ARRAY(0xa7610570)
 
Profil für GuterLeser > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von GuterLeser
Top-Rezensenten Rang: 476.841
Hilfreiche Bewertungen: 42

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
GuterLeser "GULE"

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Joseph und seine Brüder
Joseph und seine Brüder
von Thomas Mann
  Audio CD
Preis: EUR 130,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Hörvergnügen - mit Tiefgang, 13. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Joseph und seine Brüder (Audio CD)
Das Werk von Thomas Mann, die vier Josephsromane, sind für sich genommen schon ein Meisterstück. Die Krönung und ihren eigentlichen Ritterschlag erhalten sie aber durch die Stimme von Gert Westphal. Wie er es schafft, das ganze Geschehen allein durch seine Sprache in Szene zu setzen, verwundert mich immer wieder aufs Neue. Ich höre die 30 CDs jetzt schon zum wiederholten Male und kann mich nicht satthören. Jede der handelnden Personen wird auf einmalige Weise vom "König der Vorleser" mit einem wiederkehrenden Tonfall belegt und tritt somit in ihrer Eigenart in Erscheinung. Die Geschichten des jungen Joseph, der sich vom Egoisten zum Ernährer wandelt, sind sowohl was die Sprache als auch auf inhaltlicher Ebene fantastisch. Tatsächlich ist Thomas Mann, den ich überhaupt als einen der größten Literaten verehre, mit diesem Werk sein Meisterstück gelungen. Auf die vielfältigsten Ebenen, die in den eigentlich vier Romanen aufgegriffen und durcherzählt werden, kann ich an dieser Stelle nicht einmal im Geringsten eingehen. Aber auch ohne Vorkenntnisse wird jede und jeder sicher durch das Vorlesen auf eine spannende und letztlich lohnende Reise mitgenommen, an deren Ende, wenn auch erst nach 30 CDs und unzähligen Stunden, ein reicher Gewinn wartet: Ein Gang durch die Höhen und Tiefen des Lebens, eine Wanderung durch alles, was das Leben bereithält: Sie handeln von Liebe und Zärtlichkeit, aber auch von Betrug und Verrat; von Missgunst und Neid, aber auch von Freundschaft und Verbundenheit; von Egoismus und Rücksichtslosigkeit, aber auch von Verantwortung und Fürsorge. Nicht selten rührt mich Westphal beim Vorlesen zu Tränen, vor allem bei den Sterbeszenen von Rahel oder auch von Mont-Kaw. Aber auch ein herzliches Lachen kann er mir entlocken, z. B. wenn er die Betrugsszenen von Esau und nur wenig später auch die fast parallel gehaltene Täuschung Jakobs durch seinen Schwiegervater Laban schildert. Viel des Erzählten ist tragisch und betritt Irr- und Wirrwege. Trotzdem schwingt auch immer ein Grundton von Hoffnung mit, einer Hoffnung, die davon getragen wird, dass es mit der "Grube", also dem Grab, nicht zu Ende ist, sondern dass die Festgeschichte noch das zum "Niedersinken gehörige Auferstehen" bereit hält. Alles in allem ist es ein das Herz erhebende Meisterwerk der Erzählung und ein Prachtstück der Dichtkunst. Das Geschriebene hat mit Gert Westphal den geborenen Interpreten gefunden. Beide, Autor und Vorleser, gehen eine seltene, aber eine über alle Maßen geglückte Synthese ein. Wohl dem, der daran teilnehmen darf.


Ein Gott für alle Fälle: Die Grammatik Gottes
Ein Gott für alle Fälle: Die Grammatik Gottes
von Andreas Völker
  Broschiert
Preis: EUR 24,90

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für alle, die Gott suchen, 10. November 2010
Das neue Buch von Andreas Völker ist ein guter Wegweiser für alle, die Gott suchen und ihn im biblischen Gott finden wollen. Schon der Titel ist bereits vielsagend: "Ein Gott für alle Fälle". Ausgangspunkt dabei sind die Wortbedeutungen der Fälle der Grammatik. Zum Beispiel heißt Nominativ übersetzt soviel wie "einen Namen haben". Sehr ansprechend zeigt der Autor auf, dass dies wirklich "ein Fall für Gott ist". Denn dieser stellt sich unter dem Namen Jahwe vor, als einer, der für die Menschen da ist. Immer wieder macht dieser Gott seinen Namen wahr und zeigt, dass er uns sieht, hört und von Herzen her liebt. Die Deutung der Vater-unser-Bitte "Geheiligt werde dein Name", die Völker vorlegt, ist meines Erachtens nach neu und sehr vielsagend. Erst wenn der Mensch zu seinem Recht kommt und als Persönlichkeit gesehen und ernst genommen wird, kommt auch Gott zu seiner Ehre. Was hier vom Autor zur Sprache gebracht wird, durchzieht als zweiter Brennpunkt das ganze Buch. Denn bei jedem Fall, der für Gott aufgeschlüsselt wird, kommt zugleich auch der Mensch in den Blick. Was für den Nominativ gilt, wird entsprechend für die anderen Fälle durchbuchstabiert. Da Völker die lateinischen Fälle zugrunde legt, kommt er auf sechs verschiedene Weisen über Gott und den Menschen zu sprechen. Im Genitiv geht es um die schöpferische Tätigkeit Gottes und die Kreativität des Menschen. Beim Dativ wird eine kleine Gnadenlehre geboten und in einem sehr lesenswerten Kapitel aufgezeigt, wie jeder Mensch von der "Gnade" lebt. Beim Akkusativ wird eine sehr ansprechende Sündenlehre dargestellt. Dabei ist es wohltuend, dass dabei weniger die einzelne Verfehlung des Menschen betrachtet wird. Vielmehr wird tiefgründig das Wesen der Sünde in der Selbstverfehlung des Einzelnen aufgedeckt. Beim Vokativ geht es um den Ruf Gottes und darin um eine originelle Darstellung der Lehre vom Gewissen. Schließlich fasst der Ablativ das Gesagte sehr schön zusammen und rundet es ab. Denn in der "Erlösung" findet alles seinen End- und Zielpunkt. Insgesamt habe ich in diesem Buch auf gut 360 Seiten sehr viel Schönes und Anregendes gefunden. Tatsächlich zeigt das Buch auf, dass der Gott der biblischen Tradition wirklich "ein Gott für alle Fälle" ist. Ein breiter Gang durch theologische Inhalte, ergänzt und bereichert durch zahlreiche Rückgriffe auf literarische Werke und durch wesentliche Einsichten aus unterschiedlichsten Wissensbereiche erwartet den Leser. Vieles ist leicht verständlich und gut lesbar geschrieben. Alles in allem lohnt es, dieses Buch zu lesen.


Existiert Gott?: Antwort auf die Gottesfrage der Neuzeit
Existiert Gott?: Antwort auf die Gottesfrage der Neuzeit
von Hans Küng
  Taschenbuch
Preis: EUR 22,95

7 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer Gott wirklich sucht, wird hier einen Kompass finden, 22. November 2008
Bücher veralten nicht. Dieses Wort gilt in besonderer Weise dem großen Werk des Schweizer Theologen Hans Küng, der in seiner Wahlheimat Tübingen wohnt. 30 Jahre alt ist dieses Buch in diesem Jahr (2008) und es hat nichts von seiner Bedeutung, ja fast möchte ich sagen: von seinem "Glanz" verloren. Wie kaum ein Zweiter hat Küng die Gottesfrage als die zentrale Frage aller Religion bearbeitet und dabei ein unglaublich weites Feld ausgeschritten. Über unzählige Wege des Denkens der Moderne zielt Küng auf das Grund- und Urvertrauen als tiefstem Grund, sich auf Gott einzulassen. Letztlich entscheidet sich in einem zwar nicht mit naturwissenschaftlichen Methoden beweisbarem Vertrauen auf einen Gott als letzte und erste Wirklichkeit, der allem, was existiert einen "Grund" verleiht und "Sinn-voll" macht, die Grundeinstellung des Menschen zu sich selbst und zu seiner Welt, die ihn umgibt. Küng erarbeitet die Schwerpunkte seiner Frage nach Gott in der Auseinandersetzung mit großen neuzeitlichen Infragestellungen aller Gottesvorstellung. Anhand der Religionskritik von Feuerbach und Marx, Freud und Nietzsche, zeigt Küng die berechtigten Anliegen dieser großen Denker auf, wenn sie glauben, die Existenz Gottes abzulehnen, um dem Menschen zu seinem Recht zu verhelfen. Aber er zeigt auch die Schwachpunkte oder Einseitigkeiten dieser Ansätze auf, indem er herausarbeitet, dass Gott - zumindest der Gott im biblischen Zeugnis - ein Gott für die Menschen ist und dass der Mensch im Glauben an Gott nichts verliert, sondern vielmehr alles (Wesentliche) gewinnt: Nämlich ein begründetes und vernünftiges Vertrauen in einen ersten und letzten Sinn aller Wirklichkeit. Das Ja zu einem letzten Woher und Wohin von Mensch und Welt fällt mit einem Ja zu Gott zusammen,ob sich der Mensch dessen bewusst ist oder nicht. Diesen Zusammenhang aufgezeigt und in bewundernswerter Bearbeitung des modernen Denkens herausgearbeitet zu haben, ist das Verdienst des Buches von Küng. Dieses Vermächtnis hat auch 30 Jahre nach seinem Erscheinen nichts an Aktualität verloren. So wünsche ich diesem wichtigen Buch zu seinem 30. Geburtstag viele Leser, die sich an der Hand von Hans Küng auf den Gipfel der Gottesfrage führen lassen. Es wird zwar ein fast 900 seitiger anstrengender Weg sein, aber die "Aussicht auf dem Gipfel" belohnt alle Mühe. Danke, Hans Küng, der heuer 80 Jahre alt wurde, für dieses großartige Buch - und: Ad multos annos.


Strukturen des Bösen -  Die jahwistische Urgeschichte in exegetischer/psychoanalytischer/philosophischer Sicht: 3 Bde.
Strukturen des Bösen - Die jahwistische Urgeschichte in exegetischer/psychoanalytischer/philosophischer Sicht: 3 Bde.
von Eugen Drewermann
  Taschenbuch
Preis: EUR 70,00

18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniales Grundlagenwerk, 9. November 2008
Eugen Drewermann schafft in seiner Promotion, die zugleich auch als Habilitation angenommen wurde, einen wirklich großen Spagat: Von der Bibel über die Psychoanalyse und der Existenzphilosophie mitten hinein ins Leben des Menschen zu allen Zeiten, besonders aber in das Leben des Menschen der (Post-)Moderne. Sein Werk ist zwar sehr umfangreich, aber es lohnt sich Seite für Seite den Gedanken des großen Theologen aus Paderborn zu folgen. Nicht nur, dass man wie nebenbei mit unzähligen Informationen aus den unterschiedlichsten Fachgebieten versorgt wird, ist das Spannende. Entscheidend ist: es geht um den Leser selbst! Ich kann mich hinter allen Ausführungen selbst entdecken. Der Ansatz bei der Angst, die nach einem großen Wort des Philosophen Karl Jaspers zum "unheimlichen Begleiter des modernen Menschen" geworden ist, stellt einen vorzüglichen Ausgangspunkt dar, das Wesen des Menschen wie er ist, zu beschreiben. Dass Drewermann hierbei auf die ersten 11 Kapitel der Bibel im Buch Genesis zurückgreift, ist von der Sache her naheliegend. Heißt doch "Adam" auf hebräisch nicht mehr, aber auch nicht weniger als: "Der Mensch". Es geht um den Menschen, gefangen in seiner Angst und so verstrickt in "Strukturen des Bösen". Um zu klären, was Angst im Letzten meint, liest Drewermann sehr genau beim dänischen Religionsphilosophen Sören Kierkegaard nach. Durch diese "existenzphilosophische Brille" erschließt er die wichtigsten Etappen der Psychoanalyse, v. a. bei Freud und Jung. Tenor des ganzen Buches ist die Verzweiflung, in die der Mensch verfällt, wenn er Gott aus den Augen verliert und sich selbst als eigener "Gott" gebären will. Dies tut er aber nicht aus Bosheit, das ist der neue Ansatz bei Drewermann, sondern getrieben von seiner Angst. Eine Lösung daraus, oder gar eine Erlösung davon kann der Mensch sich nicht selbst geben. Sie ist einzig und allein bei Gott zu finden. Erst im Klima einer unbedingten Akzeptanz, wie sie vor allem bei Siegmund Freud als Grundlage seiner Psychoanalyse praktiziert wird, kann der Mensch zu erahnen beginnen, dass sein Leben einen Wert hat und liebens-wert ist, vor aller Leistung und trotz aller Schule. Erfahrbar muss dies dem Menschen durch andere Menschen in der voraussetzungsfreien Liebe zueinander werden. Verbürgt wird diese Zusage an den Menschen aber letztlich nur von Gott selber. Ich finde, dass das Werk von Drewermann eines der genialsten theologischen Bücher der letzten Zeit ist. Seine Analyse trifft m. E. genau den Nagel auf den Kopf. Sein Plädoyer für mehr Menschlichkeit im Umgang untereinander ist der richtige Fingerzeig für eine neue und bessere Welt. Vor allem aber die letztendliche Rückbindung von allem an Gott (religio heißt lateinisch rückbinden, ist für mich der Schlüssel, um mich selbst, den Menschen und auch Gott tiefer zu verstehen.


Die Nacht: Erinnerung und Zeugnis (HERDER spektrum)
Die Nacht: Erinnerung und Zeugnis (HERDER spektrum)
von Elie Wiesel
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschütterndes Zeugnis, 6. November 2008
Das Buch "Die Nacht" von Elie Wiesel gehört ohne Zweifel zu den erschütterndsten und authentischsten Büchern über die Schrecken der Schoah. Vom ersten Eintreffen im Lager in Auschwitz, verbunden mit dem Verlust der Mutter und der jüngeren Schwester, bis hin zur Befreiung aus Buchenwald, "bezahlt" mit dem Verlust auch noch des Vaters, beschreibt dieser autobiographische Bericht die wohl dunkelste und schrecklichste Zeit des damals erst 15/16 jährigen Elie Wiesel. Ein Text, der zentral im Buch "Die Nacht" steht, beginnt mit den Worten: "Nie werde ich diese Nacht vergessen, die erste Nacht im Lager...". Das Stichwort des "Nie vergessens..." ist der Grundtenor des Buches und die Mahnung von Wiesel an uns heutige: Nur, wenn wir die Schrecken der Schoah erinnern, werden sie sich nicht wiederholen! Nur, wenn wir das Geschehene nicht vergessen, tragen wir dazu bei, die Welt von heute und morgen besser und menschlicher zu gestalten. Mir ging es bei der Lektüre des Buches so, wie Elie Wiesel es über seine traumatischen Erfahrungen in Auschwitz beschreibt: "Nie werde ich das vergessen...!" Eine gute Auseinandersetzung mit dem Werk und dem Leben von Elie Wiesel bietet das jüngst erschienene Buch von Andreas Völker über den Friedensnobelpreisträger. Es trägt den Titel: "Elie Wiesel: Zeichen setzen - selbst zum Zeichen werden" und trifft bereits somit den Kern des heute Achtzigjährigen. Anhand von fünf Satzzeichen werden - pädagogisch geschickt und gut nachvollziehbar - Schwerpunkt im Leben von Wiesel aufgezeigt und der innere rote Faden dieses bewegten Lebens vorgestellt. Wer "Die Nacht" liest, sollte am Werk von Völker nicht vorbeigehen.


Elie Wiesel: Zeichen setzen - selbst zum Zeichen werden: Grammatik eines Lebens für Frieden und Versöhnung
Elie Wiesel: Zeichen setzen - selbst zum Zeichen werden: Grammatik eines Lebens für Frieden und Versöhnung
von Andreas Völker
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wertvolles Buch für die Schule, 14. Oktober 2008
Das Buch von Völker entstammt laut Vorwort einem Schulprojekt und das merkt man ihm auch an. Es ist pädagogisch sehr eingängig und klug aufbereitet durch die Verwendung von "fünf Satzzeichen". Unter dem Fragezeichen, dem Punkt, dem Strichpunkt, dem Ausrufezeichen und dem Punkt-Punkt-Punkt wird sehr geschickt das Leben und Wirken des Friedensnobelpreisträgers beleuchtet. Der Titel des Buches wird auf diesem Weg Schritt für Schritt eingeholt und durchbuchstabiert. Die Kernthese des Autors ist: Elie Wiesel setzt in seinem Leben "Zeichen" für Frieden und Versöhnung. Dadurch ist er selbst zu einem "Zeichen" geworden, das herausfordert, die Gegenwart sinnvoll zu gestalten und an einer guten Zukunft mitzuwirken. Die nun vorliegende zweite, wesentlich erweiterte Auflage ist in vielen Punkten gegenüber der ersten genauer und übersichtlicher geworden. Das Buch hat dadurch nicht nur an Seiten sondern auch inhaltlich deutlich gewonnen. Mit einem eigenen, neuen Kapitel stellt der Autor sehr eindrucksvoll das Ringen Wiesels mit Gott dar. Besonders ansprechend finde ich, dass der Leser immer wieder mit dem Vorbild von Elie Wiesel konfrontiert wird. Tatsächlich frage ich mich nach der Lektüre, welche "Zeichen" ich setze und worin ich selbst zu einem "Zeichen" werden könnte. Insgesamt ist das Buch ein guter Einstieg für "Neulinge" in Sachen Wiesel. Aber auch "Fortgeschrittene" werden vielleicht durch den originellen Ansatz, der so noch nicht vorliegt und wirklich etwas Neues darstellt, sicher auf ihre Kosten kommen. Auf jeden Fall "gibt das Buch zu Denken" - und das ist das nicht das Schlechteste.


Seite: 1