sich Emma zurückgezogen. Sie lässt niemanden an sich ran, kommt nicht aus der Wohnung heraus. Zu groß sind ihre Selbstvorwürfe und Selbstzweifel. Emma ist total am Boden.

Von der ersten Seite an fühlte ich mich in dieser Geschichte wirklich gut aufgehoben. Ich fand hier bereits am Beginn einen guten Mix an Erfolgszutaten für einen guten Plot. Ich erlebte eine bedauernswerte Protagonistin, die nicht mehr weiter weiß, kurz darauf plötzlich doch noch Hoffnung schöpfen kann. Und schon ging es mit Tempo in dieses eigenartige Camp. Gleich nach dem Ankommen konnte man spüren, dass hier wahrscheinlich etwas nicht stimmt. Und dieses Etwas musste gewaltig groß sein. Insofern fühlte ich zwischen den Zeilen immer einen gewissen Nervenkitzel, der mich nicht mehr von den Seiten ließ.

Emma ist definitiv eine Protagonistin, an deren Seite ich mich wohlfühlte und ihre Erlebnisse genießen konnte. Sie zeigt Mut, kann Zusammenhänge begreifen und hält an ihren gradlinigen Entscheidungen fest, ohne sich beirren zu lassen. Emma geht ihren Weg, konsequent und kompromisslos. Sie ist ein Charakter, wie man ihn einfach lieben muss. Ihre teilweise wider aller menschlichen Instinkte wirkenden Handlungen konnte ich letztendlich akzeptieren, weil sie die Geschichte immer wieder voranbrachten.

Beatrix Gurian vermittelt ihre Geschichte in unterschiedlichen Handlungssträngen. Auf der einen Seite haben wir hier die Hauptgeschichte, die mir in Ich-Perspektive in Gegenwartsform von Emma präsentiert wurde. Flankiert wird das Ganze von zwei weiteren Sichtweisen, die mir einerseits die unmittelbare Zeit vor dem Camp-Aufenthalt, andererseits eine Zeit, die in großem Zusammenhang mit den jetzigen Geschehnissen steht und bereits Jahrzehnte zurückliegt, näherbrachten. Doch alles läuft zielgerichtet aufeinander zu. Alles ergibt einen Sinn. Das letztendliche Ergebnis ließ mich die teilweise konstruiert wirkenden Handlungsstränge nahezu ausblenden.

Mit den Charakteren hat die Autorin einen guten Mix geschafft. Hier fand ich sämtliche Persönlichkeiten wieder, die mir auch tagtäglich begegnen und entsprechende Gefühle auslösen. Die Gefühle insgesamt spielen in dieser Geschichte ihre eigene Melodie. Ich war hin- und hergerissen, traute und misstraute so manchem Charakter, um am Ende doch die Wahrheit erkennen zu können. Beatrix Gurian tat ihr Übriges dazu, indem sie mich das ein oder andere Mal auf falsche Fährten lockte.

Über den Seiten waberte konstant eine ganz besondere, einschüchternde und beklemmende Atmosphäre, die mir nur selten eine Unterbrechung gestattete. Jeder Fortschritt in der Geschichte vergrößerte meine Neugier; meine Sucht vergrößerte sich proportional zu den gelesenen Seiten. Untermauert wurde das Ganze noch von geschickt inszenierten eingebauten Fotos, die den Reiz des Gelesenen steigerten.

Beatrix Gurian bringt ihre Geschichte mit vielen Kehrtwendungen nach einem dramatischen Finale beruhigt zu einem erkenntnisreichen Ende, nach dem ich das Buch nun lesebefriedigt schließen kann.

Urteil:
„Stigmata“ bescherte mir einige Stunden mit erhöhtem Herzschlag aufgrund der unvorhersehbaren und spannenden Handlungen. Traue niemandem und doch jedem, bleib deiner selbst treu und lass dich niemals beirren. Diese Erkenntnis nehme ich aus „Stigmata“ für mich mit und vergebe für dieses schöne Leseerlebnis sehr gute 4 Bücher.

Für alle, die Gänsehauterlebnisse lieben, geschickt eingebaute Ablenkungsmanöver verkraften und Handlungen der Protagonisten immer unterstützen können.

©hisandherbooks.de


Der Tod des Schmetterlings
Der Tod des Schmetterlings
von Matt Dickinson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Geschickt eingefädelte Handlungsstränge verbunden mit teilweise atemloser Spannung, 26. Juli 2014
Zitat:
„Eine Sekunde später sah sie, wie etwas Blitzendes durch die Luft flog.“
(S.20)

„Noch immer liefen die Tränen über das Gesicht, aber der Augenblick fühlte sich richtig an.“
(S.34)

„Adrenalin pumpte durch ihren Körper, sie gab der Maschine mehr Gas, und der Wind rauschte ihr in den Ohren und ließ ihr Haar flattern.“
(S.54)

Inhalt:
Ein australischer Distelfalter hat sich in den einundzwanzigsten Stock eines Rohbaus in Sydney verirrt. Ein Wachmann, der keine Schmetterlinge mag, entdeckt ihn. Beim Versuch, den Distelfalter zu erschlagen, setzt er eine Kettenreaktion in Gang, die niemand vorausahnen konnte…

Meinung:
„Die Macht des Schmetterlings“ von Matt Dickinson hatte mich ja schon ziemlich überzeugt. Es war also nur eine Frage der Zeit, wann ich die Fortsetzung dieses gelungenen Reihenauftaktes lesen würde.

Gleich nach den ersten Seiten war ich an die vom Autor gelegte Zündschnur gefesselt. Geschickt setzt er Indiz an Indiz und zieht den Leser so in den Bann seiner Geschichte. Es gibt wie gewohnt keine tiefgründigen Erklärungen, die harten Fakten zählen einzig und allein.

Kurze Kapitel mit gut eingebauten Appetizern tun ihr übriges, um immer nah an der Geschichte bleiben zu wollen.
Seinen Charakteren verleiht Matt Dickinson einprägsame Züge, die dem Fortlauf der Handlung einen entsprechenden Reiz geben. Er verrät nie zu viel, jederzeit konnte ich mir meine eigenen Bilder erschaffen. Eindrucksvoll gelang es dem Autor, verschiedenste Schicksale zu verknüpfen und glaubhaft an mich zu vermitteln.

Da haben wir auf der einen Seite Hannah, die eine wirklich schwere Vergangenheit aufzuweisen hat. Doch sie ist selbstlos und unnachgiebig. Zudem fand ich ihre Schlagfertigkeit eindeutig liebenswert. Und sie ist nur einer der vielen Charaktere, die mich diese Geschichte genießen ließen.

Und dann gibt es noch eine Vielzahl liebenswerter Personen, die steuernd in die Geschichte eingreifen, sich oftmals auch selbstlos opfern, die man jedoch wirklich selbst kennenlernen muss! Hier möchte ich auf keinen Fall zu viel verraten. Dieses Gefüge, das Gesamtkonstrukt muss man spüren, es begreifen, es fühlen…

Matt Dickinson hat für die Erzählung seiner Geschichte die Vergangenheitsform gewählt. In kurzen und knappen Kapitel mit teilweise auktorialen Ansätzen baut er Zug um Zug eine Spannung auf, die es mir nicht gestattet hat, das Buch zur Seite zu legen. Mögen manche Handlungen und Abfolgen auch einigermaßen konstruiert wirken, konnte ich darüber hinweg sehen. Für mich zählte einzig und allein diese mitreißende Wirkung, die mich wirklich in sich aufnahm.

Mit dem Ende der Geschichte rundet der Autor das große Ganze gekonnt ab. Eine Geschichte, die mit dem Flügelschlag eines Schmetterlings verbunden ist, nimmt ein katastrophales, aber dennoch hoffnungsvolles Ende.

Urteil:
„Der Tod des Schmetterlings“ hat es geschafft, dass ich mich kaum von den Seiten losreißen konnte. Geschickt eingefädelte Handlungsstränge verbunden mit teilweise atemloser Spannung bereiteten mir genussvolle Lesestunden. Die Zusammenhänge eines kleinen Auslösers mit großen Auswirkungen sind mir definitiv 5 Bücher wert.

Alle, die das Unausweichliche nicht verdrängen wollen, sollten diese Reihe lesen. Für Leser, die nicht an das unausweichliche Schicksal glauben ist diese Reihe Pflichtlektüre, um sie vom Gegenteil zu überzeugen.

Die Reihe:
1. Die Macht des Schmetterlings
2. Der Tod des Schmetterlings
3. Originaltitel: Speed Freaks

©hisandherbooks.de


Skylark - Der eiserne Wald: Roman (Heyne fliegt)
Skylark - Der eiserne Wald: Roman (Heyne fliegt)
von Meagan Spooner
  Broschiert
Preis: EUR 13,99

3.0 von 5 Sternen tolle Idee, sehr zäh umgesetzt, 26. Juli 2014
Meinung:
Nachdem mich das wundervolle Cover sofort angesprochen hat, der Klappentext meine Neugierde anheizte, musste ich „Skylark“ einfach besitzen und ganz schnell lesen.

Meine Euphorie verlor sich leider schon nach den ersten Kapiteln. Meagan Spooner warf mich mitten in die besondere Welt von Protagonistin Lark: Lark zieht oft durch die unterirdischen Gänge der Stadt, um sich die Erntelisten anzusehen. Die Namen derjenigen, die als nächstes ins Institut gerufen werden und mit ihrer Ressource ihren Teil an der Sicherheit der Stadt beitragen dürfen. Denn die Ressource speist die Mauer, die um die Stadt verläuft und sie vom Rest der Welt trennt. Einem Rest der Welt, der brutal und gefährlich ist, wie es den Kindern der Stadt stets erzählt wird.

Als Lark dann jedoch zur Ernte muss, bemerkt sie schnell, dass etwas nicht stimmt. Die Prozedur wird mehrmals wiederholt, irgendwann landet Lark in einem Raum, in dem eine Frau an Glasfaserkabeln angeschlossen ist. Eine „Erneuerbare“, eine beständige Quelle für die Ressource – und wie es scheint, ist Lark ihr ähnlich. Die Frau empfiehlt Lark, zu fliehen – an einen Ort, an dem es mehr gibt, wie sie: den Eisernen Wald. Und Lark folgt ihrem Rat und macht sich auf eine lange, gefährliche Reise.

Schon in der Stadt bekam ich einen ersten verwirrenden Eindruck vom Weltentwurf der Autorin. Mittels Ressource (Magie) betriebene Maschinen, die mechanische Sonne, die Mauer, die aus reiner Energie besteht oder die „Kobolde“, die die nicht autorisierte Verwendung der Ressource überwachen. Die Stadt ist geprägt von den Geräuschen der zahlreichen Uhrwerke, die durch die Magie angetrieben werden. Klicken, surren, dröhnen.
Auch außerhalb der Stadt gibt es Magie. Magie, und das Fehlen von Magie, das die „Dunklen“ erschaffen hat. Jene kannibalischen Kreaturen, vor denen stets gewarnt wird. Doch Lark bekommt bei ihrer Flucht Hilfe aus ungeahnter Richtung. Oren, der sie in die Geheimisse der Wildnis einweiht.

Die erste Hälfte des Buches wirkte sehr zäh auf mich und ich musste mich stellenweise wirklich durchkämpfen – es ist nicht so, dass nichts passiert wäre: Erst die ganze Beschreibung der Stadt, dann die neue Welt außen… Ich hatte mein „Problem“ in der Erzählweise: Lark ist allein – gefühlte 90% des Buches. In Ich-Perspektive (Vergangenheit) schildert sie all ihre Eindrücke, all ihre Gedanken. Bis ins kleinste Detail. Diese endlosen Gedankengänge, ohne jeglichen Perspektivenwechsel oder auflockernder wörtlichen Rede waren ermüdend und anstrengend und durch die bildhaften Beschreibungen verlor ich zusehends das Interesse am Weiterlesen.
Klarer Lichtblick war für mich dann der Auftritt von Oren, der „wilde“ Junge, der Lark zu helfen scheint, obwohl er zunächst auf Abstand bleibt. Ich war neugierig auf ihn und seine Welt und so empfand ich die lange Reise, die Lark vor sich hat, als weit weniger unangenehm, als sie hätte sein können. Auf dieser Reise hält die Autorin dann auch noch die ein oder andere Offenbarung bereit, die zwar nicht ganz so überraschend war, aber dennoch ein guter Schachzug, der mich wieder milde stimmte.

Durch die vielen zähen Erzählpassagen baute sich für mich leider keine Spannung auf. Erst gegen sehr spät empfand ich überhaupt so etwas wie Bedrohung, auch wenn es bereits vorher kurze „Gefahrenszenen“ gab, die aber schneller aufgelöst wurden, als ich mitempfinden konnte. Gegen Showdown entstanden dann kurze Spannungsmomente, die dann jedoch viel zu schnell und etwas unbefriedigend aufgelöst wurden. So entließ mich „Skylark“ nicht 100%ig zufrieden.

Urteil:
„Skylark – Der Eiserne Wald“ lebt von den Eindrücken der Ich-erzählenden Protagonistin Lark. Mir waren die endlosen Erzählungen und Beschreibungen zu ermüdend und ich hatte lange Zeit das Gefühl, das nichts voran geht. Lediglich der außergewöhnlich fantasievolle Weltentwurf, die Mischung aus SciFi und Fantasy, zogen mich in ihren Bann. 3 Bücher für Lark und ihre magische Welt.

Die Reihe:
1. Skylark – der eiserne Wald
2. Originaltitel: Shadowlark
3. Originaltitel: Lark Ascending

©hisandherbooks.de


Legend - Berstende Sterne
Legend - Berstende Sterne
von Marie Lu
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ausgereifte Handlungen, große Emotionen und authentische Charaktere, 21. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Legend - Berstende Sterne (Gebundene Ausgabe)
Zitat:
„Sie hält meinen Blick fest und verzieht den Mund zu einem Lächeln, bei dem mir der kalte Schweiß ausbricht.“
(S.90)

„Der Gedanke, dass die Nation, die ich einst für so mächtig gehalten habe, in Wirklichkeit ums Überleben kämpft, erschüttert mich noch immer.“
(S.164)

„Die Sonne ist schon vor einer Weile untergegangen, doch die Lichter der Stadt erleuchten die tief hängenden Wolken, die die Sterne verdecken und den Himmel mit grauen und schwarzen Schatten überziehen.“
(S.251/252)

Inhalt:
Schwerkrank und den nahenden Tod vor Augen lebt Day mit seinem Bruder Eden in San Francisco. Hier soll er behandelt werden. Seine Chancen schwinden Tag um Tag mehr.
Seit Monaten hat Day nichts mehr von June gehört und doch muss er oft an sie denken. Er hat die Vernunft über sein Herz siegen lassen.

Der neue Elektor Anden treibt die Friedensverhandlungen mit den Kolonien voran. Doch nun breitet sich auf deren Gebiet eine Seuche aus. Die Republik wird verdächtigt, biologische Waffen eingesetzt zu haben. Day wird deshalb dringend in Denver bei Anden und June gebraucht. Zwiegespalten nimmt er die Einladung zu diesem Treffen an. Die Zeichen stehen nun wieder auf Krieg zwischen der Republik und den Kolonien. Und die Day verbleibende Zeit rinnt davon. Die Schmerzen werden täglich schlimmer. Den Tod vor Augen steht er vor schweren Entscheidungen.

Meinung:
„Legend – Berstende Sterne“ war eines der von mir am meist herbeigesehnten Bücher in diesem Jahr. Mit den ersten beiden Teilen der Reihe hatte Marie Lu für mich bereits Maßstäbe gesetzt. Neugierig, ob sie dieses Niveau halten und die Geschichte zu einem runden Abschluss bringen kann, hielt ich nun endlich das Trilogiefinale in der Hand. Und begann dann auch gleich zu lesen.

Von der ersten Seite an spürte ich wieder diese einmalige Atmosphäre, die die Autorin hier geschaffen hatte. Behutsam führte sie mich in diese Fortsetzung ein und versorgte mich mit allen Informationen über die Ereignisse zwischen den Bänden. Kurze Rückblicke baute sie ebenfalls geschickt ein, so dass ich das Gefühl bekam, nie weg gewesen zu sein.

Ich traf hier auf einen Day, der weiß, dass sein Ende immer näher rückt. June beherrscht immer noch sein Denken, er verzehrt sich nach ihr. Doch seine Entscheidung scheint unumstößlich. Day wirkt machtlos, fast will er aufgeben. Die Schmerzen in seinem Kopf werden immer schlimmer und sind schon fast ein stetiger Wegbegleiter. Und doch muss der ehemalige Staatsfeind Nummer 1 nochmals alle Kräfte mobilisieren. Er muss sein Bestes geben und der ehemals verhassten Republik beistehen.

Denn die Vorzeichen haben sich gewandelt. Die Kolonien haben nun mächtige Verbündete. Und so wird die Bedrohung für alle in der Republik Lebenden übermächtig. Die Republik wirkt verletzlich, steht kurz vor dem Fall. Aus der ursprünglich angenommenen Erlösung könnte großes Ungemach entstehen. Denn das wahre Gesicht der Kolonien wird immer klarer. Die Ziele und das Handeln immer deutlicher. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen förmlich. Gibt es einen Ausweg?

June scheint sich in ihrer Rolle als angehende Princeps wohlzufühlen. Doch trügt der Schein? Macht sie sich etwas vor? Auch sie denkt nach wie vor an Day. Durch ihre täglichen Pflichten ist June jedoch genügend abgelenkt. Aber der Tag des Wiedersehens kommt schneller als gedacht. Und wiederum ist June hin- und hergerissen zwischen Pflicht, Ehre und Gefühlen, derer sie sich letztendlich noch gar nicht klar ist. Definitiv beginnt für sie die Zeit der Erkenntnisse. June wirkt deutlich gereifter, sie trifft Entscheidungen und lässt sich nicht von ihren Zielen abbringen.

Der angenehme Schreibstil von Marie Lu setzt sich auch in diesem Teil der Reihe fort. Sie bedient sich erneut der Erzählung in Gegenwartsform und ließ mich abwechselnd durch die Augen von Day und June blicken. Nach wie vor verzichtet sie auf überdetaillierte Beschreibungen. Die Liebesgeschichte wird dezent im Hintergrund gehalten. Und dennoch schwingen in diesem dritten Teil Emotionen durch die Seiten. Gerade, weil mir für meine Gedanken viel Spielraum gelassen wurde, hat sich diese Empfindung bei mir sogar noch verstärkt.
Ich fieberte mit, wanderte über solide gebaute Spannungsbrücken und genoss Phasen der kurzen Entspannung, um kurz darauf wiederum in ungeahnte Aufregung versetzt zu werden. Ich konnte mit jeder Nervenfaser spüren, dass Marie Lu Freude am Schreiben ihrer Geschichte hatte, die Charaktere nicht loslassen wollte, auch wenn das Ende unausweichlich war. Der Autorin ist es gelungen, mir eine rundum durchdachte und abgerundete Geschichte nahezubringen, die mich extrem an die Seiten gefesselt hat.

Das Ende wurde aus meiner Sicht sehr treffend gestaltet. Der große Showdown war bereits vorbei, dennoch standen weitere Entscheidungen an, die getroffen werden mussten. Auch wenn ich wirklich kein „Tränen- und Taschentuch“-Leser bin, ließen mich die anschließenden Ereignisse wirklich nicht kalt und ich bin froh, dass Marie Lu einen so schönen Abschluss finden konnte.

Für mich komplettiert „Legend – Berstende Sterne“ eine der besten Trilogien, die ich bisher lesen durfte. Nun freue mich auf weitere Werke der Autorin.

Urteil:
Durch die Mischung aus ausgereiften Handlungen und anklingenden Emotionen verbunden mit authentischen Charakteren wird „Legend – Berstende Sterne“ zu einer wahren Lesevariation, von der man kaum die Finger lassen kann und die eine ungeheure Anziehungskraft ausübt. Alles andere als 5 Bücher wäre ein Frevel an der Buchwelt!

Alle, denen gut durchdachte Handlungsstränge wichtig sind, dabei lesernahe Charaktere bevorzugen und mit diesen mitfiebern können, sind hier genau richtig. Für Liebhaber der ersten beiden Teile ist der Trilogieabschluss ein Must-Read!

Die Reihe:
1. Legend – Fallender Himmel
2. Legend – Schwelender Sturm
3. Legend – Berstende Sterne

©hisandherbooks.de


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20