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NACHTSONNE - Flucht ins Feuerland (Die Nachtsonne Chroniken)
NACHTSONNE - Flucht ins Feuerland (Die Nachtsonne Chroniken)
von Laura Newman
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,99

4.0 von 5 Sternen großes Potential für eine spannende Reihe, 5. Juli 2015
Zitate:
„Was jetzt kommt, ist entweder fabelhaft oder tödlich. Ich weiß nicht, was mir mehr Angst einjagt.“
(S.92)

„Der Tag war die Hölle und niemand kann sagen, was der nächste bringen wird.“
(S.114)

Inhalt:
Ein Leben an der Erdoberfläche ist unmöglich. Hitze und Strahlung machen die Erde unbewohnbar. Die letzten Menschen leben und wohnen nun unter der Erde.

Nova kennt nur dieses Leben im HUB (Human Rescue Brig). Die Information, die sie von Marzellus erhält, ist sehr brisant und bringt sie in höchste Gefahr. Und nun werden Nova und ihre Freunde Jakob und Nume dafür zum Tode verurteilt. Mit Marzellus' Hilfe gelingt die Flucht ins Feuerland. Doch hier beginnt der Kampf ums Überleben erst richtig! Denn nicht alles war gelogen.

Meinung:
Um „Nachtsonne“ bin ich ja nun schon eine Weile herum geschlichen. Ich habe sehr viel Gutes von dieser Geschichte gehört. Und doch fehlte da etwas, was mir den letzten Anstoß verpasst hätte. Doch nun war endlich die Zeit gekommen, das Buch zur Hand zu nehmen und mir eine eigene Meinung zu bilden.

Und so fand ich mich anfangs direkt in HUB 1 wieder. Ich erfuhr einiges über den geregelten Tagesablauf, wusste recht schnell, mich zurechtzufinden. Und am allerwichtigsten… Nova, die Protagonistin in diesem Plot, war sofort an meiner Seite. Ihre Gedanken hielt sie vor mir nicht geheim und so ließ sie mich an ihrem Leben teilhaben.

Doch diese eine Information, dieses kleine Quäntchen, das einer vorgespielten Wahrheit in die Quere kommen kann, ließ die Entwicklung in eine wirklich völlig ungeahnte Richtung gehen. Deshalb wurden Nova und ihre Freunde, denen sie diese Information ebenfalls anvertraut hatte, zum Tode verurteilt. Und so könnte die Geschichte an sich schnell zu Ende sein. Marzellus sei Dank, gab es eine Lösung für diesen Konflikt, jedoch standen die Charaktere nun vor einem neuen Problem. Wie können sie, auch wenn nicht alle erhaltenen Informationen über die Erdoberfläche der Wahrheit entsprechen, nun in dieser doch so unwirtlichen Umgebung überleben? Zum Glück taucht genau an dieser Stelle ein Charakter auf, der eine entsprechende Rettung versprechen kann.

Laura Newmans Schreibstil erlebte ich als flüssig und teilweise unbedarft. Ich hatte das Gefühlt, dass die Autorin einfach so „drauf los“ schrieb und das mag ich grundsätzlich auch. Und so wurden den Charakteren auch jede Menge Störungen und Widrigkeiten in den Weg gelegt, die es zu bestehen galt. Für mein Empfinden konnten diese Barrieren jedoch oftmals zu einfach oder mit nicht vorhersehbaren, aber kalkuliertem, Einfluss zu leicht überwunden werden.

Nova ist eine Protagonistin, wie man sie von Beginn an lieben muss. Die Geschichte konnte ich aus ihrer Ich-erzählenden Perspektive in der Gegenwartsform erleben, so dass jeder ihrer Schritte auch meine eigenen waren. Die Gefahren, die sie bestehen muss, sind immens. Wem man trauen kann, steht in den Sternen. Doch Nova lässt sich auf die Situation ein, nichts lässt sie unversucht, um ihr Ziel zu erreichen. Hierfür begibt sie sich in gefährliche Situationen und würde sogar ihr Leben dafür geben. Denn in ihrem Inneren wächst nun auch eine zarte Pflanze, die sie langsam aber sicher erkennt. Für diese Erkenntnis würde sie alles opfern, dem Ziel alle Planungen unterordnen. Auch wenn sie nicht weiß, ob ihr Opfer das erwartete Ergebnis bringen würde.

Laura Newman offenbart mit „Nachtsonne“ durchaus neue Ideen und Ansätze. Die Spannungsbögen waren definitiv so gesetzt, dass ich mich nur ungern von dem Buch lösen wollte. Kleinere Stolpersteine bis hin zu wirklich nur Ansätzen von Längen konnten mir die Lust an dieser wirklich guten Idee nicht verderben. So flogen die Seiten irgendwann nur noch so daher und ich genoss diese wirklich potentialträchtige Geschichte. Mit „Nachtsonne“ ist Laura Newman ein wirklich guter Einstieg in ihre Reihe gelungen.

Das Ende der Geschichte gestaltet die Autorin nach einem aufkeimenden Showdown sehr beruhigend und weckt definitiv die Neugier auf die weitere Entwicklung in einem Folgeband.

Urteil:
„Nachtsonne“ bringt ein riesiges Potential für eine spannende Reihe mit sich. Gut interagierende Charaktere mit interessanten Handlungsansätzen gespickt mit immer wieder aufflackernden Spannungskurven ließen mich die Erlebnisse im Feuerland so genießen, dass ich eindeutige 4 Bücher vergebe.

Für alle, die vorgespielten Realitäten nicht vertrauen, ihre Ängste in den Hintergrund rücken können und vor allem selbst gesteckten Zielen unwiderruflich folgen.

Die Reihe:
1. Nachtsonne – Flucht ins Feuerland
2. Nachtsonne – Der Weg des Widerstands
3. Nachtsonne – Im Zeichen der Zukunft

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Lilien und Luftschlösser: Verliebt in Serie - Folge 2
Lilien und Luftschlösser: Verliebt in Serie - Folge 2
von Sonja Kaiblinger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

4.0 von 5 Sternen wieder ein großes Lesevergnügen, 5. Juli 2015
Meinung:
Nachdem mich der erste Band von „Verliebt in Serie“ gut unterhalten konnte, war ich nach DEM Cliffhanger natürlich neugierig, wie es in der Serie weitergeht und musste zur Fortsetzung greifen.

Band 2 startet sogar mit einem Cliffhanger – der Definition eines solchen. Denn eine Serie wie „Ashworth Park“ lebt nunmal davon. Das bringt nur leider alles nichts, so etwas zu wissen, denn plötzlich sitzt Julian, seinerseits Darsteller der schlechtesten Serie der Welt, mitten in New York neben Protagonistin Abby. Verletzt, patschnass und vorerst ohnmächtig.
Die Gesetze der Serie haben sich verändert. Und das erkennt Abby auch in der Serie, als sie plötzlich ein Bild von Tante Gladys und einem Mann vor dem Eiffelturm findet. Ein Bild, das es gar nicht geben dürfte, weil die Darsteller die Insel nicht verlassen können…

Sofort ist man wieder mittendrin in Sonja Kaiblingers Welt der Serie „Ashworth Park“ und der damit verbundenen Serienklischees. Abby hat sich daran gewöhnt, dass sie pünktlich zur Titelmelodie in die Serie gebeamt wird, wo neue Intrigen und Geheimnisse locken. Zumindest immer bis zum nächsten Cliffhanger und dem Ende der Folge.

Nach wie vor versucht sie, den Fluch, der sie in diese Serie zieht, zu lösen. Nachdem ihr Plan nicht funktioniert hat, sucht sie nach weiteren Lösungen und trifft auf wirklich unglaubliche Neuigkeiten…

Sonja Kaiblingers Schreibstil ist gewohnt locker und leicht, die Dialoge humorvoll. Wenn die Ich-Perspektive der Protagonistin Abby nicht ausreicht, greift das Drehbuch ein und vermittelt einen weiteren Einblick in andere Charaktere. Das fand ich ausgesprochen gut gelöst.

Die Reihe lebt von ihrer lockeren Art und nicht durch Spannung. Auch wenn noch so viel von Cliffhangern geredet wird, sind es nur typische klischeehafte Entwicklungen der Serie, nicht wirkliche Spannungsbrüche, die einen das Buch nicht aus der Hand legen lassen. Das tut dem Spaß am Buch aber keinen Abbruch. Es ist pure Unterhaltung, und genau das habe ich erwartet. Auch konnte mich Sonja Kaiblinger ein ums andere Mal mit einer Wendung überraschen.

Wenn eine Geschichte schon mit einem Cliffhanger BEGINNT, muss sie ja auch mit einem enden. Aber der war weniger dramatisch als beim letzten Mal. Ich freue mich schon auf den Abschluss der Trilogie.

Urteil:
Der zweite Band der „Verliebt in Serie“-Reihe steht seinem Vorgänger in nichts nach. Lockere Unterhaltung und ein großartiger Humor lassen leicht darüber hinwegsehen, dass die Geschichte trotz etlicher Seriencliffhanger nicht gerade ultraspannend ist. 4 Bücher für „Lilien und Luftschlösser“.

Die Reihe:
1. Rosen und Seifenblasen
2. Lilien und Luftschlösser
3. ?

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Die schönsten Sagen des klassischen Altertums
Die schönsten Sagen des klassischen Altertums
von Gustav Schwab
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,95

5.0 von 5 Sternen Eine absolute Empfehlung und top Preis-/Leistungsverhältnis (Ausgabe Hardcover Loewe 2015), 5. Juli 2015
Inhalt:
Der Titel ist Programm. Von den alten griechischen Sagen über Prometheus, Dädalus und Perseus bis zur Argonautensage mit all ihren Helden wie Herakles, Ödipus, Theseus und Troja.
All diese Abenteuer mit teils göttlichen Eingriffen sind in diesem einen Buch zu finden.

Meinung:
Ich persönlich bin begeistert von den alten Göttersagen über Helden, deren Herausforderungen und die göttlichen Spielchen, die mit ihnen getrieben wurden.

Daher konnte ich mir die Neuauflage von Gustav Schwabs „Die schönsten Sagen des klassischen Altertums“ nicht entgehen lassen.

640 Seiten voller (meist) bekannter Namen, ordentlich strukturiert, hießen mich willkommen. Die Einführung des Autors besteht aus einer kurzen Zusammenfassung der wichtigsten Gottheiten, die in diesen Sagen erwähnt werden – in ihrer griechischen und römischen Ausgabe.

Während man sich durch die ganzen Heldensagen und Mythen liest, kann man sich oftmals mit der eingefügten Karte orientieren und sich so auch geografischen Überblick über die zahlreichen Heldenreisen verschaffen.

Da die Masse an Namen (teils auch dieselben) nicht einfach zu merken ist, wurden den einzelnen Sagen vom Autor oft Zusammenfassungen über den aktuellen Charakter vorangestellt, wenn diese nicht in direktem Zusammenhang mit der vorhergehenden Sage stehen. So ist der Bezug zum großen Ganzen immer hergestellt und man kann nichts aus den Augen verlieren.

Der Erzählstil des 150-Jahre-alten Werks wurde von Burkhard Heiland aufgefrischt und so entstanden flüssig zu lesende Geschichten, die tiefgründiges Wissen über die alten Gottheiten und Helden vermitteln.

Urteil:
Wer neugierig ist, wo so manche Handlung von aktuellen (Jugend-)Büchern ihren Ursprung hat, oder schon immer mehr über die alten Götter erfahren wollte, sollte unbedingt zu diesem Buch greifen. Bei dem fantastischen Preis-/Leistungsverhältnis darf es auch gerne im Bücherregal stehen, damit man jederzeit nachschlagen kann.
Verdiente 5 Bücher für diese gelungene Zusammenstellung der griechischen Sagen.

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Die Seiten der Welt: Nachtland
Die Seiten der Welt: Nachtland
von Kai Meyer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen erneut ein Feuerwerk der Bibliophilie, 28. Juni 2015
Inhalt:
Nach der Flucht in die Residenz der Familie Fairfax sind die Rebellen nicht untätig gewesen. Sie suchen nach dem Weg in das Allerheiligste der Bibliomantik, dem Refugium, von wo aus die drei Häuser die adamantische Akademie führen. Den Weg in das Sanktuarium.

Doch das vermeintliche Versteck entpuppt sich als Falle, um Isis Nimmernis aufzuspüren. Mit einem Mal stellen sich alle bis auf Furia gegen die Siebenstern-Exlibri, das lebende Buch.
Isis selbst erfährt von Gefahren, die die bibliomantische Welt bedrohen, und nur über einen sehr gefährlichen Weg aufgehalten werden können.

Meinung:
„Die Seiten der Welt“ waren bereits ein Epos über die Welt der Bücher, ein Muss im Regal bibliophiler Menschen, zu denen wir uns vermutlich alle zählen. Natürlich musste ich trotz kleiner Kritikpunkte auch zur Fortsetzung greifen.

Schon mit dem Einstieg hielt mich Kai Meyer sofort wieder in seiner Welt der Bücher gefangen. Der lang geplante Einbruch im Machtzentrum des Ganovenchefs Marduk soll endlich stattfinden. Doch nichts entwickelt sich wie geplant. Denn durch Severins Eingriff hat sich die Welt der Bibliomantik verändert. Isis Nimmernis ehemaliger Agenten-Kollege stellt ihr eine Falle und zwingt sie, mit sich zu kommen.

Während die Exlibris und auch Furias andere Freunde Isis für eine Verräterin halten, flieht diese vor ihrem Entführer. Geschwächt fällt sie der schlimmsten Droge überhaupt anheim: Der Lesesucht, die schon so viele zum Tode geführt hat. Doch Isis wird kämpfen. Den neuen Gefahren, die der bibliomantischen Welt drohen, kann sie nur mit ihrem Suchtmittel entgegentreten. Ohne sie als Kämpferin wäre die Welt vielleicht verloren.

Kai Meyer verleiht seiner buchigen Welt noch mehr Tiefe. Die Bedrohungen treffen von allen Seiten auf die Rebellengruppe rund um Furia ein. Neue Geheimnisse werden offenbart und Intrigen aufgedeckt, die schon vor langer Zeit begonnen hatte.

Was mir im ersten Band bereits aufgefallen war, wird in der Fortsetzung auf die Spitze getrieben: Ich bin kein Freund von vielen Beschreibungen. Natürlich sind sie in dieser speziellen Welt vonnöten, um die Zusammenhänge und Begrifflichkeiten zu erklären. Die Welt der Bibliomantik ist nicht gerade einfach gestrickt.
Dennoch fühlte ich mich den Großteil des Buches nur durch solche wortgewaltigen Bilder geführt, anstelle der Handlung zu folgen. Hier ein wundervolles Detail der Welt, dort ein weiteres, doch leider ging es nicht voran. Hatte ich anfangs noch geglaubt zu wissen, wohin mich die Handlung führen würde (mit wohin meine ich an welchen Ort), so wurde mir irgendwann klar, dass es nicht mehr in diesem Band geschehen würde. Es entstanden so zahlreiche Längen, die zwar nett „anzuschauen“ waren und sicher etliche Liebhaber finden werden, mich jedoch nicht in dem Maße mitreißen konnten, wie ich es mir erhofft habe. Für meinen Geschmack passierte zu wenig.

Die Beschreibungen der Welt und die neuen Details, die der Autor dieser zufügte, dominierten die Geschichte und die Handlung schritt so langsam voran, dass die Bedrohung beinahe in den Bildern unterging, die mir Kai Meyer ins Kopfkino zauberte. Ebenso waren mir die Charaktere noch ferner wie im ersten Band, sodass mich selbst das Ende so manchen Charakters eigentlich kaum getroffen hat. In den letzten Kapiteln habe ich aber etwas entdeckt, auf das ich mich im dritten Band schon freue – denn ich glaube, die Liebe kann einfach nicht vor jedem Charakter Halt machen.

Urteil:
„Nachtland“ ist erneut ein Feuerwerk der Bibliophilie. Zahlreiche neue Ideen vertiefen die bereits erschaffene Kulisse zwischen den „Seiten der Welt“. Leider überwogen die gefühlten Längen aufgrund zahlreicher wortgewaltiger Beschreibungen und die Handlung versank beinahe darin. Nun hoffe ich auf ein fulminantes Finale und vergebe an dieser Stelle wirklich sehr sehr knappe 4 Bücher.

Die Reihe:
1. Die Seiten der Welt
2. Die Seiten der Welt – Nachtland
3. Die Seiten der Welt 3

©hisandherbooks.de


Blackhearts: Roman
Blackhearts: Roman
von Chuck Wendig
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,00

4.0 von 5 Sternen hoher Spannungslevel und menschliche Abgründe, 28. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Blackhearts: Roman (Taschenbuch)
Zitate:
„Es ist schon so lange her. Ihre Hände kribbeln förmlich.
Früher hasste sie ihren Fluch.
Das tut sie immer noch. Aber das ändert nichts an ihrem Verlangen.“
(S.13)

„Ich bin eine Giftpille. Ich bin ein Anti-Smiley-Aufkleber, wie die auf den Giftflaschen. Ich bin nicht gut für Menschen.“
(S.131)

Inhalt:
Eine gewisse Normalität ist in Miriams Leben eingekehrt. Nur kann sie sich damit nicht wirklich anfreunden. Miriam fühlt sich eingeengt und versucht, diesem Leben zu entfliehen.

Und so landet sie plötzlich für einen Auftrag an der Caldecott-Mädchenschule. Eine Lehrerin bietet ihr Geld, damit Miriam ihre Gabe bei ihr einsetzt. Doch dabei bleibt es nicht!

Miriam berührt eine der Schülerinnen und sieht einen grausamen Ritualmord, dem das Mädchen zum Opfer fallen wird. Weitere Morde werden folgen. Und es bleibt nicht mehr viel Zeit. Kann Miriam das Schicksal ein weiteres Mal überlisten und die Morde verhindern?

Meinung:
Erst vor kurzem habe ich den ersten Teil dieser Reihe „Blackbirds“ gelesen und fand das Setting insgesamt recht gut und interessant. Da ich den Folgeband „Blackhearts“ bereits im Regal stehen hatte und natürlich neugierig auf das weitere Geschehen rund um Miriam Black geworden bin, musste ich nun gleich zugreifen und mich wieder in diese Geschichte stürzen.

Auf den ersten Seiten hatte ich es dann mit einer Miriam zu tun, die versuchte, sich anzupassen und in einem normalen Leben zurechtzufinden. Doch dieses Leben entspricht nicht ihrem Wesen und natürlich gerät sie immer wieder in Schwierigkeiten. Louis ist nun ein Teil ihres Lebens, doch für eine Beziehung hat es nicht gereicht. Das hält sie jedoch nicht davon ab, auch weiterhin gewisse Extras gemeinsam zu genießen. Und als Trucker ist Louis auch sehr unregelmäßig zu Hause, so dass die beiden so unterschiedlichen Charaktere wenige Chancen zum Streiten bekommen.

Und so kommt es, wie es kommen muss. Miriam will ausbrechen aus dieser Welt. Ihr innerstes Wesen verbietet es ihr ganz einfach, sich irgendwo anpassen zu wollen. Miriam flieht vor dieser Situation, sie kann nicht bleiben. Miriam weiß, dass sie Louis damit wehtun wird, aber das nimmt sie in Kauf. Doch sie hat nicht mit Louis' Reaktion gerechnet. Denn nur kurze Zeit später findet er sie. Und bringt sie direkt in die Caldecott-Mädchenschule zu einem Auftrag.

Miriam hat auch in dieser Fortsetzung nichts von ihrem bissigen Sarkasmus verloren. Gerade mit ihrer Ausdrucksweise, die man in der Rubrik Kneipenjargon einordnen könnte, läuft sie immer wieder Gefahr, Menschen verbal zu verletzen. Doch genau damit baut sie auch eine Mauer um sich herum, will eigentlich niemanden an sich herankommen lassen. Einerseits ist das insofern ja auch verständlich, weil sie immerhin bei jeder noch so kleinen Berührung erfährt, wie und wann Menschen sterben werden. Diese Gabe kann Segen und Fluch zugleich sein. Damit jedoch umgehen zu können, verlangt einem alles ab, bringt Grenzerfahrungen mit sich.

Manchmal lässt Miriam nun ihre Maske fallen, lässt hinter die aufgebaute Fassade schauen und eröffnete mir so Einblicke in ihr wahres Ich. Bei all ihren Erlebnissen in der Vergangenheit war ihre Entwicklung für mich dann auch zum Großteil verständlich und nachvollziehbar. Und doch fällt es ihr nach wie vor schwer, sich auf andere Menschen einzulassen. Dieser Charakter entwickelt sich aus meiner Sicht fortlaufend und gewinnt wirklich Tiefe.

Auch in „Blackhearts“ erlebte ich die Geschichte in Gegenwartsform aus Miriams Sicht in dritter Person. Die vorhandenen Dialoge haben nichts von ihrem Biss verloren und so bewegte ich mich beim Lesen oftmals an der Grenze des verbal Erlaubten und Zumutbaren. Nichtsdestotrotz führte die Atmosphäre, ein Mix depressiver Züge gemischt mit scharfem Sarkasmus, zu einer eher faszinierenden Anziehung, der auch ich nicht entfliehen konnte.

Chuck Wendig setzt in diesem zweiten Band auf einen höheren Fantasy-Anteil, der dem Ganzen im Endeffekt noch einen Hauch mehr an Geheimnis und Düsternis verleiht. Seine Idee hat der Autor wirklich gut umgesetzt und präsentierte einen spannenden Handlungsfaden. Zum Ende hin fand ich die Geschehnisse teilweise allerdings schon etwas überspannt, der Spannungsbogen fühlte sich irgendwann etwas überdehnt an. Chuck Wendig konnte mich dennoch weiterhin an seine Geschichte binden und neugierig auf den Ausgang machen. Einige Schockmomente durften natürlich nicht fehlen und so bekam ich doch das eine oder andere Mal eine kalte Gänsehaut.

Nachdem ich spannende Lesestunden mit teilweiser Gänsehaut genossen hatten, führte der Autor diese Geschichte zu einem Ende, das aus meiner Sicht folgerichtig genau so sein musste. Zufrieden kann ich mich nun deshalb erstmal von Miriam verabschieden und das Buch ins Regal stellen.

Urteil:
„Blackhearts“ zog mich mit einer Mischung aus düsterer Atmosphäre und fragwürdig gesellschaftsfähigen Verbalattacken zusammen mit einem oftmals hohen Spannungslevel tief in die Geschichte und ließ mich menschliche Abgründe erleben. Für diese mit kleinen Einschränkungen spannende Geschichte vergebe ich deshalb 4 Bücher.

Für alle, die immer die Nerven behalten, sich auf nicht alltägliche Protagonisten einlassen können und brutaler Gewalt widerstehen.

Die Reihe:
1. Blackbirds
2. Blackhearts

©hisandherbooks.de


Quentin Qualle - Halligalli bei Zirkus Koralli: Mit Lieder-CD
Quentin Qualle - Halligalli bei Zirkus Koralli: Mit Lieder-CD
von Jens Carstens
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

4.0 von 5 Sternen auch nach Band 3 eine empfehlenswerte Reihe mit Tiefgang, 28. Juni 2015
Inhalt:
Der große Zirkus Koralli ist in der Gegend und Quentin und seine Familie und Freunde freuen sich schon auf die Vorstellung ' vor allem auf den Auftritt des Clownfisches Cleo. Doch als Quentin und Gabi Garnele vorab beim Zirkus vorbeischauen, hat der Zirkusdirektor Waldemar Wal eine schlechte Neuigkeit: Clownfisch Cleo ist verschwunden.

Quentin und Gabi machen sich auf die Suche nach ihm und finden heraus, dass Cleo von den griesgrämigen Seewölfen zur Unterhaltung festgehalten wird.

Während die große Vorstellung auszufallen droht, überwinden Quentin und Gabi ihre Angst vor den Seewölfen und machen ihnen klar, dass es nicht gerade anständig ist, jemanden gegen seinen Willen festzuhalten und etwas zu verlangen, das derjenige nicht möchte. So überzeugen sie die Seewölfe und pünktlich zur Vorstellung schafft es Cleo und ist besser wie nie zuvor.

Meinung:
Meine Kinder (und auch ich) konnten das nächste Abenteuer von 'Quentin Qualle' kaum erwarten und mussten natürlich sofort zugreifen und in die Unterwasserwelt der kleinen Qualle eintauchen.

Wir mochten die beiden ersten Abenteuer von Quentin Qualle sehr gern. Die geschaffene Welt ist nicht nur durch die wunderschönen Illustrationen jederzeit einen Besuch für die Kleinsten wert. Zahlreiche Umformulierungen bekannter Begriffe prägten die beiden ersten Bände und sorgten auch bei mir als Vorleserin stets für ein Schmunzeln. Wenn meinem Sohn die Wortähnlichkeit zu den Begriffen aus unserer Welt nicht sofort auffiel, habe ich sie ihm erklärt. Bücher können ja mehr sein als nur Vorlesestoff.
Leider war genau dieser Punkt im dritten Abenteuer von 'Quentin Qualle' nicht mehr vorhanden, was ich etwas schade fand, denn war es doch etwas, das diese Reihe besonders machte.

Natürlich ist die Geschichte für sich wirklich toll zum Vorlesen und auch zum Zuhören, die von Julia Ginsbach gefertigten Illustrationen laden zum Ausgiebigen entdecken ein und auch eine Botschaft wird erneut transportiert: Gemeinsam lachen macht einfach mehr Spaß.
Doch auch diese Botschaft wirkte meiner Meinung nach schon fast zu gewollt und 'mit dem erhobenen Zeigefinger', was auch die Kinder schnell als solche verstehen und sich verschließen.

Die beigelegte CD kann jedoch mit altbekanntem Charme aufwarten und rundet die Geschichte wieder einmal perfekt ab.

Urteil:
Für uns reichte 'Quentin Qualle - Halligalli bei Zirkus Koralli' nicht an seine Vorgänger heran, da einer der herausstechendsten Faktoren der Reihe in diesem Band fehlte. Nichtsdestotrotz bleibt 'Quentin Qualle' eine empfehlenswerte Reihe mit Tiefgang und musikalischer Untermalung mit Ohrwurm-Garantie. Das macht in Summe 4 Spielsachen für Quentin und Co. Wir freuen uns auf das nächste Abenteuer.

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Wenn ich groß bin, werde ich Fledermaus
Wenn ich groß bin, werde ich Fledermaus
von Steve Smallman
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

5.0 von 5 Sternen eine tiefgründige Aussage kindgerecht verpackt und liebevoll illustriert, 28. Juni 2015
Inhalt:
Das Buch erzählt die Geschichte von Flip, dem kleinen Mäuserich, der eine Fledermaus am Himmel sieht und – trotz der Einwände seiner Mutter – beschließt, eine Fledermaus zu werden.
Er bastelt sich Flügel aus Pappkarton, versucht sich an ersten Flugübungen – und scheitert. Doch er legt das Fluggeschirr nicht ab, selbst wenn er damit nicht wirklich schlafen kann (weshalb laut Mama Fledermäuse kopfüber schlafen, was Flip dann auch versucht).
Am nächsten Tag hört er erneut das Geräusch der Fledermaus und folgt ihm in eine dunkle gruselige Höhle – wo er sein persönliches Vorbild auch findet und die echte Fledermaus von seinem Dasein als zukünftige Fledermaus überzeugen will.
Doch als die echte Fledermaus ihm erzählt, was sie denn so isst, ist es für Flip vorbei. Denn eigentlich will er nicht in einer dunklen Höhle wohnen und schon gar keine Motten fressen. Er will nur fliegen. Und diesen Wunsch erfüllt ihm die Fledermaus.

Meinung:
Schon beim ersten Sichten habe ich mich in Cover und Titel von „Wenn ich groß bin, werde ich Fledermaus“ verliebt. Und meinen Kindern ging es nicht anders.

Die wundervoll illustrierte Geschichte zeigt selbst den kleinsten Mitlesern schon auf, wie konsequent man Ziele verfolgen kann – trotz oftmaligem Scheitern. Sie zeigt jedoch auch, dass manche Wünsche und Träume gar nicht wirklich die sind, die man zuerst denkt. Aufgrund der Dialoge, Flips Mimik in den Bildern und den zum Schmunzeln anregenden Fehlversuchen identifiziert sich der kleine Mitleser schnell mit Flip - und versteht daher auch gut, dass Flip eigentlich keine Fledermaus sein wollte (was man zuerst dachte), sondern nur fliegen wollte (ein kleiner Teil des großen Ganzen). Daher bietet die Geschichte eine wundervolle Steilvorlage, um über die eigenen Wünsche des Kindes zu sprechen – oder die weiteren von Flip, der am Ende der Geschichte einen Maulwurf sieht und ihn für eine „grabende Maus“ hält…

Wie bereits erwähnt, waren wir begeistert von den Illustrationen, die bis hin zu kleinen Details absolut liebevoll gestaltet sind und mehr als nur für die reine Lesezeit zum Verweilen und Entdecken einladen.

Für all diejenigen, die (noch) nicht sicher sind, wie sie Vorlesegeschichten nach dem Lesen angehen können, besitzt das Buch noch einige Tipps für die Kommunikation mit dem jungen Mitleser, die ich sehr gelungen finde.

Urteil:
Bei uns sorgte „Wenn ich groß bin, werde ich Fledermaus“ für eine gelungene Lesezeit. Die tiefgründige Aussage des Buches wurde in kindgerechten Texten und auf liebevoll illustrierte Weise transportiert und bietet eine sehr gute Vorlage für Gesprächsstoff. Für diese Kombination gibt es eindeutig 5 Spielsachen.

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Archie Greene und die Bibliothek der Magie
Archie Greene und die Bibliothek der Magie
von D. D. Everest
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

5.0 von 5 Sternen eine liebevoll und detailreich gestaltete Welt der Magie, 28. Juni 2015
Inhalt:
Archie Greene ist ziemlich verwundert, als ein Mann ihm an seinem zwölften Geburtstag ein Paket überreicht. Ein Paket, das 400 Jahre auf seine Auslieferung gewartet hat.
Doch noch verwunderter ist er, dass es sich beim Inhalt des Pakets um ein altes Buch mit Siegel handelt, das seufzt, als Archie es öffnet.

Archie muss das Buch nach Oxford bringen, wo auch der ihm bisher unbekannte Teil seiner Familie lebt - und wo er erfährt, dass es wirklich Magie in der Welt gibt. Die Flammenhüter beschützen die magischen Bücher und ihren Inhalt, der durchaus gefährlich sein kann. Und plötzlich ist auch Archie Teil dieser Welt und Lehrling in der magischen Bibliothek.

Meinung:
Allein durch den Titel wurde ich wie magisch von dem Buch angezogen. Der Klappentext machte mich dann so neugierig, dass es für mich kein Halten mehr gab.

Doch es ist schwer, das Gesamtbild eines Buches zusammenzufassen, das aus so vielen kleinen besonderen Teilchen besteht.

Gleich zu Beginn des Buches fand ich eine kurze Übersicht über die verschiedenen Arten von Magie, die drei Buchkünste und die Lehre von den fünf magischen Tabus, ehe ich in eine vorerst verwirrende Szene von "Niemands" Geburtstagsparty stolperte.

Wer denn Geburtstag hatte, erfuhr ich erst später, als ein Mann der Kanzlei Folly & Catchpole ein Paket zustellen soll, das seit 400 Jahren auf seine Auslieferung wartet. Der Adressat ist Archie Green, der an jenem Tag seinen 12. Geburtstag feiert und kurz darauf in einer ihm bisher unbekannten Welt voller Magie landet.

Und diese Welt hat es wirklich in sich. D.D. Everest hat ein Feuerwerk der Magie erschaffen, gebündelt in der Welt der Bücher.
Basierend auf einigen historischen Ereignissen (die zerstörte Bibliothek von Alexandria, der Großbrand in London) spinnt der Autor eine eigene Welt der Magie, die rund um die Bücher existiert. Es gibt zahlreiche Arten von Zauberbüchern, von denen es mir einige sehr angetan haben. Haltet euch von Sammelbänden fern, denn wer ein solches aufschlägt, wird in das Buch hineingesogen. Oder die Aufplopper, aus denen etwas aus dem Buch springt, sobald man es öffnet (und es ist nicht immer einfach, dieses etwas - ob Mensch, Tier, Fabelwesen oder noch schlimmeres einzufangen).

Insgesamt war die Geschichte so voller Details, die Welt so liebevoll gestaltet, dass man allein schon deshalb zwischen den Seiten hängen bleibt und zusammen mit dem neuen Lehrling Archie Greene alles über die Magie aufsaugt, ohne Langeweile zu verspüren.
Doch natürlich legt der Autor seinem Protagonisten einige Hürden in den Weg. Vor allem Rätsel, die es zu ergründen gibt. Wer hat Archie das Buch vor 400 Jahren geschickt und warum? Was sagt das seltsame Gedicht aus, das mitgeliefert wurde?
Archie dringt immer weiter in die Welt der magischen Bücher und ihre Geschichte ein, während rund um die Bibliothek immer mehr schreckliche Dinge geschehen.

Der Schreibstil ist der Zielgruppe entsprechend einfach gehalten und wirkt dennoch wie aus einer anderen Zeit. Eine dritte Person schildert die Geschichte überwiegend aus Archies Sicht, gibt jedoch auch kleine Einblicke in andere Köpfe. So bleibt der Leser stets am Geschehen, auch wenn die Charaktere teils nicht ganz so nah sind, wie es in Büchern dieser Zielgruppe häufig der Fall ist. Dennoch gehe ich davon aus, dass sie mit Archie mitfiebern werden, wie auch ich es getan habe und seinen Kampf gegen die dunkle Magie unterstützen.

Die Spannung steigt konsequent, die Bedrohung durch alle möglichen magischen Wesen ist stets präsent und niemand weiß, wer der wirkliche Feind ist, bis sich kurz vor dem Ende alles erklärt und ein gelungener Showdown zu einem befriedigenden Ausklang führt.

Ich freue mich schon auf das nächste Abenteuer von "Archie Greene".

Urteil:
"Archie Greene und die Bibliothek der Magie" bietet eine so liebevoll und detailreich gestaltete Welt der Magie, die für sich allein schon fantastische Lesestunden bieten würde. Eine Flut an Rätseln, die Suche nach dem wirklichen Gegner und die stetig ansteigende Spannung geben mir keine andere Möglichkeit, als volle 5 Bücher zu vergeben.

Die Reihe:
1. Archie Greene und die Bibliothek der Magie
2. ?

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Das Licht von Aurora: Band 1
Das Licht von Aurora: Band 1
von Anna Jarzab
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

5.0 von 5 Sternen definitiv NICHT wie Selection, 28. Juni 2015
Inhalt:
Sasha kann es kaum fassen, als der beliebteste Junge der Schule, Grant Davis, sie in der Buchhandlung anspricht. Erst recht kann sie es nicht glauben, dass er sie besser kennenlernen will und sie – sie! – kurzerhand zum Schulball einlädt. Von so etwas konnte Sasha bisher nur träumen.

Etwas anderes als die Träume über diese Prinzessin Juliana, die in einem Schloss wohnt, über dem unentwegt Polarlichter schimmern und alles in ein seltsames Licht tauchen. Träume, die sie schon ihr ganzes Leben lang hatte.

Der Schulball ist ein voller Erfolg, Sasha und Grant kommen sich näher, bis Sashas Welt völlig durcheinandergerät, als sie in einem düsteren Keller zu sich kommt.

Derjenige, der sich als Grant Davis ausgegeben hat, heißt in Wahrheit Thomas und gehört zum KED, dem königlichen Elitedienst des Vereinigten Staatenbunds von Columbia. Sasha ist nicht länger in ihrer Dimension, sondern wurde entführt, um die verschwundene Prinzessin Juliana zu ersetzen, von deren Auftritt in den nächsten Tagen der Frieden des Vereinigten Staatenbundes abhängt.

Meinung:
Das wieder einmal wundervolle Cover hatte vom ersten Moment an meine Blicke auf sich gezogen (auch wenn ich das Kleid erst entdeckt hatte, als ich das Buch in der Hand hielt). Der Internettext hatte mich neugierig gemacht. Einzig allein der Vergleich mit „Selection“ hat mich etwas gestört und ich haderte mit mir, ob ich eine weitere „America“ erdulden könnte. Glücklicherweise konnten mich Sasha und ihre Geschichte weit mehr überzeugen.

Schon die ersten Seiten zeigen das Verschwinden von Juliana. Ihre Perspektive (in dritter Person erzählt) ist in einer serifenlosen Schrift gedruckt und kann so auch im späteren Verlauf jederzeit gut unterschieden werden.
Gleich darauf lernte ich Thomas kennen, von dem sofort klar ist, dass er nicht von unserer Welt kommt. Er redet über Dimensionen, über Analoge (den gleich aussehenden Personen in einer jeder Dimension) und schickt seinen eigenen Analog nach Aurora, um dessen Platz in unserer Welt einzunehmen.

Warum er dies tut wird im ersten Kapitel von Protagonistin Sasha (die eigentlich Alexandra heißt, was ich persönlich irgendwie irritierend fand) deutlich. Thomas ist an die Stelle von Grant getreten, dem beliebtesten Jungen an der Schule, schleicht sich so in Sashas Leben ein und nimmt sie sogar mit zum Abschlussball. Ein Abschlussball ist es wirklich, denn gleich darauf findet sich die Ich-erzählende Sasha in einem Keller wieder und wird mit wilden Tatsachen konfrontiert. Nachdem sie sich gesträubt hat und entkommen konnte, sieht sie ein, dass sie in dieser Dimension nicht frei herumlaufen kann. Denn hier – in Aurora – hält sie jeder für Prinzessin Juliana, die zukünftige Königin.
Sasha geht einen Handel ein, der sie hoffentlich wieder nach Hause führen wird, tritt an die Stelle der echten Prinzessin und lernt die Schattenseiten ihres Lebens kennen – und bald schon ihren Verlobten Callum.

Erst im Laufe der Zeit zeigten sich ein paar kleinere Parallelen zum genannten „Selection“. Die Intrigen am Königshof (aber die sind in wirklich jeder Geschichte, die an Königshöfen spielt, denke ich, ebenso wie die Schattenseiten der glamourösen Welt), aber vor allem die potentiellen zwei Love-Interests. Thomas hat das Leben seines Analogs Grant übernommen, weil dieser Sasha schon mit seinem guten Aussehen zum Herzklopfen bringen konnte. Callum, der Prinz des verfeindeten Staates Farnham, gleicht einem Teenie-Star auf der Erde bis aufs Haar und ist Sasha alles andere als abgeneigt. Doch Sashas Gefühle sind eindeutig und sie hängt nicht in einem Liebesdreieck herum.

Was ich an Selection mit am meisten kritisiert habe (dass man von Rebellion und Co. kaum etwas mitbekommt und lediglich Americas Gefühlschaos und der Zickenkrieg thematisiert wird), trifft für „Das Licht von Aurora“ nicht zu. Gezickt wird lediglich mit der Regentin, Julianas Stiefmutter, da Sasha ihre Rolle schließlich gut spielen soll.

Auch führt die Autorin weitere Elemente ein, die es aufzuklären gibt. Wo steckt Juliana? Und was ist in dieser Dimension mit dem echten Grant passiert? So konnte mich Anna Jarzab durchweg bei der Stange halten und es wurde nie langweilig.

Der Schreibstil ist der jungen Protagonistin angepasst, leicht zu lesen und ab und an zeigt Sashas sogar einen Ansatz von Sarkasmus.

Stück für Stück wird das Rätsel um die Verbindung der Dimensionen etwas entschlüsselt und mit „wissenschaftlichen“ Thesen untermauert - was sich jetzt schlimmer anhört, als es ist (ich wollte nur den Unterschied zu „Selection“ noch einmal aufzeigen).

Der Einstieg und der Übergang nach Aurora waren kleine Spannungsmomente, die jedoch schnell wieder abflauten. Den Lesesog hielt die Autorin mit anderen Elementen aufrecht. Sie streute kleine Details ein, die Rätsel aufgeben, hielt mich mit dem Wissen um diese Analog-Welt von Aurora und weitere Elemente ihres Weltenentwurfs bei Laune, so dass mir nie langweilig wurde. Dennoch stieg die Spannung im Laufe der Geschichte und steuerte auf das unweigerliche Ende zu – zumindest das Ende dieses ersten Bands. Ich hoffe, ich kann schon bald wieder nach Aurora zurückkehren, um die anderen Geheimnisse zu entschlüsseln.

Urteil:
„Das Licht von Aurora“ hat nur sehr wenig mit dem verglichenen „Selection“ gemeinsam. Ich mochte die starke Protagonistin Sasha, mochte selbst die sich anbahnende Dreiecksgeschichte und die wissenschaftlichen Thesen bezüglich der interdimensionalen Reisen. Gemischt mit dem einfachen Schreibstil und der ständig ansteigenden Spannung belohne ich „Das Licht von Aurora“ mit ganz knappen 5 Büchern.

Die Reihe:
1. Das Licht von Aurora
2. Originaltitel: Tether (Many-Worlds #2)
3. ? (Many-Worlds #3)

©hisandherbooks.de


Ghostfighter & Co. (1). Das Geheimnis von Gorrum
Ghostfighter & Co. (1). Das Geheimnis von Gorrum
von Christian Gailus
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen eine unterhaltsame und spannende Geisterjägergeschichte, 14. Juni 2015
Inhalt:
Anton, Benno und Charlie sind Geisterjäger und stehen dazu, auch wenn sie dafür oft belächelt werden. Kaum in ihr neues Hauptquartier gezogen, bekommen sie auch schon den ersten Auftrag. Und der hat es in sich. Ein ganz besonderer Geist sorgt für Aufruhr.

Meinung:
Der Autor Christian Gailus wirft seinen jungen Leser direkt ins Geschehen. Ohne großartig die Entwicklung der Ghostfighter zu erwähnen, ist es gegeben, dass Anton, Benno und Charlie Geisterjäger sind und auch schon bald ihren ersten Auftrag bekommen.

Bei Frau Kraft treibt ein Geist sein Unwesen und verwüstet die Wohnung. Je mehr die Ghostfighter nachforschen, umso interessanter wird das Leben von Frau Kraft – und dass der Geist etwas sucht, das gefährlich für wirklich alle sein kann.

Mit vielen kurzen Kapiteln und einer einfachen Sprache führt der Autor den jungen Leser immer tiefer in die Geschichte ein. Neben der Sicht der Teammitglieder gibt er uns auch immer wieder Einblicke in die gegnerische Seite und hält somit die Spannung auf hohem Niveau. Die Kapitel enden oftmals mit Cliffhangern, die ein zur-Seite-legen nahezu unmöglich machen.

Kritikpunkte gibt es dennoch. Ich finde, vor allem für die Zielgruppe sind es anfangs doch viele dahingeworfene Begriffe, die den Lesefluss stören könnten. Auch waren mir persönlich die Charaktere zu fern und oberflächlich für die jungen Leser, die sich doch gewissermaßen mit ihren Helden identifizieren sollten.

Zahlreiche Illustrationen begleiten die Geschichte und hervorgehobene/gezeichnete Begriffe lockern den Text auf, ehe es zu einem dem Alter entsprechenden Ende kommt. Die Fortsetzung steht schon in den Startlöchern – den dank ihres Erfolges gibt es schon den nächsten Auftrag.

Urteil:
„Ghostfighter – Das Geheimnis von Gorrum“ ist eine unterhaltsame und spannende Geisterjägergeschichte mit kleinen Mängeln. Dafür vergeben wir 4 Spielsachen.

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